Pestizide in der Landwirtschaft

Hauptverantwortlich für die Verunreinigung der Gewässer mit Pestiziden ist die konventionelle Landwirtschaft. In der Schweiz werden deutlich grössere Pestizidmengen pro Hektare ausgebracht als in den umliegenden Nachbarländern Deutschland und Österreich. Besonders viele Pestizide werden im intensiven Ackerbau, im Obst-, Weinkulturen sowie im Gemüseanbau eingesetzt.

 

Über 2'100 Tonnen Pestizide werden jährlich in der Schweiz verkauft. 7,6 kg Pestizide werden pro ha Ackerland und Dauerkulturen eingesetzt. Die landwirtschaftliche Nutzfläche der Schweiz besteht zu über zwei Dritteln aus Wiesen und Weiden, auf denen kaum Pestizide verwendet werden. Das bedeutet: Der Grossteil der verkauften Pestizide entfällt auf die Flächen für Acker-, Obst- und Weinbau. Die Gründe für diesen massiven Pestizid-Einsatz sind vielfältig:

  • der Anspruch an makellose Lebensmittel;
  • der Wunsch nach konstanter Ertragssicherheit;
  • mangelnde Vertrautheit mit den Methoden der mechanischen Unkrautregulierung;
  • fehlende Zeit oder Arbeitskraft für Handarbeit;
  • mangelhafte Beratung oder ungenügende Weiterbildung;
  • der Einsatz von Pestiziden erscheint allzuoft als billigste und einfachste Lösung für Anbauprobleme.

Bäuerinnen und Bauern, die Pestizide einsetzen, müssen nachweisen, dass sie über das nötige Wissen verfügen. Dieser Nachweis gilt in der Schweiz auf Lebzeiten. In Deutschland hingegen muss ein Bauer den Nachweis alle drei Jahre neu erbringen. Dies ist sinnvoll, denn Produkte können zwischenzeitlich neu eingestuft oder aus dem Handel gezogen worden sein.

Gute Gründe, den Pestizideinsatz zu reduzieren

Pestizide sind Gifte, welche in die Umwelt ausgebracht werden. Dort schädigen sie auch Lebewesen, die nicht Ziel ihrer Anwendung sind. Selbst bei sachgemässer Anwendung und gesetzlich akzeptablen Umweltkonzentrationen sehen wir den negativen Einfluss der Pestizide. Sie führen zu einem veränderten Verhalten oder zum Tod von einzelnen Lebewesen. Diese scheinbar kleinen Veränderungen haben teilweise verheerende Auswirkungen auf den gesamten Lebensraum. So verringern Fungizide in Gewässern beispielsweise die Artenvielfalt, wodurch sich die Wasserqualität zusätzlich verschlechtert.

Biologischer Anbau als Alternative

Trotz funktionierender Alternativen wie Integrierter Produktion und Biolandbau steigt der Pestizideinsatz in der Schweizer Landwirtschaft an. Zwischen 2006 und 2011 wurden in der Schweiz rund 10% mehr Pestizide verkauft. Im Biolandbau hingegen werden keine chemisch-synthetischen Pestizide eingesetzt. Auch am Markt bewährt sich die biologische Landwirtschaft: Der Absatz von biologisch produzierten Lebensmitteln steigt stetig.