Risiken und Nebenwirkungen inbegriffen – Wirkstoffe von Pestiziden

Was sind Pestizide?

Pestizide sind chemisch-synthetische Stoffe und Stoffkombinationen, die giftig auf unerwünschte Organismen (Tiere oder Pflanzen) wirken. Sie töten, vertreiben, hemmen das Wachstum oder die Keimung. Diese Gifte können nach «Ziel-Organismen» eingeteilt werden. So gibt es Insektizide (gegen Insekten), Herbizide (gegen Pflanzen), Fungizide (gegen Pilze) und weitere.

 

Pestizide sind in der Regel eine Mischung aus verschiedenen chemischen Stoffen und bauen sich in der Natur unterschiedlich langsam ab. Sie enthalten neben ihren Wirkstoffen auch Hilfsstoffe, die ebenfalls giftig für die Umwelt sein können. Je nachdem wie die Wirkstoffe gewonnen werden, unterscheidet man zwischen chemisch-synthetischen Pestiziden, Pestiziden aus Grundstoffen (z.B. Kupfer und Schwefel) und biologischen Pflanzenschutzmitteln.

Unerwünschte Auswirkungen von Pestiziden auf Mensch, Tier und Umwelt
  • Pestizide kommen im Boden oder in Gewässern zwangsläufig mit anderen Chemikalien in Kontakt. Die daraus resultierenden «Cocktails» bergen, bereits unter den erlaubten Grenzwerten für die einzelnen Stoffe, ungeahnte Risiken und Gefahren.
  • Viele der zugelassenen Pestizide stehen im Verdacht, krebserregend zu sein, das ungeborene Kind zu schädigen und negative Auswirkungen auf den Hormonhaushalt zu haben.
  • Der Einsatz von Pestiziden führt zu Resistenzen und noch mehr Pestizideinsatz.
  • Pestizide beeinträchtigen Regenwürmer und Bodenpilze. Der Boden verliert seine Fruchtbarkeit.
  • Die Allgemeinheit bezahlt jährlich 50 bis 100 Millionen Franken an Folgekosten des Pestizideinsatzes. Dies ergab eine Studie der Infras im Auftrag von Pro Natura.
Gute Gründe, den Pestizideinsatz zu reduzieren

Täglich nehmen wir hauptsächlich über behandelte Lebensmittel Pestizide auf. Viele der erlaubten Pestizide sind nachweislich krebserregend, fruchtschädigend oder hormonwirksam. Zusätzlich treten Pestizide und andere Chemikalien unseres täglichen Lebens in Wechselwirkung. Die behördlichen Prüfungen vernachlässigen die möglichen Auswirkungen dieser Giftcocktails. Dies bietet zusätzlichen Grund zur Sorge. Doch selbst wenn gesetzliche Höchstwerte bei den Lebensmitteln und im Trinkwasser eingehalten werden, zeigen sich die negativen Effekte des täglichen Giftkonsums in der Bevölkerung, beispielsweise ein erhöhtes Risiko für Krebs oder Herzkreislauferkrankungen.