Fliessgewässer

Pro Natura kämpft seit Jahren für naturnahe Fliessgewässer, denn mindestens die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten sind an und in Gewässern zu finden. Doch Flüsse und Bäche gehören heute zu den am stärksten beeinträchtigen Ökosystemen überhaupt - sei es durch Bauten für Hochwasserschutz, Wasserkraftwerke oder für die Landgewinnung.

 

Unzählige Fliessstrecken wurden zur Energiegewinnung - in der Schweiz gibt es rund 1300 Wasserkraftwerke - aufgestaut oder in ihrer Hydrologie massgeblich verändert. Zu den Auswirkungen der Wasserkraft gesellen sich weitere Beeinträchtigungen, welche durch Bauten für den Hochwasserschutz und zur Landgewinnung entstehen.

 

Im Jahr 1992 nahm das Schweizer Volk mit 66 Prozent der Stimmen das Gewässerschutzgesetz an und sprach sich somit für natürliche Fliessgewässer aus. Würde dieses Gesetz korrekt vollzogen, wäre ein Grossteil der Missstände im Gewässerschutz behoben. Erst dank der Volksinitiative «Lebendiges Wasser» wird dieser Volksauftrag nun endlich umgesetzt. Seit dem 1.1.2011 ist das geänderte Gewässerschutzgesetz in Kraft. Fliessgewässer und Seen in der Schweiz müssen naturnaher werden. Gewässerräume müssen ausgeschieden werden und dürfen nur noch extensiv bewirtschaftet werden, die Effekte von Schwall und Sunk müssen reduziert werden, die Durchgängigkeit der Fliessgewässer muss wieder hergestellt werden und die Kantone stehen in der Pflicht Renaturierungen zu planen und umzusetzen.

 

Was tut Pro Natura?


  • Pro Natura bezieht Stellung und nimmt mittels Lobbying auf politische Geschäfte Einfluss.
  • Pro Natura sucht im Dialog mit Wasserkraftvertretern Lösungen, um die Wasserkraft zu ökologisieren.
  • Pro Natura hat einen Kriterienkatalog erarbeitet, der bei der umweltfreundlichen Projektierung von Wasserkraftwerken hilft.
  • Wo Wasserkraftwerksprojekte die Gewässerschutzbestimmungen verletzen, leitet Pro Natura juristische Schritte ein.
  • Pro Natura initiiert, begleitet und führt Revitalisierungsprojekte durch. Dies meist in Zusammenarbeit mit Kanton und Gemeinden.