Moore und Moorlandschaften

Moore und Moorlandschaften sind besonders bedrohte Lebensräume. Keine 10% der ursprünglichen Moore sind noch vorhanden. Ihr natürlicher Wasserhaushalt wurde während langer Zeit ge- oder zerstört. Deshalb benötigen sie besondere Regenerationsmassnahmen. Pro Natura setzt sich für ihren Schutz ein.

 

Hochmoorgelbling und Rundblättriger Sonnentau - in Mooren kommen seltene Tier- und Pflanzenarten vor, die auf diese Lebensräume angewiesen sind. Frühere Nutzungen, wie etwa Torf stechen oder Drainagen für die Landwirtschaft, beeinflussten diese Lebensräume in den letzten 150 Jahren derart, dass Moore oft auf kleine Flächen geschrumpft oder ganz verschwunden sind. Die Bevölkerung hat deshalb im Jahr 1987 entschieden, dass diese Lebensräume besser zu schützen seien und dazu die Rothenthurm-Initiative angenommen. 


Die Schweiz lässt ihre Moore vertrocknen


Schwander Moor früher    Schwander Moor heute
Hier zum Beispiel das Schwander Moor (OW) früher ... (Bild: WSL/Pro Natura)   .. und heute  (Bild: WSL/Pro Natura)


Moorschutz noch unzureichend

Die Rothenthurm-Initiative ist eine historische Wegmarke im Schweizer Naturschutz. Dank dem sensationellen Abstimmungserfolg im Jahr 1987 sind nun 549 Hochmoore, 1163 Flachmoore und 89 Moorlandschaften inventarisiert und rechtlich geschützt. Allerdings ist die Umsetzung des gesetzlich festgelegten Moorschutzes noch nicht auf dem gewünschten Stand: Statt 100 Prozent aller Moore sind heute nur ungefähr 90 Prozent kantonalrechtlich geschützt; es fehlen ausreichende Pufferzonen, geeignete Regenerationsmassnahmen und Managementpläne für den Erhalt der Moore. Denn Moore müssen revitalisiert werden, wenn sie erhalten werden sollen. Denn die Narben früherer Nutzungen sind noch nicht verheilt und entziehen ihnen weiterhin das Wasser.

 

Moorschutz ist Klimaschutz

Die nationalen Inventare der Hoch- und Flachmoore sowie der Moorlandschaften umfassen rund 1800 Objekte. Noch circa 370 km2 sind intakte und kultivierte Hoch- und Flachmoore. Der dauernd hochstehende Wasserspiegel in Mooren bewirkt, dass totes Pflanzenmaterial im Wasser als Torf abgelagert wird und nicht verwesen kann. Die Torfböden in der Schweiz enthalten etwa 48 Millionen Tonnen organisch gebundener Kohlenstoff und stellen somit einen wichtigen Kohlenstoffspeicher dar. Die Umsetzung von Regenerationsmassnahmen scheitert meist an der Finanzierung, obwohl sich gemäss der Akademie für Naturwissenschaften mit CHF 600.- jährlich 20 Tonnen CO2-Äquivalente pro Hektare Moorboden vermeiden liessen. Moorschutz ist also nicht nur Naturschutz, sondern langfristig auch Klimaschutz.

 

Pro Natura schützt Moore

Pro Natura hat die Rothenthurm-Initiative aktiv unterstützt und setzt sich heute dafür ein, dass der in der Verfassung verankerte Schutz der Moore auch umgesetzt wird. Pro Natura ist Eigentümerin von rund fünf Quadratkilometer Moorfläche in der ganzen Schweiz, zum Beispiel in Rothenthurm, in Les Ponts-de-Martel und am Südufer des Neuenburgersees. Sie sorgt in ihren Gebieten für eine Pflege, die auf den Moorlebensraum abgestimmt ist.

 

Projekte zur Moorregeneration

In vielen Moore wachsen mit Büschen und Bäumen zu und trocknen aus, weil ihnen über alte Entwässerungsgräben das Wasser entzogen wird. In den eigenen Mooren stellt Pro Natura mit Regenerationsprojekten den Wasserhaushalt wieder her. Zur Zeit laufen entsprechende Moorregenrationsprojekte unter anderem im Moor von Rothenthurm (SZ), im Forenmoos (LU) im Moor von Pontins (BE).