«Gründen wir einen neuen Nationalpark!» - die Geschichte der Pro Natura Kampagne

Pro Natura wurde 1909 gegründet, um den ersten Schweizerischen Nationalpark zu finanzieren. Bereits 1914 konnte das Pionierstück eingeweiht werden. Während im umliegenden Ausland in den letzten Jahrzehnten zahlreiche neue Pärke geschaffen wurden, ist der Nationalpark im Unterengadin nahezu 100 Jahren lang der einzige Vertreter seiner Art in der Schweiz geblieben. Ab Mitte der 90er-Jahre setzte sich langsam die Erkenntnis durch, dass auch die Schweiz neue Pärke braucht.

 

Mitte 1990er-Jahre

Die Internationale Naturschutzunion (IUCN) legt neue Schutzgebietskategorien fest, die nebst Wildnis auch weniger streng geschützte Zonen vorsehen.

 

1998

Erste Vorstösse im Eidgenössischen Parlament leiten die Diskussion um neue grosse Schutzgebiete ein. Darunter einer von Silva Semadeni, der heutigen Pro Natura Präsidentin.

 

April 2000

Pro Natura lanciert ihre Kampagne «Gründen wir einen neuen Nationalpark!» mit den Zielen:

  • Die Akzeptanz in der Bevölkerung für einen neuen Nationalpark ist gewachsen.
  • Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für neue grosse Schutzgebiete sind geschaffen.
  • In möglichst vielen Regionen der Schweiz sind Parkprojekte lanciert.
  • Bis 2009 ist mindestens ein neuer Nationalpark realisiert.

 

Herbst 2000

Alle Schweizer Gemeinden werden von Pro Natura eingeladen, zu prüfen, ob sich ihr Gebiet für einen neuen Nationalpark eignet. Pro Natura bietet an, Vorstudien zu finanzieren und verspricht dem ersten neuen Nationalpark eine Million Schweizer Franken.

 

2001

Bereits existieren sechs Nationalpark-Projekte: Locarnese (TI), Adula (GR/TI), Haut Val de Bagnes (VS), Les Muverans (VD/VS), Matterhorn (VS) und Maderanertal (UR).

 

2003

Als Folge der parlamentarischen Vorstösse (siehe «1998») hat das zuständige Bundesamt eine Revision des Natur- und Heimatschutzgesetzes (NHG) ausgearbeitet. Neu mit einem Kapitel zu Pärken von nationaler Bedeutung. Der Bundesrat schickt das revidierte Gesetz in die Vernehmlassung.

 

Oktober 2006

Das Parlament verabschiedet die NHG-Revision. Neue National- und Naturpärke in der Schweiz haben nun die nötige gesetzliche Grundlage.

 

Ende 2007

Die Verordnung zum NHG-Gesetz, die «Pärke-Verordnung», wird vom Parlament angenommen.

 

2010 und 2011

Die beiden Nationalpark-Projekte Parc Adula (2010) und Parco Nazionale del Locarnese (2011) erhalten vom Bund das offizielle Label «Nationalpark-Kandidat». Sie befinden sich seither in der Errichtungsphase. Im Jahr 2016 kommt es zu Abstimmungen in den 17 Parkgemeinden des Parc Adula.

Neben der Königsklasse Nationalpark sind heute vierzehn Regionale Naturpärke und ein Naturerlebnispark in Betrieb. Ein weiteres Naturpark-Projekt befindet sich in der Errichtungsphase.