Mediencommuniqué

Charta Parc Adula

Ja zur Natur - Ja zur Zukunft der Region

28.01.2016

Aus Überzeugung sagen Pro Natura und ihre Kantonalsektionen Graubünden und Tessin Ja zum Parc Adula. Sie sehen in ihm die einmalige Chance, das aussergewöhnliche Natur- und Landschaftserbe rund um das Rheinwaldhorn zu bewahren und gleichzeitig die Perspektive auf eine nachhaltige wirtschaftliche Zukunft der Region. In ihrer Vernehmlassungsantwort zur Charta des Parc Adula setzt sich Pro Natura für eine starke Charta ein. Getreu der Logik: Je deutlicher sich ein Nationalpark für Besuchende von anderen Gebieten unterscheidet, desto grösser sein Nutzen für alle – die Menschen der Region und für die Natur.

 

In Europa gibt es heute 300 Nationalpärke, seit 1990 sind allein in Deutschland 12 neue Nationalpärke entstanden. Die Regionen profitieren wirtschaftlich, und die Natur wird geschützt. Silva Semadeni, Pro Natura Präsidentin und Bündner Nationalrätin ist überzeugt von der Idee des Nationalparks Parc Adula: «Das Geniale an der Nationalparkidee ist, dass sie auf lange Sicht nur Gewinner hinterlässt: Die Natur wird langfristig geschützt und die wirtschaftlichen Perspektiven der Bevölkerung werden gestärkt.» Für die Täler im Parc Adula eröffne sich hier eine historische Chance, so Semadeni weiter. Pro Natura stehe deshalb aus Überzeugung hinter dem Parc Adula und spreche sich klar für dessen Gründung aus.

 

Je besser der Nationalpark, desto grösser der Nutzen für alle

Um den gewünschten Nutzen für alle voll entfalten zu können, muss ein Nationalpark sicht- und spürbare Unterschiede zu Gebieten aufweisen, die nicht Nationalpark sind. Auch deshalb setzt sich Pro Natura für eine starke Charta ein, deren Vernehmlassung am 1. Februar 2016 abgeschlossen wird. Verbesserungspotenzial sieht Pro Natura unter anderen bei diesen Punkten:

  • Das Nutzungsreglement enthält viele Ausnahmen für verschiedene Nutzergruppen. So bleibt fraglich, ob die vorgeschriebene freie Naturentwicklung in der Kernzone erkenn- und von Nicht-Nationalpärken unterscheidbar wird.
  • In der Charta wird erwähnt, die Umgebungszone habe keine rechtliche Auswirkung. Das ist nicht korrekt. In der Umgebungszone streben die Gemeinden die Ziele der Pärkeverordnung an. Diese müssen bei künftigen Projekten berücksichtig werden. Ausserdem enthält der Parkperimeter Lücken; wohl um Platz für künftige Grossprojekte offen zu lassen. Das widerspricht dem Sinn eines Nationalparks. 

Die Entstehung des Parc Adula wird jedoch mit seiner Gründung nicht abgeschlossen sein. Die Entstehung ist ein Prozess, für den es einen kraftvollen Startpunkt braucht. Jacqueline von Arx, Geschäftsführerin von Pro Natura Graubünden: «Es braucht hochgesteckte Ziele, die man dann schrittweise im Verlauf der Parkentwicklung mit allen Beteiligten vor Ort weiterverfolgt.»


Parc Adula: ein Auftrag der Bevölkerung

Der «Parc Adula» ist ein Auftrag der Gemeinden der Region. Er kann auch nur mit Zustimmung der 17 Park-Gemeinden und ihrer Wohnbevölkerung gegründet werden. Christian Bernasconi, Leiter des Pro Natura Zentrums am Lukmanierpass im Parkgebiet und wohnhaft im geplanten Park: «Die Chance ist einmalig. Wir können unsere grandiosen Landschaften langfristig bewahren und eine nachhaltige Zukunft selber bestimmen. Meine Hoffnung ist, dass viele die Chancen sehen, die der Parc Adula für die Zukunft unserer Region bietet.»

 

Weitere Auskünfte:

 

Pressebilder aus der Region des geplanten Nationalparks «Parc Adula»:

www.pronatura.ch/fotos-parc-adula 

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