Schmetterlingsfreundliche Gärten

Weitere Informationen für die Gestaltung eines schmetterlingsfreundlichen Gartens finden Sie im Pro Natura Merkblatt: «Schmetterlinge im Garten kennen und fördern». Die Broschüre enthält Portraits der häufigsten Schmetterlingsarten mit Farbfotos von Raupen und Faltern, eine Zusammenstellung der wichtigsten Nektar-und Futterpflanzen, sowie viele praktische Tipps für Garten und Balkon.

Darauf sollten Sie achten:

Einheimische Wildpflanzen

Die meisten einheimischen Schmetterlinge sind auf einheimische Wildpflanzen als Nektarspender und als Raupennahrung angewiesen. Verzichten Sie daher möglichst auf exotische Pflanzenarten. Beim Kauf von einheimischen Pflanzen sollte beachtet werden, dass sie wirklich der Wildform entsprechen. Stark züchterisch veränderte Arten (z. B. mit gefüllten Blüten) bieten oft viel weniger Nektar. Eine Liste mit Wildpflanzen ihrer Region sowie Bezugsquellen finden Sie bei der «Wildpflanzen-Infostelle».

Biologisch gärtnern

Ein nach biologischen Kriterien bewirtschafteter Naturgarten bietet Lebensraum sowohl für Schmetterlinge, als auch für zahlreiche andere Insektenarten und Vögel. Fördern Sie die Bodenfruchtbarkeit mit Kompost und Mulch, und verzichten Sie möglichst auf andere Dünger und Torfprodukte. Wenden Sie im Bedarfsfall alternative Schädlingsbekämpfungsmittel an, achten Sie auf eine hundertprozentige biologische Abbaubarkeit. Synthetische Insektizide haben in der Regel ein breites Wirkungsspektrum. Bei ihrer Anwendung werden nicht nur Schädlinge getilgt, sondern oft auch viele nutzbringende Insekten.

Wie sieht ein schmetterlingsfreundlicher Garten aus?

Ein Garten voller Blüten freut nicht nur unsere Sinne, sondern lockt auch viele Schmetterlinge an. Aber Nektar allein genügt nicht, um Schmetterlingen in Ihrem Garten ein zu Hause zu bieten. Damit die bunten Falter nicht nur vorbeiflatternde Gäste bleiben, muss auch den Raupen genügend Nahrung geboten werden.

 

Schmetterlingsfreundlich heisst vielfältig: Die verschiedenen Lebensstadien einer Schmetterlingsart sind oft auf unterschiedliche Pflanzen und Standorte angewiesen. Je unterschiedlichere Nischen ein Garten aufweist, umso zahlreicheren Schmetterlingsarten bietet er in den verschiedenen Stadien ihrer Entwicklung ein zu Hause:

 

  Eine blumenreiche Wiese, selten und nicht die ganze Fläche auf einmal gemäht, bietet sowohl Nektar für Falter als auch Platz für Eiablage und Nahrung für Raupen.
  Eine kleine Wildnis mit Brennnesseln und Disteln ist Wiege und Nahrungsquelle für viele einheimische Schmetterlinge.
  Eine Hecke mit einheimischen Sträuchern bietet neben Nahrung genügend geschützte Ruheplätze für Falter und Puppen.
  Im Kulturgarten finden sich Beerenstauden, Gemüsebeete und blühende Kräuter als Nahrungsquelle für einige Raupen und Falterarten.
  Alte Bäume dienen als Überwinterungsplätze für viele Schmetterlingsarten. Weitere beliebte Überwinterungsmöglichkeiten sind auch Asthaufen, dürre Stauden, altes Gras und Kletterpflanzen.

 

Schmetterlinge zu Gast auf Ihrem Balkon

Auch der beschränkte Platz auf dem Balkon lässt sich mit wenig Aufwand schmetterlingsfreundlich gestalten. In Töpfen und Schalen gedeihen viele nektarspendende Pflanzen, die vorüberflatternde Gäste anlocken können.

 

Wie beim Garten gilt auch hier, dass möglichst einheimische Pflanzen verwendet und keine synthetischen Insektizide eingesetzt werden sollten. Lassen Sie die Küchenkräuter blühen. Ihre nektarreichen Blüten sind bei Schmetterlingen besonders beliebt. Raupen dürfen Sie auf den Kräutern aber keine erwarten, die Duftstoffe in den Blättern sind nämlich ein natürliches Raupen-Abwehrmittel.

 

Kletterpflanzen eignen sich zur Abschirmung oder als Wandbegrünung, und sorgen für ein besonderes Ambiente. Ihr Blätterdach dient Schmetterlingen als Ruheplatz und die Blütenpracht bietet den Faltern reichlich Nahrung. So wird Ihr Balkon zur grünen Oase.

In 10 Schritten zu Ihrem Schmetterlingsparadies
1.   Einheimische Wildpflanzen mit Nutzen als Nektarspender oder Raupennahrung anpflanzen.
2.   Verzicht auf synthetische Schädlingsbekämpfungs- und Düngemittel und auf Torfprodukte.
3.   Exotische Pflanzen nur in Ausnahmefällen anpflanzen; keine Arten, die einheimische verdrängen können.
4.   Auf dem Balkon die Geranien & Co. mit einheimischen, nektarreichen Arten ersetzen.
5.   Möglichst vielfältige Lebensräume schaffen; wo immer möglich etwas Wildnis im Garten tolerieren.
6.   Blumenreiche Wiesen ansäen, diese nur selten und jeweils nicht die ganze Fläche auf einmal mähen.
7.   Kleinstrukturen für Überwinterung anbieten: altes Gras, Kletterpflanzen, Asthaufen, dürre Stauden.
8.   Alte Bäume stehen lassen, sie bieten Überwinterungsplätze für diverse Arten.
9.   Nektarspendende Küchenkräuter wie Rosmarin, Lavendel, Salbei, Thymian, Oregano blühen lassen.
10.   Nachbarn, Quartier und Gemeindebehörden zum Handeln für die Schmetterlinge motivieren.