Sag mir wo die Blumen sind – wo sind sie geblieben?

Trockenwiesen und -weiden (TWW) sind Biodiversitäts-Hotspots. Entstanden sind sie durch jahrhunderte lange extensive Nutzung. Sie stellen eine Kulturlandschaft dar, die wegen ihrer hohen Biodiversität und Seltenheit in der Schweiz ökologisch sehr wertvoll ist.

 

40% der in der Schweiz vorkommenden Pflanzenarten und bis zu 50% der Tierarten kommen auf TWW vor. Viele dieser Arten sind gefährdet. In den letzten 60 Jahren sind 90% der artenreichen Wiesen und Weiden durch Intensivierung der Landwirtschaft und Nutzungsaufgabe, Überbauung, Aufforstung, touristische Erschliessung und Infrastrukturen verloren gegangen. Die noch übriggebliebenen TWW werden heute teilweise durch Nutzungs- und Bewirtschaftungsverträge geschützt. Bis 2020 müssen alle TWW von nationaler Bedeutung vertraglich geschützt werden.

 

Inventar zum Schutz der Trockenwiesen und -weiden

1994 hat der Bund das Projekt «Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung» gestartet. In 10-jähriger Arbeit wurden in allen Kantonen die besonders wertvollen Standorte kartiert. Die knapp 3000 Objekte von nationaler Bedeutung umfassen ungefähr 0,5% der Landesfläche und wurden in das Inventar aufgenommen. Das TWW-Inventar ist neben den bestehenden Biotopinventaren über die Hoch- und Übergangsmoore, Flachmoore, Amphibienlaichgebiete und Auengebiete vorläufig das letzte Inventar dieser Art. Im Februar 2010 ist die Verordnung in Kraft gesetzt worden, sodass das Inventar umgesetzt werden kann.

 

Erfolg für Pro Natura

2009 hat Pro Natura zusammen mit dem Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz für die Petition zum Schutz der letzten Trockenweisen und -weiden über 38'000 Unterschriften gesammelt. Sie forderte, die bereitliegenden Instrumente endlich umzusetzen. Die Inkraftsetzung der Verordnung ist ein erster Schritt dazu. In den darauf folgenden 10 Jahren müssen die Kantone die inventarisierten Flächen nun vertraglich schützen. Dafür müssen die finanziellen Mittel von Bund und Kantonen gemeinsam zur Verfügung gestellt werden.