Wissenswertes zur Haselmaus

Aus dem Leben der Haselmaus
Die Haselmaus ist die kleinste und zierlichste unserer Schläferarten. Kurz nach Sonnenuntergang verlässt die flinke Kletterin ihr Nest und wird aktiv. Typisch ist ihr dicht behaarter, manchmal sogar buschiger Schwanz, den sie beim Springen im Geäst als Steuer benutzt. Ihr kugelrundes Nest baut sie aus Zweigen, Gras und Laub in dichten Gebüschen und kleinen Bäumen. Sie schläft aber auch gerne in Nistkästen oder Baumhöhlen.


Im Herbst frisst sich die Haselmaus die nötigen Reserven für den Winterschlaf an. Haselnüsse, Samen und Eicheln, sind in dieser Zeit eine wichtige Nahrungsquelle. Mit bis zu 40 Gramm ist die Haselmaus vor dem Winterschlaf etwa doppelt so schwer wie beim Erwachen im Frühling. Entgegen ihrem Namen ist die Haselmaus keine Maus, sondern gehört zur Tierfamilie der Schläfer.


Und dieser Name kommt nicht von ungefähr: die Haselmaus und die anderen drei einheimischen Schläfer (Baumschläfer, Gartenschläfer und Siebenschläfer) halten nämlich alle einen mehrmonatigen Winterschlaf. Bis zu sieben Monate liegt sie dann eingerollt in einem Kugelnest. In der typischen «Schlafmaus-Schlafstellung». Mit dem Schwanz über den Kopf gewickelt, spart sie Energie, solange draußen der Winter tobt. Während des Winterschlafs liegt die Körpertemperatur nur wenige Grad über dem Gefrierpunkt und die Haselmaus atmet nur gerade mal zwei- bis dreimal pro Minute. Auf diese Weise braucht sie sehr wenig Energie.

Steckbrief der Haselmaus
Name  

Haselmaus - Muscardinus avellanarius

 

Status  

geschütztes Tier

 

Grösse  

6 - 9 cm plus Schwanz (nochmals so lang) 

 

Gewicht   15 – 40 Gramm 
Fellfarbe  

gelblich- bis rötlichbraun mit weisser Kehle und Brust
Nahrung Haselnüsse, Samen, Knospen, Blüten, Blätter, Früchte, Insekten, manchmal auch Schnecken und Eier

 

Lebensraum  

Waldgebiete mit einer gut entwickelten Strauchschicht, Hecken, Waldränder. Durch Zerstörung und Zerstückelung ihrer Lebensräume ist die Haselmaus in Europa seltener geworden. 

 

Vorkommen Schweiz  

Mittelland, Jura sowie in den tiefer liegenden Regionen der Alpentäler

 

 

Paarungszeit  

Juli bis August

 

Geburt  

zwischen Juli und August kommen die Jungen zur Welt

 

Wurfgrösse  

3 bis 7 Junge

 

Winterschlaf  

je nach Gebiet von September/November bis April/Mai

 

Lebenserwartung   5 Jahre
Häufig gestellte Fragen

Warum halten Haselmäuse Winterschlaf?

Im Gegensatz zu den „echten“ Mäusen können Haselmäuse Gras oder Wurzeln nicht verdauen. Das ist aber das Einzige, was es im Winter im Wald zu fressen gäbe. Deshalb überdauern sie die kalte und nahrungsarme Zeit im Schlaf. Dazu müssen sie sich im Herbst eine dicke Speckschicht anfressen, die über den ganzen Winter reicht.

 

Gibt es Haselmäuse auch dort, wo keine Haselnüsse wachsen?

Ja, wenn es eine Vielzahl an Früchte tragenden Sträuchern gibt.

 

Warum ist es wichtig zu wissen wo Haselmäuse leben?

Haselmäuse gehören zu den bedrohten Tieren. Wir können ihnen aber nur helfen, wenn wir wissen, wo sie wohnen.

 

Warum gibt es im Stadtpark keine Haselmäuse?

Im Stadtpark gibt es zu wenig Unterholz und er liegt oft zu weit weg von Wäldern. Haselmäuse lieben dichte Wälder mit viel Gestrüpp. Felder und Straßen können sie kaum überqueren. Manchmal leben Haselmäuse in naturnahen Gärten in Waldnähe.

 

Kann ich Haselmäuse als Haustier halten?

Haselmäuse sind geschützt und ihre Haltung ist verboten.

 

Kann ich Haselmäuse auch an anderen Fraßspuren nachweisen, z. B. an Eicheln?

Das geht leider nicht, weil die Eicheln zu weich sind. Eindeutig bestimmbare Fraßspuren finden sich nur an den harten Schalen von Haselnüssen.

 

Wie können Haselmäuse nachgewiesen werden? Gibt es andere Methoden als das Suchen von angeknabberten Haselnüssen?

Ja, es gibt andere Methoden wie man Haselmäuse nachweisen kann. Z.B. kannst Du Haselmäuse in Nistkästen nachweisen oder z.B. Nistschachteln verwenden, oder Du gehst auf Nestsuche. Auch in Eulengewöllen kannst Du Spuren finden, aber dazu brauchst Du schon Glück.

 

Wie sieht Haselmauskot aus?

Haselmauskot ist in der Regel etwas größer als Mäusekot und hat im Gegensatz zu diesem eine schrumpelige Oberfläche. Jedoch setzt die sichere Bestimmung von Haselmauskot einige Übung voraus.

 

Wann werden die Jungen Haselmäuse geboren?

Die meisten Jungtiere werden zwischen August und September geboren. In Jahren mit warmem Herbstwetter kommen noch bis in den Oktober Haselmausbabys zur Welt. Dann muss sich die Haselmaus-Mutter und die kleinen Haselmäuse beeilen, denn bis zum Winter müssen die Körperfettreserven aufgefüllt sein, um die kalte Zeit überstehen zu können.