Luchs, Wolf und Bär zurück auf dem Weg in die Schweiz

Vor hundert Jahren hatte es der Mensch fertig gebracht, alle drei grossen, einheimischen Beutegreifer auszurotten. Doch seit einiger Zeit kehren alle drei in die Schweiz zurück. Der Luchs findet vor allem in den Voralpen und im Jura wieder Platz. Der Wolf wandert von Italien und Frankreich her in unser Land zurück, und seit Sommer 2005 überqueren immer wieder Bären die Schweizer Landesgrenze.

 

Wolf, Bär und Luchs gehören zu unserer heimischen Tierwelt. Pro Natura setzt sich seit langem für die grossen Beutegreifer ein und freut sich, dass sie ihren ursprünglichen Lebensraum wieder zurückerobern.

 

Ein Zusammenleben ist möglich

Pro Natura ist sich bewusst, dass mit dem Auftauchen dieser Tiere Probleme entstehen können. Pro Natura ist überzeugt, dass ein Zusammenleben mit diesen Tieren möglich ist und setzt sich für konstruktive Lösungen ein. So war Pro Natura unter anderem bereit, Schäden von Luchsen an Nutztieren abzugelten, solange dies noch nicht staatliche Pflicht war. Dies war ein wichtiger Schritt zur Wiederansiedlung der Grosskatze.

 

Schutz darf nicht geschwächt werden

Wolf, Bär und Luchs sind gesetzlich geschützt, da ihre Rückkehr und Ausbreitung in Mitteleuropa immer noch gefährdet ist. Immer wieder wird gefordert, diesen Schutz zu lockern und Tiere abzuschiessen. Pro Natura ist überzeugt, dass es diesen strengen Schutz für das langfristige Überleben der Arten braucht. Pro Natura wehrt sich deshalb gegen eine Schwächung des gesetzlichen Schutzes von Wolf, Bär und Luchs und setzt sich für einen konsequenten Vollzug ein.

 

Gemeinsame Grundsätze der Verbände

Wenn Grossraubtiere in ihren natürlichen Lebensraum zurückkehren, führte das oft zu Konflikten, die nicht selten im Gerichtssaal endeten und unüberbrückbare Differenzen zur Folge hatten. Auch in der Schweiz sind viele Jahre mit Auseinandersetzungen der Naturschutz- und Nutzerverbände verstrichen. Ende 2010 wurde auf Initiative von JagdSchweiz, Pro Natura, Schweizerischem Schafzuchtverband und WWF Schweiz ein Prozess in Gang gebracht mit dem Ziel, künftig konstruktive Lösungen anzustreben.

 

Damit das Wissen verbessert und Vorurteile abgebaut werden, informiert Pro Natura die Bevölkerung regelmässig über Luchs, Bär und Wolf.

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Eine Gemeinschaftsproduktion von agridea, WWF und Pro Natura.

Der Luchs

Der Luchs wurde 1971 wieder in der Schweiz angesiedelt. Zu dieser Zeit gab es in den angrenzenden Ländern keine etablierten Luchspopulationen mehr. Somit war eine Rückkehr auf natürlichem Weg unmöglich.

 

Luchse können auch in der intensiv genutzten Kulturlandschaft überleben, denn sie sind extrem diskret. Vor allem in den Nordwestalpen und im Jura leben heute kleine Populationen, aufgrund vieler Hindernisse stagniert aber die weitere Ausbreitung.

Der Wolf
Der Wolf findet langsam zurück in die Schweiz © ImagePoint
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Seit 1995 wandern regelmässig einzelne Wölfe in die Schweiz zurück. Meist handelt es sich um Männchen aus Italien und Frankreich auf der Suche nach eigenen Territorien. Aber auch einzelne weibliche Tiere sind bereits gefolgt und 2012 gab es in der Schweiz am Calandamassiv (Kanton GR) zum ersten Mal Wolfsnachwuchs.

 

Wölfe sind äusserst anpassungsfähige Tiere und finden in der Schweiz genügend Lebensraum und Nahrung. Das Konzept Wolf regelt den Umgang mit dem grossen Beutegreifer bei Konflikten mit der Nutztierhaltung.

Der Bär
Der Bär ist noch ein seltener Gast © ImagePoint
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Seit 2005 streift fast jeden Sommer ein Bär durch Schweizer Alpentäler. Nicht immer werden diese Bären bemerkt, denn Bären leben grundsätzlich unauffällig und gehen dem Menschen aus dem Weg.

 

Hundert Jahre nach der Ausrottung der Schweizer Bären, wanderte im Sommer 2005 der Bär «Lumpaz» aus dem italienischen Trentino in die Schweiz ein. Zwei Jahre später wandern gleich zwei junge Bärenmännchen von Italien her in die Schweiz ein und überwintern im Bündnerland. Das eine Jungtier «JJ3» wird im Frühjahr 2008 mit Bewilligung der Behörden getötet, das andere wandert wieder ab.

 

In Italien und Slowenien gibt es regelmässig Nachwuchs, sodass der Bärenbestand dort zunimmt. Junge Bären wandern aufgrund ihres natürlichen Verhaltens ab, sodass die Schweiz in den kommenden Jahren häufiger Bärenbesuch bekommen wird. Auch in der Schweiz finden Bären geeignete Lebensräume und genügend Nahrung. Nur wenn Bären hier wieder ihren Platz finden, können sie im Alpenraum überleben, denn die Schweiz liegt mitten in der Ausbreitungsachse des Alpenbogens.

Dieser Film handelt von Bären und Menschen die in der Region Trentino, Norditalien, zusammen leben. Die Jungbären, die in der Schweiz, zum Beispiel im Münstertal auftauchen, stammen von dort. Der Film sammelt verschiedene Empfehlungen von Menschen, die seit Jahrzehnten mit dem Bären zusammen leben.