Progetti
Exkursion
Fledermäuse: geschickte Jäger in der Nacht
Bei der Abendführung gehen wir mit Fledermausdetektoren entlang der Aare auf die Pirsch nach verschiedenen Fledermäusen. Dabei lernen wir die einzigen fliegenden Säugetiere auf erlebnisreiche Art und Weise näher kennen. Mit etwas Glück können wir die Zwerg- oder Wasserfledermaus am Abendhimmel entdecken und ihre Ultraschall-Rufe hören.
Leitung: Rob van der Es, Fledermausdetektiv
Ulteriori informazioni
Link correlati
Pro Natura BEDettagli dell'evento
Data
Luogo
Pro Natura Zentrum Eichholz
Dettagli
Preparazione
Costo
15 CHF
«Man sollte ein gutes Auge und Geduld haben»
Pro Natura Magazin: Können Sie uns das Projekt Florenatlas kurz erklären?
Françoise Hoffer: Zunächst muss man wissen: Die Veröffentlichung dieses Florenatlas sehnen Botanikinteressierte aus dem Hobby- und Profibereich seit mehr als einem Jahrhundert herbei. Den Anstoss für das Projekt gab vor zehn Jahren der Verein Cercle vaudois de botanique. Nach einem ersten Treffen im Gelände 2014 legte ein kleines Startteam die Arbeitsmethode fest. Sie orientiert sich am Raster unserer Landeskarten, das heisst an Quadraten von fünf mal fünf Kilometern. Danach konnten die Bestandsaufnahmen im Feld losgehen.
Wie war das organisiert?
Alle Teilnehmenden bekamen Quadrate zugeteilt. Ich habe 16 übernommen (lacht). Das ist viel, aber ich habe Zeit. Ich war im Vallée de Joux, bei Chavornay, in der Gegend von Montreux, vom Schloss Chillon bis hoch hinauf zum Rochers de Naye. Schwierige Orte wie Moor- oder Berggebiete haben wir mit Unterstützung von Fachleuten inventarisiert.
Ulteriori informazioni
Info
Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
Das Pro Natura Magazin nimmt Sie mit in die Natur. Es berichtet über kleine Wunder, grosse Projekte und spannende Persönlichkeiten. Es blickt hinter die Kulissen politischer Entscheide und schildert, wo, wie und warum Pro Natura für die Natur kämpft. Als Mitglied erhalten Sie das Magazin fünf mal im Jahr direkt in Ihren Briefkasten.
Musste man eine Ausbildung in Biologie oder Botanik haben, um teilnehmen zu können?
Nein, das ist eben genau nicht die Idee. Es handelt sich um ein partizipatives Wissenschaftsprojekt. Wichtig ist, dass man über gute Kenntnisse in Botanik verfügt und vor allem gern in der Natur unterwegs ist. Ausserdem sollte man ein gutes Auge und Geduld haben und das Wandern lieben.
Wie sind Sie zu Ihrem grossen Wissen gekommen?
Die Natur hat mich schon immer interessiert. Ab 1994 habe ich mich jedoch stärker in die Botanik vertieft, als ich an der Inventur der Flora der Stadt Lausanne teilnahm. Das Kartieren von Pflanzen ist ein Hobby, dem ich viel Zeit widme. Beim Projekt in Lausanne wurden wir fachlich unterstützt: Einmal im Monat kamen wir im Botanischen Garten zusammen, um uns auszutauschen und Fragen zu klären. Wir konnten auch Pflanzen mitbringen und uns beim Bestimmen helfen lassen.
Die Hilfsmittel für das Inventarisieren haben sich weiterentwickelt, oder?
Oh ja, ganz klar. Das Arbeiten mit der FlorApp von Info Flora ist super! Was für eine Zeitersparnis! Man braucht nicht mehr alles von Hand zu notieren. Vor allem zeigt diese App, wonach man suchen muss.
Gibt es Flächen, die Sie besonders gern erforschen?
Ja, ich mag Brachflächen, Industriegebiete oder Campingplätze. All diese unscheinbaren Orte, wo man schöne Entdeckungen machen kann. Auch Privatgrundstücke besuche ich gern. Manchmal ist es zwar schwierig, hineinzukommen, aber dann ergeben sich oft erfreuliche Gespräche mit den Eigentümern.
Welche Bilanz ziehen Sie rückblickend aus Ihren Bestandsaufnahmen?
Es ist eine Katastrophe! Der Artenschwund beschleunigt sich.
Potrebbe anche interessarti
Der torffreie Garten: für Klima und Biodiversität
Was ist Torf?
Gibt es in Sümpfen und Teichen genug Wasser, zersetzen sich die Pflanzenreste darin nicht vollständig. Wenn die Pflanzenproduktion die Zersetzungsrate übersteigt, bildet sich so Torf. Torf kann auch aus abgestorbenen Torfmoosen, den charakteristischen Pflanzen des Hochmoors, bestehen. Während die Torfmoose nach oben wachsen, sterben sie nach unten ab. Dabei bildet sich eine Torfschicht. Dieser Torf ist sehr faserreich und wenig zersetzt. Diese Torfqualität eignet sich besonders für den Gartenbau.
Pro Jahr kommt nur rund ein Millimeter Torf hinzu. Damit ein Moor mit einer Dicke von einem Meter entstehen kann, vergehen also mindestens 1000 Jahre. Gartentorf ist durchschnittlich gegen 3000 Jahre alt und in realistischen Zeiträumen nicht erneuerbar. Mit dem Torfabbau wird das Moor entwässert, so dass ein Moor auch lange nach der Einstellung des Torfabbaus noch leidet. Ohne Wasser keine Torfmoose, ohne Torfmoose kein Moor. Wo ein Moor zerstört wird, wächst so schnell keines mehr nach. Tiere und Pflanzen verlieren ihren Lebensraum. Oft handelt es sich dabei um Arten, die nirgendwo anders als im Moor leben können.
Wieso wird Torf im Garten genutzt?
Torf wird in der Schweiz häufig für Erdprodukte wie Setzlinge, Anzuchttöpfe und Gartenerde im Hobby- und Profigartenbau eingesetzt. Einige der im Fach- und Detailhandel erhältlichen Substrate beinhalten noch heute Torf. Torf ist aufgrund seiner besonderen Eigenschaften sehr begehrt: Er besitzt ein gutes Wasserrückhaltevermögen aufgrund seiner faserigen Struktur. Torf ist zudem stabil und verleiht den Pflanzen guten Halt. Seine hohe Luftdurchlässigkeit verringert das Risiko von Wurzelfäule bei zu viel Wasser. Jedoch zersetzt sich der Torf nach ein bis zwei Jahren. Die eine Hälfte des Torfs wird dabei in Form von Co2 freigesetzt. Die andere Hälfte verbleibt als Dünger bei den Pflanzen.
-
Sage Ross
- Torferde
Wieso ist der Torfabbau schädlich?
Um an den Torf zu gelangen, muss man zunächst das Moor entwässern. Dadurch stirbt die gesamte Vegetation der Mooroberfläche ab. Ein Desaster für die Biodiversität und für das Klima.
Der Torfabbau verursacht grosse Schäden an Moorflächen. Total werden in der EU jährlich 60 Millionen Kubikmeter Torf abgebaut. Somit hinterlässt die Torfindustrie jährlich 1200 Quadratkilometer Torfwüste. Mit der Zerstörung der Moore geht wertvoller Lebensraum für hoch spezialisierte Arten verloren, denn Moore leisten einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität.
Durch die Entwässerung des Moores wird Kohlendioxid freigesetzt. Jede in die Schweiz importierte Tonne Torf verursacht total 1,88 Tonnen klimaschädliche Treibhausgase. Eine nachhaltige Torfnutzung ist nicht möglich, denn die Torfschicht in einem intakten Moor wächst durchschnittlich um einen Millimeter pro Jahr. Der Torfabbau zerstört innert Kürze, was über Jahrhunderte bis gar Jahrtausende gewachsen ist.
-
Pro Natura Solothurn
- Das Hochmoor «Chlepfibeerimoos» (SO)
150 000 Tonnen Torfimport
In der Schweiz sind Moore als wertvolle und seltene Lebensräume streng geschützt. Der Torfabbau ist seit den 1980er Jahren verboten. Die Schweiz importiert jährlich circa 150 000 Tonnen Torf und zerstört somit Moore im Ausland. Ein Grossteil des Torfes für den europäischen Markt wird im Baltikum und anderen osteuropäischen Ländern abgebaut.
Wie kann ich torffrei gärtnern?
Um Westeuropa weiter mit dem billigen und begehrten Torf zu versorgen, möchte die Torflobby bis nach Sibirien vordringen. Das hätte gravierende Folgen für die Biodiversität und das Klima. Torffreie Produkte verursachen dreimal weniger Treibhausgasemissionen als torfhaltige. Daher ist es höchste Zeit, auf Torf zu verzichten und auf die vorhandenen Torfersatzprodukte umzusteigen. Denn im Gartenbau ist die Verwendung von Torf nicht nötig.
Torffrei einkaufen
Viele Erdenhersteller führen ebenbürtige torffreie Produkte im Angebot. In diesen wird Torf durch Kompost (Grüngut und Rindenkompost), Rindenhumus, Holzfasern aus Nadelhölzern, Landerde (Abfallprodukte aus der Zuckerproduktion), Reisspelzen und/oder Hanffasern ersetzt. Auch Bimsstein, Ton und Perlit werden bisweilen zugefügt.
-
Weitere Gärtnertipps, damit es auch torffrei blüht:
-
Andrea Haslinger
- Artenreiches Staudenbeet
-
Verzichten Sie auf Moorbeete und damit auf Rhododendron, Azaleen und andere Arten, die saure, torfhaltige Erde benötigen. Pflanzen Sie stattdessen einheimische Bäume und Sträucher wie z.B. Holunder, Vogelbeere, Schneeball oder Liguster.
-
Versuchen Sie es mit heimischen, standortgerechten Wildstauden z.B.:
- Rapunzel-Glockenblume (Campanula rapunculus)
- Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi)
- Blutroter Storchenschnabel (Geranium sanguineum)
- Gewöhnliche Wiesenmargerite (Leucanthemum vulgare)
- Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa)
- Wiesensalbei (Salvia pratensis)
- Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum)
- Dunkle Königskerze (Verbascum nigrum)
Schmetterlinge und Co. werden es Ihnen danken!
-
Klären Sie vor dem Kauf von Gartenpflanzen und Gemüsesetzlingen, ob diese in torffreier Erde aufgezogen wurde - das gilt auch für solche aus biologischer Produktion. Sie können viele Gemüsesetzlinge selber in torffreier Erde vorziehen.
-
Saat- und Pflanzgut einheimischer Wiesenmischungen, Stauden und Sträucher finden Sie an Wildpflanzenmärkten und in diversen Wildstaudengärtnereien. Achten Sie darauf, dass es sich um einheimische Pflanzen und beim Saatgut um Schweizer Ökotypen regionaler Herkunft handelt. Angebote in Ihrer Nähe finden Sie hier: Gartenprofis | Bioterra
-
Hier finden Sie weitere Inspirationen für einheimische Sträucher.
In der Natur aufs WC gehen
Egal ob Sie eine Wanderung, eine Camper-Tour oder einen Familienausflug in ein Naturschutzgebiet planen: Expeditionen in die Natur tun der Seele gut und stärken unsere Verbundenheit mit der Umwelt. Die Sonne scheint, Sie atmen die frische Waldluft ein und spazieren von A nach B. Nach ein paar Kilometern müssen Sie aufs WC. Die beste Lösung ist in jedem Fall das Aufsuchen einer Toilette. Manchmal kann man es sich jedoch nicht verkneifen und muss sich in der Natur erlösen. Doch was bedeutet das für die Umwelt und wie können Sie Ihr Geschäft möglichst achtsam erledigen?
Tatort: Urin, Kot und haufenweise Toilettenpapier
Obwohl das Erleichtern ein natürlicher Vorgang ist, verschmutzen menschliche Exkremente die Natur. Urin kann Spuren von Medikamenten, Hormonen und Zusatzstoffen aus Lebensmitteln beinhalten. Zudem hat Urin einen hohen Stickstoffanteil. Dadurch bringt Urin den Pflanzenhaushalt durcheinander. Auch Kot enthält schädliche Inhaltsstoffe. Vereinfacht gesagt, findet man in Kot alle Stoffe, die der menschliche Körper nicht verdauen kann. Kot kann also Viren, Bakterien und Parasiten enthalten.
Problematisch wird es vor allem dann, wenn Krankheitserreger in Gebiete gelangen, die dort normalerweise nicht vorkommen. Kot hinterlässt nicht nur sichtbare Spuren, sondern verunreinigt auch Boden und Wasser. Gelangen die Erreger in ein Gewässer, können sie sich besonders schnell ausbreiten und weiter gedeihen. Das ist gefährlich und kann dazu führen, dass Tiere erkranken.
Der Urin versickert. Zurück bleibt das Taschentuch oder Toilettenpapier, das zum Abwischen verwendet wurde. Die Ansammlung von Klopapierrosen ist kein schöner Anblick – leider verschwindet er auch nicht so schnell wieder! Ein Papiertaschentuch braucht ca. ein Jahr, bis es vollständig zersetzt ist. Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht der Zersetzungsdauer von verschiedenen Abfällen.
Zersetzungsdauern im Vergleich:
Bemerkungen
- Papiertaschentuch: Toilettenpapier zersetzt sich schneller.
- Bananen- und Orangenschalen: Oft inklusive Freisetzung von Pestiziden.
- Zigarettenstummel: Freisetzung von Chemikalien und Schwermaterialien.
- PET-Flasche / Plastik: Wird kaum abgebaut, zerfällt in immer kleinere Mikropartikel und verbleibt so in der Umwelt.
Toilettenpapier eignet sich zwar besser als Papiertaschentücher, es bleibt jedoch auch einige Zeit sichtbar. Das ist vor allem problematisch, wenn ein Gebiet von vielen Ausflügler/-innen besucht wird und alle ihre Papiere liegen lassen. Dadurch entstehen zum Teil grössere Ansammlungen von Klopapier.
Schützen Sie Tiere und Lebensräume. Bitte achten Sie beim Toilettengang in der Natur auf ein paar einfache Dinge.
Umgang mit Toilettenpapier, Urin und Kot in der Natur
Finden Sie das nächste WC:
Vermeiden Sie den Toilettengang in der Natur. Nutzen Sie öffentliche WCs an Bahnhöfen und Busstationen, in Restaurants und Berghütten oder in Naturzentren. Mit Apps wie «Toiletten Scout» oder «WC-Karte» finden Sie Toiletten in Ihrer Nähe. Informieren Sie sich am besten im Voraus über mögliche WC-Standorte auf Ihrer geplanten Route.
Urin und Kot in der Natur:
1. Vorbereitung:
Mit den richtigen Utensilien sind Sie für den Toilettengang in der Natur gut gerüstet.
Zum Pinkeln:
- Verschliessbare Plastik-Beutel
- Toilettenpapier oder Peerag
- Desinfektionsmittel
Für Kot:
- alles wie oben
- Kleine Schaufel
- Reisebidet für längere Touren
-
Nathalie Leutenegger
Infobox: Peerag
Alternativ zum Klopapier können Sie einen Peerag, zu deutsch «Pipi-Lappen», nutzen. Achtung, dieser eignet sich nur für das Abwischen nach dem Pinkeln. Nach der Nutzung lassen Sie den Lappen in der Sonne trocknen. Waschen Sie den Peerag zu Hause in der Waschmaschine.
2. Standort wählen:
Für den Schutz der Umwelt: Entfernen Sie sich mindestens 70 Meter von Bächen, Seeufern und Wanderwegen und vermeiden Sie Verschmutzungen. Beachten Sie dabei jedoch die Weggebote in Schutzgebieten. Vermeiden Sie bei Ihrem Toilettengang das Betreten von sensiblen Lebensräumen wie Mooren.
Für Ihren persönlichen Schutz: Achten Sie auf Hummelnester, Ameisenhaufen und Brennesselblätter.
-
Nathalie Leutenegger
3. Wildpinkeln:
Wenn Sie Toilettenpapier verwenden, nehmen Sie das gebrauchte Papier in einem verschliessbaren Beutel mit und entsorgen Sie es zuhause. Sie können Toilettenpapier aber auch ersetzen:
- Verwenden Sie einen Peerag.
- Nutzen Sie grosse, weiche Blätter.
-
Nathalie Leutenegger
4. Wenn Sie gross müssen:
- Buddeln Sie ein kleines Loch: etwa 10 bis 15 cm tief. Verwenden Sie dazu eine kleine Schaufel oder einen Klappspaten. Falls Sie keines dieser Utensilien dabeihaben, können Sie auch einen Ast verwenden.
- Erledigen Sie Ihr Geschäft in das Loch.
- Falls Sie zum Abwischen Klopapier verwenden, nehmen Sie es in dem mitgebrachten Plastik-Beutel wieder mit. Alternativ verwenden Sie ein mobiles Bidet. Damit können Sie nach dem Geschäft auch gleich noch Ihre Hände waschen.
- Bedecken Sie das Loch mit Erde, Steinen oder Schnee.
-
Nathalie Leutenegger
Mit diesen einfachen Tipps dämmen Sie die Verschmutzung der Natur etwas ein. Wir bleiben dennoch bei unserer Empfehlung, dass Sie im besten Fall die nächste Toilette aufsuchen. Einen letzten Tipp haben wir aber noch. Falls Sie mehrere Tage unterwegs sind und Sie Ihre Ausrüstung aufstocken möchten, empfehlen wir Ihnen ein Reisebidet. Dieses können Sie nach dem grossen Geschäft zum Säubern verwenden. Mit der folgenden Anleitung können Sie sich Ihr Reisebidet selbst basteln:
Reisebidet:
Sie benötigen:
- Eine gebrauchte PET-Flasche.
- Ein scharfes Messer.
- Eine kleine Feile.
- Entfernen Sie die abstehenden Haltestreifen und die innenliegende, weiche Scheibe des Deckels.
- Schnitzen Sie an der Deckeloberseite eine kleine Öffnung. Die Öffnung sollte nicht zu gross werden, da auch mit wenig Druck ein gezielter Strahl entstehen sollte. Am besten testen Sie die Öffnung fortlaufend während dem Schnitzen.
- Schleifen Sie abstehende Kanten mit der kleinen Feile ab.
- Am besten nehmen Sie immer noch einen zweiten, intakten Deckel mit. So können Sie die Flasche verschliessen und das übriggebliebene Wasser weiter mittransportieren.
-
Nathalie Leutenegger
Ihr Balkon für die Biodiversität
Trotz ihrer grossen Bedeutung gelangt die Siedlungsnatur zunehmend unter Druck. Heimische Arten leiden unter der Zunahme der versiegelten Fläche, der starken Zerschneidung ihrer Kleinstlebensräume, der Banalisierung von Grünflächen und der Konkurrenz durch invasive Neophyten. Angesichts des quantitativen Verlusts von Freiflächen ist es wichtig, die verbleibenden Grünräume in ihrer ökologischen Qualität aufzuwerten und besser miteinander zu vernetzen. Hier besteht viel Potential.
Mit einer artenreichen Balkonbegrünung können Sie mobilen Tieren Nahrung bieten und einen Trittstein im Siedlungsraum schaffen. Keine Fläche ist zu klein, um Tiere Nahrung und einen Unterschlupf zu bieten. Besonders Vögel, Schmetterlinge, Käfer und Wildbienen profitieren von einem bepflanzten Balkon. Denn die Natur macht nicht Halt an der Siedlungsgrenze.
Wir zeigen Ihnen Tipps für die Pflanzenauswahl, die Vorbereitung sowie die Pflege Ihres Balkongartens. Zudem finden Sie Anleitungen für einen Miniteich und eine Mini-Sandlinse für Wildbienen.
-
iStock, HeikeKampe
1. Was gehört in einen Balkongarten?
- Möglichst viele verschiedene einheimische Wildpflanzen. Viele Tierarten sind auf das Vorkommen von einzelnen einheimischen Wildpflanzen angewiesen. Insekten beispielsweise sind hoch spezialisiert, aber auch Vögel sind z.B. auf einheimische Beeren angewiesen. Besorgen Sie sich passende einheimische Setzlinge oder Samen, beispielsweise an einem Wildpflanzenmarkt oder in einer Wildstaudengärtnerei.
- Achten Sie auf verschiedene Blütezeiten. Mit der richtigen Vielfalt an Pflanzenarten blüht Ihr Balkon vom Frühjahr bis in den Spätherbst. Dadurch verlängern Sie das Nahrungsangebot. Für eine maximale Ausschöpfung können Sie die Pflanzen nach dem Abblühen zurückschneiden. Das erzeugt häufig eine zweite Blüte.
- Kletterpflanzen eignen sich zur Abschirmung oder als Wandbegrünung. Sie sorgen für ein besonderes Ambiente. Ihr Blätterdach dient als Ruheplatz und die Blütenpracht bietet reichlich Nahrung. Fassadenbegrünung mit Kletterpflanzen vergrössert die begrünte Fläche und verbindet den Balkon ökologisch mit Dach und/oder Boden.
- Pflanzen Sie möglichst viel. Je höher der Anteil Grün pro Fläche, desto besser. Auch Gemüse, Küchenkräuter und Zierblumen bieten Insekten und Vögeln etwas. Je vielfältiger, desto besser. Bevorzugen Sie Arten mit ungefüllten Blüten, weil sonst die Insekten leer ausgehen. Aber auch Ihre Lieblingspflanze sollte Platz finden!
- Verzichten Sie auf Pestizide, torfhaltige Erde sowie auf Bäume in Kübeln - sie werden gross und schwer. Hier finden Sie Tipps zum torffreien Gärtnern.
Genuss für alle: Mit Kapuzinerkresse und Ringelblumen fördern Sie nicht nur die Biodiversität: die essbaren Blüten dekorieren Ihren Sommersalat. Auch Rosmarin und Thymian gelten als insektenfreundliche Balkonkräuter, und sind eine willkommene Nektarquelle, wenn Sie die Pflanzen blühen lassen.
2. Planen Sie Ihren Biodiversitätsbalkon
Planung
- Platzangebot: Wie viel Raum gibt es für Pflanzen, wie viel Raum brauchen Sie für die Möblierung? Beziehen Sie die Vertikale mit ein, das vergrössert die Fläche (Hänge- und Kletterpflanzen). Pflanzengefässe können auf verschiedenen Ebenen aufgestellt oder aufgehängt werden – am Boden, erhöht auf Kisten, an Fassaden, auf Fenstersimsen, an Brüstungen.
- Traglast: Wenn Sie grosse Pflanztröge aufstellen wollen, müssen Sie die zulässigen Lasten für Balkon oder Terrasse klären. Grosse und schwere Gefässe sollten nahe an der Hauswand aufgestellt werden.
- Sicherheit: Kistchen, Töpfe und Kletterpflanzen, die aussen am Gebäude befestigt werden, müssen gute Halterungen haben. Töpfe auf Fenstersimsen und Brüstungen müssen immer gesichert sein.
- Einverständnis: Bevor an Fassaden oder Balkonbrüstungen Befestigungen angebracht werden, müssen Sie das Einverständnis des Eigentümers einholen.
-
Nathalie Leutenegger
Topfwahl
Bei der Topfwahl gibt es einige Kriterien zu beachten:
- Grösse: Wählen Sie möglichst grosse Pflanzengefässe. Je grösser der Topf, desto mehr Wasser kann er speichert. So trocknet die Pflanze weniger schnell aus.
- Wasserabzug: Verwenden Sie nur Töpfe mit Wasserabzugsloch.
- Untersetzer: Verwenden Sie für alle Töpfe Untersetzer. So sammeln Sie übergelaufenes Giess- und Regenwasser und schützen den darunter liegenden Balkon oder die Fassade.
- Material: Wählen Sie frostharte Pflanzengefässe. Wildpflanzen können den Winter draussen bleiben.
- Holz: Holzgefässe bieten guten Schutz für Wurzeln vor Kälte und Hitze. Langlebige Holzgefässe sind aus Eiche, Lärche oder Robinie.
- Unglasierte Tontöpfe: Die Erde bleibt länger kühl, da durch die Poren Wasser verdunstet. Sie sind oft nicht frostfest und recht teuer.
- Glasierte Töpfe: Halten länger. Grosse Tontöpfe sind jedoch sehr schwer.
- Metall: Alte Kessel, Pfannen etc. können verwendet werden. Metall erhitzt sich stark, deshalb sind Metallgefässe vor allem für schattige Standorte geeignet.
- Faserzement (Eternit): Faserzement ist relativ leicht, beständig und frosthart. Dieses Material eignet sich vor allem für grosse Gefässe.
- Kunststoff: Kunststoffbehälter sind leicht und meist billig, aber nicht sehr langlebig. Es besteht die Gefahr des Hitzestaus für die Wurzeln. Wählen Sie deshalb hellfarbige Behälter aus Recycling-Kunststoff.
- Stein und Beton: Gefässe aus Stein und Beton sind sehr schwer und deshalb nicht für Balkone geeignet.
Pflanzenerde
Sie konstruieren auf Ihrem Balkon einen künstlichen Lebensraum. Das bedeutet, dass sich die Pflanzen darin kein tiefgehendes Wurzelsystem aufbauen können. Sie können keine Nährstoffe und kein Wasser in tiefen Bodenschichten anzapfen. Daher müssen Sie ihnen ein nährstoffreiches Substrat bieten.
Es gibt spezielle Topfpflanzen- und Balkonerde. Wildpflanzen brauchen weniger nährstoffreichere Erde als Zierpflanzen. Bei Wildpflanzen können Sie dementsprechend die Erde mit etwas Sand oder Kies vermischen und sie so abmagern.
-
Nathalie Leutenegger
3. Sumpfbeet/Miniteich
Auch auf dem Balkon können Sie mit einem kleinen Sumpfbeet oder einem Miniteich einen naturnahen Lebensraum schaffen. Schon ein Untersetzer mit Steinen, Moos und aufgefüllt mit Wasser ist eine begehrte Wassertränke für diverse Insekten.
- Ein wasserdichtes Pflanzgefäss wählen oder einen Topf mit Folie auskleiden.
- Gartenerde ins Gefäss füllen. Für Sumpfpflanzen braucht es 15 cm, für Wasserpflanzen 25 cm Substrathöhe.
- Passende Pflanzen einsetzen. Sumpfbeet: Sumpf-Schwertlilie, Bitteres Schaumkraut, Sumpf-Segge, Sumpf-Helmkraut. Wasserpflanzen: Staussblütiger Gilbweiderich, Fieberklee, Grosser Sumpf-Hahnenfuss, Echtes Pfeilkraut.
- Mit einer Kiesschicht abdecken.
- Wasser einfüllen: Wasserüberstand bei Sumpfpflanzen 0-10 cm, bei Wasserpflanzen mind. 10 cm.
Achtung: Ein Miniteich auf dem Balkon wird kein Lebensraum für Amphibien, aber einer für räuberische Wasserinsekten. Daher können Miniteiche auf dem Balkon zu Mückenbrutstätten werden. In einem Quartier, in dem Tigermücken gesichtet wurden, verzichten Sie besser auf einen Miniteich.
5. Balkongarten pflegen
-
Markus Spiske
Im Frühling:
- Schneiden Sie alte Pflanzenstängel zurück, entfernen Sie das Laub.
- Geben Sie Kletterpflanzen sowie Pflanzen an schattigen Standorten jährlich ca. 3 cm unkrautfreien Kompost. Entfernen Sie dazu vorgängig die oberste Erdschicht aus dem Topf. Bei Pflanzen an sonnigen Standorten reicht es, alle 1-2 Jahre im Frühjahr ca. 1 cm Kompost zu geben.
- Wenn Wurzeln den ganzen Topf ausfüllen, setzen Sie die Pflanze in einen grösseren Topf oder verkleinern Sie den Wurzelballen, indem Sie mit einem Messer oder Spaten rundherum eine Wurzelschicht abnehmen. Die oberirdischen Teile müssen Sie ebenfalls zurückschneiden. Sie können die Pflanze auch teilen und mit neuer Erde wieder eintopfen.
Im Sommer:
- Schneiden Sie Mitte bis Ende Juni verblühte Stauden zurück. Das ermöglicht ein zweites Blühen.
- Düngen Sie die Pflanzen nach dem Rückschnitt mit Flüssigdünger wie z.B. Brennnesseljauche.
- Giessen Sie Ihre Töpfe regelmässig am Morgen oder am Abend. Übergiessen Sie die Pflanzen nicht bei Sonnenschein mit kaltem Wasser, dies kann zu Verbrennungen führen.
- Binden Sie hochwachsende und kletternde Pflanzen regelmässig hoch oder stützen Sie sie mit zusätzlichen Stäben oder Pflanzenhaltern.
- Entfernen Sie regelmässig eingeflogene Neophyten wie z.B. Berufkraut. Hier finden Sie Unterstützung bei der Identifizierung von Neophyten.
Im Herbst:
-
Stellen Sie grössere Gefässe auf 3 cm dicke Holzlatten. Dies verhindert das Einfrieren des Wurzelballens und verlängert die Lebensdauer der Gefässe. Nicht winterharte Pflanzen überwintern Sie drinnen an einem hellen, kühlen Ort (5-10 °C).
Im Winter:
- Wildstauden müssen nicht vor Frost, sondern vor zu viel Verdunstung geschützt werden. Mit einer 2-3 cm dicken Mulchschicht aus Laub verhindern Sie das Austrocknen der Erde. Wenn es sehr kalt wird, können Sie heikle Pflanzen (z.B. mediterrane Küchenkräuter) und Töpfen mit Jute oder einem alten Bettlaken einwickeln. Bedenken Sie, dass immergrüne Pflanzen wie Rosmarin auch im Winter licht und etwas Wasser benötigen.
Jetzt erst recht!
Aktiv werden für die Natur
Weil wir den stärkeren Schutz der Biodiversität diesen Herbst nicht in der Verfassung verankern konnten, kämpfen wir jetzt erst recht mit konkreter Arbeit gegen die Folgen der Biodiversitätskrise. Machen Sie mit? Zusammen geht’s besser!
Kurs
Kurs Igelfreundliche Gärten in Oberwil
Der Igel ist in der Schweiz in den letzten Jahren auf dem Rückzug und wird inzwischen als potentiell gefährdet eingestuft. In den Gärten und in der Landschaft gehen Versteck- und Nistmöglichkeiten verloren, der Igel findet weniger Nahrung und die Gefahren nehmen zu. Schaffen wir gemeinsam mehr Lebensraum für den Igel.
In unserem Kurs...
...lernen Sie Wissenswertes zur Biologie und Ökologie des Igels.
...erfahren Sie was einen igelfreundlichen Garten ausmacht.
...holen Sie sich theoretisches und praktisches Wissen zur Förderung von Igeln im Garten ab.
...bauen wir zusammen eine Kleinstruktur (bspw. Asthaufen oder Wildhecke).
Der Kurs ist Teil des Projekts "Igelfreundliche Gärten".
Der Kurs findet in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Oberwil statt.
Ulteriori informazioni
Contatto
Nora Lüdi
@email
Dettagli dell'evento
Data
Luogo
Oberwil
Dettagli
Preparazione
Costo
kostenlos
Pressebilder «Ökotopia»
Erlebnisangebot
Kraftort Kaltbrunner Riet: mit Qi Gong zur inneren Ruhe
Vielen Menschen finden Ruhe und Kraft in der Natur. Das sanfte Zirpen der Grillen, das Gezwitscher der Vögel, das äpende Quaken der Laubfrösche, ein Frosch, der ins Wasser hüpft – das alles bringt vielen Menschen Freude und Entspannung. Das Kaltbrunner Riet wird deshalb von vielen Menschen besucht.
Auch Bewegung bringt Entspannung und Lebensenergie. Qi Gong, übersetzt „Übung der Lebensenergie“, soll genau diese Entspannung bringen. Es ist eine Kombination aus Atem- und Bewegungsübungen, die Gleichgewicht bringen und Stress abbauen soll.
Die Kombination von Natur und Bewegung ist also beste Voraussetzung, um zur Ruhe zu kommen und die eigene Lebensenergie zu wecken. Am Samstag, 30. Mai 2026 findet von 20-21 Uhr im Kaltbrunner Riet das etwas andere Naturerlebnis statt.
Ulteriori informazioni
Link correlati
Pro Natura SGDettagli dell'evento
Data
Luogo
Kaltbrunner Riet
Dettagli
Preparazione
Costo
keine