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Schulexkursion Biber
26'595 Einwohnerinnen und Einwohner gegen unnötige Biber-Abschüsse!
Heute fordern 26'595 Personen mit einer Petition die Kantone dazu auf, keine unnötigen Biber-Abschüsse zu tätigen, sondern auf bewährte Lösungen im Umgang mit dem faszinierenden Nagetier zu setzen. Acht Natur- und Tierschutzorganisationen haben diese Petition lanciert, um gegen ein völlig falsches Signal des Bundesrats zu protestieren und die Kantone in ihrer bisherigen Praxis zu bestärken. Der Bundesrat suggeriert mit Verordnung und Erläuterungen, dass der Abschuss von Bibern eine Lösung und eine Notwendigkeit zur Verhinderung von Schäden sei. Beides ist falsch.
Der Bestand des Bibers in der Schweiz nimmt zu. Wenn ein Revier frei wird, so wandert sehr rasch wieder ein Biber ein, um dieses freie Revier zu besetzen. Abschüsse können somit Schäden nicht verhindern und sind keine Lösung.
Tatsächlich können einzelne Biber Schäden verursachen. Für die Prävention und die Reduktion solcher Schäden gibt es seit Jahren bewährte Lösungen. Metallgitter schützen Bäume oder Böschungen, ein Biberdamm kann mit Bewilligung des Kantons teilweise abgebaut und die Einstauhöhe dadurch reduziert werden. In Einzelfällen kann sogar der ganze Damm verschoben oder entfernt werden. Für unterschiedliche Schadenssituationen existieren unterschiedliche, bewährte Lösungen.
Die Biodiversität der Schweiz ist stark bedroht: Ein Drittel der einheimischen Arten und die Hälfte der natürlichen Lebensräume stehen auf der Roten Liste. Die Roten Listen zeigen, dass es um die Biodiversität in der Schweiz viel schlechter steht als in unseren Nachbarländern, denn sie sind in unseren Nachbarländern deutlich kürzer als in der Schweiz.
Zu den Arten mit positiver Entwicklung in der Schweiz gehört der Biber. Dieser spielt eine enorm wichtige Rolle im Ökosystem. An mehr und mehr Flüssen und Bächen baut er meisterhaft seine Dämme. Dadurch entstehen wertvolle, stehende oder langsam fliessende Gewässer. Der Biber schafft damit Lebensräume für zahlreiche weitere Arten, seien es Libellen, Amphibien oder Fische – und sogar für den Eisvogel, der sich von letzteren ernährt. Im Hinblick auf den Klimawandel hilft der Biber, Wasser länger in der Landschaft zurückzuhalten. Als Helfer bei der Renaturierung von Gewässern wird seine ökologische Rolle in Zukunft also noch wichtiger als sie bereits heute ist.
Deshalb sollten wir uns am Biber erfreuen, den Gewässern ihren Raum lassen und bei auftretenden Schäden auf bewährte Lösungen ohne die Tötung von Bibern setzen!
Die Petition «Keine unnötigen Biber-Abschüsse!»
Die Petition «Keine unnötigen Biber-Abschüsse!» wurde von BirdLife Schweiz mit Unterstützung der folgenden Organisationen lanciert: Arbeitskreis Kirche und Tiere AKUT, Gruppe Wolf Schweiz GWS, Pro Natura, Schweizer Tierschutz STS, Stiftung für das Tier im Recht, WWF und Zürcher Tierschutz. Die Organisationen haben die Petition wenige Tage nach dem unverständlichen Entscheid des Bundesrats und kurz vor den Festtagen lanciert. Sie wird genau zwei Monate nach dem Bundesratsentscheid den Kantonen übergeben, weil es jetzt auf eine vernünftige Umsetzung der gesetzlichen Regelungen durch die Kantone ankommt.
Weitere Informationen:
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Gemeinsame Medienmitteilung von BirdLife Schweiz, Gruppe Wolf Schweiz, Zürcher Tierschutz und Pro Natura
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Veranstaltungen Biberfrühling
Biberfrühling – Auf Spurensuche im Biberrevier in Birsfelden
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Biberfrühling» bietet Pro Natura Baselland auf zwei spannenden Exkursionen Einblicke in den Lebensraum und das Leben des Bibers.
Der Biber fällt Bäume, staut Bachläufe und baut sein eigenes Revier. Diese Aktivitäten hinterlassen nicht nur Spuren – sie schaffen auch wertvolle Lebensräume für Pflanzen, Amphibien, Vögel, Fische und Insekten.
Wir gehen unter anderem folgenden Fragen nach:
- Welche Auswirkungen hat das Schaffen des Bibers auf die Lebensräume?
- Warum baut er Burgen und Dämme, die das Wasser stauen?
- Wie kann er uns helfen, Wasserknappheit und Überschwemmungen zu bewältigen?
Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt des Bibers und erleben Sie Natur hautnah!
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Contatto
Nora Lüdi , Umweltbildung
@email, Tel. 077 205 11 58
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Pro Natura BLDettagli dell'evento
Data
Luogo
Birsfelden
Dettagli
Preparazione
Costo
kostenlos
Pressebilder «Elisabeth und Oscar Beugger-Preis 2024»
Es existieren keine Bilder des berühmten Baumeister Bibers am Lobsigensee. Symbolbilder des Bibers finden Sie in dieser Pressegalerie.
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Die wichtigsten Fakten zum Biber
Das grosse Biber-Lexikon
Der Biber ist das einzige Tier, das seinen Lebensraum aktiv gestaltet. Auf dieser Seite stellen wir euch einige Eigenschaften vor.
Wichtig für das Leben im Wasser: Der dicke Pelz
Pro Quadratzentimeter Biberrücken wachsen 12’000 Haare, auf dem Bauch sind es mit 23’000 Haaren sogar doppelt so viele. Unsere Kopfhaut bringt es demgegenüber auf mickrige 300 Haare pro Quadratzentimeter.
Dieser Pelzmantel ist aus zwei verschiedenen Haartypen zusammengesetzt: Grannenhaare und Unterwolle. Diese beiden Haararten sind so angeordnet, dass sich zwischen ihnen beim Abtauchen eine feine Luftschicht bildet. Diese Luftschicht sorgt dafür, dass die Haut schön trocken bleibt. Zusätzlich dient sie als Wärmeisolation. Das Imprägnieren seines Fells nimmt der Biber ganz genau. Deshalb verbringt er viel Zeit mit der Fellpflege.
Bei dieser ausgiebigen «Bibertoilette» gelangt die spezielle Putzkralle zum Einsatz, eine Doppelkralle an der zweiten Zehe der Hinterpfote. Sie ermöglicht dem Biber, die längeren Grannenhaare in einzelnen Strähnen durchzukämmen. Die Vorderpfoten gelangen besonders beim Einfetten des Fells in der Bauchregion und am Kopf zum Einsatz.
Auf grosser Pfote unterwegs
Ausserhalb des Wassers wirkt der Biber fast plump. Seine Vorderpfoten sind kürzer als seine Hinterbeine, was ihm seine bibertypische Gestalt verleiht. Um sich einen Überblick in dichter Vegetation zu verschaffen, stellt er sich auf die Hinterbeine, ebenso beim Fällen eines Baumes. Alle seine Finger und Zehen sind mit relativ kräftigen Krallen ausgestattet und ideale Werkzeuge zum Graben.
Seine Vorderpfoten braucht der Biber so geschickt wie der Mensch seine Hände. Dabei übernimmt der «kleine Finger» oft die Funktion des schwach ausgebildeten «Daumens». Die Hinterpfoten des Bibers sind dagegen gross und kräftig. Die langen Zehen sind mit Schwimmhäuten verbunden. Sie sind wichtig, damit der Biber schnell schwimmen und tauchen kann.
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Patrick Zysset
- Biber sitzend auf den Hinterläufen.
Eine Kelle für alle Fälle
Die Kelle ist der abgeflachte, breite Biberschwanz. Dieser ist mit hornartigen Hautplättchen besetzt. Die Kelle ist vielseitig einsetzbar. Wie eine Fischflosse dient der Biberschwanz beim Schwimmen für Antrieb und Steuerung. Beim Fressen im Wasser balanciert sich der Biber mit seinem Schwanz aus. An Land kann er sich damit abstützen. Auch zur Kommunikation wird die Kelle eingesetzt. Er signalisiert den anderen Familienmitgliedern Gefahr, indem der Biber mit der Kelle laut auf das Wasser klatscht.
Wenn Bäume die Anwesenheit des Baumeisters verraten
Entlang unserer Bäche und Flüsse zeugen Nagespuren an Baumstämmen oder –ästen von der Anwesenheit von Bibern, auch wenn man den Biber selbst nicht sieht. Die grossen, meisselartigen Schneidezähne wachsen ein Leben lang. Sie sind auf der Aussenseite mit einem orangeroten, ausserordentlich harten Zahnschmelz versehen. Das Zahnbein dahinter ist eher weich.
Durch diesen Aufbau nutzen sich die Zähne während des Nagens so ab, dass sie sich selber schärfen. Zusammen mit den sehr starken Kaumuskeln machen sie den Biber zu einem hervorragenden Holzfäller. Einen Baum von 30 bis 40 cm Stammdurchmesser fällt ein Biber ohne weiteres in einer Nacht. Wie eine Sanduhr sieht der rundum abgenagte Stamm aus – dann fällt er!
Der Biber kann auch unter Wasser fressen und nagen. Eine Hautfalte hinter den Nagezähnen verschliesst dann automatisch den Mundraum damit der Biber kein Wasser verschluckt.
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Matthias Sorg
- Frassspuren entlang dem Bach verraten die Anwesenheit der Biber.
Pro Gewässerabschnitt lebt jeweils eine Biberfamilie
Der Biberbau ist das Herzstück eines Biberreviers. Sein Eingang liegt immer unter der Wasseroberfläche, als Schutz vor Feinden. Falls nötig, staut der Biber darum auch ein Gewässer.
Jede Biberfamilie beansprucht rund um ihren Bau ein Gebiet, das sie vehement gegen fremde Biber verteidigt. Diese Fläche nennt man «Revier». Mit dem so genannten «Bibergeil», welches in den Afterdrüsen produziert wird, markiert der Biber sein Gebiet. Falls sich ein anderer Biber trotzdem in das Revier hineinwagt, wird er von den Besitzern sofort verjagt. Nicht selten kommt es dabei zu Bisswunden. Sie können sogar tödlich sein, wenn sich die Wunde infiziert.
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Matthias Sorg
- Biberbau im Seeland BE.
Der Biberbau - my home is my castle
Je nach Nahrungsangebot sind die Reviere unterschiedlich gross. Bei einem hohen Bestand an Weichhölzern kann eine Uferstrecke von 700 Metern Länge für ein Revier ausreichen. In der Regel umfasst es aber mehr als einen Kilometer. Bei schlechten Nahrungsbedingungen beansprucht eine Biberfamilie auch schon mal einen Gewässerabschnitt von drei Kilometern für sich.
Der Biberbau bietet der Biberfamilie Schutz vor Feinden, Hitze und Kälte. Hier schläft die ganze Familie und junge Biber wachsen darin auf. In Mitteleuropa bauen und wohnen Biber meist in einem Erdbau. Dazu graben sie zuerst einen aufsteigenden Gang in einen steilen und lehmigen Uferhang.
Der Eingang liegt dabei immer unter Wasser. Bei Gefahr kann ein Biber so direkt ins Wasser fliehen und sich in seinem Bau in Sicherheit bringen. Der Eingang unter Wasser bewahrt ihn auch vor ungebetenen Gästen wie Fuchs oder Dachs. Am Ende des Ganges, sicher über dem Wasserspiegel gelegen, wird der Bau zu einem Kessel verbreitert. Dort ist dann später der Wohnkessel der Biberfamilie. Von aussen ist ein Erdbau in der Regel nicht erkennbar.
Ewiger Baumeister
Ein Biber ist mit seinem Heim nie zufrieden. Ständig werkelt er etwas herum, baut neue Äste und Zweige ein, vergrössert und verändert. Nicht von ungefähr existiert die englische Redensart: «Work like beavers» (arbeiten wie ein Biber).
Es bibert im Bau
Im Wohnkessel des Biberbaus mit rund einen Meter Durchmesser lebt die ganze Biberfamilie: Bibereltern und zwei Generationen Jungbiber. Kommt im Frühling eine neue Bibergeneration auf die Welt, müssen die zweijährigen Jungbiber ausziehen. Sie müssen sich jetzt eigene Biberreviere suchen. Sollten sie dies nicht freiwillig tun, so jagen die Eltern sie unsanft weg. Bibervater und Bibermutter hingegen bleiben ein Leben lang zusammen, normalerweise im gleichen Revier.
Nach einer Tragzeit von rund 3.5 Monaten bringt die Bibermutter zwischen April und Juni ein bis vier Biberjunge auf die Welt. Biberbabys sind Nestflüchter und kommen mit offenen Augen, behaart und mit kleinen Nagezähnen zur Welt. Zwei Monate lang werden sie gesäugt. Sie bleiben während den ersten vier bis fünf Wochen im Bau und schwimmen auch schon im inneren Eingangsbereich des Baus herum. Tauchen können die Kleinen allerdings noch nicht. Dazu sind sie zu leicht, reiben wie ein Stück Kork auf dem Wasser und beherrschen auch die Tauchtechnik noch nicht.
Im Alter von ungefähr vier Wochen verlassen die kleinen Biber gemeinsam mit ihren Eltern erstmals den Bau. Sie bleiben sehr nahe bei den Eltern und flüchten sich immer wieder auf deren Rücken. Während rund einem Jahr werden sie von den Eltern und den älteren Geschwistern beaufsichtigt. Nach zwei bis drei Monaten fressen sie auch Pflanzen. Mit einem Jahr Lebenserfahrung können die Jungbiber nun auch stärkere Äste durchnagen oder erste Bäume fällen.
Bibermenu: Von Gräsern über Feldfrüchte bis zu Weidenrinde
Der Biber ist ein reiner Vegetarier. Im Sommer frisst er sich quer durchs Nahrungsangebot. Im Winter wird er zum Weidenrindenspezialist.
Auf dem Speiseplan der Biber stehen rund 300 krautige oder verholzte Pflanzen. Gern gefressen werden Mädesüss, Wiesenbärenklau, Kanadische Goldrute, Weisser Honigklee, Ampfer-Knöterich, Löwenzahn oder Brennnesseln. Besonders schätzt der Biber auch die stärkehaltigen Knollen und Wurzelstöcke von Schwertlilie, Rohrkolben sowie See- und Teichrose.
Da die landwirtschaftlichen Kulturen heute oft bis nahe ans Ufer von Gewässern angebaut werden, bedient sich der Biber gerne auch mit Feldfrüchten wie Zuckerrübe oder Mais. Weil die Biber normalerweise nur die Randzonen der Felder durchstöbern, halten sich die Schäden meist in Grenzen. Im Herbst ergänzt der Biber seinen Speiseplan durch Fallobst.
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Maurice Robadey
- Biber beim Fressen.
Knapp ein Kilo Rinde am Tag
Im Winter ist die Nahrung knapper und der Biber wird zum Rinden-Nahrungspezialisten. Der Biber nutzt in dieser Jahreszeit am liebsten Rinde und Knospen von Weiden und anderen Weichholzarten. Im Herbst und Winter sieht man daher deutlich mehr Nagespuren an den Bäumen. Weiden haben den Vorteil, dass sie nach dem Fällen rasch Stockausschläge und damit neue Nahrung bilden – gewissermassen Fastfood für Biber. Ein Biber frisst im Tag etwa 900 g Rinde, im Sommer besteht die Nahrung aus 1,5 bis 2 kg Gräsern und Kräutern.
Energie und Nährstoffe dank kleinen Helfern
Die Winternahrung Rinde ist nicht besonders nahrhaft und enthält auch verschiedene Schutzstoffe. Um die Pflanzenfasern und die Borke verdauen zu können, hat sich der Biber angepasst: Sein Blinddarmsack hat ein riesiges Volumen und enthält verschiedene Bakterienstämme. Die Nahrung geht in einer ersten Runde in den Blinddarmsack und wird von diesen Bakterien vorverdaut. Der Biber scheidet dann einen weissen Pflanzenbrei voll von Protein und Vitaminen aus und frisst ihn erneut. In der zweiten Runde durch den Magendarmtrakt kann der Biber diese Inhaltsstoffe schliesslich verwerten.
Kluger Rat, Notvorrat
Biber halten keinen Winterschlaf. Sie sorgen vor und legen Wintervorräte an. Die Tiere sammeln vor dem Baueingang unter Wasser einen Vorrat aus Ästen an. Dazu rammen sie die Äste in den Boden, damit sie nicht weggetrieben werden. So muss die Biberfamilie an besonders kalten Tagen keine Energie für die Nahrungsbeschaffung aufwenden. Die Tiere können dann bequem im Wasser, in strengen Wintern sogar unter der Eisdecke, zu ihrem Vorrat schwimmen und die Äste in den Bau schleppen.
Biber: Der Baumeister schafft sein eigenes Paradies
Biber sind die einzigen Tiere, die ihren Lebensraum selber gestalten. So kann der Biber einen langweiligen Kanal in eine paradiesische Feuchtgebietslandschaft verwandeln – wenn wir ihn lassen.
Der Wasserstand von Seen und Flüssen ist selten konstant, sondern verändert sich im Jahresverlauf. Wenn der Wasserstand sinkt, dann besteht die Gefahr, dass die Eingänge des Biberbaus plötzlich trocken liegen. Der Biber hat dann keine direkte Verbindung mehr zum Wasser und der Eingang bietet nun für Feinde (Fuchs und Marder) ungeschützten Zugang.
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Matthias Sorg
- Vom Biber mitgestaltet: der Lobsigensee in Bern.
Deshalb baut der Biber bei stark schwankenden Gewässern einen Damm, damit sich eine Art Stausee mit mehr oder weniger konstantem Wasserspiegel bildet. Solche Dämme findet man auch bei kleinen, flachen Gewässern, welche der Biber erst durch den Dammbau und den dadurch entstehenden Stausee überhaupt nutzen kann. Gleichzeitig entsteht so auch neuer Feuchtgebietslebensraum für viele andere Tierarten.
Biberdämme: Ausgeklügelte Konstruktionen mit eingebauter Wasserregulation
Der Biber ist ein erstaunlicher Baumeister. Beim Dammbau steckt er «abgeschnittene» Zweige und Stämme senkrecht in den Grund des Baches und befestigt sie mit Steinen, Schlamm, Schilf und was ihm sonst zwischen die Pfoten kommt.
Oft benutzt er auch einen über den Fluss gestürzten oder angeschwemmten Baum als Halt, um daraus einen Damm zu bilden. Die angeschleppten kleineren Äste werden dann zur Abdichtung mit Schlamm verkleistert. Schlamm befördert der Biber mit seinen Vorderbeinen, die er dabei wie Hände benützt, Äste und Stämme schleppt er mit den Zähnen.
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Matthias Sorg
- Biberdamm perfekt in den Bachlauf einpasst.
Mit solchen Dämmen sind Biber in der Lage, ein Gewässer mehr oder weniger zu regulieren. Bei Hochwasser und entsprechender Überschwemmungsgefahr des Wohnkessels nehmen sie die obersten Äste des Damms weg, damit mehr Wasser ablaufen kann. Bei Wassermangel erhöhen sie den Damm, bis fast kein Wasser mehr abfliesst.
Warum fällen Biber Bäume?
Biber sind reine Vegetarier. Während andere Tiere Winterschlaf halten oder nach dürrem Gras suchen, bleibt der Biber am Fluss und frisst kiloweise Rinden von Weidenbäumen und -büschen. Am besten schmecken die feinen Zweige und Knospen hoch oben in den Kronen.
Doch wie soll das 20 bis 30 Kilogramm schwere Tier dort hinauf kommen? Klettern kann der amphibische Tausendsassa nicht. Also legen die Biber die Gehölze kurzerhand flach und verzehren ihr Picknick gemütlich am Boden oder im Wasser. Im Sommer stehen übrigens auch allerlei Kräuter, Maiskolben und Früchte auf dem Menüplan – je nach dem, was sich in unmittelbarer Wassernähe finden lässt.
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Susanna Meyer
- Ein vom Biber angenagter Baum
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Foto: Biber © Beat Hauenstein
Zu diesem Thema gibt es auch ein Faltblatt mit Titel «Willkommen zurück, Biber!». Auf Wunsch senden wir Ihnen gerne mehrere Exemplare zu. Bitte nehmen Sie mit uns per E-Mail Kontakt auf.
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In der Schweiz sind Dämme eher selten
Der Dammbau machte den Biber einerseits berühmt, andererseits aber auch berüchtigt. Denn durch den Stauprozess werden benachbarte flache Uferbereiche überflutet. Dadurch sterben Bäume ab, die keine lang andauernde Überflutung ertragen, wie z.B. die meisten Nadelhölzer, aber auch Eichen und Buchen. Weichhölzer wie Weiden und Pappeln hingegen sind auf periodisch überflutete Gebiete spezialisiert. Ihre Wurzeln können auch längere Zeit im Wasser stehen. So verändert der Biber Fluss- und Bachlandschaften vollkommen.
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Susanna Meyer
- Frassplatz der Biber.
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«Aktion Biber & Co.» für lebendige Gewässer
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Freiwillige im Einsatz für Quellen im Kanton Aargau
Quellen beherbergen stark spezialisierte, oftmals bedrohte Tierarten wie Köcherfliegen, Schnecken oder Libellenlarven. Doch zahlreiche Quellen werden in Röhren abgeleitet oder für die Trinkwassernutzung gefasst. Deshalb sind sehr viele Quell-Lebensräume verschwunden oder beeinträchtigt. Heute weiss man im Kanton Aargau nicht, wo die letzten natürlichen Quellen noch sprudeln und welche besonders wertvoll sind.
Aus diesem Grund möchte Pro Natura Aargau die Bevölkerung über Bedeutung und Gefährdung der Quellen als Lebensräume informieren. Gleichzeitig will sie durch eine Kartierung wertvolle Grundlagen für den Schutz der noch vorhandenen Quelllebensräume oder für deren Aufwertung schaffen.
Pro Natura rief – viele Freiwillige kamen
Im März 2019 konnten Pro Natura Aargau in den beiden Projektregionen Unteres Reusstal und erste Jurakette je eine Gruppe sehr interessierter Freiwilliger ausbilden.
Mit Kartenmaterial, Smartphone, Formularen und Fotoapparat machen sich die über 40 Freiwilligen jetzt an die Arbeit. Während knapp zwei Jahren suchen sie mögliche Quellstandorte auf. Sie dokumentieren bekannte und neu entdeckte Quellstandorte. Pro Natura dankt den freiwilligen Quellforscherinnen und -forschern herzlich für ihren wertvollen Einsatz in der Freizeit!
Die erhobenen Daten gelangen in eine kantonale Datenbank und dienen als Grundlage für den Schutz und die Aufwertung der Quellen.
Partner: Bundesamt für Umwelt (BAFU), Swisslos Kanton Aargau, Kanton Aargau, Gewässerschutzlabor Kanton Bern und Pro Natura Bern
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Kontakt: Tel. 062 823 00 20 oder Mail @email.
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Artenschutz
Die Bagger sind weg, «Baumeister Biber» kann übernehmen
Angefangen hat alles im November 2009, als der Biber mit einigen Dämmen in Ferenbalm (BE) einen Bach staute und damit Landwirtschaftsland überflutete: Die ehemalige Aue erwachte langsam wieder zum Leben. Ende 2012 erwarb Pro Natura die rund drei Hektaren grosse, stark vernässte Landfläche «Mühlematt», um darauf ein Feuchtgebiet entstehen zu lassen, das der Biber frei gestalten kann. Die dafür notwendigen Bauarbeiten am Terrain konnten diesen Herbst abgeschlossen werden. Schwerpunkt des 1, 7 Mio. Franken teuren Vorhabens war nebst der Vorbereitung des Geländes für den Biber die Wiederherstellung der unterbrochenen Längsvernetzung des Flusses Bibere.
Starthilfe für Landschaftsgestalter Biber
Der Biber kann wie keine andere Tierart vielfältige Lebensräume und Strukturen schaffen. Auf rund der Hälfte der Projektfläche soll daher er der hauptsächliche Landschaftsgestalter und Baumeister sein. Um ihm die Arbeit etwas zu erleichtern, wurden in einigen Zonen der «Mühlematt» die Wiesen bewusst vernässt. Mehrere hundert neu gepflanzte Weiden sollen die Nager auf die Fläche locken. Mit ihrem Stauen und Graben werden die Tiere dafür sorgen, dass in der «Mühlematt» ein lebendiges und dynamisches Naturparadies entsteht, von dem Tiere wie etwa der Grasfrosch, der Teichrohrsänger oder die gebänderte Prachtlibelle profitieren werden.
Groppen und Forellen können wieder wandern
Im Rahmen der baulichen Aufwertung des Projektgebietes wurde auch die Bibere wieder passierbar gemacht, indem man das Stauwehr durch einen Beckenpass ersetzte. Viel neu eingebautes Totholz macht das Gewässer zu einem strukturreichen Lebensraum, in dem Forellen, Groppen und andere Wasserlebewesen wieder ohne Hindernisse wandern können. Hinter der gelungenen Aufwertung der Biberaue Ferenbalm steht die gute Zusammenarbeit der beiden Kantone Bern und Fribourg, der Gemeinde Ferenbalm und Pro Natura.
Aktion Biber & Co. – Einsatz für unser Gewässer
Mit «Hallo Biber!» hat sich Pro Natura von 2000 bis 2017 für die Fliessgewässer und den Biber engagiert. Im Januar 2018 wurde dieses Engagement mit der «Aktion Biber & Co.» auf zusätzliche Gewässerlebensräume ausgeweitet. Weiterhin mit dem sympathischen Nager als Botschafter will sich die neue Aktion für ein grosses, artenreiches Mosaik aus bestehenden und neuen Feucht-gebieten in der Schweiz einsetzen. Dazu möchte Pro Natura neu auch auf die Gefährdung von Quellen aufmerksam machen, Teiche und Weiher anlegen, Auen schaffen sowie unsere kleineren Bäche ausdolen oder aufwerten. Die «Aktion Biber & Co.» ist in den Kantonen Bern, Solothurn, Aargau, Luzern, Thurgau, Zürich, Zug und Graubünden aktiv. Die regionalen Aktionen sind Anlaufstelle für die Bevölkerung und für die lokalen Behörden. Sie informieren mit Exkursionen und Vorträgen über Biber, Wasseramsel, Quelljungfer, Aal und Laubfrosch. Von konkreten Aufwertungsprojekten – wie z. B. der Biberaue in Ferenbalm – profitieren viele bedrohte und seltene Tier- und Pflanzenarten. Diese Biotope sind auch attraktive Erlebnis- und Erholungsräume für den Menschen.
Weitere Informationen
Auskünfte:
- Projektleiter: Peter Lakerveld, Tel. 079 708 04 90, @email
- Urs Leugger-Eggimann, Zentralsekretär Pro Natura, Tel. 079 509 35 49, [email protected]