Progetti

Uno dei quattro pilastri di Pro Natura è la protezione attiva dei biotopi e delle specie.
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Schafe hinter dem sicheren Elektrozaun

Frei­williger Herdenschutz

Biodiversität im Ackerrandstreifen

Bio­di­ver­sität verpachten

Hermelin

Wiesel­land­schaft Bünd­ner Rheintal

Trockenmauern Projekt

Aktion Hase & Co. in Glarus

Ackerbau_cr_Matthias_Sorg
25.02.2022 Umweltpolitik

Neue Methoden, alte Risiken

Neue gentechnische Verfahren werfen alte Fragen neu auf, und während die Chancen schon gelobt werden, sind die Risiken noch nicht geklärt. Für eine sorgfältige Risikoprüfung müssen auch die neuen gentechnischen Verfahren dem Gentechnik-Moratorium unterstellt werden, über das der Nationalrat in einer Woche nochmals zu entscheiden hat.

Am 2. März 2022 debattiert der Nationalrat zum zweiten Mal über die Verlängerung des Gentechnik-Moratoriums und darüber, wie mit den sogenannten neuen gentechnischen Verfahren umgegangen werden soll. Massive Versprechungen aus Industrie und Forschung zu den neuen Verfahren wie der Genschere CRISPR-Cas9 nähren die Hoffnung, damit tatsächliche Probleme lösen zu können. Die neuen Methoden führen aber auch zu neuen Unsicherheiten und werfen alte Fragen wieder neu auf: Ist ein Nebeneinander von gentechnikfreier Bioproduktion und GVO-Landwirtschaft in der kleinräumigen Schweiz möglich? Wer hat Zugang zu den neuen Sorten und Arten und zu welchen Kosten? Welche Auswirkungen auf die Biodiversität sind zu erwarten?  

«Es ist zwingend notwendig, neue Sorten, welche mit der Aussaat in unsere Umwelt gelangen, nicht nur auf die Chancen, sondern auch auf ihre Risiken hin zu überprüfen», betont Landwirtschaftsexperte Marcel Liner von Pro Natura. «Dies ist aber nur möglich, wenn Produkte aus den neuen Verfahren weiterhin dem Gentechnikgesetz unterstellt bleiben.» 

Resistenzen und Intensivierung 

Unzählige wissenschaftliche Studien belegen bereits heute die negativen Auswirkungen einer globalisierten Landwirtschaft unter Einsatz von gentechnisch veränderten Sorten (GVO). Zu diesen Auswirkungen zählen beispielsweise der Einsatz noch giftigerer Pestizide und die Entstehung von «Superunkräutern», oder die Weitergabe der gentechnisch eingefügten Veränderung an verwandte Wildarten. «Die Erfahrungen in GVO-Anbauländern zeigen, dass die Anwendung von GVO zu einer weiteren Intensivierung in der Produktion und damit zu einer Verarmung der Biodiversität führen kann», so Liner. «Unsere Befürchtung ist, dass dies auch mit den neuen Verfahren passieren würde. Anzustreben ist aber das Gegenteil, nämlich eine biodiversitätsfreundliche Schweizer Landwirtschaft.» 

Aussagen, wonach gentechnisch veränderte Organismen sicher seien, wenn in deren Erbgut keine artfremden Gene eingefügt wurden, sind wissenschaftlich nicht begründbar. «Die Risiken werden durch die erhöhte Eingriffstiefe der neuen Verfahren eher grösser. Wie gross sie tatsächlich sind, muss in jedem einzelnen Fall geprüft werden», verlangt auch Nationalrätin und Pro Natura Präsidentin Ursula Schneider Schüttel.  

Pro Natura und diverse Umweltverbände plädieren deshalb für eine uneingeschränkte Verlängerung des Gentechnik-Moratoriums ohne Ausnahmen. 

Kontakt:

Nathalie Rutz, Medienverantwortliche, Tel. 079 826 69 47, @email 

Marcel Liner, Verantwortlicher Agrarpolitik, Tel. 061 317 92 40, @email 

Ursula Schneider Schüttel, Präsidentin, Tel. 078 603 87 25, @email

 

Kühe am Gantrisch
03.03.2022 Landwirtschaft

Entscheid Swissmilk-Beschwerde

Die aktuelle Swissmilk-Kampagne mit Kuh Lovely verstösst nicht gegen das Lauterkeitsgebot: So der Entscheid der Lauterkeitskommission gegen die Beschwerde von Pro Natura.

In ihrer Begründung geht sie davon aus, dass die Konsumenten den negativen Zusammenhang zwischen intensiver Milchwirtschaft und Biodiversitätskrise kennen und darum von «Lovely» nicht in die Irre geführt werden. Wir bezweifeln das und bedauern, dass solch schönfärberische Werbung weiterhin zulässig ist.

90% der Milch stammt aus intensiver Milchwirtschaft

Im Rahmen der laufenden Kampagne der Schweizer Milchproduzenten mit Kuh Lovely werden die Schweizer Konsumenten und Konsumentinnen über die Vorzüge einer standortangepassten und weidebasierten Milchproduktion informiert. Allerdings:

  • Nur rund 10 Prozent der gesamten Milchproduktionsmenge stammen aus einer standortangepassten Milchproduktion.
  • Rund 90 Prozent der Milch stammt aus der intensiven Schweizer Milchwirtschaft. Diese verursacht ökologische Schäden und darüber wird die Bevölkerung nicht aufgeklärt. 

Konsumentinnen und Konsumenten werden mit dem Slogan der Kampagne «Lovely fördert und liebt Biodiversität» deshalb in die Irre geführt. «Wir bedauern, dass die Schweizerische Lauterkeitskommission dies als unproblematisch erachtet und dass solche Werbung in der Schweiz zulässig ist», kommentiert Marcel Liner Landwirtschaftsexperte bei Pro Natura den Entscheid. «Dass der kausale Zusammenhang der intensiven Schweizer Milchwirtschaft und der herrschenden Biodiversitätskrise den durchschnittlichen Konsumentinnen und Konsumenten bewusst ist, wie dies die Lauterkeitskommission annimmt, bezweifeln wir».  

Die Biodiversität leidet unter den Stickstoffeinträgen

Wir haben bereits in unserer Beschwerde anerkannt, dass Rinder wie die Kuh Lovely unter standortangepassten Bedingungen im Grünland biodiversitätsfördernd wirken. Das Problem liegt denn auch nicht bei Lovely selbst, sondern bei ihren vielen Kolleginnen: 

«So wie Tausende Autos, die im Stau stehen, nicht mobilitätsfördernd sind, sind auch die halbe Million Milchkühe in der Schweiz nicht biodiversitätsfördernd, sondern im Gegenteil in vielen Regionen biodiversitätsschädigend.» – Marcel Liner

Gemäss dem Faktenblatt der Schweizer Akademie der Naturwissenschaften von 2020 sind die kritischen Belastungsgrenzen für Stickstoffeinträge in die Umwelt vielerorts deutlich überschritten und beeinträchtigen die Biodiversität sowie die Waldfunktionen stark:

  • Zwei Drittel des Stickstoffes, der in die Umwelt gelangt, wird durch Ammoniak-Emissionen der Landwirtschaft verursacht.  
  • Davon trägt die Tierproduktion, angetrieben durch die Nachfrage nach Fleisch und Milchprodukten, 90 Prozent bei. 

Wir werden weiterhin auf die biodiversitätsschädigenden Auswirkungen der intensiven Milchwirtschaft in der Schweiz aufmerksam machen, um unsere Biodiversität – die Lebensgrundlage für die nächste Generation – zu erhalten. 

Kühe Matthias Sorg
Nur rund 10 Prozent der gesamten Milchproduktionsmenge stammen aus einer standortangepassten Milchproduktion.
Buntbrache

Bio­di­ver­sität verpachten

Hochstammäpfel auflesen - Foto: Roger Hodel

Hochstamm­förderung

Helmazurjungfer - Foto: Samuel Ehrenbold

Arten­förderung Helm-Azurjungfer

Lebensraum Wiese
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