Progetti
Generationenwechsel als Chance
Wenn die Problemverursacher ein Teil der Lösung sein wollen
Einer der Hauptgründe für den massiven Rückgang der Insekten ist der breitflächige Einsatz von Pestiziden in der konventionellen Landwirtschaft. Die Giftsprüherei lässt nicht nur vermeintliche Schädlinge sterben, sondern viel zu oft auch harmlose Falter, Bienen und Käfer.
Ausgerechnet die Produzenten dieser Pestizide propagieren nun aber die giftfreie Zukunft: Konzerne wie Bayer und Syngenta entwickeln einen neuen Typ von Pestiziden, der die Schädlingsbekämpfung naturverträglich und – so die Vision – chemisch-synthetische Gifte überflüssig machen soll.
Was den neuen Typ auszeichnet, ist sein Wirkstoff. Er besteht aus doppelsträngiger Ribonukleinsäure, kurz dsRNA, und somit aus einer Substanz, die mit ihrer Doppelwirkung besticht: Auf der einen Seite ist RNA natürlichen Ursprungs und eigentlich ungiftig – wir nehmen sie täglich mit unserer Nahrung auf. Auf der anderen Seite aber können Firmen sie in ein tödliches Gift verwandeln.
Gene werden ausgeschaltet
Wie das Umwandeln funktioniert, zeigt sich etwa bei der Bekämpfung des Kartoffelkäfers. Sowohl Bayer wie auch Syngenta haben diesen Schädling im Visier, der bis zu Hälfte der Kartoffelernte vernichten kann. Für die Entwicklung des neuen Giftes identifizieren die Konzerne zuerst ein Gen im Erbgut des Käfers, das für dessen Überleben aktiv sein muss. Dann stellen sie eine dsRNA mit Sequenzen dieses Gens her. Sprühen sie die dsRNA nun auf Kartoffelblätter, nimmt der Käfer die Wirkstoffe beim Fressen mit in seine Zellen auf, wo die dsRNA das lebensnotwendige Gen stilllegt. Der Käfer stirbt.
Noch ist kein RNA-Pestizid auf dem Markt. Doch die Botschaft, mit der die Konzerne die Entwicklung begleiten, ist klar: Da RNA eine natürliche Substanz ist und sich spezifisch auf Gene einer Schädlingsart zuschneiden lasse, sei sie ein risikoarmes Mittel für den biologischen Pflanzenschutz.
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Pro Natura
- RNA-Pestizide sollen vermeintliche Schädlinge töten, indem sie bei diesen lebenswichtige Gene desaktivieren.
Unerwünschte Nebenwirkungen
Doch sind die als «Biologika» oder «Biopestizide» ausgelobten RNA-Mittel wirklich risikoarm? Ein Bericht von «Friends of the Earth», dem globalen Dachverband von Naturschutzorganisationen, dem auch Pro Natura angehört, von Ende 2020 weckt Zweifel. Er zeigt, dass auch bei dsRNA «off-target»-Effekte – also Wirkungen auf unbescholtene Insektenarten – zu erwarten sind. Zudem deckt er eine weitere mögliche Nebenfolge auf: Da dsRNA in Pflanzenzellen gelangen und dort deren Erbgut modifizieren kann, könnte sie die Eigenschaften besprühter Pflanzen in unerwünschter Weise ändern.
Und wie steht es um die beworbene Natürlichkeit der neuartigen «Biopestizide»? Nicht wirklich gut, erfolgt doch die Herstellung der dsRNA mit Gentech-Bakterien. Dies kratzt nicht nur an der Botschaft der Konzerne, sie öffnet auch das Szenario, dass Gentech-Bakterien als Rückstände in den Sprühmitteln mit auf die Felder kommen.
Nicht gut steht es auch bei der Datengrundlage für die Risikobewertung. Laut Wissenschaftlern von Agroscope, dem Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung, ist etwa kaum bekannt, wie sich dsRNA im Nahrungsnetz verbreitet und welche Insektenarten von «off-target»-Effekten betroffen sein könnten.
Dünne Informationslage
Auch bei den Nanomaterialien, die von den Konzernen benutzt werden, um die dsRNA wirksamer zu machen, sind kaum Informationen über die Umweltrisiken erhältlich. Dass zudem mehr unabhängige Forschung nottäte, verdeutlichen Forschende der ETH Zürich. Sie haben jüngst mit einer neu entwickelten Methode gezeigt, dass dsRNA in der Umwelt doch nicht so schnell abgebaut wird, wie Industriedaten vermuten lassen.
Regulierung ist ausstehend
Dass es für RNA-Pestizide eine Regulierung braucht, scheint klar. Eine wichtige Rolle bei deren Gestaltung spielt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Sie will ihren Mitgliedsländern, darunter die Schweiz, demnächst Empfehlungen abgeben. Es wird eher erwartet, dass sie schlanke Regeln vorschlägt. Behörden und Politik in der Schweiz sind deshalb gefordert, RNA-Pestizide weniger konzern-, sondern primär naturverträglich zu gestalten.
BENNO VOGEL arbeitet als freischaffender Wissenschaftsjournalist.
Viele neue Anwendungsbereiche
RNA ist die Substanz unserer Zeit. Dass sie als Wirkstoff eingesetzt werden kann, ist seit den Covid-19-Impfstoffen weitherum bekannt. Bald dürften wir in vielen Bereichen RNA-Produkten begegnen. Möglich wird das, weil sich mit mRNA und dsRNA zwei natürliche Zellmechanismen ausnutzen lassen.
Boten-RNA oder kurz mRNA ist eine einzelsträngige Ribonukleinsäure, die die genetische Bauanleitung für Proteine enthält. Wird sie in Zellen eingebracht, löst sie dort den Mechanismus der Translation aus: Die Zelle bildet das Protein, das auf der mRNA codiert ist. Erste Produkte mit mRNA sind die Covid-19-Impfstoffe. Impfstoffe gegen weitere Erreger sowie Therapeutika gegen Krankheiten wie Krebs oder Cystische Fibrose könnten folgen.
Doppelsträngige RNA, kurz dsRNA, enthält Sequenzen, die sich in Genen befinden. Wird sie in Zellen eingebracht, löst sie dort den Mechanismus der RNAi-Interferenz aus: Die Zelle legt das Gen still, das die gleiche Sequenz wie die dsRNA hat, und stoppt damit die Bildung des entsprechenden Proteins. Im Unterschied zur mRNA führt dsRNA also nicht zur Bildung eines Proteins, sondern sie blockiert die Bildung eines Proteins. In der Humanmedizin sind bereits vier Produkte mit dsRNA erhältlich, darunter ein Cholesterinsenker von Novartis. In der Landwirtschaft dürften 2022 die ersten dsRNA-Pestizide auf den Markt kommen. In der Tiermedizin ist ein Mittel gegen die für Bienen tödliche Varroa-Milbe in der Entwicklung. Forschende arbeiten auch an Mitteln gegen invasive Arten wie den Eschenprachtkäfer. Und zu Hause könnte es künftig dsRNA-Biozide gegen Bettwanzen und Kakerlaken geben. Bv
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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
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Vier ökologische Gründe für ein Ja zur Initiative gegen Massentierhaltung
Es muht und quiekt und gackert in der Schweiz. Millionenfach. Und die Nutztiere pro Betrieb werden immer mehr: Der landwirtschaftliche Tierbestand ist seit den 2000er-Jahren um fast die Hälfte gestiegen und heute auf hohem Niveau stabil, während die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe um 20 Prozent zurückging. Immer mehr Tiere pro Betrieb, das ist schlecht fürs Tierwohl. Aber auch für Biodiversität, Klima und Landschaft. Ein wichtiger Schritt hin zu einer naturverträglicheren Tierhaltung ist die «Initiative gegen Massentierhaltung» (IGM), für die der Delegiertenrat von Pro Natura im April die Ja-Parole gefasst hat. Den Nutzen der Initiative für Natur und Umwelt fasst Philipp Ryf, Geschäftsleiter «JA zur Initiative gegen Massentierhaltung», so zusammen: «Die bodenunabhängige, industrielle Tierproduktion verursacht massive Treibhausgas- und Ammoniakemissionen. Die Initiative gegen Massentierhaltung sorgt dafür, dass Tiere wieder vermehrt auf Grasland gehalten werden. So kann die Schweiz ihrem Selbstverständnis einer ressourcenschonenden, tierfreundlichen Landwirtschaft gerecht werden.»
Vier Gründe, warum es für Natur und Umwelt wichtig ist, dass wir am 25. September Ja stimmen:
1. Biodiversität erhalten
Rinder produzieren Gülle. Sehr viel Gülle. Und der enthaltene Stickstoff wird in Ammoniak (NH3) umgewandelt. Schweizweit fallen jährlich satte 42 000 Tonnen davon an, 70 Prozent mehr, als in den Umweltzielen für die Landwirtschaft vorgesehen sind. 94 Prozent stammen gemäss der Berner Fachhochschule im Auftrag des Bundesamts für Umwelt aus der Landwirtschaft.
Besonders viel NH3 entweicht im Stall, im Laufhof oder beim Ausbringen von Gülle. Die Luft trägt das NH3 in empfindliche Ökosysteme, wo es sich anreichert und dazu beiträgt, dass Böden versauern. Ammoniak schädigt die Flora aber auch direkt, da es toxisch über die Blattorgane wirkt. Besonders anfällig sind Flechten, doch auch Pflanzen in nährstoffarmen Heide- und Graslandökosystemen und die Bodenvegetation in Wäldern reagieren empfindlich. Ammoniak ist damit ein bedeutender Treiber des Artensterbens. Die Zahlen lassen aufhorchen: Heute sind alle Hochmoore, 84 Prozent der Flachmoore und 42 Prozent der Trockenwiesen und -weiden sowie 95 Prozent der Wälder durch übermässige Stickstoffeinträge aus der Luft beeinträchtigt, wie das Bundesamt für Umwelt in seinem Bericht «Biodiversität in der Schweiz: Zustand und Entwicklung. Ergebnisse des Überwachungssystems im Bereich Biodiversität» (2017) festhält. Höchste Zeit also, zu handeln. Das sagt auch Pro Natura Präsidentin Ursula Schneider Schüttel: «Um die Biodiversität und damit auch die überlebenswichtigen Funktionen von Boden, Wald und Gewässern zu erhalten, müssen die Tierbestände in der Schweiz deutlich reduziert werden» – was die Initiative gegen Massentierhaltung vorsieht.
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2. Klima schützen
Was wir essen, hat einen direkten Einfluss auf das Klima. In der Schweiz werden heute pro Jahr und Einwohner im Schnitt laut Agroscope ungefähr zwei Tonnen CO2-Äquivalent allein für die Ernährung ausgestossen. Ganz anders sähe die Bilanz bei einer vornehmlich pflanzlichen Ernährung aus. Zudem binden Pflanzen CO2 und speichern Kohlenstoff in den Böden – die Landwirtschaft könnte uns also, wie es der Weltagrarbericht ausdrückt, «rein theoretisch langfristig klimaneutral ernähren und kurzfristig sogar mehr CO2 binden als ausstossen». Allerdings nur theoretisch, denn davon sind wir weit entfernt. Weltweit stammen 14,5 Prozent der Treibhausgasemissionen gemäss der UNO-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO aus der Nutztierhaltung. Obwohl heute vegetarische und vegane Ernährung breite Akzeptanz haben, ist der Hunger nach Fleisch immer noch gross. Jede Person in der Schweiz konsumiert rund 51 Kilogramm im Jahr, wobei im Ausland gekauftes Fleisch noch nicht mitgezählt ist. Damit die Landwirtschaft klimaschonend wird, führt kein Weg daran vorbei, weniger tierische Produkte zu konsumieren. Was zudem der Gesundheit zuträglich ist, denn es ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen, dass (zu viel) Fleisch ungesund ist. Sinkt der Konsum, wird auch die Anzahl Nutztiere in der Landwirtschaft abnehmen. Das hat noch weitere Vorteile: Damit können künftig Produkte aus dem Ackerbau direkt der Ernährung von Menschen dienen und landen nicht als Tierfutter in den Ställen. Rinder, Schafe oder Ziegen können Gras fressen und damit problemlos an Standorten gehalten werden, an denen Ackerbau nicht möglich ist, etwa in den Bergen.
Die Initiative gegen Massentierhaltung hilft dabei, die Menschen für das Thema fleischlose Ernährung zu sensibilisieren.
3. Strukturwandel abschwächen
Der Agrarbericht 2021 spricht eine klare Sprache: Mit 21,15 Hektaren hat sich die durchschnittliche Fläche pro landwirtschaftlichen Betrieb in der Schweiz innert 30 Jahren nahezu verdoppelt. Demgegenüber haben die Nutztierbestände in den letzten 20 Jahren nur leicht abgenommen. Das heisst, die Zahl der Tiere pro Hof nimmt zu. Das führt unter anderem dazu, dass sich immer grössere Ställe in der Landschaft ausbreiten. Dazu kommen immer mehr Fahrten mit Gülle auf viele verschiedene Parzellen oder die bei der Hühner- und Schweinehaltung immense Zufuhr an Futtermitteln pro Betrieb, auch aus dem Ausland.
Auch die artgerechte Haltung und Fütterung der Tiere wird in Grossbetrieben schwieriger, genauso wie eine Weidehaltung bei Wiederkäuern in vernünftiger Stallnähe mit immer grösser werdenden Herden. Kilian Baumann, Präsident der Kleinbauern-Vereinigung, Biobauer und Nationalrat der Grünen, bringt die Probleme dieser Entwicklung auf den Punkt: «Entscheidend für die Förderung der Biodiversität ist nicht alleine die biologische Landwirtschaft, sondern ebenso eine kleinteilige und vielfältige Agrarlandschaft. Wer das Insekten- und Vogelsterben stoppen will, muss daher auch das Hofsterben und die damit verbundene Strukturverarmung angehen.»
Die Initiative gegen Massentierhaltung trägt dazu bei, dass die Anzahl Tiere pro Betrieb und pro Einheit beschränkt werden und kann den umweltschädigenden Tendenzen von «immer grösser» etwas Einhalt gebieten.
4. Landschaft schonen
Der Strukturwandel in der Landwirtschaft schadet auch der Landschaft. Immer grössere Betriebe mit immer mehr Nutztieren pro Betrieb, das führt zu immer grösseren Stallungen. Und diese kommen sehr oft ausserhalb der Bauzonen zu stehen, müssen mit neuen Strassen erschlossen werden und generieren unzählige Fahrten mit grossen Lastwagen.
Raus aus den Dörfern und rauf auf die grüne Wiese – die Gründe für diese Entwicklung liegen neben dem allgemeinen Strukturwandel auch in der Lärm- und Luftreinhaltungsgesetzgebung. Oder wie es die stv. Geschäftsleiterin der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, Franziska Grossenbacher, formuliert: «Die Abstandsvorschriften treiben die Ställe aus den Dörfern heraus. Zudem werden Neubauten absurd hoch subventioniert, sodass gar kein Anreiz besteht, möglichst günstig zu bauen und Umbauten überhaupt ins Auge zu fassen.» Problematisch ist auch, dass neue Stallbauten in der Regel Fertigbausysteme sind und auf betriebliche Abläufe optimiert sind, ohne jede Rücksicht auf den Standort. Was wiederum dazu führt, dass für den Bau solcher Ställe viele Veränderungen im Gelände notwendig sind.
Die Initiative gegen Massentierhaltung kann helfen, dass grosse Stallbauten seltener werden. «Weniger grosse Herden haben diesbezüglich tendenziell einen positiven Einfluss», sagt Grossenbacher. «Die Missstände sind damit allein aber noch nicht gelöst, sie ist nur ein Puzzleteil unter vielen.»
Bettina Epper, stellvertretende Chefredaktorin des Pro Natura Magazins.
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Für weniger Gülle und mehr Biodiversität: Raus aus der Massentierhaltung
Wer auf dem Land spazieren geht, kann ihn oft riechen: den Ammoniak, eine Stickstoffverbindung, die sich aus der Gülle verflüchtigt. So unangenehm der Geruch, so schädlich die Wirkung für die Biodiversität. Denn über die Luft gelangt er auch in entfernte Lebensräume, wo er die natürliche Vielfalt erstickt und die Widerstandsfähigkeit schwächt. Die Initiative gegen Massentierhaltung würde das Grundproblem lösen: die zu hohe Nutztierdichte im Schweizer Mittelland.
«Ein Ja wäre ein Gewinn für Natur und Mensch»
Die Schweizer Landwirtschaft mit ihren 80 Millionen Nutztieren produziert jährlich Stickstoffüberschüsse von rund 100’000 Tonnen, davon 42'000 Tonnen Ammoniak. Eine aktuelle Studie der Umweltschutzorganisationen zeigt, dass zu hohe Ammoniakeinträge aus der Luft insbesondere in Regionen mit hohen Nutztierbeständen ein weitverbreitetes Problem sind. Als Folge davon sind heute alle Hochmoore, 84 Prozent der Flachmoore, 42 Prozent der Trockenwiesen und -weiden sowie 95 Prozent der Wälder überdüngt.
Die übermässige Düngung führt in den Wäldern zu Bodenversauerungen. Die Bäume bilden dadurch weniger tiefe Wurzeln und sind anfälliger für Trockenheit und Stürme. Aus Mooren – in gesundem Zustand mächtige CO2-Speicher und Hotspots der Biodiversität – werden durch die Verbuschung mit nährstoffliebenden Pflanzen eintönige Landschaften, die CO2 ausstossen. «Die hohe Tierdichte schwächt die lebenswichtigen Funktionen dieser Lebensräume und heizt die Klima- und Biodiversitätskrise weiter an», betont Marcel Liner, Leiter Agrarpolitik bei Pro Natura. «Eine Reduktion der Tiere pro Betrieb, wie es die Initiative gegen Massentierhaltung vorsieht, wäre daher klar ein Gewinn für Natur und Mensch.»
Für mehr Tierwohl und Naturvielfalt
Zur Behebung der Stickstoff- und Ammoniaküberschüsse wurden bisher vor allem technische Lösungen wie Schleppschlauchverfahren und Gülleabdeckungen verfolgt und finanziert. «Anstatt mit Technik Teilaspekte des Problems zu bekämpfen, sollten wir das Problem an der Wurzel, oder besser gesagt an den Hörnern packen und die Tierbestände reduzieren», betont Liner. Die Initiative gegen Massentierhaltung bezweckt genau das: sie führt zu weniger Tieren pro Betrieb und damit nicht nur zu mehr Tierwohl, sondern auch zu weniger Gülle und mehr Biodiversität. Deshalb empfiehlt Pro Natura am 25. September ein Ja zur Initiative gegen Massentierhaltung.
Kontakt:
- Marcel Liner, Verantwortlicher Agrarpolitik, 061 317 92 40, [email protected]
- Medienstelle: 079 826 69 47, @email
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Symbolbild Stickstoffbelastung © Pixabay
Welchen Stellenwert hat Biodiversität in der Freiburger Landwirtschaft?
Biodiversität verpachten – Chance für Mensch und Natur
«Für den Vater war es schon ein harter Schlag», erzählt Tobias Angliker. Erst 2021 hat er den Ziegelhof übernommen und führt ihn in einer Übergangsphase noch gemeinsam mit seinem Vater. Ein harter Schlag? Damit meint Angliker den Wunsch der Verpächter, dass das gepachtete Land künftig stärker zugunsten der Biodiversität genutzt wird.
Die Anglikers betreiben einen Pferdehof mit Ackerbau und einigen Mutterkühen in konventioneller Landwirtschaft im Aargau. Seit 30 Jahren pachten sie knapp 4 Hektaren Land, die seit 2021 die Erbengemeinschaft Walter Nyffenegger verwaltet. Als passionierte Naturschützer und Naturschützerinnen sahen die Mitglieder der Erbengemeinschaft die Chance, auf die Nutzung des Lands Einfluss zu nehmen. Sie wollen so einen Beitrag zur Förderung der Biodiversität leisten. Wilde Hecken mit einheimischen Sträuchern schwebten ihnen vor.
Nachhaltig für alle Beteiligten
Der Weg durch den Pachtvertrag-Dschungel ist aber nicht einfach. Genau hier setzt das Projekt «Biodiversität verpachten» von Pro Natura an. Pro Natura unterstützt die Anliegen der Verpächter, möchte aber mit professionellen Beratungen zielführende Lösungen schaffen, die auch für die Pächter funktionieren. Deshalb arbeitet Pro Natura mit externen Beratungsfirmen zusammen und übernimmt die Beratungskosten. «Nur Lösungen, die für alle Beteiligten funktionieren, sind nachhaltig und zielführend», ist auch die Devise von Bea Vonlanthen, Beraterin bei der Agrofutura AG, die wesentlich an der Projektumsetzung beteiligt ist. Unter allen Beteiligten versteht sie Pächter, Verpächterin und Natur.
Flieg, Feldlerche, flieg!
Bei der ersten Begehung der gepachteten Flächen zeigte sich schnell, dass Hecken hier nicht das ideale Instrument für die Biodiversitätsförderung sind. Das Land befindet sich nämlich in einem Feldlerchengebiet. Diese sehr selten gewordenen Bodenbrüter nisten lieber auf offenen, übersichtlichen Fluren und fühlen sich durch Hecken eingeengt. Wichtig für Feldlerchen sind dagegen Buntbrachen und Kleinstrukturen in Kombination mit dem Verzicht auf Pestizide. Bea Vonlanthen schlug deshalb für das Pachtland der Erbengemeinschaft unter anderem folgende Massnahmen vor:
Ab 2022 werden knapp 25 Prozent der Pachtparzellen als Bunt- oder Rotationsbrache angemeldet und entsprechend bewirtschaftet.
Die Ackerkulturen sind möglichst ohne Pflanzenschutzmittel (Fungizide, Herbizide und Insektizide) zu bewirtschaften. Dies bedeutet für die einzelnen Kulturen:
- Beim Anbau von Getreide, Mais und Raps ist zu 100 Prozent auf den Einsatz von Pflanzenschutzmittel zu verzichten.
- Beim Anbau von Zuckerrüben können Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Die Entwicklung zur Reduktion von Pflanzenschutzmittel bei den Zuckerrüben ist zu beobachten. Zeichnen sich erste Lösungsansätze ab, sind diese auf den Parzellen anzuwenden.
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Angela Peter
- Beraterin Bea Vonlanthen bespricht gemeinsam mit dem Pächter Tobias Angliker und der Vertreterin der Erbengemeinschaft Edith Tribelhorn mögliche Massnahmen zur Förderung der Biodiversität.
«Jetzt eigne ich mir neues Wissen an.»
Für die Anglikers kamen die vorgeschlagenen Massnahmen der Erbengemeinschaft überraschend. Man schätzte aber den frühen Austausch und den Einbezug der Bauernfamilie. Betriebsleiter Tobias Angliker meint, ähnliche Forderungen würden früher oder später sowieso zum Standard. Es sei sinnvoll, sie bereits jetzt umzusetzen. In der Ausbildung hätten sie diese Themen aber nur grob angeschnitten. «Jetzt lese ich mich in neue Techniken ein und eigne mir neues Wissen an», so Angliker. Er ist bereits gespannt auf die erste Raps-Saison mit einer Untersaat. Die Untersaat dient dazu, unerwünschte Pflanzen auf natürliche Weise zu unterdrücken. So wird der Einsatz von Herbizid überflüssig.
Doch der pestizidfreie Rapsanbau bleibt sehr anspruchsvoll. Das berücksichtigen die Verpächter. Sollten die Anglikers im Folgejahr grössere Ertragsausfälle erleiden, wird die Erbengemeinschaft auf den entsprechenden Flächen mit dem Pachtzins entgegenkommen.
Gezielte Förderung, gezielte Massnahmen – und gezielter Anflug
Das gegenseitige Verständnis wird weiter durch eine gemeinsame Flurbegehung gefördert, an der Pächter und Verpächterinnen zusammen mit der Beraterin die Entwicklung der umgesetzten Massnahmen begutachten. Ein schöner Anfang ist gemacht, versichert Tobias Angliker: «Der Vater, der zu Beginn skeptisch war, schaut sich bereits nach weiteren neuen Nistplätzen für Wildbienen um». Nicht umsonst, denn die Insekten haben bereits gemerkt, dass sich auf den Feldern etwas verändert. Bei näherer Betrachtung der Buntbrache sieht auch das ungeschulte Auge mehr als nur Erde und etwas Grün. Die erste zarte Mohnblume wird bereits von einer Schwebfliege gezielt angeflogen.
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Angela Peter
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Stickstoff-Überschüsse: Bund soll zukunftsgerichtete Betriebe unterstützen
- Die Ammoniak-Emissionen verharren auf einer Höhe, welche für die Umwelt untragbar ist. Das zeigt die im Auftrag der Umweltverbände erstellte Ammoniak-Studie. Sie untersucht die Ammoniak-Situation in neun Kantonen, in denen die Tierproduktion besonders intensiv ist (ZH, LU, BE, ZG, FR, TG, SG, AR, AI). Obwohl das Problem in den meisten untersuchten Kantonen erkannt und teilweise teure Massnahmenpläne erarbeitet wurden, werden die kantonalen und nationalen Reduktionsziele in keinem der untersuchten Kantone (auch nur annähernd) erreicht.
- Um die Ammoniak-Emissionen wirksam zu verringern, müssen die Kantone ihre Rolle als Vollzugsorgane konsequenter wahrnehmen. Es gilt ausserdem die Produktion und den Konsum von pflanzlichen Proteinen zu fördern. Der Bund soll einen Unterstützungsfond für Landwirtschaftsbetriebe schaffen, welche aus der Tierhaltung aussteigen oder ihre Viehdichte reduzieren und vermehrt auf die Produktion pflanzenbasierter Kalorien für die menschliche Ernährung setzen. Zudem müssen staatliche Subventionen abgeschafft oder umgestaltet werden, welche direkt oder indirekt Stickstoff-Überschüsse fördern, z.B. Abschaffung der Absatzförderung für Fleisch, Milchprodukte und Eier.
Zitate
«Der Bericht zeigt, dass fast alle Kantone in der Reduktion von Ammoniak kaum Fortschritte machen, dies trotz vom Bund bezahlten, teuren Ressourcenprogrammen. Bund und Kantone sollten das Problem an der Wurzel packen und Betriebe unterstützen, die von Viehhaltung auf Pflanzenproduktion umstellen wollen.»
Kurt Eichenberger, Projektleiter interkantonaler Ammoniak-Vergleich, WWF Schweiz
«Wir begrüssen, dass der Bundesrat die Dringlichkeit erkannt und im April ernsthafte Reduktionsziele bei den Dünger-Überschüssen festgelegt hat. Diese sollen nun in den Kantonen mit griffigen Massnahmen umgesetzt werden.»
Marcel Liner, Verantwortlicher Agrarpolitik, Pro Natura
«Die Düngewirkung des Ammoniaks hat eine schleichende und zerstörerische Auswirkung auf den Wald und andere Lebensräume, die für Menschen und Tiere lebensnotwendig sind. Das Ammoniak schadet damit der Biodiversität und ist mitverantwortlich für das massive Insektensterben.»
Patrik Peyer, Projektleiter Landwirtschaft, BirdLife Schweiz
«Ammoniak verursacht unter anderem Asthma und andere Lungenkrankheiten.»
Martin Forter, Ärztinnen und Ärzten für Umweltschutz AefU
Die Zeit ist reif für griffige Massnahmen
Die Umweltorganisationen begrüssen, dass der Bund die äusserst schädlichen Ammoniak-Emissionen nun ernsthaft reduzieren will. Diese Ziele sind zu erreichen, wenn wir eine standortangepasste und ressourceneffiziente Landwirtschaft setzen, wie sie in Artikel 104a der Bundesverfassung eigentlich schon seit Herbst 2017 verlangt wird.
Voraussetzung dafür ist, dass wir die Agrarpolitik kohärent ausgestalten. Subventionen, welche direkt oder indirekt Stickstoff-Überschüsse sowie -emissionen verursachen, müssen beseitigt werden. Das Schweizer Grasland lässt sich sinnvoll nutzen. Dies aber nur mit so vielen Tieren, wie mit dem regional vorhandenen Futter auch ernährt werden können. Unsere Äcker sollten wir effizienter nutzen, und zwar für die direkte Produktion von menschlichen Nahrungsmitteln. So erhöhen wir auch die Ernährungssicherheit.
Unser Fleisch soll vorwiegend von Wiederkäuern stammen, die graslandbasiert gehalten und gefüttert wurden – ohne Importfutter. Zudem gilt es zukunftsgerichtete Betriebe zu unterstützen. Dazu könnte der Bund einen Unterstützungsfond für Landwirtschaftsbetriebe schaffen, welche aus der Tierhaltung aussteigen oder die Viehdichte reduzieren und vermehrt auf die Produktion pflanzenbasierter Kalorien für die menschliche Ernährung setzen.
Steuermillionen versanden
In den letzten Jahren sind auf Ebene Bund und Kantone Hunderte Millionen an Steuerfranken in technische Massnahmen zur Behebung und Vermeidung von Umweltschäden aus den hohen Tierbeständen geflossen. So etwa in die Finanzierung des Schleppschlauch-Einsatzes, Finanzhilfen für die Anpassung von Ställen oder der Abdeckung von Güllelagern. Diese Massnahmen hatten durchaus positive Effekte wie das Beispiel des Kantons Zug zeigt.
Doch zugleich wurden diese Anstrengungen zunichte gemacht durch agrarpolitische Fehlanreize wie zum Beispiel die Absatzförderung von Milch, Fleisch und Käse oder Zollerleichterungen für Importkraftfutter etc. Diese Fehlanreize wirken sich ammoniak-fördernd aus - es erstaunt deshalb wenig, dass es bei der Reduktion seit Jahren keine nennenswerten Fortschritte mehr gibt. Dabei ist zu betonen, dass es sich bei dieser Aufgabe um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe handelt, die nicht alleine der Landwirtschaft angelastet werden darf. Es braucht also Massnahmen, die auch beim Handel und beim Konsum ansetzen.
Kontakt
- Marcel Liner, Verantwortlicher Agrarpolitik, Pro Natura, 061 317 92 40, @email
- Kurt Eichenberger, Projektleiter interkantonaler Ammoniak-Vergleich, WWF Schweiz, 079 830 96 80, @email
- Patrik Peyer, Projektleiter Landwirtschaft, BirdLife Schweiz, 079 810 04 80, @email
- Martin Forter, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz AefU, 061 691 55 83, @email
Glossar
Stickstoff: Stickstoff ist ein unentbehrlicher Nährstoff für alle Lebewesen. Der Einsatz mineralischer und organischer Stickstoffdünger zur Steigerung von Erträgen ist gängige Praxis in der Landwirtschaft. Entscheidend ist der sorgsame, bedarfsgerechte und standortangepasste Einsatz. Denn Stickstoffverluste in Form von Ammoniak führen zu Emissionen, welche Klima, Luftqualität und die Biodiversität beeinträchtigen. Stickstoffverluste in Form von Nitrat belasten das Grundwasser und damit unser Trinkwasser.
Ammoniak: Ammoniak entsteht vor allem in der Tierhaltung. Dies weil Gülle und Mist Harnstoff und Eiweiss enthalten, die in Ammoniak umgewandelt werden. Hauptquelle ist die Rinderhaltung, insbesondere Milchvieh, aber auch Mastrinder. Besonders viel Ammoniak entweicht bei der Ausbringung von Gülle, Festmist und Gärresten in die Luft. Über die Luft wird Ammoniak in empfindliche Ökosysteme eingetragen, wo es eine eutrophierende und versauernde Wirkung hat und die Artenvielfalt schädigt.
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Gemeinsame Medienmitteilung der Umweltallianz (UWA)
Titelbild © Matthias Sorg
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Pro Natura sagt JA zur Initiative gegen Massentierhaltung
In der Schweiz werden jährlich rund 1,52 Millionen Kühe, 2.5 Millionen Schweine und 78 Millionen Hühner gehalten. Während der Tierbestand in der Landwirtschaft in den letzten 20 Jahren um fast die Hälfte gestiegen ist, ist die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe um 20 Prozent zurückgegangen. Dass heute pro Betrieb erheblich mehr Tiere gehalten werden, ist nicht nur schlecht für das Tierwohl, sondern auch für Biodiversität und Klima.
Tierbestände und Biodiversitätskrise
Aus der Gülle und dem Mist, welche die 80 Millionen Tiere jährlich produzieren, entsteht Stickstoff, der in die Umwelt gelangt. Dort verschmutzt er die Luft, belastet das Grundwasser und überdüngt die Lebensräume. «Die zu hohen Tierbestände sind damit eine der Hauptursachen der Biodiversitätskrise», betont Pro Natura Präsidentin Ursula Schneider Schüttel. «Um die Biodiversität und damit auch die überlebenswichtigen Funktionen von Boden, Wald und Gewässern zu erhalten, müssen die Tierbestände in der Schweiz deutlich reduziert werden.»
Mit ihrer Forderung nach kleineren Tiergruppen und weniger Tieren pro Hektar bezweckt die Initiative gegen Massentierhaltung genau das. Darüber hinaus fordert sie, dass Tiere artgerechter gehalten werden, und auch importierte tierische Produkte diesen Standards entsprechen müssen. Von den Forderungen betroffen, wären laut Bundesrat nur rund 5% der landwirtschaftlichen Betriebe. Pro Natura empfiehlt deshalb die Initiative gegen Massentierhaltung, über die im September oder November 2022 abgestimmt wird, anzunehmen.
Zusätzliche Frauenpower
Mit dem Eintritt in den Vorstand von Pro Natura verstärkt die Neuenburger Ständerätin Céline Vara ihr grosses Engagement für die Umwelt weiter. Ihre politische Erfahrung wird wertvoll sein, um der grössten Naturschutzorganisation der Schweiz beim Erhalt der Biodiversität zu helfen. Auch in unserem Land ist das Artensterben alarmierend. Die nächsten Jahre werden auf politischer Ebene entscheidend sein, damit aus guten Absichten endlich echte Massnahmen werden. Céline Vara wird ihr Amt am 1. Juli antreten. Sie wird von zwei weiteren neuen Gesichtern begleitet, die an der gleichen Sitzung gewählt wurden: die Gärtnerin Katiusha Galli aus Cortébert (BE) und die Fakultätsverwalterin Franziska Schumacher aus Bourguillon (FR).
Kontakt:
Ursula Schneider Schüttel, Pro Natura Präsidentin, Tel. 078 603 87 25, [email protected]
Urs Leugger-Eggimann, Pro Natura Zentralsekretär, Tel. 079 509 35 49, [email protected]
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Entscheidungen Pro Natura Delegiertenrat
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Symbolbild ökologische Landwirtschaft © Matthias…Potrebbe anche interessarti
Agrarpolitik: Bundesrat hält sein Versprechen
Der Bundesrat hat entschieden die Pestizidrisiken und die massiven Stickstoff-Überschüsse (allgemein bekannt als Gülle), wie schon in der Agrarpolitik 22+ vorgesehen, zu reduzieren. Die Umweltorganisationen begrüssen diesen Entscheid. Damit schützt der Bundesrat unsere Produktionsgrundlage und somit auch die langfristige Ernährungssicherheit.
Das Ziel auf mindestens 3,5 Prozent der Ackerflächen Biodiversitätsmassnahmen anzulegen, verschiebt er leider um ein Jahr auf 2024. Wichtig ist jedoch, dass dieser Entscheid gefällt wurde. Dies trägt zu einer naturverträglichen und damit sicheren Produktion in der Landwirtschaft bei, indem Nützlinge und Bestäuber für gesunde Pflanzen und damit Ertragssicherheit sorgen.
Auch die Streichung der Toleranzgrenze verschiebt der Bundesrat auf 2024. Schade, dass ihn in diesem Bereich den Mut verlassen hat. Dies, obwohl das Parlament dieser Streichung nach langwierigen Debatten zugestimmt hat.
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Gemeinsame Medienmitteilung mit WWF Schweiz und BirdLife Schweiz
Symbolbild Landwirtschaft © Matthias Sorg