Situato sulle rive del lago di Neuchâtel, vicino a Yverdon-les-Bains, il Centro Pro Natura Champ-Pittet è la porta d'accesso alla più grande zona umida lacustre della Svizzera.
Uno dei quattro pilastri di Pro Natura è la protezione attiva dei biotopi e delle specie.
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Berna
Schutzgebiet Brunnenkresse
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Luogo
Das Naturschutzgebiet liegt westlich von Roggwil.
Quando
Frühling bis Herbst
A proposito delle riserve
11,5 Hektaren
Mit dem Erwerb eines 11,5 ha grossen Teils der Brunnmatte bei Langenthal, gemeinsam mit der Stiftung Wasserland Oberaargau, konnte Pro Natura Bern einen bedeutenden Naturraum und eine für Mitteleuropa einmalige Brunnenkressekultur sichern und als Ensemble erhalten.
Wer mit dem Zug von Bern Richtung Olten fährt, dem ist nach Langenthal vielleicht ein Gebiet aufgefallen, das von extensivem Grünland und von Bachläufen geprägt ist. Diese Fläche ist allerdings nur ein Teil eines grösseren naturnahen Raumes, der Brunnmatte. Hinter dem alten, ebenfalls vom Zug aus sichtbaren Bahndamm erstrecken sich weitere Teile. Darin enthalten sind eine bereits seit über 100 Jahren betriebene Brunnenkressekultur sowie ein Naturraum mit einem Mosaik aus Grünland, Riedflächen, Hochstaudenfluren, Gehölzen, Stillgewässern und nicht zuletzt Bächen. Diese speisen sich aus Grundwasser und sind als Quellabflüsse besonders rein. Sie sind auch der Grund, warum sich ein Herr Motzet vor über 100 Jahren hier niederliess und mit der Produktion von Brunnenkresse (Nasturtium officinale) begann. Die Pflanze wächst in klarem Wasser und kann als würzige Salatbeilage oder als Bestandteil von Kräutermischungen verwendet werden.
Gemeinsamer Kauf
Die Pensionierung des Betriebsinhaberpaares führte zur Suche nach einer Nachfolgelösung. Die Stiftung Wasserland Oberaargau bemühte sich um eine lokale Lösung, welche eine Sicherung der Kressekultur sowie des Naturraumes als Ganzes ermöglichen sollte. Mit Pro Natura und der Sektion Pro Natura Bern fand die Stiftung rasch interessierte Partner, die sich am Erhalt des Naturraums beteiligen wollten. Nach längeren Vorabklärungen war es im Sommer 2017 schliesslich soweit. Der Kauf durch die beiden Organisationen konnte abgeschlossen werden.
Wertvoller Naturraum
Das Objekt ist Teil eines grösseren attraktiven Naturraums und eines kantonalen Naturschutzgebietes. Östlich grenzen die alten Wässermatten an der Neubaustrecke Bahn 2000 an, welche als Kompensation für den massiven baulichen Eingriff verschiedene Aufwertungen erfahren haben. Im Westen findet sich auf einer höheren Geländestufe der Mumenthaler Weiher, der allerdings über die Jahrzehnte aufgrund sinkenden Grundwasserspiegels sein Wasser weitgehend verloren hat und heute eher ein Schilffeld ist. Nördlich grenzt der Muniberg an, dessen Wald ein Waldreservat der Burgergemeinde Wynau bildet.
Im neuen Pro Natura Schutzgebiet ist das Wasser das prägende Element. Es durchzieht in Form von Bächen das ganze Areal und ist Voraussetzung für den Produktionsbetrieb, und bildet einen ökologisch wertvollen Lebensraum. Alte, nicht mehr verwendete Kressebecken und weitere angelegte Weiher bieten auch ein Angebot an Stillgewässern. Daneben besteht durch Ufergehölze, Feldgehölze, Hochstaudenfluren und extensives Grünland ein wertvolles Lebensraummosaik.
Pro Natura Bern wird in Zukunft bemüht sein, das ökologische Potenzial des Gebietes möglichst gut auszuschöpfen. Basis dafür ist ein ausgearbeitetes Schutzgebietskonzept. Bereits wurden erste Aufwertungen vorgenommen: So wurde ein verlandeter Weiher augebaggert, der Uferbereich eines alten Beckens abgeschürft, was seltenen Arten neuen Lebensraum schafft, erste Neophytengehölze entfernt sowie zusammen mit der Abt. Naturförderung des Kantons alte Betonbecken entfernt und durch einen Weiher ersetzt. Langfristig gilt die grösste Sorge dem Wasser. Der Trend zu sinkenden Grundwasserständen ist eine Bedrohung und verheisst nichts Gutes.
Via ÖV-Haltestelle Kaltenherberg oder Roggwil-Wynau.
Servizi sul luogo
Bitte beachten Sie, dass auf dem Areal Brunnenkresse produziert wird und halten Sie sich an die offiziellen Wege.
Berna
Naturschutzgebiet Schintere, Thun
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Luogo
Lerchenfeld bei Thun
Quando
Frühling bis Herbst
Der (fast) letzte Laubfrosch-Standort im Aaretal ist heute dank gezielter Aufwertungen ein bedeutendes Pro Natura Schutzgebiet mit grossem Laubfrosch-Bestand.
Das Schutzgebiet Schintere im Lerchenfeld, Thun, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Das Areal liegt im Bereich des alten Kanderlaufs, welcher etwas weiter nördlich in die Aare mündete, bevor 1714 die Umleitung in den Thunersee erfolgte. Der Boden besteht deshalb aus jungem, unverwittertem Schotter, welcher etwa 30 m mächtig ist. Auf den Kiesterrassen bildete sich standorttypischer Föhrenwald. In Teilen des heutigen Schutzgebiets wurde in den 50er-Jahren Kies abgebaut. Ein Teil des Abbaubereichs wurde in der Folge aufgefüllt und mit Fichten aufgeforstet. Sturm Lothar fällte Ende 1999 einen Grossteil des monotonen und dichten Bestandes, worauf eine teilweise Wiederaufforstung mit Laubbäumen erfolgte. Eine etwa 100x60 m messende Mulde, die bis in den Grundwasserbereich reicht, wurde jedoch seinerzeit nicht zugeschüttet und bildet heute einen Grundwasserweiher.
Kauf und Aufwertung
Pro Natura, Pro Natura Bern und Pro Natura Region Thun konnten das Gelände im Jahr 2001 gemeinsam vom VBS erwerben. Kurz darauf begannen wir, die offene Fläche aufzuwerten. Bis 2007 wurden fünf neue, ablassbare Weiher mit insgesamt 1000 m2 Fläche erstellt, eine Wasserversorgung installiert, Rundsteinmauern von 70 m Länge erbaut, Hecken gepflanzt und Kleinstrukturen angelegt. Um dem Publikum einen direkten Kontakt mit den Lebensräumen und ihren Bewohnern zu ermöglichen, wurde ein öffentlich zugänglicher Bereich mit einem Weiher und Sitzbänken geschaffen, während das restliche Gelände zum Schutz der Naturwerte abgezäunt ist.
Grosse Artenvielfalt
Die Artenvielfalt im Gebiet kann sich sehen lassen: Sechs Amphibienarten bevölkern die Gewässer, darunter der stark gefährdete Laubfrosch. Lange handelte es sich dabei um die letzte Population im Aaretal, bis sich vor einigen Jahren in einem renaturierten Auenbereich weiter nördlich eine Ablegerpopulation bildete. Das Überleben des Laubfrosches ist zweifelsohne der Tatsache zu verdanken, dass der Grundwasserweiher regelmässig im Winter austrocknet. Dies verhindert einen Fischbestand und sichert optimale Gewässerbedingungen für den Bewohner von Überschwemmungsflächen in Auen. Nebst den Amphibien besiedeln zahlreiche Libellen die vorhandenen Gewässer: 22 Arten wurden in den letzten Jahren gezählt. Die trocken-warmen Verhältnisse auf den mageren, steinigen Böden mit ihrer blumenreichen Vegetation schaffen auch günstige Voraussetzungen für andere Insekten. So findet sich als Spezialist etwa die Blauflüglige Ödlandschrecke. Während Zauneidechsen die gleichen Strukturen nutzen und sich von diesen Insekten ernähren, nutzt die Ringelnatter die Amphibien als Hauptnahrungsquelle und taucht eher um den Grundwasserweiher und am Waldrand auf.
Die geschaffenen Naturwerte bedingen eine dauernde Pflege, um ihre Eignung als Lebensraum zu erhalten. Schutzgebietsbetreuerin Verena Wagner widmet sich seit Übernahme des Objektes intensiv dem Unterhalt und verbessert das Lebensraumangebot laufend. Dabei werden sowohl Gruppen wie auch Einzelpersonen als freiwillige Helfer eingesetzt.
Nordöstlich der Strasse Schallenberg - Schangnau gelegen.
Quando
Das ganze Jahr, im Frühjahr und im Herbst aber besonders zu empfehlen, aufgrund der Farben
A proposito delle riserve
8,35 ha
Das Hochmoor Steinmösli im Oberemmental ist trotz langjährigen Torfabbaus das bedeutendste Hochmoor der Region und weist eine reichhaltige Fauna und Flora auf. Mit dem Erwerb des 8,35 ha grossen Moores (2011) leistet Pro Natura Bern einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Schutz und zur optimalen Gestaltung.
Die Geschichte des Hochmoors Steinmösli zwischen Eggiwil und Schangnau beginnt vor 8-10‘000 Jahren. Nach dem Rückzug des Emmegletschers bildete sich auf dem leicht geneigten Hügelrücken neben dem Räbloch (Emmeschlucht) schrittweise ein Deckenhochmoor. Die unvollständig zersetzen Torfmoose wuchsen lokal bis zu einer Mächtigkeit von 8 m. Bereits in den ersten Beschreibungen des Moores von 1929 musste der Autor jedoch von einer Verwüstung sprechen. Der anhaltende Torfabbau und Entwässerungsgräben führten zu einer fortschreitenden Beeinträchtigung des Moores, und die Umwandlung von Moor- und Streueflächen in Intensivgrünland reduzierte die Moorfläche auf weniger als die Hälfte. Die schädlichen Eingriffe dauerten bis in die 1990er-Jahre an. Dennoch zeigte das Hochmoor eine erstaunliche Regenerationsfähigkeit und bewahrte eine reichhaltige Fauna und Flora, so dass es weiterhin zu den wichtigsten des Kantons Bern gehört.
Vielfältige Natur
So finden sich sechs der sieben typischen Hochmoorpflanzen sowie Seltenheiten wie der Moor-Bärlapp oder der Kleine Wasserschlauch. Unter den tierischen Bewohnern fällt die reichhaltige Libellenfauna auf, mit bisher 25 Artnachweisen. Allerdings führten die Entwässerungen zu einer Verschlechterung der Habitatqualität, welche sich auch negativ auf die Libellenvorkommen auswirkte. So fehlen für verschiedene Arten aktuelle Nachweise. Insgesamt ist die Datengrundlage für die Fauna jedoch noch unbefriedigend und verbesserungsfähig.
Erfolglose Bemühungen
Nach ersten erfolglosen Schutzbemühungen des damaligen Naturschutzinspektorats des Kantons Bern in den 1970er-Jahren, konnte schliesslich 1987 der grösste Teil des Hochmoores unter kantonalen Schutz gestellt werden. Massgeblich an den Verhandlungen mit dem Grundeigentümer beteiligt war auch der damalige Präsident des Naturschutzverbandes (heute Pro Natura Bern), Gerhart Wagner.
Endlich unter Schutz
Nachdem 1996 auch der letzte Torfabbau eingestellt worden war, wurde das Schutzgebiet 2005 um die verbleibenden 1,4 ha auf insgesamt 8,35 ha erweitert. Bereits nach dem Schutzbeschluss von 1987 erfolgten erste Arbeiten zur Wiederherstellung des gestörten Wasserhaushaltes. Nach dem Abbauende wurden Massnahmen zur Neugestaltung und Regeneration der Abbauflächen eingeleitet. Sie umfassen Sperren in Entwässerungsgräben, die Anlage von Dämmen und Wasserflächen zur Überbrückung von Höhenunterschieden im Abbaubereich, das Auffüllen eines grossen Grabens und die Reduktion von Gehölzbeständen, welche sich als Folge der Austrocknung ausgedehnt hatten.
Dennoch erwies sich die Umsetzung von Aufwertungen immer wieder als schwierig. Dies war ein Hauptgrund für Pro Natura Bern, das bedeutende Hochmoor im Jahr 2011 von Privat zu erwerben. Wir wurden dabei unterstützt vom Lotteriefonds des Kantons Bern, dem Bundesamt für Umwelt und einer Schulklasse des Gymnasiums Köniz-Lebermatt, welche auf verschiedene Weise Geld gesammelt hatte.
Mit dem Erwerb und dem kantonalen Schutz sind die Voraussetzungen geschaffen, um das grösste zusammenhängende Hochmoor des Emmentals und eines der bedeutendsten des Kantons Bern langfristig zu erhalten. Eine Herausforderung und ungelöstes Problem bleiben aber die Drainagegräben im nicht abgebauten Torfkörper. Hier wird gegenwärtig nach Lösungen gesucht, um die schleichende Austrocknung dieses Teils des Moores zu beenden.
Der Ostteil des Moores von Les Pontins wurde durch Torfabbau, Entwässerungen, Aufforstungen und sogar eine geplante Ferienhausüberbauung beeinträchtigt und gefährdet. Dank Kauf der Teilfläche und eine nachfolgende Aufwertung präsentiert sich das Moor wieder als interessanter Lebensraum.
Die Moore von Les Pontins umfassen Flach- und Hochmoore, Feuchtwiesen und Wald und liegen auf 1100 m Höhe südlich von St. Imier, auf einer Ebene an der Nordflanke des Chasserals. Der Teil westlich der querenden Kantonsstrasse, rund 26 ha, wurde bereits ab 1947 schrittweise vom Kanton Bern unter Schutz gestellt. Im Zusammenhang mit der Aufnahme des Moorgebiets in das Bundesinventar der Moorlandschaften von nationaler Bedeutung erfolgte 2004/05 eine Revision des Schutzbeschlusses und des Perimeters. Dabei konnten 16 ha östlich der Kantonsstrasse zusätzlich ins Schutzgebiet aufgenommen werden.
Pro Natura Jura bernois interessierte sich bereits seit längerem für den Kauf der Flächen im Osten des Moores – ohne Erfolg. Die Revision brachte nun aber einiges in Bewegung. So konnten schliesslich 5 ha von drei privaten Grundeigentümern erworben werden. Der Kauf wurde mitfinanziert durch den Bund, den Lotteriefonds des Kantons Bern und Pro Natura. Die Abteilung Naturförderung des Kantons Bern und die Burgergemeinde St. Imier unterstützten den Kauf in technischer Art.
Umfassende Aufwertung
Der Erwerb der Moorflächen durch Pro Natura (Bern) ermöglichte in der Folge unter Leitung des Zentralsekretariats eine umfassende Renaturierung im östlichen, durch Entwässerung, Torfabbau und Fichtenaufforstungen beeinträchtigten Moorabschnitt. Im Winter 2015/16 wurde der Hauptabzugsgraben durch Spundwände verschlossen und mit Material von angrenzenden Flächen aufgefüllt. Dort entstanden in der Folge mehrere Wasserflächen. Die seitlich zuführenden Gräben wurden ebenfalls aufgefüllt und die Fichtenaufforstungen teilweise entfernt. Eine extensive Beweidung von Teilflächen soll die offenen Flächen als Flachmoore oder artenreiches Grünland erhalten.
Die Finanzierung erfolgte mit Beiträgen von Pro Natura, Bund und Kanton, des BKW Ökofonds, der Yvonne Jacob Stiftung und des Fonds Landschaft Schweiz.
19.05.2025Naturschutzgebiet
1000 Geschenke an die Natur
CONTATTO
René
Amstutz
Abteilungsleiter Biotope und Arten
Seit der Gründung als «Schweizerischen Bund für Naturschutz» 1909 zur Finanzierung des Schweizerischen Nationalparks setzt sich Pro Natura für die Sicherung von Naturgebieten ein. 2024 betreute Pro Natura schon über 1000 Schutzgebiete.
In der Schweiz haben viele Menschen das Gefühl, in einer intakten Natur zu leben, mit fruchtbaren Böden, sauberer Luft und gutem Trinkwasser. Diese wertvollen Güter scheinen wie selbstverständlich vorhanden zu sein. Aber wie lange noch? Um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten, sind wir auf eine artenreiche, vielfältige Umwelt angewiesen. Doch in der Schweiz steht die Natur stark unter Druck: 60 Prozent der Insekten und 40 Prozent der Brutvögel sind gefährdet oder potenziell gefährdet. Ein Drittel der heimischen Tier- und Pflanzenarten sowie die Hälfte der natürlichen Lebensräume sind bedroht.
Auch wir sind betroffen
Der Verlust an Biodiversität hat direkte Auswirkungen auf uns Menschen: Er bedroht unsere Lebensqualität, unsere Landschaften und unsere Gesundheit. Wenn die Natur zurückgeht, ist das nicht einfach ein ästhetisches Problem, sondern eine existenzielle Frage. Was wäre, wenn unsere letzten Naturgebiete verschwinden? Und was, wenn wir in Zukunft in einer Schweiz ohne Vogelgezwitscher, ohne vielfältige Kulturlandschaften und ohne blühende Blumenwiesen leben müssten? Das scheint uns undenkbar, und dennoch wird es mehr und mehr zur Realität.
Geschenke an die Natur
2024 betreute Pro Natura schon über 1000 Schutzgebiete.
Eigentlich verfügen wir über wirkungsvolle Mittel, um die Biodiversität zu erhalten und zu stärken: Schutzgebiete sind dabei eines der wichtigsten Instrumente. Doch trotz des dringenden Handlungsbedarfs reichen die Massnahmen der Behörden und die konkreten Zusagen der Politik nicht aus, um die alarmierende, schon seit Jahrzehnten laufende Abwärtsspirale zu stoppen. Es gibt sogar massive Angriffe auf die Gesetze für Natur-, Landschafts- und Umweltschutz.
Es lebe Kanada!
Pro Natura setzt sich seit 116 Jahren mit allen verfügbaren Mitteln für die Erhaltung des wertvollen Naturerbes ein. Mit dem Kauf eines 5,5 Hektar grossen Walds im Feuchtgebiet «Le Canada» am Ufer des Neuenburgersees erreichte die Organisation 2024 die symbolträchtige Zahl von 1000 betreuten Schutzgebieten in der Schweiz. Auch der Wald in «Le Canada» ist nun gesichert und darf in Zukunft seiner natürlichen Dynamik folgen.
Im Laufe der Jahrzehnte hat Pro Natura ein grosses Netz aus solchen Rückzugsorten für die Biodiversität aufgebaut: 1000 Geschenke an die Natur und damit 1000 Geschenke an die Bevölkerung, die in den Schutzgebieten im direkten Kontakt mit der Natur neue Kraft schöpfen und die verschiedenen Facetten natürlicher Lebensräume entdecken kann. Das Entstehen dieses Netzes haben mehrere Tausend Personen mit ihrem Engagement und ihrer Liebe zur Natur ermöglicht. In einer instabilen, sich rasch verändernden Welt ist es mehr denn je nötig, vielfältige Naturgebiete zu erhalten und zu pflegen. Sie sind für unser Leben, unsere Zukunft und für jene der kommenden Generationen unverzichtbar. Neue, grosse Schutzgebiete zu schaffen, bleibt deshalb eine der Prioritäten von Pro Natura.
– RENE AMSTUTZ, Abteilungsleiter Biotope & Arten bei Pro Natura
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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
Das Pro Natura Magazin nimmt Sie mit in die Natur. Es berichtet über kleine Wunder, grosse Projekte und spannende Persönlichkeiten. Es blickt hinter die Kulissen politischer Entscheide und schildert, wo, wie und warum Pro Natura für die Natur kämpft. Als Mitglied erhalten Sie das Magazin fünf mal im Jahr direkt in Ihren Briefkasten.
Für die hohe Biodiversität im Naturschutzgebiet Immenberg braucht es wiederholte Pflege. Erleben Sie die Natur hautnah und helfen Sie mit, wertvolle Arbeiten im wunderschönen Naturreservat durchzuführen. Beim Einsatz schneiden Freiwillige z.B. schnell wachsende Büsche und aufkommenden Jungwald zurück und schaffen damit Platz für Orchideen und viele andere Pflanzen. Dieser Lebensraum ist eine wichtige Heimat für eine Vielzahl von Tieren.
Der Pflegeeinsatz findet unter der Leitung von Yves Elmer, Reservatspfleger von Pro Natura Thurgau, am Samstag, 21. Februar, von 8:30 Uhr bis 16:00 Uhr statt und ist selbstverständlich kostenlos. Für die Teilnahme benötigen Sie gutes Schuhwerk, passende Kleidung und gegebenenfalls Arbeitshandschuhe. Znüni und Mittagessen werden von Pro Natura Thurgau offeriert.
Da die Anzahl möglicher Teilnehmenden erreicht ist, ist eine Anmeldung nicht mehr möglich.
Pro Natura Unterwalden erwarb 2004 die Parzelle mit einem ehemaligen Panzerhindernis. Seither wurden gezielte ökologische Aufwertungen vorgenommen, mit dem Ziel, ein artenreiches Naturschutzgebiet zu entwickeln. Die Erhaltung des historischen Werts des Geländes bleibt dabei ebenfalls ein wichtiges Anliegen.
Seitdem Pro Natura das schmale Grundstück mit den ursprünglich als Barriere errichteten Strukturen aus Betonblöcken erworben hat, wurde der Streifen ökologisch aufgewertet. Dank einheimischen Sträuchern, Tümpeln und verschiedenen Kleinstrukturen wie Totholz und Steinhaufen dient die Panzersperre in der intensiv genutzten Landschaft nun als wertvoller Trittsteinlebensraum für Reptilien, Amphibien, Kleinsäuger und Insekten. Hier finden sie Unterschlupf und Nahrung.
Ringelnatter
Bei der jährlichen Pflege werden aus dem Schnittgut Haufen angelegt, wo Ringelnattern gerne ihre Eier ablegen. Den ausgewachsenen Schlangen dienen diese Haufen gleichzeitig als Überwinterungsquartier.
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Lebensräume: Vernetzungselement, Kleinstrukturen und Weiher
Pierre-Alain Oggier, Biologe und ehemaliger Umweltverantwortlicher bei der Dienststelle für Nationalstrassenbau im Wallis, fordert, dass die Schweiz in Sachen Naturschutz grösser denkt und ehrgeiziger vorgeht.
Pro Natura Magazin: Herr Oggier, Ihrer Ansicht nach ist der Naturschutz in unserem Land nicht mutig genug. Woran machen Sie das fest?
Man orientiert sich an zu niedrigen Ausgangswerten und begnügt sich damit, diese zu erhalten. Unterhalb von 2000 Metern ü. M. haben wir die Natur durch immer produktivere Systeme ersetzt und die Biodiversität nach und nach zum Verschwinden gebracht. Der Naturschutz scheint auszublenden, dass die wenigen übrig gebliebenen Lebensräume, die wir als «natürlich» betrachten – Moore, Magerwiesen, Wälder, Auen, Seen –, in Wirklichkeit entweder landwirtschaftliche Mähwiesen sind oder Gebiete, die durch Planierungen, Drainagen, Anpflanzungen und andere Regulierungsmassnahmen verarmt sind. Selbst Biotope von nationaler Bedeutung beherbergen heute nur noch einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Biodiversität und weisen reduzierte, zurückgehende Bestände auf.
Machen wir in den Biotopen von nationaler Bedeutung also nicht genug?
Wir wenden die falsche Methode an. In intensiv genutzten Gebieten haben wir keine andere Wahl mehr, als standardisierte Kleinstbiotope anzulegen, die wir alle auf die gleiche Weise pflegen, um eine dekorative Minimalbiodiversität zu fördern. Diese Strategie funktioniert für die meisten Arten nicht, umso weniger als wir deren spezifische Bedürfnisse nicht kennen. Es ist unsinnig, diese Art des «Gärtnerns» in Biotopen von nationaler Bedeutung anzuwenden. So nehmen wir der Natur die Freiheit, die sie braucht, um ihre ganze Vielfalt zu entfalten.
Sie kritisieren zum Beispiel den Umgang mit den Auengebieten von nationaler Bedeutung.
Tatsächlich wird die Wiederherstellung der natürlichen Bedingungen in den Auengebieten durch verschiedene Gesetze behindert. Da die Moore per Verfassung geschützt sind, werden Dämme gebaut, um sie vor den Flüssen zu «schützen». Das geht auf Kosten der natürlichen Wechselwirkungen. In einigen Biotopen von nationaler Bedeutung dient die Forderung, ein Objekt «ungeschmälert zu erhalten», nur als Ruhekissen, um die bereits eingeschränkte Natur sich «frei» entwickeln zu lassen. In stark beeinträchtigten Ökosystemen können die natürlichen Kreisläufe nicht richtig ablaufen. Solche Ansätze können zu Absurditäten führen wie dem Anlegen von Weihern auf Dämmen.
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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
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Es ist normal, dass ausserhalb der Schutzgebiete für Sicherheit gesorgt wird, aber innerhalb der Schutzgebiete muss die natürliche Dynamik wieder spielen können.
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Pierre-Alain Oggier, Biologe
Gibt es eine Alternative?
Eine Rückkehr der früheren Biodiversität setzt voraus, dass das zufallsgesteuerte Chaos der natürlichen Dynamik zumindest teilweise wiederhergestellt oder nachgeahmt wird. Naturkatastrophen, Überschwemmungen, Brände und Lawinen halten sich weder an unsere Umweltvorschriften noch an unsere emotionalen oder ästhetischen Kriterien. Sie schaffen eine Vielfalt, auf die sich die heimische Flora und Fauna rasch einstellt. Es ist normal, dass ausserhalb der Schutzgebiete für Sicherheit gesorgt wird, aber innerhalb der Schutzgebiete muss die natürliche Dynamik wieder spielen können.
Falls dies nicht möglich ist, müssen moderne Ersatzmassnahmen an die Stelle der natürlichen Umweltfaktoren treten, zumindest in unseren Biotopen von nationaler Bedeutung. Beispiele dafür sind der kontrollierte Kiesabbau in bestimmten Auengebieten oder eine extensive jährliche Beweidung. Die Realisierung solcher Massnahmen sollte erleichtert werden.
Muss man zur Umsetzung dieser Strategie auf grösseren Flächen operieren?
Wir müssen die bestehenden Schutzgebiete optimieren: Wenn ihre Perimeter für die angestrebten Ziele nicht tauglich sind, müssen wir sie anpassen und fragmentierte Objekte zusammenlegen, wenn nötig durch Landumlegungen. Innerhalb des heute geltenden Rechtsrahmens sind dafür spezielle Pilotversuche erforderlich. Die Ergebnisse werden den Ehrgeiz anstacheln und die Anpassung der Gesetze vorantreiben. Um die innere Dynamik der Gebiete wiederherzustellen, muss die teure und unflexible Detailplanung durch Leitziele – etwa zur Art und zum Anteil der gewünschten Naturräume – ersetzt werden. Ausserdem sollte die Umsetzung in Etappen erfolgen, damit man sie an die Reaktionen von Flora und Fauna anpassen kann.
Aktuell fördern wir mit über 250 Projekten die Natur und die Artenvielfalt in allen Regionen der Schweiz. Dies ist nur dank Spenden und Mitgliederbeiträgen möglich. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.