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Bergmatte in Reigoldswil
«Regio Flora»: Direktbegrünung fördert die regionale Artenvielfalt
Jedes Jahr werden in der Schweiz hunderte Hektaren Grünland neu angelegt, etwa auf Biodiversitätsförderflächen in der Landwirtschaft, für Böschungsbegrünungen im Strassenbau oder bei der Umgebungsgestaltung im Siedlungsraum. Meist wird dazu standardisiertes Saatgut verwendet, welches nur selten den regionalen Artenpool und die genetisch angepassten Ökotypen abbildet. Dies führt auf lange Sicht zur Verfälschung der regionaltypischen Pflanzenzusammensetzung und zur Verarmung der genetischen Vielfalt im Grünland.
Die Alternative: Direktbegrünung
Mit dem Direktbegrünungsverfahren kann dem entgegengewirkt werden. Bei der Direktbegrünung wird entweder das Mahdgut einer nahegelegenen Spenderfläche auf der zu begrünenden Empfängerfläche ausgebracht, oder das regionale Saatgut wird auf nahegelegenen artenreichen Spenderflächen geerntet und anschliessend zur Ansaat verwendet. Mit beiden Varianten werden lokale Arten besonders effizient gefördert und ihre genetischen Eigenschaften erhalten.
Seit 10 Jahren unterstützt das von Pro Natura lancierte Projekt «Regio Flora» diese Ansaatverfahren mit verschiedenen Angeboten:
- Informationsplattform
- Spenderflächendatenbank
- Leitfaden für Praktikerinnen und Praktiker
- Kurse und Workshops
So wirkt das Projekt konkret der Verarmung der hiesigen Blumenwiesen entgegen. Mit Erfolg: Die sogenannte Direktbegrünung mit Saatgut aus der Region wird im Alltag von immer mehr Landwirtschaftsbetrieben sowie von Fachleuten aus Naturschutz, Garten- und Strassenbau gewählt. In 18 Kantonen sind inzwischen Spenderflächen für Direktbegrünungen bei «Regio Flora» aufgeschaltet.
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Die Alternative: Direktbegrünung
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A. Bosshard
- Saatguternte mit dem Seedharvester
Zwar gibt es noch skeptische Stimmen gegenüber den Direktbegrünungsverfahren, die Ergebnisse der Erfolgskontrolle im Feld sind aber mehr als vielversprechend: Über fünf Jahre hinweg wurden Flächen, die mit Mahdgutübertragung angelegt wurden, untersucht. Sie erreichten tendenziell eine höhere Artenzahl als die mit dem Standardsaatgut begrünten Flächen.
Das Projekt «Regio Flora» wurde von Pro Natura vor 10 Jahren initiiert und in Zusammenarbeit mit den Partnern Bundesamt für Umwelt BAFU, Bundesamt für Landwirtschaft BLW, AGRIDEA, Info Flora, Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaues AGFF sowie 15 Kantonen entwickelt.
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Ein Projekt mit Zukunft
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A. Bosshard
- Verteilung des frisch geernteten Mahdguts der nahegelegenen Spenderfläche auf der Empfängerfläche.
Ulteriori informazioni
Contatto
Olivier Magnin
HAFL Zollikofen
Tel.: +41 31 848 64 65
@email
Documenti scaricabili
Bericht Erfolgskontrolle (PDF)«Die Direktbegrünung ist ein effizientes Verfahren, um artenreiche Wiesen zu fördern und die autochthonen (gebietseigenen) Blumen- und Gräserarten zu erhalten» meint Andrea Lips, Projektleiterin Biotope & Arten bei Pro Natura. In den nächsten Jahren sollen möglichst viele Wiesenansaaten mit regionalem Satgut oder Mahdgutübertragung aufgewertet werden. «Die Verwendung von regionalem Saatgut muss berücksichtigt werden. Bund und Kantone müssen dahingehend verbindliche Vorgaben treffen», so Lips.
Umso erfreulicher, dass das BLW die Wichtigkeit der Thematik erkannt und als Folge von unserem Projekt «Regio Flora» eine befristete Stelle geschaffen hat. Damit erhält nicht nur die Direktbegrünung mehr Sichtbarkeit, es wurde so auch eine Anlaufstelle errichtet, die die Anliegen der verschiedenen Akteure koordiniert und zusammenbringt. Wir freuen uns auf mehr Ansaaten, Mahdgutübertragungen und dadurch regionale Artenvielfalt im Grünland.
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