Progetti
Quellen – unbekannter Lebensraum
Amphibienförderung
Biberaue Ferenbalm — Biber helfen der Bibere
Wald im Kanton Bern
Aareraum Oberaargau
Aufwertung Panzersperre
Schutzgebiet Brunnenkresse
Wer mit dem Zug von Bern Richtung Olten fährt, dem ist nach Langenthal vielleicht ein Gebiet aufgefallen, das von extensivem Grünland und von Bachläufen geprägt ist. Diese Fläche ist allerdings nur ein Teil eines grösseren naturnahen Raumes, der Brunnmatte. Hinter dem alten, ebenfalls vom Zug aus sichtbaren Bahndamm erstrecken sich weitere Teile. Darin enthalten sind eine bereits seit über 100 Jahren betriebene Brunnenkressekultur sowie ein Naturraum mit einem Mosaik aus Grünland, Riedflächen, Hochstaudenfluren, Gehölzen, Stillgewässern und nicht zuletzt Bächen. Diese speisen sich aus Grundwasser und sind als Quellabflüsse besonders rein. Sie sind auch der Grund, warum sich ein Herr Motzet vor über 100 Jahren hier niederliess und mit der Produktion von Brunnenkresse (Nasturtium officinale) begann. Die Pflanze wächst in klarem Wasser und kann als würzige Salatbeilage oder als Bestandteil von Kräutermischungen verwendet werden.
Gemeinsamer Kauf
Die Pensionierung des Betriebsinhaberpaares führte zur Suche nach einer Nachfolgelösung. Die Stiftung Wasserland Oberaargau bemühte sich um eine lokale Lösung, welche eine Sicherung der Kressekultur sowie des Naturraumes als Ganzes ermöglichen sollte. Mit Pro Natura und der Sektion Pro Natura Bern fand die Stiftung rasch interessierte Partner, die sich am Erhalt des Naturraums beteiligen wollten. Nach längeren Vorabklärungen war es im Sommer 2017 schliesslich soweit. Der Kauf durch die beiden Organisationen konnte abgeschlossen werden.
Wertvoller Naturraum
Das Objekt ist Teil eines grösseren attraktiven Naturraums und eines kantonalen Naturschutzgebietes. Östlich grenzen die alten Wässermatten an der Neubaustrecke Bahn 2000 an, welche als Kompensation für den massiven baulichen Eingriff verschiedene Aufwertungen erfahren haben. Im Westen findet sich auf einer höheren Geländestufe der Mumenthaler Weiher, der allerdings über die Jahrzehnte aufgrund sinkenden Grundwasserspiegels sein Wasser weitgehend verloren hat und heute eher ein Schilffeld ist. Nördlich grenzt der Muniberg an, dessen Wald ein Waldreservat der Burgergemeinde Wynau bildet.
Im neuen Pro Natura Schutzgebiet ist das Wasser das prägende Element. Es durchzieht in Form von Bächen das ganze Areal und ist Voraussetzung für den Produktionsbetrieb, und bildet einen ökologisch wertvollen Lebensraum. Alte, nicht mehr verwendete Kressebecken und weitere angelegte Weiher bieten auch ein Angebot an Stillgewässern. Daneben besteht durch Ufergehölze, Feldgehölze, Hochstaudenfluren und extensives Grünland ein wertvolles Lebensraummosaik.
Pro Natura Bern wird in Zukunft bemüht sein, das ökologische Potenzial des Gebietes möglichst gut auszuschöpfen. Basis dafür ist ein ausgearbeitetes Schutzgebietskonzept. Bereits wurden erste Aufwertungen vorgenommen: So wurde ein verlandeter Weiher augebaggert, der Uferbereich eines alten Beckens abgeschürft, was seltenen Arten neuen Lebensraum schafft, erste Neophytengehölze entfernt sowie zusammen mit der Abt. Naturförderung des Kantons alte Betonbecken entfernt und durch einen Weiher ersetzt. Langfristig gilt die grösste Sorge dem Wasser. Der Trend zu sinkenden Grundwasserständen ist eine Bedrohung und verheisst nichts Gutes.
Ulteriori informazioni
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Pro Natura BEDettagli sulla riserva naturale
Accesso
Via ÖV-Haltestelle Kaltenherberg oder Roggwil-Wynau.
Servizi sul luogo
Bitte beachten Sie, dass auf dem Areal Brunnenkresse produziert wird und halten Sie sich an die offiziellen Wege.
Naturschutzgebiet Hochmoor Steinmösli
Die Geschichte des Hochmoors Steinmösli zwischen Eggiwil und Schangnau beginnt vor 8-10‘000 Jahren. Nach dem Rückzug des Emmegletschers bildete sich auf dem leicht geneigten Hügelrücken neben dem Räbloch (Emmeschlucht) schrittweise ein Deckenhochmoor. Die unvollständig zersetzen Torfmoose wuchsen lokal bis zu einer Mächtigkeit von 8 m. Bereits in den ersten Beschreibungen des Moores von 1929 musste der Autor jedoch von einer Verwüstung sprechen. Der anhaltende Torfabbau und Entwässerungsgräben führten zu einer fortschreitenden Beeinträchtigung des Moores, und die Umwandlung von Moor- und Streueflächen in Intensivgrünland reduzierte die Moorfläche auf weniger als die Hälfte. Die schädlichen Eingriffe dauerten bis in die 1990er-Jahre an. Dennoch zeigte das Hochmoor eine erstaunliche Regenerationsfähigkeit und bewahrte eine reichhaltige Fauna und Flora, so dass es weiterhin zu den wichtigsten des Kantons Bern gehört.
Vielfältige Natur
So finden sich sechs der sieben typischen Hochmoorpflanzen sowie Seltenheiten wie der Moor-Bärlapp oder der Kleine Wasserschlauch. Unter den tierischen Bewohnern fällt die reichhaltige Libellenfauna auf, mit bisher 25 Artnachweisen. Allerdings führten die Entwässerungen zu einer Verschlechterung der Habitatqualität, welche sich auch negativ auf die Libellenvorkommen auswirkte. So fehlen für verschiedene Arten aktuelle Nachweise. Insgesamt ist die Datengrundlage für die Fauna jedoch noch unbefriedigend und verbesserungsfähig.
Erfolglose Bemühungen
Nach ersten erfolglosen Schutzbemühungen des damaligen Naturschutzinspektorats des Kantons Bern in den 1970er-Jahren, konnte schliesslich 1987 der grösste Teil des Hochmoores unter kantonalen Schutz gestellt werden. Massgeblich an den Verhandlungen mit dem Grundeigentümer beteiligt war auch der damalige Präsident des Naturschutzverbandes (heute Pro Natura Bern), Gerhart Wagner.
Endlich unter Schutz
Nachdem 1996 auch der letzte Torfabbau eingestellt worden war, wurde das Schutzgebiet 2005 um die verbleibenden 1,4 ha auf insgesamt 8,35 ha erweitert. Bereits nach dem Schutzbeschluss von 1987 erfolgten erste Arbeiten zur Wiederherstellung des gestörten Wasserhaushaltes. Nach dem Abbauende wurden Massnahmen zur Neugestaltung und Regeneration der Abbauflächen eingeleitet. Sie umfassen Sperren in Entwässerungsgräben, die Anlage von Dämmen und Wasserflächen zur Überbrückung von Höhenunterschieden im Abbaubereich, das Auffüllen eines grossen Grabens und die Reduktion von Gehölzbeständen, welche sich als Folge der Austrocknung ausgedehnt hatten.
Dennoch erwies sich die Umsetzung von Aufwertungen immer wieder als schwierig. Dies war ein Hauptgrund für Pro Natura Bern, das bedeutende Hochmoor im Jahr 2011 von Privat zu erwerben. Wir wurden dabei unterstützt vom Lotteriefonds des Kantons Bern, dem Bundesamt für Umwelt und einer Schulklasse des Gymnasiums Köniz-Lebermatt, welche auf verschiedene Weise Geld gesammelt hatte.
Mit dem Erwerb und dem kantonalen Schutz sind die Voraussetzungen geschaffen, um das grösste zusammenhängende Hochmoor des Emmentals und eines der bedeutendsten des Kantons Bern langfristig zu erhalten. Eine Herausforderung und ungelöstes Problem bleiben aber die Drainagegräben im nicht abgebauten Torfkörper. Hier wird gegenwärtig nach Lösungen gesucht, um die schleichende Austrocknung dieses Teils des Moores zu beenden.
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Accesso
Nächste ÖV-Haltestelle liegt in Schangnau.
Servizi sul luogo
Ausgeschilderter Weg und Beobachtungsplattform
Naturschutzgebiet Schintere, Thun
Das Schutzgebiet Schintere im Lerchenfeld, Thun, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Das Areal liegt im Bereich des alten Kanderlaufs, welcher etwas weiter nördlich in die Aare mündete, bevor 1714 die Umleitung in den Thunersee erfolgte. Der Boden besteht deshalb aus jungem, unverwittertem Schotter, welcher etwa 30 m mächtig ist. Auf den Kiesterrassen bildete sich standorttypischer Föhrenwald. In Teilen des heutigen Schutzgebiets wurde in den 50er-Jahren Kies abgebaut. Ein Teil des Abbaubereichs wurde in der Folge aufgefüllt und mit Fichten aufgeforstet. Sturm Lothar fällte Ende 1999 einen Grossteil des monotonen und dichten Bestandes, worauf eine teilweise Wiederaufforstung mit Laubbäumen erfolgte. Eine etwa 100x60 m messende Mulde, die bis in den Grundwasserbereich reicht, wurde jedoch seinerzeit nicht zugeschüttet und bildet heute einen Grundwasserweiher.
Kauf und Aufwertung
Pro Natura, Pro Natura Bern und Pro Natura Region Thun konnten das Gelände im Jahr 2001 gemeinsam vom VBS erwerben. Kurz darauf begannen wir, die offene Fläche aufzuwerten. Bis 2007 wurden fünf neue, ablassbare Weiher mit insgesamt 1000 m2 Fläche erstellt, eine Wasserversorgung installiert, Rundsteinmauern von 70 m Länge erbaut, Hecken gepflanzt und Kleinstrukturen angelegt. Um dem Publikum einen direkten Kontakt mit den Lebensräumen und ihren Bewohnern zu ermöglichen, wurde ein öffentlich zugänglicher Bereich mit einem Weiher und Sitzbänken geschaffen, während das restliche Gelände zum Schutz der Naturwerte abgezäunt ist.
Grosse Artenvielfalt
Die Artenvielfalt im Gebiet kann sich sehen lassen: Sechs Amphibienarten bevölkern die Gewässer, darunter der stark gefährdete Laubfrosch. Lange handelte es sich dabei um die letzte Population im Aaretal, bis sich vor einigen Jahren in einem renaturierten Auenbereich weiter nördlich eine Ablegerpopulation bildete. Das Überleben des Laubfrosches ist zweifelsohne der Tatsache zu verdanken, dass der Grundwasserweiher regelmässig im Winter austrocknet. Dies verhindert einen Fischbestand und sichert optimale Gewässerbedingungen für den Bewohner von Überschwemmungsflächen in Auen. Nebst den Amphibien besiedeln zahlreiche Libellen die vorhandenen Gewässer: 22 Arten wurden in den letzten Jahren gezählt. Die trocken-warmen Verhältnisse auf den mageren, steinigen Böden mit ihrer blumenreichen Vegetation schaffen auch günstige Voraussetzungen für andere Insekten. So findet sich als Spezialist etwa die Blauflüglige Ödlandschrecke. Während Zauneidechsen die gleichen Strukturen nutzen und sich von diesen Insekten ernähren, nutzt die Ringelnatter die Amphibien als Hauptnahrungsquelle und taucht eher um den Grundwasserweiher und am Waldrand auf.
Die geschaffenen Naturwerte bedingen eine dauernde Pflege, um ihre Eignung als Lebensraum zu erhalten. Schutzgebietsbetreuerin Verena Wagner widmet sich seit Übernahme des Objektes intensiv dem Unterhalt und verbessert das Lebensraumangebot laufend. Dabei werden sowohl Gruppen wie auch Einzelpersonen als freiwillige Helfer eingesetzt.
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Accesso
Mit ÖV bis Station Thun, Lerchenfeld.