Progetti
Versprechen jetzt halten: Bundesrat muss Aktionsplan Biodiversität überarbeiten
«Um die Leistungen der Biodiversität zu sichern, ist entschlossenes Handeln dringend notwendig» – Diesen Satz hat der Bundesrat Ende 2022 geschrieben [1]. In den letzten Wochen hat er vielfach wiederholt, dass die Biodiversität nach wie vor unter Druck ist [2], dass sie aber mit den bestehenden Gesetzen gesichert werden kann, insbesondere mit einem zweiten Aktionsplan Biodiversität[3]. Dieses Versprechen gilt es nun einzuhalten. Der Aktionsplan muss rasch vollständig überarbeitet werden, denn der bisher bekannte Entwurf ist absolut ungenügend, und der erste Aktionsplan läuft bereits Ende Jahr aus.
Entwurf für den zweiten Aktionsplan absolut ungenügend
Der erste Aktionsplan von 2017 hat wegen unzureichendem Inhalt und fehlender Mittel die beabsichtigte Wirkung verfehlt [4]. Der Entwurf für den zweiten Aktionsplan ist allerdings noch schlechter. So sieht er primär die Erstellung zusätzlicher Studien und Berichte zu bestimmten Aspekten der Biodiversität vor. Keine der vorgesehenen Aktivitäten kommt der Biodiversität wirklich zugute. Das entspricht in keiner Weise dem, was jetzt nötig ist, was die Wissenschaft als erforderlich bezeichnet [5] und was der Bundesrat versprochen hat. Auch bezüglich der vorgesehenen Mittel ist der Entwurf völlig realitätsfremd: Pro Jahr sind für die Umsetzung des Aktionsplans gerade einmal 1,7 Millionen Franken vorgesehen, und das bei einem Bundeshaushalt von rund 90'000 Millionen. So sind für die Massnahme «M12: Dem Insektensterben entgegenwirken» jährlich gerade einmal 217'000 Franken vorgesehen – ein lächerlicher Betrag angesichts der enormen Herausforderungen auf diesem Gebiet.
Die Versprechen an das Schweizer Volk halten
Der Aktionsplan Biodiversität beruht auf bestehenden gesetzlichen Grundlagen: dem Verfassungsartikel zum Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten als Aufgabe des Bundes, dem Natur- und Heimatschutzgesetz, das den Erhalt genügend grosser Lebensräume vorschreibt, und der Strategie Biodiversität, die dafür zehn konkrete Ziele festlegt. Keines dieser Ziele ist heute erreicht. Mit dem Aktionsplan müssen jetzt Massnahmen umgesetzt werden, um die Biodiversitätsziele zu erreichen. Das hat der Bundesrat versprochen, und dazu ist er durch Verfassung, Gesetz und Strategie verpflichtet.
Die von BirdLife Schweiz, Pro Natura und WWF Schweiz dem Gesamtbundesrat übergebene Analyse zeigt, in welche Richtung der Aktionsplan Biodiversität gehen muss, um die Vorgaben zu erfüllen. «Es braucht wirksame Massnahmen mit genügend Mitteln, um die Natur zu schützen», sagt Raffael Ayé, Geschäftsführer von BirdLife Schweiz. «Nur eine Überarbeitung des Entwurfs von Grund auf wird den grossen, aktuellen Herausforderungen im Bereich Biodiversität und unserer Verantwortung gegenüber künftigen Generationen gerecht», unterstreicht Urs Leugger-Eggimann, Geschäftsleiter von Pro Natura. WWF Schweiz CEO Thomas Vellacott ergänzt: «Der Schutz der Biodiversität muss jetzt Hand in Hand angegangen werden mit einer angepassten Land- und Waldwirtschaft, mit einer klugen Nutzung erneuerbarer Energien und mit der Anpassung der Siedlungen an den Klimawandel».
Weitere Informationen:
Kontakt:
- Pro Natura: Urs Leugger-Eggimann, Geschäftsleiter, 079 509 35 49, @email
- BirdLife Schweiz: Raffael Ayé, Geschäftsführer, 076 308 66 84, @email
- WWF Schweiz: Jonas Schmid, Mediensprecher Biodiversität, 079 241 60 57, @email
[1] Bundesrat: Umwelt Schweiz 2022. Seite 84
[2] Bundesrat: Abstimmungsbüchlein Seite 16
[3] Bundesrat: Abstimmungsbüchlein Seite 8
[4] Wirkungskontrolle des BAFU: Detailberichte unter „Dokumente“: https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/biodiversitaet/fachinformationen/biodiversitaetspolitik/strategie-biodiversitaet-schweiz-und-aktionsplan.html
[5] https://www.wissenschaft-zu-biodiversitaet.ch/
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Gemeinsame Medienmitteilung von Pro Natura, BirdLife Schweiz und WWF Schweiz
Die Finanzierungslücken im Schweizer Naturschutz
Nachdem die nationalrätliche Umweltkommission das vorgesehene Budget von zusätzlich 276 Millionen Franken für dringend nötige Massnahmen im Naturschutz für die nächsten 4 Jahre gänzlich streichen will, wirft Pro Natura einen Blick auf Finanzierunglücken im Schweizer Naturschutz.
Eine aktuelle, aber nicht vollständige Liste:
- Unterhalt der Biotope von nationaler Bedeutung: Die Biotope von nationaler Bedeutung sind das Herz der Schweizer Natur, machen nur gerade 2 Prozent der Landesfläche aus und sind seit vielen Jahren gesetzlich geschützt. Eine kantonale Erhebung von 2021 zeigt allerdings, dass Dreiviertel der rund 7'100 nationalen Biotopobjekte ungenügend geschützt und gepflegt werden. Laut einer Studie des Bundes bräuchte es für den gesetzeskonformen Schutz und Unterhalt jährlich 126 Millionen Franken sowie einen einmaligen Betrag von 1.6 Milliarden Franken für Sanierungen. Dieser Betrag fehlt heute und gefährdet damit den Erhalt der wichtigsten Naturschutzgebiete. Gemäss Bundesamt für Umwelt sind der rechtlich vorgeschriebene Schutz und Unterhalt der Biotope dadurch nicht gewährleistet.
- Gewässerrevitalisierungen: 75 Prozent der einheimischen Fische sind bedroht, weil ihre Lebensräume zerstört wurden. Um dem Verlust von Gewässerlebensräumen entgegenzuwirken, hat der Bund 2010 beschlossen, bis 2090 4000 Kilometer Gewässer zu renaturieren. Seither wurden jährlich knapp 20 Kilometer renaturiert – notwendig wären mehr als doppelt so viel. Allein 2024 fehlen für die Umsetzung von Revitalisierungsmassnahmen rund 32 Millionen Franken.
- Ökologische Sanierung von Wasserkraftanlagen: Gewässer sind die am stärksten bedrohten Lebensräume der Schweiz. Seit 2011 sind im revidierten Gewässerschutzgesetz ökologische Sanierungen der Wasserkraftanlagen vorgeschrieben. Erst ein Bruchteil davon ist heute umgesetzt. Die dafür notwendigen Gelder, die wir alle über den Strompreis bezahlen, reichen zudem kaum aus, um das Ziel bis 2030 zu erreichen.
- Ersatzmassnahmen bei der Wasserkraftnutzung: Aufgrund der vielen Verbauungen sind heute weniger als 5 Prozent der Schweizer Fliessgewässer intakt. Wenn Konzessionen alter Wasserkraftwerke ablaufen, mussten diese bisher Wiederherstellungs- oder Ersatzmassnahmen für ihre Beeinträchtigung der Natur leisten, wie es das Gesetz seit den 80er Jahren vorsieht. Grundsätzlich wurde der Umfang der Massnahmen am ursprünglichen, unbeeinträchtigten Zustand bemessen. In seiner Zeit als Nationalrat hat Albert Rösti eine parlamentarische Initiative eingereicht, die neu den aktuellen Zustand mit den bestehenden, teils massiven Beeinträchtigungen, als Referenz setzt. Damit werden Wasserkraftwerke, die vor den 80er Jahren gebaut worden sind, nie Ersatzmassnahmen leisten müssen. Der Natur entgehen damit die nötigen Mittel zur Verbesserung der Biodiversität.
- Böschungsunterhalt der SBB: Bahnböschungen bedecken in der Schweiz die Fläche von 3500 Fussballfelder. Sie könnten Ersatzlebensraum für bedrohte Tiere und Pflanzen sein und der Bundesbetrieb hat auch die Zielvorgabe bis 2030, 20 Prozent der Böschungen naturnah zu pflegen. Aufgrund des internen Spardrucks erreichen die SBB aktuell gerade einmal 5%.
Economiesuisse schätzt den Wert einer intakten Natur für den Schweizer Tourismus auf 19,3 Milliarden Franken pro Jahr und Agroscope die jährliche Bestäubungsleistung auf rund 350 Millionen Franken. Was auf uns zukommt, wenn das Artensterben ungehindert weitergeht und solche Ökosystemleistungen einbrechen, zeigt eine Kostenschätzung des Bundesrates: «ein Nichthandeln in der Schweiz würde ab 2050 Kosten von jährlich 14 bis 16 Milliarden Franken verursachen.»
Die Biodiversitätsinitiative, über die am 22. September abgestimmt wird, verlangt deshalb von Bund und Kantonen, dass sie die erforderlichen Mittel zum Erhalt der Lebensgrundlagen bereitstellen. Der Bundesrat schätzt die Umsetzungskosten auf rund 400 Millionen Franken pro Jahr, ein Bruchteil der geschätzten Folgekosten des Biodiversitätsverlustes. Mit einem JA am 22. September hinterlassen wir den künftigen Generationen anstatt eines Schuldenbergs eine intakte Natur.
Weitere Informationen:
- Unterhalt Biotope nationaler Bedeutung
- Gewässerrevitalisierungen
- Ökologische Sanierung Wasserkraft
- Ersatzmassnahmen Wasserkraft
- SBB Böschungsunterhalt
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Foto: Raphael Weber
«Touristische Naturerlebnisse gibt es nur mit intakter Biodiversität»
Pro Natura Magazin: Warum sagen Sie als Vertreter der Tourismusbranche Ja zur Biodiversitätsinitiative?
Claudio Föhn: Für alle, die in der Schweiz Ferien machen, steht das Naturerlebnis im Vordergrund. Das zeigen verschiedene Gästebefragungen. Und um dieses Naturerlebnis weiterhin anbieten zu können, brauchen wir die Biodiversität. Nur wenn wir sie schützen, können wir die Attraktivität der Schweiz als Tourismusland erhalten. Positiv an der Initiative ist zudem, dass sie schutzwürdige Ortsbilder und Kulturdenkmäler bewahren möchte. Auch das ist für unsere Gäste attraktiv.
Der Tourismus kann durch eine intakte Biodiversität also nur gewinnen?
Ja, genau. Und wir unsererseits müssen naturnahe, sanfte Angebote schaffen, die das Naturerlebnis in den Vordergrund stellen. Mit geführten Themenwanderungen zum Beispiel zu Amphibien oder Kräutern oder auch mit Hilfseinsätzen wie dem Wiedervernässen von Moorlandschaften oder der Bekämpfung von Neophyten. Oder nehmen wir als Beispiel regional produzierte Lebensmittel. Diese sind für unsere Gäste attraktiv. Beim Wandern tagsüber sehen sie weidende Kühe und am Abend essen sie Käse, der aus der Milch dieser Kühe produziert wurde. Solche Naturerlebnisse gibt es aber nur mit einer intakten Biodiversität, denn sie ist die Basis für die Lebensmittelproduktion.
Der Verlust der Biodiversität ist also auch für den Tourismus ein Problem?
Ja. Ich denke hier beispielsweise auch an Wildtiere, die man nicht mehr beobachten kann, weil es sie nicht mehr gibt oder weil ihre Lebensräume verschwinden. So wie die Murmeli, die immer weiter in die Höhe flüchten müssen. Die Initiative fordert, mehr Flächen für die Biodiversität zu schützen. Wie müsste dies geschehen, damit auch der Tourismus profitiert? Wichtig ist für uns, dass diese Flächen weiterhin zugänglich sein müssen, auch wenn das nur ein Wanderweg ist. Das Naturerlebnis muss möglich bleiben. Dass das funktioniert, sehen wir am Schweizerischen National park. Man kann ihn durchwandern, muss aber auf den Wegen bleiben und es ist klar geregelt, was im Park gemacht werden darf und was nicht. Das klappt sehr gut, ganz nach dem Motto: nützen und schützen.
Hier in Arosa haben wir bereits zwei verschiedene Arten der touristischen Nutzung. Im Skigebiet rund ums Weisshorn einerseits gibt es bestehende Anlagen, die weiterhin fürs Skifahren genutzt werden müssen. Auf der anderen Seite haben wir sanften Tourismus. Beispielsweise beim Schiesshorn. Dort hat es Wanderer oder vielleicht auch mal einen Biker, aber keine touristische Infrastruktur. Darauf können wir aufbauen. Wichtig ist, dass wir im Dialog herausfinden, wo wir welche Art von Tourismus zulassen wollen. Dann profitieren alle.
BETTINA EPPER, Redaktionsleiterin Pro Natura Magazin.
Claudio Föhn ist seit 2022 bei Arosa Tourismus für die Umsetzung der destinationsweiten Nachhaltigkeitsstrategie Arosa 2030 zuständig. Ziel ist die nachhaltige Entwicklung des Tourismus, damit auch zukünftige Generationen reisen können. Als gutes Beispiel für das Engagement von Arosa Tourismus dienen die ersten Biodiversitätstage, die künftig jedes Jahr durchgeführt werden. Auf dem Programm der Veranstaltung, die eine Woche dauerte, standen Exkursionen, Vorträge und Workshops.
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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
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«Die Landwirtschaft und die Biodiversität gehen Hand in Hand»
Pro Natura Magazin: Auf Ihrem Milchviehbetrieb gelten 50 Prozent der Wiesen und Weiden als Biodiversitätsförderflächen (BFF). Das erstaunt: Landwirtschaftliche Produktion und Förderung der Biodiversität werden oft als «unvereinbar» dargestellt.
Braida Dür: Die Landwirtschaft und die Biodiversität gehen Hand in Hand. Es ist ein Miteinander und nicht ein Entweder-Oder. Ohne Landwirtschaft gäbe es diese wunderbaren Blumenwiesen mit ihrer Insektenpracht nicht. Sie würden innert weniger Jahre verbuschen und bald verwalden. Umgekehrt profitiert die Landwirtschaft von der Biodiversität. Diese hält die Böden fruchtbar und gesund, sichert die Bestäubung der Kulturpflanzen und sorgt für stabile Erträge. Zudem schafft sie mehr Nutzungselastizität.
Was verstehen Sie darunter?
Ungedüngte artenreiche Wiesen schiessen weniger schnell in die Höhe als intensive Wiesen. Wenn es, wie beispielsweise diesen Frühling, lange regnet, muss man nicht gleich befürchten, dass das ganze Futter umknickt und dann die Futterqualität schlecht ist. Auch bei der Weideführung ist der Spielraum um einiges grösser.
Die Erträge fallen aber tiefer aus.
Das ist so. Auf unseren Wiesen und Weiden würde bedeutend mehr Futter wachsen, wären sie stärker gedüngt. Ich bin aber überzeugt, dass die artenreiche Zusammensetzung der Wiesen und Weiden zu Futter mit einer grösseren Vielfalt an Inhaltsstoffen führt und damit auch zu ernährungsphysiologisch wertvolleren Lebensmitteln. Der ökonomische Druck ist aber so hoch, dass viele Bäuerinnen und Bauern vor allem die Nachteile sehen: tiefere Erträge, höheren Arbeitsaufwand.
Was erhoffen Sie sich von der Biodiversitätsinitiative?
Ich finde die Biodiversitätsinitiative etwas vage formuliert, sie lässt viel Interpretationsspielraum zu. Nichtsdestotrotz betont sie, wie wichtig es ist, die Biodiversität zu schützen. Ich erhoffe mir davon, dass wir uns weg vom Schwarz-Weiss-Denken hin zu einer biodiversitätsfreundlichen Produktion von nachhaltigen und gesunden Lebensmitteln bewegen. Das erfordert ein Überdenken der bisherigen Regelungen. Ich bin überzeugt, dass man mit kreativen und intelligenten Massnahmen die Biodiversität erhöhen kann, ohne dass die Lebensmittelproduktion verringert wird. Beispielsweise findet man auf Wiesen, die nur mit etwas Mist gedüngt werden, eine recht hohe Artenvielfalt vor und gleichzeitig ermöglichen sie auch eine bedeutend höhere Futterproduktion als ungedüngte Wiesen und Weiden.
NICOLAS GATTLEN ist Reporter des Pro Natura Magazins.
Braida Dür (42) lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Couvet/NE im Val-de-Travers. Auf 1100 Metern über Meer bewirtschaftet das Paar seit vier Jahren einen 50 Hektaren grossen Hof, «La Ferme sur le Crêt». Der Bio-Knospe-Betrieb ist auf Milchwirtschaft ausgelegt: Die 33 Kühe sind vom Frühling bis im Herbst Tag und Nacht draussen auf der Weide und die Kälber bleiben bis zu vier Monate lang in Kontakt mit ihren Müttern. Die Milch wird zu Käse (Bio-Gruyère) verarbeitet.
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«Energiewende und Biodiversitätsschutz ergänzen sich bestens»
Pro Natura Magazin: Sie sprechen sich dezidiert gegen Solarparks in den Alpen aus. Zum Schutz der Biodiversität?
Arnaud Zufferey: Indirekt ja. Vor allem aber finde ich die Idee absurd, die letzten unberührten Flächen zu zerstören, solange die vorhandene Bausubstanz noch andere Optionen hergibt, zum Beispiel bei Luftseilbahnen, privaten Balkonen, Staumauern oder Gebäudedächern in der Stadt. Die Projekte mit alpinen Solarparks sind die Auswüchse dessen, was ich schon seit über 15 Jahren kritisiere: dass wir das Pferd am Schwanz aufzäumen. Man möchte die Energiekrise über mehr Angebot lösen, nicht über weniger Nachfrage.
Ist die Produktion von Energie denn besonders stark für die Zerstörung der Natur, und damit der Biodiversität, verantwortlich?
Man kann die Energiebranche sicher nicht als Totengräberin der Biodiver sität bezeichnen, aber sie hat ihren Anteil. Gleichzeitig darf man die Landwirtschaft, die Mobilität, das Bauwesen, den Tourismus usw. nicht ausblenden, die alle unsere Ressourcen wie Böden und Landschaft übernutzen. Leider erhalten wir keine Push-Meldung auf unserem Smartphone, die uns mitteilt, wenn wieder etwas schiefläuft und das nächste Stück Biodiversität verloren gegangen ist.
Dann hat die Biodiversitätsinitiative trotz ihrer eher allgemeinen Stossrichtung ihre Berechtigung?
Absolut. Ich erachte die Tatsache, dass die Ziele allgemein formuliert sind, sogar als Stärke. Damit kann man dem Vorwand «Gute Idee, aber falscher Ansatz» gleich den Wind aus den Segeln nehmen. Für mich geht es bei der Biodiversitätsabstimmung um etwas Grundsätzliches: Dass wir in der Pflicht stehen, unseren Ressourcen und unseren Lebensgrundlagen Sorge zu tragen. Ich kann nicht nachvollziehen, wie man da dagegen sein kann.
Äussert sich mit dem Argument Biodiversitätsschutz überhaupt noch jemand beispielsweise gegen Windkraftanlagen?
Die Zeiten, als man gegen beides sein konnte, sind vorbei. Wenn man die Probleme in der richtigen Reihenfolge angehen würde – erstens Energie sparen, zweitens Energie effizienter nutzen, drittens erneuerbare Energien fördern – bräuchte man keine Landschaften zu verschandeln. Und man würde auch nicht mehr darüber diskutieren, ob es möglich ist, einen Windpark in einem Flachmoor zu errichten oder ob Solarparks in den Alpen annehmbar wären. Wenn man die Prioritäten richtig setzt, geht alles – und das erst noch gut.
Die Annahme der Initiative würde der Energiewende also nicht im Wege stehen?
Ganz und gar nicht – Energiewende und Biodiversitätsschutz ergänzen sich bestens. Ich verweise gerne darauf, wie viele Windkraftanlagen wir allein durch weniger Stromverbrauch einsparen könnten: In der Schweiz beträgt das Einsparpotenzial bei öffentlichen Beleuchtungsanlagen, die zwischen 1 und 5 Uhr morgens laufen, ca. 144 GWh, das entspricht 29 grossen Windrädern. Wenn wir die Energiewende überlegt angehen, können wir die Auswirkungen auf die Biodiversität begrenzen.
Florence Kupferschmid-Enderlin, Redaktorin französischsprachige Ausgabe Pro Natura Magazin.
Arnaud Zufferey ist Umweltingenieur der ETH Lausanne und selbständiger Energieberater. Er ist seit über 17 Jahren im Energiebereich tätig. Von 2009 bis 2012 war er Gemeinderat in Siers (VS) und von 2012 bis 2018 Professor an der Fachhochschule Wallis. Er hält in der Romandie regelmässig Vorträge zu Themen wie Energie und Lichtverschmutzung. Zufferey ist zudem Gründer der Plattform www.energuide.ch über die Energiewende.
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«Wir können die Trendwende schaffen»
zur sache
Ohne Biodiversität keine fruchtbaren Böden, keine Bestäubung – 80 Prozent der wichtigsten Kulturpflanzen sind davon abhängig – und damit keine gesunden Nahrungsmittel. Biodiversität ist auch Voraussetzung für prosperierende, vitale Wälder, die für den Klimawandel gewappnet sind. Und weshalb zieht es uns in unserer Freizeit und in unseren Ferien nach draussen? Richtig: wegen der vielfältigen Natur, abwechslungsreichen und typischen Landschaften sowie charakteristischer, unverwechselbarer Ortschaften. Und die Förderung erneuerbarer Energien? Biodiversitätskrise und Klimakrise verstärken sich gegenseitig und können nur gemeinsam gelöst werden. Artenreiche Lebensräume mildern den Klimawandel, und sie passen sich besser und rascher an ihn an. Der Energiewende steht die Biodiversitätsinitiative nicht im Wege.
Das alles zeigt: Die gegnerische Kampagne greift ins Leere; sie argumentiert mit Szenarien, die mit den Inhalten der Biodiversitätsinitiative rein gar nichts zu tun haben. Der Tourismus, die nachhaltige Energieproduktion, die Nahrungsmittelproduktion und die Holzwirtschaft sind alle auf intakte Lebensgrundlagen angewiesen – mit Leistungen, die für uns existenziell sind und die nicht einfach mit technischen Lösungen ersetzt werden können. Mit ihrer grobschlächtigen, auf bodenlosen Behauptungen und Falschaussagen basierenden Kampagne verfolgt die Gegnerschaft das Ziel, diffuse Ängste in der Bevölkerung zu schüren. Sie verkennt die existenzielle Bedeutung der Biodiversität als unsere Lebensgrundlage. Und sie stellt den grossen Handlungsbedarf in Abrede.
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Dabei anerkennen auch Bundesrat, Kantone, Städte und Gemeinden, dass wir zur Biodiversität unbedingt Sorge tragen müssen. Die Wissenschaft spricht vom Beginn eines sechsten Massenaussterbens – mittendrin die Schweiz, wo der Handlungsbedarf im internationalen Vergleich besonders gross ist. Der Anteil gefährdeter Arten übersteigt deutlich jenen unserer Nachbarländer, und er ist gemäss OECD höher als in den meisten anderen Industrieländern. Schlusslicht hingegen sind wir europaweit bei den Schutzgebieten – zusammen mit Bosnien-Herzegowina und der Türkei. Vorbei der Pioniergeist und die Vorreiterrolle der Schweiz, wo vor über 100 Jahren der erste Nationalpark im Alpenraum geschaffen worden ist (mit Pro Natura als einer der Gründerorganisationen).
Unsere Verantwortung gegenüber kommenden Generationen erfordert eine ernsthafte Debatte. Darum ruft die Biodiversitätsinitiative in einem Appell zu einer faktenbasierten und respektvollen Auseinandersetzung zur Biodiversität auf. Diesen Appell haben bis Ende Juni rund 25 000 Personen unterschrieben – ein deutliches Zeichen.
Wenn wir jetzt nicht handeln, wirds teuer
Folgende, wenig verbreitete Zahl mag den dramatischen Lebensraumverlust der letzten Jahrzehnte verdeutlichen: Seit 1900 haben wir etwa 7600 Quadratkilometer an artenreichen Lebensräumen verloren: Trockenwiesen, Auen, Moore. Das entspricht der Fläche der Kantone Bern und Freiburg oder fast einem Fünftel unserer gesamten Landesfläche! Die schleichende Zerstörung unserer Natur, die Verluste von Landschaft und Baukultur haben wirklich ein alarmierendes Ausmass erreicht – mit gravierenden Auswirkungen auf unsere Gesundheit, auf die Wirtschaft und auf die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder.
A propos Wirtschaft: Wenn wir jetzt nicht handeln, wirds sehr teuer: Der Bundesrat hat errechnet, dass die Kosten für das Nichtstun bis im Jahre 2050 14 bis 16 Milliarden Franken jährlich betragen werden, 2 bis 2,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Auch das «Das World Economic Forum WEF» stuft die Risiken, die mit dem Verlust von Biodiversität verbunden sind, für die globale Wirtschaft und unseren Wohlstand als sehr hoch ein. Kommt hinzu: Schützen und Nutzen schliessen einander nicht aus. Im Gegenteil. In den allermeisten Gebieten gehen Schützen und Nutzen Hand in Hand. Eine angepasste wald- und landwirtschaftliche Bewirtschaftung ist möglich – ja teilweise sogar nötig, um die Schutzziele zu erreichen. Und die Gelder zur Förderung der Biodiversität fliessen direkt in die Regionen: Rund 40 Prozent an regionale Baufirmen sowie Planungs- und Unterhaltsbüros, weitere rund 40 Prozent an die Landwirtschaft. Der Rest finanziert Aufwände der Waldwirtschaft und der Gemeinden in den Regionen.
Ein Ja zu unserer Lebensgrundlage
Die Abstimmungskampagne ist eine grosse Chance, die Bevölkerung über Bedeutung und Zustand der Biodiversität zu informieren, den Handlungsbedarf aufzuzeigen und die Handlungsbereitschaft zu fördern – für ein JA am 22. September und für einen sorgfältigeren und zukunftsfähigen Umgang mit unseren Lebensgrundlagen über diesen Abstimmungssonntag hinaus.
Eine breite Allianz aus mittlerweile sieben Trägerorganisationen, 67 nationalen unterstützenden Organisationen, über 200 Partnern in den Kantonen, Hunderten lokalen Naturschutzorganisationen und rund 1900 Freiwilligen setzt sich für ein JA zur Biodiversitätsinitiative und damit für die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen ein (Stand Ende Juni). Das macht Mut und gibt Zuversicht, dass wir die dringend notwendige Trendwende schaffen. Mit einem JA zur Biodiversitätsinitiative geben wird Bundesrat und Parlament den Auftrag, die erforderlichen Flächen, Mittel und Instrumente festzulegen. Das ist kein Luxus, sondern es ist höchste Zeit dafür. Es geht um unsere Lebensgrundlagen. Darum: «Hallo Biodiversität!» statt «Tschüss Schweiz!»
URS LEUGGER-EGGIMANN, Pro Natura Geschäftsleiter
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Traurige Beweise des Biodiversitätsverlusts
Der Grosse Brachvogel (Numenius arquata)
Verantwortlich dafür ist ein noch grösserer Feind: Homo sapiens. Wir Menschen haben durch die grossflächige Trockenlegung von Feuchtgebieten dem Brachvogel die Lebensräume zerstört. Vor den grossen Entwässerungen im 19. Jahrhundert gehörte der Brachvogel noch zu den prägenden Vogelarten des Mittellands. Bereits in den 1960er Jahren wurden aber lediglich noch 40 Brutpaare gezählt, seit 2006 gibt es in der Schweiz keinen Brutnachweis mehr. Mit Glück kann der imposante Vogel nun nur noch als Wintergast oder Durchzügler während des Vogelzugs beobachtet werden.
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Der Raubwürger (Lanius excubitor)
Die grösste europäische Würgerart war einst in unserem Land weit verbreitet, seit 1986 ist er nun aber als Brutvogel verschwunden. Ihm fehlen Lebensräume, wie sie in der heutigen Landwirtschaft selten geworden sind: grossflächige, extensiv genutzte Wiesen, die mit vielen Strukturen wie Obstbäumen und Hecken versehen sind. Durch sein Verschwinden wurde der Raubwürger zum traurigen Exempel der ökologischen Verarmung unserer Kulturlandschaften.
Das Rebhuhn (Perdix perdix)
Ursache auch hier: die Mechanisierung und Industrialisierung unserer Landwirtschaft. Die Vögel fanden einst perfekte Lebensräume in offenen und strukturreichen Ackerbaugebieten, an die sie auch mit ihrem Tarnkleid perfekt angepasst waren. Den alarmierenden Bestandesrückgängen versuchte die Vogelwarte Gegensteuer zu geben und wertete im Rahmen von Artenförderungsprojekten im Klettgau (SH) und der «Champagne Genevoise» Lebensräume auf und siedelte importierte Rebhühner an. Vergebens: 2018 erfolgte die letzte Beobachtung eines Brutpaars.
Das Graue Langohr (Plecotus austriacus)
Aus dem Mittelland hat sich das Graue Langohr (Plecotus austriacus) längst verabschiedet, heute findet sich die Fledermaus nur noch entlang des Jurabogens – und auch das nur sehr sporadisch, denn sie ist vom Aussterben bedroht. Dem Grauen Langohr fehlt es an insektenreichen und pestizidfreien Jagdlebensräumen, es fehlt ihm an Sommerquartieren in Dachstöcken sowie Winterquartieren in Kellern oder Mauerspalten, es fehlt ihm an geeigneten und unverbauten Flugkorridoren ohne Lichtverschmutzung. Kurzum: Der Fledermaus fehlt es an biodiversen Lebensräumen!
Der Lachs (Salmo salar)
Bisher haben dies nur ganz wenige Einzelexemplare geschafft, und dies genügt bei Weitem nicht, um eine sich selbst erhaltende Lachspopulation zu etablieren. Vor gut hundert Jahren lebten noch Millionen von Lachsen im Rhein. Danach wurde der Fluss immer stärker verbaut, durch Flusskraftwerke zerstückelt, während sich die Wasserqualität nur noch verschlechterte und das Todesurteil der Rheinlachse besiegelte. Heute ist die Wasserqualität besser, und viele Kraftwerke sind durchgängiger für Fische geworden. Doch die grossen und bisher vergeblichen Anstrengungen zur Rückkehr der Lachse zeigen: Es lässt sich leichter zerstören als wiederherstellen. Und bei der Biodiversität besteht noch besonders grosser Wiederherstellungsbedarf.
Der Rhone-Streber (Zingel asper)
Der Region dient er immer noch als touristisches Werbeobjekt, doch vielleicht schwimmt im Doubs gar kein Roi du Doubs mehr. Die Bestände des Apron oder Rhone-Strebers (Zingel asper), wie der Fisch auch genannt wird, sind seit Jahrzehnten stark rückläufig.
Dieses Weibchen lebt nun in einem Becken des Aquatis Lausanne und wartet darauf, dass hoffentlich auch noch ein Männchen gefunden und eine Fortpflanzung möglich wird. Für den schlimmsten Fall hat es in Lausanne und dem Zoo Basel auch noch Aprons, die einem Zuchtprogramm mit Fischen aus den letzten kleinen (und genetisch unterschiedlichen) Schwesterpopulationen im französischen Rhone-Becken entstammen. Doch selbst wenn diese Fische eines Tages wieder ausgesetzt würden, träfen sie auf die immer noch gleichen Probleme: Zerstückelung des Flusses durch unüberwindbare Wehre, grosse Pegelschwankungen durch die Wasserkraft, teils stark belastete Wasserqualität und immer wärmere Wassertemperaturen.
Der Fischotter (Lutra lutra)
Zuletzt noch ein Hoffnungsschimmer: Unter den Hunderten von Tierarten, die sich auf unseren Roten Listen befinden, zeigt bei ganz wenigen die Tendenz nach oben – so etwa beim Fischotter (Lutra lutra). Als Folge von Jagd, schlechter Wasserqualität und zerstörten Lebensräumen galt das Säugetier in der Schweiz als ausgerottet. Weil sich seine Bestände in unseren Nachbarländern erholt haben, sind nun einzelne Exemplare wieder an Rhone, Inn, Rhein und Ticino gesichtet worden. Zudem haben zwei Exemplare, die dem Berner Tierpark Dählhölzli entwichen sind, an der Aare für Nachwuchs gesorgt. Mit diesem kleinen Bestand bleibt der Fischotter in der Schweiz vom Aussterben bedroht, doch die Anzeichen stehen gut, dass er in unsere Gewässer zurückkehrt. Dies ist möglich, weil sich die Wasserqualität verbessert hat, Ufer renaturiert und Hindernisse beseitigt wurden – ein wunderbares Beispiel, dass Fördermassnahmen für die Biodiversität rasch konkrete Folgen zeigen.
Von RAPHAEL WEBER, Chefredaktor Pro Natura Magazin
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Der Wolf und die Biodiversität auf den Schweizer Alpen – eine Einordnung
Die Rückkehr des Wolfes in die Schweiz führt insbesondere im Alpenraum zu kontroversen Debatten. Es wird über Nutztierschäden und Herdenschutz diskutiert und wolfskritische Kreise befeuern eine weitere These: Die Rückkehr des Wolfes schade der Biodiversität in den Alpen, weil sie die Sömmerung von Nutztieren und damit eine der Artenvielfalt förderliche Bewirtschaftung der Alpweiden verunmögliche. Jedoch gibt es keine wissenschaftlichen Studien, die dies belegen. Pro Natura hält es zudem für kontraproduktiv, einen Aspekt der Biodiversität gegen einen anderen auszuspielen. Wir können nicht den Wolf und seine ökologische Bedeutung gegen extensive Weiden und ihre Flora und Fauna ausspielen. Pro Natura ordnet die komplexe Thematik ein.
Die Alpen waren immer schon ein dynamischer, sich wandelnder Natur- und Kulturraum. Es gibt folglich nicht «die» Kulturlandschaft der Alpen. Die heute noch im Alpenraum bestehenden artenreichen Wiesen- und Weideflächen beispielsweise sind ein winziger Bruchteil der Flächen, die es im 19. Jh. in unserem Land gab. Gleichzeitig sind viele Alpen heute überdüngt, übernutzt und eintönig an Tier- und Pflanzenarten. Es gilt daher, die verbliebenen artenreichen, extensiven Standorte zu erhalten und angepasst zu bewirtschaften. Denn sie sind wichtige Rückzugsgebiete für seltene Tier- und Pflanzenarten.
Die Schweiz braucht wieder mehr Flächen mit freier(er) Naturentwicklung, auch in den Alpen, um ihre Biodiversität längerfristig zu sichern. Der Wolf bringt eine wichtige Dynamik in die von (zu) hohen Wildbeständen geprägten Bergwälder zurück und könnte dadurch indirekt die Waldverjüngung fördern. Er ist selbst Teil der einheimischen Artenvielfalt. Die alpinen Wolfsbestände (insbesondere in der Schweiz, Bayern und Österreich) haben aber noch keinen günstigen Erhaltungszustand erreicht, dennoch wird bereits massiv durch Abschüsse in sie eingegriffen. Für die ökologische Rolle, die der Wolf z.B. bei der Waldverjüngung spielt, sind aber jene Wölfe wichtig, die hierzulande leben, und nicht die hohen Wolfsbestände in Rumänien oder Kanada, auf die Wolfsgegner gerne verweisen. Wichtig ist, dass die Schweiz ihren Teil dazu beiträgt, dass eine gesunde Population an Alpenwölfen ihre ökologische Funktion für die hiesigen Wildbestände und Wälder erfüllen kann.
Extensive Sömmerungsweiden haben als Bewirtschaftungsform in den Alpen lange vor der Rückkehr des Wolfes stark abgenommen. Dafür gibt es verschiedene Gründe:
- Demographischer Wandel (Abwanderung in die Städte, Mobilität und Vielfalt der Arbeitsperspektiven für junge Berufsleute)
- Preiskonkurrenz globaler Märkte und sinkende Lebensmittelpreise
- fehlende Fachkräfte und Infrastrukturen (z.B. Hirtenunterkünfte, Brunnen, Wege)
- Kleinviehhaltung im blossen Nebenerwerb
All dies hat dazu geführt, dass die Beweidung von anspruchsvollen und arbeitsintensiven Flächen, wie sie auf den Alpen vorkommen, nicht mehr rentabel sind und in der Folge aufgegeben werden. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Kleinviehalpen aus vielen Gründen aufgegeben werden, die Wolfspräsenz dabei aber keine massgebliche Rolle spielt (1).
(1) Mink, S., Longinova, D., & Mann, S. (2023): Wolves` contribution to structural change in grazing systems among swiss alpine summer farms: The evidence from causal random forest. In: Journal of Agricultural Economics, 00, 1-17.
Nicht jede Form der Beweidung ist gut für die Biodiversität. Damit die Beweidung einer Fläche für die Biodiversität Vorteile bringt, müssen verschiedene Faktoren stimmen:
- Art und Rasse der Nutztiere in Bezug zu umwelträumlichen Faktoren (Hangneigung, Boden, Klima, Pflegeziele)
- Anzahl Nutztiere pro Fläche
- Beweidung über oder unter der Waldgrenze
- Dauer der Beweidung sowie Herdenführung
Nur wenige Schafrassen eignen sich beispielsweise, um einwachsendes Gehölz einzudämmen. Um eine gleichmässige Nutzung der Fläche zu gewährleisten, müssen Schafe regelmässig die Koppel wechseln. Oberhalb der Waldgrenze, wo die Mehrzahl der Schafe gesömmert wird, gibt es keinen einwachsenden Wald, den es durch die Beweidung zurückzuhalten gälte. Wo Nutztierherden weiden, ist oft kaum noch Platz oder Nahrung für Gämsen, Steinböcke oder Hirsche. Zudem können Krankheiten von Nutz- auf Wildtiere überspringen. Damit sie nicht in den Wald oder auf Moränen steigen und Wildtiere verdrängen, müssen die Herden beaufsichtigt werden.
Gebirgswälder sind nicht per se «dicht und artenarm» oder ökologisch weniger wert als extensive Weiden. Je nach Entwicklungsstadium weisen Wälder unterschiedliche Artenzusammensetzungen auf und gehen durch Stadien mit mehr oder weniger Biodiversität. Es gilt zudem, den Blick für das ganze Spektrum der Artenvielfalt zu öffnen (inkl. Bodenlebewesen, Pilze) und nicht nur mit einigen wenigen, liebgewonnenen emblematischen Arten des Naturschutzes zu argumentieren. Regionale Gesamtkonzepte für die Sömmerung könnten beim Entscheid helfen, welche Alpen vorrangig erhalten werden sollen und in welchen Gebieten eine Nutzungsaufgabe und Wiederbewaldung toleriert werden kann. Nur leider hinkt diese Gesamtplanung in den Kantonen hinterher.
Wie Untersuchungen im Schweizerischen Nationalpark gezeigt haben, übernehmen insbesondere Rothirsche durch ihr Weideverhalten die Funktion von Nutztieren und halten artenreiche Flächen frei.
Ein potenzieller Zielkonflikt zwischen extensiven Naturschutzweiden und der Rückkehr des Wolfes besteht auf einigen wenigen, lokal begrenzten Flächen. Nämlich auf kleinen, steilen Bergweiden unterhalb der Waldgrenze, die teilweise schwierig zu schützen sind. Es ist nicht zulässig, die Interessenkonflikte in diesen sehr spezifischen Situationen auf das gesamte Sömmerungsgebiet zu übertragen. Zum Schutz und Erhalt von Naturschutzweiden und Waldweiden unterhalb der Waldgrenze müssen Lösungen für eine Fortführung der Beweidung trotz Wolfspräsenz gefunden werden. Denkbar wäre z.B. eine Ausweitung von Zivildiensteinsätzen im Herdenschutz auch ausserhalb der Sömmerungsgebiete, mit einem eigenen Pflichtenheft für die Herdenschutz-Unterstützung und die Landschaftspflege auf Naturschutz- und Waldweiden, menschliche Nachtwachen (Freiwilligen-Projekte wie OPPAL), der Einsatz von leichten, behornten Robustrassen (Rinder) mit intaktem Feindabwehr-Verhalten oder sogenannter «Turbo-Fladry» (elektrifizierte Lappenzäune).
Herdenschutz ist das A und O der Nachbarschaft mit dem Wolf – und funktioniert sehr gut, wie die kontinuierlich abnehmenden Risszahlen pro Wolf in der Schweiz und der Vergleich mit ungeschützten Herden zeigen. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es auch hier nicht – die Reduktion der Risse ist jedoch wirtschaftlich wie psychologisch bedeutend.
Sämtliche Expert:innen und wissenschaftlichen Untersuchungen sind sich einig, dass Herdenschutz zufriedenstellend wirkt und unverzichtbar ist, selbst wenn Wölfe reguliert werden. Herdenschutz in den Alpen ist keine Frage der technischen Machbarkeit oder Finanzierung (mehr), sondern vor allem des zumutbaren Arbeitsaufwands. Bund und Kantone (Finanzierung, Beratung, Weiterentwicklung Herdenschutz) als auch Zivilgesellschaft (Freiwilligeneinsätze, Zivildienstleistende) sind aufgerufen, ihren Beitrag zur Unterstützung der Älpler:innen zu leisten, zum Beispiel auch durch angepasstes Verhalten bei Freizeitaktivitäten in den Bergen bei Präsenz von Herdenschutzhunden.
Das ökologisch fragwürdige Wolfsmanagement mittels «wolfsfreier Zonen» (schönfärberisch «Weideschutzgebiete» genannt) wie es in Schweden oder Norwegen zum Schutz der Rentierhaltung praktiziert wird, ist keine Lösung für den Umgang mit dem Wolf in den kleinräumigen Alpenländern. Es bestehen gar nicht die nötigen Flächen, um Viehwirtschaft und gesunde Wolfsbestände räumlich voneinander zu trennen. Zudem ist es angesichts der Tatsache, dass die Schweiz von Ländern mit wachsenden Wolfsbeständen umgeben ist, illusorisch zu denken, «wolfsfreie» Gebiete könnten mit verhältnismässigem Aufwand gesichert werden. Auch in den wolfsfreien Zonen würde es ohne Herdenschutz zu regelmässigen und in Einzelfällen zu massiven Rissen von Nutztieren durch Einzelwölfe kommen. Der Wolf als raumgreifende Art kann nicht in einigen kleinflächigen Schutzgebieten überleben – zum Erhalt der Art führt kein Weg an einem Nebeneinander in der Kulturlandschaft vorbei.
Trotz Schutzstatus können Wölfe in der Schweiz und Frankreich bereits heute reguliert werden, und auch in Deutschland und Österreich wurden die Schwellen für Abschüsse schadenstiftender Tiere deutlich gesenkt. In der Schweiz und Frankreich sind legale Abschüsse die häufigste Todesursache für Wölfe. Rund 20 Prozent des Bestands werden in Frankreich jährlich «entnommen». Das ist viel für eine eigentlich geschützte Tierart. Bei Angriffen auf Rinder oder Pferde besteht in der Schweiz sogar Nulltoleranz – bereits ein verletztes Tier reicht für den Abschuss des Wolfes, ohne dass Herdenschutzmassnahmen vorausgesetzt werden. Seit 2023 ist in der Schweiz auch das proaktive Regulieren von Wölfen erlaubt, sofern dies in plausiblem Zusammenhang mit einem grossen Schadenspotenzial steht.
Fraglos ist eine Regulierung der Wolfsbestände in der alpinen Kulturlandschaft notwendig, um einen Ausgleich zwischen den Interessen der Landwirtschaft und des Artenschutzes herzustellen, die Zunahme der Wolfsbestände zu bremsen und den vom Wolf direkt Betroffenen eine zusätzliche Handhabe zu geben, dort wo der Herdenschutz wiederholt versagt. Man darf sich von der Regulierung aber keine Wunder erhoffen, was den Rückgang von Nutztierrissen betrifft. Die Wolfsregulierung wird am ehesten dann zur Reduktion von Schäden beitragen können, wenn zugleich der Herdenschutz flächig umgesetzt ist. Denn auch ein einzelner Wolf kann in ungeschützten Herden grosse Schäden anrichten.
Der Wolf als Chance für die Biodiversität und die Alpen
Der Wolf ist in vom Menschen stark geformten Kulturlandschaften wie jenen der Alpen eine Herausforderung, das ist unbestritten. Ein Nebeneinander ist jedoch möglich. Dies zeigt die Realität in vielen europäischen Ländern, wo der Wolf nie verschwunden ist. In der Schweiz muss sich dieses Nebeneinander aber erst einspielen. Dabei kommen wir als Gesellschaft nur weiter, wenn wir die Koexistenz mit dem Wolf als Aufforderung zur Zusammenarbeit verstehen: Gemeinsam lernen, Lösungen suchen und umsetzen, heisst die Devise.
Weder die Berglandwirtschaft noch die Biodiversität der Alpen sind durch die Rückkehr des Wolfs dem Untergang geweiht. Es ist wichtig, in der Herausforderung auch die Chancen zu sehen:
- das ökologische Potential des Wolfes im Wald-Wild Kontext
- die gesellschaftlichen Chancen der Zusammenarbeit und Solidarität zwischen Stadt und Land
- die Verbesserung der Tierhaltung im Sömmerungsgebiet
Unbestritten ist, dass die Berggebiete bei den zahlreichen Herausforderungen, vor denen sie aufgrund Klimaerwärmung, Strukturwandel oder Wolf stehen, auf nationale Solidarität und Unterstützung angewiesen sind und dass ihre Expertise einen hohen Stellenwert bei jeglicher Lösungsfindung haben muss.
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Wolf und Alpwirtschaft: Pro Natura geht mit konkreten Projekte voran
Wolf hin oder her, es werden auch in Zukunft nicht sämtliche Weideflächen in den topographisch besonders schwierigen oder entlegenen Alpgebieten kontinuierlich beweidet werden können. Die Aufgabe von gewissen Flächen und die Rücknahme durch die «Wildnis» dürfen kein Tabu sein – ebenso wenig, wie die Regulierung des Wolfsbestands.
Pro Natura wird sich weiterhin mit konkreten Projekten politisch und kommunikativ für die Lösungsfindung im Umgang mit dem Wolf einsetzen, zum Beispiel:
- Wir erarbeiten konkrete Strategien, mit denen die extensive Beweidung in der oberen Bergzone aufrecht erhalten bleibt. Diese ist ökologisch besonders wertvoll.
- Wir bieten Herdenschutz-Exkursionen an, um das Wissen über sichere Begegnungen mit Schutzhunden zu verbreiten.
- Wir werden auch künftig Freiwilligenprojekte wie Pasturs Voluntaris (Webseite) oder OPPAL (Webseite) unterstützen. Solche Projekte entlasten die Älpler:innen in ihrem herausfordernden Alltag mit dem Wolf als Nachbarn.
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Der Bundesrat will unsere Lebensgrundlagen nicht ausreichend sichern
Unsere Natur ist unsere Lebensgrundlage – Bestäubung, fruchtbare Böden, sauberes Wasser, Schutz vor Naturgefahren, Klimaregulierung. Doch der Biodiversität in der Schweiz geht es schlecht. Laut dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) sind über ein Drittel unserer Tier- und Pflanzenarten gefährdet oder bereits ausgestorben. Rund die Hälfte der natürlichen Lebensräume ist bedroht.
Eine Trendwende ist notwendig. Der Bundesrat, die Kantone und der Nationalrat sprachen sich darum für einen indirekten Gegenvorschlag zur Initiative aus, um unsere Lebensgrundlagen zu sichern. Eine knappe Mehrheit des Ständerats verweigerte die Diskussion und ignoriert damit die Bedrohung für unsere Umwelt und für zukünftige Generationen.
Gemäss Bericht «Umwelt Schweiz 2022» sind die Massnahmen ungenügend
An der heutigen Medienkonferenz sagt Bundesrat Albert Rösti, dass bereits viel getan wird, und verweist auf bestehende Gesetze, den Aktionsplan Biodiversität, die zur Verfügung stehenden Mittel und private Initiativen. Doch die Realität und die wissenschaftlichen Fakten sagen anderes aus.
Laut dem Bundesratsbericht «Umwelt Schweiz 2022» sind die bisherigen Massnahmen nämlich unzureichend: «Fördermassnahmen zeigen zwar lokal Wirkung, doch die Biodiversität ist weiterhin in einem schlechten Zustand und nimmt weiter ab. (…) Die punktuellen Erfolge können die Verluste, welche vorwiegend auf mangelnde Fläche, Bodenversiegelung, Zerschneidung, intensive Nutzung sowie Stickstoff- und Pflanzenschutzmitteleinträge zurückzuführen sind, nicht kompensieren.»
Auch die Ziele der Strategie Biodiversität Schweiz werden mit den bisherigen Massnahmen nicht erreicht, wie die kürzlich publizierte Wirkungsanalyse zeigt: «… der Allgemeinzustand der Biodiversität in der Schweiz weiterhin unbefriedigend. Die Ziele der Strategie Biodiversität Schweiz (SBS) werden mehrheitlich nicht erreicht.»
Bundesrat publiziert den neuen Aktionsplan Biodiversität erst nach der Abstimmung
Die vom Bundesrat bis Mitte 2024 versprochene Publikation des «Massnahmenplans für die zweite Umsetzungsphase» (2025-2030) wurde jedoch auf nach der Abstimmung verschoben. Dies ist auch aus demokratiepolitischen Gründen problematisch. Ohne Klarheit vor der Abstimmung bleibt den Stimmbürgern nur die Wahl, die sprichwörtliche Katze im Sack zu kaufen oder mit einem Ja zur Biodiversitätsinitiative sicherzustellen, dass Bund und Kantone unsere Lebensgrundlagen und jene unserer Kinder und Enkelkinder besser zu schützen. Alle Zeichen deuten aber darauf hin, dass der neue Aktionsplan noch viel weniger wirksam sein wird als der bisherige.
Vorgesehene Mittel für die Biodiversität wurden vom Bundesrat gestrichen
Um die bestehenden gesetzlichen Grundlagen umsetzen zu können, muss der Bund die dazu erforderlichen Mittel bereitstellen. Doch genau da hapert es. Deswegen sind viele Biotope von nationaler Bedeutung, die Naturperlen der Schweiz, nicht fachgerecht unterhalten. Bei 75 Prozent der nationalen Biotope ist der Schutz heute ungenügend. Die Finanzierung des Schutzes der Biotope, welche über die Programmvereinbarungen sichergestellt wird, ist auch gemäss Bundesrat mangelhaft und nicht gesetzeskonform.
In der Dezembersession 2023 verabschiedete das Parlament mit dem Finanzplan 2025-2027 eine schrittweise Erhöhung der Mittel um 40 Mio., 60 Mio. und 81 Mio. CHF. Wenige Wochen später machte der Bundesrat diesen Entscheid des Parlaments rückgängig: In der Botschaft zu den Programmvereinbarungen im Umweltbereich (2025-2028) streicht er die zusätzlichen CHF 276 Mio. für Natur und Landschaft. Das Geschäft 23.081 wird an der Sitzung der UREK-N vom 12. und 13. August behandelt.
Schutz der Biodiversität, Klimaschutz und Landschaftsschutz gehen Hand in Hand
Der Bundesrat erklärte 2022, «dass Biodiversitätsverlust und Klimaveränderung eng miteinander verknüpft sind.» Tatsächlich sind Massnahmen zur Bewältigung dieser beiden Krisen möglichst zu kombinieren. Darum haben sich die Umweltorganisationen für das Stromgesetz engagiert. Die gleichen Organisationen setzen sich nun auch für ein JA zur Biodiversitätsinitiative ein. Ein Rechtsgutachten vom 13. Mai 2024 zeigt, dass die Annahme der Initiative keinen Einfluss auf die Umsetzung des Stromgesetzes hat.
Die Biodiversitätsinitiative schafft eine Grundlage, dass ökologisch wertvolle Gebiete geschützt, die Landschaften und das baukulturelle Erbe erhalten und die Artenvielfalt in der Schweiz bewahrt werden können. Mit dem Stromgesetz wird der Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben. Der Schutz unserer Lebensgrundlagen und die Energiewende sind nicht nur miteinander vereinbar. Sie müssen Hand in Hand gehen.
Auskunftspersonen:
- Pro Natura: Urs Leugger, Präsident Trägerverein, Geschäftsleiter Pro Natura, Tel. 079 509 35 49, @email
- BirdLife Schweiz: Raffael Ayé, Geschäftsführer, Tel. 076 308 66 84, @email
- Schweizer Heimatschutz: Peter Egli, Leiter Kommunikation, Tel. 044 254 57 06, @email
- Stiftung Landschaftsschutz Schweiz: Franziska Grossenbacher, Stv. Geschäftsleiterin, Tel. 076 304 43 58, @email
- Medienstelle Biodiversitätsinitiative: Manuel Herrmann, Tel. 078 765 61 16, @email
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Foto © Matthias Sorg