Progetti
Neue Heimat für Unken
Hinaus ans Wasser!
Stundenlang können Kinder, nicht selten in Begleitung ebenso begeisterter Erwachsener, Dämme bauen, Steine über die Oberfläche flitschen lassen oder Kleinlebewesen beobachten. Idyllisch mäandrierende Bachläufe sind in unserer dicht besiedelten Schweiz jedoch selten geworden. Schweizer Gewässer sind allzu oft verbaut, eingeengt und die Wasserqualität ist nicht immer so unbedenklich, wie es scheint.
Die Umweltbildung von Pro Natura lädt Schülerinnen und Schüler dazu ein, Fliessgewässer aus nächster Nähe zu erkunden. Im Zentrum stehen Fragen wie: Was macht ein naturnahes Ufer aus? Welche kleinen und grossen Lebewesen leben im Wasser – und was verraten sie über dessen Qualität? Und: Wie wirkt sich unser Verhalten im Alltag auf den Zustand dieser empfindlichen Lebensräume aus?
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Materialien für Ihren Unterricht
Bestimmungsfächer «Wirbellose»
Mit diesem Bestimmungsfächer kann die Wasserqualität von Fliessgewässern auf einfache Art ermittelt werden.
Der Fächer zeigt einfache Methoden auf und gibt Tipps zum geeigneten Material und der Durchführung. Die Wirbellosen werden ausführlich vorgestellt – auf der Vorderseite mit Bild und der Bezeichnung der Art in Deutsch, Französisch und Italienisch sowie auf der Rückseite mit den wichtigsten Merkmalen. Zur Beurteilung der Wasserqualität hat der Fächer einen rasch erkennbaren Farbcode. Die Piktogramme helfen bei der Klassifizierung der Wirbellosen.
Geeignet für: Zyklus 1 bis 2
Das Gewässerökosystem schützen
Pro Natura empfiehlt Ihnen, das Thema Fluss mit der Klasse zu vertiefen, nachdem Sie die Unterrichtsideen umgesetzt oder eine Animatura-Exkursion besucht haben. Unser Vorschlag: Organisieren Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern eine halbtägige Abfallsammlung am Flussufer, auf dem Pausenplatz oder in der Nähe der Schule! So kommen die Kinder aktiv ins Handeln, übernehmen Verantwortung für ihre Umwelt und stärken wichtige Kompetenzen wie Teamarbeit, Umweltbewusstsein und reflektiertes Denken – ganz im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).
Zum Abschluss der Aktion wiegen Sie den gesammelten Abfall und übermitteln das Gesamtgewicht an @email. Mit etwas Glück gewinnen Sie eine Animatura-Exkursion im Wert von CHF 150.– zu einem Thema Ihrer Wahl!
Reglement: An der Verlosung können nur Lehrpersonen der Zyklen 1, 2 und 3 der Volksschule teilnehmen. Pro Lehrperson dürfen mehrere Aktionstage organisiert werden.
Schulen werden aktiv! Stand seit dem 01.01.2026:
Hier finden Sie unser Poster zum Ausdrucken und Aufhängen im Klassenzimmer. Es motiviert Ihre Schülerinnen und Schüler zum aktiven Mitmachen und liefert praxisnahe Hinweise für die Durchführung einer Abfallsammelaktion mit der Klasse.
Quelle — bedrohte Unbekannte
Für Familien
Vögel im Wald und am Fluss
Das Vogelkonzert im Frühling ist immer eine grosse Freude. Doch wer singt denn da so inbrünstig? Auf dem Streifzug durch Wald und am Fluss lernen wir zusammen mit dem Wildbiologen Matthias Wüst, Projektleiter bei Pro Natura Zürich, die Sänger kennen und erfahren, weshalb sie sich so ins Zeug legen.
Für Familien mit Kindern ab 10 Jahren. Warme Kleider und gute Schuhe anziehen. Die Exkursion findet auch bei nassem Wetter statt. Falls vorhanden, Feldstecher und Fotoapparat mitnehmen.
Anmeldung beim Wildnispark Zürich nötig
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Dettagli dell'evento
Data
Luogo
Sihlwald
Dettagli
Preparazione
Costo
Erwachsene CHF 54, Kinder CHF 27. Rabatte: Kulturlegi, ZKB-Kund:innen
Perlen im Niemandsland
1. Lützel: Viele Grenzen und noch mehr Natur
Verloren im Niemandsland – so mag man sich an den Ufern der Lützel tatsächlich vorkommen. Der rund zwölf Kilometer lange Grenzabschnitt ist kaum besiedelt, und im Wesentlichen besteht dieses Tal, in das im Winter wenige Sonnenstrahlen dringen, nur aus zwei Komponenten: Zum einen ist das die kuriose «Route Internationale» – eine spärlich befahrene Strasse, die zwischen französischem Territorium (auf der orografisch linken Uferseite) und Schweizer Boden (rechtes Ufer) hin- und herschlängelt. Zum anderen besteht das Grenztal aus wilder Natur. Die Lützel mäandert hier durch üppige Auenwälder, in denen die Baumstämme von dickem Moos überzogen sind. Der Biber, der sich momentan entlang der Birs ausbreitet, wird in diesem Nebenfluss dereinst ein Paradies vorfinden.
Diesen Grenzabschnitt zu Frankreich touchieren nicht weniger als drei Kantone: Jura, Baselland und Solothurn. Und somit durchquert unser Fluss noch eine weitere Grenze – die Sprachgrenze – und wird von der Lucelle zur Lützel.
Vor ihrer Grenzwanderung speist die Lützel den Lac de Lucelle, ein malerisches Naturschutzgebiet. In der gleichnamigen Ortschaft Lucelle stand im Mittelalter noch ein riesiges Zisterzienserkloster mit einer der renommiertesten Bibliotheken Europas. Im Rahmen der französischen Revolution wurde aber ein Grossteil des Klosters liquidiert und zerstört, danach versank die nun winzige Ortschaft in der Bedeutungslosigkeit. Durch die verbleibenden Nebengebäude des Klosters verläuft heute mittendurch die Landesgrenze – passend zu diesem besonderen Ort im Niemandsland.
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Pro Natura
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Info
Titelbild: 1. Lützel © Raphael Weber
Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
Das Pro Natura Magazin nimmt Sie mit in die Natur. Es berichtet über kleine Wunder, grosse Projekte und spannende Persönlichkeiten. Prächtige Bilder und exklusive Angebote runden das Lesevergnügen ab. Alle Pro Natura Mitglieder erhalten das Magazin exklusiv fünf Mal im Jahr. Es blickt auf 48 Seiten hinter die Kulissen politischer Entscheide, präsentiert Forschungsergebnisse, erklärt die Natur. Und es schildert, wo, wie und warum Pro Natura für die Natur kämpft.
3. Doubs: Der leidende König
Er ist der König aller Grenzflüsse. Der Doubs bildet auf rund 43 Kilometern die Grenze zu Frankreich, mehrheitlich in einer tiefen und kaum besiedelten Karstschlucht, dem Clos du Doubs. Hier durchfliesst er wilde Auenwälder, enge Canyons, weite Kiesbänke, blühende Feuchtwiesen und formt grandiose Naturlandschaften. Pro Natura unterhält in der Schlucht mehrere Naturschutzgebiete.
Doch der Doubs wird auch malträtiert. Durch die Zuleitung von schlecht gereinigtem Siedlungsabwasser von den darüber liegenden Hochebenen. Durch Pestizide aus der Land- und Forstwirtschaft. Und durch zahlreiche Staumauern, meist ohne Umgehungsgewässer, die den Fluss zerstückeln, allen voran die monströse Staumauer von Le Châtelot mit 74 Metern Höhe. Deshalb steht die endemische Fischart Roi du Doubs unmittelbar vor dem Aussterben.
Die massiven Probleme sind schon lange bekannt. Doch die Lage im Niemandsland zwischen den Grenzen ist für den Doubs eben nicht nur ein Segen, sondern auch ein Fluch. Zwei Länder, mehrere Kantone und «Départements» haben die heisse Kartoffel während Jahrzehnten hin- und hergeschoben. Erst eine Klage von Pro Natura und weiteren Umweltverbänden bei der Berner Konvention hat nun zu ersten Verbesserungen geführt.
4. Rhone: 500 Kilometer vor dem Ende
Auch auf ihrem letzten Schweizer Teilstück bleibt die Rhone ein stark von Menschenhand geprägter Fluss. Unterhalb des Genfersees wird sie zweimal gestaut und hat deshalb ihre natürliche Dynamik verloren. Sonst aber schlängelt sich die Rhone hier durch malerische Landschaften und speist mehrere eindrückliche Auen. Deshalb bildet dieser Abschnitt des drittgrössten Schweizer Flusses, zusammen mit den einmündenden Tälern von Allondon und Laire, eines der elf Ramsargebiete der Schweiz.
Bevor die Rhone die Schweiz definitiv verlässt, formt sie auf sieben Kilometern noch die Grenze zu Frankreich. Danach bleiben ihr noch über 500 Kilometer bis zu ihrer Mündung ins Mittelmeer bei der Camargue.
5. Allondon: Mal ruhig, mal reissend
In der Restschweiz geht gerne vergessen, dass Genf mehr als «bloss» ein Stadtkanton ist und auch grandiose Naturlandschaften beheimatet. Eines der Beispiele dafür ist der Allondon, eines von rund 15 Grenzgewässern alleine im Kanton Genf. Auf seinen zwei Grenzkilometern fliesst er durch ein wildes Tal, in dem die Stadtnähe nicht erahnt werden kann.
Für Familien
Naturlabor am Teich 3
Was lebt denn da am Teich?
An einem Nachmittag pro Monat stehen Kescher, Lupe, Mikroskop und Bestimmungshilfen im Zentrum-Eichholz bereit. Bist Du der Forscher, der in unserem Labor die Posthornschnecke, den Wasserskorpion, die Armleuchteralge oder den gemeinen Hüpferling entdeckt?
geeignet für Kinder ab 7 Jahren, jünger nur mit Begleitung
Achtung! Bitte tragen Sie bei der Anmeldung die Anzahl Kinder und Erwachsene im Feld "Bemerkungen" ein
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Link correlati
Pro Natura BEDettagli dell'evento
Data
Luogo
Pro Natura Zentrum Eichholz
Dettagli
Preparazione
Costo
CHF 15.- pro Person, Familien max. CHF 30.-
Der Risibach kommt ans Licht
Giftspuren im Schnee
Am 12. März ist es wieder so weit: Rund 14 000 Langlaufbegeisterte schnallen sich in Maloja die Ski an und fiebern dem Start des «Engadiner» entgegen. 42 Rennkilometer liegen vor ihnen: eine langgezogene Skating-Strecke über drei zugefrorene Seen, gefolgt von kurzen Aufstiegen und einer langen Abfahrt nach S-chanf. In die Vorfreude mischt sich am Start die Sorge, ob man richtig gewachst hat und konkurrenzfähig ist. Das Arsenal an verfügbaren Hilfsstoffen ist immens und die Auswahl nicht einfach zu treffen. Immerhin eine Gewissheit gibt es in der Szene: Fluorwachse sind – gerade bei nassen Bedingungen und schmutzigem Frühahrsschnee – allen anderen Produkten überlegen. Kein anderer Wirkstoff weist Wasser und Schmutz (Pollen, Feinstaub) derart gut ab und lässt die Ski so schön gleiten.
Allerdings haben die Fluorcarbone ihre Schattenseiten: Sie sind giftig und bauen sich kaum ab. 2011 wies die schwedische Umweltwissenschaftlerin Merle Plassmann nach, dass Fluorwachse über Abrieb in die Umwelt gelangen. Sie hat Schnee auf den Loipen des «Wasalaufs» auf PFOA (Perfluoroktansäure)-Rückstände untersucht und fand besonders hohe Konzentrationen davon im Startbereich und auf den ersten Kilometern. Kurz darauf stellten Forschende in einem Skigebiet im norwegischen Trondheim hohe PFOA-Konzentrationen in Erdproben und Würmern sowie in der Leber von Waldwühlmäusen fest. Die Konzentrationen erreichten zwar kein toxisches Level, doch warnten die Forschenden, dass sich die PFOA weiter oben in der Nahrungskette (z. B. Fuchs, Wolf, Greifvögel) noch stärker anreichern.
«Hotspot» Silsersee
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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
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Die Meldungen aus dem hohen Norden weckten bei Radi Hofstetter, Präsident des Bündner Fischereiverbands, einen Verdacht: Lange war ihm rätselhaft, warum in den Engadiner Seen heute etwa 80 Prozent weniger Fische gefangen werden als noch vor zwanzig Jahren. Sind womöglich giftige Wachsrückstände auf den Seeloipen schuld? Hofstetter gab zusammen mit dem «K-Tipp» 2020 eine Untersuchung in Auftrag: Die Stichprobe in vier Engadiner Seen ergab, dass in 13 von 44 untersuchten Fischen PFOA vorhanden war. Am stärksten betroffen waren die Fische aus dem Silsersee, Startgebiet des «Engadiners»: Dort wies fast jeder zweite Fisch PFOA auf. Im «K-Tipp» bezeichnet die Umwelttoxikologin Joëlle Rüegg von der Universität Uppsala in Schweden die nachgewiesenen Werte bei den Fischen als «extrem hoch». Dass die PFOA für den Fischrückgang verantwortlich sind, ist damit aber nicht bewiesen.
Aufgeschreckt vom Medienecho, startete der Kanton Graubünden eine eigene Untersuchung in drei Seen: Lago Bianco, Lago Crocetta und Silsersee. Dabei wurden bei 83 Prozent der untersuchten Fische Spuren von Fluorverbindungen (PFAS, siehe Box) in der Leber festgestellt: in «geringfügigen Konzentrationen», wie man sie auch bei Fischen im Genfer- oder Bodensee finde. Die in Skiwachsen verwendete und als besonders giftig geltende Untergruppe der PFOA aber stellte man nur bei Fischen im Silsersee fest (10 von 40) – ein klarer Hinweis auf den Langlaufsport, denn auf dem Lago Crocetta und dem Lago Bianco werden keine Loipen gezogen. Wie die Stoffe auf die Fische wirken, lasse sich nicht genau abschätzen, sagt der kantonale Fischerei-Chef Marcel Michel. «Von einer akuten Schädigung gehen wir nicht aus. Chronische Belastungen, die sich negativ auf die Reproduktion und das Wachstum auswirken können, sind aber nicht auszuschliessen.»
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Angela Peter
- Die in Skiwachsen verwendete und als besonders giftig geltende Untergruppe der PFOA aber stellte man nur bei Fischen im Silsersee fest.
Es gibt heute keine Region mehr, die frei ist von PFAS-Chemikalien. Die Stoffe gelangen über die Luft und den Regen selbst in die -Antarktis und ins Tibetische Hochland. PFAS sind Kohlenwasserstoffverbindungen, bei -denen die Wasserstoffatome vollständig oder teilweise durch Fluoratome ersetzt wurden. Aufgrund ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften werden sie -beispielsweise in Skiwachsen, Outdoorjacken, Imprägniersprays, Kettenfetten und Kosmetika verwendet. Das Fatale an den Stoffen ist ihre Stabilität: Weder Mikroben noch Sonnenlicht können sie knacken. PFAS, die etwa aus Produkten, Fabrikschloten und Abwässern in die Umwelt gelangen, bleiben dort für Jahrzehnte. Sie reichern sich in Böden und Gewässern an, aber auch in den Organen von Tieren und Menschen, wo sie kaum abgebaut und ausgeschieden werden. Zwar wirken PFAS nicht akut giftig, doch ist bekannt, dass zumindest einige Vertreter zahlreiche gesundheitliche Schäden auslösen können. Die zwei giftigsten Klassen (PFOA, PFOS) sind heute in vielen Ländern verboten, doch weicht die Industrie auf andere, weniger gut untersuchte PFAS aus und wehrt sich vehement gegen die jüngsten Vorschläge aus EU-Gremien, die ganze Stoffgruppe aus dem Verkehr zu ziehen.
Verbot und Ausweichmanöver
In der EU wird PFOA als krebserzeugend und fortpflanzungsgefährdend eingestuft. Auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat die Stoffgruppe als krebserregend taxiert. Weil die Stoffe lange in Organismen bleiben und sich dort anreichern, lässt sich – im Unterschied zu rasch verfallenden Giftstoffen – keine «sichere Expositionsgrenze» angeben. Die EU hat die Verwendung von PFOA deshalb 2020 verboten; die Schweiz folgte ihr ein Jahr später. Damit waren die Wachshersteller gezwungen, Alternativen zu finden. Viele Produzenten stiegen einfach auf andere organische Fluorverbindungen um: Statt C8-Chemie (PFOA) nutzen sie nun kurz- und längerkettige Verbindungen (C4, C10 etc.). Das deutsche Umweltbundesamt warnt allerdings, dass diese genauso langlebig und mobil seien, und gab Studien zur Toxizität in Auftrag.
Der internationale Skiverband (FIS) hat für die Saison 2022/23 ein vollständiges Verbot von Fluorwachsen erlassen. Auslöser für den Entscheid war der Tod einer norwegischen Betreuerin, deren Gesundheit durch jahrelanges Skiwachsen geschädigt gewesen sein soll. Für den Breitensport aber gilt die Selbstverantwortung. Wer fluorfreie Wachse kaufen will, findet heute ein breites Angebot.
Genau hinschauen
Allerdings ist auch bei den fluorfreien Wachsen Vorsicht geboten: «Als Ersatz für florierte Verbindungen werden häufig Stoffe eingesetzt, die alles andere als unbedenklich sind», erklärt der Chemiker Peter Bützer, ehemals Dozent an der ETH und heute Consultant für Risikomanagement. Da die Hersteller weder auf den Verpackungen noch bei den Sicherheitsdatenblättern die verwendeten Stoffe angeben, hat Bützer die Patentliteratur durchforstet. «Da finden sich viele giftige und umweltschädliche Substanzen wie Siloxane, Gallium, Molybdändisulfid, Bornitrid, Nanopartikel und Mikroplastik, aber auch etliche Substanzen, die völlig ungenügend charakterisiert sind. Erst wenn die Wachshersteller ihre Rezepturen mit all den notwendigen Nachweisen für geringe Giftigkeit und minimale Auswirkungen auf die Umwelt offenlegen, kann man den Produkten vertrauen.»
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HasseChr
- Der internationale Skiverband (FIS) hat für die Saison 2022/23 ein vollständiges Verbot von Fluorwachsen erlassen.
Mit «Isantin» hat Peter Bützer eine eigene Wachslinie für Langlauf-, Touren- und Alpinski entwickelt. Das Wachs basiert auf dem Pflanzenfarbstoff Indigo, ist nachweislich umweltverträglich und verfügt über hervorragende Gleiteigenschaften, wie Tests zeigen, die das Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Februar 2019 durchführte. Im Temperaturbereich von minus eins bis acht Grad schlägt Isantin gar die fluorierten Wachse; einzig bei Nassschnee kommt das Naturwachs – so wie jede andere bisherige Wachsinnovation – nicht an die Fluorwachse heran.
Rein pflanzliche Skiwachse produzieren auch die US-Firma «MountainFlow» und das junge spanische Unternehmen «Nzero», das 2019 von der Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS) mit dem «Eco Award» für umweltfreundliche Entwicklungen in der Wintersportindustrie ausgezeichnet wurde. Die grossen Wachsmarken haben den Öko-Trend ebenfalls erkannt und führen neu auch «natürliche» Wachse im Sortiment. Toko etwa bietet seit 2021 mit «Natural Wax Universal» ein Produkt auf Basis von Paraffin- und Naturwachsen. Für die ambitionierten Läuferinnen und Läufer hat Toko eine natürliche «Performance»-Wachslinie entwickelt, die auf einer Kombination verschiedener Naturwachse basiert. Sie wird in der Saison 2023/24 in drei Varianten (für warme, normale und kalte Bedingungen) auf den Markt kommen.
Damit stehen nun auch die Alpinsportlerinnen und -sportler in der Verantwortung, durch bewusste Materialwahl ihren ohnehin schon naturnahen Sport auch noch umweltfreundlich auszuüben.
Nicolas Gattlen ist Reporter beim Pro Natura Magazin.
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Stefan Holm
- Erst wenn die Wachshersteller ihre Rezepturen mit all den notwendigen Nachweisen für geringe Giftigkeit und minimale Auswirkungen auf die Umwelt offenlegen, kann man den Produkten vertrauen.