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Uno dei quattro pilastri di Pro Natura è la protezione attiva dei biotopi e delle specie.
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Die Alp Flix weisst eine hohe Biodiversität auf
15.10.2024 Artenschutz

«Wir haben zu wenige Schutzgebiete, in denen Arten ein sicheres Zuhause finden»

Der Schweiz fehlt es an grossflächigen und gut vernetzten Biodiversitäts-Hotspots. Urs Tester, abtretender Leiter der Abteilung Biotope und Arten bei Pro Natura, zieht Bilanz zum Management von Naturschutzgebieten.

In der Schweiz gibt es keine Übersicht und Strategie, wie Schutzgebiete übers ganze Land verteilt und vernetzt werden sollen. Im jetzigen Flickwerk von Schutzgebieten mangelt es zudem an vielseitigen und qualitativ hochstehenden Naturschutzgebieten, die unterschiedliche Habitate vereinen und eine grosse Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten beheimaten – sogenannte Hotspots der Biodiversität.

Pro Natura sichert in der Schweiz über 800 Naturschutzgebiete, darunter auch einige Hotspots der Biodiversität. Eine kleine Auswahl davon, mit unterschiedlichen Eigenschaften, stellen wir in diesem Magazin vor. Parallel dazu unterhalten wir uns mit unserem abtretenden Abteilungsleiter Urs Tester über das Management von Naturschutzgebieten.

Pro Natura Magazin: «Welche Schutzgebiete braucht die Schweiz?»; diese Frage erörterst du im Buch, das zu deiner Pensionierung erscheint. Sind es vor allem grossflächige, gut vernetzte Schutzgebiete, wie wir sie in dieser Ausgabe vorstellen?

Urs Tester: Davon brauchen wir sicher mehr. Viele gefährdete Arten sind aufgrund ihrer Lebensweise auf grossräumige Gebiete angewiesen. Auch für die hochspezialisierten Arten brauchen wir grosse Schutzgebiete. Denn in kleinen, isolierten Gebieten ist das Risiko hoch, dass sie aussterben. Manchmal reichen zwei aufeinander­ folgende Hitzesommer oder Stickstoffeinträge aus der Nachbarschaft – und schon verschwindet eine Art aus dem Gebiet. In grossen Schutzgebieten fallen solche Einflüsse weniger stark ins Gewicht. Die spezialisierten Arten können sich dort besser halten. Zudem steigt mit der Grösse die Chance, dass Tiere und Pflanzen einwandern. Das zeigt sich auf Inseln: Je grösser sie sind, desto mehr Arten kommen dort vor.

Es spricht also viel für die Schaffung von grossräumigen Schutzgebieten.

Ja, aber mit wenigen sehr grossen Naturschutzgebieten lassen sich nicht alle geografischen Regionen und Lebensraumtypen der Schweiz abdecken. Es braucht also auch übers ganze Land verteilte kleinere Schutzgebiete. Wichtig ist zudem, dass die Schutzgebiete nicht zu weit auseinanderliegen und über sogenannte Trittsteine – zum Beispiel Hecken, extensiv bewirtschaftete Wiesen, Teiche, offene Bäche – miteinander vernetzt sind. Auch das sehen wir bei Inseln: Bei grösserer Distanz vom Festland oder von anderen Inseln nimmt die Artenzahl ab. Die «Inseltheorie» liefert uns also wichtige Argumente für den Aufbau eines solchen Biotopverbunds.

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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.

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Artenreiche Baumhecke bei Mümliswil-Ramiswil, SO Susanna Meyer
Artenreiche Baumhecke bei Mümliswil-Ramiswil, SO
In der Schweiz gibt es doch schon viele kleine Schutzgebiete. Jede Gemeinde hat einen geschützten Teich, einen ehemaligen Steinbruch oder ähnliches.

Das ist so, die Schweiz hat sehr viele sehr kleine Schutzgebiete. Sogar manche Biotope von nationaler Bedeutung sind nicht grösser als ein Handballfeld. Ein einzelner kleiner Teich kann keine Populationen sichern. Er kann als Trittstein dienen, sofern in der Nähe noch grössere Lebensräume vorhanden sind. In der Schweiz haben wir zu wenige Schutzgebiete, in denen Arten ein sicheres Zuhause haben oder Zuflucht finden. Pro Natura selber versucht, mit gutem Beispiel voranzugehen und zu einem funktionsfähigen Schutzgebietsnetz beizutragen: Wir sichern schweizweit 260 Quadrat­kilometer Naturschutzgebiete und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität. Es braucht aber noch weitere hochwertige Flächen.

Was zeichnet ein gutes Schutzgebiet aus?

Das Gebiet muss gut vernetzt sein und über eine ausreichend gros­se Pufferzone verfügen. Viele Schutzobjekte befinden sich mitten in einer intensiv genutzten Landschaft und sind vielfältigen Risiken ausgesetzt, beispielsweise Düngereinträgen, Pestiziden, Kunstlicht, Lärm, Verkehr. Je härter die Grenzen, umso anfälliger sind die Schutzgebiete. Idealerweise erfolgen die Übergänge vom Schutzgebiet in die intensiver genutzten Flächen fliessend. Das ist auch für das Landschaftsbild ein grosser Gewinn. Entscheidend ist schliesslich, wie das Gebiet gemanagt und gepflegt wird.

Was ist dabei zu beachten?

Zunächst einmal muss eine klare Zielsetzung gegeben sein: Welche Lebensräume will man erhalten oder aufwerten? Ein Managementplan gibt vor, wie diese Ziele zu erreichen sind. Und dann geht es an die Umsetzung: Schutzgebiete sind keine Selbstläufer, sie müssen betreut und weiterentwickelt werden. Das gilt auch für Gebiete, wo man die natürliche Dynamik wieder zulässt wie zum Beispiel in einem Naturwaldreservat oder in einer Aue. Mit einer guten Information und Besucherlenkung sowie der Präsenz von Rangerinnen und Rangern lassen sich Störungen vermeiden oder auf einem tiefen Level halten. Leider wird die Betreuung und Pflege in vielen kommunalen, kantonalen und nationalen Schutzgebieten vernachlässigt. In der Folge verlieren sie an Qualität. Flachmoore verbuschen, in Auen breiten sich invasive Neophyten aus, Hochmoore trocknen aus.

Was sind die Gründe?

Die mangelhafte Betreuung spiegelt die Geringschätzung wider, welche Teile der Gesellschaft der Natur entgegenbringen. Also ist auch die Politik nicht bereit, ausreichend Geld und Personal für die Entwicklung der Schutzgebiete bereitzustellen. Weil das Personal fehlt, erhalten Landwirte statt Wertschätzung für ihre Arbeit Standardpflegeverträge, haben keine Ansprechperson, und weil das Geld knapp ist, fehlt ihnen die Sicherheit, dass die Naturschutzbeiträge ausbezahlt werden. Das wirkt sich dann rasch auf ihre Motivation und die Qualität des Schutzgebiets aus.

Die Schweiz verfügt nur über wenige Schutzgebiete, in denen die Natur sich selbst überlassen wird. In den meisten Gebieten wird gemäht, beweidet, geschnitten oder gesägt. Wäre es nicht hilfreicher für die Natur, wenn mehr Wildnisgebiete ausgeschieden würden?

Viele Arten würden ganz klar profitieren, deshalb setzt sich Pro Natura seit vielen Jahren für mehr Wildnis ein. Die Schweiz ist aber auch reich an Kulturlandschaften mit spezifischen Artengemeinschaften. Ohne Kultur gäbe es einen Teil dieser Arten nicht bei uns. Die aus dem mediterranen Raum stammende Grosse Hufeisennase etwa oder der aus dem Nahen Osten eingewanderte Steinmarder konnten sich in der Schweiz nur ansiedeln, weil sie im Kulturland und im Siedlungsgebiet geeignete Lebensräume und Strukturen vorfanden. Auch die Ackerbegleitflora ist über die Kultur in die Schweiz eingezogen. Sie stammt zu grossen Teilen aus dem Nahen Osten und bereichert nun die Ackerbaugebiete unseres Landes – jedenfalls dort, wo man ihr den nötigen Raum gibt. Die Landschaftspflege ist also ein wichtiges Element zum Er- halt der Artenvielfalt. Wo die traditionelle Bewirtschaftung nicht mehr praktiziert wird, müssen wir sie durch Pflegemassnahmen nachahmen.

Simuliert wird in einigen Schutzgebieten auch die natürliche Dynamik von Gewässern, beispielsweise mit dem Bau von Tümpeln und Teichen oder mit ständigen Baggereingriffen in Kiesgruben, die als Ersatzlebensräume für typische Auenbewohner dienen sollen. Funktioniert das?

Es ist wohl die aufwändigste und herausforderndste Kategorie an Schutzgebieten: Weil Flüsse und Bäche nicht mehr frei fliessen und ihre Dynamik entfalten, braucht es Ersatzlebensräume, in de nen die natürliche Dynamik durch den Bagger ersetzt wird. Die Erfahrung zeigt, dass diese Massnahmen durchaus wirksam sind.

Gibt es eigentlich eine Art «Idealzustand», an dem sich der Naturschutz orientiert?

In dieser Hinsicht hat sich einiges geändert: Als man vor mehr als 100 Jahren den Schweizerischen Nationalpark einrichtete, hatte man noch ein statisches Bild der Natur. Man dachte, dass der Wald nach den grossen Rodungen im 19. Jahrhundert stetig wächst, bis er sich in ein quasi ewig anhaltendes Gleichgewicht setzt. Dieses Gleichgewicht galt als Idealzustand, den es zu erreichen gilt, nicht nur im Wald, in allen Ökosystemen. In den 1970er- Jahren veränderte sich die Sichtweise auf die Natur. Nun setzte sich die Idee von sich wiederholenden Zyklen durch. Wälder wachsen, brechen zusammen und wachsen wieder. Die Natur verändert sich also – aber stets auf dieselbe Art. Auch dieses Bild ist mittlerweile überholt. Die Natur verändert sich ständig, mit dem Klimawandel wird das augenfällig. Sie kehrt nicht mehr zu früheren Zuständen zurück, sondern bewegt sich spiralförmig weiter.

Was bedeutet diese Erkenntnis für das Management von Naturschutzgebieten?

Die Ziele für ein Schutzgebiet liegen nicht in der Vergangenheit. Es gelingt uns auch nicht, ein Moor oder eine Magerwiese zu konservieren. Mit guter Schutzgebietsarbeit können wir aber dazu beitragen, dass sich die Natur in Richtung Vielfalt entwickelt und nicht verarmt.

Von NICOLAS GATTLEN, Reporter, und RAPHAEL WEBER, Chefredaktor des Pro Natura Magazins.

Eine kleine Auswahl von Schutzgebieten

Vallon de Nant
Vaud

Naturschutzgebiet Vallon de Nant (VD)

Immenser Reichtum im wilden Hochtal

Stellen Sie sich vor: Im Vallon de Nant gedeihen auf nur 14 km2 über 600 verschiedene Pflanzenarten! Warum wollen die Pflanzen ausgerechnet hier wachsen? Ist da vielleicht immer warm und schönes Wetter? Mitnichten! Eisige Gletscherwinde, instabile Geröllhalden und Steinschlag geben dem Leben im Vallon de Nant erst seine Würze.

Eigentlich widerspiegelt die Diversität der Pflanzenwelt nur die Vielfalt der äusseren Bedingungen: Die Pflanzen haben hier die Wahl zwischen Kalk- oder Silikatuntergrund; aber ebenso zwischen den extremen klimatischen Verhältnissen der Talsohle (1'250 m.ü.M.) bis zu den Berggipfeln (bis 3'000 m.ü.M.). Den Spezialisten, welche nackten Gesteinsschutt bevorzugen, bieten Geröllhalden oder das Gletschervorfeld ideale Standorte.
Sogar die von uns als zerstörerisch empfundenen Steinschläge haben Potential: Sie reissen zwar Lücken in die Vegetation und bleiben mitten in der Wiese liegen. Doch Pionierpflanzen erobern schnell den offenen Boden. Andere Arten mögen besonders die mit Wasser und Staub gefüllten Ritzen und Spalten der Felsbrocken. Und wiederum Andere ducken sich hinter die grössten Stücke, zum Schutz vor dem kalten Gletscherwind.

Keine Ahnung von Botanik?

Kein Problem! Besuchen Sie bei Pont de Nant den Alpengarten Thomasia: 2'000 Pflanzen sind mit dem Namen beschriftet; eine Broschüre begleitet Sie bis zur anschliessenden Wanderung. Diese passen Sie am besten Ihren individuellen Möglichkeiten an: Bis zur Alp Nant folgen Sie auf guten Wegen dem Naturlehrpfad. Nicht Schwindelfreie und weniger Trittsichere kehren hier besser um; die weitere Wanderung führt durch Steilhänge und über rutschige Geröllhalden.

 

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Vorwiegend subalpine bis alpine Kalk- aber auch Silikatflora, Steinböcke und Gämsen.

Grosse Route ca. 6 Stunden, kleine Route ca. 4 Stunden.

Hunde sind an der Leine zu führen; Wege nicht befahren, auch nicht mit Fahrrädern.

Dettagli sulla riserva naturale

Accesso

Mit den SBB nach Bex, Postauto nach Les Plans-sur-Bex.

Servizi sul luogo

Alpengarten Thomasia (Broschüre auf Anfrage bei den Tourismusbüros Bex, Villars, Gryon - sowie beim Alpengarten).

Enzenau Turbenmoos
Svitto

Naturschutzgebiet Enzenau Turbenmoos (SZ)

Nasse Füsse zur Erholung

Zart schillern ihre Flügel, wenn sie im Morgenlicht über das Moor schwirrt. Eine Moorelfe? Nicht doch! Es ist eine Arktische Smaragdlibelle. In diesem Hochmoor konnte ihr Lebensraum durch ein gelungenes Renaturierungsprojekt gerettet werden. Im Sommer können Sie in der Enzenau - mit viel Geduld und Glück - den Tanz der Arktischen Smaragdlibelle beobachten.

Seit Jahrtausenden wachsen die Torfmoose in der Enzenau jährlich einen halben Millimeter in die Höhe. Sie bieten seltenen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause. Im 19. und 20. Jahrhundert begann man jedoch, das Moor zu entwässern - und es für die Brennstoffgewinnung abzutorfen. Das Wachstum im hochsensiblen Lebensraum wurde gestört, die Artenvielfalt war dadurch bedroht. Im Rahmen eines Renaturierungsprojektes hat Pro Natura, durch aktives Stauen und Auffüllen der Entwässerungsgräben, den Moorwasser-Spiegel wieder in Oberflächennähe gebracht. Die Torfmoose haben wieder nasse Füsse. Sie können sich allmählich erholen und erneut himmelwärts wachsen – einen halben Millimeter pro Jahr.

Als Gipfelstürmer oder Moorelfe…

…sind Sie auf eine abwechslungsreiche Wanderung eingeladen. Ab Feusisberg führt der Weg bald steil bergauf. Es gilt, viele hundert Treppenstufen zu erklimmen, bis Sie auf dem Etzel Kulm angelangt sind. Dafür können Sie sich nun an einem wunderbaren Rundblick erfreuen. Für den Abstieg nehmen Sie zunächst die Waldstrasse, folgen danach dem Wanderweg Richtung Büel und gelangen schliesslich in die Enzenau. Geniessen Sie diesen einzigartigen Lebensraum! Schnuppern Sie den Duft von feuchtem Torfmoos. Und gönnen Sie Ihren müden Füssen einen Wegabschnitt barfuss auf dem feuchten Waldboden. Bitte bleiben Sie jedoch auf dem Weg, um den sensiblen Lebensraum nicht zu stören.

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Moorlandschaft mit Hoch- und Flachmooren von nationaler Bedeutung.

Hunde sind an der Leine zu führen.

Dettagli sulla riserva naturale

Accesso

Mit der Südostbahn ab Wädenswil bis Schindellegi-Feusisberg, anschliessend mit dem Postauto bis Feusisberg, Riedhof. Rückfahrt ab Egg SZ, Post.

Rothenthurm
Svitto

Naturschutzgebiet Moorebene Rothenthurm (SZ)

Ausgleich für Seele und Natur

Gestresste Städter finden in den einsamen, leicht melancholisch anmutenden Moorlandschaften Ruhe und Erholung. Die stille Weite und die braunroten bis goldenen Herbstfarben des Rieds beleben die müden Seelen. Aber auch im Naturhaushalt wirken Moore regulierend.

Im kühlfeuchten Klima der Hochebene zwischen Biberbrugg und Rothenthurm haben sich über die Jahrtausende ausgedehnte Hoch- und Flachmoore entwickelt. Die in unversehrten Mooren allgegenwärtigen Torfmoose wirken im Wasserzyklus wie ein grosser Schwamm: Regnet es, so saugen sie sich voll. Wird es trocken, geben sie das Wasser langsam wieder an die Umgebung ab. So federn Moorlandschaften Starkniederschläge über weite Landstriche ab und wirken als natürlicher Hochwasserschutz. Ausserdem fallen in Mooren laufend abgestorbene Pflanzenreste an, die sich wegen der nassen Bedingungen nicht zersetzen. Der darin enthaltene Kohlenstoff wird als Torf über Jahrtausende gelagert. Moore werden deshalb zu Recht als Klima schützende CO2-Senken bezeichnet.

Schaurig schön ist’s, übers Moor zu gehn

Ab Altmatt bis Bibersteg säumen Riedwiesen Ihren Weg. Die Landwirte mähen diese nur einmal jährlich im Herbst; bodenbrütende Vögel können so ihre Jungen ungestört aufziehen. Sobald Sie die Biber gequert haben, erstreckt sich vor Ihnen die ganze weite Moorebene: Nur unterbrochen von kleineren Auen- und Moorwäldern und dem natürlich mäandrierenden Flusslauf. Im Hochmoor um Bubrugg stehen noch einige alte Hütten aus der Zeit der Torfstecherei. Hier singen oft und gerne die selten gewordenen Braunkehlchen und die Wiesenpieper.

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Moorlandschaft mit Flachmooren und einem der grössten Hochmoore der Schweiz.

Hunde sind an der Leine zu führen.

Dettagli sulla riserva naturale

Accesso

Mit der Südostbahn ab Pfäffikon SZ oder Wädenswil bzw. Arth-Goldau bis Altmatt (Halt auf Verlangen). Rückfahrt ab Rothenthurm.

Servizi sul luogo

Faltblatt, Führungen bei moorevent.ch.

Val Cama
Grigioni

Naturschutzgebiet Val Cama – Val Leggia – Val Grono (GR)

Eine Reise vom Mittelmeer bis zum Polarkreis

Ohne Fleiss kein Preis: Um die Füsse im kühlen Nass des wunderbaren Bergsees im Val Cama zu schwenken, müssen Sie erst einen Aufstieg von knapp 1'000 Metern bewältigen. Doch nicht erst am See gibt es Wunderbares zu bestaunen.

Unterwegs führt Sie der Weg immer wieder durch neue Waldgesellschaften. Mal befinden Sie sich in einem parkähnlichen Wald mit mächtigen, knorrigen Kastanienbäumen, mal in einem märchenhaften dunklen Tannenwald mit Farnen. Erhebliche Höhenunterschiede und unterschiedlich steile Berghänge sind der Grund, dass auf relativ kleiner Fläche 26 verschiedene Waldgesellschaften vorkommen. Auf der Wanderung fühlt es sich an, von den trockenen Eichenwäldern am Mittelmeer bis in die sibirischen Lärchenwälder zu wandern - und das innerhalb weniger Stunden.

Wichtiges Chaos

Schwer zugängliche Teile des Waldreservates werden bereits seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt. Der Wald wird wieder natürlich, überall liegen abgestorbene Bäume herum - ein grosses Chaos! Dieses Totholz übernimmt eine wichtige Funktion: Gefallene Bäume bringen Licht in den Wald und vergrössern so die Vielfalt. Pilze, Moose und Insekten besiedeln die vermodernden Bäume. Totholz ist aber nicht nur wichtige Nahrung, sondern dient Vögeln und Insekten als Wohnstätte.

Steiler Aufstieg mit atemberaubenden Aussichten

Von der Postauto-Haltestelle in Cama nehmen Sie das Strässchen, das über die Autobahn zum Weiler Ogreda führt. Beim Parkplatz steigt der Weg in einem 3 stündigen Fussmarsch steil hinauf zum Lagh da Cama. Dieser liegt eingebettet in einem imposanten Talkessel. Gleicher Rückweg - oder Übernachtung am See und nach einem weiteren Aufstieg den Abstieg durch das Val Leggia wählen.

Bitte beachten Sie, dass der in der swisstopo-App angegebene Weg und deshalb auch die in unserer Karte eingezeichnete Wegführung nicht aktuell sind. Wir hoffen, dass diese Aktualisierung bald erfolgt. Zudem ist der Rückweg aufgrund eines gesperrten Teilstücks über das Val Leggia nicht möglich (Sperrung zwischen Alp de Mea und Alp de Comun). Bitte folgen Sie den vorhandenen Wanderwegweisern vor Ort.

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Grösstes Waldreservat der Schweiz ausserhalb des Nationalparks. Wunderschöne Berglandschaft mit 26 verschiedenen Waldgesellschaften, Bergseen und Alpen.

Hunde sind an der Leine zu führen.

Steiler Aufstieg, Wanderschuhe und Verpflegung (Wasser!) erforderlich. Zweitägige Wanderung möglich mit Übernachtung am Lagh de Cama und Abstieg via Val Leggia.

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Accesso

Mit der Rhätischen Bahn von Chur bis Thusis oder der SBB bis Bellinzona. Von dort mit dem Postauto bis Cama.

Kaltbrunner Riet
San Gallo

Naturschutzgebiet Kaltbrunner Riet (SG)

Hospiz für weit gereiste Gäste

Im Frühling und Herbst herrscht Hochbetrieb im Kaltbrunner Riet. Auf ihren weiten Flügen, zwischen Nord und Süd, nutzen Zugvögel das Feuchtgebiet gerne für einen Zwischenstopp. Das reichhaltige Angebot an Nahrung - sowie die Rastplätze am offenen Wasser und in den Sumpfwiesen - sagt insbesondere Wat- und Wasservögeln zu.

Ohne ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem gäbe es dieses «Hotel» längst nicht mehr: Während der Melioration Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die gesamte untere Linthebene entwässert. Dadurch fielen riesige Riedflächen trocken. Nur dieses relativ kleine Gebiet bei Uznach blieb für die Tier- und Pflanzenwelt erhalten.
Die Bewässerung ist im Sommer so gewährleistet, dass sich die typischen Riedwiesenpflanzen entwickeln und Amphibien laichen können. Dabei wird der Wasserspiegel auf ein konstantes Niveau reguliert, damit die Nester der bodenbrütenden Vögel nicht überschwemmt werden. Im Herbst wird das Gebiet trockengelegt, um eine Mahd der Streuwiesen - sowie Unterhaltsarbeiten an Bewässerungsgräben - zu ermöglichen.

Suchen Sie sich Ihr Wunsch-Besuchsprogramm aus

Der flache Spazierweg eignet sich sehr gut für Familienausflüge mit Kleinkindern. Zwei Beobachtungstürme bieten spannende Aussichten auf die Brutplätze einheimischer Vögel und die Rastplätze durchziehender Zugvögel. Eine Ausstellung im Infozentrum vermittelt Wissenswertes zum Naturschutzgebiet und seinen Bewohnern. Das Infozentrum ist an den Wochenenden von Mitte März bis Ende Juni geöffnet. Auf Anfrage wird der Schlüssel zur Ausstellung, für Besuche ausserhalb der Öffnungszeiten, auch per Post zugestellt. Führungen für Gruppen oder Schulklassen sind möglich (auf Anfrage).

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Überrest einer einst ausgedehnten Sumpflandschaft, Brut- und Rastplatz für Wat- und Wasservögel, Amphibienlaichgebiet, seltene Riedpflanzen.

Hunde sind an der Leine zu führen.

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@email

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Accesso

Mit der Bahn nach Uznach, zu Fuss ins Naturschutzgebiet, kaum Parkplätze im Gebiet.

Servizi sul luogo

Faltblatt vorhanden, Führungen für Gruppen oder Schulklassen auf Anfrage.

Hagleren
Lucerna

Naturschutzgebiet Hagleren (LU)

Die herbe Schönheit des Moors

Tiefrot leuchtende Heidelbeer- und Preiselbeersträucher, dazwischen graugrüner Wacholder, knorrige Bergföhren - und je nach Wetter eine fantastische Aussicht auf die Rothornkette: Das erwartet Sie auf der herbstlichen Wanderung zum Moor-Bergföhrenwald von Hagleren.

Können Sie sich vorstellen, dass dieser Moor-Bergföhrenwald einmal ein Meeresboden gewesen ist? Vor 130 bis 50 Millionen Jahren lagerten sich im flachen Wasser eines Meeres feinste Gesteinsmaterialien ab. Während der Alpenfaltung wurde dieses Material zu wasserundurchlässigen Gesteinsschichten zusammengepresst und in die Höhe gehoben. Auf diesem Gestein konnten die Moorpflanzen wachsen. Besonders eindrücklich sind die Hangmoore auf dem Weg vom Haglerengipfel zum Bleikechopf. Hier wähnt man sich fast in einer Landschaft Nordeuropas. Auf dem Haglerengipfel und auf dem Nünalpstock haben Sie bei gutem Wetter einen herrlichen Ausblick auf das Brienzer Rothorn, die Schrattenfluh, die Rigi, den Pilatus und das Stanserhorn. Achten Sie unterwegs auf abgestorbene Stamm- und Wurzelreste von Bergföhren. Sonnt sich dort vielleicht eine Eidechse? Mooreidechsen sind typische Bewohner der Moorgebiete. Sie kommen bis in eine Höhe von über 1900 Meter über Meer vor. Im Gegensatz zu anderen Eidechsen-Arten legen Mooreidechsen keine Eier, sie gebären ihren Nachwuchs lebend.

Bevor Sie den Blick auf Moore und Berge geniessen können, müssen Sie den steilen Aufstieg von Sörenberg Platz zum Nünalpstock überwinden. Danach folgen Sie dem Gratweg bis zum Haglerengipfel und weiter zum Bleikechopf. Der Abstieg erfolgt über Mittlist Gfäl und Alpweid nach Sörenberg Post. Weil der Weg über Moorboden geht, kann es stellenweise sumpfig sein. Bleiben Sie trotzdem auf dem Weg. Die Pflanzen, welche im Moor wachsen, ertragen den Tritt der Wanderschuhe nicht.

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Hochmoor-Bergföhrenwald in der grössten Moorlandschaft der Schweiz.

Wege nicht verlassen, Hunde sind an der Leine zu führen, Feuer machen ist nicht erlaubt.

5 bis 6-stündige Bergwanderung (12km, ca. 800 Meter Höhenunterschied).

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Accesso

Mit dem Postauto nach Sörenberg, Platz; Rückfahrt ab Sörenberg, Post.

Servizi sul luogo

Moorlandschaftspfad Entlebuch.

Usser Allmend
Obvaldo e Nidvaldo

Naturschutzgebiet Usser-Allmend (OW)

Dornengestrüpp als Vorratsschrank

Im Gebüsch der Waldränder und Hecken, welche die Riedwiesen der Usser-Allmend wie ein Netz durchziehen, lebt ein Vogel mit ungewöhnlicher Vorsorgestrategie: Der Neuntöter fängt Käfer, Hummeln und andere Grossinsekten auf Vorrat. Er spiesst seine Beute zur Aufbewahrung an spitzen Dornen auf.

Nur wenig grösser als ein Spatz, macht der Neuntöter sogar Jagd auf Jungvögel oder Mäuse. Oft spiesst er diese Tiere erst einmal auf - und zerteilt sie später fein säuberlich. Trotz seiner vorausschauenden Lebensweise hat der Neuntöter ein Problem: Er findet kaum mehr geeignete Lebensräume. Mit der landwirtschaftlichen Intensivierung sind viele Hecken mit Dornensträuchern verschwunden. Zurück geblieben sind ausgeräumte Landschaften ohne Unterschlupf-Möglichkeiten. Dank Pro Natura bleibt die Usser-Allmend ein abwechslungsreich strukturiertes Gebiet: Es bietet Lebensraum für den Neuntöter sowie für weitere Vögel, Schmetterlinge, Libellen und Amphibien.

Bauernhäuser wie aus dem Bilderbuch

Ein sehr schön angelegter Waldlehrpfad begleitet Sie ab Giswil entlang des Dreiwässerkanals Richtung See. Folgen Sie der Signalisation zum Campingplatz, kommen Sie an einigen Tümpeln vorbei: Frösche, Kröten, Molche und Libellen nutzen diese gerne als Kinderstube. In den Riedwiesen, die Sie danach durchqueren, wachsen viele Pflanzenarten, deren Lebensräume immer seltener werden.
Der Rückweg führt Sie durch die Streusiedlung Grossteil. Vorbei an stattlichen alten Bauernhäusern mit schmucken Gärten - und durch eine traditionell-bäuerliche Kulturlandschaft mit Hecken und Hochstamm-Obstbäumen - geht es zum Bahnhof Giswil zurück.

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Von Hecken und Feldgehölzen durchzogene Riedwiesen sowie einige Weiher und Tümpel.

Hunde sind an der Leine zu führen.

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Accesso

Mit der Zentralbahn von Luzern oder Interlaken Ost nach Giswil.

Aeschenseeli
Glarona

Naturschutzgebiet Aeschensee (GL)

An einem schwarzen Tag geboren

Weit hinten, im Sernftal bei Elm, liegt verträumt ein kleiner See. Die Idylle der baum- und schilfbestandenen Ufer täuscht leicht über die Umstände hinweg, unter denen dieser See einst entstanden ist. Seine Existenz verdankt der Aeschensee nämlich dem Bergsturz vom 11. September 1881. Dieser ereignete sich als Folge des unsachgemässen Schieferabbaus am Tschingelberg.

1868 fingen die Leute an, am Tschingelberg den wertvollen dunklen Schiefer abzubauen. Während dreizehn Jahren schlugen die Bergarbeiter eine Kaverne von 180 m Breite und 20 m Tiefe in den Fels unter der Tschingelalp. Am 8. September 1881 verfügte der Gemeinderat einen sofortigen Abbaustopp, da sich Risse bildeten und der Berg zu kollabieren drohte. Und prompt: Drei Tage später donnerten hintereinander drei Felsstürze ins Tal. Die Felsbrocken begruben insgesamt 114 Menschen unter sich.

Der einzige See weit und breit

In der Folge staute der Felsschutt den Williwangbach zu einem schmucken, kleinen See. Ein ähnliches Gewässer gab und gibt es weit und breit kein zweites Mal. Frösche, Kröten und Libellen haben dies schnell bemerkt: Sie eroberten den Aeschensee für sich. Über die Jahrzehnte verlandete der See jedoch fast vollständig. 1983 hat Pro Natura das Renaturierungsprojekt zur Wiederherstellung des Aeschensees finanziell unterstützt. Bis heute steht der Aeschensee samt Uferzonen unter ihrer Obhut.

Auf den Spuren des Schieferabbaus

Der Aeschensee liegt etwas ausserhalb des Dorfes Elm. Vor Ort laden Ruhebänke zum Verweilen, Geniessen und Beobachten der Tierwelt ein. Wenn Sie mögen, besuchen Sie vorab im Dorfkern von Elm das Schiefertafelmuseum. Oder Sie steigen am Schluss der Wanderung den etwas rutschigen Pfad zum Plattenberg hoch. Dort zeugen rostende Gleise und verrammelte Stollen von der Bergbautätigkeit im Tal.

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Renaturierter Bergsturzsee mit typischer Ufervegetation und Laichplätzen für Amphibien.

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Accesso

Mit den SBB via Ziegelbrücke nach Schwanden, weiter mit dem Bus nach Elm, Haltestelle Elm Dorf. Rückfahrt ab Engi, Landesplattenberg.

Lebensraum Wiese
laufende Projekte

Aktuell fördern wir mit über 250 Projekten die Natur und die Artenvielfalt in allen Regionen der Schweiz. Dies ist nur dank Spenden und Mitgliederbeiträgen möglich. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.

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