Progetti
Exkursion
Exkursion "UNESCO-Weltnaturerbe Alter Buchenwald - Bettlachstock"
Naturkundliche Wanderung von der Haltestelle Bettlachrank auf den Bettlachstock auf fast 1300müM, weiter zum Restaurant Bettlachberg und wieder zurück zur Bushaltestelle. Vorbei an vielen alten Bäumen, versuchen wir verschiedene Vogelarten und Blumen zu entdecken.
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Pro Natura SODettagli dell'evento
Data
Luogo
Grenchen/Bettlachstock
Preparazione
Costo
20.-- für Nichtmitglieder. Das Busbillett und der Kaffee mit Kuchen sind vor Ort zu bezahlen.
Wald erhalten – Biodiversität und Lebensraum sichern
Aus Sicht der Naturschutzorganisationen Pro Natura, BirdLife Schweiz und WWF Schweiz ist die neue Wald- und Holzstrategie 2050, welche der Bundesrat heute verabschiedet hat, eine gute Grundlage, um den Wald als natürlichen Lebensraum und Wirtschaftsraum auch in Zukunft zu erhalten. Insbesondere begrüssen sie, dass der Erhalt der Waldfläche und die Förderung der Waldbiodiversität als zentrale Punkte verankert wurden und auch Wald- und Holzwirtschaft die Strategie mittragen.
Waldfläche im Mittelland nimmt bereits ab
Der Wald ist das Zuhause von rund 40 Prozent der einheimischen Arten, er sichert sauberes Wasser und Luft, stabilisiert den Boden, mildert die Auswirkungen des Klimawandels und bietet Erholung. Angesichts des politischen, klimatischen und gesellschaftlichen Drucks, dem der Wald heute ausgesetzt ist, ist es zwingend, die Artenvielfalt im Wald und seine Leistungen zu fördern.
Dazu ist es essenziell, die Waldfläche zu erhalten – wie es die neue Strategie fordert. Im Jura und Mittelland nimmt der Wald bereits ab, obwohl er dort als natürlicher Lebensraum und für die Naherholung besonders gefragt ist. Die meisten Mittellandkantone kennen zudem eine statische Waldgrenze. Das heisst, ihr Wald kann nicht mehr zunehmen, sondern durch Rodungen höchstens abnehmen. Und der Druck für solche Rodungen steigt. Entgegen der Behauptung aktueller politischer Vorstösse, kann der Verlust solcher Waldflächen nicht mit dem wachsenden Wald in den Alpen oder einem aufgewerteten Wald an anderer Stelle kompensiert werden. Nach einer Waldrodung in Neuchâtel oder Baden kann weder die dort ansässige Bevölkerung noch die Tier- und Pflanzenwelt auf eine Waldfläche im Maggiatal ausweichen. Wald ist standortgebunden und kann nicht anderswo kompensiert werden.
Es drohen Rodungen und Kürzungen
Nebst dem Erhalt der Waldfläche gilt es auch, deren Qualität zu fördern. Im Rahmen des Entlastungspakets droht jedoch die Kürzung von öffentlichen Geldern für die Waldbiodiversität. Diese dienen beispielsweise der Förderung von Alt- und Totholz, seltenen Baumarten, Eichenwäldern oder lichten Wäldern.
Mit einer raschen Umsetzung der neuen Wald- und Holzstrategie müssen jetzt alle beteiligten Akteure die Biodiversität und die Ausdehnung der Waldfläche, insbesondere im Mittelland und Jura sichern und entsprechenden Abschwächungen bestimmt entgegentreten.
Weitere Informationen:
Kontakt:
Pro Natura: Elena Strozzi, Projektleiterin Waldpolitik & Raumplanung, Tel. 079 555 33 79, @email
WWF Schweiz: Jonas Schmid, Mediensprecher, 079 241 60 57, @email
BirdLife Schweiz: Christa Glauser, Fachexpertin Wald, 044 740 29 57, @email
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Info
Gemeinsame Medienmitteilung von WWF Schweiz, BirdLife Schweiz und Pro Natura
Leitfaden für den respektvollen Waldbesuch
Wir Menschen erholen uns gerne im Wald. Dabei treffen unterschiedliche Ansichten und Motivationen aufeinander. Das kann zu Konflikten führen: zwischen Waldbesuchenden und dem Ökosystem, zwischen Waldbesuchenden untereinander sowie zwischen Waldbesuchenden und Waldeigentümerschaft. Pro Natura ist überzeugt, dass viele dieser Konflikte mit einfachen Verhaltens-Tipps entschärft werden können.
Deshalb haben wir gemeinsam mit anderen Organisationen einen Wald-Knigge für den respektvollen Waldbesuch erarbeitet. Mit einem Augenzwinkern werden die Waldbesuchenden in zehn Tipps aufgefordert, ein paar einfache Regeln zu beachten, damit es dem Wald und uns allen gut geht. Von A bis Z – wie Abfall bis Zapfen. Zuoberst steht der Respekt – gegenüber den Pflanzen und Tieren im Wald, gegenüber den Waldbesitzer/-innen und gegenüber anderen Waldbesucher/-innen.
Aussergewöhnlich ist das breite Spektrum der Trägerorganisationen: von den Waldeigentümern und dem Forstpersonal über die Umwelt- und Bildungsorganisationen bis zu den Sportverbänden, Pilzfans und Jägern sind alle Bereiche vertreten
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Wald-Knigge bestellen oder herunterladenUnnötiger Systemwechsel gefährdet den Schweizer Wald
Seit bald 150 Jahren dient das Schweizer Waldgesetz dem Grundsatz, den Wald in seiner Fläche zu erhalten. Nach einer Waldrodung muss daher die gleiche Fläche wieder aufgeforstet werden. Laut offiziellen Umfragen entspricht das auch eindeutig dem Wunsch der Schweizer Bevölkerung (78 Prozent spricht sich dafür aus). Mit der Annahme der Motion Würth «Für eine Flexibilisierung des Rodungsersatze» ist dieser Grundsatz heute jedoch empfindlich geschwächt worden.
Waldrodungen ohne Wiederaufforstung als Norm?
Gemäss der Motion des St. Galler Mitte-Ständerats Benedikt Würth soll neu mindestens 50 Prozent der gerodeten Waldfläche anstatt durch neuen Wald mittels Aufwertung bestehenden Waldes kompensiert werden. Aus Sicht von Forstwirtschaft und Naturschutz ist das ein gefährlicher Systemwechsel: weg vom Erhalt des Schweizer Waldes hin zu dessen Dezimierung. «Nach 150 Jahren erfolgreichem Einsatz für den Schutz und die Förderung des Waldes würde damit der Weg frei, Waldflächen zu roden, ohne sie wieder ersetzen zu müssen», empört sich Elena Strozzi, Verantwortliche Waldpolitik bei Pro Natura.
Das Ganze kommt zudem zur Unzeit: Der Schweizer Wald steht aktuell aufgrund von Klimawandel und Landnutzungskonkurrenz bereits stark unter Druck, wie der aktuelle Waldbericht 2025 des BAFU zeigt. Im Mittelland und im Jura nimmt die Waldfläche bereits ab. Viele Mittellandkantone haben um ihren Wald zudem bereits statische Waldgrenze gezogen. Hier kann der Wald planerisch nicht mehr wachsen, sondern nur noch abnehmen. «Genau in diesen Kantonen ist aber mit den meisten Rodungen zu rechnen», erklärt Strozzi. «Ohne Ersatz ist hier eine weitere Abnahme der Waldfläche vorprogrammiert.»
Rodungsersatz in Ausnahmen schon heute möglich
Dabei sieht das aktuelle Waldgesetz die Möglichkeit von Rodungsersatz in Ausnahmefällen bereits vor. Diese Regelung funktioniert laut Exponenten der Forstwirtschaft in der Praxis gut. Die Aufweichung des Waldgesetzes dient somit einseitig den Interessen der Bau- und Landwirtschaft - auf Kosten des Waldes. Gleichzeitig werden drängende Herausforderungen für den Wald wie Klimaanpassung, Waldverjüngung, Wildbestand, Budgetkürzungen, CO2-Speicherleistung vernachlässigt. Um die wichtigen Funktionen des Waldes als Lebensraum, Erholungsort, Holzlieferant, Klima- und Niederschlagsregulator auch zukünftig zu gewährleisten, ist der Wald in seiner Fläche und Verteilung unbedingt zu erhalten.
Weitere Informationen:
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Kooperation: Museum der Kulturen und Ballenberg
Pro Natura Mitglieder profitieren
Museum der Kulturen Basel
Das Museum der Kulturen Basel zeigt in der Ausstellung «Alles lebt – mehr als menschliche Welten», wie die Beziehungen zwischen Menschen und ihrer Mitwelt neu gedacht und geknüpft werden können. In Kooperation mit Pro Natura dreht sich am Familientag am 24. August 2025 alles um das Leben der Bäume. Geheimnisse werden gelüftet, Lieder gesungen und im Baumatelier bäumig gebastelt.
Der Eintritt für Familien ist gratis. Pro Natura ist mit einem Stand vertreten, an dem Informationen zu Naturschutz und Biodiversität in der Schweiz vermittelt werden.
Vergünstigung: Profitieren Sie bis Ende 2026 als Pro Natura Mitglied von vergünstigten Eintrittspreisen: Zwei Personen bezahlen zusammen nur einen Eintritt, wobei nur eine der beiden Personen einen Pro Natura Mitgliederausweis benötigt.
Erfahren Sie mehr über den Familientag – Das Leben der Bäume am 24. August 2025.
Freilichtmuseum Ballenberg
Wer noch mehr Museumsluft schnuppern will und dabei doch draussen sein möchte, dem sei das Freilichtmuseum Ballenberg empfohlen, das sich dieses und nächstes Jahr schwerpunktmässig mit dem Thema Biodiversität befasst.
Vergünstigung: Alle Pro Natura Mitglieder erhalten bis Ende 2026 25 % Rabatt auf den regulären Eintrittspreis: Mitgliederausweis an der Kasse vorweisen oder beim Kauf der Billette im Ballenberg-Shop den Code «ProNatura2526» angeben
Erfahren Sie mehr über die Jahresausstellung zum Thema Biodiversität
Zum Tag des Waldes: Vielfältige Wälder unter Druck
Am Dienstag – kurz vor dem internationalen Tag des Waldes am 21. März – veröffentlichte das Bundesamt für Umwelt den Waldbericht 2025, der zeigt, wie sie sich die Schweizer Wälder in den letzten zehn Jahren entwickelt haben.
Chancen und Gefahren für den Wald
Die natürliche Waldentwicklung mit unterschiedlichen Baumarten und -generationen ist die Grundlage für das Funktionieren der natürlichen Kreisläufe im Wald – wie auch der Waldbericht betont. Während es der Biodiversität im Schweizer Wald im Vergleich zu anderen Lebensräumen relativ gut geht, ist das Potenzial für naturnahe Wälder noch lange nicht ausgeschöpft. Die Trends zu mehr Totholz, mehr Strukturvielfalt und die Zunahme der Waldreservatfläche sind zwar positiv, doch gibt es lokal starke Unterschiede.
Als Gefahr für die Wälder und ihre diversen Funktionen thematisiert der Bericht den Klimawandel. Aus Sicht des Naturschutzes gilt es hier auf natürliche Waldverjüngung mit einheimischen Baumarten zu setzen und so die Stabilität und Anpassungsfähigkeit der Wälder zu stärken. Gewisse Arten, die auf lichte Wälder und Totholz angewiesen sind, können dabei auch von Veränderungen profitieren. Grundsätzlich sollen und können auch die zunehmenden Nutzungsansprüche von Strombranche, Holzwirtschaft und Tourismus mit einem naturnahen Wald in Einklang gebracht werden.
Laichen und weiden im Wald
Nach wie vor sind 41 Prozent der Waldgesellschaften – und damit der Lebensraum zahlreicher Arten – gefährdet. Für ihren Erhalt hat Pro Natura 2019 die «Aktion Spechte & Co.» ins Leben gerufen. In sechs Kantonen wurden seither insgesamt rund 20 Projekte umgesetzt. Dabei konnten 27 Hektaren Wald langfristig gesichert werden und weitere 100 Hektaren stehen in Aussicht. Hier soll sich die Natur frei entfalten können. Zudem wurden an je fünf Standorten Tümpel für Amphibien angelegt und Wald für lichtliebende Arten aufgelichtet. Letzteres führte auch zur Wiederbelebung einer alten Landwirtschaftspraxis: den Waldweiden.
Die Nutzung des Waldes als Weidefläche war in der Schweiz früher weit verbreitet, wurde wegen der Waldübernutzung Anfang des 20. Jahrhunderts aber verboten. Während sich der Wald insgesamt erholt hat, sind die spezifischen Lebensräume, welche die Waldweiden schufen, nach wie vor sehr selten. In Zusammenarbeit mit lokalen Landwirten und Förstern hat Pro Natura in den Kantonen Aargau, Baselland und Zürich daher Waldweiden wiedereingeführt. So grasen beispielsweise im Wald von Wegenstetten (AG) seit 2023 während höchstens zwei Monaten 15 Ziegen und schaffen so offene und strukturierte Lebensräume, die Lichtwaldarten wie Orchideen, Faltern und Reptilien dienen. Projekte wie diese zeigen das grosse Potenzial, das in den Schweizer Wäldern schlummert und mit der «Aktion Spechte & Co.» zum Leben erweckt wird.
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Ziegenweide im Wald
«Inzucht ist zunehmend ein existenzielles Problem»
Seit rund 50 Jahren streifen wieder Luchse durch die Schweiz. Wie steht es um die Akzeptanz des Luchses bei Landwirtschaft und Jagd?
Kristina Vogt: Bei der Landwirtschaft ist der Luchs kaum noch ein Thema. In den 1990er-Jahren gab es grössere Konflikte, vor allem mit der Jägerschaft. Das hat sich stark beruhigt. Jäger haben sich an die Anwesenheit des Luchses gewöhnt und akzeptieren ihn als einheimischen Beutegreifer. Die Daseinsberechtigung wird ihm nicht mehr abgesprochen, es gibt auch Jäger, die sich über den Luchs freuen und uns Luchsbeobachtungen melden. Diskussionen gibt es aber zur Frage, welche Bestandsdichte «angemessen» ist. Da gehen die Meinungen nach wie vor auseinander.
Der Luchsbestand hat sich in den letzten 25 Jahren auf rund 300 Tiere vervierfacht. Ist der Bestand damit für die Zukunft gesichert?
Mit den dreihundert Tieren sind wir noch nicht auf der sicheren Seite. Die Vernetzung mit den anderen Populationen in Europa funktioniert noch nicht, der Bestand ist sehr isoliert. Weil er aus nur wenigen Gründertieren hervorgegangen ist, die noch dazu zum Teil untereinander verwandt waren, ist die genetische Vielfalt tief und Inzucht zunehmend ein existenzielles Problem. Ohne genetische Vielfalt kann sich der Luchs nur schwer an veränderte Umweltbedingungen oder an neue Krankheitserreger anpassen.
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Matthias Neuhaus
Das typische Merkmal des Luchses sind seine Pinselohren. Vor ein paar Jahren wurden im Jura drei Luchse ganz ohne Ohren fotografiert.
Mittlerweile sind praktisch alle Schweizer Luchse mehr oder weniger stark miteinander verwandt. Durch diese Inzucht steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich zwei verwandte Tiere miteinander paaren, welche beide die gleiche zufällige Mutation, wie zum Beispiel fehlende Ohren, tragen. Entsprechende Missbildungen sind dann zwangsläufig bei den Nachkommen sichtbar. Noch bedenklicher ist aber die Ausbreitung von Herzproblemen. Im Rahmen eines Projekts in Zusammenarbeit mit dem Institut für Fisch- und Wildtiergesundheit FIWI der Universität Bern untersuchen wir zurzeit die Genetik und Gesundheit der Luchse.
Gibt es erste Resultate?
Zwei Drittel der untersuchten Alpenluchse weisen ein abnormales Herzgeräusch auf. Es gibt Hinweise darauf, dass es sich um eine vererbliche Herzkrankheit handelt. Wir haben auch festgestellt, dass stärker ingezüchtete Jungtiere schlechter überleben.
Das klingt dramatisch. Was schlägt die Wissenschaft vor, um die Situation zu verbessern?
Vonseiten KORA und FIWI empfehlen wir dringend, den Bestand mit Luchsen aus den Karpaten genetisch aufzufrischen. Auf internationaler Ebene brauchen wir zudem eine Vernetzung aller mitteleuropäischen Vorkommen und als Fernziel eine Vernetzung mit der Ursprungspopulation in den Karpaten bzw. in der Slowakei, der Ukraine und Rumänien. Dieser Bestand ist der Einzige in ganz Mitteleuropa, der nie verschwunden ist und eine hohe genetische Vielfalt aufweist. Alle anderen Populationen sind ausgestorben und gehen auf Wiederansiedlungen weniger Tiere aus den Karpaten zurück.
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Matthias Neuhaus
Ist der Schweizer Bestand zurzeit gar nicht mit dem Ausland vernetzt?
Der Schweizer und der französische Jura bilden eine durchgehende Population, wobei alle Tiere in Frankreich ursprünglich aus der Schweiz eingewandert sind. Einzelne, meist männliche Luchse aus der Schweiz wandern auch ins umliegende Ausland ab, z. B. in die Vogesen, den Schwarzwald oder nach Vorarlberg. Im Schwarzwald läuft zurzeit ein Projekt zur Aufstockung des Bestands mit Tieren aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm der EAZA (European Association of Zoos and Aquaria). Die kleine isolierte Luchspopulation in den österreichischen Kalkalpen pflanzt sich zurzeit gar nicht fort und droht zu erlöschen.
Wie erreichen wir die Ziele der Wissenschaft?
Es gibt eine Arbeitsgruppe der Kantone, die sich mit dem Thema beschäftigt. Wir von KORA und FIWI sind in beratender Funktion dabei, ebenso die Jagdinspektoren und das BAFU. Es geht um die Planung konkreter Massnahmen.
Von welchem Zeithorizont sprechen wir?
Das hängt von den politischen Prozessen und der Akzeptanz ab, aber man sollte keinesfalls zehn Jahre warten. Die genetische und gesundheitliche Situation wird nicht von alleine besser. Es empfiehlt sich, jetzt zeitnah einzugreifen, bevor die Probleme massiv zunehmen.
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Matthias Neuhaus
Könnte der Luchs langfristig auch im Mittelland Fuss fassen?
Seit 2013 pflanzen sich Luchse auch im Mittelland fort. Der Luchs ist ein heimliches und anpassungsfähiges Tier, das auch in der Kulturlandschaft gut zurechtkommt. Das Mittelland ist allerdings durch Strassen stark fragmentiert, und viele Luchse werden überfahren oder können sich nicht ausbreiten. Problematisch sind auch Holzarbeiten in der Setzzeit rund um den Bau. Wenn eine Stärkung der genetischen Vielfalt gelingt, sind die langfristigen Perspektiven besser. Schaffen wir es nicht, könnte das zu einer Stagnation oder gar einem Rückgang des Schweizer Bestandes führen.
Gregor Klaus, freischaffender Journalist
Linking Lynx
Das Netzwerk aus Expertinnen und Experten beschäftigt sich mit der Erhaltung, dem Monitoring und dem Management des mitteleuropäischen Luchses. Ziel ist die Schaffung zusammenhängender Populationen von den Karpaten bis hin zum Jura, den Westalpen und dem Dinarischen Gebirge. Linking Lynx umfasst mehrere Arbeitsgruppen sowie alle geplanten und laufenden Wiederansiedlungs- und Bestandesstützungsprojekte.
https://www.linking-lynx.org/de
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Info
Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
Das Pro Natura Magazin nimmt Sie mit in die Natur. Es berichtet über kleine Wunder, grosse Projekte und spannende Persönlichkeiten. Es blickt hinter die Kulissen politischer Entscheide und schildert, wo, wie und warum Pro Natura für die Natur kämpft. Als Mitglied erhalten Sie das Magazin fünf mal im Jahr direkt in Ihren Briefkasten.
Naturschutzgebiet «Le Canada»
Naturwaldreservat mitten in der Grande Cariçaie
Der Ortsname geht auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück, als dieses Gebiet an die fruchtbaren Gebiete des amerikanischen Landes erinnerte. Das Feuchtgebiet, wie wir es heute kennen, wurde durch die Absenkung des Seespiegels im Zuge der ersten Juragewässerkorrektion freigelegt. Es wurde dann in den 1960er Jahren mit amerikanischer Pappel bewaldet, in der Hoffnung, Holz für Streichhölzer zu produzieren. Später führten die Schwierigkeiten auf dem Markt dazu, dass die Parzelle aufgegeben wurde. Im Jahr 2024 konnte Pro Natura im Rahmen der Aktion Spechte & Co Fribourg die Parzelle erwerben und damit den Status des Gebiets als Naturschutzgebiet verfestigen.
Seit etwa 60 Jahren also konnte dieser zunächst sehr künstliche Wald einer natürlichen Dynamik folgen. Heute sind viele Pappeln abgestorben, was Licht für die Verjüngung gebracht hat, insbesondere für die Schwarzerle, eine einheimische Art, die auf dem Plateau selten vorkommt und die sich nun gut etabliert hat. Dieser Wald ist nun sehr strukturiert, mit einer ausgeprägten Strauchschicht (Hartriegel, Liguster, Geißblatt usw.) und einem sehr hohen Anteil an Totholz, der für die Biodiversität sehr förderlich ist. Die vorhandene Walddynamik läuft sehr schnell, und wir werden in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich eine starke Veränderung der Baumartenzusammensetzung beobachten können.
Die natürliche Dynamik in Wäldern ist ein extrem langsamer Prozess, den sich unser menschlicher Geist kaum vorstellen kann. Es ist unerlässlich, dass Wälder sehr langfristig geschützt werden, um ihnen eine echte Chance zu geben.
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Pro Natura FR-
Léo Constantin
- Feuchtgebiete und viel Totholz fördern die Waldbiodiversität stark.
Dettagli sulla riserva naturale
Accesso
Zu Fuss oder mit dem Velo, auf dem Weg zwischen Delley-Portalban und Gletterens. Kann sehr gut mit einem Spaziergang in der Grande Cariçaie kombiniert werden.