Progetti

Uno dei quattro pilastri di Pro Natura è la protezione attiva dei biotopi e delle specie.
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Isabella und Laudo Albrecht auf der Hohfluh, am Rande des Aletschgletschers
22.05.2023 Biodiversitätskrise

Ein Gespräch über schmelzende Gletscher und die Klimakrise

Weltweit schmelzen die Gletscher in besorgniserregendem Ausmass. Gegen die Ursache, die Klimakrise, wird kaum etwas unternommen. Dies obwohl die Klimaextreme von Jahr zu Jahr weltweit zunehmen. Isabella und Laudo Albrecht leiteten 35 Jahre lang das Pro Natura Zentrum Aletsch am Rande des grössten Gletschers der Alpen. Sie erzählen während einer Wanderung von den Veränderungen, die sie in diesen Jahren beobachteten.

Gebirgsgletscher gelten weltweit als wichtige Indikatoren für Änderungen des Klimas. So auch in der Schweiz mit ihren heute noch 1400 Gletschern. Viele von ihnen werden in Folge der Klimakrise in den kommenden Jahrzehnten schrumpfen und verschwinden.

Seit Laudo Albrecht als junger Mann zum Aletschgletscher gewandert ist und in seinem Leben tausende Stunden an dessen Rand verbracht hat, schrumpft der Gletscher und dies in den vergangenen Jahren zunehmend schneller.

Die Geschwindigkeit der globalen Gletscherschmelze ist ohne Beispiel in der Erdgeschichte

Was auf den ersten Blick gar nicht so schlimm scheint, hat weitreichende Folgen für uns Menschen und die Biodiversität. Mit der Gletscherschmelze fliesst das in den Gletschern gebundene Wasser ins Meer und geht als Trinkwasserspeicher und für die Natur verloren. Folgen sind:

  • Trockene Flüsse
  • Sinkender Grundwasserspiegel
  • Wassermangel
  • Dürrekatastrophen

Der Öffentlichkeit wenig bekannt scheint, dass ein vollständiges Abtauen der Gletscher nicht mehr zu verhindern ist, wenn Gletscher zu viel ihrer Masse verloren haben. Dies ist bei einigen Gletschern in der Schweiz schon heute so weit. Sie sind schon verschwunden oder werden in den kommenden Jahren verschwinden.

Das Pro Natura Zentrum Aletsch forscht und misst

Seit 1992 misst das Pro Natura Zentrum Aletsch die Abschmelzung des Aletschgletschers. Dafür bohren die Mitarbeitenden drei Mal pro Sommer eine Messstange in den Gletscher. Jedes Mal, wenn sie auf einer Gletschertour bei der Messstelle vorbeiwandern, wird der neue Stand der Eisoberfläche mit einem Klebeband markiert und mit dem Datum versehen. Durchschnittlich schmelzen im Sommer 10 – 12 Zentimeter pro Tag ab.

Auf der Hohfluh beginnt unsere Wanderung, unser Gespräch mit Blick auf den Aletschgletscher und die umliegenden Berggipfel. An diesem sonnigen, freundlichen Tag weist hier oben auf den ersten Blick nichts auf die Klima- und Biodiversitätskrise hin. Im Gespräch mit Isabella und Laudo wird aber schnell klar, dass der schöne Schein trügerisch ist.

Rückgang des Aletschgletschers zwischen 2001 und 2022

Aletschgletscher im Jahr 2022 vom Aletschkopf aus fotografiert
Aletschgletscher im Jahr 2001 vom Aletschkopf aus fotografiert
© Laudo Albrecht

Die Folgen für die Natur, die Biodiversität bleiben nicht aus

Isabella Albrecht weist im Gespräch darauf hin, dass sich die Pflanzen der Alpen über sehr lange Zeit an die harschen Bedingungen ihres Lebensraums angepasst haben.

«Lange Winter, kurze Sommer, wenig Nährstoffe und viel Sonneneinstrahlung prägen den Lebensraum der artenreichsten Wiesen und Weiden der Schweiz. Durch die Klimaerwärmung wird sich die Zusammensetzung der Vegetation ändern. Wärmeliebende Pflanzen aus tieferen Höhenstufen, können auch in höheren Lagen gut wachsen, wenn das Klima in den Höhen wärmer wird. Sie werden dadurch alpine Arten nach oben verdrängen. Die von den Pflanzen abhängigen Tierarten werden mitwandern müssen. Auf den Bergspitzen ist jedoch weniger Platz vorhanden; die verbleibenden Lebensräume werden deshalb immer kleiner für unsere prächtige alpine Flora werden.»

Stängellose Leimkraut (Silene acaulis), eine typische Polsterpflanze alpiner Rasen Matthias Sorg
Stängellose Leimkraut (Silene acaulis), eine typische Polsterpflanze alpiner Rasen.

Ohne Tannenhäher keine Arven

Die Arve ist ein extrem frostharter, knorriger, langsam wachsender Baum. Steigen die Temperaturen wird sie durch konkurrenzstarke Baumarten wie die Fichte verdrängt. Diese wird heute schon durch die Klimakrise aus dem Mittelland verdrängt. Arven können sich nur sehr langsam in höhere Lagen ausbreiten. Denn ihre Samen werden nur durch den Tannenhäher verteilt. Sie ist zur Verbreitung auf diesen Alpenvogel angewiesen. Dieser scheint aber der bisherigen Baumgrenze treu zu bleiben und nur wenige Samen in höhere Lagen zu tragen. Möglicherweise kann die Arve somit nicht schnell genug nach oben wandern und ist der Konkurrenz durch Baumarten aus tieferen Lagen ausgeliefert.

Die Veränderungen der Pflanzengesellschaften auf den Berggipfeln aufgrund der Klimakrise werden weltweit mit dem internationalen Projekt «GLORIA» untersucht, an dem sich auch die Schweiz beteiligt.

Tannenhäher sitzt auf Arve im Aletschwald Matthias Sorg
Tannenhäher auf Arve im Aletschwald.

Drohende Wohnungsnot bei den Murmeltieren

Laudo Albrecht kennt alle Murmeltierkolonien im Gebiet Rieder- und Bettmeralp. Am Schluss unserer Wanderung führt er uns an einer kleinen Kolonie am Rande der Riederalp vorbei. Laudo erklärt: «Murmeltiere haben keine Schweissdrüsen und können nicht schwitzen. An heissen Tagen beschränken sie ihre Aktivitäten deshalb und verweilen in ihren kühlen Erdhöhlen. Dadurch bleibt ihnen aber weniger Zeit, um das benötigte Fettpolster für den Winter anzufressen.»

Ungenügende Fettreserven können im Winterschlaf aber tödlich sein. Auch die Murmeltiere werden daher in höhere Lagen ausweichen müssen, wo die Sommertage noch kühler sind. Nur werden sie dort mit zunehmender Höhe immer weniger brauchbaren Untergrund für ihre Erdhöhlen finden. Der Fels wird ihren Höhlenbau verunmöglichen.

Murmeltier liegt ausserhalb seines Baus an der Sonne Matthias Sorg
Murmeltier liegt im Frühjahr an der Sonne.
Aletschgletscher im Sommer 2020
«Der Gletscher verabschiedet sich von uns langsam aber sicher wie ein schwer kranker Mensch.»
- Laudo Albrecht

Unser Gespräch zeigt: Es braucht eine Wende

Die Klimakrise verändert unsere Umwelt: Am Schwinden der Gletscher weltweit, sieht man dies ganz deutlich. Mit was für Herausforderungen künftige Generationen kämpfen müssen, ist schwer abzuschätzen. Denn die Wechselwirkungen zwischen Klima und Ökosystemen sind komplex und vielfältig. Wie lange können wir noch damit zuwarten wirksame Massnahmen zu ergreifen? Der Klimakrise entgegenwirken und das Schmelzen der Gletscher verlangsamen können wir heute schon, indem wir:

  • Fossile Energien durch erneuerbare ersetzen
  • Den Energieverbrauch gesamthaft stark reduzieren
  • Lebensräume, die CO2 aufnehmen und binden (z.B. Wälder, Flachmoore), pflegen und schützen
  • Uns politisch für Klima- und Naturschutz engagieren.

Hintergrundinformationen

1. Warum wird es immer wärmer?

Werden fossile Brennstoffe verbrannt, entsteht Kohlendioxid CO2. Durch dieses CO2, sowie durch die Freisetzung weiterer Treibhausgase wie Methan, Lachgas oder synthetische Gase, wird der Treibhauseffekt verstärkt und die Temperaturen steigen. Die Emissionen sind vor allem vom Menschen verursacht. Sie haben in den letzten Jahrzehnten derart zugenommen, dass wir heute von einer massiven Klimaerwärmung in kurzer Zeit sprechen. Der grösste Teil der Treibhausgasemissionen in der Schweiz stammt übrigens aus dem Verkehr (31% durch den Verkehr, ohne internationalen Flug- und Schiffsverkehr. Quelle: BAFU).

Der Treibhauseffekt

Ein Teil der kurzwelligen Sonnenstrahlung durchdringt die Atmosphäre, wird von der Erdoberfläche aufgenommen und dann als langwellige Strahlung wieder abgegeben. Treibhausgase verhindern, dass die langwellige Strahlung die Atmosphäre erneut zu durchdringen vermag. Dadurch werden die unteren Schichten der Atmosphäre und die Erdoberfläche erwärmt. Grundsätzlich ist der Treibhauseffekt also etwas Natürliches; ohne ihn wäre es deutlich kühler und ein Leben auf der Erdoberfläche nicht möglich.

2. Prognose für die Schweiz

Die bereits beobachtbaren Veränderungen zeigen: Wir sind mittendrin im Klimawandel. Die Schweiz muss sich auf trockenere Sommer, heftigere Niederschläge, mehr Hitzetage und schneeärmere Winter gefasst machen. In den Alpen erwarten die Forschenden einen besonders starken Anstieg der Temperatur: Über Landmassen ist die Erwärmung stärker als im globalen Mittel. Je mehr nun die Gletscher schmelzen, desto mehr Landmassen werden freigegeben. Entsprechend nimmt die Erwärmung zu.

Weitere Informationen zu den Schweizer Klimaszenarien CH2018 finden auf der Website des «National Centre for Climate Services NCCS».

MeteoSchweiz zeigt auf der nachfolgenden Grafik für jedes Jahr von 1864 bis 2018 eine kleine Schweizer Karte, auf der die Temperaturabweichung vom Mittel der Jahre 1961-1990 zu sehen ist. © MeteoSchweiz

Grafik des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie auf der die Temperaturabweichung vom Mittel der Jahre 1961-1990 zu sehen ist
3. Die Zukunftsszenarien

Niemand weiss, wie sich das Klima in Zukunft entwickeln wird. Deshalb arbeiten die Wissenschaftler mit verschiedenen Szenarien und fragen sich zum Beispiel: Wie sieht der Gletscher gegen Ende des Jahrhunderts aus? Die Eismassen werden deutlich länger erhalten bleiben, wenn konsequenter Klimaschutz betrieben wird und die Emissionen stark reduziert werden. Damit lässt sich die Erwärmung wahrscheinlich auf 2 Grad begrenzen, wie es im Pariser Abkommen als Ziel formuliert ist.

Weitere Informationen zu den Schweizer Klimaszenarien CH2018 finden auf der Website des «National Centre for Climate Services NCCS».

4. Die Gletscherschmelze: immer schneller und schneller

Der Grosse Aletschgletscher ist ein eindrücklicher Gradmesser für die Änderungen des Klimas: Im Laufe der Zeit reagierte er auf Warm- und Kaltzeiten durch Rückzüge beziehungsweise Vorstösse. Seit den 1980er Jahren schmelzen aber die Gletscher schneller als davor. So auch der Grosse Aletschgletscher. Dies ist eine direkte Auswirkung der aktuellen Klimaerwärmung.

Während die Änderungen in der Länge des Gletschers von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich sein können, ergibt sich ein klarer Trend, wenn der Schwund der einzelnen Jahre aufsummiert wird: Der Rückgang nimmt stetig zu.

5. Fakten und Zahlen zum Aletschgletscher

Mit fast 80 km2 Fläche ist der Grosse Aletschgletscher der grösste Gletscher der Alpen. Im ihm sind rund 20% des Eisvolumens der Schweiz gespeichert. Nun könnten wir annehmen, dass der Aletschgletscher aufgrund seiner Grösse der Klimakrise am besten trotzt. Dies ist aber nicht der Fall. Der Gletscher ist viel zu gross für das heutige Klima und wird sich auch im Fall eines starken Klimaschutzes massiv zurückziehen. Bis im Jahr 2100 wird er über die Hälfte seines Volumens verlieren. Bis 2050 geschieht dies nahezu unabhängig von der weiteren Klimaentwicklung. Ab etwa 2040 dürfte ein erster von vielen Seen im tief eingeschnittenen Tal unter dem Aletschgletscher zum Vorschein kommen. Die neuen Seen werden von da an die Landschaft prägen. Wenn wir die Klimakrise in den Griff bekommen, kann sich das Gletscherende bis ins Jahr 2100 stabilisieren, allerdings erst rund 10 km talaufwärts von der heutigen Position. Ohne griffigen Klimaschutz hingegen könnte sich um etwa 2080 am Konkordiaplatz ein riesiger Gletschersee bilden. In diesem Extremszenario bleibt sogar am Jungfraujoch kein Eis mehr übrig.

Visualisierung des Tagesanzeigers

Isabella et Laudo Albrecht à Hohfluh, au bord du glacier d’Aletsch
22.05.2023 Crise de la biodiversité

Un entretien sur la fonte des glaciers et la crise climatique

Dans le monde entier, les glaciers fondent dans des proportions inquiétantes. Cependant, rien ou presque n’est entrepris pour lutter contre la crise climatique, qui en est la cause. Et ce, bien que les extrêmes climatiques augmentent d’année en année à l’échelle mondiale. Isabella et Laudo Albrecht ont dirigé pendant 35 ans le Centre Pro Natura d’Aletsch, à proximité du plus grand glacier des Alpes. Lors d’une randonnée, ils s’expriment sur les changements observés au cours de ces années.

Les glaciers de montagne sont considérés dans le monde entier comme des indicateurs importants des changements climatiques. C’est également le cas en Suisse, qui compte aujourd’hui encore 1400 glaciers. Nombre d’entre eux vont reculer et disparaître dans les décennies à venir en raison de la crise climatique. 

Laudo Albrecht se rend au glacier d’Aletsch depuis qu’il est jeune homme. Il a passé des milliers d’heures dans cette région au cours de sa vie et a pu voir le glacier se retirer, à un rythme toujours plus rapide ces dernières années. 

Une vitesse de la fonte sans précédent

Ce phénomène qui ne semble pas si grave à première vue a pourtant des conséquences importantes pour nous et pour la biodiversité. Avec la fonte des glaciers, l’eau retenue dans les glaciers gagne la mer. On perd ainsi un important réservoir d’eau potable pour nous et pour la nature. Les conséquences sont les suivantes:

  • assèchement des rivières
  • baisse du niveau des nappes phréatiques
  • pénurie d’eau
  • sécheresses dramatiques

Le grand public ignore souvent que la fonte complète des glaciers ne peut plus être évitée lorsqu’ils ont perdu une trop grande partie de leur masse. C’est déjà le cas pour certains glaciers de Suisse. Ils ont déjà disparu ou vont disparaître dans les années à venir. 

Mesures du Centre Pro Natura d’Aletsch 

Le Centre Pro Natura d’Aletsch mesure la fonte du glacier d’Aletsch depuis 1992. Pour ce faire, ses collaboratrices et collaborateurs insèrent trois fois dans l’été une barre de mesure dans le glacier. Chaque fois qu’ils passent devant le point de mesure lors d’une randonnée sur le glacier, ils marquent le nouveau niveau de la surface de la glace avec un ruban adhésif et indiquent la date. En moyenne, 10 à 12 centimètres de glace fondent chaque jour en été. 

C’est à Hohfluh que commence notre randonnée et notre entretien avec vue sur le glacier d’Aletsch et les sommets environnants. En cette journée ensoleillée et conviviale, rien n’indique à première vue la crise du climat et de la biodiversité. Mais en discutant avec Isabella et Laudo, on se rend vite compte que les apparences sont trompeuses. 

Recul du glacier d’Aletsch entre 2001 et 2022 

Aletschgletscher im Jahr 2022 vom Aletschkopf aus fotografiert
Aletschgletscher im Jahr 2001 vom Aletschkopf aus fotografiert
© Laudo Albrecht

Des conséquences pour la nature et la biodiversité

Isabella Albrecht souligne au cours de notre entretien que les plantes alpines se sont adaptées pendant très longtemps aux conditions difficiles de leur habitat. 

«De longs hivers, des étés courts, peu de nutriments et beaucoup de rayonnement solaire caractérisent le milieu naturel que sont les prairies et pâturages les plus riches en espèces de Suisse. Le réchauffement climatique va modifier la composition de la végétation. Les plantes thermophiles des étages inférieurs peuvent aussi bien pousser à des altitudes plus élevées si le climat se réchauffe en altitude. Elles vont alors repousser les espèces alpines vers le haut. Les espèces animales qui dépendent de ces plantes devront migrer avec elles. Or, il y a moins de place au sommet des montagnes; les milieux naturels restants pour notre magnifique flore alpine seront donc toujours plus modestes.» 

Stängellose Leimkraut (Silene acaulis), eine typische Polsterpflanze alpiner Rasen Matthias Sorg
Silène acaule (Silene acaulis), une plante tapissante typique des pelouses alpines.

Sans cassenoix mouchetés, pas d’arolles 

L’arolle est un arbre à croissance lente, noueux et extrêmement résistant au gel. Si les températures augmentent, il sera évincé par des essences concurrentes comme l’épicéa, lui-même déjà repoussé du Plateau par la crise climatique. Les arolles ne peuvent se propager que très lentement vers des altitudes plus élevées. En effet, leurs graines ne sont dispersées que par le cassenoix moucheté. L’arolle dépend donc entièrement de cet oiseau alpin. Mais celui-ci semble rester fidèle à la limite actuelle des arbres et ne transporte que peu de graines vers des altitudes plus élevées. Il est donc possible que l’arolle ne puisse pas migrer assez rapidement en altitude et soit livré à la concurrence d’arbres de basse altitude. 

Les modifications des associations végétales sur les sommets de montagne en raison de la crise climatique sont étudiées dans le monde entier par le projet international «GLORIA» auquel la Suisse participe également.

Tannenhäher sitzt auf Arve im Aletschwald Matthias Sorg
Cassenoix moucheté sur un arolle dans la forêt d’Aletsch.

Risque de pénurie de logements chez les marmottes

Laudo Albrecht connaît toutes les colonies de marmottes de la région de Riederalp et Bettmeralp. À la fin de notre randonnée, il nous fait passer devant une petite colonie en bordure de Riederalp et nous explique la chose suivante: «Les marmottes n’ont pas de glandes sudoripares et ne peuvent pas transpirer. Lorsqu’il fait chaud, elles limitent donc leurs activités et restent dans leurs terriers bien frais. Mais cela leur laisse moins de temps pour accumuler les réserves de graisse nécessaires pour l’hiver.»

Or, des réserves de graisse insuffisantes peuvent être fatales au cours de l’hibernation. Les marmottes devront donc elles aussi se déplacer plus haut en altitude afin de trouver des journées d’été encore relativement fraîches. Cependant, le sol rocheux y est bien moins favorable à la construction de leurs terriers. 

Murmeltier liegt ausserhalb seines Baus an der Sonne Matthias Sorg
Marmotte se prélassant au soleil au printemps.
Aletschgletscher im Sommer 2020
«Le glacier nous dit adieu lentement mais sûrement, comme un grand malade.»

- Laudo Albrecht

Notre entretien le démontre: il faut opérer un tournant

La crise climatique modifie notre environnement: le recul des glaciers dans le monde le démontre clairement. Il est difficile d’évaluer les défis auxquels les générations futures devront faire face. Car les interactions entre le climat et les écosystèmes sont complexes et multiples. Combien de temps pouvons-nous encore attendre avant de prendre des mesures efficaces? Il est possible dès aujourd’hui de lutter contre la crise climatique et de ralentir la fonte des glaciers en: 

  • remplaçant les énergies fossiles par des énergies renouvelables
  • réduisant fortement notre consommation d’énergie dans son ensemble
  • entretenant et protégeant les milieux naturels qui absorbent et fixent le CO2 (p. ex. les forêts et les bas-marais)
  • nous engageant politiquement pour la protection du climat et de la nature

Informations de fond

1. Pourquoi le climat se réchauffe-t-il de plus en plus?

La combustion d’énergies fossiles produit du CO2, ou dioxyde de carbone. Ce CO2, ainsi que d’autres gaz à effet de serre comme le méthane, le protoxyde d’azote ou les gaz synthétiques, renforcent l’effet de serre et font monter les températures. Ces émissions sont principalement dues à l’activité humaine. Elles ont tellement augmenté au cours des dernières décennies que nous parlons aujourd’hui d’un réchauffement climatique massif sur une courte période. En Suisse, la plus grande partie des émissions de gaz à effet de serre provient des transports (soit 31%, sans compter les transports aériens et maritimes internationaux. Source: BAFU)

L’effet de serre 

Une partie du rayonnement solaire à ondes courtes traverse l’atmosphère, est absorbée par la surface de la Terre, puis réémise sous forme de rayonnement à ondes longues. Les gaz à effet de serre empêchent le rayonnement à ondes longues de traverser à nouveau l’atmosphère, entraînant un réchauffement des couches inférieures de l’atmosphère et donc de la surface de la Terre. Sur le principe, l’effet de serre est donc un phénomène naturel; sans lui, il ferait bien plus froid et la vie serait impossible à la surface de la Terre. 

2. Prévisions pour la Suisse

Les changements déjà observables le démontrent: nous sommes au cœur du changement climatique. La Suisse doit se préparer à des étés plus secs, à des précipitations plus violentes, à davantage de jours de canicule et à des hivers moins enneigés. Dans les Alpes, les équipes de recherche s’attendent à une augmentation particulièrement forte de la température: sur les masses terrestres, le réchauffement est plus important que la moyenne mondiale. Plus les glaciers fondent, plus il se libère de masses terrestres, ce qui aggrave encore le réchauffement. 

Vous trouverez de plus amples informations sur les scénarios climatiques suisses CH2018 sur le site internet du «National Centre for Climate Services NCCS».

MétéoSuisse présente sur le graphique ci-dessous, pour chaque année de 1864 à 2018, une petite carte de la Suisse sur laquelle on peut voir l’écart de température par rapport à la moyenne des années 1961-1990. © MétéoSuisse

Grafik des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie auf der die Temperaturabweichung vom Mittel der Jahre 1961-1990 zu sehen ist
3. Les scénarios d’avenir

Personne ne sait comment le climat va évoluer dans les années à venir. C’est pourquoi les scientifiques travaillent avec différents scénarios et se demandent par exemple à quoi ressembleront les glaciers à la fin du siècle. Les masses de glace se maintiendront bien plus longtemps si l’on protège systématiquement le climat et si l’on réduit fortement les émissions. Cela permettra probablement de limiter le réchauffement à 2 degrés, comme le prévoit l’objectif de l’Accord de Paris. 

Vous trouverez de plus amples informations sur les scénarios climatiques suisses CH2018 sur le site internet du «National Centre for Climate Services NCCS».

4. La fonte des glaciers, toujours plus rapide

Le grand glacier d’Aletsch est un indicateur frappant des changements climatiques: au fil du temps, il a réagi aux périodes chaudes et froides en se retirant ou en avançant. Mais depuis les années 1980, les glaciers fondent plus rapidement qu’avant. C’est le cas du grand glacier d’Aletsch. Il s’agit d’une conséquence directe du réchauffement climatique actuel. 

Même si les variations de la longueur du glacier peuvent être très différentes d’une année à l’autre, une tendance claire se dégage si l’on additionne l’amenuisement des différentes années: le recul est en constante augmentation. 

5. Faits et chiffres concernant le glacier d’Aletsch

Avec une superficie de près de 80 km2, le grand glacier d’Aletsch est le plus grand glacier des Alpes. Il contient environ 20% du volume de glace de la Suisse. On pourrait croire qu’en raison de sa taille, le glacier d’Aletsch est celui qui résiste le mieux à la crise climatique. Mais ce n’est pas le cas. Le glacier est bien trop grand pour le climat actuel et il va diminuer considérablement même si l’on met en œuvre une importante protection du climat. D’ici à 2100, il perdra plus de la moitié de son volume. Jusqu’en 2050, cette diminution sera quasiment indépendante de l’évolution future du climat. À partir de 2040 environ, le premier de nombreux lacs devrait apparaître dans la vallée profondément encaissée située sous le glacier d’Aletsch. Le paysage sera marqué par de nouveaux lacs à partir de ce moment-là. Si nous parvenons à juguler la crise climatique, l’extrémité du glacier pourra se stabiliser d’ici à 2100, mais seulement à une dizaine de kilomètres en amont de sa position actuelle. En revanche, si aucune protection climatique efficace n’est mise en place, un immense lac glaciaire pourrait se former autour de 2080 à la place Concordia. Dans ce scénario extrême, il ne resterait même plus de glace au Jungfraujoch. 

Visualisation du Tagesanzeiger (en allemand) 

Françoise Hoffer
19.05.2023 Biodiversitätskrise

«Man sollte ein gutes Auge und Geduld haben»

Die Pflanzenkennerin Françoise Hoffer hat als Freiwillige an der Inventarisierung der Waadtländer Flora mitgewirkt. Im Mai mündet diese langjährige Arbeit in der Veröffentlichung des Florenatlas des Kantons Waadt.

Pro Natura Magazin: Können Sie uns das Projekt Florenatlas kurz erklären?

Françoise Hoffer: Zunächst muss man wissen: Die Veröffentlichung dieses ­Florenatlas sehnen Botanikinteressierte aus dem Hobby- und Profibereich seit mehr als einem Jahrhundert herbei. Den Anstoss für das Projekt gab vor zehn ­Jahren der Verein Cercle vaudois de ­botanique. Nach einem ersten Treffen im Gelände 2014 legte ein kleines Startteam die Arbeitsmethode fest. Sie orientiert sich am Raster unserer Landeskarten, das heisst an Quadraten von fünf mal fünf ­Kilometern. Danach konnten die ­Bestandsaufnahmen im Feld losgehen.

Wie war das organisiert?

Alle Teilnehmenden bekamen Quadrate zugeteilt. Ich habe 16 übernommen (lacht). Das ist viel, aber ich habe Zeit. Ich war im Vallée de Joux, bei Chavornay, in der Gegend von Montreux, vom Schloss Chillon bis hoch hinauf zum ­Rochers de Naye. Schwierige Orte wie Moor- oder Berggebiete haben wir mit Unterstützung von Fachleuten inventarisiert.

Ulteriori informazioni

Info

Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.

Das Pro Natura Magazin nimmt Sie mit in die Natur. Es berichtet über kleine Wunder, grosse Projekte und spannende Persönlichkeiten. Es blickt hinter die Kulissen politischer Entscheide und schildert, wo, wie und warum Pro Natura für die Natur kämpft. Als Mitglied erhalten Sie das Magazin fünf mal im Jahr direkt in Ihren Briefkasten.

Musste man eine Ausbildung in Bio­logie oder Botanik haben, um teil­nehmen zu können?

Nein, das ist eben genau nicht die Idee. Es handelt sich um ein partizipatives ­Wissenschaftsprojekt. Wichtig ist, dass man über gute Kenntnisse in Botanik ­verfügt und vor allem gern in der Natur unterwegs ist. Ausserdem sollte man ein gutes Auge und Geduld haben und das Wandern lieben.

Wie sind Sie zu Ihrem grossen Wissen gekommen?

Die Natur hat mich schon immer interessiert. Ab 1994 habe ich mich jedoch ­stärker in die Botanik vertieft, als ich an der Inventur der Flora der Stadt Lausanne teilnahm. Das Kartieren von Pflanzen ist ein Hobby, dem ich viel Zeit widme. Beim Projekt in Lausanne wurden wir fachlich unterstützt: Einmal im Monat kamen wir im Botanischen Garten zusammen, um uns auszutauschen und Fragen zu klären. Wir konnten auch Pflanzen mitbringen und uns beim Bestimmen helfen lassen.

Die Hilfsmittel für das Inventarisieren haben sich weiterentwickelt, oder?

Oh ja, ganz klar. Das Arbeiten mit der ­FlorApp von Info Flora ist super! Was für eine Zeitersparnis! Man braucht nicht mehr alles von Hand zu notieren. Vor ­allem zeigt diese App, wonach man ­suchen muss.

Gibt es Flächen, die Sie besonders gern erforschen?

Ja, ich mag Brachflächen, Industrie­gebiete oder Campingplätze. All diese unscheinbaren Orte, wo man schöne Entdeckungen machen kann. Auch Privatgrund­stücke besuche ich gern. Manchmal ist es zwar schwierig, hineinzukommen, aber dann ergeben sich oft erfreuliche ­Gespräche mit den Eigentümern.

Welche Bilanz ziehen Sie rück­blickend aus Ihren Bestandsauf­nahmen?

Es ist eine Katastrophe! Der Artenschwund beschleunigt sich.

Françoise Hoffer
15.05.2023 Crise de la biodiversité

«Il faut avoir un bon œil et de la patience»

Dotée de larges connaissances en botanique, Françoise Hoffer a participé comme bénévole au recensement de la flore vaudoise. Ce travail de longue haleine débouche en ce mois de mai sur la publication de l’Atlas de la flore vaudoise.

Magazine Pro Natura: Madame Hoffer, pouvez-vous nous présenter ce projet en quelques mots?

Françoise Hoffer: il faut d’abord savoir que cette publication est un événement attendu depuis plus d’un siècle par les naturalistes amateurs et les botanistes professionnels. Tout est parti du Cercle vaudois de botanique il y a dix ans. Une première séance de terrain a eu lieu en 2014, puis un petit groupe de départ a choisi la métho­dologie qui s’appuie sur le maillage des cartes nationales, c’est-à-dire des carrés de cinq kilomètres sur cinq. Et c’est parti, sur le terrain pour les inventaires!

Comment était-ce organisé?

Chaque participant·e s’est vu attribuer des carrés. J’en ai pris 16 (rires). C’est beaucoup, mais j’ai du temps. Je suis allée à la vallée de Joux, vers Chavornay, dans la région de Montreux, du Château de chillon aux Rochers-de-Naye, ça grimpe par-là! Pour les terrains plus difficiles, comme les zones marécageuses ou la montagne, nous avons organisé les inventaires avec des guides.

Ulteriori informazioni

Info

Cet article a été publié dans le Magazine Pro Natura.

Le Magazine Pro Natura vous dévoile les petites merveilles de la nature, vous informe au sujet de gros projets et vous présente des personnalités captivantes. Il porte un éclairage sur les dessous des décisions politiques et révèle où, comment et pourquoi Pro Natura lutte pour la nature. Tous les membres Pro Natura le reçoivent cinq fois par an.

Pour prendre part à ce projet, fallait-il être biologiste ou botaniste professionnel·le?

Non, ce n’est justement pas l’idée. C’est un projet de science participative. Il fallait donc avoir de bonnes connaissances de botanique et surtout aimer être dans la nature, avoir l’œil et la patience, aimer marcher aussi.

Mais vous, d’où tenez-vous toutes ces connaissances?

J’ai toujours aimé la nature, et je me suis plongée dans la botanique surtout à partir de 1994 en participant à l’inventaire de la flore de la ville de Lausanne. C’est une passion, j’y consacre beaucoup de temps. Pour ce projet, nous étions soutenus: une fois par mois, nous avions des réunions au Jardin botanique de Lausanne pour échanger et poser des questions. Nous pouvions aussi amener des plantes pour nous faire aider dans la détermination.

Les outils d’inventaire ont dû évoluer, non?

Oui, c’est clair. Avec l’application FlorApp d’InfoFlora, c’est génial! Quel gain de temps! Plus besoin de tout noter sur un petit carnet. Surtout, cet outil permet de voir ce que l’on doit chercher. 

Vous avez des terrains de prédilection?

Oui, j’aime particulièrement les terrains vagues, les zones industrielles, les campings. Tous ces endroits méconnus qui offrent de jolies découvertes. J’aime aussi les terrains privés. C’est parfois délicat d’y pénétrer, mais cela permet d’échanger avec les propriétaires et c’est aussi agréable. 

Avec le recul qui est le vôtre, quel bilan tirez-vous de vos inventaires?

C’est la catastrophe! Les disparitions de plantes s’accélèrent. 

Animation Erstaunliche Insekten

Animatura

Incroyables insectes

Une animation de 3 heures près de votre école

Class level
Cycle 1 & 2
Numero di partecipanti
Maximum 25 élèves
Periodo consigliato
Mai à septembre
Prezzo
CHF 150.-
Animaux les plus nombreux et les plus diversifiés sur terre, les insectes ont souvent, malgré eux, mauvaise réputation. Et si, grâce à Animatura, vous portiez un nouveau regard sur le monde des petites bêtes à 6 pattes? Fascination garantie!

Il existe près de 30’000 espèces d’insectes en Suisse. Plus de la moitié sont menacées. Pourtant les insectes sont indispensables à la vie sur Terre. Certains pollinisent des plantes qui nous procurent fruits et légumes, d’autres recyclent le bois mort et décomposent le sol. Les insectes sont également une source de nourriture pour bon nombre d’espèces animales, comme des oiseaux, des amphibiens ou des petits mammifères. Au cours d‘une animation Animatura, apprenons à connaître ces animaux essentiels à notre biodiversité pour mieux les protéger.

Thèmes abordés lors de l’excursion Animatura

  • Comment différencier un insecte d’une autre petite bête?
  • Où vivent les insectes et que mangent-ils?
  • Quels insectes vivent autour de l’école?
  • Comment capturer et observer avec précaution les insectes?
  • Comment reconnaître, classer et comparer quelques insectes?
  • Quels rôles les insectes jouent-ils pour la biodiversité et quelles menaces pèsent sur eux?
  • Que puis-je faire avec ma classe pour les insectes?

Cette animation Animatura est référencée dans le catalogue d’éducation21.

Informations importantes

Nombre de participants

La taille maximale des groupes est de 25 participant·e·s pour les écoles et 20 participant·e·s pour les passeports vacances.

Lieu

Les animations se déroulent à l’extérieur et à proximité de votre école. L’enseignant·e est responsable de la recherche et du choix du lieu approprié.

Le lieu idéal est :

  • Une cour d’école, prairie naturelle, prairie maigre, prairie sèche, de préférence ensoleillées.
  • Possible aussi en lisière de forêt, dans un jardin riche en espèces végétales (arbustes, buissons, plantes à fleurs) ou au bord de rivières non endiguées avec des zones sableuses, ou dans d’anciennes gravières (désaffectées et non dangereuses !).
  • Terrain plat, sans danger, adapté aux jeux.
  • Facilement accessible en transports publics.
     

Important : pas de réserve naturelle, sauf si elle est explicitement accessible au public.

Dates

Période recommandée : de mai à septembre

Les dates souhaitées sont examinées individuellement pour chaque demande d’animation, c'est pourquoi il n'est pas possible de se prononcer sur les disponibilités avant réception de la demande.

Coûts

Le tarif de CHF 150.00 comprend les prestations suivantes :

  • Animation Animatura d’une durée de 3 heures.
  • Frais de déplacement de l’animateur·rice.
  • Matériel pédagogique pour approfondir la thématique en classe.
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Champ-Pittet
28.07.2023 Biodiversitätskrise

Eine Küche mit Verbindung zur Natur

Léa Graham leitet seit zwei Saisons das Restaurant des Pro Natura Zentrums Champ-Pittet und verwöhnt ihre Gäste mit einer vorwiegend vegetarischen Küche, die ihr selbst gleicht: einfallsreich, farbenfroh, raffiniert und genussvoll.

Mitten im Sommer ist es schwierig, Léa Graham ein paar Minuten Zeit abzuringen. Mit ihrem Team steht sie fünf Tage pro Woche am Herd und zaubert Gerichte, die inzwischen in der ganzen Region bekannt sind. «Wenn das Restaurant Mitte März seine Türen öffnet, weiss ich, dass ein paar turbulente Monate vor mir liegen. Aber ich mag diesen anregenden Stress. Ist es zu ruhig, langweile ich mich», sagt die Waadtländerin, die mit 32 Jahren bereits die zweite Saison ihr eigenes Lokal leitet.

Nach den Erfahrungen des ersten Jahres hat Graham die Speisekarte heuer verändert und etwas Neues eingeführt: Jeden Sonntag lädt sie zum Brunch. «Ich möchte dieses Angebot, das es schon in vielen Städten gibt, auch hier etablieren.» Für ­einen gemütlichen, geselligen Sonntagsbrunch ist sie auch privat zu haben. ­Eigene Konfitüren und Brotaufstriche herzustellen und originellere Variationen als «die etwas abgedroschene Kombination Lachs und Avocado» aufzutischen, ist für sie eine neue reizvolle Herausforderung.

Geschmack und Ästhetik

Schon als Kind probierte Léa Graham ­Rezepte aus, liess ihre Schwester kosten, bereitete das Weihnachtsessen zu und sah sich mit ihrem Grossvater Kochsendungen an. Obwohl eigentlich alles – Lust, Talent und familiäre Unterstützung – für den ­Beruf der Köchin sprach, entschied sie sich zunächst für ein Kunst- und Designstudium. «Nach der Schule fühlte ich mich zu jung für eine Lehre und die harten ­Arbeitszeiten in der Gastronomie.»

Mit 21 stellte sie die Weichen neu und begann am Genfersee bei einem Küchenchef zu arbeiten. Ihr rasch entdecktes Talent – sie wurde im Wettbewerb der ­besten Lehrlinge des Kantons Waadt ausgezeichnet – und ihr fröhliches Wesen, gepaart mit einer guten Portion Frechheit, öffneten ihr die Türen zu angesehenen Häusern, wo sie ihre Ausbildung fortsetzte: erst im Hôtel de Ville in Crissier, dann im Restaurant von Anne-Sophie Pic im Beau-Rivage in ­Lausanne. 

Léa Florence Kupferschmid-Enderlin
Grande Cariçaie
«Eine unglaubliche Chance, mit so hervorragenden Köchinnen und Köchen zu arbeiten!»
Sie lernte Perfektionismus, Liebe zum Detail, Ästhetik und Geschmackskombinationen. Einfach alles. Wirklich alles? «Etwas fehlte. Eine Ver­bindung zur Natur, zur Erde, die uns ­ernährt. Eine gefühlsbezogenere Küche, die sich auch um die Abfälle kümmert.»

Natur und Abwechslung

Von Natur aus neugierig und ständig auf der Suche nach kreativen Lösungen und neuen kulinarischen Kombinationen – ihre Stärke – hat Léa Graham mit einer Freundin das Thema der essbaren Wild­pflanzen vertieft. Sie möchte Pflanzen ­besser ­bestimmen und in die Küche inte­grieren können, um ihr vegetarisches ­Universum zu erweitern. Da Routine sie langweilt, ­ändert sie die vegetarische ­Karte des ­Restaurants jede Woche und macht sich einen Spass daraus, skeptische Gäste zu überzeugen, dass man auch fleischlos gut essen kann. Für alle, die die vegetarische Küche lieben, bietet Léa ­Graham immer im Frühling ein mehr­gängiges Menü aus Wildpflanzen an. 

Champ-Pittet Pro Natura

Hektik und Konserven 

Zwischen März und Oktober folgen sich die Mittagessen in Champ-Pittet Schlag auf Schlag, sodass der Küchenchefin kaum Zeit zur Erholung bleibt. Sie ist fast froh, dass das Zentrum im Winter geschlossen ist, «dann kann ich zur Ruhe kommen, nachdenken und vor allem Konserven und Einmachgläser mit laktofermentiertem Gemüse bereitstellen.» Dann nimmt sie sich auch mehr Zeit für ihre Familie, vor allem für ihre Grossmutter, mit der sie auf Flohmärkten nach Schätzen für ihr Restaurant sucht. In Champ-Pittet gibt es nur spezielle Teller und Tassen. «Ich lege grossen Wert darauf, dem Lokal eine persönliche Note zu verleihen, etwa mit Geschirr, das eine Seele hat, das mir beim Anrichten Freude bereitet und hoffentlich auch den Gästen gefällt.» In Champ-Pittet herrscht bei jeder Mahlzeit eine festliche Stimmung mit wunderbaren Farb- und Geschmacksakzenten, die Léa Graham auch in der zweiten ­Saison in ihrer einfallsreichen, raffinierten und genussvollen Küche zu setzen weiss. Ihrem konsequenten und engagierten Ansatz stehen noch viele schöne Jahre bevor.

FLORENCE KUPFERSCHMID-ENDERLIN ist redaktionelle Leiterin der französischspra­chigen Ausgabe des Pro Natura Magazins.

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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.

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Champ-Pittet
28.07.2023 Crise de la biodiversité

«Dans mes assiettes, j’aime mettre de l’intention dans les détails»

Cheffe du restaurant du centre Pro Natura de Champ-Pittet depuis deux saisons, Léa Graham ravit les papilles de la clientèle avec une cuisine végétarienne qui lui ressemble: inventive, colorée, subtile et gourmande.

Au cœur de la saison estivale, difficile de grappiller quelques instants précieux à Léa Graham. Avec sa petite équipe, elle s’affaire cinq jours par semaine pour proposer ses délicieux mets, désormais réputés dans la région. «À l’ouverture de la saison, je sais que plusieurs mois d’effervescence m’attendent. J’aime ce stress stimulant. Quand c’est trop calme, je m’ennuie», précise la jeune cheffe vaudoise, à la tête de son propre établissement à 32 ans.

Forte des expériences de la première saison, Léa réinvente sa carte chaque semaine et développe de nouveaux projets: le brunch tous les dimanches, c’est son idée. «Une habitude qui s’est imposée dans les villes, et que je souhaitais proposer à Champ-Pittet.» Concocter des confitures et des pâtes à tartiner maison et cuisiner des saveurs plus originales que «l’association un peu éculée du saumon et de l’avocat»: un nouveau défi qui la titille.

Goût de l’esthétisme

Petite, elle testait des recettes qu’elle faisait goûter à sa sœur, elle préparait le repas de Noël pour sa famille, elle regardait des émissions culinaires avec son grand-père. Alors que tout la prédestinait – l’envie, le talent et le soutien de sa famille – à embrasser le métier de cuisinière, c’est vers des études d’art et de design qu’elle se tourne. «Après l’école obligatoire, je me trouvais trop jeune pour commencer un apprentissage et assumer les horaires difficiles de la restauration.» 

À 21 ans, elle change de voie et intègre les cuisines d’un chef sur la Côte. Son talent vite repéré – elle est lauréate du concours des meilleurs apprentis vaudois ­– et son caractère enjoué, matiné d’une bonne dose de culot, lui ouvrent les portes d’établissements renommés où elle poursuit sa formation : l’Hôtel de Ville de Crissier d’abord, puis le restaurant Anne-Sophie Pic au Beau-Rivage à Lausanne. 

Léa Florence Kupferschmid-Enderlin
Grande Cariçaie
Elle y apprend le perfectionnisme, le goût du détail, l’esthétisme, l’alliance des saveurs. Elle y apprend tout. Tout, vraiment ? «Il me manquait un lien plus direct avec la nature, notre terre nourricière. Une cuisine plus instinctive et qui se soucie aussi des déchets.»

Curieuse, en quête perpétuelle de créativité et de nouveaux accords culinaires – son point fort –, Léa s’est intéressée aux plantes comestibles pour appendre à les reconnaître et à les intégrer dans sa cuisine afin de développer davantage son univers végétal. Comme la routine l’ennuie, elle change la carte végétarienne du restaurant chaque semaine, et se fait un malin plaisir de réussir à convaincre certains sceptiques que ne pas manger de viande, «ça va aussi!» Pour montrer que la cuisine végétarienne peut être gastronomique, la jeune cuisinière s’est lancé le défi de proposer une fois par saison un repas en plusieurs actes à base de plantes sauvages. «Contrairement aux coups de feu des midis, là je peux prendre plus de temps pour soigner le dressage.» 

Champ-Pittet Pro Natura

Coups de feu et conserves 

Coups de feu après coups de feu, les midis qui s’enchaînent à Champ-Pittet entre mars et octobre ne lui laissent que peu de répit. Elle se réjouit presque de la fermeture du centre pour la période hivernale «car c’est le moment où je peux me poser, réfléchir, et surtout préparer des conserves et des pots de légumes lactofermentés pour compléter mon garde-manger.» C’est durant cette période-là aussi qu’elle consacre du temps à sa famille. Avec sa grand-mère notamment, elle parcourt les brocantes pour dénicher quelques pépites pour son restaurant. Plus d’assiettes, ni de tasses déjà vues à Champ-Pittet. «Je mets un point d’honneur à personnaliser le lieu, avec de la vaisselle qui a une âme, qui me donne encore plus de plaisir au moment du dressage, et qui je l’espère ravit aussi les convives», conclut Léa.

FLORENCE KUPFERSCHMID-ENDERLIN est responsable de l’édition française du Magazine Pro Natura.

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Cet article a été publié dans le Magazine Pro Natura.

Le Magazine Pro Natura vous dévoile les petites merveilles de la nature, vous informe au sujet de gros projets et vous présente des personnalités captivantes. Il porte un éclairage sur les dessous des décisions politiques et révèle où, comment et pourquoi Pro Natura lutte pour la nature. Tous les membres Pro Natura le reçoivent cinq fois par an.

Aletschwald
03.08.2023 Wald

Waldbrände: grössere Herausforderung für uns Menschen als für die Natur

Im Wallis hat im Juli 2023 wieder ein Wald gebrannt. Während Waldbrände für die Biodiversität Chancen sein können, bringen sie für uns Menschen Gefahren und Herausforderungen mit sich. Die Schutzfunktion des Waldes ist beeinträchtigt. Pro Natura ordnet ein.

Im Juli 2023 kam es zu einem Waldbrand in Bitsch östlich von Brig. Nicht weit davon entfernt befinden sich unser Pro Natura Zentrum Aletsch sowie das Naturschutzgebiet Aletschwald. Der Brand weitete sich auf rund 100 Hektaren Schutzwald aus. Die Gäste und Mitarbeitenden der Villa Cassel wurden frühzeitig mit anderen Anwohnenden evakuiert. Es gab keine Verletzten. Doch was bedeutet ein solcher Waldbrand für die Natur? 

Vor und während dem Waldbrand: So verhalten sich Tiere und Pflanzen

Villa Cassel Jan Gürke
Pro Natura Naturzentrum Villa Cassel

Waldbrände führen zu abrupten und massiven Veränderungen im Lebensraum. Grössere Tiere wie Hirsche oder Vögel sind mobil und können fliehen. Amphibien und andere kleinere Tiere graben sich im Boden ein oder verstecken sich unter Steinen und in Baumstrünken. Es gibt auch Insektenarten, die das Feuer über mehrere Kilometer entfernt bereits spüren und rechtzeitig fliehen. Andere Kleintiere und Insekten sowie Bäume, Flechten, Moose und Pilze können dem Ereignis jedoch nicht ausweichen.  

Nach dem Waldbrand 

Der Wald sieht nach dem Brand völlig anders aus. Für viele ein erschreckender Anblick – doch es ist nicht das Ende des Waldes. Untersuchungen, etwa nach dem Waldbrand in Leuk 2003, haben gezeigt, dass die Regenerationskraft des Waldes sehr gross ist. Von der vorübergehend offeneren Fläche und dem kurzfristigen, grossen Nährstoffangebot durch die Asche profitieren viele verschiedene Arten wie bestimmte Moose, Krautpflanzen, Insekten und Vögel. Das entstehende Totholz ist für viele Insekten ein wichtiger Lebensraum. Besonders für die licht- und wärmeliebenden Spezialisten liegen nach einem Feuer optimale Bedingungen vor. Mit der Zeit findet eine natürliche Wiederbewaldung statt. Zuerst spriessen Pionierarten wie beispielsweise Birken oder Weiden.  

Schutzfunktion des Waldes gefährdet 

Während sich die Natur nach einem Waldbrand rasch erholt, geht die Schutzfunktion, welche der geschlossene Wald wahrgenommen hat, vorübergehend verloren. Der Hang kann instabil werden.  Lawinen oder rollende Steine werden nicht mehr von Bäumen aufgehalten – eine grosse Gefahr für Anwohnende und Gäste der Region. Wie sich die Situation nach dem Brand in Bitsch auf das nahe gelegene Pro Natura Zentrum Aletsch und das Pro Natura Schutzgebiet Aletschwald auswirkt, kann zurzeit noch nicht abschliessend gesagt werden.

Hitze, Trockenheit und Waldbrände in der Schweiz 

Aufgrund der Klimakrise häufen sich extreme Wetterereignisse. Die zunehmende Sommertrockenheit schafft günstige Bedingungen für Waldbrände. Immer häufiger treten in der Schweiz Hitze und Trockenheit in Kombination auf. Dies hat starke Auswirkungen auf unsere Wälder: An kühlere und feuchtere Bedingungen angepasste Bäume kommen mit der ausgeprägten Trockenheit und Hitze nicht zurecht. Das Wachstum der Bäume wird eingeschränkt, die Bäume werden geschwächt. Sie stürzen dadurch bei Stürmen eher um oder sterben früher ab. Diese Entwicklung ist bereits heute in manchen Wäldern gut sichtbar. Junge Bäume können sich teilweise anpassen und Arten, die Trockenstandorte bevorzugen, können profitieren.  

Waldbrände: Unterschied zu Kalifornien und Südaustralien

In anderen Regionen der Welt wie beispielsweise in Kalifornien und Südaustralien gibt es feuerabhängige Ökosysteme: Diese Ökosysteme brauchen Feuer, um zu funktionieren. Die dort lebenden Arten haben Anpassungsstrategien für diese extremen Bedingungen entwickelt. Einige Baumarten haben zum Beispiel eine besonders dicke Borke oder sie zeichnen sich durch eine ausgeprägte Fähigkeit aus, aus Stamm und Wurzeln wieder auszuschlagen. Es gibt auch Pflanzen, die die Hitze des Feuers benötigen, damit sich ihre Zapfen öffnen und die Samen auf der nährstoffreichen Asche keimen können. Wälder in der Schweiz sind dagegen nur bedingt an Waldbrände angepasst. Die Auswirkungen eines Brandes auf die Natur in der Schweiz können nicht direkt mit Waldbränden in den USA und in Australien verglichen werden. 

Unser Umgang mit der Gefahr von Waldbränden

Ein Brand ist für den Wald einschneidend und bringt Veränderungen für die Natur mit sich. Doch öfters sind die Folgen für uns Menschen grösser. Alle können dazu beitragen, das Risiko für Waldbrände zu mindern. Der Grossteil der Waldbrände in der Schweiz wird versehentlich von Menschen verursacht. Beachten Sie die Gefahrenmeldungen und Verhaltensempfehlungen des Bundes und der Kantone!  

Gefragt ist zudem eine konsequente Umsetzung von klimapolitischen Massnahmen. Nur so können wir langfristig der Zunahme von Trockenheit und extremen Wetterereignissen entgegenwirken.  

Aletschgletscher im Sommer 2020
Naturzentrum Aletsch
Unsere Villa Cassel befindet sich auf 2000 Metern über Meer in unmittelbarer Nähe zum Naturschutzgebiet Aletschwald. Entdecken Sie uralte Bäume und blicken Sie auf den eindrücklichen Aletschgletscher während einer Wanderung im Aletschwald. Wer gerne etwas mehr über Natur und Kultur rund um die Villa Cassel erfahren möchte, findet Inspiration im Saisonprogramm.
Aletschwald
03.08.2023 Forêt

Les incendies de forêt, un défi vital pour l’être humain, plus que pour la nature

En juillet 2023, le feu a de nouveau ravagé une forêt en Valais. Alors que les incendies de forêt peuvent constituer une opportunité pour la biodiversité, ils présentent des dangers et de grands défis pour nous, les êtres humains. La fonction protectrice de la forêt est compromise. Pro Natura fait le point.

En juillet 2023, un incendie de forêt s’est déclaré à Bitsch, à l’est de Brigue, non loin de notre Centre Pro Natura d’Aletsch et de la réserve naturelle de la forêt d’Aletsch. L’incendie a détruit environ 100 hectares de forêt protectrice. Nos hôtes et le personnel de la Villa Cassel ont été évacués très tôt tout comme d’autres habitant·e·s. Il n’y a heureusement aucun blessé à déplorer, mais quelles sont les conséquences d’un tel incendie de forêt sur la nature?

Quel est le comportement de la faune et de la flore avant et durant l’incendie de forêt ?

Villa Cassel Jan Gürke
Centre Pro Natura d’Aletsch - La Villa Cassel

Les incendies de forêt entraînent des changements brusques et massifs des habitats. Les animaux de grande taille comme les cerfs ou les oiseaux sont mobiles et s’enfuient. Les amphibiens et certains animaux de petite taille s’enfoncent dans le sol ou se cachent sous des pierres ou dans des souches d’arbres. Quelques espèces d’insectes sentent déjà le feu à plusieurs kilomètres de distance et s’échappent à temps. D’autres petits animaux et insectes, ainsi que les arbres, lichens, mousses et champignons ne peuvent toutefois éviter l’événement.  

Après l’incendie

La forêt a complètement changé d’aspect. C’est une vision effrayante, mais ce n’est pas la fin de la forêt. Des études, réalisées par exemple après l’incendie de Loèche en 2003, ont démontré que la force de régénération de la forêt est considérable. De nombreuses espèces, comme certaines mousses, plantes herbacées, insectes et oiseaux, profitent de la surface temporairement plus ouverte et de l’importante offre en nutriments à court terme due aux cendres. Le bois mort offre un habitat essentiel à de nombreux insectes. Les espèces spécialisées qui aiment la lumière et la chaleur bénéficient alors de conditions optimales après un incendie. Avec le temps, un reboisement naturel s’opère avec l’arrivée d’abord d’espèces pionnières telles que le bouleau ou le saule. 

La fonction protectrice de la forêt mise à mal

Alors que la nature se remet rapidement d’un incendie, la fonction de protection qu’assurait la forêt fermée est temporairement perdue. Le versant peut devenir instable. Les avalanches ou les chutes de pierres ne sont plus retenues par les arbres, un grave danger pèse donc sur la population et le tourisme de la région. Il est encore impossible de cerner les conséquences de l’incendie de Bitsch sur le Centre Pro Natura d’Aletsch, situé à proximité et sur la réserve naturelle Pro Natura de la forêt d’Aletsch.

Chaleur, sécheresse et incendies de forêt en Suisse 

En raison de la crise climatique, les événements météorologiques extrêmes se multiplient. La sécheresse estivale toujours plus fréquente crée les conditions favorables aux incendies de forêt. Chaleur et sécheresse s’allient de plus en plus souvent. Cela ne va pas sans répercussions sur nos forêts. Les arbres adaptés à des conditions plus fraîches et humides ne peuvent plus faire face à la sécheresse et aux canicules. La croissance des arbres ralentit et ils s’affaiblissent. Lors de tempêtes, ils sont donc plus facilement arrachés et meurent plus tôt que la normale. Cette évolution est déjà perceptible dans certaines forêts. Les jeunes arbres, quant à eux, parviennent partiellement à s’adapter et les espèces xérophiles à en profiter.  

Incendies de forêt en Californie et dans le sud de l’Australie

Dans d'autres régions du monde, comme la Californie et le sud de l’Australie, certains écosystèmes dépendent du feu. Ils en ont besoin pour se développer. Les espèces qui y vivent ont adapté leurs stratégies à ces conditions extrêmes. Par exemple, quelques espèces d'arbres ont une écorce particulièrement épaisse ou se distinguent par une forte capacité à se remettre à bourgeonner depuis le tronc et les racines. Certaines plantes nécessitent la chaleur du feu pour ouvrir leurs cônes et permettre à leurs graines de germer sur les cendres riches en nutriments. En revanche, les forêts en Suisse ne sont que peu adaptées aux incendies de forêt. L'impact d'un incendie sur la nature en Suisse n’est pas comparable à celui des incendies de forêt aux États-Unis ou en Australie. 

Notre gestion du risque d’incendie de forêt

Un incendie est un événement grave pour la forêt et entraîne des changements pour la nature. Mais les conséquences pour l’être humain sont souvent plus dramatiques. Nous toutes et tous pouvons réduire le risque d’incendie de forêt. La majorité de ces incendies en Suisse est d’origine humaine et provoquée accidentellement. Tenez compte des messages d’alertes et des recommandations de comportement de la Confédération et des cantons.

Une mise en œuvre cohérente de mesures sur le plan de la politique climatique s’avère également nécessaire. Ce n’est qu’ainsi que nous pourrons lutter à long terme contre l’augmentation de la sécheresse et des phénomènes météorologiques extrêmes.

Aletschgletscher im Sommer 2020
Centre Pro Natura d’Aletsch

La Villa Cassel se trouve à 2000 mètres d’altitude, tout près de la réserve naturelle de la forêt d’Aletsch. Découvrez les arbres centenaires, avec vue sur l’impressionnant glacier d’Aletsch au cours d’une randonnée dans la forêt d’Aletsch. Si vous souhaitez obtenir davantage d’informations concernant la nature et la culture autour de la Villa Cassel, vous trouverez l’inspiration dans notre programme de la saison.

Lebensraum Wiese
laufende Projekte

Aktuell fördern wir mit über 250 Projekten die Natur und die Artenvielfalt in allen Regionen der Schweiz. Dies ist nur dank Spenden und Mitgliederbeiträgen möglich. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.

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