Progetti

Uno dei quattro pilastri di Pro Natura è la protezione attiva dei biotopi e delle specie.
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Amphibien

Amphibien: Wie können bedrohte Frösche, Kröten und Molche überleben?

Über Tümpel, Teiche, Seeufer und Moore

Laubfrosch
Die meisten Frösche, Molche, Kröten und Salamander sind bedroht. Damit sie überleben, brauchen sie geeignete Feuchtgebiete.

Der Dieselmotor dröhnt, die Schaufel des Baggers gräbt sich tief ins Erdreich. Weil Tümpel, Teiche, Seeufer, Moore und andere Feuchtgebiete nicht mehr auf natürlichem Weg entstehen, legt Pro Natura mit Hilfe von Baumaschinen und Freiwilligen neue Gewässer für Laubfrosch, Geburtshelferkröte und andere Amphibien an. 

Mehr Frösche dank Feuchtgebieten

Nur im Wasser können sich Kaulquappen zu Jungfröschen entwickeln. Um das zu ermöglichen, bauen wir Feuchtgebiete, in denen unterschiedliche Arten leben können. Die Kreuzkröte liebt flache Kiestümpel oder Karrenspuren, die sich rasch erwärmen. Die Erdkröte liebt den Waldteich mit Rohrkolben und Teichrosen. Besonders die stark bedrohten Arten wie Laubfrosch, Gelbbauchunke, Kammmolch, Kreuzkröte und Geburtshelferkröte profitieren von den Pro Natura Projekten, wie dem Projekt Grosse Strommasten für kleine Gelbbauchunken.

Der natürliche Baumeister der Wasserlebensräume ist übrigens der Biber. Mit der Aktion Biber und Co. verhilft ihm Pro Natura zu immer mehr «Baustellen» in der Landschaft.

Im Wasser und an Land lebend

Kaulquappen und Larven der Amphibien leben zuerst im Wasser. Mit der Umwandlung zu Fröschen, Kröten oder Molchen verlassen sie die Gewässer und leben meistens an Land. Je nach Art wandern sie mehrere Kilometer vom Gewässer weg. Wenn Sie also in einer lauen Sommernacht weit weg von einem Gewässer eine Erdkröte entdecken, ist das völlig normal.

Frösche und die Klimaerwärmung

Der Aufbruch der Tiere ans Fortpflanzungsgewässer wird nicht nur durch das Wetter bestimmt. Eine «innere Uhr» kündigt den Tieren die Paarungszeit an. Deshalb bleiben Grasfrösche in milden, regnerischen Januarnächten noch im Versteck. Einen Monat später hüpfen sie bei gleichen Bedingungen los. Wenn die innere Uhr vorgeht überlebt der Nachwuchs nicht. Kurz nach einem milden Regen können nochmals frostige Nächte folgen. Die Froscheier sterben dann ab. Spätfröste sind auch in Zeiten der Klimaerwärmung möglich. Deshalb hat sich die Paarungszeit von Grasfröschen und Erdkröten bisher nicht verschoben. 

Die Gelbbauchunke hat dank Pro Natura und den Tümpeln unter Strommasten wieder mehr Lebensraum. Schön zu sehen sind die typische herzförmige Pupille und ansatzweise der gelbe Bauch der Unke. Wolfgang Bischoff, naturschutzlösungen
Die Gelbbauchunke hat dank Pro Natura und den Tümpeln unter Strommasten wieder mehr Lebensraum. Schön zu sehen sind die typische herzförmige Pupille und ansatzweise der gelbe Bauch der Unke.

Gefährliche Amphibienwanderungen

Kaum ist der Winter vorbei, wandern die Amphibien aus den Winterquartieren zu ihren Laichgewässern, um sich dort zu paaren. Zuerst wandern die Grasfrösche und die Erdkröten. In tiefen Lagen sind sie in regnerischen Nächten schon Ende Februar unterwegs. Führt ihr Weg über eine Strasse, werden sie oft zu Hunderten überfahren.  Damit dies nicht geschieht, werden einzelne Strassenabschnitte gesperrt oder Amphibienunterführungen gebaut. An manchen Orten werden Amphibienzäune aufgestellt. Freiwillige, Schulklassen oder Gemeindemitarbeitende sammeln die Tiere ein und tragen sie über die Strasse.

 Matthias Sorg Matthias Sorg

Amphibien sind geschützt

Alle einheimischen Amphibienarten sind gesetzlich geschützt. Wer sie fängt, transportiert, verkauft oder gar tötet, braucht dazu eine Bewilligung. Das bedeutet, wer sich über den laut quakenden Frosch im Gartenteich ärgert, darf diesen nicht ohne Bewilligung wegfangen.

Erdkröte Raphael Mettler

Pestizide schwächen oder töten Amphibien

Amphibien haben eine durchlässige Haut und nehmen damit leicht Stoffe aus der Umwelt auf – leider auch Pestizide. Amphibien können durch Pestizide getötet oder geschwächt werden. Zum Beispiel haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass «Roundup», ein in der Schweiz verkauftes Mittel gegen Unkräuter auf Kaulquappen und junge Amphibien tödlich wirken kann. Verzichten Sie deshalb in ihrem Garten auf den Einsatz von Pestiziden.

Frösche und Molche rund ums Haus

Hat es in Ihrer Nähe einen Teich? Gut möglich, dass dann rund um Ihr Haus Frösche, Molche, Kröten oder Salamander leben. Helfen Sie mit, dass es ihnen gut geht. Das Pro Natura Faltblatt «Amphibien rund ums Haus» gibt Ihnen Tipps.

Ein Froschkonzert am Bildschirm

Unsere Projekte für Amphibien

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Wildbiene Lasioglossum sp. Foto: Samuel Ehrenbold

Kleine Tat­en für die grosse Vielfalt

Baldeggersee
19.05.2023 Biodiversitätskrise

Unser buntes Puzzle für mehr Biodiversität

Was vor über 100 Jahren mit dem Schweizerischen Nationalpark begann, ist mittlerweile zu einem grossen Netz gewachsen: Pro Natura sichert in der Schweiz 781 Naturschutzgebiete.

Es ist der 15. Februar 2021. In einem Notariat in Porrentruy unterzeichnen Jacques Villars und Marc Tourette im Namen von Pro Natura und Pro Natura Jura den Kaufvertrag für einen 33,6 Hektar grossen Wald am Doubs. Dank des Kaufs wird sich in einem grossen Teil dieses Waldes die Natur frei entfalten können. 

Dass Pro Natura mit dem Abschluss von Verträgen die Natur fördert, ist nichts Aussergewöhnliches. Fast jede Woche werden für Pro Natura und die Pro Natura Sektionen Verträge über Schenkungen, Landkäufe oder langfristige Schutzverträge abgeschlossen. Ein Kaufvertrag über mehr als 30 Hektar kommt allerdings selten vor und macht deshalb ganz besonders Freude. Zusammen mit anderen vertraglich gesicherten Flächen ist so am Doubs Stück für Stück das Pro Natura Naturschutzgebiet Clairbief entstanden. Es umfasst mittlerweile rund 100 Hektar und erstreckt sich über 3,5 Kilometer dem Doubs entlang. 

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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.

Das Pro Natura Magazin nimmt Sie mit in die Natur. Es berichtet über kleine Wunder, grosse Projekte und spannende Persönlichkeiten. Es blickt hinter die Kulissen politischer Entscheide und schildert, wo, wie und warum Pro Natura für die Natur kämpft. Als Mitglied erhalten Sie das Magazin fünf mal im Jahr direkt in Ihren Briefkasten.

Gletschervorfeld Morteratsch
Der bezaubernde Patient
Pro Natura besitzt mehrere Weiher und Seen, mit rund fünf Quadratkilometern der grösste davon ist der Baldeggersee. Dieser ist weitgehend unverbaut, weil Pro Natura den See und seine Ufer bereits vor über 80 Jahren erwerben konnte und sich seither für einen konsequenten Schutz stark gemacht hat. Vor allem im Norden und Süden des Sees breiten sich grosse Schilfgürtel aus, dort lässt sich eine Vielzahl von Wasservögeln beobachten. Einen faszinierenden Einblick in die ökologische Vielfalt des Gebiets, auch ins renaturierte Feuchtgebiet Ronfeld, bietet ein Naturerlebnispfad im Süden. Doch die Idylle ist trügerisch: Weil deutlich zu viel Nährstoffe in den See gelangen, insbesondere wegen der zu hohen Phosphoreinträge aus der Landwirtschaft, muss der See seit über 40 Jahren künstlich belüftet werden. Sonst käme es zum ökologischen Kollaps. Dies zeigt exemplarisch, dass es nicht genügt, Schutzgebiete auszuscheiden, sondern dass auch auf politischer und gesellschaftlicher Ebene an umweltfreundlichen Rahmenbedingungen gearbeitet werden muss – so wie das Pro Natura seit Jahrzehnten tut. Naturschutzgebiet Baldeggersee, Baldegg (LU) und Nachbargemeinden, Fläche: 546 Hektaren, 463 Meter über Meer, geschützt seit 1940.

Zufälle und Strategien

Manche dieser Naturperlen fallen Pro Natura in den Schoss. So erbte Pro Natura Waadt 2014 Wald und Weide von La Cruchaude im Waadtländer Jura. Bei anderen Flächen geht es von der ersten Kontaktaufnahme bis zum Abschluss eines Vertrages mitunter Jahre. Andere Verträge kommen gar nie zustande. Sei es, weil der Eigentümer Forderungen stellt, die Pro Natura nicht erfüllen will, oder Verträge an einer restriktiven Auslegung des bäuerlichen Bodenrechtes scheitern. Zum Teil kann es auch Jahre dauern, bis ein Projekt umgesetzt werden kann. Bei Fischbach--Göslikon (AG) zum Beispiel hat Pro Natura 2012 Flächen gekauft. Doch auf die Bewilligung zur Wiederherstellung der ehemaligen Reussaue warten wir immer noch.

Als Kaufkriterien stehen die vorhandenen Naturwerte offensichtlich im Vordergrund, es können aber auch andere, oft strategische Faktoren eine Rolle spielen. Als sich etwa die Gelegenheit offenbarte, das Gelände für unser grossartiges Pro Natura Zentrum Champ-Pittet am Neuenburgersee zu erwerben, war es auch ein Kaufkriterium, als Grundbesitzerin auf den damals geplanten Bau der Autobahn A1 durch die Grande Cariçaie Einfluss nehmen zu können. Oder Pro Natura Aargau hatte die Gelegenheit erkannt, als im Raum Zurzach Landwirtschaftsflächen zum Verkauf angeboten wurden. Mit diesen Tauschflächen konnten später die Voraussetzungen geschaffen werden, um die Auenlandschaft beim «Chli Rhy» in Rietheim zu revitalisieren.

Die DNA von Pro Natura

Die Sicherung von Flächen zugunsten der Natur ist der Ursprung und sozusagen die DNA von Pro Natura. Weil in der Schweiz jeder Quadratmeter einen Eigentümer oder eine Eigentümerin hat und diese die Nutzung bestimmen, nutzt Pro Natura seit ihrer Gründung den Erwerb und die vertragliche Sicherung von Grundstücken zur Förderung der Natur. 1909 wurde der Verein als Schweizerischer Bund für Naturschutz gegründet, um Geld für die Sicherung von Flächen für den Schweizerischen National-park im Unterengadin zur Verfügung zu stellen. 

Bereits 1910 kaufte Pro Natura selbst eine erste Naturschutzfläche, das 4,4 Hektar grosse Waldgebiet «Buhaul» oberhalb von Ilanz. Es ist damit das erste Pro Natura Naturschutzgebiet. 113 Jahre später hat es immer noch Bestand. Insgesamt besitzt Pro Natura in der Schweiz 6946 Hektar Land, sie ist eine der grössten privaten Grundeigentümerinnen der Schweiz. Jedes unserer rund 170 000 Mitglieder ist damit quasi anteilsmässige Eigentümerin oder Eigentümer von rund 400 Quadratmetern Biodiversität. 

0,6 Prozent der Landesfläche

Das Netz der Pro Natura Naturschutzgebiete ist aber noch viel grösser. Momentan umfasst es:

Gebiete
Gesamt­fläche (Hektar)
Prozent der Schweizer Landesfläche

Bei der Mehrheit der Gebiete ist Pro Natura nicht Grundeigentümerin, doch konnte sie Naturflächen durch langfristige Verträge sichern. So etwa auch den faszinierenden Aletschwald; der Vertrag zum Schutz des Waldes mit der Burgergemeinde Ried-Mörel feiert dieses Jahr sein 90-jähriges Bestehen, hoffentlich dauert der Schutz dieses einmaligen Gebietes noch weitere 90 Jahre an. 

Oft ist die Sicherung der Fläche durch Eigentum und Verträge nur der erste Schritt zu mehr Natur. Danach definieren unsere Sektionen ein Schutzziel und fördern die Entwicklung der Natur­vielfalt mit angepassten Massnahmen. Nicht immer ist das so spektakulär wie in Eglisau (ZH). Anstelle eines früheren Tanklagers blühen dort heute Blumen, quaken Laubfrösche, und ein Bächlein plätschert durch dieses ehemalige Industriegelände dem Rhein zu. Damit bildet dieses Gebiet nun eines von fast 800 bunten Puzzlestücken – unser ganz konkreter Beitrag für mehr Biodiversität in der Schweiz. 

URS TESTER leitet bei Pro Natura die Abteilung Biotope und Arten. 

Baldeggersee
Gemeinsam für mehr Natur
Weitere interessante Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Pro Natura Magazins für Mitglieder.
Réserve naturelle Baldeggersee
19.05.2023 Crise de la biodiversité

Notre puzzle coloré pour plus de biodiversité

Ce qui a commencé il y a plus d’un siècle avec le Parc national suisse est devenu au fil du temps un vaste réseau: Pro Natura sauvegarde et gère 781 réserves naturelles en Suisse.

Nous sommes le 15 février 2021. Dans une étude de notaire de Porrentruy, Jacques Villars et Marc Tourette signent un contrat de vente portant sur 33,6 hectares de forêt au bord du Doubs au nom de Pro Natura et de sa section jurassienne. Grâce à cette acquisition, la nature pourra se développer librement sur une vaste portion de forêt. Promouvoir la nature en concluant des contrats? Pour Pro Natura, cette démarche n’a rien d’inhabituel, elle y a recours quasiment chaque semaine, qu’il s’agisse d’une donation, d’un achat de terrain ou d’une convention de protection de longue durée. Mais il est rare qu’une transaction concerne plus de 30 hectares, et cela est donc particulièrement réjouissant. Ces parcelles s’ajoutent à celles que Pro Natura a déjà protégées par contrat au bord du Doubs, pour constituer morceau par morceau la réserve naturelle de Clairbief. Elle atteint aujourd’hui les 100 hectares et s’étend sur plus de 3,5 kilomètres le long de la rivière.  

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Cet article a été publié dans le Magazine Pro Natura.

Le Magazine Pro Natura vous dévoile les petites merveilles de la nature, vous informe au sujet de gros projets et vous présente des personnalités captivantes. Il porte un éclairage sur les dessous des décisions politiques et révèle où, comment et pourquoi Pro Natura lutte pour la nature. Tous les membres Pro Natura le reçoivent cinq fois par an.

Gletschervorfeld Morteratsch
Un convalescent enchanteur
Pro Natura possède plusieurs étangs et lacs. Le plus grand, le Baldeggersee, couvre près de 5 km2. Ses rives sont largement exemptes de construction, car la réserve appartient depuis 80 ans à Pro Natura, qui s’est toujours engagée pour qu’elle reste strictement protégée. Une imposante ceinture de roseaux s’étend au nord et au sud du lac, où l’on observe de nombreux migrateurs. Le sentier didactique sur la rive sud invite à découvrir la fascinante diversité écologique de la région et la zone humide renaturée de Ronfeld. Mais ce cadre idyllique est trompeur : l’apport excessif de nutriments et notamment de phosphates issus de l’agriculture oblige depuis 40 ans à oxygéner artificiellement les eaux du lac pour éviter l’effondrement de l’écosystème. L’exemple du Baldeggersee montre qu’il ne suffit pas de protéger certaines surfaces: il faut aussi créer les conditions-cadres politiques et sociales favorables à leur maintien. Pro Natura y travaille depuis des décennies. Réserve naturelle Baldeggersee, Baldegg (LU) et communes avoisinantes, surface: 546 hectares, altitude: 463 mètres, protégée depuis 1940

Stratégies et heureux hasards

Dans certains cas, c’est par un coup de chance que Pro Natura se retrouve propriétaire de joyaux naturels. Sa section vaudoise a par exemple hérité en 2014 de la forêt et du pâturage de La
Cruchaude dans le Jura vaudois. Pour d’autres sites, il s’écoulera des années entre les premiers contacts et la signature du contrat. Parfois, le processus n’aboutit pas, parce que le propriétaire pose des conditions que Pro Natura ne peut pas s’engager à tenir ou qu’une interprétation restrictive du droit foncier rural fait échouer la transaction. La phase de réalisation peut, elle aussi, subir des retards, comme à Fischbach-Göslikon (AG), où Pro Natura a acheté un terrain en 2012, mais attend toujours l’autorisation de renaturer l’ancienne zone alluviale de la Reuss.

La valeur écologique effective est évidemment l’un des critères prépondérants pour l’achat, mais d’autres facteurs, souvent stratégiques, entrent aussi en ligne de compte. Lorsque l’occasion s’est présentée d’acquérir le site de notre magnifique Centre Pro Natura de Champ-Pittet au bord du lac de Neuchâtel, l’achat a aussi été motivé par le fait qu’en devenant propriétaire, Pro Natura pouvait influencer le projet de construction de l’autoroute A1 à travers la Grande Cariçaie. Quant à Pro Natura Argovie, elle a su reconnaître une bonne affaire quand des terres agricoles ont été mises en vente du côté de Zurzach. Ces surfaces d’échange ont ultérieurement permis la revitalisation du paysage alluvial du «Chly Rhy» à Ritheim.

Dans l’ADN de Pro Natura

Se procurer des surfaces pour les dédier entièrement à la nature est la raison d’être initiale de Pro Natura et pour ainsi dire son ADN. Comme chaque mètre carré de sol suisse appartient à un ou une propriétaire, qui en détermine l’usage, les instruments de Pro Natura pour promouvoir la nature sont depuis le début l’achat de terrains et les conventions de protection. La Ligue suisse pour la protection de la nature – aujourd’hui Pro Natura – fut fondée en 1909 pour financer la sauvegarde des sites qui allaient constituer le Parc national suisse en Basse-Engadine.  

En 1910 déjà, Pro Natura achetait elle-même une première aire naturelle protégée de 4,4 hectares, la forêt de «Buhaul» au-dessus d’Ilanz. Cette première réserve existe toujours 113 ans plus tard. Au total, Pro Natura possède actuellement 6 946 hectares de terrain en Suisse, ce qui la classe parmi les plus grands propriétaires fonciers privés du pays. Proportionnellement, chacun et chacune de nos quelque 170 000 membres se trouve pour ainsi dire propriétaire d’environ 400 mètres carrés de biodiversité. 

0,6 % du territoire national

Le réseau des réserves naturelles de Pro Natura est cependant bien plus vaste. Il englobe à ce jour:

Sites
Hectares
% du territoire national

Dans la plupart des cas, Pro Natura n’en est pas propriétaire, mais a pu les protéger par des contrats de longue durée. Ainsi, la fascinante forêt d’Aletsch: la convention conclue avec la commune de Ried-Mörel fête cette année ses 90 ans d’existence, et nous espérons bien que la protection de ce lieu unique sera reconduit pour les 90 prochaines années.

La sauvegarde des terrains par acquisition ou convention n’est souvent que la première étape du processus de renaturation. Nos sections définissent ensuite un objectif de protection et assurent le développement des valeurs naturelles du site par le biais de mesures appropriées. Avec des résultats parfois spectaculaires, comme à Eglisau (ZH), où des reinettes coassent à l’emplacement d’un ancien dépôt de carburant. La zone industrielle s’est muée en un paradis pour la flore où un petit ruisseau gazouille en direction du Rhin. C’est une pièce de plus à ce puzzle multicolore qui en comprend presque 800 – notre contribution très concrète pour davantage de biodiversité en Suisse.

URS TESTER dirige la division Biotopes et Espèces chez Pro Natura.

Baldeggersee
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Françoise Hoffer
19.05.2023 Biodiversitätskrise

«Man sollte ein gutes Auge und Geduld haben»

Die Pflanzenkennerin Françoise Hoffer hat als Freiwillige an der Inventarisierung der Waadtländer Flora mitgewirkt. Im Mai mündet diese langjährige Arbeit in der Veröffentlichung des Florenatlas des Kantons Waadt.

Pro Natura Magazin: Können Sie uns das Projekt Florenatlas kurz erklären?

Françoise Hoffer: Zunächst muss man wissen: Die Veröffentlichung dieses ­Florenatlas sehnen Botanikinteressierte aus dem Hobby- und Profibereich seit mehr als einem Jahrhundert herbei. Den Anstoss für das Projekt gab vor zehn ­Jahren der Verein Cercle vaudois de ­botanique. Nach einem ersten Treffen im Gelände 2014 legte ein kleines Startteam die Arbeitsmethode fest. Sie orientiert sich am Raster unserer Landeskarten, das heisst an Quadraten von fünf mal fünf ­Kilometern. Danach konnten die ­Bestandsaufnahmen im Feld losgehen.

Wie war das organisiert?

Alle Teilnehmenden bekamen Quadrate zugeteilt. Ich habe 16 übernommen (lacht). Das ist viel, aber ich habe Zeit. Ich war im Vallée de Joux, bei Chavornay, in der Gegend von Montreux, vom Schloss Chillon bis hoch hinauf zum ­Rochers de Naye. Schwierige Orte wie Moor- oder Berggebiete haben wir mit Unterstützung von Fachleuten inventarisiert.

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Musste man eine Ausbildung in Bio­logie oder Botanik haben, um teil­nehmen zu können?

Nein, das ist eben genau nicht die Idee. Es handelt sich um ein partizipatives ­Wissenschaftsprojekt. Wichtig ist, dass man über gute Kenntnisse in Botanik ­verfügt und vor allem gern in der Natur unterwegs ist. Ausserdem sollte man ein gutes Auge und Geduld haben und das Wandern lieben.

Wie sind Sie zu Ihrem grossen Wissen gekommen?

Die Natur hat mich schon immer interessiert. Ab 1994 habe ich mich jedoch ­stärker in die Botanik vertieft, als ich an der Inventur der Flora der Stadt Lausanne teilnahm. Das Kartieren von Pflanzen ist ein Hobby, dem ich viel Zeit widme. Beim Projekt in Lausanne wurden wir fachlich unterstützt: Einmal im Monat kamen wir im Botanischen Garten zusammen, um uns auszutauschen und Fragen zu klären. Wir konnten auch Pflanzen mitbringen und uns beim Bestimmen helfen lassen.

Die Hilfsmittel für das Inventarisieren haben sich weiterentwickelt, oder?

Oh ja, ganz klar. Das Arbeiten mit der ­FlorApp von Info Flora ist super! Was für eine Zeitersparnis! Man braucht nicht mehr alles von Hand zu notieren. Vor ­allem zeigt diese App, wonach man ­suchen muss.

Gibt es Flächen, die Sie besonders gern erforschen?

Ja, ich mag Brachflächen, Industrie­gebiete oder Campingplätze. All diese unscheinbaren Orte, wo man schöne Entdeckungen machen kann. Auch Privatgrund­stücke besuche ich gern. Manchmal ist es zwar schwierig, hineinzukommen, aber dann ergeben sich oft erfreuliche ­Gespräche mit den Eigentümern.

Welche Bilanz ziehen Sie rück­blickend aus Ihren Bestandsauf­nahmen?

Es ist eine Katastrophe! Der Artenschwund beschleunigt sich.

Françoise Hoffer
15.05.2023 Crise de la biodiversité

«Il faut avoir un bon œil et de la patience»

Dotée de larges connaissances en botanique, Françoise Hoffer a participé comme bénévole au recensement de la flore vaudoise. Ce travail de longue haleine débouche en ce mois de mai sur la publication de l’Atlas de la flore vaudoise.

Magazine Pro Natura: Madame Hoffer, pouvez-vous nous présenter ce projet en quelques mots?

Françoise Hoffer: il faut d’abord savoir que cette publication est un événement attendu depuis plus d’un siècle par les naturalistes amateurs et les botanistes professionnels. Tout est parti du Cercle vaudois de botanique il y a dix ans. Une première séance de terrain a eu lieu en 2014, puis un petit groupe de départ a choisi la métho­dologie qui s’appuie sur le maillage des cartes nationales, c’est-à-dire des carrés de cinq kilomètres sur cinq. Et c’est parti, sur le terrain pour les inventaires!

Comment était-ce organisé?

Chaque participant·e s’est vu attribuer des carrés. J’en ai pris 16 (rires). C’est beaucoup, mais j’ai du temps. Je suis allée à la vallée de Joux, vers Chavornay, dans la région de Montreux, du Château de chillon aux Rochers-de-Naye, ça grimpe par-là! Pour les terrains plus difficiles, comme les zones marécageuses ou la montagne, nous avons organisé les inventaires avec des guides.

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Cet article a été publié dans le Magazine Pro Natura.

Le Magazine Pro Natura vous dévoile les petites merveilles de la nature, vous informe au sujet de gros projets et vous présente des personnalités captivantes. Il porte un éclairage sur les dessous des décisions politiques et révèle où, comment et pourquoi Pro Natura lutte pour la nature. Tous les membres Pro Natura le reçoivent cinq fois par an.

Pour prendre part à ce projet, fallait-il être biologiste ou botaniste professionnel·le?

Non, ce n’est justement pas l’idée. C’est un projet de science participative. Il fallait donc avoir de bonnes connaissances de botanique et surtout aimer être dans la nature, avoir l’œil et la patience, aimer marcher aussi.

Mais vous, d’où tenez-vous toutes ces connaissances?

J’ai toujours aimé la nature, et je me suis plongée dans la botanique surtout à partir de 1994 en participant à l’inventaire de la flore de la ville de Lausanne. C’est une passion, j’y consacre beaucoup de temps. Pour ce projet, nous étions soutenus: une fois par mois, nous avions des réunions au Jardin botanique de Lausanne pour échanger et poser des questions. Nous pouvions aussi amener des plantes pour nous faire aider dans la détermination.

Les outils d’inventaire ont dû évoluer, non?

Oui, c’est clair. Avec l’application FlorApp d’InfoFlora, c’est génial! Quel gain de temps! Plus besoin de tout noter sur un petit carnet. Surtout, cet outil permet de voir ce que l’on doit chercher. 

Vous avez des terrains de prédilection?

Oui, j’aime particulièrement les terrains vagues, les zones industrielles, les campings. Tous ces endroits méconnus qui offrent de jolies découvertes. J’aime aussi les terrains privés. C’est parfois délicat d’y pénétrer, mais cela permet d’échanger avec les propriétaires et c’est aussi agréable. 

Avec le recul qui est le vôtre, quel bilan tirez-vous de vos inventaires?

C’est la catastrophe! Les disparitions de plantes s’accélèrent. 

Biberfell tasten. Foto: Patrick Weibel

Schulexkur­sion Biber

Moorebene Rothenthurm

Moor­re­gen­er­a­tion Rothenthurm

Moorebene Rothenthurm

Régénéra­tion des marais de Rothenthurm

Elisabeth und Oscar Beugger-Preis 2026

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Letzter Eingabetermin: 3. November 2025

Artenschutz

Wie der Bär wieder in die Schweiz kam

Braunbärin
Geschichte der Rückkehr des Bären in die Schweiz chronologisch aufgearbeitet

Stand: November 2021

April 2020

Eine Mutter mit ihren beiden Kindern beobachtet und filmt beim Wandern in der Valposchiavo einen Jungbären. Im Verlauf des Jahres erfolgen jedoch keine weiteren Bärennachweise in der Schweiz. 

  • Bärenaufenthaltsgebiete 2020: Kanton GR
  • Schäden: keine

August 2021

Nachdem es längere Zeit erstaunlich ruhig um den Bären in der Schweiz geblieben ist, taucht erneut ein Zuwanderer aus dem Trentino im Unterengadin auf. Der Wildhüter bestätigt eine Sichtung durch Privatpersonen in der Val d´Uina. In der Nacht auf den 17.8. reisst der Bär fünf Schafe, ein weiteres muss notgetötet werden. Weitere Tiere werden vermisst gemeldet. 

  • Bärenaufenthaltsgebiete 2021: Kanton GR
  • Schäden: mind. 6 Schafe
2019

Mai 2019

Im Kanton OW werden bei Melchsee-Frutt Bärenspuren im Schnee gefunden. Hat M29 im Gebiet überwintert?

Im Gental bei Innertkirchen werden wieder Bärenspuren gefunden.

Juni 2019

Ein Bär wird von Wanderern im Aletschgebiet (Riederalp) gefilmt, wie er durch den Frühlingsschnee läuft. 

Circa eine Woche später wird ein Bär im Binntal (VS) von einem Autofahrer gefilmt, wie er nachts vor dem Auto her auf der Strasse galoppiert und sich dann seitlich in den Wald schlägt. Weiterhin gibt es keine Hinweise darauf, dass es sich bei den Bärensichtungen der vergangenen Jahre und Monate im Grossraum Innerschweiz-Wallis jemals um einen anderen Bären als M29 gehandelt hätte, der nun bereits zum 3. Mal auf Schweizer Boden überwintert hat und mit seinen unterdessen sechs Jahren ein voll ausgewachsener Bärenmann ist.

Später im Jahr wird M29 genetisch im Raum Domodossola, Norditalien, nachgewie-sen. Er hat die Schweiz offenbar wieder verlassen und scheint auf dem Weg zurück in den Trentino zu sein.

  • Bärenaufenthaltsgebiete 2019: Kantone BE, OW, VS
  • Schäden: keine
2018

April 2018

Oberhalb von Engelberg (SZ) wird ein Braunbär von Mitarbeitern der Bergbahnen beobachtet. Mit grosser Wahrscheinlichkeit handelt es sich um M29, der wieder aus der Winterruhe erwacht und erneut unterwegs ist. 

Mai 2018

In Beatenberg am rechten Thunerseeufer verursacht ein Bär Schäden an einem Bienenstock. Es gibt mehrere Sichtmeldungen von Bären in der Beatenbucht. Einmal wird der Bär von einem Auto aus gefilmt, wie er nachts der Strasse entlang und durch einen Strassentunnel läuft, ehe er sich seitwärts in den Wald schlägt. Es ist das erste Mal, dass M29 näher an menschlichen Infrastrukturen beobachtet werden kann. 

Juni 2018

Mehrfache, aber nicht mehr verifizierbare Meldungen zu Bärenspuren lassen eine Bärenpräsenz im Gebiet ob Escholzmatt (LU) vermuten. 

Juli 2018

Bärenpräsenz auch in Graubünden: Ein Bär wird an der Tiroler Grenze zum Unterengadin fotografiert, zudem wird erneut in Bär im Puschlav nachgewiesen. 

In der Gemeinde Lenk im Gebiet Siebenbrunnen wird ein Bär mit einer bei einem toten Kalb montierten Wildkamera beim Fressen gefilmt. Das Kalb wurde nach Einschätzung des Wildhüters weder von dem Bären noch einem anderen Wildtier gerissen. 

Wenige Tage später werden Bärenspuren auf dem Sanetsch, also erstmals im Kanton Wallis, dokumentiert. Beobachtungen konnten keine gemacht werden. Die Wildhut geht davon aus, dass es sich auch bei diesem Tier um den weit herumwandernden M29 handelt. 

August 2018

Auf einer (ungeschützten) Alp im Gotthardgebiet werden zwei Schafe von einem Raubtier gerissen. Eine klare Zuordnung zu einem Bären kann nicht gemacht werden, jedoch filmt eine bei der Herde installierte Wildkamera zwei Nächte später tatsächlich einen Bären, der sich bei den toten Schafen aufhält. 

  • Bärenaufenthaltsgebiete 2018: Kantone BE, UR (und evtl. LU) sowie GR (Un-terengadin, Puschlav)
  • Schäden: 1 Bienenstock, evtl. 2 (ungeschützte) Schafe
2017

April 2017

Am 17. April verursacht ein Bär Schäden an einem Bienenstand auf Gebiet der Gemeinde Silenen, Kanton Uri. Mit grosser Wahrscheinlichkeit handelt es sich um den bereits im Sommer 2016 im Kanton aufgetauchten Bären.

Im Unterengadin tappt ein weiterer (wahrscheinlich anderer) Bär in eine Fotofalle.

Mai 2017

Am 26. Mai wird ein Bär auf Gebiet der Gemeinde Eriz, Kanton Bern, beobachtet und fotografiert. Beitrag in der Berner Zeitung.

Juli 2017

Beim Weiler S-charl im Unterengadin reisst mutmasslich ein Bär zwei Schafe in einer von Herdenschutzhunden geschützten Herde.

Bergsteiger beobachten auf dem Steingletscher im Gebiet Tierliberghütte (Gemeinde Innertkirchen, Kanton BE) einen Bären. Auch Spuren können dokumentiert werden. Mutmasslich handelt es sich um dasselbe Tier, das im Mai bei Eriz beobachtet wurde. 

August 2017

Im Trentino erlegen die Behörden eine sendermarkierte Bärin (KJ2), die in den vergangenen zwei Jahren zwei Menschen angefallen und verletzt hatte.

November 2017

Der im Kanton Bern und der Innerschweiz sich aufhaltende Bär ist unterdessen genetisch identifiziert. Es handelt sich um das Männchen M29, das im Spätwinter 2013 im Trentino geboren wurde. Mit gut vier Jahren ist das Tier unterdessen ausgewachsen und wohl auf der Suche nach einer Partnerin. Auf seiner Wanderung hinterliess er genetisch Spuren im Raum Chiavenna (April 2016), dann wird die Route spekulativ. Diverse Bärenbeobachtungen lassen davon ausgehen, dass er via Splügenpass, Val Curciusa, Thusis, Trun, Schöllenenschlucht, Surselva / Oberalp, Hoch-Ybrig wanderte, wobei er an manchen Tagen wahrscheinlich Distanzen von bis zu 40 km zurücklegte. Neuere genetische Spuren fanden sich dann wieder im Gental, Gemeinde Innertkirchen, wo er auch beobachtet wurde. M29 scheint ein ausgesprochen scheues Individuum zu sein, das fast keine Schäden anrichtet.

  • Bärenaufenthaltsorte 2017: Unterengadin (Nationalpark); M29 in den Kantonen UR, BE)
  • Schäden: 2 gerissene Schafe (Unterengadin), 1 Bienenstock (UR)
2016

Februar 2016

In der Nacht vom 25. auf den 26. Februar verursacht ein früh aus der Winterruhe erwachter Bär (evtl. M32) einen Schaden an einem Bienenhaus in Sta. Maria, Müstair.

März 2016

Am 14. und am 21. März verursacht der Bär Schäden an einem Bienenhaus nahe der ARA Müstair.

April 2016

In der Nacht vom 8. auf den 9. April stirbt M32 bei einer Kollision mit einem Zug zwischen Zernez und S-chanf.Am 24. April wird eine Bärenspur bei S-chanf gesichtet. Am 29. April werden Spuren am Berninapass entdeckt und am darauffolgenden Tag ein Bär mittels Fotofalle fotografiert.Bärenspuren werden in der Val Curciusa, südlich von Nufenen entdeckt.

Mai 2016

Am 5. Mai werden Bärenspuren auf dem Maiensäss Promischur, westlich von Andeer, gesichtet.In den folgenden Tagen wird das nicht näher identifizierte Tier über Spuren im Schams, im Banngebiet Beverin westlich von Thusis, dann nördlich der Gemeinde Lohn festgestellt. Am 11. Mai gelingt gelingt ein Fotobeleg mittels Fotofalle in der Surselva bei Trun. In den folgenden Wochen soll das Tier am Hoch-Ybrig (und damit erstmals im Kanton Schwyz) beobachtet worden sein. Das Tier verhält sich sehr scheu und unauffällig.

Juni 2016

Bärenspuren werden im Gebiet Riedling/Plangg bei Bürglen im Kanton Uri festgestellt.Während des restlichen Jahres erfolgen keine Bärennachweise mehr; jedoch ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass das Tier irgendwo in der Innerschweiz überwintert hat.

  • Bärenaufenthaltsorte 2016: Unterengadin (M32), Puschlav (nicht identifiziert), Mittelbünden, Innerschweiz (nicht identifiziert)
2015

Februar 2015

Der aus dem Vorjahr bekannte Bär M25 erwacht in der Nähe von Sondalo im oberen Veltlin aus dem Winterschlaf und taucht in den nächsten Wochen regelmässig im Veltlin im Gebiet von Tirano, auf italienischem Staatsgebiet auf. Seit Ende März sendet M25 keine Daten mehr und ist auch nie mehr beobachtet worden.

Mai 2015

Ein Autofahrer beobachtet auf der Fahrt in Richtung Engadin um 08.50 Uhr unterhalbLa Rösa einen Bären. Am gleichen Tag können weitere Beobachtungen aus der Ferne gemacht werden. Fotos zeigen einen sehr hell gefärbten Bären. Es ist das einzige Mal, dass dieser Bär in der Schweiz gesehen wurde.

Sommer 2015

Im Juni werden an verschiedenen Orten im Unterengadin und der Silvretta mehrere Bärenbeobachtungen gemeldet. Es konnte jedoch kein DNA-Material gefunden werden, um festzustellen, um welches Tier es sich handelt. Weitere Beobachtungen werden im Misoxund Müstair gemacht.

Herbst 2015

Ein Bär bricht mehrfach in Bienenhäuser im Val Müstair ein. Es handelt sich vermutlich um M32, der offenbar eine Vorliebe für Honig entwickelt hat und die Schutzzäune elegant mit den Krallen herunterdrückt, um an seine Beute zu kommen. Beitrag im Blick.

  • Bärenaufenthaltsorte 2015: Münstertal (M32), Unterengadin und Münstertal (nicht identifiziert); Misox (nicht identifiziert)
2010 - 2014

Sommer 2010

Im Juni reisst ein Bär am Piz Minschuns nahe der Schweizergrenze ein Schaf.Am 17. Juni beobachtet ein Polizist an der Umbrailstrasse bei Sta. Maria einen Bären. Bis am 24. Juni konnten mehrere Beobachtungen gemacht werden. Es handelt sich dabei um M2, der 2008 im Trentino geboren wurde. Dort beträgt der Bestand unterdessen ca. 30 Tiere.

  • Bärenaufenthaltsorte 2010: Münstertal, Unterengadin (M2)
  • Es wurden fünf von Bären gerissene Haustiere entschädigt.


Sommer 2011

Im Juni konnte in der Nähe von Susch im Engadin ein Jäger einen Bär beobachten, der in dieser Zeit auch einige Schafe riss. Im September wurde ein Bär im Puschlav beobachtet. Weitere Spuren konnten aber nicht gefunden werden.

  • Bärenaufenthaltsorte 2011: Unterengadin (nicht identifiziert), Puschlav (M7)

März 2012

Der zweijährige Braunbär M13 erkundet zum ersten Mal die Schweiz. Er befindet sich zwischen Scuol und S-charl (Die Südostschweiz, 22.11.2012). Am 30. April kollidiert er mit der Rhätischen Bahn und verliert sein Senderhalsband. Die Bündner Wildhut kann ihn erneut einfangen, besendern und untersuchen. M13 ist trotz dem Zusammenstoss wohlauf.

Sommer 2012

M13 taucht vermehrt in Siedlungsnähe auf. Er pendelt zwischen Italien und der Schweiz, durchwandert mehrere Male unbemerkt das Münstertal und taucht Anfang Juni zum ersten Mal im Puschlav auf. Dort ist man auf den Besuch nicht vorbereitet.

Pro Natura trifft sich mit dem Gemeindepräsidenten von Poschiavo und bietet ihre Unterstützung beim Ergreifen und der Finanzierung von Massnahmen an.

November 2012

M13 wird nach der Plünderung eines ungeschützten Bienenhäuschens auf einem Schulhof und dem Einbruch in den Vorratsschopf eines Ferienhauses zum Problembär ernannt. Pro Natura schreibt einen offenen Brief an Regierungsrat Cavigelli und fordert, dass sich potentielle Bärengebiete besser vorbereiten. Gleichzeitig bieten wir unsere Unterstützung an.

Anfang Dezember 2012

M13 tritt seine Winterruhe an. Pro Natura vereinbart mit dem Kanton Graubünden, dass ein Berater gemeinsam mit der Gemeinde Poschiavo und den BewohnerInnen Präventionsmassnahmen umsetzten sollen und übernimmt 50% der Kosten.

  • Bärenaufenthaltsorte 2012: Unterengadin (M12), Oberengadin und Puschlav (M13)
  • 2012 wurden 23 Schafe, 2 Ziegen und 1 Esel als vom Bären gerissen entschädigt. Alle Übergriffe ereigneten sich im Kanton GR.

Anfang Februar 2013

Etwas früh wacht M13 aus seiner Winterruhe auf und sucht systematisch Orte auf, an denen er im letzten Herbst Nahrung gefunden hatte.

Am 16.2. begegnen ihm zwei Wanderer in der Nähe von Miralago. Der Bär zeigt keine Scheu und kurz darauf trifft ein Mädchen innerhalb des Dorfes auf ihn. Es erschrickt und erleidet einen Schock.

Am 19.2. wird M13 von einem Bündner Wildhüter geschossen. Pro Natura bedauert den Abschuss und fordert ein verstärktes Engagement des Kantons Graubünden, damit die Regionen auf weiteren Bärenbesuch vorbereitet sind.

Sommer 2013

Pro Natura und der Kanton Graubünden beauftragen Toni Theus, das Puschlav und weitere potentielle Bärengebiete bezüglich Präventionsmassnahmen zu beraten. Mit der Website www.baer.gr.ch (www.orso.gr.ch und www.urs.gr.ch) verbessert der Kanton Graubünden den Informationsfluss.

Sommer 2014

Pro Natura Graubünden stellt im Torre Belvedere, Maloja die Sonderausstellung «Der Bär kehrt heim» aus. Pro Natura unterstützt die Gemeinde Poschiavo zudem bei der Beschaffung von bärensicheren Abfallcontainern.

Im Mai wandert das Männchen M25 übers Münstertal nach Zernez in die Schweiz ein. Das Tier wurde vorher im Südtirol besendert und reisst im Puschlav einen Esel.

  • Bärenaufenthaltsorte 2014: Münstertal, Engadin, Puschlav (M25), Val S-charl (nicht identifiziert)
2005 - 2009

Die Geschichte beginnt im Sommer des Jahres 2005

25. Juli 2005

Franz Häfliger, Gabriela Häfliger und Erwin Tscholl beobachten am Ofenpass bei Buffalora einen Braunbären. Am 28. Juli gelingt Maik Rehnus bei Stabelchod im Nationalpark das erste Foto des Bären. Die Meldung über die Rückkehr des Bären löst ein riesiges Medienecho aus. Die Rückkehr des Bären kommt nicht überraschend. Zur Stärkung der letzten Alpenbärenpopulation wurden zwischen 1999 und 2002 im italienischen Trentino insgesamt 9 Bären aus Slowenien frei gelassen und hatten schon bald Nachwuchs. Dass aus diesem Gebiet Bären auch in Richtung Schweiz wandern würden, war nur eine Frage der Zeit. Bereits am 17. Juli 2005 wurde ein Bär in der Nähe der Schweizer Grenze beobachtet.


25. Juli bis 16. August 2005 Bär 1 (JJ2 oder Lumpaz)

Beim Bären handelt es sich um ein Junges der 2001 im Trentino ausgesetzten Bärin Jurka mit der Bezeichnung JJ2. In der Schweiz wird der Bär «Lumpaz» getauft. Zwischen 25. Juli und 16. August wird er immer wieder im Gebiet Ofenpass, Münstertal beobachtet. Am 30. Juli reisst er ein Kalb und frisst es in vier Tagen vollständig auf. Während vier Abenden kann er immer zur selben Zeit an der Ofenpassstrasse beobachtet werden, was zu einer Ansammlung von bis zu 250 Personen führt. Einige Bärenbeobachter gehen sogar dem Bären nach. Am 4. August badet er im Wassersammelbecken der Beschneiungsanlage Minschuns und kommt nur mit Mühe wieder aus dem Becken raus. Am 16. August machen Wildhüter die letzten Beobachtungen im Münstertal.


24. August 2005

Nach einem Abstecher ins benachbarte Italien kehrt der Bär am 24. August in die Schweiz zurück und wird unterhalb der Gemeinde Ramosch beobachtet.

13. September bis 29. September 2005

Nach einem Abstecher nach Österreich reisst der Bär am 13. September bei Tschlin ein Schaf. Am 19. September greift er eine Schafherde bei Ramosch an. Insgesamt werden 23 Schafe gerissen. Am 29. September werden bei Strada die letzten Spuren des Bären gefunden. Seither gibt es keinen Nachweis mehr von JJ2.

  • Bärenaufenthaltsorte 2005: Unterengadin, Münstertal (JJ2)
  • 2005 wurden 1 Kalb und 24 Schafe von einem Bären getötet. Alle Übergriffe ereigneten sich im Kanton GR.

19. Juli 2006

Alois Plangger beobachtet auf der Alp Champatsch bei Lü (GR) einen Bären. Die spätere Suche der Wildhüter nach Spuren bleibt erfolglos. Während in Bayern und Oesterreich der Bruder des Schweizer Bären, JJ1 oder «Bruno» für Schlagzeilen sorgt, bleibt dies die einzige Bärenbeobachtung in der Schweiz im Jahr 2006.

3. Juni 2007 Bär 2 (MJ4)

Verschiedene Personen beobachten auf dem Gebiet der Gemeinde Zernez, an der Grenze zum Schweizerischen Nationalpark einen Bären. Wildhüter Guolf Denoth entdeckt frische Spuren eines ausgewachsenen Bären. Zur gleichen Zeit befindet sich ein zweiter Bär im Grenzgebiet zur Schweiz.

6. Juni 2007

Der Bär ist von Zernez in die Region Davos gewechselt. Im Dischmatal und Sertigtal entdeckt die Wildhut frische Bärenspuren.

14. Juni 2007 Bär 3 (JJ3)

Ein zweiter Bär taucht in der Schweiz auf: Ein Imker im Val Müstair meldet Schäden an seinen Bienenkästen. Die Schäden wurden von einem Jungbären verursacht. Er wird dank der DNA – Analyse als JJ3 identifiziert. JJ3 wurde 2006 geboren und ist ein jüngerer Bruder von Lumpaz.

Ende Juni 2007

Ein Bär tötet im Val S-carl, in der Nähe des Nationalparks 10 Schafe. Fast zur gleichen Zeit werden auch am Flüelapass Schafe durch einen Bären (wahrscheinlich JJ3) getötet.

13. August 2007

Nachdem JJ3 sich im Albulatal mehrfach den Siedlungen und eingezäunten Schafen genähert hat, wird er am 13. August im Val Spadlatscha zwischen Julier- und Albulapass eingefangen und mit einem Sender versehen. Der andere Bär, es handelt sich um MJ4, ebenfalls ein Männchen, wird immer wieder in der Umgebung des Nationalparks beobachtet.

23. September 2007

JJ3 macht einen Ausflug auf die Lenzerheide. Während drei Wochen durchstöbert er dort nachts Abfallkübel und Kehrrichtsäcke nach Futter. Nachdem er von Wildhütern mit Gummischrot beschossen wurde, zieht er sich ab dem 12. Oktober wieder ins Albulatal zurück. MJ4 ist auch im Oktober weiterhin in der Umgebung des Schweizerischen Nationalparks unterwegs. Er ist wesentlich scheuer als JJ3 und hält sich von den Siedlungen fern.

11. Dezember 2007

Die beiden Bären haben sich in die Winterruhe begeben. JJ3 überwintert im Albula-tal, MJ4 wahrscheinlich im Nationalpark, in der Nähe von Zernez. Der Bündner Bau- und Forstdirektor Stefan Engler kündigt an, dass JJ3 nicht mehr viel Spielraum habe, nachdem 10-12 Vergrämungsaktionen mit Schrot nicht die erhoffte Wirkung zeigten.

  • Bärenaufenthaltsorte 2007: Münstertal, Unterengadin (MJ4); Mittelbünden (JJ3)
  • 2007 werden 1 Bienenstock verwüstet und ca, 20 Schafe von Bären getötet.

2. März 2008

JJ3 ist aus dem Winterschlaf erwacht und macht erste Touren in der Umgebung seines Wintereinstandes. Da sich der Winter in den darauf folgenden Tagen nochmals zurückmeldet, legt er sich nochmals zur Ruhe.

13. März 2008

JJ3 reisst einen Hirschstier und nutzt diesen. In den nächsten Tagen besucht er mehrere Siedlungen, kehrt aber immer wieder zum Hirschkadaver zurück.

Mitte März 2008

JJ3 unternimmt ausgedehntere Wanderungen in der Region Albulatal, Lenzerheide, Savognin. Immer wieder sucht er nachts in der Nähe von Einzelhäusern und Siedlungen in Kompostkübeln und Abfallbehältern nach Fressbarem. Er verschafft sich Zugang zu Bienenhäuschen, frisst das Futter aus Vogelhäuschen oder plündert Lebensmittelvorräte. Mit Gummischrot, Knallpetarden und Warnschüssen versucht die Wildhut, ihn von der Futtersuche im Siedlungsgebiet abzubringen.

31. März 2008

JJ3 gelangt ins Oberhalbstein. Er wird auch hier immer wieder vergrämt, scheint sich aber an der Präsenz von Menschen nicht zu stören. Ab Anfang April lässt er sich des Öfteren nicht mehr vertreiben.

14. April 2008

Nachdem JJ3 vom Problembär zum Risikobär eingestuft worden war und damit das Todesurteil gesprochen war, wird er in der Nähe von Thusis abgeschossen. Pro Natura und andere Naturschutzorganisationen protestieren in ihren Stellungnahmen gegen den Abschuss. Heute ist JJ3 im Bündner Naturmuseum in Chur ausgestellt.

Frühling 2008

Im nahe gelegenen italienischen Trentino kommen 7-8 Jungbären zur Welt. Die Population zählt somit ca. 30 Tiere. In die Schweiz ist seit JJ3 aber kein Bär mehr eingewandert. Die Aufenthaltsorte von MJ4 und JJ5 sind ebenfalls unbekannt.

  • Bärenaufenthaltsorte 2007: Münstertal, Unterengadin (MJ4); Mittelbünden (JJ3)

Sommer 2009

Unmittelbar vor der Grenze zum Bergell (GR) wird vom Amt für Jagd der Provinz Sondrio (IT) ein Bär festgestellt. Nachweise für seine Präsenz in der Schweiz gibt es keine.

1904 - 2004

1. September 1904
Im Val S-charl, unterhalb des Piz Pisoc (GR) erlegen Jon Sarott Bischoff und Padruot Fried den letzten Bären der Schweiz, ein erwachsenes Weibchen. Das Präparat des Tieres ist heute im Museum Schmelzra in S-charl ausgestellt.

1923

Letzte Bärenbeobachtung in der Schweiz im Val Laviruns (GR).

25. August 1997

Ein Bergbauer beobachtet im Val Curciusa (GR) einen Bären. Die Beobachtung kann nicht durch weitere Beobachtungen und Funde bestätigt werden.

Ulteriori informazioni

Info

In der Schweiz nachgewiesene Bären 2005-2021

Total: mindestens 15 (evtl. 14) unterschiedliche Tiere
davon genetisch identifiziert: 8 (JJ2, JJ3, MJ4, M7, M13, M25, M29, M32)
nicht identifiziert: 5-6

gestorben: 3 (JJ3 und M13 mit Abschussbewilligung erlegt; M32 von Zug überfahren)
verschollen / abgewandert: JJ2, MJ4, M25, M29

Rennender Wolf im Wald
Artenschutz

Wie der Wolf wieder in die Schweiz kam

Geschichte der Einwanderung des Wolfes in die Schweiz chronologisch aufgearbeitet

Stand: 22.07.2021

Januar 2021

Die Leitwölfin des Ringelspitz-Rudels wird bei Pigniu (GR) tot aufgefunden. Untersuchungen am Kadaver zeigen, dass die Wölfin von anderen Wölfen getötet wurde, wohl im Verlauf einer territorialen Auseinandersetzung. 

In der Rheinschlucht bei Valendas (GR) wird erneut ein Jungwolf, wohl des Ringelspitz-Rudels, vom Zug überfahren. Ein weiteres Jungtier, vermutlich aus dem Muchetta-Rudel, wird zwischen Alvaneu-Bad und Filisur ebenfalls von einem Zug der Rhätischen Bahn getötet. 

Februar 2021

Die Wölfin F78, die in der Region Gürbetal-Gantrisch (BE) zahlreiche Schafe (aus mehrheitlich ungeschützten Herden) gerissen hat und die in der Folge vergeblich vergrämt wurde, wird von der Berner Wildhut erlegt. Der Abschuss war trotz fehlenden Herdenschutzes rechtens, da gemäss Wolfskonzept Risse in Regionen ohne vorherige Wolfspräsenz auch aus ungeschützten Herden angerechnet werden können. Umstritten ist, was als «Wolfspräsenz» bezeichnet wird. So gab es in Nachbargemeinden regelmässige Hinweise auf Wölfe – und muss heute in der gesamten Schweiz grundsätzlich mit dem Auftauchen von Wölfen gerechnet werden! Eine Anpassung des Wolfskonzepts in diesem Punkt drängt sich auf. 

März 2021

Ein Wolf wird im Kanton Zürich gesichtet. Nachdem das Tier zuerst in eine Kamerafalle getappt war, wird es später auch von einer Reiterin beobachtet. 

Der Bundesrat eröffnet die Vernehmlassung zu einer Teilanpassung der Jagdverordnung (JSV) bezüglich Umgangs mit dem Wolf. Die Änderung sieht vor, dass Eingriffe sowohl gegen einzelne Wölfe (Einzeltierabschüsse) wie auch ganze Rudel (Regulierung) bei Erreichen tieferer Schadenschwellen möglich sein sollen als bisher. Neu sollen bereits 10 statt 15 gerissene, geschützte Nutztiere für einen Eingriff ausreichen. Zudem erhöht der Bund seine finanziellen Beiträge an «weitere Massnahmen» der Kantone im Herdenschutz, sofern sich diese als wirksam und begründet erweisen. Dazu gehört bspw. der Einsatz weiterer Herdenschutzhunderassen nebst den «offiziell anerkannten», so wie es im Kanton GR bereits heute gehandhabt wird. Pro Natura akzeptiert diese Anpassung, fordert aber gleichzeitig eine umfassende Revision von Jagdgesetz und -verordnung sowie Wolfskonzept, um nebst offenen Fragen zum Umgang mit dem Wolf den Artenschutz generell zu stärken. 

April 2021

Im Zusammenhang mit der Vernehmlassung zur Teilanpassung der Jagdverordnung (JSV) äussert sich der Bündner Regierungsrat Mario Cavigelli dahingehend, dass der Kanton Graubünden schärfere Massnahmen gegen Wölfe verlangt – in völliger Missachtung des Volksentscheids vom vergangenen September zur Revision des Jagdgesetzes. Cavigelli verlangt u.a., dass die Kantone «wolfsfreie Zonen» ausscheiden oder ganze Rudel töten können sollen. 

Mai 2021

Auf der A3 im Kanton SZ bei Wollerau wird ein Wolf überfahren. Es handelt sich um einen jungen Wolfsrüden.

Die Bündner Wildhut erlegt bei Vals einen adulten, stark auf einem Vorderlauf hinkenden Wolfsrüden. Es handelt sich höchstwahrscheinlich um den Leitrüden des Ringelspitz-Rudels. Damit hat dieses vom Pech verfolgte Rudel nach der Leitwölfin nun auch seinen Leitwolf verloren. Ob es als Rudel weiterbestehen und sich erneut fortpflanzen wird, steht in den Sternen. 

Juli 2021

Am 15. Juli 2021 treten Aktualisierungen der Jagdverordnung JSV in Kraft. Einzelwölfe und Rudelwölfe können künftig bereits ab einem Schaden von 10 Nutztierrissen pro Monat (statt wie bisher 15) erlegt werden. Zudem wird das Herdenschutzbudget des BAFU um 0,8 Mio. CHF aufgestockt. Die Umweltverbände akzeptieren die tieferen Schadenschwellen für Nutztierrisse, sind aber der Meinung, dass die finanzielle Unterstützung des Herdenschutzes weiterhin ungenügend ist. 

Die Dienststelle für Jagd und Fischerei des Kantons Wallis erlässt eine Abschussverfügung gegen einen Einzelwolf im Goms. Das Tier hatte in den letzten Tagen 7 Schafe aus einer geschützten Herde und 7 weitere auf Alpen, die vom Kanton als «unschützbar» bezeichnet werden, gerissen. 

2020

Januar 2020

Ein weiblicher Wolf wird in der Nähe von Bonaduz (GR) vom Zug überfahren. 

Februar 2020

Ein an der Räude leidender Wolf, der in den letzten Wochen im Grenzgebiet der Kantone TG und SG grössere Schäden an Nutztieren, u.a. auch in Laufställen von Bauernhöfen angerichtet hatte, wird bei Bischofszell (TG) durch Beauftragte der Jagdverwaltung von seinem Leiden erlöst. Es handelt sich um ein Individuum, das aus Italien zugewandert war. 

Die Wildhut des Kantons Graubünden versieht einen Wolf des neuen Valgronda-Rudels, das sich in den vergangenen Wochen in der Nähe der Ortschaft Obersaxen aufgehalten hat, mit einem Senderhalsband. Ziel ist, die Bewegungen dieses wenig scheuen Wolfsrudels genauer zu überwachen. Mit dem „Eingriff“ in unmittelbarer Nähe eines Landwirtschaftsbetriebs erhofft sich das AJF auch eine vergrämende Wirkung. 

März 2020

Aufgrund der Covid-19 Pandemie wird die Volksabstimmung über das neue Jagdgesetz auf den September 2020 verschoben. 

April 2020

Das Walliser Kantonsgericht heisst die Beschwerden von Pro Natura und des Bundesamtes für Umwelt BAFU bezüglich Abschussbewilligung 2018 gegen einen Wolf im Val d´Anniviers gut. Gemäss Gerichtsurteil reichte zum einen die Anzahl gerissener Schafe aus tatsächlich geschützten Herden für eine Abschussbewilligung nicht aus und betraf der Abschussperimeter zudem ein Gebiet, in dem von der Anwesenheit eines Rudels ausgegangen werden musste, so dass statt eines Einzeltierabschusses eine Rudelregulierung hätte beantragt werden müssen – die jedoch nicht in die Zuständigkeit des Kantons fällt. Somit wurde der Argumentation von Pro Natura in allen wichtigen Punkten Recht gegeben.  

Juli 2020

Zum 25-Jahr-Jubiläum der Wolfsrückkehr in die Schweiz veröffentlicht die KORA einen umfassenden Bericht über die Wolfsituation im Land. Verschiedene Aspekte zum Thema Wolf werden darin beleuchtet. 

In der Nähe von Sedrun (GR) gelingt der Wildhut der Nachweis des fünften Bündner Wolfsrudels. Es werden mittels Fotofallen mind. 3 Welpen der Stagias-Rudel genannten Wolfsfamilie nachgewiesen. 

In der Nähe des Glaspasses wird zudem eine erneute Reproduktion des Beverin-Rudels akustisch nachgewiesen, und Sichtbeobachtungen lassen darauf schliessen, dass auch das Ringelspitz-Rudel wieder mind. 5 Welpen aufzieht. 

August 2020

Im hinteren Albulatal kann die Wildhut ein weiteres Wolfsrudel mit Nachwuchs bestätigen: Das „Muchetta-Rudel“ genannte Rudel ist das sechste Bündner Wolfsrudel. Vom ersten Rudel, dem Calanda-Rudel, fehlt seit nunmehr zwei Jahren jeglicher Reproduktionsnachweis. Es ist anzunehmen, dass dieses Rudel unterdessen erloschen ist. 

September 2020

Im Mürtschental im Kanton Glarus beobachtet ein Jäger zwei Jungwölfe. Schon im Februar desselben Jahres waren zwei erwachsene Wölfe in der Region Kerenzerberg gemeinsam beobachtet worden. Hiermit handelt es sich also um den ersten Nachweis eines Wolfsrudels im Kanton Glarus. 

Am 27.9.2020 lehnt die Schweizer Stimmbevölkerung mit einer knappen Mehrheit von 51,9 Prozent der Stimmen das neue Jagdgesetz und somit einen Schutzabbau beim Wolf ab! Es ist ein historischer Sieg der Umweltverbände gegen eine Behördenvorlage. Die siegreichen Organisationen anerkennen jedoch den Leidensdruck der Bergbevölkerung und den Handlungsbedarf beim Umgang mit dem Wolf und bieten Hand zu einem Kompromiss via Jagdverodnung. Eine entsprechende Motion der UREK-N resp. UREK-S wird in der folgenden Wintersession sowohl im National- wie auch Ständerat eingereicht und überwiesen. 

Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere des Kantons Wallis bestätigt eine erneute Reproduktion des Wolfsrudels im Mittelwallis, auf dem Gebiet der Gemeinde Grône. 

Das Amt für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden AJF beantragt beim Bund eine Regulierung des Beverin-Rudels, dem zwei Angriffe auf Grossvieh (je ein Kalb und einen Esel) nachgesagt werden. Der Antrag wird später vom Bund abschlägig beantwortet. Gemäss BAFU ist ein einzelner Esel noch kein „grosser Schaden“ gemäss Jagdgesetzgebung, welcher zum Eingriff gegen das Rudel ermächtige. Das gerissene Kalb war eine Weidegeburt in einer ungeschützten Situation und zählt daher ebenfalls nicht. 

Oktober 2020

In der Region Gantrisch (BE) tötet ein Wolf mehrere (meist ungeschützte oder ungenügend geschützte) Schafe und verletzt weitere. Das Jagdinspektorat entscheidet, dass das Individuum vergrämt werden soll. 

November 2020

Im Sankt-Galler Rheintal und den angrenzenden Kantonen Appenzell Inner- und Ausserrhoden werden, teilweise fast zeitgleich, mehrere Nutztiere von Wölfen gerissen oder verletzt. Es muss von der Anwesenheit von mindestens zwei, evtl. sogar drei verschiedenen Wölfen im Gebiet ausgegangen werden. Es kommt auch zu Sichtbeobachtungen auf relativ kurze Distanz. 

In der Surselva wird erneut ein Wolf von einem Auto überfahren, dieses Mal zwischen Disentis und Sedrun. Das männliche Jungtier stammt vermutlich aus dem diesjährigen Wurf des Stagias-Rudels. 

Dezember 2020

Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere des Kantons Wallis veröffentlicht ihre jährliche Bilanz der Wolfsaktivitäten im Kanton. Es wurden 22 verschiedene Wölfe, darunter 16 neue Individuen registriert. 302 Nutztiere wurden gerissen, davon 65 in geschützten Herden. Im Mittel- und Unterwallis konnte je ein Rudel mit Reproduktion nachgewiesen werden. Im Val d´Entremont und im Val de Bagnes hält sich zudem je ein Wolfspaar auf. 

Zwischen Surava und Alvaneu (GR) werden gleich zwei Jungwölfe des Muchetta-Rudels vom Zug erfasst und mindestens eines davon getötet. Eine Nachsuche auf das mutmasslich verletzte zweite Tier blieb erfolglos. Die beiden Wölfe gehörten zu einer Gruppe von sieben Tieren, die versuchten, die Gleise zu überqueren. 

Auch in der Surselva wird erneut ein Jungwolf überfahren. Der Vorfall ereignete sich auf der Strasse unterhalb von Siat. Es handelt sich wahrscheinlich um ein Jungtier des Ringelspitz-Rudels.  

Anzahl Wolfsrudel im Dezember 2020

9 Rudel mit aktuellem Reproduktionsnachweis (Ringelspitz, Beverin, Valgronda, Stagias, Muchetta in GR, Mürtschen-Rudel im Kanton GL, Chablais und Mittelwallis im VS, Marchairuz in VD).

Die Rudel Calanda (GR) und Morobbia (TI) existieren höchstwahrscheinlich nicht mehr. 

Total ist mit einem Schweizer Wolfsbestand von ca. 100 Individuen zu rechnen. 
 

2019

Februar 2019

Zwischen Trin und Flims wird ein Jungwolf von einem Auto erfasst und getötet. 

Im Gebiet des Morobbia-Rudels wird die Wölfin F26 genetisch nachgewiesen. Sie ist ein Jungtier des 2016er-Wurfs im Morobbia-Rudel und damit unterdessen im fortpflanzungsfähigen Alter. Offenbar ist sie bis heute noch nicht abgewandert. Vielleicht ersetzt sie ihre verstorbene Mutter als Leitwölfin dieses Rudels?

März 2019

Die Walliser Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere präsentiert die Resultate des Wolfsmonitorings 2018. Demnach konnten im ganzen Kanton 10 verschiedene Wölfe, aber keine eindeutige Rudelpräsenz nachgewiesen werden. Mehrfach konnten Gruppen von 3-4 Wölfen gemeinsam festgestellt werden, doch ohne Welpennachweis und ohne Nachweis, dass die Tiere nicht mind. 12 Monate lang gemeinsam unterwegs sind, erfüllen die anwesenden Tiere nicht die Bedingungen der Rudeldefinition gemäss Wolfskonzept des Bundes. Die Schäden durch den Wolf im Kanton Wallis haben massiv zugenommen: 296 gerissene Schafe gehen 2018 auf das Konto des Wolfes. 

Im Kanton Aargau, bei Erlinsbach nahe der Baselbieter Kantonsgrenze, tappt ein Wolf in eine von Jägern aufgestellte Fotofalle. Es ist der erste eindeutige Nachweis eines Wolfes in der Nordwestschweiz. 

Juni 2019

Auf dem Julierpass wird eine Wölfin von einem Auto angefahren und schwer verletzt. Das Tier wird von der aufgebotenen Wildhut erlöst. Die zunehmenden Fälle von Wölfen als Strassen- und Schienenopfer widerspiegeln die generelle Bestandszunahme des Wolfs in der Schweiz. 

Juli 2019

Im Raum Beverin-Thusis wird ein neues Wolfsrudel nachgewiesen – das dritte für den Kanton Graubünden und das (wahrscheinlich) fünfte für die Schweiz. Nachdem bereits im Jahr zuvor die Bildung eines Wolfspaars in dem Gebiet bestätigt wurde, werden nun im Rahmen des Wolfsmonitorings mindestens 7 Welpen nachgewiesen. Die Elterntiere sind beide aus Italien zugewandert, stammen also nicht von einem der bereits bestehenden Schweizer Wolfsrudel ab. 

Auch das letztes Jahr vom Pech verfolgte Ringelspitz-Rudel scheint wieder Fortpflanzungserfolg gehabt zu haben: Im Gebiet seines Territoriums, bei Ilanz, registrieren von der Wildhut aufgestellte Wildkameras drei Wolfswelpen. Die Mutter, F33, stammt aus dem benachbarten Calandarudel, der Vater, M56, ist aus Italien zugewandert.  

August 2019

Auf dem Gemeindegebiet von Obersaxen-Mundaun beobachtet ein Jäger drei Wolfsjunge zusammen mit zwei erwachsenen Wölfen. Es dürfte sich dabei um eine bislang unbekannte Wolfsfamilie und damit um das vierte Wolfsrudel auf Bündner Boden handeln. Eine offizielle Bestätigung der Sichtung und DNA-Proben stehen aus. 

Im Walliser Chablais registrieren von der Wildhut aufgestellt Wildkameras sieben Wolfswelpen zusammen mit einem adulten Rüden. Im Gebiet bestätigt sind die adulten Wölfe F43 und M88, die wahrscheinlichen Elterntiere dieses neuen Walliser Wolfsrudels. 

In der Waadtländer Region Marchairuz südöstlich des Vallée de Joux werden mit einer Wildkamera drei Wolfswelpen registriert. In dem Gebiet hatte sich schon im Vorjahr ein bestätigtes Wolfspaar aufgehalten; die Gründung eines Rudels war zu erwarten. Es handelt sich um das erste Wolfsrudel ausserhalb der Alpen – das erste Wolfsrudel im Juragebirge. 

September 2019

Nach über einem Jahr Debatte beschliessen die beiden Kammern des Parlaments ein neues Jagdgesetz, das den Schutz des Wolfes in der Schweiz bedeutend schwächen würde. So soll die Regulierung des Wolfsbestands künftig auf kantonaler Ebene statt vom Bund beschlossen werden. Der Wolf gälte neu als „regulierbare Art“ analog zum Steinbock, und es wären routinemässige jährliche Eingriffe in den Wolfsbestand möglich, ohne Nachweispflicht eines erfolgten „grossen“ Schadens. 

Den Umweltorganisationen BirdLife Schweiz, Gruppe Wolf Schweiz, Pro Natura, WWF Schweiz und zooschweiz geht diese Gesetzesänderung zu weit, und sie ergreifen das Referendum. In drei Monaten werden bis Anfang Januar über 100´000 Unterschriften gegen die Gesetzesrevision gesammelt. Damit kann das Stimmvolk über das neue Jagdgesetz abstimmen. Der angesetzte Abstimmungstermin ist der Mai 2020. 

Oktober 2019

Nachdem im Gebiet des Beverin-Rudels mind. 15 Ziegen und einige Schafe in geschützten Herden durch Wölfe gerissen wurden, erlässt der Kanton Graubünden mit Bewilligung des Bundes eine Regulierungs-Verfügung. 4 Jungwölfe des Beverin-Rudels sollen bis am 31. März 2020 abgeschossen werden. Da die minimalen Herdenschutz-Voraussetzungen erfüllt waren, sind die Abschüsse mit der Jagdverordnung konform. Die Umweltverbände verzichten auf eine Beschwerde. Noch in derselben Woche erlegt die Bündner Wildhut zwei Jungwölfe des Rudels.

November 2019

Ein dritter Jungwolf des Beverinrudels wird in Siedlungsnähe im Rahmen der Bestandsregulierung erlegt. Bei Cazis wird zudem ein vierter Jungwolf, der bei einem Autounfall schwer verletzt wurde, von der Wildhut erlöst. Das überfahrene Tier wird dem Kontingent zur Regulierung des Beverinrudels angerechnet. 

Dezember 2019

Die Walliser Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere präsentiert ihre jährliche Bilanz der Wolfsaktivitäten im Kanton. Es wurden 18 Wölfe, darunter 10 neue Individuen, nachgewiesen. 205 Nutztiere wurden nachweislich von Wölfen gerissen, 26 davon in geschützten Herden. Im Mittel- und Unterwallis konnte je eine erfolgreiche Reproduktion nachgewiesen werden (Rudel Mittelwallis und Chablais). 

In der Surselva (GR) werden zwei Wölfe überfahren. Ein Unfall ereignet sich auf der Bahnlinie bei Brigels, der andere auf der Strasse bei Trin. Das vom Zug überfahrene Tier war eine Jungwölfin aus dem neuen Rudel bei Obersaxen, das unterdessen als Valgronda-Rudel bezeichnet wird. Beim anderen Verkehrsopfer handelt es sich um eine letztjährige Wölfin aus dem Calanda-Rudel. 

Anzahl Wolfsrudel im Dezember 2019

5 Rudel mit aktuellem Reproduktionsnachweis (Ringelspitz, Beverin und Valgrondain GR, Chablais im VS, Marchairuz in VD).

Von den bisher bekannten Rudeln (Calanda GR und Morobbia TI) stehen diesjährige Reproduktionsnachweise aus. 

Im Jahr 2019 wurden total 420 Nutztiere von Wölfen gerissen. Mit starken jährlichen Schwankungen kann eine leichte, jedoch konstante Zunahme der Anzahl Risse festgestellt werden, die mit dem Anwachsen der Wolfspopulation einher geht. Jedoch wächst der Wolfsbestand viel stärker als die Kurve der Nutztierrisse. Pro Wolf und Jahr werden heute sogar weniger Nutztiere getötet als noch vor 10 Jahren! Ein klares Zeichen, dass der Herdenschutz immer besser etabliert ist – und wirkt.  

2018

Februar 2018

Auf einer Passjagd auf Füchse wird im Goms versehentlich eine Wölfin erschossen. Der fehlbare Jäger erstattete unverzüglich Selbstanzeige. Bei dem getöteten Tier handelt es sich um die Wölfin F28.

Zwischen Tamins und Trin (GR) wird ein Wolf von der Rhätischen Bahn überfahren. Es handelt sich um ein Jungtier des Calandarudels aus dem vergangenen Jahr. 

April 2018

Seit Weihnachten tauchte im Raum Sargans (SG) mehrfach ein auf einem Lauf lahmender Wolf auf. Er hielt sich mehrmals in der Nähe von Häusern und Siedlungen auf. Im April wird das abgemagerte Tier von der Wildhut bei Bad Ragaz erlegt. 

Mai 2018

Ein Wolf wird bei Horgen im Kanton Zürich beobachtet und fotografisch dokumentiert. Zudem wird in diesem Monat zum ersten Mal ein Wolf im Kanton Zug festgestellt. 

Juli 2018

In der Bünder Herrschaft erlöst die Wildhut einen schwer kranken Wolf, wahrscheinlich ein Jungtier des Calandarudels aus dem vergangenen Jahr. Das Tier war apathisch, drehte sich im Kreis, hielt ein Auge geschlossen und war am hellichten Tag unterwegs. Obschon beim pathologischen Untersuch kein Virusnachweis gelang, lassen die Symptome einer schweren Gehirnhautentzündung auf die Staupe schliessen, die seit dem letzten Jahr bei verschiedenen Wildtieren (Füchsen, Dachsen) in der Region nachgewiesen wurde. Die Tollwut kann veterinärmedizinisch ausgeschlossen werden.

August 2018

Erneut kann eine Fortpflanzung des Calanda-Rudels festgestellt werden. Diesmal werden 5 Welpen dokumentiert. Dies ist die siebte (!) Fortpflanzung der Gründertiere des Rudels in Folge. Die beiden Alttiere, M30 und F07, müssen unterdessen mind. 9-jährig sein, was für einen Wolf in freier Wildbahn bereits ein stolzes Alter ist. 

Auch im Valle Morobbia kann eine weitere Fortpflanzung – die vierte in Folge – nachgewiesen werden. Das Rudel hat dieses Jahr mindestens zwei Welpen bekommen. 

September 2018

Am Piz Mirutta bei Flims finden Schafhirten in steilem Gelände den leblosen Körper eines abgestürzten Jungwolfes.  

Die Gründermutter des Morobbia-Rudels, F08, wird tot aufgefunden. Todesursache war mutmasslich die Staupe. Ob die diesjährigen Welpen den Ausfall des Muttertiers überleben werden, ist ungewiss. 

Die Walliser Behörden verfügen gleich zwei Abschussbewilligungen gegen je einen Wolf im Val d´Anniviers und im Obergoms. Gegen die Verfügung betr. den Wolf im Val d´Anniviers erheben Pro Natura und WWF gemeinsam, wie auch unabhängig davon das Bundesamt für Umwelt BAFU, Beschwerde. Gemäss den Einschätzungen von Pro Natura betrifft der bewilligte Abschuss ein Rudelgebiet und kann daher nur als Regulation, vom Bund und nicht dem Kanton, bewilligt werden. Es wird in der Verfügung auch kein individueller Wolf avisiert, sondern es könnte «irgendein» Wolf im Schadperimeter erlegt werden. Die an die Abschussbewilligung angerechneten Risse erfolgten zudem teilweise in ungeschützten Herden, so dass die Voraussetzungen für einen Einzeltierabschuss nach Ansicht von Pro Natura nicht gegeben sind. Die Antwort des Staatsrates fiel unbefriedigend aus, womit der Fall nun ans Kantonsgericht weitergezogen wird. 

Im Fall der Abschussbewilligung im Goms verzichtet Pro Natura auf eine Beschwerde. Obschon noch beträchtlicher Verbesserungsbedarf besteht, können die ergriffenen Herdenschutzmassnahmen als genügend bezeichnet werden und dürfte es sich bei dem Einzeltier, das gelernt hat, die Zäune zu überwinden, um einen «Problemwolf» handeln. Gegen solche Einzeltierabschüsse hat Pro Natura grundsätzlich nichts einzuwenden, sofern sie dem Wolfskonzept entsprechen. 

Die 60-tägige Abschussfrist verstreicht in beiden Fällen, ohne dass ein Wolf hätte erlegt werden können. Und dies, obschon im Goms während der Hochjagd auch den rund 100 Gommer Pa-tentjägerInnen ein Wolfsabschuss bewilligt worden war!

Oktober 2018

Im Abstand von nur einer Woche stürzen zwei weitere Jungwölfe über eine Felswand am Piz Mirutta ab. In einem Fall kann der Sturz von Hirten aus einer nahen Alphütte beobachtet werden. Der reglose Körper des dritten Tieres wird von einem Wanderer gefunden. Hinweise auf Fremdeinwirkung finden sich nicht.  

Anhand genetischer Proben können im Wallis zwei neue Wölfe festgestellt werden: M88 und M89. Nebst der Reproduktion durch «einheimische» Wolfspaare sorgt auch die fortdauernde Besiedlung unseres Landes durch aus Frankreich und Italien zuwandernde Wölfe weiterhin für einen starken Anstieg der Wolfspopulation im Land. Da sich unterdessen auch im Gebiet des Veneto mehrere Wolfsrudel gebildet haben, ist auch aus Südosten zunehmend mit Wolfseinwanderung zu rechnen. 

Dezember 2018

Untersuchungen der Tierpathologie in Bern haben ergeben, dass die drei bei Flims verunfallten Jungwölfe nicht aus dem Calanda-Rudel stammen. Nebst zahlreichen Knochenbrüchen wurden keine weiteren Hinweise auf eine (evtl. auch unnatürliche) Todesursache gefunden. Mit dem Ausschluss des Calandarudels als Herkunft der verunfallten Jungwölfe ist der Nachweis eines zweiten Wolfsrudels auf Bündner Gebiet erfolgt – dem Ringelspitz-Rudel. Es handelt sich um das wahrscheinlich vierte Schweizer Wolfsrudel. Ob dieses nach dem Tod dreier Jungwölfe noch weiterbesteht, ist jedoch vorderhand unklar. 

2018 werden insgesamt 513 Nutztiere von Wölfen gerissen – ein deutlicher Anstieg der Schadensbilanz, der u.a. die aktuell starke Zunahme des Wolfsbestands widerspiegelt. Rund 300 Risse erfolgten dabei jedoch alleine im Kanton Wallis – 90% davon in nicht oder unge-nügend geschützten Herden.

2018 hielten sich 4 (evtl. sogar 5) Wolfsrudel auf Schweizer Boden auf. Wie die starke Zunahme an neuen Rudeln zeigt, befindet sich die Schweizer Wolfspopulation aktuell in der exponentiellen Wachstumsphase – ungewöhnlich spät angesichts der Tatsache, dass die Besiedlung des Landes schon vor 23 Jahren ihren Anfang nahm! Aktuell bietet die Schweiz noch viel geeigneten Lebensraum für weitere Wolfsrudel. Wo sich hingegen ein Rudel etabliert hat – bspw. im Gebiet des Calanda – pendelt sich die die Wolfsdichte auf stabile 5-10 Wölfe pro 250 km2 ein. Eine «Bevölkerungsexplosion» des Wolfes ist aufgrund natürlicher Regulationsmechanismen – Vorhandensein von Beute, Territorialverhalten, Fortpflanzung nur der Leittiere – nicht zu befürchten.

2017

Januar 2017

Im Augstbordgebiet wird ein neuer Wolf festgestellt. Die Wölfin F24 ist den Behörden bislang nicht bekannt. Es ist durchaus möglich, dass es sich bei diesem Tier um einen weiteren Nachwuchs der Gründertiere M59 und F14 handelt. Die Walliser Behörden wollen nun versuchen, einen zweiten Wolf zu erlegen, da das Rudel offenbar grösser ist, als bislang angenommen. Insgesamt wurden im Augstbordgebiet, gestützt auf die genetischen Analysen, die Jungtiere M72, F22, F23 und F24 nachgewiesen.

Die Resultate einer Genanalyse aus dem Raum Evolène führen zum Nachweis eines neuen Tieres, M73.

Februar 2017

Eine Speichelprobe von einem Wolf aus dem Diemtigtal (BE), entnommen von einem gerissenen Reh, wird einem neuen Individuum zugeordnet, M74. Das Tier verhält sich unauffällig und hat bislang noch keine Nutztiere gerissen.

Im Val d´Anniviers (VS) entdecken Spaziergänger einen Wolfskadaver. Das Tier – die Wölfin F16 – wurde gewildert. Sie wurde seit 2014 mehrfach nachgewiesen. Die Staatsanwaltschaft leitet eine Untersuchung ein.

März 2017

Im Januar und Februar hat ein Wolf im Bergell und Misox (GR) sowie in der Leventina (TI) mehr als 40 Schafe gerissen. In drei Fällen kann als Verursacher der Wolfsrüde M75 festgemacht werden. In gegenseitiger Absprache erlassen die Kantone GR und TI eine Abschussverfügung (auf 60 Tage befristet). Der Abschussperimeter wird grosszügig bemessen.

April 2017

Die Regulationsfrist für das Augstbordrudel ist abgelaufen. In dieser Zeit konnte von den zwei genehmigten Abschüssen einer getätigt werden. Seit dem ersten Abschuss hatten die Wölfe des Rudels menschliche Siedlungen in der Tat gemieden.

Mai 2017

Auch der Kanton St.-Gallen verfügt eine Abschussbewilligung gegen den weitherum Schaden stiftenden Wolfsrüden M75. Das Tier überspringt Weidezäune und drang in einem Fall sogar in einen Stall ein. Über 50 Risse in den Kantonen TI, GR, SG, TG und ZH konnten M75 angelastet werden.

Auch der Kanton Appenzell-Ausserrhoden erlässt eine Abschussverfügung gegen M75. Die Abschussfrist wird jedoch ablaufen, ohne dass das Tier erlegt werden konnte.

Juni 2017

In der Gemeinde Jaun (FR) wird eine Wölfin tot aufgefunden. Die Staatsanwaltschaft eröffnet eine Untersuchung. Genetische Analysen ergeben, dass es sich um die im Gebiet schon lange anwesende Wölfin F13 handelt. Das Tier war in den letzten Monaten in Begleitung eines Männchens, M64, beobachtet worden – über dessen Verbleib besteht Unkenntnis. Pathologische Untersuchungen bestätigen, dass die Wölfin böswillig getötet – vergiftet – wurde. In der Umgebung werden weitere vergiftete Tiere (Füchse, Dachse, Marder und Katzen) aufgefunden. Es besteht dringender Tatverdacht gegen eine polizeibekannte Person.

Im ersten Halbjahr 2017 verteilen sich die sicheren Wolfsnachweise (Sichtungen, genetische Proben, Totfunde) auf die Regionen Calanda, Mittelbünden, Unterengadin, Bergell, Tessin, Oberwallis, Berner Oberland/Fribourg, Innerschweiz, Nordschweiz (AR/TG/ZH). Weitere sichere Spuren (Risse, Fährten) wurden auch im Unterwallis, in der Zentralschweiz und im Mittelland entdeckt (Jurasüdfuss BE/SO, ZH). Nicht überprüfbar war ein Wolfshinweis aus dem Kanton Jura. Grundsätzlich kann und muss in der ganzen Schweiz jederzeit mit dem Auftauchen von Wölfen gerechnet werden!  

Juli 2017

Erneut gelingt der Nachweis einer Reproduktion des Calanda-Rudels: 8 Welpen werden von den im Gebiet aufgestellten Wildkameras erfasst.

August 2017

Auch das Morobbia-Rudel im Tessin hat sich wieder fortgepflanzt: Die Wildhut kann mind. 4 Wel-pen nachweisen. Das Revier dieses Rudels erstreckt sich offenbar über Teile des Tessins, Italiens sowie Graubündens. 

Der Bundesrat verabschiedet die Botschaft zur Teilrevision des eidg. Jagd- und Schutzgesetzes (JSG). Diese sieht vor, Wolfsbestände künftig zu regulieren, ehe grosse Schäden entstehen. Zudem wird das UVEK bei der Berner Konvention die Rückstufung des Schutzstatus des Wolfes von «streng» auf «geschützt» beantragen. Pro Natura und die anderen grossen Umweltschutzverbände (WWF Schweiz, BirdLife Schweiz) lehnen das neue Gesetz ab, da sie eine starke Lockerung nicht nur des Wolfsschutzes, sondern des Artenschutzes generell befürchten. Die Ergreifung des Referendums steht im Raum.

September 2017

Im Zimmerwald vor den «Toren» der Stadt Bern wird ein halbwüchsiger Wolf beobachtet. Das Tier, das wenig Scheu vor Menschen zeigt, wird von der Wildhut mittels eines Warnschusses vertrieben. 

Oktober 2017

Das Wolfsmonitoring im Wallis lässt auf die Präsenz von mind. zwei Jungwölfen im Raum Val d´Hérens und Val d´Anniviers und damit auf das Vorhandensein eines Wolfsrudels schliessen. Unklar bleibt vorerst, ob es sich um das Augstbordrudel handelt, das sich nach Westen verschoben hat, oder um ein weiteres Rudel. 

Im Jahr 2017 werden 284 Wolfsrisse und damit deutlich weniger als im Vorjahr registriert – dies trotz zunehmender Präsenz von Rudeln. Es scheint, dass die etablierten Herdenschutzmassnahmen langsam Wirkung zu zeigen beginnen. 

2017 hielten sich mind 3 (evtl. sogar 4) Wolfsrudel auf Schweizer Boden auf.

2016

Januar 2016

Das überarbeitete Konzept Wolf wird in Kraft gesetzt. Neu daran ist vor allem die Tabelle zur Einschätzung des Verhaltens von Wölfen. Pro Natura ist mit den Kriterien nicht einverstanden, da natürliches Wolfsverhalten unnötig und vorschnell als «gefährlich» interpretiert wird. Zentrale Elemente werden im Konzept vernachlässigt, etwa klare Ansprüche an die Protokollierung von Mensch-Wolf-Begegnungen oder die Beseitigung möglicher Futterquellen aus dem Siedlungsgebiet.

Februar 2016

Die Umweltkommission des Ständerats stimmt der Jagdbarkeit des Wolfes ohne Schonzeit zu. Dies würde eine erneute Ausrottungsstrategie für den Wolf bedeuten.

März 2016

Im Rahmen eines Wintermonitorings im Wallis werden werden zwei bisher unbekannte Wölfe (M63, M64) nachgewiesen. Das Monitoring zeigt, dass in der Augstbordregion ein Wolfspaar unterwegs ist. Der Verdacht liegt nahe, dass hier demnächst ein weiteres Wolfsrudel entsteht.

Der Ständerat lehnt die «Motion Imoberdorf» ab, die eine ganzjährige Jagdbarkeit aller Wölfe in der Schweiz verlangte. Die Motion ist damit vom Tisch. Das Parlament hatte erst vor Kurzem bereits einer Lockerung des Wolfsschutzes zugestimmt (Abschuss von Jungwölfen aus einem Rudel unter gewissen Voraussetzungen neu möglich). Pro Natura begrüsst den «kühlen Kopf» des Ständerats und fordert die ParlamentarierInnen auf, sich auch künftig hinter eine nüchterne, ausgewogene und lösungsorientierte Wolfspolitik zu stellen.

Im Raum Raron (VS) wird ein toter Wolf am Rhoneufer angeschwemmt. Es handelt sich nach genetischer Analyse um das kurz zuvor erstmals nachgewiesene Individuum M63. Das Tier ist gemäss pathologischen Untersuchungen einer Schussverletzung erlegen. Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere erhebt Strafanzeige gegen Unbekannt.

Auf Gebiet der Gemeinde Sils im Domleschg (GR) finden Waldarbeiter einen Wolfskadaver. Das Tier (M67) ist an Schrotbeschuss verendet. Es handelt sich um einen 2015 im Calandarudel geborenen Jährling. Aufgrund der Situation ist davon auszugehen, dass der Wolf nicht vor Ort erschossen, sondern lediglich der Kadaver am Fundort deponiert wurde. Das Amt für Jagd und Fischerei erhebt Anzeige gegen Unbekannt.

April 2016

Im Kanton Appenzell-Ausserrhoden wird an einem Rehriss ein Wolf genetisch nachgewiesen. Das Tier wurde zuvor im Raume Trogen bereits von einer Autofahrerin beobachtet.

In Niedersachsen (D) wird der Wolf «Kurti» (MT 6) aus dem Munsteraner Rudel «letal entnommen», wie es im Behördenjargon neuerdings heisst. Der junge Rüde zeigte ein «auffälliges Verhalten» (Distanzlosigkeit gegenüber Menschen) und reagierte auch nicht auf Vergrämungsaktionen durch einen schwedischen Wolfsexperten.

Mai 2016

Das Walliser Departement für Volkswirtschaft, Energie und Raumentwicklung definiert eine neue Herdenschutzpolitik. Herdenschutzhunde werden künftig nicht mehr als «adäquater» Schutz von Schafen in stark touristisch frequentierten Gebieten betrachtet. In der Regel werden jedoch Elektrozäune, Behirtung, Einsatz von Herdenschutzhunden und Nachtpferchen als Schutzmassnahme anerkannt.

Juni 2016

Staatsrat Melly bewilligt den Abschuss des Wolfes M59 im Augstbordgebiet. Gegen das gleiche Tier verstrich schon im 2015 eine Abschussfrist erfolglos. Zwischen April und Juni wurden 50 Schafe und Ziegen auf Frühlingsweiden in diesem Gebiet von einem Wolf gerissen. Die Bewilligung stützt sich auf das eidgenössische Jagdgesetz und deren Verordnung. Anlässlich von Ortsbegehungen kamen Spezialisten (inkl. ein Vertreter der Agridea) zum Schluss, dass mind. 15 Schafe in geschützten Situationen gerissen worden und damit die Voraussetzungen für einen Abschuss erfüllt seien. Die Abschussbewilligung hat 60 Tage Gültigkeit.

Pro Natura erachtet die Abschussverfügung als nicht rechtens. Der Kanton Wallis darf in diesem Fall keine Abschussbewilligung erteilen, da höchstwahrscheinlich mit dem Vorhandensein eines Rudels – und damit von Welpen – gerechnet werden muss. Einen Abschuss eines Elternteils würden die Jungwölfe in der kritischen Aufzuchtphase wohl nicht überleben. Pro Natura und der WWF reichen Beschwerde ein und verlangen aufschiebende Wirkung.

Juli 2016

Ein Wolf, der im Kanton Uri in den vergangenen zwei Monaten rund 50 Schafe gerissen hatte, wird auf Gebiet der Gemeinde Attinghausen von der Wildhut erlegt, kurz nachdem die Sicherheitsdirektion die Abschussbewilligung erteilt hatte. Beim erlegten Tier handelt es sich um das Individuum M68. Das Tier war in guter körperlicher Verfassung, wies jedoch eine mindestens sieben Wochen alte Schussverletzung auf. Man muss also davon ausgehen, dass Ende Mai/Anfang Juni 2016 illegal auf dieses Tier geschossen wurde.

August 2016

Die Abschussbewilligung für Wolf M59 im Walliser Augstbordgebiet läuft erneut aus, ohne dass das Tier erlegt wurde. Aufgrund der geltenden Gesetzgebung war der Abschussperimeter restriktiv definiert.

Die Bündner Wildhut erbringt den Nachweis, dass sich das «Calandarudel» das fünfte Jahr in Folge fortgepflanzt hat. Mindestens sechs Welpen tappen in die aufgestellten Fotofallen.

In Österreich wird die erste Wolfsfamilie seit über einem Jahrhundert nachgewiesen. Die Tiere halten sich auf dem Truppenübungsplatz Allensteig im Bezirk Zwettl (Waldviertel) auf.

Die Tessiner Wildhut erbringt der Nachweis, dass sich das Rudel mit den Gründertieren F8 und M47 im Valle Morobbia erneut fortgepflanzt hat. Es muss von mindestens drei Welpen ausgegangen werden.

Der Bundesrat gibt den Entwurf für die Revision des eidgenössischen Jagdgesetzes (JSG) in die Vernehmlassung. Der Entwurf sieht vor, dass die Kantone künftig auch über Abschüsse in Wolfsrudeln selbst entscheiden können und dass auch «regulierende» Eingriffe in Wolfsrudeln möglich sein sollen – ohne Nachweis grosser Schäden, sondern alleine, wenn nach Ansicht des Kantons erhebliche Schäden durch das Wolfsrudel drohen. Hat ein Rudel Nachwuchs, soll dieser im gleichen Kalenderjahr um max. 50% durch Abschüsse reduziert werden können. Pro Natura und WWF äussern sich kritisch zum Vorschlag des Bundesrats. Sie verlangen, dass weiterhin der Bund die Abschüsse genehmigen muss, stellen sich aber nicht grundsätzlich gegen die Möglichkeit der Regulierung. Sie befürchten jedoch, dass Abschussbewilligungen aufgrund politischer statt wissenschaftlicher Kriterien erteilt werden. Auch stellen sie die Wirksamkeit einer Regulation grundsätzlich in Frage.

Die Walliser Behörden werden vom BAFU über die Anwesenheit eines Jungwolfes im Augstbordgebiet informiert. Ein fotografischer Beweis liegt vor; zudem hat eine Privatperson eine Wolfsfamilie mit drei Jungwölfen im gleichen Gebiet beobachtet. Es handelt sich um das dritte in der Schweiz festgestellte Wolfsrudel und erhält die Bezeichnung «Augstbordrudel». Der fotografische Nachweis erfolgte durch einen KORA-Mitarbeiter. Noch bedarf bei Präsenz eines Rudels jegliche Bestandsreduktion der Bewilligung durch den Bund. Als wahrscheinliche Gründertiere dieses dritten Schweizer Wolfsrudels gelten die Individuen M59 und F14.

September 2016

Ein Jäger beobachtet und filmt bei Mollis im Kanton GL einen Wolf auf kurze Distanz. Wie sich rund zwei Monate später aufgrund genetischer Analysen ergeben wird, handelt es sich um einen Neuzugang, M71, der aus der italienisch-französischen Population zugewandert ist.

In Wienacht Tobel (AR) und Oberuzwil deuten zwei gerissene Schafe auf Wolfspräsenz hin.

Im Sommer wurde ein neuer Wolf im Kanton Bern bei Bolitgen identifiziert. Nun wurden dort zwei Wölfe mit Fotofallen nachgewiesen. 2016 konnte ein dort schon seit zwei Jahren wohnhaftes Tier, das Weibchen F13, mehrfach nachgewiesen werden.

November 2016

Die Walliser Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere präsentiert die diesjährige Schadensbilanz zum Wolf. 2016 wurden im Kanton 9 unterschiedliche Jungtiere, davon 3 Jungtiere, gezählt. 187 Nutztierrisse waren zu verzeichnen. Der Schaden belief sich auf 83`680 CHF. In der Augstbordregion gilt die Präsenz eines Rudels als bestätigt. Der Kanton will deshalb beim Bund einen Antrag auf Regulierung stellen.

Am 30. November läuft die Vernehmlassungsfrist zur Revision des eidgenössischen Jagdgesetzes ab. Pro Natura lehnt den vorliegenden Entwurf dezidiert ab: Sie regelt nicht nur die durch die Motion Engler vom Parlament in Auftrag gegebene Regulierung des Wolfes auf ungenügende Weise, sondern würde auch den Schutz weiterer geschützter Arten massiv schwächen. Grundvoraussetzung für eine «Regulierung» von Wölfen müsste ein überlebensfähiger Bestand sein. Nach Inkrafttreten der Revision dürfte jedoch bereits bei einem Bestand von drei Wolfsrudeln reguliert werden – und dies sogar, ohne dass Schäden eingetreten wären.

Dezember 2016

Der Kanton Wallis erteilt mit Zustimmung des BAFU einen Regulierungsbeschluss gegen das Augstbordrudel. Der Abschuss eines einzelnen Wolfes aus besagtem Rudel darf bis zum 31. März 2017 erfolgen. Sollten im Verlauf dieser Zeit weitere Jungtiere nachgewiesen werden, kann die Abschussquote entsprechend erhöht werden.

Ende Dezember wird im Gebiet des Augstbordrudels ein weiblicher Jungwolf erlegt. Der Abschuss erfolgte nachts in Siedlungsnähe. Es handelt sich um das Jungtier F22.

Im Jahr 2016 werden ca. 380 Nutztiere von Wölfen gerissen. Es lebten 3 Wolfsrudel auf Schweizer Gebiet. 

2015

Mai 2015

Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete SAB gibt bekannt, die Geschäftsstelle der «Vereinigung für eine Schweiz ohne Grossraubtiere» führen zu wollen. Pro Natura wendet sich mit einem Brief an die SAB-Mitgliedkantone und bitten sie, sich dagegen zu wehren. Es ist nicht akzeptabel, dass ein mit öffentlichen Geldern finanzierter Verein ein verfassungswidriges Ziel unterstützt. Die SAB krebst daraufhin zurück und verspricht, nur administrative Arbeiten auszuführen. Die Statuten des Vereins sind trotz direkter Anfrage nicht bekannt.

Juni 2015

Die Kantone Uri und Nidwalden erlassen eine Abschussverfügung gegen einen Wolf, der mehrere Schafe gerissen hat. Da in diesem Gebiet noch keine Wölfe vorgekommen sind, akzeptiert Pro Natura das Vorgehen. Der Aufbau des Herdenschutzes wird von den Behörden und Nutztierhaltern vorangetrieben. Der Wolf kann nicht geschossen werden und ist vermutlich weitergewandert.

August/September 2015

Der Kanton Wallis erteilt zwei Abschussbewilligungen. Eine im Vallon de Rechy und im Val d’Anniviers mit der Begründung, dass dort bisher noch kein Wolf vorgekommen sei und die Herden deshalb nicht geschützt wurden. Die zweite im Turtmanntal in der Augstbordregion, wo ein männliches und ein weibliches Tier nachgewiesen wurden. In diesem Fall erhebt Pro Natura Beschwerde, da dort seit Jahren Wölfe präsent sind und immer noch kein funktionierender Herdenschutz umgesetzt worden ist. Zudem kann eine Rudelbildung nicht ausgeschlossen werden. In beiden Fällen wurde der Wolf nicht geschossen.

Im Valle Morobbia (TI) oberhalb von Gubiasco gelingt der Wildhut der Nachweis eines zweiten Wolfsrudels auf Schweizer Boden: Das Rudel hat mind. 3 Welpen. Das Elternpaar besteht aus den Wölfen F08 und M47. Die Fähe wurde bereits 2012 ein erstes Mal genetisch nachgewiesen und scheint sehr scheu und zurückgezogen zu leben. Der Rüde wurde Ende 2014 erstmalig im Valle Maggia und im Misox (GR) nachgewiesen. 

November 2015

Die Kantone Graubünden und St. Gallen beantragen beim Bundesamt für Umwelt eine Abschussbewilligung für zwei Jungwölfe aus dem Calandarudel. Begründet wird das Vorgehen damit, dass die Wölfe ihre Scheu gegenüber dem Menschen verloren hätten. Mit dem Abschuss soll dieses Verhalten geändert werden. Pro Natura ist überzeugt, dass das Verhalten unproblematisch ist. Sie erhebt jedoch aufgrund der schlechten juristischen Erfolgsaussichten keine Einsprache und kritisiert die Jagdverordnung grundsätzlich.

Dezember 2015

Im Dezember stimmt das BAFU dem Abschussgesuch auf Basis der revidierten Jagdverordnung zu. Graubünden und St. Gallen erlassen je eine Abschussverfügung für insgesamt zwei Jungwölfe aus dem Calandarudel. Diese müssen bis zum 31. März getätigt sein. Die Abschüsse sollen in Siedlungsnähe und in Anwesenheit des Rudels erfolgen. Aufgrund des milden Winters verbleiben die Wölfe jedoch mit ihren Beutetieren, den Hirschen, in höheren Lagen und sind nur selten in Siedlungsnähe zu beobachten. Die Abschussfrist läuft ab, ohne dass ein Wolf erlegt worden wäre.

Im Jahr 2015 werden ca. 330 Nutztiere von Wölfen gerissen. Es hielten sich zwei Wolfsrudel auf Schweizer Boden auf. 

2014

Sommer 2014

Das Calandarudel hat zum dritten Mal Nachwuchs. Es können mindestens drei Welpen nachgewiesen werden.

Vom 01.10.2012 bis 30.09.2014 wurden 24 Wölfe (17 Männchen und 7 Weibchen) genetisch individuell identifiziert.

September 2014

Pro Natura und der WWF akzeptieren das überarbeitete Konzept Wolf mit Vorbehalt. Erfreulich ist, dass es erstmals den positiven Einfluss von Wolf und Luchs auf Wildbestand und Ökosystem anerkennt. Regulierungsabschüsse kommen für WWF und Pro Natura aber nur in Frage, wenn es einen überlebensfähigen Bestand gibt, was heute noch nicht der Fall ist. Die beiden Verbände fordern Verhandlungen am runden Tisch, um die Vereinbarung von 2012 weiterführen zu können.

Herbst 2014

Das Konzept Wolf wird sistiert, weil weitere politische Vorstösse eingereicht werden. Pro Natura wehrt sich nicht grundsätzlich gegen eine Revision des Jagdgesetzes (Motion Engler), die das Zusammenleben von Wolf und Bergbevölkerung regeln und eine Bestandesregulierung einführen will. Voraussetzung ist jedoch ein überlebensfähiger Bestand. Die Jagdbarkeit des Wolfes (Motion Imoberdorf) lehnt Pro Natura kategorisch ab.

Dezember 2014

Bundesrätin Doris Leuthard gibt eine erneute Jagdverordnungsrevision bekannt. Damit sollen Eingriffe in Rudel erleichtert werden, obwohl erst eine einzige Wolfsfamilie in der Schweiz lebt. Pro Natura ist enttäuscht über diesen kontraproduktiven Schnellschuss. Sie erwartet von Doris Leuthard mehr Engagement für eine lösungsorientierte Sachpolitik. Pro Natura fordert seit langem ein nationales sachgerechtes Wolfsmanagement, das nicht nur aus Abschüssen besteht, sondern auch die ökologisch wichtige Rolle des Wolfes (z.B. in die Jagdplanung und den Waldbau), mehr Herdenschutz, sachliche und breite Information der Bevölkerung sowie touristische Aspekte mit einbezieht.

Im Jahr 2014 werden ca. 200 Nutztiere von Wölfen gerissen.

2013

April 2013

In einem Interview in der Zeitschrift «L’Illustré» erzählt ein Walliser Jäger, er wildere regelmässig Tiere (u.a. 10 Luchse) und kenne Personen, die illegal Wölfe abgeschossen hätten. WWF und Pro Natura erstatten Anzeige gegen den Wilderer. Das Verfahren wird jedoch 2014 wegen Verjährung eingestellt.

Sommer 2013

Das Calandarudel hat zum zweiten Mal Junge. Mindestens fünf Welpen können nachgewiesen werden. Drei davon sind weiblich. Zwei Wölfe werden illegal geschossen, einer, weil der Jäger ihn mit einem Fuchs verwechselt (M44), der andere wurde gewildert (M42). Ein Jungwolf von 2013 (M43) stirbt bei einem Zusammenstoss mit einem Zug in Schlieren bei Zürich.

August 2013

Nachdem der Bund im Juni noch einen Abschuss verweigert hatte, entscheidet der Walliser Staatsrat im August, trotz fehlendem Herdenschutz den Wolf M35 zum Abschuss freizugeben. Am 2. September wird er von einem Wildhüter erlegt. Pro Natura sucht darauf das direkte Gespräch mit dem zuständigen Staatsrat Jacques Melly.

November 2013

Der Bundesrat erhöht die Mittel für den Herdenschutz und sichert ihn rechtlich in der Jagdverordnung ab. Pro Natura begrüsst dies und fordert Kantone und Nutztierhalter auf, Herdenschutzmassnahmen zu ergreifen.

Im Jahr 2013 werden ca. 240 Nutztiere von Wölfen gerissen.

2012

Mai 2012

Die vier Verbände JagdSchweiz, Schweizerischer Schafzuchtverband, WWF und Pro Natura verabschieden eine Vereinbarung zum Grossraubtiermanagement. Zum ersten Mal werden gemeinsame Grundsätze über den Umgang mit Wolf, Bär und Luchs gefasst und ihre natürliche Rückkehr breit akzeptiert.

September 2012

Der erste Wolfsnachwuchs wird in der Schweiz nachgewiesen. Nach 17 Jahren Wolfpräsenz in der Schweiz haben sich zwei Wölfe am bündnerischen Calanda gefunden und eine Wolfsfamilie mit mindestens vier Jungtieren gegründet.

Die eidgenössische Initiative «Wolf, Bär und Luchs» kommt nicht zu Stande. Die Initiative «Für den Schutz der Grossraubtiere (Bär, Wolf und Luchs)» von pro fauna wird lanciert. Pro Natura unterstützt die Unterschriftensammlung nicht, da die Initiative zu radikal ist.

November 2012

Im letzten Jahr wurden in der Schweiz neun adulte Wölfe genetisch nachgewiesen, zwei davon waren Weibchen (F5, Jaun/FR, F7 Calanda/GR), ein Tier wurde zum ersten Mal in der Schweiz festgestellt. 114 Nutztierrisse konnten den Wölfen zugeordnet werden. 90% davon stammten aus nicht geschützten Herden.

2011

Januar 2011

Die Verbände Pro Natura, WWF Schweiz, JagdSchweiz und der Schafzuchtverband beginnen unter der Moderation des BAFU regelmässig Gespräche über den zukünftigen Weg im Umgang mit Luchs, Wolf, Bär und den betroffenen Interessen der Menschen zu führen. Ziel der Treffen ist, den gemeinsamen Nenner für zukünftige Managementstrategien auszuloten.

März 2011

Der Ständerat folgt dem Nationalrat und spricht sich entgegen der Empfehlung seiner Umweltkommission und der Naturschutzorganisationen für die Änderung der Jagdverordnung aus, sodass in Zukunft geschützte Arten abgeschossen werden können, wenn Kantone weniger Jagdeinnahmen haben.

Juni 2011

In Pontarlier, im französischen Jura, kann erstmals ein Wolf mit einer Photofalle nachgewiesen werden. Er riss mehrere Schafe und zog damit den Ärger der lokalen Bauernbevölkerung auf sich, die eine Demonstration vor der Präfektur organisierte.

September 2011

Der Kanton Wallis erteilt trotz 80 Schafrissen keine Abschussbewilligung. Die Kriterien gemäss Wolfskonzept sind nicht erfüllt, da keine oder zu wenige Herdenschutzmassnahmen ergriffen worden sind.

Oktober 2011

193 Schafe wurden gemäss KORA-Statistik in diesem Jahr gerissen. Allerdings kamen praktisch alle Schafe aus nicht geschützten Herden. Dies zeigt, dass die ergriffenen Massnahmen meistens Wirkung zeigen.Fünf neue Wölfe – vier Männchen und ein Weibchen - wurden im Oberwallist genetisch nachgewiesen. Gesamthaft konnten neun Individuen in der Schweiz genetisch nachgewiesen werden.

2005 - 2010

21. März 2005

Von einem Mitarbeiter des Tessiner Jagdinspektorats wird ein Wolf mit einer Fotofalle fotografiert. Vermutlich handelt es sich um Wolf Nr. 13.

Ende November 2005 (14. Wolf, männlich)

Im Gebiet Valendas/Durschin in der Surselva wird Kot von einem Wolf festgestellt. Die Untersuchungen zeigen, dass der Kot nicht von demselben Tier stammt, welches seit 2002 in der Surselva lebt.

Dezember 2005

Eine weitere Wolfsbeobachtung gibt es aus dem Avers und dem Oberhalbstein. Mehrere Personen haben ein wolfsähnliches Tier beobachtet und auch mit dem Handy fotografiert. Allerdings konnte weder Kot noch Haare für die Untersuchung gefunden werden. 2005 wurden insgesamt 19 Schäden an Kleinvieh durch Wölfe gemeldet und entschädigt.

Januar 2006

Ein Wolf wird von Wanderern auf der französischen Seite des Clos du Doubs, nur wenige Kilometer von St. Ursanne entfernt, beobachtet.

3. Februar 2006

Auf einer Alp bei Dalpe (TI) wird ein Wolf von einem Wilderer beschossen, als er an einem gerissenen Hirschkalb fressen will. Der Wolf, es handelt sich wahrscheinlich um Wolf Nr. 13, kann verletzt flüchten. Spätere Beobachtungen zeigen, dass er den Anschlag überlebt hat.

22. März 2006 (15. Wolf, männlich, M13)

Ein Wolf wird in Gsteigwiler bei Interlaken (BE) vom Zug überfahren. Es handelt sich um ein Männchen aus der italienischen Population. Untersuchungen zeigen, dass der Wolf an Räude erkrankt war.

April 2006

Bei Gluringen im Goms (VS) wird ein Wolf gesichtet. Im Verlauf des Sommers werden im Goms und im Simplongebiet 30 Schafe durch Wolfsangriffe getötet.

Mai 2006

Spuren und Rissbilder an drei getöteten Hirschen weisen darauf hin, dass in der Region Klosters (GR) ein Wolf unterwegs ist.

1. September 2006

Der zuständige Regierungsrat des Kantons Wallis erteilt für den Wolf im Goms eine Abschussbewilligung. Ortsansässige Jäger können beim Wildhüter oder bei der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere eine Abschussbewilligung beantragen.

27. September 2006 (16. Wolf, männlich)

Auf der Alp Conche bei Morgins werden bei einem Wolfsangriff 8 Schafe getötet und 11 weitere verletzt. 9 Schafe bleiben verschollen. Medienberichte erwähnen für denselben Vorfall 6 tote und 25 verletzte Schafe.

11. Oktober 2006

Aufgrund des Wolfsangriffs vom 27. September erteilt der zuständige Regierungsrat des Kantons Wallis die Abschussbewilligung für einen Wolf im Unterwallis.

16. Oktober 2006 (17. Wolf, weiblich)

In der Region Onne im Unterwallis wird eine Schafherde von einem Wolf angegriffen. Untersuchungen zeigen später, dass es sich um ein Wolfsweibchen handelte.

26. Oktober 2006 (18. Wolf, weiblich)

Im Auftrag der Walliser Jagdverwaltung schiesst ein Wildhüter im Goms einen Wolf ab. Es handelt sich um eine Wölfin.

14. November 2006

WWF und Pro Natura reichen gegen die Abschussbewilligung des Wolfs im Unterwallis Beschwerde ein.

21. November 2006

Im Auftrag der Walliser Jagdverwaltung erschiesst ein Wildhüter auf der Alp Conche einen Wolf, obwohl das Walliser Kantonsgericht der Beschwerde von WWF und Pro Natura aufschiebende Wirkung zugesprochen hat. Die Untersuchung des Wolfes zeigt, dass das Tier zu einem früheren Zeitpunkt schon einmal mit Schrot beschossen worden war. Wahrscheinlich handelt es sich um Wolf Nr. 15.

27. November 2006 (19. Wolf, männlich)

In der Nähe von Pohlern bei Thun reisst ein unbekanntes Tier 8 Schafe. Am 12. Dezember informiert das Jagdinspektorat des Kantons Bern, dass die Schafe von einem Wolf gerissen wurden. Es handelt sich um einen männlichen Wolf aus der italienischen Population. 2006 wurden insgesamt 94 Schäden durch Wölfe an Kleinvieh gemeldet und entschädigt.

14. März 2007

Bei Estavannes im Kanton Freiburg wird von mehreren Personen ein Tier gesehen, bei dem es sich um einen Wolf handeln könnte.

22. März 2007

Ein Wolf wird bei Zweisimmen beobachtet.

27. März 2007

Ein Wolf tötet in Thierachern bei Thun sechs Schafe

13. Juli 2007

Zwischen dem 13. Juli und dem 26. August werden im Gebiet Les Muverans mehrfach Schafe und Ziegen getötet. Die genetischen Untersuchungen weisen einen Wolf aus der italienischen Population nach. Es ist der erste Wolfsnachweis im Kanton Waadt seit 152 Jahren.

27. September 2007

Der Kanton Wallis erteilt die Abschussbewilligung für einen Wolf im Chablais. Innerhalb von vier Monaten habe ein Wolf in Val D’Illiez und auf der benachbarten Alp Susanfe 41 Schafe und Kälber gerissen. Die Abschussbewilligung läuft jedoch ungenutzt aus.

28. Oktober 2007 (20. Wolf, männlich)

Ein Wolf wird bei Brigels festgestellt. Genetische Untersuchungen zeigen, dass es sich nicht um Wolf 11 handelt, der seit 2002 in der Surselva nachgewiesen ist.

2007 wurden insgesamt 97 Schäden durch Wölfe an Kleinvieh gemeldet und entschädigt.

Januar 2008

Ein Wolf wird bei Oberstocken (BE) nachgewiesen. Genetische Untersuchungen zeigen, dass es sich beim Wolf, der 2006 in Pohlern und 2007 bei Zweisimmen, Saanen, Jaun und Estavannes und 2008 in Oberstocken festgestellt wurde, um dasselbe Tier handelt. Am 13. Januar wird er bei Latterbach im Simmental fotografiert.

23. Februar 2008

Wolf 20 wird bei Panix (GR) festgestellt.

Anfang März 2008

Ein Wolf wird bei Quinto (TI ) fotografiert. Es könnte sich um Wolf Nr. 13 gehandelt haben.

10. März 2008

Das neue Konzept Wolf des Bundesamts für Umwelt tritt in Kraft. Die Änderungen sind minimal und Pro Natura bezeichnet es als «Mogelpackung», denn der Wolf wird damit nicht geschützt. Bis dato sind in der Schweiz 7 Abschussbewilligungen erteilt worden, das ist eine der höchsten Abschussquoten in Europa.

6. Mai 2008

In Sonogno (TI) verursacht ein Wolf Schäden in einer Ziegenherde. Die Tierhalter der Region verlangen den Abschuss des Wolfes.

16. Oktober 2008

Ein Wolf verursacht Schäden in Teuflbach, Kanton Obwalden. Am 19. Oktober wird ein Wolf mit einer automatischen Kamera im Melchtal fotografiert. Es ist der erste Wolfsnachweis im Kanton Obwalden seit 164 Jahren.

12. Juni 2008

Bei Bex (VD) verursacht ein Wolf Schäden in einer Schafherde. Im Verlauf des Sommers kommt es zu weiteren Schäden.

15. Juli 2008

Bei Troistorrens (VS) verursacht ein Wolf Schäden in einer Schafherde. Im Verlauf des Sommers kommt es noch zu weiteren Schäden.

30. Oktober 2008

Ein Wolf verursacht Schäden bei Rüschegg (BE).

Anfang November 2008 (21. Wolf)

In einem Seitental des Val Müstair wird ein Wolf nachgewiesen. 2008 lebten mindestens 9 verschiedene Wölfe im Schweizerischen Alpenraum. Sie sind von den West- bis in die Ostalpen verteilt und in 6 Kantonen nachgewiesen.

2008 wurden insgesamt 107 Schäden durch Wölfean Kleinvieh gemeldet und entschädigt.

16. November 2008

Im Wallis wird eine Abschussbewilligung verweigert, weil die gerissenen Schafe trotz vorjähriger Wolfspräsenz nicht oder ungenügend geschützt waren. Ein kleiner Fortschritt wurde bei den Herdenschutzmassnahmen gemacht. In diesem Jahr wurden 45 Alpen mit 150 Hunden geschützt. Die Behörden rechnen mittlerweile mit 15 Wölfen in der Schweiz.

Dezember 2008

In einer Umfrage befürworten knapp 80% der Bevölkerung die Rückkehr des Wolfes in die Schweiz. Bereits 2007 haben 82 % der Bevölkerung sich für eine natürliche Rückkehr des Wolfes ausgesprochen.

Januar 2009

Der Wolf kommt nach 200 Jahren zurück in den Kanton Luzern.

10. Mai 2009

In einer von Pro Natura in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts gfs-zürich sprechen sich über 70 % der Befragten gegen den Abschuss von Wölfen und Luchsen aus, auch wenn deren Präsenz zu einer Reduktion der Jagderträge führt.

August 2009

Nachdem an mehreren Orten Schafe gerissen worden sind, erteilen die Kantone Wallis und Luzern innerhalb einer Woche für insgesamt drei Wölfe eine Abschussbewilligung (Val de Dix, Val d’Illiez, Entlebuch). Pro Natura und der WWF reichen gemeinsam in allen drei Fällen Rekurs ein, da fast alle Herden nicht geschützt waren und kein eindeutiger Nachweis für Wolfsübergriffe erbracht worden ist. Pro Natura ist überzeugt, dass das Wolfskonzept den Schutz des Wolfes nicht gewährleistet und es zu Ungunsten des Wolfes ausgelegt wurde. Unterdessen wurden seit 2007 12 neue Wölfe nachgewiesen, allein 2009 waren es acht neue Individuen. In der Region Waadt-Freiburg-Bern halten sich ein Männchen und ein Weibchen auf. KORA vermeldet für 2009 127 vom Wolf gerissene Schafe und zwei Ziegen.

August 2010

Der Sommer 2010 verlief bis im August relativ ruhig. 84 Schadensfälle wurde bis Ende Jahr gemeldet, was ein klarer Hinweis darauf ist, dass der Ausbau der Präventionsmassnahmen seine Wirkung zeigt. Zurzeit werden 15-20 Wölfe in der Schweiz vermutet, 2010 wurde nur ein neues Individuum nachgewiesen.

Im August wurde aber auf der Alpage de Scex eine Rinderherde angegriffen. Erstmals konnte ein Wolfspaar nachgewiesen werden. Kurzerhand wurde eines der Tiere zum Abschuss freigegeben, und am 11. August wurde das männliche Tier geschossen, obwohl nicht auszuschliessen ist, dass Jungtiere vorhanden sind.

September 2010

Am 30. September behandelte der Nationalrat 14 Vorstösse zum Wolf, bzw. den Themen Berner Konvention, Ausweitung des Wildschadenbegriffs und Schafsömmerung. Er beschloss, dass die Schweiz in der Berner Konvention einen Vorbehalt zum Wolf anbringen und, falls das nicht möglich ist, aus dem Artenschutzabkommen austreten soll. Ebenfalls will der Nationalrat, dass Einbussen der Kantone beim Jagdregal einen sogenannten Wildschaden darstellen und somit Grund für die Regulation geschützter Arten sein kann. Den Ausbau des Herdenschutzes lehnte der Nationalrat ab.

2000 - 2004

15 März 2000

Die Walliser Wildhüter finden erneut Spuren und Kot eines Wolfes im Val d’Hérens. Die Kotprobe wird zur Untersuchung eingeschickt. Der Kanton Wallis hat die Absicht, den Wolf einzufangen und ihn mit einem Sender zu versehen.

31. März 2000

Yvon Crettenand von der Walliser Jagdverwaltung präsentiert Wolfsspuren und sechs tote Gämsen. Laut seinen Angaben hat der Wolf diese innerhalb einer Nacht oberhalb des Weilers Lana bei Evolène getötet.

1. Mai 2000

Das BUWAL bewilligt den Abschuss eines Wolfes im Val d’Hérens. Ende April wurden unterhalb von Evolène 9 Schafe gerissen.

27. Juni 2000 (6. Wolf )

Am 27. Juni werden in Ginals erstmals von einem Wildtier mehrere Schafe gerissen. In den folgenden acht Wochen werden in den Nachbargemeinden Ergisch, Embd, Törbel, Bürchen und Eischoll ebenfalls Schafe gerissen. Kotuntersuchungen zeigen, es handelt sich um einen männlichen Wolf aus der italienischen Population. Beobachter berichten, dass sie einen Wolf gesehen haben. Anfang August erteilt der Bund die Abschussbewilligung für den Wolf. Zwischen Ende Juni und Ende Juli werden im Gebiet Bellwald, Bettmer- und Riederalp und aus Fiesch und Fieschertal insgesamt 56 gerissene Schafe gemeldet. Die ersten Schäden wurden Ende Juni auf der Bellwalderalp entdeckt. Anfangs Juli hat ein Jäger einen Wolf im Bellwald beobachtet, Anfang Juli im Aletschgebiet. Ob die Schäden tatsächlich von einem Wolf verursacht wurden, kann nicht mit Sicherheit bestätigt werden.

3. Juli 2000 (7. Wolf, männlich )

Im Val d’Héréns wird Wolfkot gefunden und später analysiert. Die Probe stammt nicht vom Wolf Nr. 6, sondern von einem anderen Männchen aus der italienischen Population.

25. August 2000 (8. Wolf, männlich)

Ein Wolf wird im Val d’Hérens abgeschossen. Es handelt sich um ein 34 kg schweres zwei- bis fünfjähriges Männchen aus der italienischen Population. Die Gewebeuntersuchungen zeigen, dass es sich nicht um eines jener Tiere handelte, welches im Val d’Héréns Schäden verursacht hatte. Am gleichen Tag wird in Ginals (VS) unterhalb des Signalhorns ein Wolf von einem Wildhüter angeschossen und wahrscheinlich tödlich verletzt. Es dürfte sich um Wolf Nr. 6 gehandelt haben. Im Jahr 2000 entschädigt der Kanton Wallis 142 Schafe plus ein anderes Haustier, welche vom Wolf getötet wurden. Die Gesamtkosten betragen CHF 69'020.- (ergibt CHF 483.- pro Tier). 2001 entschädigt der Kanton Wallis 110 vom Wolf getötete Schafe. Die Entschädigung beträgt CHF 41'826.- (ergibt CHF 380.- pro Tier). Es handelt sich dabei um Schäden, die 2000 im Aletschgebiet entstanden sind. Im Aletschgebiet konnte nicht eindeutig ein Wolf nachgewiesen werden.

10. Januar 2001

Auf dem Pian di Boor, dem Gebiet der Gemeinde Carasso (TI) oberhalb von Bellinzona reisst ein Wolf drei Geissen.

7. März 2001

Am 7. März werden in Ragone in unmittelbarer Nähe der Schweizer Grenze 5 Schafe gerissen. Marco Giacometti vermutet, es handle sich um Wolfsrisse. Am 21. März wird in Roticcio eine gerissene Hirschkuh untersucht. Trittsiegel und Bissspuren deuten auf einen Wolf hin.

10. April 2001

Im Bergell (GR) wird ein toter Hirsch gefunden. Die Untersuchung von Kot, welche am 7. Mai vorliegt, zeigt, dass ein Wolf anwesend ist. Zwischen dem 3. Mai und dem 12. Juni reisst der Wolf 14 Haustiere. Am 6. Juni erfolgt eine erste Besprechung über Präventionsmassnahmen. Am 12. Juni werden erste Schutzmassnahmen ergriffen.

20. August 2001

In Absprache mit dem Bund verfügt der Kanton Graubünden den Abschuss des Wolfes im Bergell. Bis zu Beginn der Jagdzeit im Kanton Graubünden wenden die Wildhüter erfolglos 420 Stunden für den Abschuss des Wolfs auf. Vom 20. August bis zum 28. September reisst der Wolf in 3 Angriffen weitere 14 Haustiere. 23% der Schäden erfolgen nach erteilter Abschussbewilligung. Insgesamt reisst der Wolf in 17 Angriffen 23 Schafe, 37 Lämmer und eine Ziege. Die Entschädigung beträgt CHF 16'450.- (CHF 270.- pro Tier). Im Verlauf seiner Anwesenheit im Bergell wird der Wolf einmal von Touristen gefilmt.

29. September 2001 (9. Wolf, männlich, lebte mindestens 8 Monate in der Schweiz)

Ein Wolf wird von einem Jäger in der Gegend von Margna (GR), beim Malojapass erlegt. Es handelt sich um ein 42 kg schweres, ausgewachsenes Männchen aus der italienischen Population.

12. Juli 2002 (10. Wolf, weiblich)

Auf der Alp Pontimia im Zwischbergental hat ein unbekanntes Tier Schafe gerissen. 13 Tiere sind tot, 4 verletzt. In den folgenden Nächten gibt es weitere Verluste. Bis zum 23. Juli wird der Verlust von 26 Schafen gemeldet. Der Kanton erteilt eine Abschussbewilligung. Ab dem 23. Juli werden die Schafe auf der Alp von Walter Hiltbrand mit seinen Herdenschutzhunden bewacht. Nach dieser Massnahme kommt es zu keinen weiteren Schäden. Kotproben von der Alp zeigen, dass es sich um einen weiblichen Wolf aus der italienischen Population handelt. Sie erhält später den Namen «Pontimia Mary». Von dieser Wölfin gibt es eine Kotprobe aus dem Jahr 2001 im Valle Pesio, südlich von Cuneo (Italien). Im September werden zwei weitere tote Schafe aus der Region gemeldet. 24 weitere sollen verschwunden sein. Im Verlauf des Winters gibt es Meldungen zur Wolfspräsenz auf der italienischen Seite des Simplons.

Anfang September 2002

In den Gemeinden Waltensburg und Brigels werden fünf Schafe von einem unbekannten Tier gerissen. Weitere Verluste erfolgen zwischen dem 23. August und dem 23. September in der Gemeinde Andiast (4 Angriffe, 13 Schafe getötet oder verletzt). In der Region werden zudem Schafe als vermisst gemeldet. Im Val Frisal bei Brigels beobachten verschiedene Personen ein Tier, welches sie als Wolf beschreiben. Während der Bündner Hochjagd wird das Tier von 6 Jägern oberhalb von Panix gesehen. Die Sichtbeobachtungen lassen darauf schliessen, dass im Bündner Oberland ein Wolf lebt. Rund ein halbes Duzend Kotproben werden zur Untersuchung nach Lausanne eingeschickt. Keine dieser Proben stammt jedoch von einem Wolf. Für das Jahr 2002 werden insgesamt 38 Wolfsschäden an Nutztieren gemeldet, davon 26 aus dem Wallis und 12 aus dem Kanton Graubünden.

Februar 2003 (11. Wolf, männlich)

Am 31. Dezember wird bei Brigels und am 21. Januar bei Danis/Brigels je eine Kotprobe eines Wolfes sichergestellt. Bei der Analyse der Proben zeigt es sich, dass es sich um Kot von Wölfen italienischen Ursprungs handelt. Aufgrund von Sichtbeobachtungen hält sich mindestens ein Wolf seit Sommer 2002 in diesem Gebiet auf.

13. und 20. März 2003

Am 13. März kommt es zu einer ersten Attacke eines Wolfes auf ein Schaf im Simplongebiet. Am 20. März wird dem Schafzüchter Joseph Squaratti im Zwischbergental ein Schaf von einem Wolf gerissen.

7. Mai 2003

Der Walliser Regierungsrat gibt die Wölfin Nr. 10 am Simplonpass zum Abschuss frei. BUWAL-Direktor Philippe Roch bittet den Walliser Staatsrat, den Abschuss der Wölfin aufzuschieben, bis neue Präventionsmassnahmen ergriffen worden sind. Der WWF legt Beschwerde gegen die Abschussbewilligung des Walliser Staatsrates ein und erhält vor Bundesgericht Recht. Der Staatsrat muss sich mit der Beschwerde befassen.

Oktober 2003 (12. Wolf, männlich)

Im Oberwallis ist neben der Wölfin Nr. 10 noch ein weiterer Wolf unterwegs. In der Nähe des Ofentals bei Saas werden im September 5 Schafe und ein Lamm getötet oder verletzt. Aufgrund der Spuren gehen die Fachleute davon aus, dass es sich um denselben Wolf handelt, der im Sommer im benachbarten Italien Schäden verursachte. Es handelt sich jedoch nicht um die Wölfin Nr.10. Für das Jahr 2003 werden insgesamt 38 Wolfsschäden an Nutztieren gemeldet.

Januar 2004 (13. Wolf, männlich)

In Osco (TI) wird eine Ziege von einem Wildtier getötet. Die Kotanalyse zeigt später, dass es sich um einen männlichen Wolf aus der italienischen Population handelte. In der Folge kommt es zu weiteren Wolfsnachweisen in der Leventina und im Bedretto.

Juni 2004

Ein männlicher Wolf wird oberhalb von Ilanz mittels einer Fotofalle fotografiert. Vermutlich handelt es sich um Wolf Nr. 11.

Mai bis November 2004

Zwischen Mai und November 2004 beobachten verschiedene Personen ein oder zwei Wölfe im Schweizer Jura: Im Mai zwischen Coevre und Lugnez (JU) und bei Montavon (JU), Im September bei Les Ponts de Martel (NE), im Oktober im Val des Ruz (NE), Im November bei Vallorbe (VD) und im November bei Le Solliat (VD). Ein eindeutiger Nachweis gelingt jedoch nicht. Für das Jahr 2004 werden insgesamt 44 Wolfsschäden an Nutztieren gemeldet.

1995 - 1999

Die Einwanderung des Wolfes in die Schweiz beginnt im Jahr 1995

Seit den 70er Jahren ist der Wolf in Italien geschützt. Die kleine Wolfspopulation in den Abruzzen kann sich dadurch vergrössern, gegen Norden ausbreiten und erreicht Anfang der 90er Jahre die Alpen.

16. Juli 1995

Auf einer Alp im Val d’Entremont (VS) reisst ein mysteriöses Tier Schafe. Bis Mitte August werden im Val d’Entremont und im Val Ferret 70 Schafe gerissen. Die Presse nimmt dieses Thema Mitte August auf. Wenn ein Wolf erheblichen Schaden verursacht, können die Kantone jederzeit eine Abschussbewilligung erteilen. Die Kantone sind aber auch vollständig für die Abgeltung allfälliger Schäden zuständig.

17. September 1995 (1. Wolf, männlich, eventuell ein 2. Wolf)

Zwei Kotproben werden auf der Alp im Val d’Entremont (VS) gefunden. Die genetische Analyse ergibt später, dass der Kot möglicherweise von zwei verschiedenen Wölfen stammt. Der Kot stammt von männlichen Wölfen aus der italienischen Population.

5. Februar 1996

Eine automatische Kamera oberhalb von Liddes (VS), aufgestellt durch Jean-Marc Landry und Armel Perrion, wird durch die Bewegung eines Tieres ausgelöst. Das Bild zeigt gemäss Experten eindeutig einen Wolf. Es ist der erste Nachweis eines Wolfs in der Schweiz, der wahrscheinlich von Italien her in die Schweiz eingewandert ist.

5. Februar 1996, 23 Uhr

Wildhüter Tony Roduit sieht bei Bourg-Saint-Pierre auf 70 Meter Distanz einen Wolf und schiesst. Das Tier ist offenbar an der Pfote verletzt, wie Blutspuren zeigen.

7./8./10. Februar 1996

Durch den Wildhüter Roduit aufgefordert, führen die Jäger der Region in den darauffolgenden Tagen mehrere Treibjagden auf den Wolf durch. Es beteiligen sich bis zu 50 Jäger. Der Wolf entkommt.

11. Februar 1996

Ein Journalist von Le Matin erhält ein Foto von einem Wolfskopf. Die Einsender behaupten, den Wolf am 27. Januar um Mitternacht geschossen zu haben. Die Nachricht erweist sich später als falsch.

19. März 1996

Die Spur des verletzten Wolfes wird letztmals gesehen.

5. Mai 1996

Ein Wildhüter gibt an, in der Nähe von Orsières auf einen Wolf geschossen und ihn getroffen zu haben. Die Nachsuche bleibt erfolglos.

Von Juli 1995 bis Mai 1996 werden 117 Schafe und 2 Ziegen in der Region des Grossen St. Bernhards als Wolfsschäden taxiert. Sechs Schafhalter, Florian Volluz, Dominique Duay, Claudine Klaefiger, Raymond Joris, Victor Tissières und Armel Perrion, sind betroffen. Der Schaden wird von den Schafzüchtern mit Fr. 57'000.- angegeben (ergibt Fr. 479.- pro Tier). Pro Natura und WWF bezahlen gemeinsam Fr. 30'000.-. Der Bund hat keine Gesetzesgrundlage zur Abgeltung von Schäden. Der Kanton Wallis lehnt eine solche ab. Der Kanton sei grundsätzlich gegen eine Wiedereinbürgerung des Wolfes, egal ob diese natürlich oder künstlich erfolge.

28. Juni 1997

Die Gemeinde La Fouly im Val Ferret weiht einen Lehrpfad «Sur les traces du loup» ein.

2. Oktober 1998

In einem kleinen Tal zwischen Aranno und Iseo (TI) glaubt ein Jäger und Naturfreund, aus relativ kurzer Distanz einen Wolf gesehen zu haben.

Oktober/November 1998

Auf der Nord- und Südseite des Simplonpasses werden über 20 Schafe von einem Wildtier gerissen. Mitte Dezember werden in einem Gehege innerhalb von zwei Nächten vier Hirsche und Mufflons gerissen.

25. November 1998 (3. Wolf, männlich, M01)

Auf der Rampe der Kadaversammelstelle in Reckingen (VS) findet Thomas Schmid, der Zuständige der Sammelstelle, einen toten Wolf. Er wurde mit Schrotschüssen (Dreimillimeter–Schrot) aus einer Distanz von ca. 30 Metern auf der rechten Seite getroffen und so illegal abgeschossen. Es handelt sich um ein 32 kg schweres, männliches Jungtier aus der italienischen Population. Im Frühjahr wird Christoph Imwinkelried angeklagt, den Wolf getötet zu haben. Später wird er entlastet. Im Februar 2001 erklärt Elmar Schwick, Reckinger Gemeinderat, ein Kollege, welcher im April 1999 Selbstmord begangen habe, habe den Wolf geschossen. Einen Monat später gibt er der Walliser Kantonspolizei zu Protokoll, er selbst habe den Wolf geschossen.

Dezember 1998

Raphael Squaratti beobachtet und fotografiert Spuren eines Wolfes im Simplongebiet. Am 24. Dezember beobachtet er einen Wolf in der Nähe des Schafstalles seines Onkels im Simplongebiet. Ende Dezember werden in Bitsch und Zwischbergen Schafe von einem Wildtier angefallen und getötet. 1998 hat der Kanton Wallis 36 Schafe und 8 weitere Haustiere als Wolfsschäden entschädigt, welche bei 9 Angriffen getötet worden waren. Kosten Fr. 32'046.- (ergibt durchschnittlich Fr. 728.- pro Tier). Nach der Revision der Jagdverordnung 1996 werden die Kosten der Schäden zu 80% vom Bund und zu 20% vom Kanton übernommen.

14. Januar 1999 (4. Wolf, männlich, M02)

Am frühen Morgen wird ein Wolf auf dem Simplonpass durch den Jeep eines Schneeräumungskommandos angefahren und tödlich verletzt. Es handelt sich um ein 28kg schweres, junges Männchen aus der italienischen Population. Der Fahrer des Fahrzeugs, Hermann Squaratti wurde dafür von seiner Wohngemeinde Gondo geehrt. Die genetische Analyse zeigt, dass Wolf Nr. 4 und Wolf Nr. 3 nahe verwandt, möglicherweise Brüder waren und aus einem Wolfsrudel aus den französischen Meeralpen stammen müssen.

April 1999

Raphael Arlettaz von Fauna Wallis teilt mit, dass ein Mitglied dieses Vereins Spuren und Haare eines Wolfes im Wallis gefunden habe. Die Haare werden analysiert. Der genaue Standort wird geheim gehalten.

27. Mai 1999

Ein Angriff auf Schafe oberhalb von Commeire (VS) lässt auf einen Wolf schliessen.

3. Juni 1999 (5. Wolf, männlich)

Wanderer beobachten in Veysonnaz, an der «Piste de l’Ours», ein Tier, welches sie als Wolf identifizieren. Eine gefundene Kotprobe bestätigt die Aussage. Es handelt sich um einen männlichen Wolf aus der italienischen Population. Das Tier kann bis zum 16. April 2000 im Wallis nachgewiesen werden.

Juli 1999

Am 12. Juli werden zwei Schafherden im Val de Dix angegriffen. Zwischen dem 20. und 21. Juli werden im Val de Dix weitere vier Lämmer getötet und 10 Lämmer und ein Schaf verletzt. Kot- und Haaranalysen zeigen, dass es sich um einen Wolf handelt.

29. Juni 1999

Die Zeitung Le Temps veröffentlicht ein Bild eines Wolfes, welcher der Mitarbeiter der Walliser Jagdverwaltung, Yvon Crettenand im Val de Dix bei Toueno aufgenommen hat. Der Jagdhund von Georges Mayoraz, Chef des Arrondissments chasse-pêche im Zentralwallis, stirbt auf einer Alpweide. Er hatte Gift gefressen, welches offenbar für den Wolf ausgelegt worden war.

Ende November 1999

Zwischen dem 6. und 18. November werden 40 Schafe in der Gegend von Evolène von einem Tier angefallen. 22 davon werden getötet. Seit Beginn des Jahres wurden 122 Schafe getötet und 18 verletzt. 63 weitere Schafe werden vermisst. 1999 werden vom Kanton Wallis 136 vom Wolf getötete und weitere 128 verschwundene Schafe entschädigt. Insgesamt waren es 19 Schadensfälle. Die Kosten betragen CHF 106'100.- (bei 50% Entschädigung der verschwundenen Schafe ergibt dies Fr. 530.- pro Tier).

1908 - 1994

1908

Ein Wolf wird im Tessin getötet.

27. November 1947

Bei Eischoll (VS) wird ein Wolfsmännchen getötet. Aufgrund der Schäden an Schafherden kann davon ausgegangen werden, dass das Tier von Sommer 1946 bis November 1947 in der Gegend gelebt hat.

9. September 1954

Ein Wolfsweibchen wird auf der Alp Campascio d’Ur bei Poschiavo (GR) getötet.

1971

Ein Wolfsmännchen wird im Tessin getötet.

13. Dezember 1978

Auf der Lenzerheide (GR) wird ein Wolfsmännchen erlegt. Es war 36 kg schwer. Das Tier hatte im Verlauf des Jahres 89 Schafe und 3 Ziegen gerissen. Der Abschuss wurde unter Anwesenheit von Prominenz gefeiert.

15. Mai 1990

Bei Hägendorf (SO) wird mit Bewilligung des Bundes ein Wolf abgeschossen. Schüler der Gemeinde singen vor dem aufgebahrten Wolf „Der Wolf ist tot“. Der Wolf hat während rund zwei Monaten Schäden im Kanton Baselland und Solothurn verursacht.

Ulteriori informazioni

Info

Bekannte Todesursachen der Wölfe in der Schweiz

Abschussbewilligungen: 25 Abschuss- und 3 Regulierungsbewilligungen (davon 13 „erfolgreiche“ Einzeltierabschüsse und 2 „erfolgreiche“ Regulierungseingriffe)

Totfunde insgesamt: 53 Wölfe (1998 ff, inkl. bewilligte Abschüsse)

Legal geschossen: 18 Wölfe

Illegal umgebracht (inkl. «versehentlich» erschossen): 10 Wölfe

Verunfallt: 23 Wölfe (mehrheitlich überfahren)

23
Mag
2026
Standaktion Pro Natura Unterwalden

Stand – Kommen Sie vorbei!

Festival der Natur: Standaktion

Luogo
Dorfplatz Sarnen
Costo
Gratuito
Giorno
Sabato
Data
23.05.2026
Data e ora
09:00 - 12:00
Wildstauden, Nistkästen und Gartenberatungen

Kostenlos können einheimische Wildstauden bezogen werden, Meisen- und Staren-Nistkästen stehen zum Verkauf und Ihre Fragen zu naturnahen Gärten werden von Fachpersonen beantwortet. Kinder kommen beim Werken auf ihre Kosten.

Ulteriori informazioni

Dettagli dell'evento

Data

Sabato, 23.05.2026
Data e ora
09:00 - 12:00

Luogo

Dorfplatz Sarnen

Dettagli

Stagione
Grado di difficoltà

Preparazione

Osservazioni
Details folgen auf www.naturiamo.ch

Costo

Kollekte

13
Giu
2026
Erdkröte

Exkursion

Naturspaziergang am Wichelsee

Luogo
Alpnach
Costo
Gratuito
Giorno
Sabato
Data
13.06.2026
Data e ora
08:00 - 11:30
Iscrizione entro
Unter der Leitung von Maria Jakober entdecken wir auf einem Spaziergang im unteren Sarneraatal verschiedene Lebensräume.

Auf einem Spaziergang im unteren Sarneraatal machen wir Halt an unterschiedlichen Standorten. Wir betrachten die Lebensräume, schauen uns an, wie diese gepflegt werden, wie sie miteinander vernetzt sind und was der Kanton unternimmt, um die Artenvielfalt langfristig zu stärken.

Ulteriori informazioni

Dettagli dell'evento

Data

Sabato, 13.06.2026
Data e ora
08:00 - 11:30

Luogo

Alpnach

Dettagli

Tipo di evento
Stagione
Grado di difficoltà

Preparazione

Indirizzo
Militärbaracken Wichelsee (2’663’660.70, 1’197’228.90)
Da prendere con sé
dem Wetter angepasste Kleidung, gute Schuhe

Costo

keine

25
Apr
2026
-
26
Apr
2026
Naturmobil @PNSH

Stand – Kommen Sie vorbei!

Knospenfest 2026

Luogo
Schaffhausen, Altra Bio-Gärtnerei Neubrunn
Costo
Gratuito
Dal
25.04.2026
Al
26.04.2026
Gemeinsam mit anderen Naturschutzverbänden werden wir am Knospenfest der Altra anwesend sein. Nebst verschiedenen Infoständen wird es auch Angebote für Kinder geben.

Infostand organisiert von Pro Natura und dem WWF. Kommen Sie vorbei! Wir freuen uns auf Sie.
Es ist keine Anmeldung nötig. 

Ulteriori informazioni

Dettagli dell'evento

Data

DAL
Sabato, 25.04.2026
A
Domenica, 26.04.2026
INIZIO
10:00
FINE
17:00

Luogo

Schaffhausen, Altra Bio-Gärtnerei Neubrunn

Dettagli

Stagione
Grado di difficoltà

Preparazione

Indirizzo
Nordstr. 145, Schaffhausen

Costo

-

18
Apr
2026
Igel

Kurs

Kurs Igelfreundliche Gärten in Frenkendorf

Luogo
Frenkendorf
Costo
Gratuito
Giorno
Sabato
Data
18.04.2026
Data e ora
09:00 - 12:00
Iscrizione entro
Ein Asthaufen bietet dem Igel Unterschlupf, liegen gelassenes Laub dient ihm als Polstermaterial für sein Nest und in einer Wildhecke kann der Insektenfresser Nahrung finden. Mit wenig Aufwand lässt sich in jedem Garten etwas für unseren stachligen Nachbarn tun.

Der Igel ist in der Schweiz in den letzten Jahren auf dem Rückzug und wird inzwischen als potentiell gefährdet eingestuft. In den Gärten und in der Landschaft gehen Versteck- und Nistmöglichkeiten verloren, der Igel findet weniger Nahrung und die Gefahren nehmen zu. Schaffen wir gemeinsam mehr Lebensraum für den Igel.

In unserem Kurs...

...lernen Sie Wissenswertes zur Biologie und Ökologie des Igels.

...erfahren Sie was einen igelfreundlichen Garten ausmacht.

...holen Sie sich theoretisches und praktisches Wissen zur Förderung von Igeln im Garten ab.

...bauen wir zusammen eine Kleinstruktur (bspw. Asthaufen oder Wildhecke).

Der Kurs ist Teil des Projekts "Igelfreundliche Gärten".

Dieser Kurs findet in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Frenkendorf statt.

Ulteriori informazioni

Dettagli dell'evento

Data

Sabato, 18.04.2026
Data e ora
09:00 - 12:00

Luogo

Frenkendorf

Dettagli

Tipo di evento
Stagione
Grado di difficoltà

Preparazione

Indirizzo
Wird nach Anmeldung bekannt gegeben
Osservazioni
Der Kurs findet bei jeder Witterung statt.
Da prendere con sé
Gartenhandschuhe

Costo

kostenlos

7
Mar
2026
Igel im Garten

Kurs

Kurs Igelfreundliche Gärten in Biel-Benken

Luogo
Biel-Benken
Costo
Gratuito
Giorno
Sabato
Data
07.03.2026
Data e ora
10:00 - 13:00
Iscrizione entro
Ein Asthaufen bietet dem Igel Unterschlupf, liegen gelassenes Laub dient ihm als Polstermaterial für sein Nest und in einer Wildhecke kann der Insektenfresser Nahrung finden. Mit wenig Aufwand lässt sich in jedem Garten etwas für unseren stachligen Nachbarn tun.

Der Igel ist in der Schweiz in den letzten Jahren auf dem Rückzug und wird inzwischen als potentiell gefährdet eingestuft. In den Gärten und in der Landschaft gehen Versteck- und Nistmöglichkeiten verloren, der Igel findet weniger Nahrung und die Gefahren nehmen zu. Schaffen wir gemeinsam mehr Lebensraum für den Igel.

In unserem Kurs...

...lernen Sie Wissenswertes zur Biologie und Ökologie des Igels.

...erfahren Sie was einen igelfreundlichen Garten ausmacht.

...holen Sie sich theoretisches und praktisches Wissen zur Förderung von Igeln im Garten ab.

...bauen wir zusammen eine Kleinstruktur (bspw. Asthaufen oder Wildhecke).

Der Kurs ist Teil des Projekts "Igelfreundliche Gärten".

Dieser Kurs findet in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Biel-Benken statt.

Ulteriori informazioni

Dettagli dell'evento

Data

Sabato, 7.03.2026
Data e ora
10:00 - 13:00

Luogo

Biel-Benken

Dettagli

Tipo di evento
Stagione
Grado di difficoltà

Preparazione

Indirizzo
Wird nach Anmeldung bekannt gegeben
Osservazioni
Der Kurs findet bei jeder Witterung statt.
Da prendere con sé
Gartenhandschuhe

Costo

kostenlos

7
Mag
2026
Igel auf einer Veranda

Kurs

Kurs Igelfreundliche Gärten in Gelterkinden

Luogo
Gelterkinden
Costo
Gratuito
Giorno
Giovedì
Data
07.05.2026
Data e ora
17:00 - 20:00
Iscrizione entro
Ein Asthaufen bietet dem Igel Unterschlupf, liegen gelassenes Laub dient ihm als Polstermaterial für sein Nest und in einer Wildhecke kann der Insektenfresser Nahrung finden. Mit wenig Aufwand lässt sich in jedem Garten etwas für unseren stachligen Nachbarn tun.

Der Igel ist in der Schweiz in den letzten Jahren auf dem Rückzug und wird inzwischen als potentiell gefährdet eingestuft. In den Gärten und in der Landschaft gehen Versteck- und Nistmöglichkeiten verloren, der Igel findet weniger Nahrung und die Gefahren nehmen zu. Schaffen wir gemeinsam mehr Lebensraum für den Igel.

In unserem Kurs...

...lernen Sie Wissenswertes zur Biologie und Ökologie des Igels.

...erfahren Sie was einen igelfreundlichen Garten ausmacht.

...holen Sie sich theoretisches und praktisches Wissen zur Förderung von Igeln im Garten ab.

...bauen wir zusammen eine Kleinstruktur (bspw. Asthaufen oder Wildhecke).

Der Kurs ist Teil des Projekts "Igelfreundliche Gärten".

Dieser Kurs findet in Zusammenarbeit mit dem Natur- und Vogelschutzverein Gelterkinden statt.

Ulteriori informazioni

Dettagli dell'evento

Data

Giovedì, 7.05.2026
Data e ora
17:00 - 20:00

Luogo

Gelterkinden

Dettagli

Tipo di evento
Stagione
Grado di difficoltà

Preparazione

Indirizzo
Wird nach Anmeldung bekannt gegeben
Osservazioni
Der Kurs findet bei jeder Witterung statt.
Da prendere con sé
Gartenhandschuhe

Costo

kostenlos

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