Progetti
Ungezügeltes Wirtschaftswachstum, Liberalisierung und Globalisierung ohne Umweltauflagen haben im 20. Jahrhundert die natürlichen Ressourcen der Welt an den Rand der Erschöpfung gebracht, verbunden mit einem dramatischen Rückgang der Biodiversität und sozialem Ungleichgewicht.
Dabei verursachen die Industrienationen den überwiegenden Teil der Umweltzerstörung. Betroffen sind aber vor allem die Länder im Süden. Klimawandel und extreme Umweltbedingungen wirken sich dort katastrophal aus, wo die Möglichkeiten der Natur und der Menschen zur Anpassung am geringsten sind.
Wir arbeiten mit
Durch unsere Mitgliedschaft in und Arbeit mit internationalen Organisationen, namentlich im Netzwerk «Friends of the Earth» und in der IUCN, stärken wir die Erhaltung der Biodiversität weltweit. Wir unterstützen Umweltbewegungen in anderen Ländern, damit sich gerechte Gesellschaften im Einklang mit der Natur entwickeln können. Im Wissen um die ökologischen Zusammenhänge und um unsere Verantwortung in einer globalisierten Welt setzen wir uns dafür ein, dass die die Schweiz ihre Verantwortung in der Welt wahrnimmt.
Ziele:
- Der internationale institutionelle und rechtliche Rahmen für die Erhaltung der Biodiversität und den Umweltschutz ist gestärkt, und ebenso die gesetzgeberischen Instrumente in der Schweiz.
- Die im Natur- und Umweltschutz tätigen Partnerorganisationen in Europa und im globalen Süden - werden gestärkt.
- Unsere MitarbeiterInnen erweitern stetig ihr Verständnis von internationalen Zusammenhängen in ihrem Arbeitsbereich und sind in der Lage, die nationalen Debatten zu den internationalen Herausforderungen zu beeinflussen.
- Durch unser Engagement in den Gremien der internationalen Organisationen, deren Mitglied wir sind, tragen wir zur Entwicklung dieser Organisationen bei.
- Als führende Organisation eines reichen Landes mit starken Umweltauswirkungen auf andere Teile der Welt setzen wir uns für nachhaltige und auf Suffizienz basierende Gesellschaften. Wir sind solidarisch mit den Menschen, die unter den ökologischen Folgen unseres nicht nachhaltigen Lebensstils leiden.
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Matthias Sorg
- Demonstration von FoEI an der Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen © Matthias Sorg Demonstration von FoEI an der Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen.
Pro Natura engagiert sich auf mehreren Ebenen:
- Mit aktiver Beteiligung an politischen Prozessen. Wir nehmen Einfluss auf die internationale Politik der Schweiz und beteiligt uns als Anwältin der Natur an internationalen Verhandlungen.
- Im Rahmen des weltweiten Umweltnetzwerkes von «Friends of the Earth» engagieren wir uns seit 1995 an der Ausgestaltung einer nachhaltigen, globalen Umweltpolitik.
- Als Mitglied der «IUCN - International Union for Conservation of Nature», die Pro Natura mitgegründet hat und auf lokaler Ebene im Rahmen der CIPRA.
- Durch die Unterstützung von Naturschutzpartnern in Mittel- und Osteuropa.
«Wir sind Teil einer weltweiten Bewegung, die sich für den Erhalt der ökologischen und kulturellen Vielfalt unseres Planeten einsetzt, für uns selbst und für künftige Generationen. (...) Pro Natura ist sowohl regional mit ihren Sektionen, national mit dem Zentralverband als auch international als Schweizer Mitglied des Netzwerks Friends of the Earth und als Gründungsmitglied der IUCN verankert».
Unsere internationalen Projekte
Photos pour les médias «Protection des troupeaux»
Pressebilder «Raumplanung»
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Photos pour les médias «Aménagement du territoire»
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Deutlich weniger Nutztierrisse auf Schweizer Alpen
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl Nutztierrisse durch Wölfe im Kanton Graubünden um fast 50 Prozent zurückgegangen. Während Ende September 2022 rund 500 Nutztierrisse zu verzeichnen waren, sind es dieses Jahr zum gleichen Zeitpunkt noch 261. Gleichzeitig sind auf Bündner Alpen rund 1000 Schafe und Ziegen an Krankheiten und Unfällen verendet. Im Wallis fallen die Schäden 15 Prozent tiefer aus, wobei 80 Prozent der Risse in völlig ungeschützten Herden erfolgten. Schweizweit blieb die Anzahl gesömmerter Schafe im Vergleich zum Vorjahr stabil. Seit 2020 nahm die Zahl des gesömmerten Kleinviehs in Kantonen mit Wolfsrudeln sogar markant zu (siehe Tabelle am Seitenende).
Herdenschutz und Wolfsregulierung müssen Hand in Hand gehen
Um die Jahrtausendwende wurden pro Wolf und Jahr rund 33 Schafe gerissen. Diese Zahl ist auf heute noch fünf Risse gesunken - ein weiterer Hinweis, dass der Herdenschutz wirkt, auch wenn er nicht alle Probleme löst. Auffällig ist der Rückgang der Schäden bei Rudeln, wo letztes Jahr absichtlich (Beverin GR) oder versehentlich (Moesola GR, Marchairuz VD) ein besonders schadenstiftender Leitrüde erlegt wurde. Diese Rudel sind kaum mehr negativ in Erscheinung getreten. Gezielte, zeitnahe Eingriffe gegen schadenstiftende Rudel, speziell Leittiere, können zu einem Rückgang der Schäden führen.
Auch präventive Eingriffe in den Wolfsbestand sind neu möglich und unbestritten. Das aktualisierte Jagdgesetz bietet dafür die richtigen Instrumente. Da auch Einzelwölfe in Gebieten ohne Herdenschutz Schäden anrichten können, kann diese Regulierung nur im Zusammenspiel mit flächig umgesetztem Herdenschutz funktionieren. Zu dessen effektiver Umsetzung ist von Seiten der Behörden bei der Vergabe von Unterstützungsgeldern künftig mehr Entgegenkommen und Rücksicht auf regionale Besonderheiten gefordert.
Abschusspläne ohne Faktenbasis
Der Entwurf der Jagdverordnung, die am 1. Dezember in Kraft treten soll, sieht vor, bis zu 70 Prozent des Schweizer Wolfsbestands auszulöschen. Die Verordnung entpuppt sich auch vor dem Hintergrund der aktuellen Risszahlen als Massnahme ohne Realitätsbezug und wildbiologische Basis.
Möglichkeiten zur Bestandsdezimierung beim Wolf bestehen. Es soll aber auch nach dem Willen des Parlaments nur bei drohendem Schaden oder Gefährdung eingegriffen werden. Gefragt sind jetzt Weitblick, Pragmatismus und Verantwortungsgefühl im Umgang mit der Präsenz Wolf, nicht blinder Aktionismus zugunsten vermeintlich einfacher Lösungen.
Kontakt:
- Pro Natura: Sara Wehrli, Verantwortliche Grosse Beutegreifer und Jagdpolitik, Tel. 061 317 92 08, @email
- Gruppe Wolf Schweiz: David Gerke, Geschäftsführer, Tel. 079 305 46 57, @email
- WWF Schweiz: Jonas Schmid, Mediensprecher Biodiversität, Tel. 079 241 60 57, @email
- BirdLife Schweiz: Jan Schudel, Projektleiter Politik, Tel. 044 457 70 42, @email
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Gemeinsame Medienmitteilung von Pro Natura, WWF Schweiz, Gruppe Wolf Schweiz und BirdLife Schweiz
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Tabelle_Sömmerungsbilanz_2023Potrebbe anche interessarti
Moins d’animaux de rente victimes du loup dans les Alpes suisses
Par rapport à l'année précédente, les dommages aux troupeaux ont diminué de près de 50% dans les Grisons. Fin septembre 2022, environ 500 attaques d’animaux de rente étaient recensées. En 2023, à la même date, ce chiffre est tombé à 261. Durant la même période, environ 1000 moutons et chèvres sont morts de maladies et d'accidents dans les alpages grisons. En Valais, les dommages aux troupeaux ont diminué de 15% et 80% des attaques se sont produites dans des troupeaux non protégés. Sur l’ensemble de la Suisse, le nombre de moutons estivés est resté stable depuis l’année dernière. Depuis 2020, le nombre de petit bétail estivé a même augmenté de manière significative dans les cantons où des meutes de loups sont présentes.
Protection des troupeaux et régulation du loup: l’une ne va pas sans l’autre
Au début des années 2000, environ 33 moutons étaient tués par loup et par an. Ce chiffre est tombé à cinq aujourd’hui. Il s’agit d’une preuve supplémentaire que les mesures de protection des troupeaux sont efficaces, même si elles ne résolvent pas tous les problèmes. Les dommages ont diminué de façon évidente là où un loup alpha au comportement particulièrement problématique a été abattu, que ce soit intentionnellement (Beverin GR) ou par accident (Moesola GR, Marchairuz VD). Les meutes concernées n’ont par la suite presque plus fait parler d’elles. Il est donc possible de réduire le nombre d’attaques en intervenant au plus vite et de manière ciblée contre les meutes au comportement problématique, et notamment contre les animaux dominants.
Les interventions préventives sur la population de loups sont désormais possibles et elles ne sont pas contestées. Avec l’actuelle loi sur la chasse, des instruments adéquats existent. Cela étant, des loups solitaires peuvent causer des dégâts dans les régions où les troupeaux ne sont pas protégés. C’est pourquoi la régulation ne fonctionne que si des mesures de protection suffisantes sont simultanément mises en œuvre à grande échelle. Pour que ce soit effectivement le cas, les autorités chargées d’accorder les aides financières doivent se montrer plus attentives aux besoins et plus respectueuses des particularités régionales.
Un plan d’abattage sans base factuelle
Le projet d’ordonnance sur la chasse qui doit entrer en vigueur le 1er décembre prévoit d’abattre jusqu’à 70% des loups suisses. Les nouveaux chiffres des dommages démontrent une fois de plus que cette ordonnance est déconnectée de la réalité et ne tient pas compte des connaissances faunistiques.
Il est déjà possible de réguler l’effectif des loups. Mais, conformément à la volonté du Parlement, seulement lorsque le carnivore s’apprête à causer des dommages ou menace l’être humain. La présence du loup en Suisse exige une vision à long terme, du pragmatisme et un sens des responsabilités. Le projet d’ordonnance sur la chasse ne propose que des solutions prétendument simples qui ne résolvent rien.
Contacts:
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Pro Natura: Sarah Pearson Perret, directrice romande, tél. 079 688 72 24, @email
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BirdLife Suisse: François Turrian, Directeur romand, tél. 079 318 77 75, @email
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WWF Suisse: Sophie Sandoz, chargée de communication pour la Suisse romande, tél. 079 815 20 49, @email
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Groupe Loup Suisse: Isabelle Germanier, responsable romande, tél. 079 652 28 49, @email
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Communiqué commun de Pro Natura, WWF Suisse, BirdLife Suisse, Groupe Loup Suisse
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Tableau_mortalite_estivage_2023Alpi svizzere: in netta riduzione le aggressioni mortali ad animali da reddito da parte dei lupi
Rispetto allo scorso anno, nei Grigioni il numero animali da reddito vittime di attacchi mortali da parte dei lupi è diminuito di quasi il 50%. Mentre alla fine di settembre del 2022 si contavano circa 500 attacchi mortali agli animali da reddito, quest’anno nello stesso periodo se ne sono registrati solo 261. Sulle Alpi grigionesi, circa 1000 pecore e capre sono morte invece per malattie e incidenti. Nel Vallese, le perdite sono state inferiori del 15%, di cui l’80% in greggi completamente non protette. Il numero di pecore in estivazione in Svizzera è rimasto stabile rispetto all’anno precedente. Dal 2020, il numero di capi di bestiame di piccola taglia in estivazione nei cantoni in cui sono presenti branchi di lupi è addirittura aumentato notevolmente.
Protezione delle greggi e regolamentazione dei lupi: due aspetti complementari
All’inizio del millennio, a ogni lupo corrispondevano 33 aggressioni mortali di pecore. Oggi questo numero è sceso a cinque animali: un segno che la protezione delle greggi sta funzionando, anche se non è l’unica soluzione al problema. La diminuzione dei danni è evidente per i branchi di lupi in cui lo scorso è stato ucciso un capobranco particolarmente aggressivo, sia intenzionalmente (Beverin, GR) sia accidentalmente (Moesola, GR; Marchairuz, VD): questi branchi non hanno quasi più avuto comportamenti problematici. Interventi mirati e tempestivi contro i branchi particolarmente dannosi, in particolare contro il capobranco, possono portare a una diminuzione dei danni.
Oggi, con gli strumenti messi a disposizione dalla nuova legge sulla caccia, sono possibili ed ammessi anche interventi preventivi sulla popolazione di lupi. Visto che anche singoli lupi possono causare danni in aree in cui le greggi non sono protette, questa regolamentazione può funzionare solo in combinazione con una protezione delle greggi attuata su vasta scala. Perché essa sia efficace e la coesistenza sia ragionevole, le autorità devono diventare più accomodanti e cominciare a tenere conto anche delle particolarità regionali nell’assegnazione dei fondi di sostegno.
I piani di abbattimento non tengono conto dei fatti
Il progetto dell’ordinanza sulla caccia, che entrerà in vigore il 1° dicembre, prevede lo sterminio fino al 70% della popolazione svizzera di lupi. Anche alla luce dell’attuale numero di aggressioni mortali agli animali da parte dei lupi, l’ordinanza risulta una misura che non tiene conto né della realtà né delle caratteristiche biologiche della fauna selvatica.
Essa potrebbe portare alla decimazione della popolazione di lupi. Tuttavia, anche secondo la volontà del Parlamento, si dovrebbe intervenire solo in caso di danni o pericolo imminente. Ciò che serve ora è lungimiranza, pragmatismo e senso di responsabilità nell’affrontare la presenza dei lupi, non un cieco azionismo a favore di soluzioni semplicistiche.
Contatto
Pro Natura & WWF Svizzera: Silvia Gandolla, Associata Scientifico, tel. 076 383 35 67, @email
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Comunicato stampa congiunto di Pro Natura, WWF Svizzera, Gruppo Lupo Svizzera e BirdLife Svizzera
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Tabella_mortalità_estiva_2023.pdfRückzug der Landschaftsinitiative: Initiativkomitee setzt auf eine strenge Umsetzung des Raumplanungsgesetzes (RPG2)
Das Initiativkomitee hat das vom Parlament Ende September verabschiedete revidierte Raumplanungsgesetz (RPG2) als indirekten Gegenvorschlag zur Landschaftsinitiative eingehend geprüft und sich mit grosser Mehrheit für den bedingten Rückzug der Initiative entschieden.
Positiver Einfluss der Initiative
Die Landschaftsinitiative wurde 2019 lanciert und 2020 eingereicht, nachdem sich zwischen 2014 und 2019 alle Vorschläge zur Revision des Raumplanungsgesetzes als untauglich erwiesen hatten und in Sackgassen endeten. Die Initiative will das uferlose Bauen im Nichtbaugebiet stoppen. Die Vorschläge der Landschaftsinitiative haben verhindert, dass das Parlament das Gesetz für das Bauen ausserhalb der Bauzone ohne Qualitätskriterien und griffige Mengenbegrenzung weiter öffnet.
Wesentliche Punkte der Initiative aufgenommen
Die Landschaftsinitiative hat eine erste Analyse durchgeführt, wie weit das RPG2 den Forderungen der Initiative entspricht und wie es im Vergleich zum heute geltenden Recht wirken wird.
Das RPG2 übernimmt das zentrale Anliegen der Initiative: ein Stabilisierungsziel für die Anzahl der Bauten im Nichtbaugebiet und zusätzlich für die Bodenversiegelung in der Landwirtschaftszone (sofern nicht landwirtschaftlich oder touristisch bedingt). Die Umsetzung dieser Ziele ist analog zum RPG1 geregelt, also wie in der Bauzone.
Die neu verankerten kantonalen Sonderzonen stellen zwar eigentliche "black boxes" dar, da ihre Auswirkungen auf die Landschaft stark von den Richtlinien des Bundes abhängig sein werden. Die Hürden für die Einführung solcher Zonen sind allerdings hoch, und es gelten erstmals Qualitätskriterien im Sinne der Verbesserung der "Gesamtsituation". Diese beinhaltet neben der Aufwertung der Siedlungsstruktur, Kulturland und Landschaft erstmals auch Biodiversität und Baukultur als Kriterien für die Richt- und Nutzungsplanung.
Ebenfalls wesentlich ist der Zeitfaktor: Das Gesetz kann deutlich schneller umgesetzt werden als eine Verfassungsinitiative mit anschliessendem Gesetzgebungsprozess.
Aktive Begleitung der Umsetzung
Das RPG2 enthält auch kritische Punkte, deren Auswirkungen stark vom Umsetzungsprozess abhängen. Dies betrifft insbesondere die erwähnten Sonderzonen, dort vor allem mehr Möglichkeiten, ehemalige landwirtschaftliche Gebäude als Wohnungen umzunutzen sowie die Erlaubnis, ältere Hotels und Gastbetriebe ausserhalb der Bauzonen zu ersetzen und zu vergrössern.
Die Anwendung dieser Bestimmungen wird entscheiden, wie das ausufernde Bauen im Nichtbaugebiet begrenzt werden kann. Deshalb beendet die Trägerschaft der Landschaftsinitiative ihre Arbeit mit dem Rückzug keineswegs, sondern organisiert sich neu, um die Umsetzung des RPG2 kritisch zu begleiten und nötigenfalls auch politisch wieder aktiv zu werden.
Kontakt
- Trägerverein Landschaftsinitiative und Pro Natura: Urs Leugger-Eggimann, Zentralsekretär, Präsident Trägerverein, Tel. 079 509 35 49
- Stiftung Landschaftsschutz Schweiz: Raimund Rodewald, Geschäftsleiter, Tel. 079 133 16 39
- Geschäftsleiterin Landschaftsinitiative: Elena Strozzi, Tel. 079 555 33 79
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Gemeinsame Medienmitteilung des Trägervereins der Landschaftsinitiative
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Website der LandschaftsinitiativeZitate
«Wir haben die Landschaftsinitiative 2019 aus der Besorgnis heraus lanciert, dass die Revision des Raumplanungsgesetzes noch mehr Ausnahmen schaffen würde, um Bauen in der freien Landschaft zu ermöglichen. Wir wollten das entscheidende Erfolgsprinzip der Schweizer Raumplanung retten, dass Bau- und Nichtbaugebiet zu trennen sind. Mit viel Überzeugungsarbeit hat die Landschaftsinitiative erreicht, dass nun auch im Parlament unbestritten war, das Bauen im Nichtbaugebiet insgesamt zu begrenzen. Es ist uns bewusst, dass wir die Umsetzung mit voller Aufmerksamkeit mitverfolgen müssen, um zu gewährleisten, dass das Gesetz wirklich im Interesse von Natur und Landschaft ausgelegt wird.»
«Mit der Landschaftsinitiative haben wir erreicht, dass ein Parlament, das für Anliegen des Naturschutzes und der Biodiversität wenig Gehör hatte, einen Gegenentwurf erarbeitet hat. Das einstimmige Votum für das RPG2 zeigt, dass es dies ein Kompromiss aller Kräfte ist – aber es zeigt auch die Fähigkeit der Politik, sich auf gemeinsame Punkte zu einigen. Das Gesetz ist nicht perfekt, aber es weist für uns positive Punkte auf wie z.B. das Stabilisierungsziel. Es ist ein Erfolg, der viel Engagement und Kreativität erfordert hat. In diesem Geist muss auch die Umsetzung durch die Verwaltung erfolgen: Die nun im Gesetz verankerten Inhalte der Initiative müssen auch nach deren Rückzug Beachtung finden.»
«Viele Menschen sind naturverbunden. Und doch fehlt das Bewusstsein in der breiten Bevölkerung, wie kritisch die Lage für die Biodiversität in unserem Land ist. Umso wichtiger ist es, dass die Aufwertung der “Biodiversität” nun endlich auch im Raumplanungsgesetz als Bedingung aufgenommen wird, um künftige Ausnahmen beim Bauen ausserhalb der Bauzone zu beurteilen. Damit sollen unsere freien Landschaften vor weiterer Zersiedelung und Zerschneidung verschont werden. Der Zustand der Landschaft als Lebensraum ist entscheidend für das weitere Schicksal der Biodiversität, unserer Lebensgrundlage.»
«Der Schweizer Heimatschutz hat sich mit der Landschaftsinitiative stark engagiert, um den Wert des kulturellen Erbes in unserer Landschaft anzuerkennen und zu schützen. Es ist sehr wichtig, dass Baukultur nun erstmals als Qualitätskriterium im Raumplanungsgesetz figuriert. Wir werden auch jene Teile des RPG2 genau überwachen, die uns Sorge bereiten – etwa die Gefahr der vermehrten Umnutzung von Ställen zu Ferienhäusern. Das RPG2 darf auch nicht dazu führen, dass erhaltenswerte, für das Landschaftsbild charakteristische kleinere Bauten abgerissen werden, um Neubauten zu rechtfertigen.»
«Nach fast zehn Jahren Diskussion haben wir endlich erreicht, dass Bauen ausserhalb der Bauzone zwar nicht gestoppt, aber doch deutlich begrenzt wird. Ganz wesentlich ist, dass das RPG2 bei den vielen Ausnahmen - insbesondere für landwirtschaftliche und touristische Bauten - einige wichtige Mechanismen der Landschaftsinitiative übernimmt: Neue Sonderzonen, Umbauten und Neubauten ausserhalb des eigentlichen Baugebiets müssen zu einer «Verbesserung der Gesamtsituation» führen.
So sind etwa neue oder vergrösserte Bauten in einer bereits gut erschlossenen Zone denkbar, wenn dafür frühere, nicht erhaltenswerte Gewerbehallen entfernt werden. Oder ein Wiederaufbau zerfallender Maiensässe wäre möglich, wenn damit denkmalschützerisch gute Lösungen und eine verbesserte Landschaftspflege einhergehen. Wir werden in jedem Fall darauf achten, dass die Aufwertungsmassnahmen für Siedlungsstruktur, Landschaft, Biodiversität und Baukultur auch wirklich umgesetzt werden.»
«In den fünf Jahren seit der Lancierung der Landschaftsinitiative haben wir regelmässig Rückmeldungen von Personen erhalten, die den Verlust von Natur und Landschaft durch die Verbetonierung unserer Böden bedauerten. Die Sorge um die Erhaltung einer intakten Landschaft ist in der Bevölkerung sehr präsent. Sie hat dies in früheren Volksabstimmungen, Aktionen und als Mitglieder unserer Organisationen immer wieder bekräftigt. Der Geist der Landschaftsinitiative wird auch nach ihrem Rückzug weiterleben; wir werden in diesem Sinne weiter für einen respektvollen Umgang mit unseren Landschaften eintreten.»
Die 2020 eingereichte Landschaftsinitiative will unsere Landschaften und fruchtbaren Böden gegen das überbordende Bauen ausserhalb der Bauzonen schützen. Trägerorganisationen der Initiative sind Pro Natura, die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, BirdLife Schweiz, der Schweizer Heimatschutz, der VCS und Casafair.
In der Schweiz machen die Bauten im Nichtbaugebiet fast 40% der total bebauten Fläche aus. In den letzten vier Jahren kamen 23’000 neue Gebäude ausserhalb der Bauzonen dazu.
Das teilrevidierte Raumplanungsgesetz dient als indirekter Gegenvorschlag zur Initiative. Das Parlament hat das RPG2 am 29. September 2023 einstimmig verabschiedet.
Der Nationalrat behandelt die Landschaftsinitiative in der Dezembersession. Dies ist aus formellen Gründen nötig, auch wenn die Initiative bereits bedingt zurückgezogen ist: Im Fall einer unwahrscheinlichen, aber theoretisch noch möglichen Ablehnung des RPG2 in einer Referendumsabstimmung käme die Initiative trotzdem an die Urne.
Retrait de l’Initiative paysage: le comité d’initiative mise sur une mise en œuvre stricte de la loi sur l’aménagement du territoire (LAT2)
Le Comité d’initiative a examiné attentivement la révision de la loi sur l’aménagement du territoire (LAT2) que le Parlement a approuvée fin septembre en tant que contre-projet indirect à l’Initiative paysage. Il a décidé en faveur du retrait conditionnel de l’initiative, à la grande majorité.
Influence positive de l’initiative
L’Initiative paysage a été lancée en 2019 et déposée en 2020, après le constat que toutes les démarches pour la révision de la loi sur l’aménagement du territoire proposés entre 2014 et 2019 se sont avérés inappropriés et ont abouti à des impasses. L’initiative souhaite mettre un terme à la construction sans bornes dans les parties non constructibles du territoire. Les propositions de l’Initiative paysage ont empêché que le Parlement continue à permettre de construire à l’extérieur de la zone à bâtir sans définir de critères qualitatifs ni de limitations quantitatives efficaces.
Les aspects essentiels de l’initiative ont été repris
L’Initiative paysage a effectué une première analyse des correspondances entre la LAT2 et les exigences de l’initiative et a comparé ses effets à ceux du droit actuellement en vigueur.
La LAT2 reprend les exigences essentielles de l’initiative: l’objectif de stabilisation du nombre de constructions à l’extérieur de la zone à bâtir et de l’imperméabilisation du sol dans la zone agricole (pour autant que cela ne soit pas nécessaire à l’agriculture ou au tourisme). L’exécution de ces objectifs est réglementée de manière similaire à la LAT1, à savoir, comme dans la zone à bâtir.
Certes, les zones spéciales cantonales, désormais ancrées dans la loi, constituent des sortes de « boîtes noires », car leur effet sur le paysage dépendra surtout des directives de la Confédération. Les obstacles à l’introduction de telles zones sont tout de même grands et des critères de qualité dans l’optique d’améliorer la «situation globale» sont enfin prévus. Ceux-ci comprennent pour la première fois la biodiversité et la culture du bâti, en plus de la mise en valeur de la structure du milieu bâti, des terres cultivables et du paysage en tant que critères pour la planification directrice et de l’affectation.
Le facteur temps est également essentiel: la loi pourra être mise en œuvre nettement plus vite qu’une initiative constitutionnelle qui comporte encore un processus législatif.
Accompagnement actif de la mise en œuvre
La LAT2 contient aussi quelques aspects critiques dont les effets dépendront du processus d’exécution.
Cela concerne en particulier les zones spéciales qui ouvrent davantage de possibilités de transformer d’anciens bâtiments agricoles en habitations et qui permettent de remplacer et d’agrandir d’anciens hôtels et restaurants à l’extérieur des zones à bâtir.
L’application de ces dispositions décidera si la construction effrénée à l’extérieur de la zone à bâtir pourra être limitée. Par conséquent, le retrait de l’Initiative paysage ne marquera nullement la fin du travail de son organisation de soutien. Au contraire, celle-ci se réorganisera pour accompagner la mise en œuvre de la LAT2 d’un œil critique et redevenir politiquement active s’il le faudra.
Contact:
- Association de soutien de l’Initiative paysage et Pro Natura: Urs Leugger-Eggimann, président de l’association de soutien, directeur de Pro Natura, tél. 079 509 35 49
- Fondation suisse pour la protection et l’aménagement du paysage: Raimund Rodewald, directeur, tél. 079 133 16 39
- Responsable de la campagne Initiative paysage: Elena Strozzi, tél. 079 555 33 79
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Communiqué aux médias de l'Association de soutien à l'Initiative paysage
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Vers le site de l'Initiative paysageCitations
«Nous avons lancé l’Initiative paysage en 2019 dans l’idée que la révision de la loi sur l’aménagement du territoire créerait encore plus d’exceptions pour faciliter la construction dans le paysage libre de construction. Nous voulions sauver le principe fondamental de l’aménagement du territoire suisse qui stipule que les zones constructibles et les zones non constructibles soient séparées. Avec un grand travail de persuasion, l’Initiative paysage est parvenue à faire en sorte que le Parlement
limite sans conteste les constructions dans la zone non constructible. Nous savons que nous devrons suivre très attentivement la mise en œuvre de la loi, afin de garantir qu’elle agisse vraiment dans l’intérêt de la nature et du paysage.»
«L’Initiative paysage nous a permis de faire en sorte qu’un Parlement peu attentif aux besoins la protection de la nature et de la biodiversité élabore un contre-projet. Le vote à l’unanimité à faveur de la LAT2 indique qu’il s’agit ici d’un compromis fort, mais il montre également la capacité des politiques de s’accorder sur certains aspects communs. La loi n’est pas parfaite, mais elle présente quelques aspects favorables à nos yeux, par exemple l’objectif de stabilisation. C’est un succès qui a demandé beaucoup d’engagement et de créativité. L’application de la part de l’administration devra se faire dans ce même esprit: les contenus de l’initiative, désormais ancrés dans la loi, devront aussi être respectés après son retrait.»
«Beaucoup de personnes apprécient la nature. Pourtant, une grande partie de la population ne se rend pas compte que dans notre pays, la biodiversité se trouve dans un état critique. Il est donc d’autant plus important d’intégrer enfin la mise en valeur de la «biodiversité» dans la loi sur l’aménagement du territoire comme condition pour l’évaluation des exceptions à la construction à l’extérieur de la zone à bâtir. Cela contribuera à protéger nos paysages libres de constructions du mitage et de la fragmentation. L’état du paysage en tant qu’habitat décidera du sort de la biodiversité, la base de notre existence.»
«Patrimoine Suisse s’est beaucoup engagé aux côtés de l’Initiative paysage afin que la valeur de notre patrimoine culturel au sein du paysage soit reconnue et protégée. C’est très important que la culture du bâti figure enfin comme critère de qualité dans la loi fédérale sur l’aménagement du territoire. Nous surveillerons attentivement aussi les autres aspects de la LAT2 qui nous créent des soucis, tels que le danger que de plus en plus d’étables soient transformées en habitations de vacances. La LAT2 ne peut pas permettre que de petits bâtiments dignes d’être conservés et caractéristiques du cadre paysager soient démolis pour être remplacés par de nouvelles constructions.»
«Après presque dix ans de discussions, nous avons enfin pu faire en sorte que la construction hors zone à bâtir soit clairement limitée, faute de pouvoir l’arrêter.
L’essentiel, c’est que la LAT2, en dépit de ses nombreuses exceptions, notamment en faveur des bâtiments agricoles et touristiques, ait intégré quelques mécanismes importants de l’Initiative paysage: les nouvelles zones spéciales, les transformations et les nouvelles constructions à l’extérieur des zones à bâtir doivent «améliorer la situation globale».
De nouvelles constructions ou des agrandissements sont donc envisageables dans une zone bien desservie, pourvu que des halles artisanales qui ne sont pas dignes d’être conservées soient d’abord démolies. Ou alors que la reconstruction de mayens en ruine soit possible si elles comportent de bonnes solutions du point de vue de la protection des monuments historiques et amélioration de l’entretien et de la protection du paysage.
Nous veillerons à ce que les mesures de mise en valeur de la structure du milieu bâti, du paysage, de la biodiversité et de la culture du bâti soient réellement appliquées.»
«Dans les cinq ans qui ont suivi le lancement de l’initiative, nous avons régulièrement reçu des témoignages de personnes qui déploraient la perte de portions de nature et de paysage à cause du bétonnage de nos sols. Le souci de conserver un paysage intact est très présent dans la population. Elle l’a constamment démontré lors de votations populaires, par des actions et en tant que membres de nos organisations. L’esprit de l’Initiative paysage continuera à vivre même après son retrait; nous agirons toujours en faveur d’un traitement respectueux de nos paysages.»
L’Initiative paysage, déposée en 2020, souhaite protéger nos paysages et nos terres cultivables de la construction débordante dans les zones non constructibles. Les organisations de soutien de l’initiative sont Pro Natura, la Fondation suisse pour la protection et l’aménagement du paysage, BirdLife Suisse, Patrimoine Suisse, l’ATE et HabitatDurable.
En Suisse, les constructions à l’extérieur de la zone à bâtir occupent presque 40% de l’ensemble de la surface construite. Ces quatre dernières années, 23’000 nouveaux édifices ont vu le jour dans la zone non constructible.
La révision partielle de la loi fédérale sur l’aménagement du territoire vaut comme contre-projet indirect à l’Initiative paysage. Le 29 septembre 2023, le Parlement a approuvé à l’unanimité la LAT2.
Le Conseil national débattra sur l’Initiative paysage lors de la session de décembre. Pour des raisons formelles, il doit le faire même si l’initiative est retirée: si la LAT2 est refusée dans le cadre d’une votation référendaire, ce qui est improbable mais théoriquement possible, l’initiative sera quand même soumise au vote populaire.
Ritiro dell’Iniziativa paesaggio: il comitato d’iniziativa conta su una severa applicazione della legge sulla pianificazione del territorio (LPT2)
Il comitato d’iniziativa ha esaminato con cura la revisione della legge sulla pianificazione del territorio (LPT2) che il Parlamento ha approvato a fine settembre. Tale revisione è stata proposta come controprogetto indiretto all’Iniziativa paesaggio. Ha deciso a favore del ritiro condizionato dell’iniziativa alla grande maggioranza.
Influsso positivo dell’iniziativa
L’Iniziativa paesaggio è stata lanciata nel 2019 e consegnata nel 2020, dopo i tentativi di revisione della legge sulla pianificazione del territorio avvenuti tra il 2014 e il 2019 e rivelatisi inadeguati poiché conducevano in vicoli ciechi. L’iniziativa desidera frenare la costruzione smisurata nei comprensori non edificabili del territorio. Le proposte dell’Iniziativa paesaggio hanno impedito che il Parlamento spianasse ulteriormente la via alle costruzioni all’esterno della zona edificabile senza definire criteri qualitativi né limitazioni quantitative incisive.
Gli aspetti essenziali dell’iniziativa sono stati ripresi
L’Iniziativa paesaggio ha svolto una prima analisi della coincidenza delle esigenze dell’iniziativa e della LPT2 e dei suoi effetti rispetto al diritto attualmente in vigore.
La LPT2 riprende le esigenze essenziali dell’iniziativa: l’obiettivo di stabilizzare il numero di edifici nella zona non edificabile e l’impermeabilizzazione del suolo nella zona agricola (purché ciò non sia necessario all’agricoltura o al turismo). L’esecuzione di questi obiettivi è regolamentata in modo analogo alla LPT1, ossia come nella zona edificabile.
Le «zone speciali» cantonali, ormai fissate nella legge, sono ovviamente delle «scatole nere», poiché i loro effetti sul paesaggio dipenderanno molto dalle direttive della Confederazione. Comunque gli ostacoli all’introduzione di tali zone sono alti e per la prima volta sono previsti criteri di qualità per migliorare la «situazione generale». Comprendono per la prima volta anche la biodiversità e la cultura edilizia accanto alla valorizzazione della struttura insediativa, delle terre coltive e del paesaggio come criteri per la pianificazione direttrice e delle utilizzazioni.
Essenziale è altresì il fattore temporale: la legge potrà essere messa in esecuzione molto più in fretta di un’iniziativa costituzionale che richiederebbe un ulteriore processo legislativo.
Accompagnamento attivo dell’attuazione
La LPT2 contiene anche aspetti critici, i cui effetti dipenderanno molto dal processo esecutivo.
Ciò concerne in particolare le suddette zone speciali, che aprono soprattutto maggiori possibilità di trasformare edifici agricoli in disuso in abitazioni e consentono di sostituire o ampliare vecchi alberghi o ristoranti all’esterno della zona edificabile.
L’applicazione di tali disposizioni deciderà se la costruzione straripante nella zona non edificabile potrà essere arginata. Perciò il lavoro dell’organizzazione di sostegno dell’Iniziativa paesaggio non termina affatto con il ritiro di quest’ultima. Essa si riorganizzerà per accompagnare l’attuazione della LPT2 in modo critico e riprendere l’attività politica se necessario.
Contatti
- Associazione di sostegno dell’Iniziativa paesaggio e Pro Natura: Urs Leugger-Eggimann, presidente dell’associazione di sostegno, direttore di Pro Natura, tel. 079 509 35 49
- Fondazione svizzera per la tutela del paesaggio: Raimund Rodewald, direttore, tel. 079 133 16 39
- Responsabile della campagna Iniziativa paesaggio: Elena Strozzi, tel. 079 555 33 79 9
Ulteriori informazioni
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Comunicato stampa dell'associazione sostenitrice dell'Iniziativa paesaggio
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«Abbiamo lanciato l’Iniziativa paesaggio nel 2019, con la preoccupazione che la revisione della legge federale sulla pianificazione del territorio creasse maggiori eccezioni alle costruzioni nei paesaggi aperti. Volevamo salvare il principio decisivo della pianificazione del territorio in Svizzera, ossia separare i comprensori edificabili da quelli che non lo sono. Un gran lavoro di persuasione ha permesso all’Iniziativa paesaggio di far sì che anche il Parlamento limitasse le costruzioni all’esterno delle zone non edificabili. Siamo consci di dover accompagnare molto attentamente l’esecuzione per garantire che la legge agisca veramente nell’interesse della natura e del paesaggio.»
«Con l’Iniziativa paesaggio abbiamo fatto in modo che un Parlamento poco incline a preoccuparsi degli interessi della natura e della biodiversità elaborasse un controprogetto. Il voto unanime a favore della LPT2 indica che si tratta di un compromesso ottenuto con tutte le forze, ma rivela anche la capacità della politica ad accordarsi su aspetti comuni. La legge non è perfetta ma presenta alcuni aspetti positivi, quali l’obiettivo di stabilizzazione. È un successo che ha richiesto molto impegno e molta creatività. L’applicazione da parte dell’amministrazione dovrà avvenire in questo spirito: i contenuti dell’iniziativa, ormai fissati nella legge, vanno rispettati anche dopo il ritiro dell’iniziativa.»
«Molte persone sono in sintonia con la natura. Eppure in gran parte della popolazione manca la consapevolezza di quanto sia critica la situazione della biodiversità nel nostro paese. È quindi ancor più importante che la valorizzazione della «biodiversità» sia stata integrata nella legge federale sulla pianificazione del territorio come condizione atta a valutare le future eccezioni alle costruzioni all’esterno della zona edificabile. In questo modo i nostri paesaggi liberi saranno preservati da un’ulteriore cementificazione e frammentazione. Lo stato del paesaggio come habitat è decisivo per il destino della biodiversità, la base della nostra esistenza.»
«Patrimonio Svizzero si è impegnato molto a fianco dell’iniziativa paesaggio affinché il valore del nostro patrimonio culturale in seno al paesaggio sia riconosciuto e tutelato. È molto importante che la cultura architettonica figuri finalmente come criterio di qualità nella legge sulla pianificazione del territorio. Sorveglieremo attentamente anche gli altri aspetti della LPT2 che ci preoccupano, ad esempio il pericolo della crescente trasformazione di stalle in case di vacanza. La LPT2 non può permettere che piccoli edifici degni di essere conservati poiché caratteristici del quadro paesaggistico siano demoliti per cedere il posto a nuove costruzioni.»
«Dopo quasi dieci anni di discussioni siamo finalmente riusciti a far sì che le costruzioni all’esterno delle zone edificabili siano almeno limitate, non essendo stato possibile fermarle.
L’essenziale è che la LPT2 abbia ripreso alcuni importanti meccanismi dell’Iniziativa paesaggio, nonostante le numerose eccezioni, in particolare nei confronti degli edifici agricoli e a scopo turistico: le nuove zone speciali, le trasformazioni di edifici e le nuove costruzioni all’esterno del comprensorio edificabile dovranno «migliorare la situazione generale».
Nuovi edifici o ampliamenti sono plausibili in una zona ben collegata, purché i padiglioni artigianali esistenti senza valore che ne giustifichi la conservazione siano demoliti. Anche ricostruire rustici in rovina sarebbe possibile se ciò comporta buone soluzioni dal punto di vista della tutela dei monumenti storici e di una miglior cura del paesaggio.
Baderemo in ogni modo che i provvedimenti atti a valorizzare la struttura insediativa, il paesaggio, la biodiversità e la cultura architettonica siano veramente applicati.» So sind etwa neue oder vergrösserte Bauten in einer bereits gut erschlossenen Zone denkbar, wenn dafür frühere, nicht erhaltenswerte Gewerbehallen entfernt werden. Oder ein Wiederaufbau zerfallender Maiensässe wäre möglich, wenn damit denkmalschützerisch gute Lösungen und eine verbesserte Landschaftspflege einhergehen. Wir werden in jedem Fall darauf achten, dass die Aufwertungsmassnahmen für Siedlungsstruktur, Landschaft, Biodiversität und Baukultur auch wirklich umgesetzt werden.»
«Nei cinque anni che hanno seguito il lancio dell’Iniziativa paesaggio abbiamo regolarmente ricevuto testimonianze di persone che deploravano la perdita di porzioni di natura e paesaggio dovuta alla cementificazione del nostro suolo. La preoccupazione riguardo alla conservazione di un paesaggio intatto è molto presente nella popolazione. L’ha costantemente dimostrato nell’ambito di votazioni popolari, azioni e in qualità di membri delle nostre organizzazioni. Lo spirito dell’Iniziativa paesaggio vivrà anche dopo il ritiro di quest’ultima; continueremo a impegnarci per un trattamento rispettoso dei nostri paesaggi.»
L’Iniziativa paesaggio, consegnata nel 2020, intende tutelare i nostri paesaggi e le terre coltive dalle costruzioni smodate all’esterno della zona edificabile. Le sue organizzazioni di sostegno sono Pro Natura, la Fondazione svizzera per la tutela del paesaggio, BirdLife Svizzera, Patrimonio Svizzero, l’ATA e Casafair.
In Svizzera le costruzioni all’esterno della zona edificabile coprono quasi il 40% della superficie edificata complessiva. Negli ultimi quattro anni sono sorti 23’000 nuove costruzioni all’esterno delle zone edificabili.
La revisione parziale della legge federale sulla pianificazione del territorio funge da controprogetto indiretto all’iniziativa. Il 29 settembre 2023 il Parlamento ha approvato la LPT2 all’unanimità.
Il Consiglio nazionale dibatterà sull’Iniziativa paesaggio nel corso della sessione di dicembre. Ciò è richiesto per motivi formali, anche se l’iniziativa è stata ritirata sotto condizioni: nel caso di un’improbabile ma teoricamente possibile rifiuto della LPT2 in uno scrutinio referendario, anche l’iniziativa sarà sottoposta a votazione.
Eine unzureichende Antwort auf die Krise
«Der Bundesrat anerkennt den dringenden Handlungsbedarf zur Rettung unseres Natur- und Kulturerbes, das ist ein wichtiger erster Schritt», betont Raffael Ayé vom Trägerverein. Die Initiant:innen begrüssen insbesondere, dass die Ökologische Infrastruktur im Natur- und Heimatschutzgesetz (NHG) verankert wird und dass Wert auf eine hochwertige Baukultur gelegt wird. Positiv werten die Initiant:innen auch, dass die Kantone bei der Sicherung der Biodiversität besser unterstützt werden.
Um die Biodiversitätskrise zu lösen, ist der Gegenvorschlag jedoch unzureichend. Die Schweiz braucht mehr Flächen für die Biodiversität, die in der Ökologischen Infrastruktur gesichert und vernetzt werden. Zudem sind die in der Vernehmlassung vorgesehenen Fischschutzgebiete wieder aufzunehmen. Auch was die finanziellen Mittel betrifft, ist der Vorschlag des Bundesrates ungenügend. Denn die vorgeschlagenen 96 Millionen Franken reichen nicht einmal für den Unterhalt der wertvollsten Naturflächen der Schweiz, die gerade einmal zwei Prozent der Landesfläche ausmachen. Stefan Kunz vom Trägerverein ergänzt: «Dabei sind die Gelder des Bundes für Natur- und Landschaftsschutz gut investiertes Geld», denn sie kommen der Schweizer Wirtschaft und insbesondere dem lokalen Gewerbe zugute. Sie fliessen bereits heute zu rund 40 Prozent in die Landwirtschaft, zu gut 20 Prozent in die Bauwirtschaft und zu rund 40 Prozent in Planungsbüros, Forstbetriebe und Unterhaltsfirmen.
«Nur mit deutlichen Verbesserungen des Gegenvorschlags des Bundesrates können wir unsere Natur, unsere Landschaften und unser baukulturelles Erbe, die unsere Schweizer Identität prägen, erhalten», erinnert Urs Leugger-Eggimann vom Trägerverein.
Kontakt:
- Urs Leugger-Eggimann, Zentralsekretär Pro Natura, 079 509 35 49
- Raffael Ayé, Geschäftsführer BirdLife Schweiz, 076 308 66 84
- Stefan Kunz, Geschäftsführer Schweizer Heimatschutz, 079 631 34 67
- Franziska Grossenbacher, Stv. Geschäftsleiterin Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, 076 304 43 58
Biodiversitätsinitiative
Die Biodiversitätsinitiative sichert die Vielfalt in der Natur, der Landschaft und der Baukultur. Dazu fordert sie mehr Geld und Fläche für die Biodiversität und verankert einen stärkeren Schutz von Landschaft und baukulturellem Erbe in der Verfassung.
Heute handeln, um die Schönheit der Schweiz zu bewahren.
Unsere Natur, unsere Landschaften und unser baukulturelles Erbe sind unersetzlich. Alle drei sind heute in der Schweiz stark gefährdet:
- 60 Prozent der Insektenarten in der Schweiz sind bedroht. Diese Bedrohung betrifft auch uns Menschen, denn Insekten spielen eine wesentliche Rolle bei der Gewährleistung unserer Ernährungssicherheit; insbesondere bei der Bestäubung und der Fruchtbarkeit des Bodens.
- Die schönen Schweizer Landschaften sind unter Druck, vor allem aufgrund der enormen Bautätigkeit. In den letzten Jahren wurde durchschnittlich eine Fläche von gut acht Fussballfeldern pro Tag überbaut.
- Auch unser bauliches Erbe fällt dem Bauboom zum Opfer: Historische Gebäude werden zerstört, ganze Orte werden durch rein kosten- und nutzenorientierte Bauten ihrer Seele beraubt.
Dieser Verlust ist oft unumkehrbar. Wenn eine Art ausstirbt, wenn eine Landschaft verunstaltet und banal wird, wenn ein historisches Bauwerk zerstört wird, erleben sie keine Wiederauferstehung. Die heutigen Planungsinstrumente und Investitionen reichen nicht aus, um die fortschreitende Verarmung aufzuhalten. Ein breites Bündnis von Organisationen aus Landwirtschaft, Wald, Jagd, Fischerei, Pärken, Forschung und Naturschutz unterstützt die Biodiversitätsinitiative – damit auch unsere Kinder die Schönheit der Schweiz erleben!
www.biodiversitaetsinitiative.ch
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Reaktion auf indirekten Gegenvorschlag zur Biodiversitätsinitiative
Titelbild © Matthias Sorg
Biodiversität verpachten
In Genf wird die Bekämpfung der Biodiversitätskrise vorbereitet
«In den nächsten zwei Wochen werden in der Schweiz wichtige Weichen gestellt», betont Friedrich Wulf. Der Leiter internationale Biodiversitätspolitik bei Pro Natura ist mit Vertreterinnen und Vertretern der 195 Vertragsstaaten der Biodiversitätskonvention (CBD), von Umweltorganisationen und Unternehmen in Genf dabei, um neue Ziele, deren Umsetzung und die Erfolgsindikatoren im Kampf gegen die Biodiversitätskrise zu definieren. Das neue globale Rahmenwerk soll bis 2030 gelten und Ende Sommer an der 15. Vertragsstaatenkonferenz (COP15) der Biodiversitätskonvention im chinesischen Kunming verabschiedet werden. In vielerlei Hinsicht sind sich die Vertragsparteien aber noch uneinig. Hier die wichtigsten Knackpunkte, die vom 14. - 29. März diskutiert werden:
1. Die Umsetzung
Keines der 20 Ziele der COP10 von 2010 wurde vollständig erreicht. «Das liegt unter anderem daran, dass die Umsetzung schlecht ausgestatteten Umweltämtern überlassen wurde, während Wirtschafts-, Verkehrs- und Landwirtschaftsämter der Artenvielfalt weiter schadeten», erklärt Wulf. Deshalb müssen verbindliche Umsetzungsmechanismen vereinbart und alle Ämter in die Pflicht genommen werden. Zur Umsetzung der neuen Ziele besteht derzeit eine Finanzierungslücke von mindestens 700 Milliarden Franken. «Einen Grossteil davon könnte man gewinnen, indem man alle biodiversitätsschädigenden Subventionen abschafft oder umwandelt und die Treiber des Biodiversitätsverlustes verringert», fordert der Biodiversitätsexperte.
2. Die Artenvielfalt
Eine «Koalition der hohen Ambitionen», der auch die Schweiz angehört, will erreichen, dass bis 2030 insgesamt 30 Prozent des Planeten unter Schutz gestellt werden. «Derzeit geniessen schweizweit nur 6 Prozent und weltweit gut 16 Prozent der Fläche einen rechtlich umfassenden Schutz (im indirekten Gegenvorschlag zur Biodiversitätsinitiative verfolgt der Bundesrat ein nationales Ziel von lediglich 17 Prozent). Mit der Fläche allein ist es aber nicht getan: Die Gebiete müssen repräsentativ, gut vernetzt und vor allem wirksam gepflegt werden», betont Wulf. Zudem müssten beim Schaffen von Schutzgebieten auch die Rechte der Bevölkerung umfassend geachtet werden.
3. Der Überkonsum
Die Rettung der Artenvielfalt kann nicht allein den Konsumierenden und Unternehmen überlassen werden, wie es im Entwurf steht. «Die Staaten sind gefordert, Regeln und Anreize einzuführen, um die Wirtschaft in nachhaltige Bahnen zu lenken und den Überkonsum und dessen schädigende Auswirkungen auf Ökosysteme zu reduzieren», so der Pro Natura Vertreter.
4. Die genetischen Ressourcen
Für den Austausch von Pflanzen und Tieren mit Heilwirkungen wurden indigene Hüter und Hüterinnen der Biodiversität bislang entlohnt. Dank gentechnischer Methoden ist es nicht mehr nötig, auf dieses Material physisch zuzugreifen. «Wir fordern, dass auch die digitale Weitergabe genetischer Informationen der Pflicht unterliegt, die Profite daraus zu teilen und dass die Schweiz als wichtigen Pharmastandort sich dafür engagiert», bekräftigt Wulf.
5. Erhaltung muss Vorrang haben
Das neue Rahmenwerk will 20 Prozent der degradierten Ökosysteme wieder herstellen. Der Erhalt von über Jahrhunderte gewachsener Moore und Wälder muss aber unbedingt Vorrang haben. «Die eigentlichen Probleme wie der Verbrauch fossiler Brennstoffe oder der Verlust wertvoller Naturflächen müssen gestoppt werden und können nicht mit dem Aufforsten neuer Wälder wiedergutgemacht werden», erläutert Wulf.
Kontakt
Friedrich Wulf, Projektleiter Internationale Biodiversitätspolitik, Tel. 079 216 02 06, @email
Medienstelle, Tel. 079 826 69 47, @email
Biodiversitätskrise kurz erklärt
Mit unserem Lebenswandel haben wir Menschen drei Viertel der Landfläche und zwei Drittel der Meere stark beeinträchtigt und dabei unzählige Lebensräume zerstört und Arten ausgerottet. Wenn sich nichts ändert, werden rund eine Million Tier- und Pflanzenarten in den nächsten Jahrzehnten von der Erde verschwinden. Das hat drastische Folgen für die Ökosysteme, von denen wir Menschen abhängig sind. Moore und Wälder speichern CO2, Insekten bestäuben die Pflanzen, die unser Essen produzieren und Würmer halten unsere Böden fruchtbar. Um diese Kreisläufe zu erhalten, müssen wir jetzt Gegensteuer geben: www.biodiversitaetsinitiative.ch
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Vorbereitungen CBD COP15
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Pressebild Friedrich Wulf © IISD«Der Luchs gibt dem Wald seine Seele zurück»
In einem Wald am Fuss des Neuenburger Juras, wo wir uns an diesem Morgen Anfang November mit Laurent Geslin verabredet haben, zaubert der Herbstnebel eine geheimnisvolle, watteartige Stimmung. Der Naturfotograf kennt hier jeden Baum, jeden Winkel, jede Senke. Wir folgen ihm in die Hänge, die mit nassem Herbstlaub bedeckt sind, und versuchen, mit ihm Schritt zu halten. Bei einem Baumstumpf legt er eine Pause ein. Für einen kurzen Moment stellt man sich den Luchs in dieser Umgebung vor und ahnt, weshalb der Fotograf sich entschlossen hat, ihm seine ganze Zeit zu widmen.
Laurent Geslin ist in der Bretagne geboren, wo er schon als Kind unbemerkt aus dem Haus schleicht, um die Wildnis zu erkunden. Sein Vater geht mit ihm Pilze sammeln oder Hechte angeln und bringt ihm die Schönheit der bretonischen Landschaften näher. «Bei meiner Grossmutter bin ich heimlich durchs Fenster gestiegen, um in die Natur zu gehen. Damals habe ich auch die ersten Fotos gemacht.»
Vom Fuchs zum Luchs
Später schärft Laurent Geslin seinen fotografischen Blick bei der Freiwilligenarbeit in Naturschutzorganisationen und geht, ohne einen wirklichen Karriereplan zu haben, nach London. Er ist fasziniert von dieser Stadt und veröffentlicht dort seine «Urban Safari»-Bilder in einem ersten Buch.
In England lernt er auch seine heutige Ehefrau kennen. Mit ihr zieht er an den Fuss des Neuenburger Juras, weil sie eine Stelle als Anthropologin an der Universität Neuenburg erhält. So landet Laurent Geslin mitten im Reich eines Tiers, das sein Leben für viele Jahre prägen sollte. Seine ersten Spuren entdeckt er im Schnee auf dem Chasseral.
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Foto: Laurent Geslin
Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
Das Pro Natura Magazin nimmt Sie mit in die Natur. Es berichtet über kleine Wunder, grosse Projekte und spannende Persönlichkeiten. Prächtige Bilder und exklusive Angebote runden das Lesevergnügen ab. Alle Pro Natura Mitglieder erhalten das Magazin exklusiv fünf Mal im Jahr. Es blickt auf 48 Seiten hinter die Kulissen politischer Entscheide, präsentiert Forschungsergebnisse, erklärt die Natur. Und es schildert, wo, wie und warum Pro Natura für die Natur kämpft.
Die Katze muss man sich verdienen
Doch bis zur ersten Begegnung dauerte es noch lange. Der bekannte Schweizer Künstler und Naturkenner Robert Hainard äusserte einmal: «Man muss Geduld haben, so lange, bis man Glück hat.» Und so muss sich auch Laurent Geslin die scheue Grosskatze verdienen. Im Februar 2011 ist es schliesslich so weit, und ein paar Monate später entsteht die erste Fotografie.
Laurent Geslin folgt dem Luchs Tag und Nacht, im Sommer wie im Winter, und lernt das Tier im Lauf der Jahreszeiten und bei einzelnen Begegnungen immer besser kennen. Dank Geduld und Ausdauer gewinnt er an Erfahrung: Bald erkennt er die einzelnen Tiere an ihren Spuren im Schnee oder am Muster ihres Fells. Er kann die Rufe eines Weibchens, das mit seinen Jungen kommuniziert, von den Rufen eines brünstigen Männchens unterscheiden. Er kennt die Wege, die die Luchse nehmen, und er weiss, wo er sein Tarnzelt aufstellen muss. Kein Zweifel: Er hat es in die Welt der Luchse geschafft.
Sein Film erzählt nun mit ausgesprochen ästhetischen Bildern die Geschichte einer Luchsfamilie, die in den Jurawäldern lebt. Im Hintergrund schwebt dabei die Botschaft mit, dass die biologische Vielfalt im Wald unverzichtbar ist, um das ökologische Gleichgewicht zu erhalten. «Die Wiederansiedlung der Luchse vor 60 Jahren war das Werk von Pionieren, die nicht nur idealistische Ziele verfolgten, sondern sich auch tiefgreifende Gedanken über die Umwelt und die Bedeutung der Wildnis machten. Mit der Rückkehr der Luchse hat der gesamte Wald seine Seele wiedergefunden.»
Wie stark die Kraft der wilden Natur ist, erfährt Laurent Geslin besonders, als er in einer Vollmondnacht unterwegs ist, um die Paarungsrufe der Luchse für die Vertonung seines Films aufzunehmen: Sein Parabolmikrofon übermittelt ihm zunächst das Rascheln der Blätter unter den Pfoten eines herannahenden Luchses und dann plötzlich das Atemgeräusch der Grosskatze, nah, ganz nah. Ein tiefes, dumpfes Schnaufen, das in ihm den jahrtausendealten Angstreflex vor dem Raubtier weckt. «Dabei wusste ich doch genau, dass mir nichts passieren würde! Trotzdem läuft dir in diesem Moment ein Schauer über den Rücken. Nach einem solchen Erlebnis fühlst du dich privilegiert und sehr demütig.»
Schützen, was wir kennen
Genau dieses Gefühl möchte Laurent Geslin mit seinem Publikum teilen. «Man kann nur wiederholen, dass wir nur das schützen, was wir kennen», betont er. Bei der Vorpremiere auf der Piazza Grande im Rahmen des Filmfestivals von Locarno ist der Film vom Publikum begeistert aufgenommen worden. Das liegt sicher auch daran, dass der Film den richtigen Ton getroffen hat, grossartige Bilder zeigt und eine Geschichte erzählt, die sich «in echt» vor unseren Augen abspielt – über den Luchs, aber auch über alle anderen Waldbewohner. Ein erster Film. Sicher nicht der letzte.
FLORENCE KUPFERSCHMID-ENDERLIN, ist Redaktorin der französischsprachigen Ausgabe des Pro Natura Magazins.
Der Film «Luchs» läuft ab Mitte Januar in Deutschschweizer Kinos.
www.lynxlefilm.ch.
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Florence Kupferschmid-Enderlin
- Laurent Geslin
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Biodiversität verpachten
Biodiversitätskonvention: Ein Rahmenwerk voller [eckiger Klammern]
Die Biodiversitätskonvention (CBD) ist das wichtigste internationale Umweltabkommen zum Schutz der Biodiversität auf der Erde. Ihr Ziel ist es, globale Lösungen zur Biodiversitätskrise zu finden. Die Biodiversitätskonvention setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der 195 Vertragsstaaten inkl. der EU zusammen. Auch Wissenschaftler, Unternehmen und Umweltorganisationen nehmen an den Verhandlungen teil, haben aber kein Stimmrecht.
Pro Natura ist eine der Vertreterinnen aus der Schweiz, und vertritt auch Friends of the Earth Europe auf der Konferenz.
Der Vorläufer des globalen Rahmenwerks war bis 2020 gültig. An der Konferenz in Genf wurde nun ein neues globales Rahmenwerk erarbeitet. Dieses soll im Herbst 2022 an der 15. Vertragskonferenz (Conference of the Parties, COP15) in China verabschiedet werden und bis 2030 gelten.
Das globale Rahmenwerk legt die Ziele fest, die weltweit zum Schutz der Biodiversität bis 2030 erreicht werden sollen. Für das neue globale Rahmenwerk wurde ein zyklischer Umsetzungsmechanismus definiert, der die Umsetzung verbessern soll:
- Die Ziele des Rahmenwerks werden in die jeweiligen nationalen Biodiversitätsstrategien eingearbeitet.
- In den 7. und 8. Nationalberichten 2024 und 2029 muss zum Umsetzungsstand berichtet werden.
- Darauf aufbauend sollen die Massnahmen nachjustiert werden.
Mit weltweit einheitlichen Indikatoren wird gemessen, ob ein Ziel erreicht wurde. Hier konnten wir uns gemeinsam mit unseren Dachverbänden FoEI und FoEE (Friends of the Earth International und Europe) erfolgreich einbringen. Relevantere, zu den Zielen passende Indikatoren sollen im neuen Rahmenwerk ungeeignete Indikatoren ersetzen, z.B. solche, die falsche Anreize setzen.
Ein Beispiel: Ein Indikator soll nicht die Produktivität eines Ökosystems ins Zentrum stellen, sondern die Nachhaltigkeit seiner Nutzung.
Pro Natura zieht Bilanz
Bei der Zielsetzung des globalen Rahmenwerks wurde jedes Wort auf die Goldwaage gelegt. Die Zeit war knapp und NGOs kamen deswegen in den Verhandlungen wenig zu Wort. Im Vorfeld hatte Friedrich Wulf, Leiter der internationalen Biodiversitätspolitik bei Pro Natura, Knackpunkte herausgestellt. Nun zieht er Bilanz:
1. Austausch und Standardisierung sollen Umsetzung vorantreiben
Im letzten Rahmenwerk harzte es mächtig mit der Umsetzung – sie blieb allein den Umweltämtern überlassen, und es gab keine Richtlinien, wie die Umsetzung erfolgen und verfolgt werden soll. Dies soll im neuen Entwurf deutlich verbessert werden:
- Es wird ein zyklischer Umsetzungsmechanismus vorgeschlagen, welcher auf nationaler Ebene alle Ämter in die Pflicht nimmt. Für diese Lösung hat sich die Schweiz sehr konstruktiv engagiert. Allerdings fand ihr Vorschlag, ein internationales Dialogforum einzurichten, zu wenig Unterstützung.
- Es werden international standardisierte Vorlagen vorgeschlagen, in denen die nationalen Biodiversitätsstrategien und Berichte verfasst werden. Auf diesen können dann die Nachbesserungen bei der Umsetzung aufbauen. Leider reichte die Zeit nicht, die Vorschläge zu besprechen und zu beschliessen. Dies soll nun im Juni erfolgen.
2. Die Finanzierung: der grosse Elefant im Raum
Zur Umsetzung der neuen Ziele besteht eine globale Finanzierungslücke von mindestens 700 Milliarden Franken. Kein Land ist derzeit bereit, seine Beiträge deutlich zu erhöhen. Ein Global Biodiversity Fund, also ein spezielles Finanzierungsinstrument für die globale Biodiversität, bleibt illusionär.
Einen Grossteil der Finanzierung könnte man gewinnen, wenn alle biodiversitätsschädigenden Subventionen abgeschafft oder umgewandelt werden. Darüber sind sich die Vertragsstaaten zwar einig, das Problem besteht aber darin, diese Subventionen zu identifizieren und anschliessend durchzusetzen, dass sie eine andere Zweckbestimmung bekommen oder ganz abgeschafft werden. Zudem befriedigt dies nicht die Finanzierungswünsche der Entwicklungsländer.
Die Finanzierungsfrage konnte in dieser Vorbereitungskonferenz nicht geklärt werden. Auf der COP15 im Herbst 2022, wo das Rahmenwerk verabschiedet werden soll, wird der Druck aber deutlich höher sein. Denn die Entwicklungsländer werden ohne klare Finanzierungszusagen dem Rahmenwerk nicht zustimmen. Das haben sie auf der Vorbereitungskonferenz noch einmal deutlich gemacht.
3. Die Verantwortung: Staaten müssen in die Pflicht genommen werden
Die Rettung der biologischen Vielfalt kann nicht den Unternehmen und Konsumenten allein überlassen werden. Staaten müssen Regeln und Anreize einführen, um den Überkonsum zu reduzieren, der für viele schädigende Auswirkungen auf Ökosysteme verantwortlich ist.
Auch hier haben wir einen grossen Schritt geschafft, um die Staaten in die Pflicht zu nehmen. Es soll in ihrer Verantwortung sein, Leitplanken aufzustellen und staatliche Regulierungen einzuleiten.
4. Die geschützten Flächen: ein Flächenziel allein reicht nicht
Eine «Koalition der hohen Ambitionen», der auch die Schweiz angehört, will erreichen, dass bis 2030 insgesamt 30 Prozent des Planeten unter Schutz gestellt werden. Trotz starker Unterstützung durch viele Staaten, ist es noch offen, ob man sich auf einen konkreten Prozentwert einigen wird.
Auch die für uns sehr wichtige Frage, ob die Rechte der Indigenen gewahrt werden müssen, ist noch nicht entschieden. Es ist notwendig, dass ihre Gebiete miteinbezogen werden und alle Gebiete repräsentativ, wirksam und gerecht verwaltet und durch ökologische Korridore miteinander verbunden werden. Nur Gebiete, die all diesen Kriterien entsprechen, dürfen dem Ziel angerechnet werden.
Ein Flächenziel darf nicht auf Kosten der Indigenen erreicht werden, die aus ihren Gebieten vertrieben werden. Es braucht einen Indikator, der die Einhaltung der Menschenrechte überprüft. Dieser wurde im jetzigen Entwurf noch nicht geschaffen.
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Bertrand Sansonnens
- Die indigene und lokale Bevölkerung ist die beste Hüterin der Biodiversität – Die Rechte der Indigenen müssen zwingend gewahrt werden.
5. Erhaltung vor Wiederherstellung: Einigkeit über den Erhalt von Lebensräumen
Auch im neuen Vorschlag sollen voraussichtlich 20 % der degradierten Ökosysteme wieder hergestellt werden. Der Erhalt bestehender Lebensräume, etwa von jahrhundertalten Mooren und Wäldern, muss aber unbedingt Vorrang haben. Diesen Vorschlag haben die NGOs erfolgreich eingebracht, es bleibt zu hoffen, dass er Bestand hat und in der endgültigen Fassung enthalten ist.
Die Zeit war zu knapp, die Positionen zu unterschiedlich
Zwei Jahre lang haben sich die Delegierten der Länder nicht persönlich getroffen. So ist es trotz aller Online-Meetings nicht verwunderlich, dass es viel Nachholbedarf gab. Dennoch reichte die Zeit an allen Ecken und Enden nicht aus, um die vielen Verhandlungsstränge zu Ende zu bringen. Die provisorisch verabschiedeten Texte strotzen vor eckigen Klammern. Diese werden um Vorschläge gesetzt, zu denen noch keine Einigkeit besteht. Bevor die für September angesetzte Vertragsstaatenkonferenz in China startet, wird es deswegen eine weitere Verhandlungsrunde geben. Sie findet im Juni in Nairobi statt.
Angesichts der Biodiversitätskrise müssen nationale und wirtschaftliche Interessen zurückgestellt werden. Der Wille dazu war bei den Verhandlungen in Genf jedoch noch kaum zu erkennen. Im Gegenteil: einige Ziele im Entwurf wurden deutlich verwässert, nur um eine Einigung zu erzielen. Es bleibt zu hoffen, dass es auf der nächsten Verhandlungsrunde in Nairobi gelingt, das Niveau zu halten und wirksame und ehrgeizige Ziele zu verabschieden. Sonst wird das neue globale Rahmenwerk tatsächlich schlechter als sein Vorgänger.
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Grünes Gallustal
Schädigende Subventionen verschlimmern Biodiversitätskrise
Das Versprechen nach dem Abbau oder der Umwandlung von biodiversitätsschädigenden Subventionen und anderen Anreizen besteht seit über einem Jahrzehnt. Nachdem sich die Schweiz 2010 im Rahmen der internationalen Biodiversitätskonvention dazu verpflichtet hat, solche Finanzinstrumente bis 2020 abzuschaffen oder umzuwandeln, hat der Bundesrat 2012 diese Forderung in seiner Strategie Biodiversität Schweiz aufgenommen. Seither sind die biodiversitätsschädigenden Subventionen jedoch munter gesprudelt. Und sie tun es weiter, denn der Bundesrat hat heute erst entschieden, welche acht dieser Subventionen er genauer anschauen möchte: Teilprogramm Waldwirtschaft, Forstliche Investitionskredite, Grenzschutz für Fleisch und Futtermittel, Versorgungssicherheit, Strukturverbesserung, Absatzförderung, Neue Regionalpolitik, Rückerstattung der Mineralsteuer in der Landwirtschaft.
Was besonders auffällt: Nur gerade das Departement für Wirtschaft, Bildung und Fortschung (WBF) - mit sechs Subventionen - und das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) - mit zwei - beteiligen sich an der Überprüfung. Alle anderen Departemente machen offenbar weiter wie bisher. Während im WBF gewichtige Subventionen vertieft überprüft werden sollen, scheint man beim UVEK in zentralen Bereichen wie Energie und Siedlungsentwicklung keine der zahlreichen Subventionen mit biodiversitätsschädigender Wirkung genauer analysieren, geschweige denn ab- oder umbauen zu wollen.
Wissenschaft hat 162 biodiversitätsschädigende Subventionen erfasst
Die Forschungsanstalt WSL und die Akademie der Naturwissenschaften der Schweiz haben vor zwei Jahren 162 Subventionen, Steuererleichterungen und weitere Anreize mit biodiversitätsschädigender Wirkung identifiziert und in einer ausführlichen Publikation beschrieben (siehe grüne Box). Während die öffentliche Hand Millionenbeträge für die Stickstoffsanierung der Seen und damit auch zur Förderung der Biodiversität einsetzen muss, finanziert der Bund gleichzeitig mit Subventionen und Absatzförderung für Tierprodukte die Überdüngung der ganzen Landschaft. Das schadet der Biodiversität und bürdet der Allgemeinheit und zukünftiger Generationen hohe Kosten auf.
«Das ist nicht nur aus umweltpolitischer Sicht höchst fragwürdig, es ist auch volkswirtschaftlich höchst ineffizient, da die biodiversitätsschädigenden Subventionen die Massnahmen, mit welchen der dramatische Rückgang der Artenvielfalt in der Schweiz gestoppt werden soll, direkt torpedieren», so Hasan Candan, Leiter Biodiversitätspolitik bei Pro Natura. Inzwischen gibt der Bund jährlich 40 Milliarden Steuerfranken für Subventionen aus, die zur Schädigung der biologischen Vielfalt beitragen. So tragen SteuerzahlerInnen in der Schweiz in beträchtlichem Umfang zur staatlich subventionierten Zerstörung der Biodiversität bei, die meisten von ihnen, ohne sich dessen bewusst zu sein.
Biodiversitätsschädigende Wirkungen von Subventionen reduzieren
In der Liste der acht biodiversitätsschädigenden Subventionen des Bundesrats fehlen fünf Departemente und gewichtige Ämter wie das Bundesamt für Energie und das Bundesamt für Bauten und Logistik gänzlich. Hier liegen wichtige Hebel, um die biodiversitätsschädigende Wirkung gewisser Subventionen zu reduzieren oder umzuwidmen. Denn ihre Auswirkungen auf die Biodiversität sind gemäss der Studie von WSL und SCNAT enorm. «Die acht ausgewählten Subventionen und Anreize müssen bis 2024 nicht nur vertieft betrachtet, sondern biodiversitätsfreundlich umgestaltet oder abgeschafft werden. Es braucht nicht neue Papiertiger, sondern wirksame Massnahmen, die Fakten sind klar», fordert Raffael Ayé, Geschäftsführer von BirdLife Schweiz. Die übrigen von der Wissenschaft und vom Bundesrat beschriebenen Subventionen gilt es ebenfalls rasch zu bearbeiten.
Kontakt:
• Hasan Candan, Leiter Biodiversitätspolitik, Pro Natura Schweiz, 079 631 64 81, @email
• Raffael Ayé, Geschäftsführer BirdLife Schweiz, 076 308 66 84, @email
Ulteriori informazioni
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Gemeinsame Meidenmitteilung der Umweltallianz
Quellen: