Progetti

Uno dei quattro pilastri di Pro Natura è la protezione attiva dei biotopi e delle specie.
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Feldhase

«Aktion Hase & Co.» für ein vielfältiges Kulturland

26.02.2019 Landwirtschaft

Es braucht eine neue Agrarpolitik für und nicht gegen die Umwelt

Zu hohe Mengen an Pestiziden gelangen in unsere Flüsse und Bäche. Zu viel Stickstoff aus überdimensionierten Tierbeständen schädigen unsere Wälder und Moore. Insekten sterben und der Artenverlust geht weiter. Die Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft sind hoch. Wie der Bundesrat diese Umweltprobleme lösen will, hat er im Vernehmlassungsbericht zur Agrarpolitik ab 2022 (AP22+) erläutert. Doch mit den bundesrätlichen Vorschlägen lassen sich die Umweltprobleme bei weitem nicht lösen, die Umweltverbände beantragen in ihrer Stellungnahme eine sehr viel ambitioniertere Agrarpolitik.

Im Erläuterungsbericht zur Eröffnung der Vernehmlassung zur Agrarpolitik 22+ stellt der Bundesrat fest, dass keines der 13 Umweltziele für die Schweizer Landwirtschaft, die im Statusbericht 2016 des Bundesamts für Umwelt und des Bundesamts für Landwirtschaft zu den Umweltzielen Landwirtschaft festgeschrieben sind, erreicht wurde. Er konstatiert ausserdem, dass sich dies bei gleichbleibenden Rahmenbedingungen und ohne zusätzliche Massnahmen auch nicht ändern wird. Die Analyse des Bundesrates in Bezug auf die Umweltschäden der Landwirtschaft ist korrekt. Und trotzdem schlägt er keine griffigen Massnahmen zur Lösung der Umweltprobleme vor. 

  • «Nach wie vor werden mit der neuen Agrarpolitik ab 2022 mehr als die Hälfte der Direktzahlungen an die Landwirtinnen und Landwirte verteilt, ohne dass sie an eine konkrete Leistung gebunden sind. Das ist inakzeptabel. Wir fordern, dass diese Beiträge für konkrete Leistungen wie die Förderung der Artenvielfalt auf den Landwirtschaftsbetrieben eingesetzt werden», so Pascal König von BirdLife Schweiz.
  • «Die Klimadebatte fehlt in der Vorlage gänzlich. Der Bund sieht keine Massnahmen vor, die Massentierhaltung abzuschaffen und die zu grossen Tierbestände in der Schweiz zu reduzieren. Dies, obwohl der Zusammenhang zwischen Klimaerwärmung und Fleischkonsum unbestritten ist», sagt Philippe Schenkel von Greenpeace Schweiz.
  • «Die vorgeschlagenen Massnahmen des Bundesrates, die als Gegenvorschlag zur Trinkwasserinitiative gedacht sind, entsprechen keineswegs den Forderungen der Trinkwasserinitiative. Die schädlichsten Pestizide dürfen nicht mehr zugelassen werden und es braucht eine Lenkungsabgabe auf die Verwendung von Pestiziden», fordert Marcel Liner von Pro Natura.
  • «Wir verlangen klare Vorgaben für eine ressourceneffiziente Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen. So ist beispielsweise die Produktion von Tierfutter wie Mais auf Ackerflächen viel ineffizienter, als der Anbau von Nahrungsmitteln wie Weizen oder Kartoffeln für uns Menschen», sagt Eva Wyss vom WWF Schweiz.

Am 24. September 2017 hat sich das Schweizer Stimmvolk mit einem Ja-Anteil von fast 79 Prozent für eine standortangepasste und ressourceneffiziente Landwirtschaft ausgesprochen. Dazu brauchen wir nun die entsprechende Gesetzgebung mit der AP22+.  

Kontaktpersonen

  • Eva Wyss, Landwirtschaftsexpertin, WWF Schweiz, 079 352 09 47, @email
  • Pascal König, Landwirtschaftsexperte, BirdLife Schweiz, 077 927 59 26, @email
  • Philippe Schenkel, Landwirtschaftsexperte, Greenpeace Schweiz, 078 790 52 84, @email
  • Marcel Liner, Fachexperte Landwirtschaftspolitik, Pro Natura, 061 317 92 40, @email

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Medienmitteilung von BirdLife Schweiz, Greenpeace Schweiz, Pro Natura und WWF Schweiz

Moesa
19.05.2025 Gewässer

Gewässerschutz: Giftige Kehrtwende

Im Parlament wird an mehreren Fronten am Schutz unserer Gewässer gerüttelt. Dabei sind Bäche stark mit Pestiziden belastet, und toxische Abbauprodukte gefährden auf Jahre hinaus das Grund- und Trinkwasser.

Gross waren die Versprechen des Nein-Lagers vor der Volksabstimmung über die Trinkwasser- und die Pestizidinitiative im Jahr 2021: Ein Bundesgesetz würde sicherstellen, dass die Risiken durch den Einsatz von Pestiziden bis 2027 um 50 Prozent zurückgehen. Für gefährliche Pestizide würden ausserdem scharfe Grenzwerte festgelegt und Zulassungen entzogen, sollten diese wiederholt überschritten werden. 

Nun aber sind das Parlament und, wie ein Bericht der SRF-«Rundschau» kürzlich aufgedeckt hat, auch die Verwaltung daran, die gesetzlich verankerten Errungenschaften der letzten Jahre zurückzuschrauben.

Gürbetal Matthias Sorg

Hochtoxisch – und ohne scharfe Grenzwerte

Um das Trinkwasser, aber auch die Gewässerökologie besser zu schützen, erliess der Bundesrat im Jahr 2020 für zwölf besonders problematische Pestizide individuelle Grenzwerte, die teils deutlich unterhalb des pauschalen Grenzwerts von 0,1 Mikrogramm pro Liter liegen. Elf davon landeten auf der Prüfliste des Bundesamts für Umwelt (BAFU). Vier wurden auf Druck des Bauernverbandes wieder gestrichen, wie die «Rundschau» im Märzpublik machte. Darunter sind die für Gewässerlebewesen hochgiftigen Insektizide Deltamethrin und Lambda-Cyhalothrin sowie das Herbizid Flufenacet, das den Hormonhaushalt von Mensch und Tier schädigen kann und das von der EU erst im März 2025 verboten wurde.

Voraussichtlich im Sommer wird der Bundesrat entscheiden. «Sollte er für diese gefährlichen Stoffe keine scharfen Grenzwerte erlassen, wäre das ein klarer Verstoss gegen das Gewässerschutzgesetz», sagt Umweltrechtsexperte Hans Maurer.

Broye Matthias Sorg

Höhere Hürden für Verbote

Parallel dazu arbeiten bäuerliche Parlamentarier daran, den Widerruf von Zulassungen zu erschweren. Gemäss geltendem Recht muss ein Pestizid überprüft werden, wenn der Grenzwert an zehn Prozent der Messstellen in zwei von fünf Jahren überschritten wird. Theoretisch droht dann ein Verbot. Mit einer Motion will Leo Müller, Luzerner Mitte-Nationalrat und langjähriger Verwaltungsrat der Agrargenossenschaft Fenaco, diese bereits hohe Hürde nochmals drastisch erhöhen: Demnach müsste die Grenzwertüberschreitung in 20 Prozent der untersuchten Gewässer und in vier von fünf Jahren vorliegen, damit eine Überprüfung überhaupt stattfinden kann.

Müller argumentiert, dass der Landwirtschaft die Pestizide ausgingen: In den letzten Jahren seien zahlreiche Wirkstoffgruppen verboten und kaum neue Pestizide zugelassen worden. Nur: Alle bisherigen Widerrufe in der Schweiz erfolgten, weil die Stoffe in der EU verboten wurden. Einen Zusammenhang mit den bestehenden Gewässerschutz regeln gab es nicht. Das kümmert den Bundesrat aber nicht: Im März empfahl er die Motion Müller zur Annahme.

Broye Matthias Sorg

Grundwasserschutz kommt nicht voran

Keinerlei Fortschritte gibt es beim Schutz des Grundwassers. Seit 1998 ist gesetzlich vorgeschrieben, dass bei Trinkwasserfassungen, die durch Schadstoffe belastet sind, ein Zuströmbereich bestimmt und dort die Nutzung angepasst wird. Doch trotz gesetzlicher Grundlage und einer Vielzahl von Überschreitungen bei den 18 000 Grundwasserfassungen sowohl der Höchstwerte für Nitrat als auch für Abbauprodukte von Pestiziden ist es noch keinem Kanton gelungen, die erforderlichen Massnahmen festzulegen. Es gab lediglich vereinzelte Vereinbarungen mit Landwirten für eine weniger intensive Nutzung gegen Entschädigung. Hinausgezögert wird auch eine bereits 2021 vom Parlament angenommene Motion des damaligen Solothurner SP-Ständerats Roberto Zanetti: Sie fordert, dass die Kantone bis 2035 die Zuströmbereiche für alle Grundwasserfassungen von regionalem Interesse bestimmen.

Silberreiher Claudio Büttler

Die Folge dieser Unterlassungen: Heute sind rund 50 Prozent der Fassungen im Ackerbaugebiet übermässig mit Nitrat und 60 Prozent mit Metaboliten belastet. Besonders problematisch ist die Trifluoressigsäure (TFA). Sie steht in Verdacht, reproduktionstoxisch zu sein, also die Fortpflanzungsfähigkeit oder die Entwicklung von Föten zu beeinträchtigen. Als künstlicher langlebiger Stoff belastet TFA das Grundwasser landesweit und ist, wie das Bundesamt für Umwelt jüngst meldete, die mit Abstand am weitesten verbreitete künstliche Chemikalie im Grundwasser. In hohen Konzentrationen tritt TFA in Ackerbaugebieten auf, wo das Fungizid Flufenacet eingesetzt wird. Auch Abbauprodukte des Fungizids Chlorothalonil sind im Grundwasser des Mittellands weit verbreitet. Seit 2020 ist die Anwendung des als «potenziell krebserregend» eingestuften Chlorothalonil verboten, doch die stabilen Abbaustoffe bleiben wohl jahrzehntelang im Boden und Grundwasser: Rund eine Million Schweizer Haushalte trinkt auch vier Jahre nach dem Verbot noch belastetes Trinkwasser.

Bäche sind weiterhin stark belastet
Forschende der Eawag haben untersucht, wie sich der 2017 vom Bundesrat verabschiedete «Aktionsplan Pflanzenschutzmittel» auf die Pestizidkonzentration in Fliessgewässern ausgewirkt hat. Die Anzahl Standorte, an welchen alle Grenzwerte eingehalten werden, hat sich zwischen 2019 und 2022 kaum verändert. Insgesamt wurden 2022 an 22 von 36 untersuchten Standorten Grenzwerte für Pestizide überschritten. Das entspricht 61 Prozent. Besonders betroffen waren kleine und mittelgrosse Bäche. Der Bericht geht davon aus, dass das Zwischenziel des Aktionsplans – bis ins Jahr 2027 die Länge der Schweizer Fliessgewässer-Abschnitte, in denen Pestizid-Grenzwerte überschritten werden, zu halbieren – nicht erreicht werden kann.

Eisvogel Claudio Büttler

Nachsorge statt Vorsorge

Auf viele Wasserversorger kommen deswegen hohe Kosten zu. Die Seeländische Wasserversorgung SWG etwa hat ihre Trinkwasserfassung in Worben vor fünf Jahren wegen belastetem Grundwasser stillgelegt und baut nun eine neuartige Filteranlage ein. Sie kostet zwei Millionen Franken; hinzu kommen jährliche Betriebskosten von rund 250 000 Franken. «Wir prüfen nun eine Haftungsklage», erklärt SWG-Geschäftsführer Roman Wiget, «nicht gegen die Bauern, sondern gegen die Zulassungsstelle des Bundes.» Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), seit 2022 für Zulassungen zuständig, verweist auf einen aktuellen Bericht des Bundesrats zur Chlorothalonil-Sanierung. Demnach sind die Wasserversorger in der Pflicht, Sanierungsmassnahmen einzuleiten und die Kosten dafür zu tragen.

Seeland Matthias Sorg

«Man will aus den Erfahrungen der Vergangenheit nicht lernen», sagt Roman Wiget. Ihn stört vor allem, dass ein Pestizid erst eingeschränkt wird, wenn neben Kriterien wie Persistenz (sie werden nur langsam abgebaut) und Mobilität (sie verbreiten sich gut) auch die Toxizität (schädliche Folgen) erwiesen ist. Dabei zeigten viele Beispiele, dass die Toxizität von Wirkstoffen und ihrer Metaboliten systematisch unterschätzt wird. «Dadurch wurden viele gefährliche Pestizide zugelassen, die wegen ihrer Persistenz und Mobilität bis ins Grundwasser gelangen und nun das Trinkwasser belasten.»

Zudem sei kaum bekannt, wie die vielen Einzelstoffe zusammen wirken («Cocktaileffekt»), erklärt Wiget. «Die Risiken sind schlicht nicht einschätz- und kontrollierbar. Wir Wasserversorger fordern deshalb schon lange, dass bei der Zulassung bereits die Persistenz und Mobilität für ein Verbot ausreichen müssen. Langlebige Stoffe, die übers Wasser herumwandern, dürfen nicht mehr zugelassen werden. Damit würde man dem im Gesetz aufgeführten Vorsorgeprinzip endlich gerecht.»

NICOLAS GATTLEN, Reporter Pro Natura Magazin

Seeland Matthias Sorg

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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.

Das Pro Natura Magazin nimmt Sie mit in die Natur. Es berichtet über kleine Wunder, grosse Projekte und spannende Persönlichkeiten. Es blickt hinter die Kulissen politischer Entscheide und schildert, wo, wie und warum Pro Natura für die Natur kämpft. Als Mitglied erhalten Sie das Magazin fünf mal im Jahr direkt in Ihren Briefkasten.

Weizen
07.01.2025 Landwirtschaft

«Ersetzen kann die Maschine den Bauern nicht»

Smarte Technologien halten auch auf Bauernbetrieben Einzug, wie ein Besuch auf der Swiss Future Farm zeigt. Um uns auf dem Weg zu einer naturnahen nachhaltigen Landwirtschaft wirklich voranzubringen, brauchen wir allerdings andere Rezepte.

Science-Fiction hat die Swiss Future Farm SFF in Tänikon (TG) nicht zu bieten, auch wenn hier neue smarte Technologien erprobt werden. «Was wir einsetzen, ist praxisnah und kommerziell verfügbar», sagt Florian Bachmann, der für den Arenenberg bei der SFF arbeitet. Roman Gambirasio, als Vertreter der GVS Agrar AG in der SFF verantwortlich für die Technik, ergänzt: «Wir sind der alltäglichen Landwirtschaft technisch etwa fünf bis sieben Jahre voraus.»

Illustration einer mechanischen Vogelscheuche Isabelle Bühler
Illustration von Isabelle Bühler

Tatsächlich ist «smart farming» auf vielen Höfen gegenwärtig, sei es bei Programmen für die Betriebsführung oder als Melkroboter im Stall. «Im Ackerbau – und das machen wir auf der Swiss Future Farm – ist es schwieriger», sagt Gambirasio. «Hier spielen Umwelteinflüsse eine grosse Rolle. Ans Wetter etwa können wir uns nur anpassen. Bei Wasserversorgung und Bodenbeschaffenheit können wir mit Bewässerungen oder Düngung eingreifen. Macht ein Landwirt in diesen Bereichen alles richtig, hat er 90 bis 95 Prozent des möglichen Ertrages. Die letzten Prozente können dann noch mit Technologie herausgeholt werden.» Hier laute die Frage, ob sich die Anschaffung lohne. Gambirasio rechnet vor: «Auf 2000 Hektaren kann ich ein paar Tausend Franken Dünger einsparen. Auf einem durchschnittlichen 20-Hektar-Betrieb in der Schweiz sind es vielleicht 200 – dies bei Investitionskosten von mehreren zehntausend Franken.» Ökonomisch rechnet es sich also nicht. Ökologisch sieht es anders aus, wie Bachmann sagt. «Effizienter ausgebrachter oder allenfalls sogar eingesparter Dünger oder eine Herbizidreduktion um 50 bis 90 Prozent kommen der Natur zugute. Aber diese Vorteile müssten auch in Wert gesetzt werden können.»

Teilflächenspezifische Düngung

Wie Düngemittel mittels smarter Technologie reduziert werden können, zeigt zum Beispiel das Projekt «Smart-N». Grundlage sind Satellitenbilder, anhand derer ein Produktionspotenzial und ein Vegetationsindex berechnet wird. «Wir sehen auf den Fotos, wie der Versorgungszustand der Pflanze ist. Je besser sie mit Stickstoff versorgt ist, desto kräftiger das Grün», sagt Bachmann. «Dabei zeigt sich, dass Pflanzen nicht überall gleich gut wachsen, weil der Boden nicht überall dasselbe Potenzial hat. Mit diesem Wissen können wir gezielter düngen.» Dies geschieht mit einem mit GPS ausgerüsteten Traktor, der erkennt, wo auf dem Feld er ist, und der mittels einer Karte, die auf dem Satellitenbild basiert, gezielt düngt. «Die Entscheidung, wo wie viel und wann, fällt aber der Landwirt. Ersetzen kann die Maschine den Bauern nicht.»

Zwischenresultat nach drei Jahren: «Der Stickstoffüberschuss konnte um rund 20 Prozent reduziert werden im Vergleich zu einer gewöhnlichen Düngung.» Je nach Jahr und Feld kann sogar etwas Dünger gespart werden. «In Geld zahlt sich das bei unseren kleinen Betrieben aber nicht aus.» Zudem setzen äussere Faktoren der Technik oft Grenzen. So gibt es an bewölkten Tagen keine Satellitenbilder und selbst wenn der Zeitpunkt optimal wäre – ist es zu nass, ist der Boden nicht befahrbar, ist es zu trocken, fehlt das Wasser, das den Dünger zur Pflanze bringt.

Reduzierte Bodenbearbeitung

Um Herbizide einzusparen, erprobt die Swiss Future Farm die «reduzierte Bodenbearbeitung», wie Roman Gambirasio sagt. Anstatt Getreide klassischerweise ganzflächig mit einem Reihenabstand von 15 Zentimetern zu säen, wird es alle 50 Zentimeter in einer Doppelreihe ausgebracht, die Zwischenräume liegen brach. «Nur dort, wo wir säen, bearbeiten wir den Boden und spritzen Herbizide. Zwischen den Reihen wird Unkraut mechanisch entfernt. Das schont den Boden und spart bis zu 50 Prozent Herbizide ein.» 

Doch auch hier spielen äussere Einflüsse mit. «2024 war die mechanische Unkrautvernichtung schwierig, weil es so nass war. Wird aber das Unkraut nicht mechanisch entfernt, bekommt es auch Spritzmittel ab. Allerdings zu wenig, dass es abstirbt. Das ist gefährlich, denn es können sich Resistenzen bilden», sagt Roman Gambirasio. Ausserdem ist die Bodenbearbeitung bei dieser Methode je nach Boden schwieriger – die Versuche gehen weiter.

Laser, Drohnen & Co.

Ein bisschen Science-Fiction-Feeling kommt dann zum Schluss doch noch auf, als Gambirasio und Bachmann ins Erzählen kommen: Drohnen fliegen bereits über Felder, etwa um Schneckenkörner auszustreuen. Andere Einsatzgebiete werden noch erprobt. «Und Laser werden genutzt, um Unkraut zu verbrennen», sagt Bachmann. Das geht aber nur, wenn die Pflanzen noch sehr klein sind: «Es braucht also Kameras, die sie zweifelsfrei identifizieren, was schwierig ist, denn am Anfang sehen alle ähnlich aus.» Sobald die Pflanzen zu gross sind, braucht der Laser viel zu lange – «dann bist du schneller, wenn du sie von Hand auszupfst».

Was bei Pflanzen funktioniert, ist bei Insekten schwierig. Hier sieht Gambirasio das Potenzial eher im Monitoring. «Misst ein Sensor die relevanten Parameter wie Feuchtigkeit, Temperatur Sonnenscheindauer und so weiter, könnte man voraussagen, wann welcher Schädling auftreten wird, und prophylaktisch eingreifen. Von solchen Technologien sind wir aber noch mindestens 20 Jahre entfernt. Bei Pilzkrankheiten sind entsprechende Prognosemodelle jedoch schon deutlich weiter.»

Von BETTINA EPPER, Redaktionsleitern Pro Natura Magazin

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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.

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Plantage
07.01.2025 Internationales

«Plantagen sind keine Wälder!»

Pro Natura trägt durch ihr Engagement im Netzwerk Friends of the Earth auch zum Erhalt der Biodiversität ausserhalb der Schweiz bei zum Beispiel, indem sie lokale Gemeinschaften in ihrem Widerstand gegen die Praktiken der Agroindustrie unterstützt.

In Ghana, wie in vielen anderen Regionen des Weltsüdens, kämpft die lokale Bevölkerung dagegen, dass Grossfirmen ihre Wälder zerstören und ihr Land in Besitz nehmen, um darauf riesige Palmölplantagen anzulegen – mit katastrophalen sozialen und ökologischen Folgen.

Eine Frau trägt ein T-Shirt mit dem Slogan «Plantations are not forests!»
«Plantations are not forests!»

Mit diesem eindringlichen Slogan auf T-Shirts wehrt sich Friends of the Earth Ghana gegen die Monokulturplantagen, unter denen viele Menschen in dem westafrikanischen Land leiden.

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Als Mitglied des Netzwerks Friends of the Earth International beteiligt sich Pro Natura seit 2016 mit der Schweizer Entwicklungsorganisation «HEKS/Brot für alle» an Projekten, die den Widerstand gegen das industrielle Landwirtschaftsmodell stärken. Nicht nur in Ghana, sondern auch in anderen westafrikanischen Ländern, in Honduras und Malaysia. «Einer unserer Arbeitsschwerpunkte liegt auf einer sehr lokalen Ebene und besteht darin, den direkt betroffenen Gemeinschaften zu helfen, ihre Rechte zu verteidigen und ökologische Landwirtschaftsmethoden umzusetzen», sagt Bertrand Sansonnens, Projektleiter Politik und Internationales bei Pro Natura.

Übergangene Bevölkerung

2022 reiste Sansonnens im Rahmen eines Projekts der afrikanischen Koordination von Friends of the Earth nach Ghana und konnte dort die Bewohnerinnen und Bewohner des kleinen Dorfes Abo-Abo treffen. Das Leben der Gemeinschaft hat sich radikal verändert, seit die Ghana Oil Palm Development Company (GOPDC), die zu 90 Prozent dem belgischen Multi SIAT gehört, die Okumaning-Plantage errichtet hat. «SIAT gehört zu den fünf Grossunternehmen, die 75 Prozent der Ölpalmplantagen in Afrika kontrollieren», sagt Sansonnens.

Eine Einschätzung, die von Zeugenaussagen untermauert wird, die Sansonnens in Abo-Abo gesammelt hat: Aufgrund von Versprechungen, die ihnen gemacht worden waren, haben viele Bauernfamilien ihr Land der GOPDC zur Nutzung überlassen. Doch danach haben nur wenige die vertraglich vereinbarten Entschädigungen zur Kompensation ihrer Ernteausfälle erhalten. «Der Fall konnte mithilfe von Friends of the Earth Ghana vor Gericht gebracht werden, aber nach Jahren des Wartens ist noch immer kein Urteil gefallen.» In der Umgebung wurden drei Dörfer zerstört, die Menschen vertrieben und die Schulen geschlossen. «Die Zahl der Erwerbslosen ist hoch und unter den Jungen greift der Drogen- und Alkoholkonsum um sich. Viele trauern den Zeiten nach, als der Anbau von Maniok, Kochbananen, Yamswurzeln, Kakao und sogar von lokal genutzten Ölpalmen genug Einkommen einbrachte, um ein würdiges Leben zu führen.»

Drei Kinder auf einem Laster Bertrand Sansonnens
In Ghana wurde die Ölpalme schon lange vor der Kolonialisierung von den Einheimischen angebaut.

Förderung des Widerstands

Einem Unterstützungsprojekt dieser Art stellen sich viele Hindernisse in den Weg. «Auch die Covid-Pandemie war nicht hilfreich, weil sie die Arbeit vor Ort einschränkte», sagt Bertrand Sansonnens. «Dafür hat sich die Zusammenarbeit zwischen den lokalen Organisationen verstärkt. Vor meinem Besuch auf den Plantagen konnte ich an einem Community Forum zum Widerstand gegen Monokulturen teilnehmen. Es wurde vom afrikanischen Netzwerk organisiert, um Erfahrungen auszutauschen und die Mobilisierung auszuweiten.» Dank diesem Hintergrund und der Arbeit anderer betroffener Länder konnte Friends of the Earth die Auswirkungen des Agrobusiness auch auf internationaler Ebene thematisieren, insbesondere auf der UNO-Biodiversitätskonferenz im Jahr 2022 im kanadischen Montreal (COP15).

Eine Gruppe Frauen mit Plakaten Bertrand Sansonnens

Doch der Kampf ist noch lange nicht gewonnen. «Zurzeit bereiten wir eine neue Programmphase vor, bei der es darum geht, regionale Erfahrungen zu systematisieren. Wir erhoffen uns dadurch eine Stärkung des globalen Kampfes gegen die zahlreichen Faktoren, die die Wälder und das Land der lokalen Bevölkerungen zunehmend bedrohen», sagt Sansonnens. Das Projekt fügt sich sehr gut in die Gesamtstrategie von Friends of the Earth ein, die auf die Umwandlung der herrschenden Systeme in ökologisch nachhaltige und sozial gerechte Gesellschaften zielt. «Die Verantwortung der reichen Länder im Norden ist enorm: Wir müssen uns neu ausrichten, hin zu mehr Suffizienz, aber auch zu mehr Kontrolle über die Machenschaften der multinationalen Unternehmen, die den übermässigen Konsum fördern und von ihm profitieren.»

Von TANIA ARAMAN, Redaktorin Pro Natur Magazin

Ivo l'agriculteur avec ses chèvres.

Des chèvres à Crémines pour retrou­ver une bio­di­ver­sité perdue 

Illustration von Mina Hofstetter
Landwirtschaft

Mina Hofstetter bauert biologisch, lange vor der Bio-Bewegung

Was ist einer der grössten Vorteile einer viehlosen Landwirtschaft? Die Schweiz könnte sich besser selbst versorgen. So mo­dern dieses Thema auch klingt, für Mina Hofstetter ist es schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein grosses Anliegen.

Ab 1928 verzichtet sie auf ihrem Hof auf die Viehhaltung und baut nur noch Getreide an. Neben dem Vorteil, dass man auf diese Weise mehr Menschen ernähren kann, geht es ihr auch um das Tierwohl und die Be­freiung der Bauernfamilien aus der «Ver­sklavung» durch die Milchwirtschaft, die täglichen Einsatz für die Pflege der Tiere erfordert.

Mina Hofstetter, 1883 in Stilli (AG) ge­boren, gilt heute in vielerlei Hinsicht als Pionierin. 1915 erwirbt sie gemeinsam mit ihrem Mann Ernst den Hof Stuhlen (ZH). Schon bald überlässt ihr der Ehemann die volle Verantwortung für die Landwirtschaft, sodass sie sich ihren Experimenten frei widmen kann. Unablässig verfolgt sie das Ziel, Harmonie zwischen Pflanzen, Tieren, Menschen und Boden herzustellen.

In ihrem Buch «Neues Bauerntum, al­tes Bauernwissen» äussert sie sich begeis­tert über das wimmelnde Leben, das man in einer winzigen Bodenprobe finden kann. In der Überzeugung, dass unsere eigene Existenz von dieser Biodiversität abhängt, und in Anlehnung an die biodynamische Lehre Rudolf Steiners, des Begründers der Anthroposophie, erarbeitet sie die Grund­sätze dessen, was später als Permakultur bekannt werden wird.

Statt Pflanzenschutzmittel einzusetzen, schafft sie in ihrem Garten Lebensraum für Vögel, die als natürliche Feinde ungewoll­ter Insekten agieren. Im Herbst lässt sie das Laub der Bäume liegen, damit es seine Funktion als Dünger und Bodenschutz erfüllen kann. Durch den nahen Kontakt zur Lebensreformbewegung wird sie 1922 Vegetarierin und stellt ihre Ernährung gar auf Rohkost um.

Ab 1929 organisiert Hofstetter auf ihrem Hof praktische Kurse, um ihre Anbau­methoden zu vermitteln, und 1936 gründet sie die Lehrstätte «Seeblick». Dort findet 1947 die Gründungsversammlung der «Ge­nossenschaft biologischer Landbau» statt, aus der später die Organisation Bioterra hervorgehen wird.

Die Bekanntheit von Mina Hofstetter reicht über die Landesgrenzen hinaus: 1937 wird sie nach Bratislava zur Konferenz «Women’s Organisation for World Order» eingeladen. Denn auch die Frauenbewe­gung liegt ihr am Herzen, ebenso wie das Los der Kleinbauern. Sie plädiert für einen besseren Dialog zwischen Landwirten und Konsumenten und ist überzeugt, dass sich die Menschen saisongerechter ernähren, wenn man sie von Kindesbeinen an mit der Pflanzenwelt vertraut macht.

TANIA ARAMAN ist Redaktorin der französischsprachigen Ausgabe des Pro Natura Magazins

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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.

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Symbolbild Landwirtschaft
18.02.2026 Landwirtschaft

Die Agrarpolitik 2030+ ist aus Umweltsicht ungenügend

Mit seinem heute veröffentlichten Aussprachepapier zur Agrarpolitik 2030+ akzeptiert der Bundesrat ein Konzept, das den grossen Herausforderungen im Umweltbereich nicht gerecht wird. Stillstand statt Weitsicht schädigt weiterhin die natürlichen Lebensgrundlagen von uns allen. Es braucht nun Nachbesserung zugunsten der Natur.

«Die Vorschläge zur Agrarpolitik 2030+ in der heute vom Bundesrat skizzierten Form reichen bei Weitem nicht aus, um die Situation für Klima, Biodiversität und Umwelt zu verbessern.» So lautet die Zwischenbilanz der Umweltschutzorganisationen, zum heute vom Bundesrat veröffentlichten Aussprachepapier.

Die aktuelle Ausrichtung der Agrarpolitik treibt durch biodiversitätsschädigende Subventionen die Beeinträchtigungen der natürlichen Lebensgrundlagen wie sauberes Trinkwasser, fruchtbare Böden oder die Resilienz gegenüber Klimaveränderungen voran. Langfristig stehen damit auch die landwirtschaftlichen Produktionsgrundlagen Boden und Biodiversität auf dem Spiel. Mit dem Zielbild 2050 (Bericht «Zukünftige Ausrichtung der Agrarpolitik» vom Dezember 2024) hat der Bundesrat einen Leitfaden vorgelegt, der diesen Herausforderungen begegnen würde. Doch die nun vorgelegten Vorschläge sind von diesem Zielbild noch weit entfernt, selbst die vorgesehenen Lenkungsabgaben auf Kraftfutter und Pestizide wurden heute vom Bundesrat gestrichen. Die Agrarpolitik 2030+ muss dringend weiterentwickelt und beim Schutz von Biodiversität, Umwelt und Klima nachgebessert werden. 

Die Umweltschutzorganisationen werden die Vorschläge des Bunderates analysieren und Lösungsvorschläge zuhanden der Vernehmlassung mit Start im Herbst 2026 erarbeiten. Es liegt in der Hand des Bundesrates, die im Zielbild 2050 formulierten Ziele im Bereich Umwelt wieder aufzunehmen und im Botschaftsentwurf umzusetzen. 

Weitere Informationen:

Kontakt:

  • Pro Natura: Marcel Liner, Leiter Agrarpolitik, 061 317 92 40, @email

  • Greenpeace:Nico Frommherz, Experte für Food und Konsum, 044 447 41 64,  [email protected]

  • BirdLife Schweiz: Jonas Schälle, Projektleiter Landwirtschaft, 044 457 70 26, @email 

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Gemeinsamer Kommentar von Pro Natura, BirdLife Schweiz, Greenpeace Schweiz

Wiesen & Weiden

Wo sind unsere artenreichen Wiesen geblieben?

90 % der Blumenwiesen sind verschwunden

Artenreiche Blumenwiesen sind selten geworden
Monotone Graswiesen verdrängen den vielfältigen Lebensraum. Und gefährden damit einen grossen Teil unserer hiesigen Pflanzen.

Das Zusammenspiel unzähliger Pflanzen- und Tierarten prägt die artenreichen Blumenwiesen. Sie sind farbig, in ihnen summt, schwirrt und krabbelt es! Mehr als die Hälfte aller Pflanzenarten in der Schweiz leben in diesem Lebensraum. Sie sind die Lebensgrundlage für zahlreiche Tierarten. In den letzten Jahrzehnten sind 90 Prozent dieser einzigartigen Blumenwiesen verschwunden. Daher sind Schutz, Aufwertung und Neuanlage von artenreiche Wiesen sehr wichtig für die Biodiversität in der Schweiz.

Pro Natura kämpft für den Schutz der Blumenwiesen

In der politischen Arbeit fordern wir Schutz und Aufwertung von artenreichen Wiesen. Das betrifft vor allem jene Flächen, die nicht bereits gesetzlich geschützt sind. Konkret geht es um landwirtschaftlich genutzte Flächen, öffentliche Grünflächen im Siedlungsraum wie Pärke, Bahn- und Strassenböschungen oder auch private Gärten.

Besonders wertvolle artenreiche Blumenwiesen sind im Inventar der Trockenwiesen und -weiden (TWW) von nationaler Bedeutung aufgeführt. Sie sind gesetzlich geschützt. Pro Natura verlangt einen konsequenten Vollzug der 2010 vom Bund erlassenen Verordnung.

Pro Natura packt auch selber an: Viele Pro Natura Naturschutzgebiete beherbergen prächtige, artenreiche Blumenwiesen. Praktische Projekte wie Regio Flora und ProBiotop, angestossen von Pro Natura, erhalten und fördern den Artenreichtum auf gefährdeten Wiesenflächen. In Umweltbildungsangeboten und Informationsprojekten zeigt Pro Natura, was jede und jeder für farbenfrohe Blumenwiesen tun kann.

Blumwiesen in der Blüte Zeneggen VS Benoît Renevey
Blühende Blumenwiese bei Zeneggen VS.

Artenvielfalt durch Menschenhand

Auf einem Fünftel unserer Landesfläche wachsen heute Wiesen und Weiden. Sie prägen das Bild der Schweiz. Entstanden sind sie durch den rodenden Menschen, der für sich und sein Vieh Wiesen, Weiden und Äcker schuf. Zwischen Boden, Pflanzen und Tieren hat sich über Jahrhunderte ein einzigartiges Beziehungsnetz entwickelt. Kein anderer Lebensraum birgt so viel Artenvielfalt pro Quadratmeter. Ohne landwirtschaftliche Nutzung würden Wiesen und Weiden wieder zu Wald werden. Bei zu intensiver Nutzung hingegen entwickeln sie sich zu artenarmen, eintönigen Grasteppichen.

Wiese ist nicht gleich Wiese

Es gibt viele verschiedene Wiesentypen. Farbenfrohe Fromentalwiesen, Trocken- und Feuchtwiesen und Säume. Fachleute unterscheiden mindestens 30 Ausprägungen mit zahlreichen spezialisierten Tierarten.

Ob eine Wiese farbenfroh und artenreich ist oder grün und eintönig, hängt hauptsächlich von zwei Faktoren ab: Dem Standort (Boden und Klima) und der Bewirtschaftung. Klima und Boden geben die mögliche Artenvielfalt vor. Ob dieses Potential realisiert wird, hängt von der Funktion und der damit verbundenen Art der Bewirtschaftung der Wiese ab. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten kommen die artenreichen Wiesen immer stärker unter Druck und verschwinden fast gänzlich.

Inventar zum Schutz der Trockenwiesen und -weiden

In 10-jähriger Arbeit wurden in allen Kantonen die besonders wertvollen Trockenwiesen und -weiden kartiert. Die knapp 3000 inventarisierten Objekte von nationaler Bedeutung umfassen ungefähr 0,5 % der Landesfläche. Das TWW-Inventar ist neben den bestehenden Biotopinventaren über die Hoch- und Übergangsmoore, Flachmoore, Amphibienlaichgebiete und Auengebiete vorläufig das letzte Inventar dieser Art.

2009 haben wir zusammen mit dem Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz mit der Petition zum Schutz der letzten Trockenwiesen und -weiden über 38'000 Unterschriften gesammelt. Diese forderte, die bereitliegenden Instrumente endlich umzusetzen. Das TWW-Inventar sowie die Inkraftsetzung der Verordnung ist ein erster Schritt dazu. Unter anderem müssen bis 2020 alle TWW von nationaler Bedeutung vertraglich geschützt sein.

Artenreiche Wiesen im Sinkflug

Die Intensivierung der Landwirtschaft ist einer der wichtigsten Gründe für den Rückgang der artenreichen Wiesen. Der vermehrte Einsatz von Dünger bewirkt ein verstärktes Wachstum konkurrenzstarker Gräser und erlaubt eine frühere und häufigere Nutzung. Rasch wachsende Arten, die an nährstoffreiche Böden und einen häufigen Schnitt angepasst sind, dominieren die meist konkurrenzschwächeren Pflanzenarten der artenreichen Blumenwiesen, die auf Vermehrung durch das Versamen angewiesen wären. Als Folge gleichen die Flächen zunehmend einem einheitlich grünen Teppich. Auch die Wahl der Erntemaschinen hat einen grossen Einfluss auf die Artenvielfalt, vor allem auf die Kleintiere. Mit den heute häufig eingesetzten Maschinen zur Mahd werden beispielsweise mehr als 80 % der Heuschrecken getötet. Aber auch die schnell fortschreitende Ausdehnung des Siedlungsgebiets und damit verbundener Infrastruktur sowie die Aufgabe der Bewirtschaftung im Berggebiet tragen massgeblich zum Verschwinden bunter Blumenwiesen bei.

Erste Hilfe für artenreiche Blumenwiesen

Seit der Einführung der ökologischen Ausgleichszahlungen in der Landwirtschaft 1995 versucht der Bund dem Sinkflug der Blumenwiesen entgegenzuwirken. Unter anderem werden in diesem Rahmen auch die extensive Bewirtschaftung von Wiesen und Weiden gefördert. Besonders wertvolle Flächen sind im Inventar von Trockenwiesen und -weiden (TWW) von nationaler Bedeutung aufgeführt. Der Bundesrat hat im Jahr 2010 eine Verordnung zum Schutz dieser Flächen verabschiedet. Beides sind sehr wichtige Instrumente zum Schutz der artenreichen Wiesen. Leider zeigen sie aber eine zu schwache Wirkung. Noch immer verschwinden jährlich zig Hektaren wertvoller Wiesenflächen. Nicht nur die Landwirtschaft hat Verbesserungspotenzial: Öffentliche Grünflächen, private Gärten,  Strassen- und Bahnböschungen können viel zum Erhalt der vielfältigen Lebensräume beitragen, wenn sie entsprechend geplant, angelegt und gepflegt werden. Deshalb engagiert sich Pro Natura auf allen Ebenen für den Erhalt und die Förderung der artenreichen Wiesen.

Blumenwiesen gestern und heute

Beckenried 2010
Beckenried ca. 1987
Beckenried ca. 1987 (linkes Bild) und im Jahr 2010 (rechtes Bild)

Auf dem Bild links eine üppig blühende Fromentalwiese im Frühjahr mit Roter Waldnelke und Scharfem Hahnenfuss – beide Zeiger einer bereits begonnenen Intensivierung (© Graphische Sammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek / Willy Burkhardt). Rechts ist dieselbe Fläche nach dem zweiten Schnitt zu sehen – eine reine Fettwiese mit Weiss-Klee, Raygräsern und Wiesen-Bärenklau (© Pro Natura / Nathalie Reveney).

Projekte für Wiesen und Weiden

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Glyphosat
09.03.2023 Umweltpolitik

Stillstand in der Agrarpolitik bis 2030

Der Nationalrat hat ein Mini-Paket zur Agrarpolitik gutgeheissen. Damit werden die drängenden Herausforderungen im Klima- und Umweltbereich nicht angegangen. Es ist eine verpasste Chance, welche die Positionierung der Schweizer Landwirtschaft am Markt schwächt.

Die Debatte zur neuen Agrarpolitik AP22+ zeigt exemplarisch, wie man eine ausgewogene Botschaft des Bundesrates zerpflücken und auf ein absolutes Minimum reduzieren kann. Auf Druck der Agrarlobby hat der Bundesrat der Gesetzesgrundlage schon im Voraus sämtliche Zähne gezogen. Die Biodiversitäts- und Klimakrise werden negiert, als ob sie nicht stattfinden würden! Doch aussitzen taugt als Strategie wenig. 

Alle Umweltanträge abgelehnt

Der Nationalrat hat heute alle Anträge für eine Verbesserung der Vorlage im Umweltbereich bachab geschickt. Immerhin hat er das Parteistellungsrecht der berechtigten Organisationen nicht eingeschränkt. Somit haben die Natur und die öffentliche Gesundheit weiterhin eine Stimme im Zulassungsprozess von potenziell gefährlichen Pestiziden.
Doch in der Agrarpolitik selbst wird Stillstand herrschen bis zur nächsten Agrarpolitik AP 2030. Dies, obschon die Wissenschaft klar aufzeigt, dass wir dadurch unsere Ernährungsgrundlage gefährden: Gehen Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität weiter zurück, wirkt sich das auch negativ auf die landwirtschaftlichen Erträge aus. 

Keine Unterstützung für den Wandel in der Branche

Dennoch lehnt es der Nationalrat ab, die Tragfähigkeit der Ökosysteme bei der Bestimmung des ökologischen Leistungsnachweis für die Direktzahlungen zu berücksichtigen. Er lehnt auch ab, die Klimaziele für die Land- und Ernährungswirtschaft im Gesetz zu verankern. Es ist nicht einleuchtend, dass alle anderen Sektoren gesetzliche Ziele haben - ausser die Landwirtschaft. Auch die EU setzt ambitionierte Klimaziele im Landwirtschaftsbereich. Damit verweigert der Nationalrat der Branche die notwendige Unterstützung für ihren Wandel hin zu einer klimafreundlichen Landwirtschaft.

Mit dieser Stagnationspolitik kommt die Schweizer Landwirtschaft in Verzug, sich den Herausforderungen unserer Zeit anzupassen und ein resilientes Ernährungssystem aufzubauen. Ihre Positionierung am Markt wird so nur geschwächt.
 

Kontakt:

  • Pro Natura: Marcel Liner, Verantwortlicher Agrarpolitik, 061 317 92 40, @email 
  • BirdLife Schweiz: Patrik Peyer, Projektleiter Landwirtschaft, 044 457 70 26, @email
  • Greenpeace Schweiz: Alexandra Gavilano, Projektleiterin Nachhaltiges Ernährungssystem, 044 447 41 38, @email
  • WWF Schweiz: Jonas Schmid, Kommunikationsbeauftragter, 079 241 60 57, @email

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Gemeinsame Medienmitteilung von WWF Schweiz, BirdLife Schweiz, Greenpeace Schweiz und Pro Natura

Headerbild © Matthias Sorg

Glyphosat
09.03.2023 Politique environnementale

Politique agricole au point mort jusqu'en 2030

Le Conseil national a approuvé un mini train de mesures de politique agricole qui n’aborde pas les défis urgents dans le domaine du climat et de l’environnement. En laissant passer cette chance, il affaiblit la position de l’agriculture suisse sur le marché.

Les débats portant sur la nouvelle politique agricole 22+ sont un bel exemple de la manière dont un message équilibré du Conseil fédéral peut être démembré et réduit à un minimum absolu. Avant les débats, le Conseil fédéral avait déjà totalement aplani la base législative sous la pression du lobby agricole. On nie la crise de la biodiversité et celle du climat, comme si elles n’existaient pas! Remettre les décisions n’est toutefois pas une stratégie judicieuse. 
Aujourd’hui, le Conseil national a rejeté toutes les propositions visant à améliorer le projet dans le domaine de l’environnement. Au moins, il n'a pas limité le droit des organisations habilitées à se porter partie. Ainsi, la nature et la santé publique continuent à avoir une voix dans le processus d’homologation des pesticides potentiellement dangereux.

En revanche, la politique agricole, elle, est au point mort jusqu’à la nouvelle mouture PA2030. Alors même que les scientifiques ont clairement montré que nous mettons ainsi les bases de la production alimentaire en danger: si la fertilité des sols et la biodiversité continuent de reculer, le rendement agricole est négativement impacté (article en allemand). 

Malgré cela, le Conseil national refuse de tenir compte de la capacité de charge des écosystèmes dans la détermination des prestations écologiques requises pour les paiements directs. Il refuse également d’inscrire dans la loi les objectifs climatiques pour l’agriculture et le secteur agroalimentaire. Il n’y a pas de raison que des objectifs légaux aient été fixés pour tous les autres secteurs mais pas pour l’agriculture. L’UE a elle aussi défini des objectifs climatiques ambitieux pour le secteur agricole. En agissant ainsi, le Conseil national refuse de fournir à la branche le soutien nécessaire pour sa transformation ver une agriculture respectueuse du climat.

Avec cette politique de stagnation, l'agriculture suisse prend du retard dans son adaptation aux défis de notre époque et dans le développement d’un système alimentaire résilient. Son positionnement sur le marché ne peut que s'en trouver affaibli.
 

Contact:

  • Pro Natura: Sarah Pearson-Perret, secrétaire romande, 079 688 72 24, @email  
  • WWF Suisse: Cédric Jacot-Guillarmod, Porte-parole WWF Romandie, 079 445 87 79, @email
  • BirdLife Suisse: Patrik Peyer, directeur de projet Agriculture, 044 457 70 26, @email
  • Greenpeace Suisse: Alexandra Gavilano, directrice de projet Système alimentaire durable, 044 447 41 38, @email

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Communiqué commun de WWF Suisse, BirdLife Suisse, Greenpeace Suisse et Pro Natura

Photo © Matthias Sorg

Grasfrösche auf Hochzeitsreise

Aufzeichnung Online-Vortrag: Bedrohte Amphibien auf Hochzeitsreise

Waren Sie schon mal an einem Froschkonzert? Können Sie die Rufe von Glöggli- und Wasserfrosch unterscheiden? Amphibienexperte Urs Tester nimmt Sie mit auf eine Reise in die faszinierende Welt der Amphibien und zeigt Ihnen, wie Sie die verschiedenen Amphibien auf einen Blick unterscheiden. Und natürlich erklären wir Ihnen auch anschaulich, warum es den Amphibien schlecht geht und was wir für das Überleben der sensiblen Tiere tun müssen.

Im Frühling unüberhörbar: Die Frösche sind zurück. Wussten Sie, dass die Tiere eine Art «innere Uhr» haben? Ist es noch zu früh im Jahr, dann bleiben die Grasfrösche trotz milden, regnerischen Nächten noch in der Winterstarre. Einen Monat später hüpfen sie bei gleichen Bedingungen los.  

Gut so! Geht die innere Uhr vor, dann überlebt der Nachwuchs nicht. Kurz nach einem milden Regen im Januar können nochmals frostige Nächte folgen. Die Eier sterben dann ab. Unberechenbarere Spätfröste sind auch in Zeiten der Klimaerwärmung vermehrt möglich.  

Zum Glück hat sich die Paarungszeit von Grasfröschen und Erdkröten trotz Klimakrise bisher nicht verschoben. Dafür sind nun einige Amphibien durch die häufigere Trockenheit im späten Frühjahr bedroht. Die Larven des Feuersalamanders wachsen in kleinen Bächen im Hügelland und im Jura auf. Diese Bäche trocknen durch die Klimakrise früher und häufiger aus. Der Feuersalamander kann seine Entwicklung nicht rechtzeitig abschliessen, ganze Populationen sterben aus.  

Ein klingender Online-Abend voller spannender Einblicke

Sie sehen, es gibt jede Menge spannende Zusammenhänge und Wissenswertes über unsere quakenden und kriechenden Nachbarn. In diesem Online-Vortrag verraten wir Ihnen auch:  

  • Weshalb der Froschkönig aus dem Märchen nur zu einer ganz bestimmten Froschart gehören kann, 
  • Warum wir Menschen uns bei Beobachtungen am Weiher hinknien sollten,
  • Weshalb wir die Biodiversitäts- und Klimakrise gemeinsam lösen müssen, wie Pro Natura Fröschen & Co auf die Sprünge hilft und was wir alle beitragen können.  

Herzlichen Dank für Ihr Engagement für die Amphibien - und hoffentlich auf bald! 

Ihre Pro Natura

PS: Die Aufzeichnung und Unterlagen dürfen Sie gerne für Ihren privaten Gebrauch verwenden oder weiterleiten. 

Aufzeichnung Online-Vortrag: Bedrohte Amphibien auf Hochzeitsreise
Grasfrösche
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Wir hoffen, dass Sie viel über die faszinierenden und gefährdeten Amphibien lernen konnten. Unsere Arbeit ist nur dank Ihrer Spende machbar.
Ausstellung in Champ-Pittet
15.03.2023

Neues Labor für den wissenschaftlichen Nachwuchs im Pro Natura Zentrum Champ-Pittet

Das Pro Natura-Zentrum Champ-Pittet eröffnet die Saison 2023 am 18. März mit drei Neuerungen. Eine davon ist das umgestaltete Ökolabor, das zukünftige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler willkommen heisst. Ebenfalls neu ist die Kunstausstellung «Sage herbier, herbes folles» mit Werken von Kunstschaffenden des Atelier CREAHM in Freiburg. Und nicht zuletzt lockt eine Fotoausstellung im Freien, die das althergebrachte Wissen über den Bau von Trockenmauern in den Fokus stellt.

Das umgestaltete Ökolabor bietet Jung und Alt die Möglichkeit, sich als Wissenschaftlerin oder Wissenschaftler zu betätigen und die Natur unter die Lupe zu nehmen: wirbellose Moortiere unter dem Mikroskop untersuchen, den Geräuschen der Insekten auf den Blumenwiesen lauschen oder den Wald spielerisch entdecken. Die Ausstellung «Kleinsäugern auf der Spur – die Haselmaus und ihre Verwandten» geht 2023 in eine neue Runde: Auf der 300 m2 grossen Museumsfläche können Interessierte den Spuren von Haselmäusen, Sieben- und Gartenschläfern folgen, die sich in Brombeeren, im Schilf und im Wald verstecken. Auch hier ist Forscherinstinkt gefragt: mit dem Bau eines Spurtunnels im Rahmen der «Spurensuche Gartenschläfer» kann jede und jeder einen Beitrag zu Erforschung und Schutz von Kleinsäugern leisten. Kleine und grosse Besucherinnen und Besucher können zudem in die Rolle einer Haselmaus schlüpfen und erfahren, wo und wie sie lebt. Der Rundgang vermittelt viele Tipps, wie man die Artenvielfalt und den Lebensraum der kleinen Nager fördern kann.

Eine neue Ausstellung im Freien und Aktivitäten für die ganze Familie

Eine Fotoausstellung im Freien beschäftigt sich mit der Tradition und dem althergebrachten Wissen rund um den Bau von Trockenmauern, die als strategische Kleinstrukturen für die Biodiversität dienen. Christiane Yvelin hat diese Bauten, die den Jurabogen prägen, mit grossem Talent und viel Leidenschaft fotografiert.

Zahlreiche Workshops, Animationen, Schulungen und Veranstaltungen runden das Programm für die Saison 2023 ab. Dazu zählen unter anderem der Setzlingsmarkt am 13. Mai, die Museumsnacht am 27. Mai oder auch das traditionelle Familienfest am 27. August. In Workshops lernen Interessierte die Grundlagen der Lacto-Fermentation kennen,  oder erfahren, wie man Apfelsaft und Cidre herstellt. Naturbegeisterte haben die Möglichkeit, sich auf die Spuren von Haselmaus, Gartenschläfer und Co. zu begeben oder mit einem Ornithologen die Vögel in der Grande Cariçaie zu beobachten.

Die Saison dauert von Samstag, 18. März bis Sonntag, 29. Oktober 2023. Das Zentrum ist jeweils von Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen auch am Montag von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.  

Weitere Informationen:

Saisonprogramm mit allen Veranstaltungen und Ausstellungen

Kontakt:

  • Ariane Derron, stellvertretende Zentrumsleiterin, 024 423 35 73, @email 

 

Eine farbenfrohe Saison mit vier Kunstausstellungen
Die Ausstellung des Atelier CREAHM ist ein fantastischer Start in die neue Kunstsaison. Sechs Künstlerinnen und Künstler thematisieren die Zerbrechlichkeit von Pflanzen, ihre Üppigkeit, Vielfalt und Schönheit auf ungewohnte Weise. Als zweites Highlight folgt die Fotoausstellung «Le faucon de l'espoir» (Der Falke der Hoffnung) von Benoît Renevey. Im Sommer steht eine eindrückliche Ausstellung zum Thema Klima mit Bildern von Luka Tomac auf dem Programm. Mit einer Ausstellung mit Gemälden und Drucken von Laurent Willenegger und Pierre Baumgart wird die Saison mit einer geheimnisvollen und wilden Note abgeschlossen.
Die Saisoneröffnung und Vernissage der CREAHM-Ausstellung findet am Freitag, 17. März um 18 Uhr statt.

Massgeschneiderte Angebote für Schulen
Die Naturanimationen, die vom Zentrum angeboten werden, wecken bei Kindern und Jugendlichen das Interesse an den Wundern der Natur. Mit ihren vielfältigen pädagogischen Ansätzen und dem Fokus auf Beobachten und Spielen bieten diese Aktivitäten jungen Menschen die Möglichkeit, durch eindrückliche Erlebnisse und Emotionen zu lernen. Für Lehrpersonen werden diverse Fortbildungen angeboten, damit sie mit ihren Schülerinnen und Schülern Themen wie Vögel oder Wald behandeln können.

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Die Saison dauert von Samstag, 18. März bis Sonntag, 29. Oktober 2023. Das Zentrum ist jeweils von Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen auch am Montag von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

Headerbild: © Raphael Dupertuis

Exposition à Champ-Pittet
15.03.2023

Nouvel espace pour scientifiques en herbe au Centre Pro Natura de Champ-Pittet

Le Centre Pro Natura de Champ-Pittet ouvre sa saison 2023 le 18 mars avec trois nouveautés. Un laboratoire écologique rénové accueille désormais les scientifiques en herbe. La première exposition artistique «Sage herbier, herbes folles», présente les œuvres des artistes de l’atelier d’art différencié CREAHM à Fribourg. Une exposition de photographies en extérieur met en avant le savoir-faire ancestral de la construction de murs en pierres sèches.

Le laboratoire écologique rénové permet aux visiteurs avides de découvertes de se mettre dans la peau d’un-e scientifique et d’expérimenter la nature. Petits et grands pourront observer les invertébrés du marais à l’aide de binoculaires, écouter les sons des insectes des prairies fleuries ou découvrir la forêt de manière ludique. L’exposition «Petites boules de poils autour du marais, le muscardin et ses cousins» signe pour une deuxième année: sur 300 m2 d’espace muséal, petits et grands partent sur les traces des micromammifères cachés dans les ronces, les roseaux et la forêt. Dans la peau du muscardin, le visiteur en apprend plus sur son mode de vie et son habitat. La visite donne des astuces pour favoriser la biodiversité et l’habitat des micromammifères. Les visiteurs poursuivent leur visite en extérieur. Ils suivent les indices laissés par le muscardin ou réalisent l’activité de science participative «Sur les traces du lérot» proposée par Pro Natura. Cette action permet de cartographier l’animal dans toute la Suisse à l’aide de tunnels à empreintes bricolés et posés par chacun.

Une nouvelle exposition en extérieur et un programme d’activités pour toute la famille

Une exposition de photographies en extérieur met en avant le savoir-faire ancestral de la construction de murs en pierres sèches, structures stratégiques pour la biodiversité. Christiane Yvelin photographie avec talent et passion ces constructions qui façonnent l’Arc jurassien. 
De nombreux ateliers, animations, formations et événements viennent compléter le programme de la saison 2023, comme le marché aux plantons le 13 mai ou la Nuit des musées le 27 mai. La traditionnelle Fête des familles se déroulera le 27 août. Des ateliers permettront de s’initier aux bases de la lactofermentation ou à la fabrication de cidre artisanal. Les passionnés de nature pourront partir sur les traces des micromammifères ou observer les oiseaux de la Grande Cariçaie avec un ornithologue.

Le centre est ouvert du samedi 18 mars au dimanche 29 octobre 2023, du mardi au dimanche ainsi que les lundis fériés, de 10 h à 17 h 30.

Pour toute information:

  • Thierry Pellet, directeur, 024 423 35 72, 079 459 10 82 (seulement pour les médias)

Événements et expositions:

pronatura-champ-pittet.ch/fr/agenda
 

Saison haute en couleur avec quatre expositions artistiques
Avec l’atelier d’art différencié CREAHM, la saison artistique débute en beauté. Six artistes évoquent de façon audacieuse la fragilité des végétaux, leur exubérance et leur diversité. La saison se poursuivra avec l’exposition de photographies: « Le faucon de l’espoir », proposée par Benoît Renevey. Pendant l’été, une exposition engagée sur le thème du climat présentera les images de Luka Tomac. L’exposition de peintures et de gravures de Laurent Willenegger et Pierre Baumgart terminera la saison sur une note mystérieuse et sauvage. 
Le vernissage de la saison et de l’exposition d’art différencié aura lieu vendredi 17 mars à 18 h.

Offres clés en main pour les écoles 
Les animations nature proposées par le centre éveillent les enfants et adolescents aux merveilles de la nature. En diversifiant les approches pédagogiques et en misant sur l’observation et le jeu, ces activités donnent aux jeunes l’occasion d’apprendre par le vécu et les émotions. Des formations continues sont proposées aux enseignants pour leur permettre d’étudier des thématiques telles que les oiseaux ou la forêt avec leurs élèves.

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Le centre est ouvert du samedi 18 mars au dimanche 29 octobre 2023, du mardi au dimanche ainsi que les lundis fériés, de 10 h à 17 h 30

Photo: © Raphael Dupertuis

Symbolbild Solarenergie
15.03.2023 Biodiversitätskrise

Nationalrat gefährdet mit verantwortungslosen Abstrichen am Naturschutz die Vorlage mitsamt dem kräftigen Ausbau der Erneuerbaren

Ambitionierte Ausbauziele und Massnahmen, vor allem bei der Solarenergie; Vorgaben und Anreize für mehr Energieeffizienz; Solarstandard auf Neu- und Umbauten sowie grossen Parkplätzen: Diese für eine sichere und umweltverträgliche Stromversorgung äusserst wichtigen Pflöcke hat der Nationalrat bei der Beratung des Mantelerlasses eingeschlagen. Er riskiert diese Errungenschaften allerdings durch schädliche und unnötige Abstriche am Naturschutz. Namentlich beim Restwasser

Der Nationalrat bestätigt die ambitionierten Ausbauziele des Ständerates für neue Erneuerbare. Bis 2035 soll die jährliche Stromproduktion aus diesen Energiequellen 35’000 GWh, bis 2050 45’000 GWh betragen. Um diese Ziele zu erreichen, hat die grosse Kammer unter anderem einen Photovoltaik-Standard für Gebäude verabschiedet. Dieser geht in die richtige Richtung. Dass er nur noch für Neu- und Umbauten gilt, nicht mehr aber für grosse Bestandesbauten, ist sehr bedauerlich. Mit der Mindestvergütung für kleine Solaranlagen wird dieser PV-Standard für Hauseigentümer:innen sozialverträglich abgefedert und der notwendige Ausbau der Solarenergie massiv beschleunigt. Auch hat sich der Nationalrat für die Überdachung von grossen Aussenparkplätzen mit Photovoltaik ausgesprochen. Obwohl sich auch hier nur eine abgespeckte Version durchsetzen konnte, ist die Nutzung dieser bereits versiegelten Flächen begrüssenswert. 

Mit der Bestätigung der gleitenden Marktprämie sorgt der Nationalrat zudem dafür, dass möglichst viele Investor:innen in den Ausbau neuer Produktionsanlagen investieren. Schliesslich ist es sehr erfreulich, dass sich der Nationalrat klar für mehr Effizienz ausgesprochen hat, denn das Einsparpotential ist riesig. Das nun vorliegende Instrument mit der Schaffung eines Effizienzdienstleistungsmarktes verpflichtet die Elektrizitätsunternehmen, Effizienzsteigerungen zu erbringen. Diese und weitere Massnahmen würden es erlauben, den notwendigen Zubau der Erneuerbaren stark zu beschleunigen. 

Korrektur insbesondere bei Restwasser nötig  

Diesen für den Ausbau zentralen Massnahmen stehen Abstriche beim Naturschutz entgegen, welche für den raschen Zubau der Stromproduktion unnötig sind, die zugleich aber die gesamte Vorlage gefährden:

So hat der Nationalrat in einer äusserst knappen Abstimmung beschlossen, einen Teil des Gewässerschutzgesetzes betreffend minimaler Restwassermengen bei Neukonzessionierungen bis mindestens 2035 ausser Kraft zu setzen. Dieser Angriff auf das Restwasser ist komplett verantwortungslos. Denn der Druck auf die Gewässer nimmt mit der Klimakrise noch zu und bereits heute stehen über 65 Prozent aller Fischarten auf der Roten Liste. Auch für  die Energiesicherheit ist es unnötig, denn es geht dabei nur um vergleichbar wenig Strom: Alleine zwischen März und Juni in diesem Jahr wird mehr Strom durch Photovoltaik zugebaut, wie die Sistierung bis 2035 insgesamt bringt. 

Weiter hat der Nationalrat entschieden, dass bei Eingriffen in Landschaften des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) künftig keine Schutz-, Wiederherstellungs-, Ersatz- oder Ausgleichsmassnahmen mehr geleistet werden müssen. Diese Massnahmen sind für die Energieproduktion nicht entscheidend, tragen aber dazu bei, Beeinträchtigungen unserer natürlichen Ressourcen und der Landschaft zu vermeiden oder zu begrenzen. 

Die Umweltverbände erwarten vom Ständerat, die Vorlage mit Verbesserungen für die Biodiversität, insbesondere beim Restwasser, ins Gleichgewicht zu bringen. 

Kontakt:

  • Pro Natura: Michael Casanova, Projektleiter Gewässerschutz- und Energiepolitik, 061 317 92 29, @email
  • WWF Schweiz: Jonas Schmid, Kommunikationsbeauftragter, 079 241 60 57, @email
  • Greenpeace Schweiz: Georg Klingler, Energie- und Klimaexperte, 079 785 07 38, [email protected]
  • BirdLife Schweiz: Raffael Ayé, Geschäftsführer, ‭076 308 66 84‬, @email‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬
  • Schweizerische Energie-Stiftung: Nils Epprecht, Geschäftsführer, 044 275 21 25, [email protected] 

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Gemeinsame Medienmitteilung der Umweltallianz

Titelbild © Angela Peter

Image symbolique énergie solaire
15.03.2023 Crise de la biodiversité

En amputant de manière irresponsable la protection de la nature, le conseil national met en péril le projet, y compris le développement marqué des énergies renouvelables

Mesures et objectifs de développement ambitieux, en premier lieu dans le domaine de l’énergie solaire; prescriptions et incitations en matière d’efficacité énergétique; panneaux solaires sur les bâtiments neufs et rénovés; grands parkings: le Conseil national a posé des jalons extrêmement importants pour un approvisionnement en électricité sûr et respectueux de l’environnement. Il risque néanmoins d’anéantir ces victoires d’étape en amputant inutilement et gravement la protection de la nature et tout particulièrement celle des débits résiduels.

Le Conseil national a confirmé les objectifs de développement ambitieux du Conseil des Etats pour les nouvelles énergies renouvelables. Jusqu’en 2035, la production d’électricité annuelle de ces sources d’énergie doit atteindre 35 000 GWh, puis 45 000 GWh jusqu’en 2050. Pour réaliser ces objectifs, la chambre du peuple a, entre autres, approuvé une norme photovoltaïque pour les bâtiments. Cette décision est un pas dans la bonne direction. Elle ne s’applique toutefois qu’aux bâtiments neufs et rénovés, et pas aux grands bâtiments existants, ce qui est vivement regrettable. La rétribution minimale pour les petites installations photovoltaïques atténue les conséquences de cette norme pour les propriétaires fonciers de manière socialement acceptable, tandis que le développement de l’énergie solaire s’accélère massivement. Le Conseil national s’est aussi prononcé en faveur de la couverture des grands parkings extérieurs par des panneaux photovoltaïques. Bien que la version qui s’est imposée ait subi une cure d’amaigrissement, l’utilisation de ces surfaces déjà imperméabilisées est louable. 

Avec la confirmation de la prime de marché flottante, la chambre du peuple fait en sorte qu’un nombre aussi important que possible de personnes puisse investir dans le développement de nouvelles installations de production. Il est aussi réjouissant que le Conseil national se soit clairement prononcé pour davantage d’efficacité, un domaine où le potentiel d’économies est immense. La création d’un marché des services d’efficacité est un instrument qui oblige les entreprises électriques à faire des progrès concrets dans ce domaine. Cette mesure et d’autres devraient permettre d’accélérer fortement le développement des énergies renouvelables. 

Corrections indispensables, en particulier en ce qui concerne les débits résiduels  

Ces mesures essentielles pour le développement sont entravées par des réductions de la protection de la nature qui sont inutiles pour le développement rapide de la production d'électricité et qui mettent en danger l'ensemble du projet:

Le Conseil national a décidé, à l’issue d’un vote extrêmement serré, de suspendre une partie de la loi sur la protection des eaux jusqu’en 2035 au moins, à savoir les dispositions s’appliquant aux débits résiduels minimaux lors de l’octroi de nouvelles concessions. Cette attaque contre les débits résiduels est irresponsable. En effet, la pression sur les cours d’eau s’accroît encore avec la crise climatique alors que plus de 65% de toutes les espèces de poissons sont déjà sur liste rouge. Pour la sécurité énergétique, il n’est pas nécessaire de prendre une telle mesure, la quantité de courant ainsi produite étant comparativement faible: rien qu’entre mars et juin de cette année, le développement du photovoltaïque permettra de produire plus de courant que ce que la suspension décidée par le Conseil national permettra d’obtenir d’ici 2035. 

Par ailleurs, le Conseil national a décidé qu'à l'avenir, les atteintes aux paysages inscrits à l’Inventaire fédéral des paysages, sites et monuments naturels d'importance nationale (IFP) ne devront plus faire l'objet de mesures de protection, de reconstitution, de remplacement ou de compensation. Ces dernières ne sont pas décisives pour la production d'énergie, mais contribuent à éviter ou à limiter les atteintes à nos ressources naturelles et à nos paysages. 

Les organisations environnementales attendent du Conseil des Etats qu'il équilibre le projet par des améliorations en faveur de la biodiversité, notamment en ce qui concerne les débits résiduels.

Contacts: 

  • WWF Suisse : Cédric Jacot-Guillarmod, porte-parole WWF Romandie, 079 445 87 79, @email
  • Pro Natura : Stella Jegher, cheffe de la division Politique et affaires internationales, 079 411 35 49, @email 
  • Greenpeace Suisse : Mathias Schlegel, porte-parole, 079 794 61 23, @email
  • Bird Life Suisse : Raffael Ayé, directeur, 076 308 66 84, @email
  • Fondation suisse de l’énergie (SES) : Nils Epprecht, directeur, 044 275 21 25, @email

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Communiqué de presse commun de l'Alliance-Environnement

Image de couverture © Angela Peter

Chat sauvage

Man­i­feste Pro Natu­ra Vaud

Nahaufnahme einer Eichenstabflechte
20.03.2023 Artenschutz

Angewiesen auf alte Eichen

Flechten sind Doppelwesen aus Pilzen und einzelligen Grünalgen oder Blaualgen (Cyanobakterien), die jeweils in einer Symbiose zusammenleben.

Der Algenpartner (Fotobiont) betreibt Fotosynthese und versorgt sich und den Pilzpartner (Mycobiont) mit Kohlenhydraten. Im ­Gegenzug versorgt der Pilz die Flechte mit Wasser und mineralischen Nähr­stoffen und bietet der Alge Schutz vor zu inten­siver Sonnenstrahlung und algen­fressenden Tieren.

Die Eichenstabflechte (Bactrospora dryina), eine von über 1700 in der Schweiz vorkommenden Flechtenarten, gehört gemäss Roter Liste der gefährdeten baum- und erdbewohnenden Flechten der Schweiz aus dem Jahr 2002 zu den ­verletzlichen Arten. Sie kommt in ­tiefen Lagen nördlich der Alpen vor und zählt wegen ihrer Wuchsform zu den ­Krustenflechten. Der Symbiosepartner des Pilzes ist eine Grünalge der Gattung ­Trentepohlia. Die Eichenstabflechte lebt auf der überhängenden Seite von geneigten Stämmen alter Stiel- und Trauben­eichen mit tief-rissiger Borke in südlicher oder östlicher Exposition. So ist sie ­geschützt vor direktem Niederschlag wie Schnee, Regen oder Hagel, der in der ­Regel von Westen kommt. Die Eichenstabflechte lässt die Borke weiss erscheinen. Die schwarzen Punkte stammen von den Fruchtkörpern des Pilzes.

Wegen ihres nur langsamen Wachstums und kleinräumigen Ausbreitungspoten­zials wurde in einem Projekt im Kanton Zug mittels Transplantation versucht, die Flechtenart auszubreiten. Im Gebiet Zollischlag, wo bereits 42 Eichenstämme von der Eichenstabflechte besiedelt waren, wurde an einer absterbenden Eiche Flechtenmaterial gesammelt und samt Borkenstücken an unbesiedelte Bäume geklebt. Die Mehrheit der Transplantate hat an den regengeschützten Stammseiten, wo die Flechte ja auch natürlicherweise wachsen würde, zwei Jahre überlebt. Ob sie sich am neuen Standort auch ausbreitet, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen.

Sabine Mari, Projektleiterin Ratgeber.

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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.

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