Progetti
Regeneration Balmoos
Moore lieben das Wasser. Ohne Wasser können sie nicht überleben. Man könnte sie vergleichen mit einer Art Schwamm aus Torfmoos, bedeckt von seltenen Pflanzen und Tieren. Wenn der Boden durchnässt ist und wenig Sauerstoff enthält, dann werden abgestorbene Blätter und Wurzeln nicht vollständig abgebaut. Sie häufen sich über die Jahre an und bilden ein Kissen aus Torf, das über die Jahrtausende mehrere Meter hoch werden kann. So werden Moore zu richtigen Kohlenstoffspeicher, die gut sind für die Klimaregulierung. Sie machen zwar nur 3% der Landmasse aus, speichern aber 1/3 des gebundenen Kohlenstoffs unseres Planeten – also mehr als alle Wälder!
Eine seltene und wertvolle Biodiversität
Moore sind faszinierende natürliche Lebensräume mit speziellen Wasser- und Wärmeeigenschaften. Es gibt einzigartige Pflanzen und Tiere, die an keinem anderen Ort überleben könnten. In der Schweiz findet etwa 1/4 der bedrohten Flora Zuflucht in den Mooren. Diese Feuchtgebiete sind auch unersetzliche Archive der regionalen Geschichte, deren Spuren im Torf erhalten bleiben. Zudem leisten sie einen Beitrag zum Hochwasserschutz und zur Abwasserreinigung.
Am Krankenbett der Überlebenden
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BAFU - MooreTrotz ihrer vielen Vorteile wurden die Moore lange als ungesunde oder unproduktive Gebiete betrachtet, die saniert werden sollten. Die Feuchtgebiete wurden mit Drainagen trockengelegt. Menschen nutzten den Torf als Brennstoff. So sind über 90% der Schweizer Moore verschwunden.
Die übriggebliebenen Moore weisen oft noch tiefe Spuren menschlicher Nutzung auf. Drainagen trocknen weiterhin ehemalige Moore aus. Der daraus entstehende Abbau der Torfgebiete setzt Tonnen von Treibhausgasen frei und lässt die Moorflora verschwinden.
Unsere Moore brauchen also neben dem gesetzlichen Schutz auch dringend Regenerationsmassnahmen. Die Wiederherstellung des Wasserhaushalts in den Mooren selbst und in ihrer Umgebung ist überlebenswichtig – für die Rettung dieser einmaligen Biotope und für ihre wasserliebenden Bewohner. Pro Natura engagiert sich für gesunde Moore und packt verschiedene Regenerationsprojekte in der ganzen Schweiz an. Wir arbeiten auch Hand in Hand mit vielen Landwirten, um eine angepasste Bewirtschaftung der Flachmoore zu gewährleisten.
Projekte für gesunde Moore
Heckenverbindungen
Die neue Generation Blauflügeliger Ödlandschrecken entdecken
Rund 120 Eier legt das Weibchen der Blauflügeligen Ödlandschrecke Ende Sommer in den Boden. Miterleben, wie ihre Jungtiere das Licht der Welt erblicken, wird sie nicht. Denn während die nächste Generation im Eistadium den Winter überdauert, sterben die Elterntiere mit dem ersten Frost im Herbst. Zwischen April und Mai schlüpfen dann die nur wenige Millimeter grossen Nymphen. Sie sehen zwar schon aus wie Miniaturversionen ihrer Eltern, die namensgebenden blauen Flügel fehlen jedoch noch. Um diese zu entwickeln, häuten sich die Weibchen vier und die Männchen fünfmal und passen dabei ihre Grundfärbung der Umgebung an.
Die bedrohte Welt der Insekten
«Neben der Blauflügeligen Ödlandschrecke erwachen auch viele andere Insekten im Frühling zum Leben. Der ideale Zeitpunkt, diese genauer zu studieren», sagt Elisabeth Karrer, Projektleiterin Umweltbildung bei Pro Natura. Schliesslich machen Insekten 60 Prozent aller Tierarten weltweit aus und 60 Prozent der Schweizer Insekten sind gefährdet. Dabei sind sie zentral für natürliche Kreisläufe wie die Bestäubung oder die Umwandlung von totem Material. Wo Insekten bedroht sind, sind deshalb auch unsere Lebensgrundlagen bedroht.
Beobachten, bestimmen, fördern
Ob mit der Schulklasse, der Familie oder auch allein; Insekten lassen sich in der Natur wunderbar entdecken. Unser Tier des Jahres zum Beispiel findet man auf sonnig, kargem Gelände, wie Kiesbänken oder verwilderten Bahn- und Gewerbearealen, bevorzugt im Wallis, Tessin und entlang des Jurasüdhangs.
Um auch die vielen anderen Insekten besser zu verstehen, hat Pro Natura einen Bestimmungsfächer sowie ein Naturtagebuch entwickelt. «Letzteres liefert auch Tipps, wie Balkon, Garten oder Schulhof insektenfreundlicher gestaltet werden können, damit im nächsten Frühjahr wieder eine neue Insektengeneration zum Leben erwacht», ergänzt Elisabeth Karrer.
Weitere Informationen:
- Insekten entdecken mit Naturtagebuch und Bestimmungsfächer
- Dossier zum Tier des Jahres 2023
- Das Insektensterben bedroht unsere Lebensgrundlage
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Headerfoto: © Christian Roesti
Les œdipodes turquoise vont éclore
À la fin de l’été, la femelle de l’œdipode turquoise dépose environ 120 œufs dans le sol. Elle ne verra pas naître sa progéniture. Alors que la génération à venir passe l’hiver au stade de l’œuf, les parents meurent dès les premières gelées d’automne. Les nymphes éclosent entre avril et mai de l’année suivante. Mesurant à peine quelques millimètres, ce sont des versions miniatures des insectes adultes, moins les ailes azurées qui donnent son nom à l’espèce. Avant leur apparition, les femelles connaîtront quatre mues et les mâles cinq, la couleur de base de leur livrée s’adaptant à celle de leur environnement.
Le monde menacé des insectes
«Comme l’œdipode turquoise, beaucoup d’insectes reprennent vie au printemps. C’est le moment idéal pour les observer», explique Delphine Seydoux, responsable Ecole Suisse romande. Rappelons que 60 % des espèces animales de la planète sont des insectes – et que 60 % des insectes suisses sont menacés. Ils jouent un rôle capital dans les cycles naturels comme la pollinisation ou la transformation des matériaux morts. Quand les insectes sont en danger, les conditions essentielles à notre vie sur Terre le sont aussi.
Observer, déterminer, promouvoir
Dans le cadre d’une sortie scolaire, en famille ou en solo, il est passionnant d’observer les insectes dans leurs habitats naturels. Notre Animal de l’année se rencontre sur des sols arides et ensoleillés comme les bancs de graviers et les terrains en friche, en bordure des voies ferrées et des zones industrielles, de préférence en Valais, au Tessin et le long du versant sud du Jura.
Pour mieux comprendre le monde des insectes qui nous entourent, Pro Natura a édité des guides de poche et des informations permettant d’identifier les espèces, ainsi qu’un journal de terrain. «Ce dernier montre aussi comment aménager balcons, jardins et préaux pour que les insectes s’y sentent mieux, ajoute Delphine Seydoux, afin que la prochaine génération puisse éclore au printemps prochain.»
Informations complémentaires:
- Découvrir les insectes
- Dossier sur l’Animal de l’année 2023
- La disparition des insectes menace nos conditions d’existence
Contacts:
- Delphine Seydoux, responsable Ecole Suisse romande, tél. 079 357 27 99, @email
- Leo Richard, chargé de communication Pro Natura, tél. 079 378 37 11, @email
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Photo: © Christian Roesti
Pro Natura Vaud s’engage pour la biodiversité en milieu agricole
Stand – Kommen Sie vorbei!
Pro Specie Rara Markt Wildegg
Informieren sie sich an unserem Stand über unsere Arbeit, Naturschutz oder die Förderung der Natur bei Ihnen zu Hause und kaufen Produkte aus unserem Shop.
Wir freuen uns, über Ihren Besuch!
Öffnungszeiten:
Sa, 02.05.2026, 09:00 - 17:00
So, 03.05.2026, 09:00 - 16:00
Weitere Informationen zum Setzlingsmarkt: https://www.prospecierara.ch/erleben/veranstaltungen/veranstaltungen-de…
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Pro Natura AGDettagli dell'evento
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Schloss Wildegg
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Costo
gratis
Mulchregelung bedroht Biodiversität im Alpenraum
Mit einem Grossteil der Anpassungen im neuen Landwirtschaftspaket 2023 zeigt sich Pro Natura einverstanden. Aber: «Die vorgeschlagene Regelung für das Mulchen im Sömmerungsgebiet ist ein Rückschritt für die akut bedrohte Biodiversität und muss zurückgewiesen werden», betont Marcel Liner, Experte für Agrarpolitik bei Pro Natura.
Fehlende wissenschaftliche Grundlagen
Moderne Mulchgeräte sehen aus wie überdimensionierte Rasenmäher oder sind an Traktoren befestigt. In den sensiblen und bisher wenig beeinflussten Naturgebieten der Alpen hinterlassen sie entsprechende Verwüstung. Fotos von gemulchten Flächen im Alpenraum zeigen, welche drastischen Folgen ein grossflächiger und unsachgemässer Einsatz haben kann: aufgerissener Boden und verhäckselte Zwergsträucher auf den sonst naturnahen Alpflächen. «Das ist nicht nur unschön anzusehen und negativ für den Tourismus, sondern schädigt auch Biodiversität und Boden», kritisiert Liner. Wissenschaftliche Untersuchungen zu den Auswirkungen beispielsweise auf die stark bedrohte Insektenwelt im Alpenraum fehlten im Vorschlag des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW).
Mehr administrativer Aufwand
«Mit dem unausgereiften Vorschlag zum Mulchen im Sömmerungsgebiet hat das BLW dem Druck einiger weniger Kantone nachgegeben», bedauert Liner. Dabei ist die Unterscheidung zwischen Weidepflege und Entbuschung, wie sie die Vorlage vorsieht, in der Praxis kaum umsetzbar und wird den administrativen Aufwand für die Kantone weiter erhöhen.
Auch Pro Natura ist der Ansicht, dass Weiden vor Verbuschung und Vergandung geschützt werden müssen. «Das sieht die bestehende Direktzahlungsverordnung schon jetzt so vor. Doch der Trend hin zu immer weniger und immer grösseren Landwirtschaftsbetrieben führt zu laufend weniger Arbeitskräften, weniger Biodiversität und zu einem Rückgang von Ziegen und alptauglichen Rindern», so der Experte.
Es braucht regionale Alpkonzepte
Die übergeordneten Herausforderungen der Alpwirtschaft werden allein mit mehr Maschineneinsatz nicht gelöst. Dafür sind regionale Alpkonzepte notwendig, die aufzeigen welche Alpen in den kommenden Jahrzehnten überhaupt weiterhin bestossen werden können, wo genügend Tiere vorhanden sind und wo eine Bewirtschaftung besser aufgegeben werden muss. Darum weist Pro Natura die neue Mulchregelung des BLW zurück. Agrarexperte Liner bekräftigt: «Zuerst braucht es eine grundsätzliche Diskussion über eine Alpwirtschaft mit Zukunft.»
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Medienmitteilung zur Vernehmlassungsantwort zum Landwirtschaftspaket 2023
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Pressefoto gemulchte AlpenflächePotrebbe anche interessarti
Exkursion
Excursion le brame des cerfs I
Le brame des cerfs résonne à travers la forêt d'Aletsch. À l'aube, nous partons à l'affût à la recherche des rois de la forêt d'Aletsch et avec un peu de chance nous pourrons les observer en train de bramer.
Coûts
- Adultes: CHF 15.-
- Enfants (7 à 16 ans): CHF 7.50
Guide
Nathan Rudin, ingénieur en sciences de l'environnement
Point de rendez-vous
Rassemblez-vous à l'heure indiquée devant la Villa Cassel et restez silencieux.
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Participant·e·s: Minimum 6, maximum 15 personnes; enfants à partir de 7 ans.
Une inscription est obligatoire.
Der Biber — Landschaftsgestalter und Klimahelfer
Ausbau der Erneuerbaren: UREK-N sagt Ja zum Biotopschutz - doch der Kompromiss braucht noch Verbesserungen
Die UREK-N stellt sich hinter die wertvollsten Naturgebiete in der Schweiz, was die Umweltallianz begrüsst. Die Biotope von nationaler Bedeutung umfassen Moore, Auen, Trockenwiesen und Amphibienlaichgebiete und machen nur gerade 2 Prozent unserer Landesfläche aus, beherbergen aber ein Drittel aller bedrohten Tier- und Pflanzenarten. So speichern sie beispielsweise auch CO2 und schützen uns vor Dürren und Überschwemmungen. Dieses Herz der Natur ist im Kampf gegen die Klima- und Biodiversitätskrise besonders wichtig.
Zugleich relativiert die Kommission aber den Schutz für Gletschervorfelder und alpine Schwemmebenen, die mit dem Rückzug der Gletscher nationale Bedeutung erreichen könnten. Dies ist aus wissenschaftlicher Sicht unnötig und bedauerlich, denn viele dieser Pionierstandorte sind sehr selten und somit für den Erhalt der Biodiversität der Alpen zentral. Für eine sichere Winterstromversorgung ist es nicht notwendig, diese Gebiete zu nutzen.
Für die Winterstromversorgung will die UREK-N auf die 15 Projekte des Runden Tisches Wasserkraft setzen. Die Umweltverbände betonen, dass die geltenden Verfahren dazu eingehalten und die am Runden Tisch zugesagten Schutz- und Ausgleichsmassnahmen ebenfalls angewendet werden müssen.
Die erweiterte Pflicht für Solarenergie auf Neubauten und Infrastrukturbauten geht in die richtige Richtung. Der Solarausbau sollte prioritär auf bestehender Infrastruktur stattfinden. Sehr kritisch sehen die Umweltorganisationen die Standortgebundenheit der Windanlagen im Wald, da die Biodiversität im Wald wesentlich höher ist als im Kulturland.
Aktion «Retten wir das Herz der Schweizer Natur»
Diverse Verbände appellieren gemeinsam an die Politik, am Schutz der Biotope von nationaler Bedeutung festzuhalten. Ohne Biotopschutz könnten unersetzbare Lebensräume verbaut und für immer zerstört werden. Dazu gehören z.B. die wilde Natur in der Greina, im Val Roseg, in Zinal oder im Maderanertal.
Weitere Informationen:
- So retten wir die Biotope von nationaler Bedeutung: www.biotopschutz.ch
- So gelingt uns die naturverträgliche Energiewende: www.energiewende2035.umweltallianz.ch
Kontakt:
- Pro Natura: Michael Casanova, Projektleiter Energie-, Gewässerschutz- und Klimapolitik, 061 317 92 29, @email
- WWF Schweiz: Christoph Kinsperger, Kommunikationsberater, 078 749 88 14, @email
- Bird Life Schweiz: Raffael Ayé, Geschäftsführer, 076 308 66 84, @email
- Greenpeace Schweiz: Georg Klingler, Energie- und Klimaexperte, 079 785 07 38, @email
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Gemeinsame Medienmitteilung von WWF Schweiz, BirdLife Schweiz, Greenpeace Schweiz und Pro Natura
BLN Greina – Piz Medel GR © Jan Gürke
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Gewässer
Gerichtsentscheid zu Grimsel-Staumauern bedeutet den Verlust einer einzigartigen Naturlandschaft
Die Umwelt- und Landschaftsschutzorganisationen sind über den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern schwer enttäuscht. Die Staumauern am Grimselsee dürfen nun um 23 Meter erhöht werden. Das hat zur Folge, dass sich der Seespiegel hebt und zahlreiche Moorbiotope und teilweise jahrhundertealte Arven geflutet werden. Das bis zu 80 Jahre alte Gletschervorfeld wird komplett zerstört. Die Umweltorganisationen werden das Urteil eingehend studieren und einen Weiterzug ans Bundesgericht prüfen.
Mit dem heutigen Entscheid hat sich das Verwaltungsgericht des Kantons Bern gegen die ungeschmälerte Erhaltung dieser seltenen und kostbaren Lebensräume ausgesprochen. Eine national geschützte Landschaft wird dauerhaft geschädigt.
Der Grimselsee liegt in der bestgeschützten Landschaft der Schweiz. Sie zeichnet sich durch seltene Landschaftselemente, grosse Dynamik im Gletschervorfeld sowie durch eine enorme Vielfalt an Lebensräumen für Pflanzen- und Tierarten aus. Aufgrund seiner Einzigartigkeit wurde dieses Gebiet ins Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) aufgenommen.
Auskünfte
- Michael Casanova, Pro Natura, Projektleiter Gewässerschutz- und Energiepolitik, 061 317 92 29
- Benjamin Leimgruber, Aqua Viva, Bereichsleiter Gewässerschutz, 052 625 26 67
- Daniel Heusser, WWF Schweiz, Head of Communities and Projects for Nature, 044 297 23 47
- Felix Nipkow, Schweizerische Energie-Stiftung (SES), Projektleiter Strom & Erneuerbare, 077 413 24 31
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Gemeinsame Medienmitteilung von: Pro Natura, WWF Schweiz, Schweizerische Greina-Stiftung zur Erhaltung der alpinen Fliessgewässer, Schweizerischer Bund für Naturschutz, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, Aqua Viva, Schweizerische Energie-Stiftung, Greenpeace Schweiz, Grimselverein
Neue Strasse am Glaubenberg: Illegal durchs Moor
Beim Glaubenberg an der Grenze zwischen den Kantonen Luzern und Obwalden erstreckt sich die grösste Moorlandschaft der Schweiz. Zahlreiche Flach- und Hochmoore prägen die Landschaft. Das Gebiet ist auch im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) verzeichnet.
Verstoss gegen alle Vorschriften
Mittendrin haben zwei Landwirte nun einen Weg aus Schotter und einem 90 Meter langen Holzrost gebaut – ohne Baubewilligung. Dies damit sie drei Alpen täglich mit dem Auto erreichen und «zeitgemäss nutzen» können. Im Rahmen des 2016 eröffneten – nachträglichen – Bewilligungsverfahrens wies Pro Natura mittels Einsprache darauf hin, dass der Weg gegen sämtliche Schutzvorschriften in diesem sensiblen Gebiet verstösst. Nicht nur verändert der Weg das bisher unbelastete Landschaftsbild, er führt auch mitten durch ein Flachmoor von nationaler Bedeutung.
Ein Teil des Flachmoors ist durch den illegalen Eingriff zerstört worden. Und es ist nicht auszuschliessen, dass die Stauwirkung von Schotter und Holzrost sowie das Ausschwemmen von Schotter dem Moor weitere Verschlechterungen bringen werden.
Auerhühner gefährdet
Für die bisherige extensive Nutzung der Alpen mit Rindern und für die Pflege der Moorgebiete ist der Weg nicht nötig. Im Gegenteil: An anderen Orten hat sich gezeigt, dass ein besserer Zugang zu Alpbetrieben unweigerlich zu einer Intensivierung der Bewirtschaftung führt, was wiederum den Zustand der Biotope beeinträchtigt. Kommt hinzu, dass sich der Weg unmittelbar neben einem Gebiet mit Auerhühnern befindet. Diese stark gefährdete Vogelart kann nur in ungestörten Lebensräumen überleben. Ein solcher ist aufgrund des Motorverkehrs sowie der absehbaren touristischen Nutzung des Weges, zum Beispiel mit Mountainbikes, nicht mehr gegeben.
«Duldung» statt Rückbau
Der Kanton Luzern und die Gemeinde Entlebuch sehen dies anders: Der Weg wurde vor Kurzem bewilligt. Sogar der Holzrost wird von der Gemeinde «geduldet»; eine Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands erachtet sie als nicht verhältnismässig. Dieser Nichtvollzug der Schutzvorschriften erstaunt, umso mehr als bereits 2005 und 2013 Bewilligungsverfahren für eine Erschliessungsstrasse stattgefunden haben und die Bewilligung beide Male klar verweigert wurde. Dies gestützt auf ein Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) sowie auf Rückmeldungen der Bundesämter für Umwelt (Bafu) und Landwirtschaft (BLW) und zusätzlich von der Schweizerischen Vogelwarte. Ob sich das Vorgehen der Landwirte auszahlt, trotz Bewilligungsverweigerung den Weg zu bauen und auf eine Duldung zu hoffen, wird sich noch zeigen: Pro Natura hat beim Kantonsgericht Luzern Beschwerde gegen die Bewilligung eingereicht.
Franziska Scheuber arbeitet bei Pro Natura als Projektleiterin Umweltrecht.
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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
Das Pro Natura Magazin nimmt Sie mit in die Natur. Es berichtet über kleine Wunder, grosse Projekte und spannende Persönlichkeiten. Prächtige Bilder und exklusive Angebote runden das Lesevergnügen ab. Alle Pro Natura Mitglieder erhalten das Magazin exklusiv fünf Mal im Jahr. Es blickt auf 48 Seiten hinter die Kulissen politischer Entscheide, präsentiert Forschungsergebnisse, erklärt die Natur. Und es schildert, wo, wie und warum Pro Natura für die Natur kämpft.
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Moore: Hotspots der Biodiversität sind auch grosse Kohlenstoffspeicher
Die Klimaerwärmung hat den Kohlenstoffkreislauf unseres Planeten völlig aus dem Gleichgewicht gebracht. Der Mensch reichert die Luft durch seinen Lebensstil und seine wirtschaftlichen und industriellen Aktivitäten künstlich mit Kohlendioxid an. In den letzten 800 000 Jahren war der CO2-Gehalt in der Atmosphäre noch nie so hoch wie heute.
Der Treibhauseffekt – ein Phänomen, das für das Leben auf der Erde unverzichtbar ist und dessen Intensität zeitlich schwankt –, ist ausser Kontrolle geraten. Viele Arten sind dadurch bedroht, auch wir Menschen. Der Klimawandel lässt sich nur bremsen, wenn wir die CO2-Konzentration in der Atmosphäre herabsetzen. Kohlenstoffsenken können dazu einen Beitrag leisten.
Gigantische Kohlenstoffspeicher
Ökosysteme, die mehr Kohlenstoff aufnehmen als abgeben, stellen mehr oder weniger erneuerbare und langfristige Kohlenstoffsenken dar. Bäume zum Beispiel binden den Kohlenstoff vor allem während ihres Wachstums. Sie bauen damit ihr Holz und ihre Blätter auf. Ein Teil dieses Kohlenstoffs wird später im Humus des Waldbodens gespeichert, während der Rest bei der mikrobiellen Zersetzung in Form von CO2 wieder in die Atmosphäre gelangt.
In vernässten Lebensräumen wie den Mooren werden abgestorbene Pflanzenteile nicht vollständig abgebaut, sondern sammeln sich in Form von Torf an, der zur Hälfte aus Kohlenstoff besteht. Solange die Torfböden wassergesättigt sind, kommt der Zersetzungsprozess nicht in Gang und der Kohlenstoff bleibt gebunden, manchmal für Zehntausende von Jahren. In einer ungefähr 15 Zentimeter dicken Torfschicht ist die gleiche Menge Kohlenstoff enthalten wie in einem hundertjährigen Wald gleicher Fläche. Somit kann es nicht erstaunen, dass in den Mooren, die nur drei Prozent der globalen Landfläche ausmachen, ein Drittel des terrestrischen Kohlenstoffs gespeichert ist – mehr als in allen Wäldern der Erde zusammen.
Zerstörte Moore setzen CO2 frei
Doch Moore sind extrem verletzliche Lebensräume. Besonders empfindlich reagieren sie auf menschliche Störungen wie Trittbelastung, Drainage, Nährstoffeintrag oder Torfabbau. Als externer Störfaktor wirkt sich auch die Klimaerwärmung negativ aus: Der Temperaturanstieg führt in den Mooren nicht nur zu einem Rückgang der speziellen Biodiversität und zu Verbuschungen, die das Austrocknen noch verstärken, sondern auch zu einem Stillstand der Torfneubildung. Und vor allem wird der im Torf enthaltene Kohlenstoff, der dort seit Tausenden oder sogar Zehntausenden von Jahren gebunden ist, wieder in Umlauf gebracht. Kurzum: Gesunde Moore mit einer intakten Biodiversität können Kohlenstoffe binden, während Moore in einem schlechten Zustand Kohlenstoffe freigeben.
Daher könnten sich die Moorgebiete der Erde bis im Jahr 2100 von einer Kohlenstoffsenke zu einer Kohlenstoffquelle wandeln. In der Schweiz hat diese Umkehrung bereits stattgefunden. Obwohl die Schätzungen auf globaler Ebene noch sehr unsicher sind, geht man davon aus, dass die jährlichen CO2-Emissionen aus beeinträchtigten Mooren bereits fünf bis zehn Prozent der jährlich vom Menschen verursachten CO2-Emissionen ausmachen.
Die Zerstörung von Feuchtgebieten aus Nutzungsgründen ist ebenfalls ein Problem, insbesondere die Umwandlung von Sumpfgebieten in Landwirtschaftsflächen. In der Schweiz wird ein Drittel des Gemüses auf ehemaligen Moorflächen produziert; im Seeland, im Wauwilermoos, im St. Galler Rheintal oder in der Zihl-Ebene. Durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung, die in diesen Regionen durch umfangreiche Entwässerungen ermöglicht wurde, werden erhebliche Mengen an CO2 freigesetzt. So kommt es, dass eine Hektare Seeland-Rüebli pro Jahr 30 Tonnen CO2 emittiert.
Pro Natura gibt Gegensteuer
Obwohl das Stimmvolk 1987 die Rothenturm-Initiative annahm und den Moorschutz im Schweizer Recht verankerte und obwohl etliche Zerstörungen in den frühen 1990er-Jahren gestoppt wurden, verschlechtert sich der Zustand der meisten Moore weiter. Der Grund dafür liegt einerseits in den Schäden aus der Zeit vor 1987, vor allem aber in den unzureichenden oder nicht vorhandenen Pufferzonen.
Pro Natura beteiligt sich an verschiedenen Revitalisierungsprojekten. Ein gutes Beispiel dafür ist das Moor von Les Pontins in der Gemeinde St-Imier (BE). Dieses vielfältig strukturierte Gebiet ist im Bundesinventar der Moorlandschaften von nationaler Bedeutung verzeichnet und stellt einen Hotspot der Biodiversität dar.
Hier versucht Pro Natura, den Charakter des Moorgebiets zu erhalten und die Lebensräume der verschiedenen Tier- und Pflanzenarten wiederherzustellen. Dazu mussten früher angelegte Entwässerungsgräben auf einer Länge von einem Kilometer vollständig aufgefüllt und der Hauptabzugsgraben mit Spundwänden verschlossen werden. Nun ist das Moor wieder am Vernässen, damit kann sich die Biodiversität wieder entfalten – und damit bindet das Moor wieder Kohlenstoff.
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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
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