Progetti
Warum Pro Natura die Konzernverantwortungsinitiative unterstützt
Der umfassende globale Bericht zur Biodiversität, der anfangs Mai 2019 vom Weltbiodiversitätsrat vorgelegt wurde, zeigt Erschreckendes: Noch nie seit Menschengedenken sind so viele Tiere und Pflanzen ausgestorben wie in unserer Zeit. Jährlich sterben heute 10 bis 100 Mal so viele Arten aus wie vor Erscheinen des Menschen. Etwa eine Million der ca. acht Millionen Pflanzen- und Tierarten, die es gemäss Expertenschätzungen gibt, sind aktuell vom Aussterben bedroht.
Eine Ursache für diesen riesigen und verheerenden Verlust der Artenvielfalt sind Pestizide.
Solche Pestizide sind für den Agrochemie-Multi aus Basel ein hochlukratives Geschäft. 15 der 32 Pestizide, die auf der Bestsellerliste des Konzerns stehen, stehen auch auf der Liste der «hochgefährlichen Pestizide» des Pesticide Action Network (PAN).
Weltweit bessere Umweltstandards durchsetzen
2017 hat der Konzern gemäss Schätzungen von Public Eye einen Umsatz von ca. 3,9 Milliarden US-Dollar mit dem Verkauf von hochgefährlichen Pestiziden erzielt. Das Unternehmen profitiert von schwachen Regulierungen in Ländern wie Brasilien, Argentinien oder Indien, um dort weiterhin ihre giftigen Bestseller zu verkaufen, von denen viele in der Schweiz oder in der Europäischen Union nicht mehr zugelassen sind.
Mit solchen Geschäften machen sich Schweizer Konzerne mitschuldig am globalen Artensterben. Deshalb unterstützt Pro Natura die Konzernverantwortungsinitiative.
Die Konzernverantwortungsinitiative will skrupellosen Geschäftspraktiken einen Riegel schieben. Sie verpflichtet alle Konzerne, Umweltstandards und Menschenrechte bei ihren Geschäften zu achten. Damit sich auch dubiose Multis an das neue Gesetz halten, müssen Verstösse Konsequenzen haben. Konzerne sollen deshalb in Zukunft für Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen haften, die sie oder ihre Tochterfirmen verursachen.
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Link zur KonzernverantwortungsinitiativeDie Schweiz sagt Nein zum missratenen Jagdgesetz – wir sagen Danke
Mit 51,9% stellt sich die Schweizer Stimmbevölkerung gegen das missratene Jagdgesetz, gegen das die Schweizer Umweltverbände das Referendum ergriffen hatten. Dieser Sieg ist ein Lichtblick im Zeitalter der Biodiversitätskrise.
Ärmel hochkrempeln!
Mit dem Nein zum revidierten Jagd- und Schutzgesetz beginnt die politische Arbeit für eine verbesserte Vorlage: Pro Natura setzt sich auch weiterhin für ein modernes, ausgewogenes Gesetz ein. Das bedeutet, dass anders als bei der abgelehnten Revision der Schutzgedanke des Gesetzes wieder mitberücksichtigt wird. Wir fordern, dass Arten, die bedroht sind, nicht weiterhin gejagt werden dürfen.
Herdenschutz stärken
Im Zusammenleben mit dem Wolf gibt es Konflikte, die auch Pro Natura angehen will. Das Nein zum Jagdgesetz ist kein Nein zur Alpwirtschaft und zur Weidehaltung. Wir haben bereits im Vorfeld dieser Gesetzesrevision immer wieder betont, dass wir bereit sind, Kompromisse im Umgang mit dem Wolf einzugehen. Dabei geht es darum, einen pragmatischen, artgerechten Umgang mit diesem Grossen Beutegreifer zu finden und gleichzeitig die Bedürfnisse einer nachhaltigen Alpwirtschaft zu berücksichtigen. Wir setzen uns also dafür ein, dass der Herdenschutz gestärkt wird und die Landwirtinnen und Alpenbewirtschafter entsprechende Unterstützung beanspruchen können
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Biodiversitätskonvention: Artenvielfalt am Scheideweg
Wo früher Wiesen waren, stehen heute Häuser. Wo früher Hecken, Obstbäume und bunte Felder blühten, erstrecken sich heute oft Monokulturen bis zum Horizont. In vielen kleinen Bächen sind Pestizide nachweisbar. Und jedes Jahr wird es auf der Erde wärmer. Es fliegen weniger Singvögel durch unseren Garten. Wir brauchen immer mehr Wasser, um unsere Balkonpflanzen vor dem Verdursten zu retten.
Wir spüren täglich: Biodiversität und Klima stecken in der Krise. Wir müssen handeln. Das taten zum Beispiel 14'000 Zürcher Stimmberechtigten, die 2018 mit ihrer Unterschrift der kantonalen «Natur-Initiative» zum Erfolg verhalfen. Die Initiative fordert genügend Mittel für die Erhaltung und die Förderung der Zürcher Natur.
Der Bedarf ist seit Jahrzehnten bekannt
Die Initiative verlangt jährlich mindestens 55 Millionen Franken für den Naturschutz im Kanton. Ein stolzer Betrag, könnte man meinen. Doch die 55 Millionen entsprechen bloss 10 Prozent des Betrages, den Zürich jährlich ins Strassen- und Schienennetz investiert. Und 0,25 Prozent des jährlichen kantonalen Budgets.
Die Geldforderungen der Initiative sind nicht aus der Luft gegriffen: Der Zürcher Regierungsrat selbst hatte 1995 ausgerechnet, dass es jährlich 49 Millionen Franken braucht, um die Zürcher Natur zu schützen. Bisher wurde gerade mal ein Drittel dieses Betrages für die Biodiversität investiert.
Kantonale und nationale Bewegung im Gang
Die Zürcherinnen und Zürcher sind nicht die einzigen, die sich um ihre Natur sorgen. In der ganzen Schweiz sind Bewegungen im Gange, um die kantonalen Regierungen endlich in Richtung Biodiversitätsschutz voran zu bringen. Auch im Thurgau kam eine Volksinitiative zustande, die eine kantonale Biodiversitätsstrategie fordert mit zusätzlichen Millionen, die dafür investiert werden sollen.
Auf nationaler Ebene fordert Pro Natura mit weiteren Umweltverbänden ebenfalls eine Trendwende: Mit der Biodiversitätsinitiative soll der Schutz der biologischen Vielfalt in der Verfassung verstärkt werden. Mit diesem Schritt stünde endlich genügend Geld und auch mehr Fläche zur Verfügung, um die Flora und Fauna der Schweiz besser zu schützen.
Internationale Ziele: nicht erreicht
Dass es sich bei dieser Biodiversitätskrise nicht um ein neues, überraschendes Phänomen handelt, zeigt auch die Diskussion auf der internationalen Bühne: Bereits 1992 einigten sich die Vereinten Nationen auf die «Biodiversitätskonvention». Mit dem Ziel, das Artensterben einzudämmen.
28 Jahre später sehen die Erfolge dürftig aus: Die Zwischenziele, welche sich die Vertragsparteien immer wieder gesteckt hatten, wurden nicht erreicht. Auch die Schweiz hat es nicht geschafft, die 2010 gemeinsam beschlossenen «Aichi-Ziele» umzusetzen, die sie bis 2020 hätte erfüllen müssen.
Eigentlich wäre eine Vertragsstaaten-Konferenz im chinesischen Kunming im Oktober 2020 der nächste Meilenstein für den weltweiten Schutz der Biodiversität gewesen. Mit der Corona-Pandemie wird die Konferenz nun auf Frühjahr 2021 verschoben - auf der die Vereinten Nationen neue Beschlüsse zu Lösung der Umweltprobleme der Gegenwart fassen können.
Trendwende dringend nötig
Unabhängig von der herrschenden Pandemie ist heute nicht klar, in welche Richtung sich der Kampf gegen das Artensterben entwickeln wird: Denn die bisher vorliegenden Pläne für den ersten Vertragsentwurf, den sogenannten «zero draft», laufen Gefahr, genauso wenig Wirkung zu entfalten wie der Vorgänger, die «Aichi-Ziele». Zu dieser Einschätzung kommt Friedrich Wulf, Projektleiter Internationale Politik bei Pro Natura.
Das grosse Problem: Es werden zwar internationale Ziele gesetzt, doch die Zielerreichung wird nicht verbindlich überprüft und ist nicht einforderbar. So wird es auch in Zukunft unmöglich sein, dem Artensterben Einhalt zu gebieten. Zwar will der «zero draft» auch die Bereiche Wirtschaft, Handel und Landwirtschaft zur Verantwortung ziehen, um die Natur weltweit langfristig zu schützen. Aber ohne griffige Regelungen zur Umsetzung ist die dringend nötige Trendwende beinahe unmöglich. Pro Natura kämpft im Rahmen ihres Netzwerks Friends of the Earth International dafür, dass die Regierungen auf höchster Ebene endlich Verantwortung übernehmen und die Biodiversitätskonvention kein Papiertiger bleibt.
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Wildnis – mehr Freiraum für die Natur!
© Benoît Renevey
Viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten benötigen für ihr Überleben Naturräume, wo sich der Mensch zurückhält und nicht in die Entwicklung eingreift. Ohne Wildnis leidet die Artenvielfalt. Ökosysteme und Lebensgemeinschaften verschwinden. Die Folgen sind nicht alle absehbar, denn die natürliche Dynamik wilder Gebiete birgt noch manches Geheimnis. Doch die Wildnis fasziniert nicht nur die Wissenschaft. Sie ist auch ein Ort der Inspiration und Erholung.
Lernen Sie mehr über die Wildnis in der Schweiz und entdecken Sie Wildnisgebiete auf unserer Karte. Planen Sie Ihren nächsten Ausflug oder verwandeln Sie Ihren Garten in ein wertvolles Stück urbane Wildnis.
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Benoît Renevey
- Auwald an den Ufern des Flusses Maggia
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Fotowettbewerb «Wildnis» 2021Die letzten Wildnisgebiete der Schweiz
Komplett unberührte Urlandschaften gibt es in der Schweiz und in Mitteleuropa praktisch keine mehr. In den Alpen oberhalb der Baumgrenze finden wir noch grössere zusammenhängende Gebiete, die nur wenig vom Menschen beeinflusst sind. Auch im Jura, in den Voralpen und im Mittelland gibt es wilde Gebiete: ehemals genutzte Wälder, Flussauen oder Moore.
Diese letzten Wildnisgebiete müssen wir erhalten und bewusst in Ruhe lassen, damit sie sich ungestört entwickeln können – in erster Linie für die Biodiversität aber auch für den Menschen.
Wissenschaftler/-innen der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) haben folgende Karte in Zusammenarbeit mit Pro Natura und Mountain Wilderness entwickelt. Sie stellt die Qualität der Wildnisgebiete und der Gebiete mit Potenzial für freie Naturentwicklung in der Schweiz dar:
- Dunkel-/mittelblaue Flächen: Sehr wilde und wilde Gebiete. Diese liegen in den Alpen und in der Südschweiz. Wildnisqualität: 12-20
- Hellblauen Flächen im Jura, in den Voralpen und im Mittelland: Wilde Räume, die sich für eine freie Naturentwicklung eignen. Wildnisqualität: 8-11
- Keine Färbung: Vom Menschen stark veränderte Gebiete. Wildnisqualität: < 8
Geben Sie Ihre Postleitzahl oder Ihren Wohnort ein oder zoomen Sie in Ihre Wunschregion. Entdecken Sie wilde Räume in Ihrer Nähe. Gehen Sie raus und geniessen Sie die Natur.
Die Wildniskarte basiert auf dem 100 mal 100 Meter Raster der Arealstatistik und stellt eine Kombination folgender vier Wildniskriterien dar: Natürlichkeit, Menschliche Einflüsse, Abgeschiedenheit, Rauheit der Topografie.
Alle vier Kriterien wurden mit Geodaten berechnet. Fachpersonen haben die Analyse verfeinert und festgelegt, ab welchem Wert ein Gebiet Potenzial für freie Naturentwicklung aufweist, auch wenn es nicht die hohe Wildnisqualität der grossen naturnahen Landschaften im Alpenraum erreicht.
Wilde Bergwelt — Aushängeschild der Schweiz
Die grössten naturnahen Gebiete Mitteleuropas liegen in den Alpen. In den letzten 150 Jahren haben Bauprojekte des Tourismus, der Energiewirtschaft und des Verkehrs viele wertvolle Naturlandschaften zerstört. Und sie bedrohen weitere Wildnisgebiete. Pro Natura setzt sich vehement dafür ein, dass keine bisher unberührten Flächen mehr geopfert werden.
Sport und Freizeit in der wilden Natur sind wichtig und sollen uns weiterhin offen stehen. Damit Tiere und Pflanzen dabei nicht auf der Strecke bleiben, müssen wir gewisse Spielregeln respektieren. Pro Natura engagiert sich mit Sensibilisierungs- und Besucherlenkungsprojekten für naturverträgliche Freizeitaktivitäten.
Helfen Sie mit und informieren Sie sich hier für den nächsten Besuch in der Wildnis.
Pro Natura Ausflugstipps
- Das Pro Natura Zentrum Aletsch VS liegt direkt am geschützten Aletschwald und ganz nah am Aletschgletscher, dem grössten Wildnisgebiet der Schweiz.
- Das Pro Natura Zentrum Lucomagno TI ist der ideale Ausgangsort zu den wilden Landschaften rund um den Lukmanierpass.
- Das Pro Natura Schutzgebiet Hinteres Lauterbrunnental BE ist ein wildes Juwel abseits der Massen mitten im Berner Oberland.
Wilde Wälder, Flüsse und Moore — Vielfalt für Natur und Mensch
Auch in ehemals forstwirtschaftlich genutzten Wäldern schlummert die Wildnis. Wilde Wälder bieten Lebensraum für Spechte und Käuze, für Wildkatzen, Fledermäuse und ein Heer von Kleintieren.
Wenn wir Flüsse stauen oder kanalisieren, gehen vielfältige Naturlandschaften verloren. Flussläufe mit breitem Bett und zeitweise überfluteten Schwemmebenen sind die «Regenwälder Mitteleuropas». Dort erblüht üppige Wildnis.
Über rund 10 000 Jahre hinweg sind in der Schweiz Moore herangewachsen. Innerhalb weniger Jahrhunderte hat der Mensch 90% dieser herbschönen Wildnis zerstört. In den verbleibenden 10% lebt ein Viertel der bedrohten Pflanzenarten der Schweiz. Es ist dringend nötig, die Moore zu revitalisieren. Damit retten wir stark bedrohte Arten.
Pro Natura Ausflugstipps
- Im Wildnispark Zürich im Sihlwald ZH können Sie einen beeindruckenden Buchen-Naturwald direkt vor den Toren der Stadt erleben.
- Am Bibersee bei Marthalen ZH haben Biber die Landschaft komplett umgestaltet – ein wertvolles Stück Wildnis mitten im Mittelland.
- Im Pro Natura Schutzgebiet Les Pontins BE lässt sich beobachten, wie sich ein renaturiertes Moor ungestört entwickelt.
Naturgärten und «wilde Ecken» – Biodiversität in Dorf und Stadt
Gärten, Parks, Friedhöfe, Böschungen und Brachen bieten Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Doch grosse Grünflächen sind im Siedlungsraum oft knapp. Daher ist es umso wichtiger, mit vielen kleinen Flächen die Biodiversität zu fördern und der Natur im Garten und auf dem Balkon Raum zu lassen. Viele kleine, vernetzte Flächen können zusammen wilden Freiraum für die Natur bieten.
Manchmal ist Wildnisförderung ganz einfach: Wenn wir im eigenen Garten eine «wilde Ecke» zulassen, können wir dort einen Hauch von Wildnis erleben. Pflanzen, Pilze und Tiere werden von der «Mikrowildnis» Besitz ergreifen. Schmetterlinge und Wildbienen tauchen auf, Spinnen spannen ihre Netze, ein Igel baut sein Winterlager unter dem Blätterhaufen, Eidechsen und Blindschleichen ziehen im Steinhaufen ein, Pilze und Moos wachsen auf dem herumliegenden Holz. Geben Sie der Wildnis auch rund ums Haus Raum!
Pro Natura Praxistipps
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Jan Gürke
- Naturgarten mit artenreichem Blumenrasen und Steinhaufen
Das tut Pro Natura
Schutzgebiete sichern
Pro Natura und ihre Sektionen sichern über 700 Naturschutzgebiete in der Schweiz. Dazu gehören auch viele Gebiete, die bewusst für den Erhalt der Wildnis und die Förderung freier Naturentwicklung geschützt werden. Das sind zum Beispiel Naturwaldreservate, in denen keine Bäume gefällt werden. Wir regenerieren ehemals genutzte Moore und lassen dann der Natur freien Lauf. Bei geschützten Flussauen übernimmt oft der Biber die gestalterische Arbeit.
Naturverträgliches Verhalten fördern
Pro Natura setzt sich für neue Naturerlebnispärke und Nationalpärke ein, in deren Kernzonen sich die Natur ungestört entwickeln kann. Wir fördern naturverträgliches Freizeitverhalten, indem wir gemeinsam mit Partner- und Nutzerorganisationen Verhaltensregeln für das Erleben von naturnahen Landschaften erarbeiten und bekannt machen.
Engagement für Biodiversität und wertvolle Landschaften
Auf politischer Ebene engagiert sich Pro Natura für mehr Biodiversität und für wertvolle Landschaften.
Unsere Volksinitiativen für die Biodiversität und für den Erhalt naturnaher Landschaften
Lernen aus der Coronakrise
Weniger von allem: Unverhofft ist die Welt geprägt von weniger Konsum, weniger Verkehr, weniger Energieverbrauch, weniger Lärm, weniger Emissionen. Unfreiwillig tun wir aus Solidarität mit gesundheitlich bedrohten Menschen das, was ökologisch schon längst nötig wäre. Viele gewinnen dieser plötzlichen Genügsamkeit (Suffizienz) auch positive Seiten ab. Andere sind wirtschaftlich bedroht. In ärmeren Ländern droht vielen nackte Not. Jetzt geht es darum, ökologische Chancen zu packen, sozial verantwortlich zu handeln und die Welt zukunftstauglicher zu machen. Es wäre falsch, mit aufgesetzten Scheuklappen schnell wieder zum «Business as usual» zurückzukehren.
Wir können handeln, wenn wir wollen
Bundesrat und Parlament haben innert Wochen Dutzende Milliarden Franken bereitgestellt, um die Folgen der Coronakrise zu mildern. Wir alle haben einschneidende Massnahmen erlebt. Noch nie haben wir auch nur annähernd so grosse Anstrengungen für den wirksamen Schutz der Biodiversität und des Klimas gesehen. Ist die Biodiversitätskrise weniger bedrohlich als die Coronakrise? Können wir die Klimakrise weiterhin auf die leichte Schulter nehmen? Natürlich nicht! Pro Natura fordert deshalb in logischer Konsequenz, dass wir jetzt in eine wirklich krisenfestere Welt aufbrechen: Weg vom Wachstumszwang, von industrieller Landwirtschaft, von fossilen Brennstoffen, von Ausbeutung und Raubbau. Machen wir uns sofort auf den Weg: Politisch, gesellschaftlich, persönlich.
Biodiversität schützen: Weltweit und in der Schweiz
Die Biodiversität ist unsere Lebensgrundlage. Die Natur versorgt uns mit Kleidung, Nahrungsmitteln, Medikamenten, Baustoffen – und sie schwindet täglich. Biodiversität, Tierwohl und menschliche Gesundheit hängen eng zusammen. Sars, Mers, Ebola, HIV, das neuartige Coronavirus und andere Krankheitserreger sind von Tieren auf Menschen übergegangen. Dabei spielen die Zerstörung natürlicher Lebensräume und die artwidrige Haltung von Wild- und Nutztieren eine entscheidende Rolle.
Mögliche Ansätze sind:
- Mehr internationales Engagement der Schweiz für den verbesserten Schutz tropischer Wälder, für wirksamen globalen Artenschutz, für regionale Wirtschaftskreisläufe und fairen Welthandel
- Aktionsplan für Sanierung, Aufwertung und dauerhafte Pflege aller Biotope von nationaler Bedeutung in der Schweiz
- Sofortige Unterschutzstellung und Vernetzung der wertvollsten Gebiete für die Natur in der Schweiz («ökologische Infrastruktur»)
- Impulsprogramme für dringende Erfordernisse wie Gewässerrevitalisierungen, Schaffung von Wildniszonen
Ökologie und Versorgungssicherheit stärken
Nur eine ökologische, weniger importabhängige Landwirtschaft leistet einen nachhaltigen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung. Sie fördert gleichzeitig die Biodiversität. Das Konsumverhalten der Bevölkerung während der Coronakrise zeigt, was gefragt ist: Bio, regional, direkt vom Hof.
Mögliche Ansätze sind:
- Abbau der überhöhten Tierbestände und hohen Futterimporte (Geflügel, Schweine)
- Förderung vielfältiger pflanzlicher Produktion
- Impulsprogramme für die biologische Landwirtschaft, für Bioprodukte in der Gemeinschaftsgastronomie, für vegetarische Produkte in der Gastronomie
Ein Ruck für den Klimaschutz
Bereits im Hitzesommer 2003 war die Klimaveränderung in der Schweiz für 1’000 vorzeitige Todesfälle verantwortlich. Seither verschärft sich die Klimakrise dramatisch. Auch der Frühling 2020 ist geprägt von enormer Trockenheit und rekordhohen Temperaturen. Die Natur leidet. Wir müssen weg von Erdöl, Gas und Kohle.
Mögliche Ansätze sind:
- CO2-Abgaben massiv und sozialverträglich erhöhen
- Subventionierung des Flugverkehrs sofort beenden
- Kostenwahrheit für alle Verkehrsmittel einführen
Naturbezug und Freude an der Suffizienz stärken
Heute zwingt uns die Coronakrise zum Einhalten. Morgen ist es vielleicht die Biodiversitäts- oder die Klimakrise, mit noch dramatischeren Begleitumständen. Das muss nicht sein. Wir können Genügsamkeit, Regionalität und Entschleunigung auch freiwillig auf unseren Lebensplan setzen. Besser leben und zugleich die Natur entlasten: Das braucht einen starken, authentischen Naturbezug.
Mögliche Ansätze sind:
- Echte Naturerlebnisse auf allen Schulstufen und im Berufsbildungssystem ermöglichen
- Handlungsorientierten Unterricht fördern, Gleichgewicht von konkreten Erfahrungen und der virtuellen Welt erhalten
- Mehr leicht zugängliche Umwelt- und Naturinformation im Lebensalltag
Solidarität umfassend verstehen und leben
Zur Bekämpfung der Coronakrise braucht es heute Solidarität über den Familienkreis, über Generationen und über nationale Grenzen hinweg. Erweitern wir dieses Prinzip auf unseren Umgang mit der Biodiversität und dem Klima, hier und weltweit. Für künftige Generationen, für die von den globalen Krisen besonders betroffenen Menschen im globalen Süden – und für uns selbst.
Auf dem Weg zu neuen internationalen Biodiversitätszielen
Die Bilanz der hoffnungsvoll ausgerufenen «Uno-Biodiversitätsdekade» (2011 bis 2020) fiel Ende letzten Jahres ernüchternd aus: Keines der bisherigen internationalen Biodiversitätsziele (so genannten «Aichi-Ziele») ist erreicht worden. Derweil hat die Biodiversitätskrise ein derart bedrohliches Ausmass angenommen, dass der dringende Handlungsbedarf von niemandem mehr geleugnet werden kann.
Die Weltgemeinschaft nimmt einen neuen Anlauf
Im Oktober 2021 treffen sich – mit einem Jahr coronabedingter Verspätung – die Vertragsstaaten der Biodiversitätskonvention (CBD), darunter auch die Schweiz, im chinesischen Kunming. Vorausgesetzt, die Pandemie lässt dies zu. Dort sollen neue globale Biodiversitätsziele beschlossen werden, umzusetzen bis 2030. Vom 3. Mai bis 13. Juni laufen die bisherigen Vorbereitungsarbeiten für das neue «Globale Biodiversitätsrahmenwerk» in einer wichtigen Zwischenetappe zusammen: der Konferenz des wissenschaftlich-technisch-technologischen Beirats (SBSTTA) und des Umsetzungsbeirats (SBI). Pro Natura ist zusammen mit ihrem Netzwerk Friends of the Earth International an den Verhandlungen dabei und engagiert sich für ein wirksames, ambitioniertes und faires Abkommen, das den Verlust der Biodiversität bis 2030 stoppt. Dabei sind einige Verhandlungsthemen von besonderer Bedeutung, auch und gerade für die Biodiversitätspolitik der Schweiz.
Umsetzung zur Aufgabe für alle machen
Dass die Aichi-Ziele nicht erreicht wurden, liegt allem voran an grossen Mängeln in der Umsetzung. In Zukunft soll diese nicht mehr jedem Land vollkommen selbst überlassen sein, sondern nach einheitlichen Vorgaben geplant werden, mit normierten Formaten für die Berichterstattung und einem verbindlichen Überprüfungsmechanismus. Zudem soll die Verantwortung für die Umsetzung von Biodiversitätszielen nicht mehr nur bei den Umweltressorts liegen, sondern als Querschnittaufgabe aller Politikbereiche verstanden werden («whole government approach»). Das ist auch für die Schweiz und ihre Biodiversitätsstrategie eine wichtige Botschaft: Der neue Aktionsplan, der ab 2023 in Kraft treten soll, muss weit mehr als bisher alle Politikbereiche gleichermassen verpflichten und für alle Ressorts verbindliche Vorgaben machen. Das bedeutet auch darauf zu achten, dass der Nutzungsdruck – etwa in der Landwirtschaft oder im Energiebereich – den Druck auf die Artenvielfalt nicht noch mehr erhöht. In diesem Punkt besteht auch im gegenwärtigen Entwurf des neuen globalen Rahmenabkommens Verbesserungsbedarf.
Flächen und Finanzen: es braucht mehr!
Flächenziele sind ein zentrales Thema, in der internationalen Diskussion genauso wie auf nationaler Ebene. Unter dem Motto «30by30» hat sich eine Gruppe von über 57 Ländern («High Ambition Coalition») dafür ausgesprochen, dass auf 30% der Land- und Meeresfläche die Bewahrung der Natur Vorrang haben soll. Die Schweiz gehört dieser Gruppe an – zu Recht, denn dieses Ziel ist auch für die Schweiz aus wissenschaftlicher Sicht nötig. Dabei geht es nicht nur um quantitative Ziele, sondern auch um qualitative Verbesserungen und um die Partizipation der betroffenen Bevölkerung. National wie auch international sind eine repräsentative Auswahl der Gebiete, ein fairer und umfassender Einbezug der GrundeigentümerInnen und aller Stakeholder nötig sowie ein abgestimmtes, wirksames und zielführendes Schutzgebietsmanagement.
Zur Diskussion stehen auch die Finanzen. Hierbei wird neben einer deutlichen Erhöhung der finanziellen Unterstützung an die Länder im globalen Süden (erneut) eine Umlenkung biodiversitätsschädigender Subventionen gefordert. Auch hier ergeben sich reichlich Ansatzpunkte für die Schweiz: sie reichen von der Erhöhung der finanziellen Mittel für die Biodiversität auf allen Stufen bis zur Abschaffung biodiversitätsschädigender Subventionen, deren Wert bekanntlich auf mindestens 40 Mrd. Franken jährlich geschätzt wird.
Wirtschaft und Konsum: Planetare Grenzen respektieren
Wer Biodiversitätsziele erreichen will, kommt nicht umhin, auch die Wirtschaft, den Handel und den Konsum in die Pflicht zu nehmen. Die Nachfrage in den Industrieländern und die Aktivitäten der dort angesiedelten Konzerne üben einen immensen Druck auf die Biodiversität in den Entwicklungsländern aus. Es braucht rechtlich verbindliche Spielregeln, dass ihre wirtschaftlichen Aktivitäten nicht zulasten von Umwelt und Menschenrechten gehen. Aktuell möchte der Entwurf des neuen globalen Biodiversitätsrahmenwerks nur die KonsumentInnen adressieren. Das reicht jedoch ebenso wenig wie rein freiwillige Verpflichtungen der Unternehmen. Die Schweiz zumindest hat mit dem Volksmehr zur Konzernverantwortungsinitiative ein klares Signal erhalten, dass mehr bindende staatliche Regeln gewünscht sind.
Es gibt noch viel zu tun… international und in der Schweiz
Der aktuelle Entwurf des neuen globalen Biodiversitätsvertrags liegt derzeit noch deutlich hinter den bestehenden Aichi-Zielen zurück, und berücksichtigt auch wichtige Aspekte der Biodiversitätskonvention nicht. In ihrem Bestreben nach einem griffigeren Vertragswerk liegen die Positionen der offiziellen Schweiz und von Pro Natura / Friends of the Earth erfreulicherweise in vielen Punkten nicht weit auseinander. Die Schweizer Delegation dürfte in den Verhandlungen manche der oben aufgeführten Forderungen aufgreifen. Bleibt zu hoffen, dass auch die Schweizer Biodiversitätspolitik, mit oder ohne starkes internationales Rahmenwerk, in Zukunft ambitionierter und griffiger wird.
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Natur im Naturpark: Nur Werbekulisse?
Als kleine Weltwunder werden die 16 Regionalen Naturpärke der Schweiz angepriesen. In diesen Pärken verpflichten sich Kantone und Gemeinden, die Natur und Landschaft zu erhalten und besonders zu fördern. Der Bund prüft die jeweiligen Gesuche und erteilt seine Anerkennung. Alle zehn Jahre wird dieser Prozess erneuert.
Pro Natura hofft, dass der Bund nur Regionen mit einem Naturpark auszeichnet, in denen echte Bemühungen für Natur und Landschaft erkennbar sind. Denn wie mit Natur und Landschaft in einzelnen Pärken umgegangen wird, darüber kann man sich mitunter wundern. 2017 hat das Bundesamt für Umwelt (Bafu) der Biosphäre Entlebuch als erstem Regionalen Naturpark das Label für weitere zehn Jahre bewilligt. Offenbar war das Bundesamt mit dem Einsatz des Kantons und der Gemeinden für Natur und Landschaft zufrieden.
Verteidigen Gemeinden die Natur?
Praktisch zur gleichen Zeit erhielt das Bafu vom Kanton Luzern die Information, dass die Umsetzung des Schutzes aller Hochmoore, Flachmoore und Auen von nationaler Bedeutung ungenügend sei. Nur acht Prozent der Biotope von Nationaler Bedeutung würden eine gute Qualität aufweisen.
Rund 80 Prozent dieser Biotope von nationaler Bedeutung liegen in der Biosphäre Entlebuch. Doch der Standortkanton Luzern konnte nicht einmal angeben, ob ausreichende Pufferzonen zum Schutz dieser Moore bestehen. Und neulich wurde bekannt, dass in der Biosphäre Entlebuch zwei Landwirte illegal einen Fahrweg durch ein Moor gebaut und dabei ein Flachmoor von nationaler Bedeutung geschädigt haben. Statt den Rückbau anzuordnen, will nun die Gemeinde Entlebuch die Strasse nachträglich bewilligen. Sind das die Leistungen für Natur und Landschaft, die von Kanton und Gemeinden in einem Regionalen Naturpark erwartet werden? Oder wird das Label Regionaler Naturpark vom Bund unbesehen verschenkt?
Auch beim Regionalen Naturpark Doubs kann man sich wundern. Idyllisch schlängelt sich der Doubs durch eine scheinbar intakte Juralandschaft. Doch nicht das ganze Gebiet auf Schweizer Seite gehört zum Regionalen Naturpark. Mittendrin klafft eine Lücke, weil die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Soubey eine Beteiligung am Park abgelehnt haben. Die Idylle ist zudem trügerisch: Der Doubs und die darin lebenden Tierarten haben mit enormen Problemen zu kämpfen. Trockene, heisse Sommer verschärfen das Problem zusätzlich.
Kantone und Gemeinden, die es mit der Erhaltung der Natur und Landschaft und einer nachhaltigen Wirtschaft ernst meinen, haben hier ein breites Betätigungsfeld. Ein Regionaler Naturpark könnte mit Kommunikation, Koordination und klaren Voten wertvolle Unterstützung für eine nachhaltige Entwicklung leisten. Doch leider geschieht dies nicht. Nicht einmal für den Abbruch des nicht mehr benötigten Stauwehrs bei Theusseret wagte sich der Park Stellung zu beziehen. Statt Engagement für Natur, Landschaft und Nachhaltigkeit und dem Aufzeigen vorhandener Probleme wird lieber das Bild einer heilen Welt vermittelt.
Wirklich nachhaltige Produkte
Die Regionalen Naturpärke selbst haben begrenzte Möglichkeiten, direkt auf Natur, Landschaft und Nachhaltigkeit Einfluss zu nehmen. Denn nicht sie entscheiden über Kraftwerke, Kläranlagen und andere Bauprojekte. Regionale Naturpärke können aber Waren und Dienstleistungen aus der Region mit einem Label versehen und so die Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit stärken. In einigen Pärken geschieht das sehr überlegt. Dort findet man Biowein, Trockenwürste aus Biofleisch, auf dem Holzfeuer hergestellten Alpkäse und andere Produkte, die zweifellos den Anspruch auf mehr Nachhaltigkeit erfüllen.
Doch es gibt auch Ausnahmen: Was haben Äpfel aus einer Intensivobstanlage mit Nachhaltigkeit und einem intakten Landschaftsbild zu tun und was die vielen konventionell produzierten Weine, die es im Warenkorb der Regionalen Naturpärke hat? Wenig nachhaltig produzierte Produkte schaden dem Image des Labels, selbst wenn die Produktion regional stattfindet.
In den kommenden Monaten werden in verschiedenen Regionen der Schweiz Gemeinden und Kantone entscheiden, ob sie die Weiterführung eines Regionalen Naturparks beantragen wollen, und der Bund hat zu entscheiden, ob er für weitere zehn Jahre seine Anerkennung erteilt. Es ist zu wünschen, dass jeder dieser Entscheide ein Entscheid zugunsten der Erhaltung und Förderung von Natur und Landschaft ist.
URS TESTER leitet bei Pro Natura die Abteilung Biotope und Arten.
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Info
Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
Das Pro Natura Magazin nimmt Sie mit in die Natur. Es berichtet über kleine Wunder, grosse Projekte und spannende Persönlichkeiten. Prächtige Bilder und exklusive Angebote runden das Lesevergnügen ab. Alle Pro Natura Mitglieder erhalten das Magazin exklusiv fünf Mal im Jahr. Es blickt auf 48 Seiten hinter die Kulissen politischer Entscheide, präsentiert Forschungsergebnisse, erklärt die Natur. Und es schildert, wo, wie und warum Pro Natura für die Natur kämpft.
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Netzwerk Schweizer PärkeNeue Methoden, alte Risiken
Am 2. März 2022 debattiert der Nationalrat zum zweiten Mal über die Verlängerung des Gentechnik-Moratoriums und darüber, wie mit den sogenannten neuen gentechnischen Verfahren umgegangen werden soll. Massive Versprechungen aus Industrie und Forschung zu den neuen Verfahren wie der Genschere CRISPR-Cas9 nähren die Hoffnung, damit tatsächliche Probleme lösen zu können. Die neuen Methoden führen aber auch zu neuen Unsicherheiten und werfen alte Fragen wieder neu auf: Ist ein Nebeneinander von gentechnikfreier Bioproduktion und GVO-Landwirtschaft in der kleinräumigen Schweiz möglich? Wer hat Zugang zu den neuen Sorten und Arten und zu welchen Kosten? Welche Auswirkungen auf die Biodiversität sind zu erwarten?
«Es ist zwingend notwendig, neue Sorten, welche mit der Aussaat in unsere Umwelt gelangen, nicht nur auf die Chancen, sondern auch auf ihre Risiken hin zu überprüfen», betont Landwirtschaftsexperte Marcel Liner von Pro Natura. «Dies ist aber nur möglich, wenn Produkte aus den neuen Verfahren weiterhin dem Gentechnikgesetz unterstellt bleiben.»
Resistenzen und Intensivierung
Unzählige wissenschaftliche Studien belegen bereits heute die negativen Auswirkungen einer globalisierten Landwirtschaft unter Einsatz von gentechnisch veränderten Sorten (GVO). Zu diesen Auswirkungen zählen beispielsweise der Einsatz noch giftigerer Pestizide und die Entstehung von «Superunkräutern», oder die Weitergabe der gentechnisch eingefügten Veränderung an verwandte Wildarten. «Die Erfahrungen in GVO-Anbauländern zeigen, dass die Anwendung von GVO zu einer weiteren Intensivierung in der Produktion und damit zu einer Verarmung der Biodiversität führen kann», so Liner. «Unsere Befürchtung ist, dass dies auch mit den neuen Verfahren passieren würde. Anzustreben ist aber das Gegenteil, nämlich eine biodiversitätsfreundliche Schweizer Landwirtschaft.»
Aussagen, wonach gentechnisch veränderte Organismen sicher seien, wenn in deren Erbgut keine artfremden Gene eingefügt wurden, sind wissenschaftlich nicht begründbar. «Die Risiken werden durch die erhöhte Eingriffstiefe der neuen Verfahren eher grösser. Wie gross sie tatsächlich sind, muss in jedem einzelnen Fall geprüft werden», verlangt auch Nationalrätin und Pro Natura Präsidentin Ursula Schneider Schüttel.
Pro Natura und diverse Umweltverbände plädieren deshalb für eine uneingeschränkte Verlängerung des Gentechnik-Moratoriums ohne Ausnahmen.
Kontakt:
Nathalie Rutz, Medienverantwortliche, Tel. 079 826 69 47, @email
Marcel Liner, Verantwortlicher Agrarpolitik, Tel. 061 317 92 40, @email
Ursula Schneider Schüttel, Präsidentin, Tel. 078 603 87 25, @email
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Documenti scaricabili
Pressebild Gentechnik © Matthias SorgPotrebbe anche interessarti
Ungezügeltes Wirtschaftswachstum, Liberalisierung und Globalisierung ohne Umweltauflagen haben im 20. Jahrhundert die natürlichen Ressourcen der Welt an den Rand der Erschöpfung gebracht, verbunden mit einem dramatischen Rückgang der Biodiversität und sozialem Ungleichgewicht.
Dabei verursachen die Industrienationen den überwiegenden Teil der Umweltzerstörung. Betroffen sind aber vor allem die Länder im Süden. Klimawandel und extreme Umweltbedingungen wirken sich dort katastrophal aus, wo die Möglichkeiten der Natur und der Menschen zur Anpassung am geringsten sind.
Wir arbeiten mit
Durch unsere Mitgliedschaft in und Arbeit mit internationalen Organisationen, namentlich im Netzwerk «Friends of the Earth» und in der IUCN, stärken wir die Erhaltung der Biodiversität weltweit. Wir unterstützen Umweltbewegungen in anderen Ländern, damit sich gerechte Gesellschaften im Einklang mit der Natur entwickeln können. Im Wissen um die ökologischen Zusammenhänge und um unsere Verantwortung in einer globalisierten Welt setzen wir uns dafür ein, dass die die Schweiz ihre Verantwortung in der Welt wahrnimmt.
Ziele:
- Der internationale institutionelle und rechtliche Rahmen für die Erhaltung der Biodiversität und den Umweltschutz ist gestärkt, und ebenso die gesetzgeberischen Instrumente in der Schweiz.
- Die im Natur- und Umweltschutz tätigen Partnerorganisationen in Europa und im globalen Süden - werden gestärkt.
- Unsere MitarbeiterInnen erweitern stetig ihr Verständnis von internationalen Zusammenhängen in ihrem Arbeitsbereich und sind in der Lage, die nationalen Debatten zu den internationalen Herausforderungen zu beeinflussen.
- Durch unser Engagement in den Gremien der internationalen Organisationen, deren Mitglied wir sind, tragen wir zur Entwicklung dieser Organisationen bei.
- Als führende Organisation eines reichen Landes mit starken Umweltauswirkungen auf andere Teile der Welt setzen wir uns für nachhaltige und auf Suffizienz basierende Gesellschaften. Wir sind solidarisch mit den Menschen, die unter den ökologischen Folgen unseres nicht nachhaltigen Lebensstils leiden.
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Matthias Sorg
- Demonstration von FoEI an der Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen © Matthias Sorg Demonstration von FoEI an der Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen.
Pro Natura engagiert sich auf mehreren Ebenen:
- Mit aktiver Beteiligung an politischen Prozessen. Wir nehmen Einfluss auf die internationale Politik der Schweiz und beteiligt uns als Anwältin der Natur an internationalen Verhandlungen.
- Im Rahmen des weltweiten Umweltnetzwerkes von «Friends of the Earth» engagieren wir uns seit 1995 an der Ausgestaltung einer nachhaltigen, globalen Umweltpolitik.
- Als Mitglied der «IUCN - International Union for Conservation of Nature», die Pro Natura mitgegründet hat und auf lokaler Ebene im Rahmen der CIPRA.
- Durch die Unterstützung von Naturschutzpartnern in Mittel- und Osteuropa.
«Wir sind Teil einer weltweiten Bewegung, die sich für den Erhalt der ökologischen und kulturellen Vielfalt unseres Planeten einsetzt, für uns selbst und für künftige Generationen. (...) Pro Natura ist sowohl regional mit ihren Sektionen, national mit dem Zentralverband als auch international als Schweizer Mitglied des Netzwerks Friends of the Earth und als Gründungsmitglied der IUCN verankert».
Unsere internationalen Projekte
Kleine Taten für die grosse Vielfalt
Unser buntes Puzzle für mehr Biodiversität
Es ist der 15. Februar 2021. In einem Notariat in Porrentruy unterzeichnen Jacques Villars und Marc Tourette im Namen von Pro Natura und Pro Natura Jura den Kaufvertrag für einen 33,6 Hektar grossen Wald am Doubs. Dank des Kaufs wird sich in einem grossen Teil dieses Waldes die Natur frei entfalten können.
Dass Pro Natura mit dem Abschluss von Verträgen die Natur fördert, ist nichts Aussergewöhnliches. Fast jede Woche werden für Pro Natura und die Pro Natura Sektionen Verträge über Schenkungen, Landkäufe oder langfristige Schutzverträge abgeschlossen. Ein Kaufvertrag über mehr als 30 Hektar kommt allerdings selten vor und macht deshalb ganz besonders Freude. Zusammen mit anderen vertraglich gesicherten Flächen ist so am Doubs Stück für Stück das Pro Natura Naturschutzgebiet Clairbief entstanden. Es umfasst mittlerweile rund 100 Hektar und erstreckt sich über 3,5 Kilometer dem Doubs entlang.
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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
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Zufälle und Strategien
Manche dieser Naturperlen fallen Pro Natura in den Schoss. So erbte Pro Natura Waadt 2014 Wald und Weide von La Cruchaude im Waadtländer Jura. Bei anderen Flächen geht es von der ersten Kontaktaufnahme bis zum Abschluss eines Vertrages mitunter Jahre. Andere Verträge kommen gar nie zustande. Sei es, weil der Eigentümer Forderungen stellt, die Pro Natura nicht erfüllen will, oder Verträge an einer restriktiven Auslegung des bäuerlichen Bodenrechtes scheitern. Zum Teil kann es auch Jahre dauern, bis ein Projekt umgesetzt werden kann. Bei Fischbach--Göslikon (AG) zum Beispiel hat Pro Natura 2012 Flächen gekauft. Doch auf die Bewilligung zur Wiederherstellung der ehemaligen Reussaue warten wir immer noch.
Als Kaufkriterien stehen die vorhandenen Naturwerte offensichtlich im Vordergrund, es können aber auch andere, oft strategische Faktoren eine Rolle spielen. Als sich etwa die Gelegenheit offenbarte, das Gelände für unser grossartiges Pro Natura Zentrum Champ-Pittet am Neuenburgersee zu erwerben, war es auch ein Kaufkriterium, als Grundbesitzerin auf den damals geplanten Bau der Autobahn A1 durch die Grande Cariçaie Einfluss nehmen zu können. Oder Pro Natura Aargau hatte die Gelegenheit erkannt, als im Raum Zurzach Landwirtschaftsflächen zum Verkauf angeboten wurden. Mit diesen Tauschflächen konnten später die Voraussetzungen geschaffen werden, um die Auenlandschaft beim «Chli Rhy» in Rietheim zu revitalisieren.
Die DNA von Pro Natura
Die Sicherung von Flächen zugunsten der Natur ist der Ursprung und sozusagen die DNA von Pro Natura. Weil in der Schweiz jeder Quadratmeter einen Eigentümer oder eine Eigentümerin hat und diese die Nutzung bestimmen, nutzt Pro Natura seit ihrer Gründung den Erwerb und die vertragliche Sicherung von Grundstücken zur Förderung der Natur. 1909 wurde der Verein als Schweizerischer Bund für Naturschutz gegründet, um Geld für die Sicherung von Flächen für den Schweizerischen National-park im Unterengadin zur Verfügung zu stellen.
Bereits 1910 kaufte Pro Natura selbst eine erste Naturschutzfläche, das 4,4 Hektar grosse Waldgebiet «Buhaul» oberhalb von Ilanz. Es ist damit das erste Pro Natura Naturschutzgebiet. 113 Jahre später hat es immer noch Bestand. Insgesamt besitzt Pro Natura in der Schweiz 6946 Hektar Land, sie ist eine der grössten privaten Grundeigentümerinnen der Schweiz. Jedes unserer rund 170 000 Mitglieder ist damit quasi anteilsmässige Eigentümerin oder Eigentümer von rund 400 Quadratmetern Biodiversität.
0,6 Prozent der Landesfläche
Das Netz der Pro Natura Naturschutzgebiete ist aber noch viel grösser. Momentan umfasst es:
Bei der Mehrheit der Gebiete ist Pro Natura nicht Grundeigentümerin, doch konnte sie Naturflächen durch langfristige Verträge sichern. So etwa auch den faszinierenden Aletschwald; der Vertrag zum Schutz des Waldes mit der Burgergemeinde Ried-Mörel feiert dieses Jahr sein 90-jähriges Bestehen, hoffentlich dauert der Schutz dieses einmaligen Gebietes noch weitere 90 Jahre an.
Oft ist die Sicherung der Fläche durch Eigentum und Verträge nur der erste Schritt zu mehr Natur. Danach definieren unsere Sektionen ein Schutzziel und fördern die Entwicklung der Naturvielfalt mit angepassten Massnahmen. Nicht immer ist das so spektakulär wie in Eglisau (ZH). Anstelle eines früheren Tanklagers blühen dort heute Blumen, quaken Laubfrösche, und ein Bächlein plätschert durch dieses ehemalige Industriegelände dem Rhein zu. Damit bildet dieses Gebiet nun eines von fast 800 bunten Puzzlestücken – unser ganz konkreter Beitrag für mehr Biodiversität in der Schweiz.
URS TESTER leitet bei Pro Natura die Abteilung Biotope und Arten.
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Notre puzzle coloré pour plus de biodiversité
Nous sommes le 15 février 2021. Dans une étude de notaire de Porrentruy, Jacques Villars et Marc Tourette signent un contrat de vente portant sur 33,6 hectares de forêt au bord du Doubs au nom de Pro Natura et de sa section jurassienne. Grâce à cette acquisition, la nature pourra se développer librement sur une vaste portion de forêt. Promouvoir la nature en concluant des contrats? Pour Pro Natura, cette démarche n’a rien d’inhabituel, elle y a recours quasiment chaque semaine, qu’il s’agisse d’une donation, d’un achat de terrain ou d’une convention de protection de longue durée. Mais il est rare qu’une transaction concerne plus de 30 hectares, et cela est donc particulièrement réjouissant. Ces parcelles s’ajoutent à celles que Pro Natura a déjà protégées par contrat au bord du Doubs, pour constituer morceau par morceau la réserve naturelle de Clairbief. Elle atteint aujourd’hui les 100 hectares et s’étend sur plus de 3,5 kilomètres le long de la rivière.
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Cet article a été publié dans le Magazine Pro Natura.
Le Magazine Pro Natura vous dévoile les petites merveilles de la nature, vous informe au sujet de gros projets et vous présente des personnalités captivantes. Il porte un éclairage sur les dessous des décisions politiques et révèle où, comment et pourquoi Pro Natura lutte pour la nature. Tous les membres Pro Natura le reçoivent cinq fois par an.
Stratégies et heureux hasards
Dans certains cas, c’est par un coup de chance que Pro Natura se retrouve propriétaire de joyaux naturels. Sa section vaudoise a par exemple hérité en 2014 de la forêt et du pâturage de La
Cruchaude dans le Jura vaudois. Pour d’autres sites, il s’écoulera des années entre les premiers contacts et la signature du contrat. Parfois, le processus n’aboutit pas, parce que le propriétaire pose des conditions que Pro Natura ne peut pas s’engager à tenir ou qu’une interprétation restrictive du droit foncier rural fait échouer la transaction. La phase de réalisation peut, elle aussi, subir des retards, comme à Fischbach-Göslikon (AG), où Pro Natura a acheté un terrain en 2012, mais attend toujours l’autorisation de renaturer l’ancienne zone alluviale de la Reuss.
La valeur écologique effective est évidemment l’un des critères prépondérants pour l’achat, mais d’autres facteurs, souvent stratégiques, entrent aussi en ligne de compte. Lorsque l’occasion s’est présentée d’acquérir le site de notre magnifique Centre Pro Natura de Champ-Pittet au bord du lac de Neuchâtel, l’achat a aussi été motivé par le fait qu’en devenant propriétaire, Pro Natura pouvait influencer le projet de construction de l’autoroute A1 à travers la Grande Cariçaie. Quant à Pro Natura Argovie, elle a su reconnaître une bonne affaire quand des terres agricoles ont été mises en vente du côté de Zurzach. Ces surfaces d’échange ont ultérieurement permis la revitalisation du paysage alluvial du «Chly Rhy» à Ritheim.
Dans l’ADN de Pro Natura
Se procurer des surfaces pour les dédier entièrement à la nature est la raison d’être initiale de Pro Natura et pour ainsi dire son ADN. Comme chaque mètre carré de sol suisse appartient à un ou une propriétaire, qui en détermine l’usage, les instruments de Pro Natura pour promouvoir la nature sont depuis le début l’achat de terrains et les conventions de protection. La Ligue suisse pour la protection de la nature – aujourd’hui Pro Natura – fut fondée en 1909 pour financer la sauvegarde des sites qui allaient constituer le Parc national suisse en Basse-Engadine.
En 1910 déjà, Pro Natura achetait elle-même une première aire naturelle protégée de 4,4 hectares, la forêt de «Buhaul» au-dessus d’Ilanz. Cette première réserve existe toujours 113 ans plus tard. Au total, Pro Natura possède actuellement 6 946 hectares de terrain en Suisse, ce qui la classe parmi les plus grands propriétaires fonciers privés du pays. Proportionnellement, chacun et chacune de nos quelque 170 000 membres se trouve pour ainsi dire propriétaire d’environ 400 mètres carrés de biodiversité.
0,6 % du territoire national
Le réseau des réserves naturelles de Pro Natura est cependant bien plus vaste. Il englobe à ce jour:
Dans la plupart des cas, Pro Natura n’en est pas propriétaire, mais a pu les protéger par des contrats de longue durée. Ainsi, la fascinante forêt d’Aletsch: la convention conclue avec la commune de Ried-Mörel fête cette année ses 90 ans d’existence, et nous espérons bien que la protection de ce lieu unique sera reconduit pour les 90 prochaines années.
La sauvegarde des terrains par acquisition ou convention n’est souvent que la première étape du processus de renaturation. Nos sections définissent ensuite un objectif de protection et assurent le développement des valeurs naturelles du site par le biais de mesures appropriées. Avec des résultats parfois spectaculaires, comme à Eglisau (ZH), où des reinettes coassent à l’emplacement d’un ancien dépôt de carburant. La zone industrielle s’est muée en un paradis pour la flore où un petit ruisseau gazouille en direction du Rhin. C’est une pièce de plus à ce puzzle multicolore qui en comprend presque 800 – notre contribution très concrète pour davantage de biodiversité en Suisse.
URS TESTER dirige la division Biotopes et Espèces chez Pro Natura.
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«Man sollte ein gutes Auge und Geduld haben»
Pro Natura Magazin: Können Sie uns das Projekt Florenatlas kurz erklären?
Françoise Hoffer: Zunächst muss man wissen: Die Veröffentlichung dieses Florenatlas sehnen Botanikinteressierte aus dem Hobby- und Profibereich seit mehr als einem Jahrhundert herbei. Den Anstoss für das Projekt gab vor zehn Jahren der Verein Cercle vaudois de botanique. Nach einem ersten Treffen im Gelände 2014 legte ein kleines Startteam die Arbeitsmethode fest. Sie orientiert sich am Raster unserer Landeskarten, das heisst an Quadraten von fünf mal fünf Kilometern. Danach konnten die Bestandsaufnahmen im Feld losgehen.
Wie war das organisiert?
Alle Teilnehmenden bekamen Quadrate zugeteilt. Ich habe 16 übernommen (lacht). Das ist viel, aber ich habe Zeit. Ich war im Vallée de Joux, bei Chavornay, in der Gegend von Montreux, vom Schloss Chillon bis hoch hinauf zum Rochers de Naye. Schwierige Orte wie Moor- oder Berggebiete haben wir mit Unterstützung von Fachleuten inventarisiert.
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Musste man eine Ausbildung in Biologie oder Botanik haben, um teilnehmen zu können?
Nein, das ist eben genau nicht die Idee. Es handelt sich um ein partizipatives Wissenschaftsprojekt. Wichtig ist, dass man über gute Kenntnisse in Botanik verfügt und vor allem gern in der Natur unterwegs ist. Ausserdem sollte man ein gutes Auge und Geduld haben und das Wandern lieben.
Wie sind Sie zu Ihrem grossen Wissen gekommen?
Die Natur hat mich schon immer interessiert. Ab 1994 habe ich mich jedoch stärker in die Botanik vertieft, als ich an der Inventur der Flora der Stadt Lausanne teilnahm. Das Kartieren von Pflanzen ist ein Hobby, dem ich viel Zeit widme. Beim Projekt in Lausanne wurden wir fachlich unterstützt: Einmal im Monat kamen wir im Botanischen Garten zusammen, um uns auszutauschen und Fragen zu klären. Wir konnten auch Pflanzen mitbringen und uns beim Bestimmen helfen lassen.
Die Hilfsmittel für das Inventarisieren haben sich weiterentwickelt, oder?
Oh ja, ganz klar. Das Arbeiten mit der FlorApp von Info Flora ist super! Was für eine Zeitersparnis! Man braucht nicht mehr alles von Hand zu notieren. Vor allem zeigt diese App, wonach man suchen muss.
Gibt es Flächen, die Sie besonders gern erforschen?
Ja, ich mag Brachflächen, Industriegebiete oder Campingplätze. All diese unscheinbaren Orte, wo man schöne Entdeckungen machen kann. Auch Privatgrundstücke besuche ich gern. Manchmal ist es zwar schwierig, hineinzukommen, aber dann ergeben sich oft erfreuliche Gespräche mit den Eigentümern.
Welche Bilanz ziehen Sie rückblickend aus Ihren Bestandsaufnahmen?
Es ist eine Katastrophe! Der Artenschwund beschleunigt sich.
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«Il faut avoir un bon œil et de la patience»
Magazine Pro Natura: Madame Hoffer, pouvez-vous nous présenter ce projet en quelques mots?
Françoise Hoffer: il faut d’abord savoir que cette publication est un événement attendu depuis plus d’un siècle par les naturalistes amateurs et les botanistes professionnels. Tout est parti du Cercle vaudois de botanique il y a dix ans. Une première séance de terrain a eu lieu en 2014, puis un petit groupe de départ a choisi la méthodologie qui s’appuie sur le maillage des cartes nationales, c’est-à-dire des carrés de cinq kilomètres sur cinq. Et c’est parti, sur le terrain pour les inventaires!
Comment était-ce organisé?
Chaque participant·e s’est vu attribuer des carrés. J’en ai pris 16 (rires). C’est beaucoup, mais j’ai du temps. Je suis allée à la vallée de Joux, vers Chavornay, dans la région de Montreux, du Château de chillon aux Rochers-de-Naye, ça grimpe par-là! Pour les terrains plus difficiles, comme les zones marécageuses ou la montagne, nous avons organisé les inventaires avec des guides.
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Pour prendre part à ce projet, fallait-il être biologiste ou botaniste professionnel·le?
Non, ce n’est justement pas l’idée. C’est un projet de science participative. Il fallait donc avoir de bonnes connaissances de botanique et surtout aimer être dans la nature, avoir l’œil et la patience, aimer marcher aussi.
Mais vous, d’où tenez-vous toutes ces connaissances?
J’ai toujours aimé la nature, et je me suis plongée dans la botanique surtout à partir de 1994 en participant à l’inventaire de la flore de la ville de Lausanne. C’est une passion, j’y consacre beaucoup de temps. Pour ce projet, nous étions soutenus: une fois par mois, nous avions des réunions au Jardin botanique de Lausanne pour échanger et poser des questions. Nous pouvions aussi amener des plantes pour nous faire aider dans la détermination.
Les outils d’inventaire ont dû évoluer, non?
Oui, c’est clair. Avec l’application FlorApp d’InfoFlora, c’est génial! Quel gain de temps! Plus besoin de tout noter sur un petit carnet. Surtout, cet outil permet de voir ce que l’on doit chercher.
Vous avez des terrains de prédilection?
Oui, j’aime particulièrement les terrains vagues, les zones industrielles, les campings. Tous ces endroits méconnus qui offrent de jolies découvertes. J’aime aussi les terrains privés. C’est parfois délicat d’y pénétrer, mais cela permet d’échanger avec les propriétaires et c’est aussi agréable.
Avec le recul qui est le vôtre, quel bilan tirez-vous de vos inventaires?
C’est la catastrophe! Les disparitions de plantes s’accélèrent.
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