Progetti
Mobile Einsatzgruppe «krampft» für die Natur
#NaturgemässBiken – die Kampagne sensibilisiert, baut Brücken und weckt Sympathien
Was passiert, wenn Mountainbiker/innen die Natur zu sehr lieben? Diese Frage wird im Videoclip aufgeworfen, mit dem Swiss Cycling und Pro Natura ihre neue Sensibilisierungskampagne vorstellen. Die Hauptbotschaft: Wer biken will, soll auch Verantwortung für die Natur übernehmen. Und ja – Respekt sieht besser aus mit Kleidung.
Gegenseitiges Verständnis fördern
Mit einem humorvollen Aufhänger und einer klaren Botschaft richtet sich die Kampagne an die wachsende MTB-Community und all jene Personen, die sich gerne in der Natur bewegen – egal, ob zu Fuss oder auf dem Bike. Der Claim: «#NaturgemässBiken – Freiheit auf Rädern, Natur im Herzen.» Ein zentrales Anliegen ist, auch die Bevölkerungsgruppen zu erreichen, die noch wenig Verständnis für den Mountainbikesport haben oder ihn pauschal als naturfeindlich wahrnehmen. Die Kampagne will sensibilisieren, Brücken bauen und Sympathien wecken. Im Mittelpunkt steht dabei ein kurzer Clip, der seit Juni schweizweit im öffentlichen Verkehr sowie in den Sozialen Medien ausgestrahlt wird. Am Ende des Videos wird auf die eigens eingerichtete Landingpage www.velostainability.ch verwiesen; sie beinhaltet praktische Verhaltenstipps, Hintergrundwissen und Videos zum MTB-Kodex. Das Ziel: Aufzeigen, dass Mountainbiken und Naturschutz keine Gegensätze sind, sondern sich wunderbar ergänzen. Denn wer regelmässig in der Natur unterwegs ist, hat auch ein Interesse daran, sie zu erhalten.
Mitdenken – für die Natur.
«Wir wollen mit dieser Kampagne keineswegs den Mahnfinger heben, sondern ein neues, sympathisches Bild des Mountainbikens vermitteln – eines, das Rücksichtnahme, Umweltbewusstsein und Lebensfreude vereint», sagt Paloma del Mar Kilchenmann, Projektverantwortliche von Swiss Cycling. Andreas Boldt von Pro Natura ergänzt: «Der Naturschutz profitiert, wenn Erholungssuchende mitdenken. Und Mountainbiker/innen sind bereit dazu – das wollen wir sichtbar machen.»
Die Kampagne wird in beliebten Naherholungsgebieten für Bikende lanciert – etwa in den Kantonen Bern, Waadt, Aargau, Solothurn, Zug und St. Gallen. Überall dort, wo viele Menschen die Natur aktiv nutzen, soll die Kampagne zu einem respektvollen Miteinander und gelebter Koexistenz beitragen.
Swiss Cycling und Pro Natura laden weitere Partnerorganisationen, Unternehmen und öffentliche Stellen herzlich ein, sich einzubringen – sei es als Multiplikatoren oder Förderer einer gemeinsamen Vision: mehr Rücksicht, mehr Verständnis und mehr Naturverbundenheit im Mountainbike-Sport.
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Gemeinsame Medienmitteilung von Swiss Cycling und Pro Natura
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«Goldgräberstimmung» bedroht Gletschervorfelder
Der Gletscherschwund nimmt weiter Fahrt auf, und schon in wenigen Jahrzehnten ist das ewige Eis unserer Gebirge grösstenteils Geschichte. Zurück bleiben die eisfreien Flächen – Zeugen der Unfähigkeit der Weltgemeinschaft, den Klimawandel auf ein erträgliches Mass zu begrenzen.
Die tauenden Gletscher hinterlassen aber nicht nur karge Felslandschaften, sondern, je nach Lage, Naturräume von unschätzbarem Wert. Gletschervorfelder, die mitunter schon seit 1850 vom Eis freigegeben wurden, sind dynamisches Neuland, wo sich die Natur entfalten und ein farbenprächtiges Mosaik unterschiedlichster Lebensräume entstehen kann: von Gletscherseen über Deltas und Moorflächen bis hin zu alpinen Auen und Schwemmebenen. Das im Frühjahr und Sommer abfliessende Schmelzwasser ist das prägende Element, das diese einzigartigen Gewässerlandschaften formt, belebt und verändert.
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Raphael Weber
Neue Lebensräume und Rückzugsgebiete
Gletschervorfelder bieten Lebensraum für eine Vielzahl seltener Pflanzengesellschaften, die sich in verschiedenen Sukzessionsstadien befinden. Darunter sind seltene Arten, die an kühle Temperaturen gebunden sind. Auch zahlreiche bedrohte Tierarten, insbesondere aquatische Wirbellose, profitieren von diesen Lebensräumen. Mit dem Klimawandel und der zunehmenden Erwärmung der tieferen Lagen sind kältebedürftige Arten gezwungen, in höhere Lagen abzuwandern, um weiter bestehen zu können. In den Gletschervorfeldern finden sie einen Zufluchtsort. Studien zeigen, dass in den europäischen Alpen über 2000 Pflanzen-, Pilz- und Tierarten ihre Verbreitung aufgrund steigender Temperaturen bereits in höhere Gebiete verlagert haben.
Ihre unberührte Schönheit und Dynamik machen die Gletschervorfelder zu ursprünglichen Orten, die in der vom Menschen stark beeinflussten Landschaft der Schweiz rar geworden sind. Ihre Abgeschiedenheit – oft sind die Gebiete nur durch mehrstündige Wanderungen erreichbar – trägt zu ihrem Schutz bei.
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Raphael Weber
Kriterien erfüllt – und trotzdem ungeschützt
Im politischen Ringen um die Energiewende wird der landschaftliche und ökologische Wert allerdings oft übersehen oder ganz bewusst übergangen. Es droht darum die Zerstörung dieser Lebensräume, noch bevor eine gesellschaftliche Debatte über ihren Schutz stattgefunden hat. Aktuelle Gesetze ermöglichen es, dass wertvolle Gletschervorfelder für neue Wasserkraftprojekte eingestaut werden können, obwohl sie die Kriterien für eine Aufnahme in das Aueninventar erfüllen. Das Bundesparlament hat 2023 entsprechende Regelungen verabschiedet, die den Bau von Wasserkraftanlagen auf diesen Flächen ermöglichen, sofern sie nicht bis zum 1. Januar 2023 im Aueninventar aufgenommen waren.
Die Begründung ist oft dieselbe: Winterstrom. Das greift aber zu kurz. Erstens haben wir bereits grosse Speichervolumen in den Bergen, und zweitens gibt es Ausbaumöglichkeiten an bestehenden Stauseen, die ohne grosse neue Eingriffe umsetzbar wären. Vielfach sind solche Vorhaben aber blockiert. Nicht aus Gründen des Naturschutzes, sondern weil die Kantone die Werke in absehbarer Zeit übernehmen (Heimfall) und die Betreiber darum nicht mehr investieren wollen. Zu beachten ist auch, dass die Strommenge, die aktuell in nicht einmal vier Monaten durch neue Solaranlagen auf bestehenden Infrastrukturen zugebaut wird, dem jährlichen Stromertrag eines neuen Stausees in der Grösse von Zervreila entspricht. Ein Viertel dieses Solarstroms ist Winterstrom und vielfach sogar günstiger als Strom aus neuen Wasserkraftwerken.
Balance zwischen Schutz und Nutzung
Es gilt darum, eine ausgewogene Balance zwischen Schutz und Nutzung zu finden und zu verhindern, dass diese kostbaren Lebensräume unwiederbringlich zerstört werden. Die Gletschervorfelder sind nicht nur ein Erbe (und Mahnmal) der Vergangenheit, sondern eine einmalige Chance für unsere Natur und Artenvielfalt.
Michael Casanova betreut bei Pro Natura die Dossiers Energiepolitik und Gewässerschutz.
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Raphael Weber
«Das ist ein ideales Freilandexperiment»
Die emeritierte Innsbrucker Geobotanik-Professorin Brigitta Erschbamer forschte ab
den 1990er-Jahren über Pionierpflanzen im Hochgebirge, hauptsächlich im Gletschervor-
feld des Rotmoosferners im Tiroler Ötztal.
Pro Natura Magazin: Frau Erschbamer, was ist die besondere ökologische Bedeutung von Gletschervorfeldern?
Brigitta Erschbamer: In Gletschervorfeldern findet die Besiedelung durch Pflanzen von null an statt. Das heisst, wir können von Beginn an verfolgen, wie sich eine neue Pflanzengemeinschaft bildet. Das ist eine Art ideales Freilandexperiment. Nach 40 bis 50 Jahren Eisfreiheit ist ein Maximum an Arten erreicht. Dann pendelt sich die Artenzahl pro Fläche langsam ein. Es kommen noch Arten dazu, aber die Pionierarten verschwinden.
In 40 bis 50 Jahren werden leider die meisten Gletscher in den Alpen verschwunden sein, ausser in wenigen Hochlagen.
Wir sehen jetzt schon, dass im Zuge des Klimawandels die Entwicklung immer rascher geht. Vor 50, 60 Jahren hatten wir noch Zeiträume von 5 bis 10 Jahren, bis sich Pflanzen auf diesen neuen Gletschervorfeldern ansiedelten. Jetzt beobachtet man schon nach einem Jahr Eisfreiheit bereits die ersten Pflanzen. Je tiefer hinab sich ein Gletschervorfeld zieht, desto stärker und schneller gehen die Veränderungen vor sich, bis hin zu einer Wiederbewaldung. Bei Ihnen in der Schweiz kommt da oft die Lärche ins Spiel.
In der Schweiz beschäftigt uns als Naturschutzorganisation die Vielzahl an Ideen für neue Stauseen im Bereich wachsender Gletschervorfelder. Wie ist das in Österreich?
Ja, diese Diskussion gibt es natürlich auch hier in Tirol. Da wird aufgrund der Rechtslage oft um die Definition eines Gletschervorfeldes gerungen. Ist es noch ein Gletschervorfeld, wenn es durch Ereignisse wie Murgänge überformt worden ist …
… weil in Österreich ein Gletschervorfeld eigentlich per se ein geschützter Lebensraum ist …
… ja, theoretisch schon. Aber die unterschiedlichen Begehrlichkeiten haben zu einer vagen Definition geführt, was überhaupt noch ein Gletschervorfeld ist und was nicht mehr.
Was wären denn aus Ihrer Sicht Kriterien, die unbedingt für den Schutz eines Gletschervorfeldes sprechen?
Ganz gleich, ob da irgendwelche Überprägungen durch Muren oder Überschwemmungen sind: Ein Gletschervorfeld muss als Ganzes gesehen und unter Schutz gestellt werden. Die Diskussion erübrigt sich, wenn man diese Gebiete in ihrer ausserordentlichen ökologischen Bedeutung anerkennt. Zum Beispiel für Hochgebirgspflanzen, die im Klimawandel hier ihre letzten Rückzugsräume haben könnten. Und wo sonst sieht man die Entstehung von Lebensräumen und Artengemeinschaften so wie in einem Gletschervorfeld? Nirgends! Darum sind diese Lebensräume, gerade auch die Pflanzengesellschaften entlang der Gletscherbäche, auf höchster EU-Ebene geschützt. Sie sind schlicht einmalig und unersetzlich.
Apropos Gletscherbäche: Eine Erkenntnis aus Ihrer Forschung hat mich überrascht. In einem Gletschervorfeld können Jungpflanzen auch verdursten, las ich bei Ihnen.
Ja, unsere Experimente zeigten, dass zwei Faktoren entscheidend sind für die Ansiedlung von Pflanzen, nämlich – nicht überraschend – die Verfügbarkeit von Samen, aber eben auch die Trockenheit. Auf den oft sandigen Böden vor Ort können längere Trockenheitsperioden die Ansiedlung von Pflanzen lange hinauszögern oder gar verhindern. Mit dem Klimawandel verschärft sich auch dieser Effekt.
Rico Kessler, Redaktor für das Pro Natura Magazin
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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
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Modernisierungen auf der Alp
Unser Tagesziel ist Gros Jable, eine Alp im Vallée de la Torneresse, mitten im Pays d'Enhaut. Die Alp ist im Besitz der Waadtländer Sektion von Pro Natura. «In den 1970er-Jahren, als der Tourismus in der Schweiz boomte, beschloss die Sektion, mehrere Alpen zu erwerben», erklärt die Schutzgebietsverantwortliche Kelly Delavy. Nicht etwa mit dem Ziel, die Natur unter eine Schutzglocke zu stellen, sondern um die traditionelle Rolle der Berglandwirtschaft fortzuführen und die wertvollen Wiesen und Weiden zu erhalten. «Ohne Beweidung würden die Flächen schnell wieder verwalden», sagt Kelly Delavy. «Deshalb setzen wir uns für den Erhalt einer traditionellen Landwirtschaft ein, die auch möglichst nachhaltig ist.»
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Tania Araman
- 50 Kühe und 70 Rinder sind im Sommer auf Le Jable. Ohne Beweidung würden die Flächen schnell verwalden.
Kelly Delavy führt uns zu Bergbauer Nicolas Henchoz, der seit zwölf Jahren mit seinen fünfzig Kühen und siebzig Rindern jeweils den Sommer in Le Jable verbringt. Um zu ihm zu gelangen, nehmen wir eine kleine Seilbahn, die normalerweise dem Transport von Material und Personal vorbehalten ist. Dabei können wir das Naturschutzgebiet La Pierreuse mit seinen sattgrünen Gipfeln, Weiden und Tannen- und Fichtenwäldern von oben bewundern. Kelly Delavy: «Keine unserer Alphütten liegt oberhalb der Waldgrenze. Da solche Gebiete bereits waldfrei und offen sind, würde sich dort ein Engagement nicht lohnen.»
Nach etwa 15 Minuten sind wir am Ziel angekommen. Die Kühe sind noch im Stall. Das einzige Lebenszeichen ist ein Räuchlein, das aus dem Kamin steigt. Im Inneren der Hütte finden wir Nicolas Henchoz beim Käsen. In einem grossen Kessel, der mit Holzfeuer beheizt wird, nimmt der Étivaz seinen Anfang. «Das ist eines der Kriterien, um das Label AOP zu erhalten», erklärt Henchoz. Diese Anforderung geht auf die Gründung der Genossenschaft der Étivaz-Produzenten AOP im Jahr 1935 zurück. In den letzten Jahren kamen weitere Normen hinzu, namentlich in Bezug auf die Hygiene. «Und hier kommt Pro Natura Waadt, der Eigentümer, ins Spiel», betont Kelly Delavy. «Wir finanzieren beispielsweise die Erneuerung des Bodens im Käsereiraum oder den Bau eines Miststocks hinter der Alphütte, der nun auf allen Alpen vorgeschrieben ist.»
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Tania Araman
- Seit zwölf Jahren produziert Nicolas Henchoz in einem grossen, holzbefeuerten Kessel Ètivaz-Käse.
Auf einer grossen Betonplatte, die auf drei Seiten durch Mauern begrenzt ist, wird der Kuhmist einige Wochen lang gelagert. «Die Flüssigkeit läuft in einen Graben, den Rest verteilen wir nach einem genauen Plan auf der Weide, um die Flora so wenig wie möglich zu beeinträchtigen», erklärt Nicolas Henchoz.
Mehr Komfort für die Bergbauern
In Gros Jable wurden bereits 2016 Solarzellen installiert, die die Alphütte autark machen. Nur das Melksystem für die Kühe wird von einem Generator betrieben. Nun steht die Erneuerung des Schindeldachs an. Nicolas Henchoz wird die Gelegenheit nutzen, um im Obergeschoss der Hütte ein weiteres Zimmer einzurichten, in dem dann von Anfang Juni bis Mitte August seine Frau und die drei kleinen Kinder etwas bequemer untergebracht sein werden. «Die Zeiten haben sich geändert», meint Kelly Delavy. «Früher gingen die Bauern allein auf die Alp. Komfort gab es dort keinen, es gab weder Wasser noch Strom und manchmal nur ein Strohbett. Heute möchten die Bergbauern oft ihre Familie dabeihaben. Wenn wir unsere Älpler behalten wollen, müssen wir ihnen gute Arbeitsbedingungen bieten.»
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Tania Araman
- Dank einem neuen Miststock hinter dem Stall können die Düngestoffe besser gelagert und präzise verteilt werden.
Die Gesamtkosten für die seit 2022 in Gros Jable durchgeführten Renovierungs- und Unterhaltsarbeiten belaufen sich auf 90 000 Franken. Auch bei den anderen zehn Alphütten, die im Besitz von Pro Natura Waadt sind, müssen regelmässig Renovationen durchgeführt werden. Die Sektion wird dabei mit Subventionen des Kantons und des Fonds Landschaft Schweiz unterstützt. Zudem hat sie ein Fundraising organisiert, um über mehrere Jahre auf ein fixes Budget zählen zu können.
Als wir die Alp verlassen, sind die Kühe am Grasen, und die Klassenkameraden eines der Kinder von Nicolas Henchoz schauen bei der Käseherstellung zu. Wir steigen wieder in die kleine Seilbahn – deren Unterhaltskosten übrigens auch von Pro Natura Waadt getragen werden – und fahren zu Tal. Kelly Delavy unternimmt diese Fahrt während des Sommers regelmässig, um nachzuschauen, ob auf der Alp alles gut läuft. «Als wir die Alphütten kauften, befürchteten die Leute, dass wir sie verfallen lassen würden. Sie konnten sich mittlerweile vom Gegenteil überzeugen.»
Tania Araman, Redaktorin Pro Natura Magazin
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Von sehr heiss bis klirrend kalt, von üppig bis karg, von ganz trocken bis sehr feucht: Unsere Berge sind ein äusserst vielfältiger Lebensraum. Deshalb sind sie eine Schatzkammer der Natur und Heimat für viele Tiere und Pflanzen. Je mehr wir uns an dieser Schatzkammer bedienen, desto mehr verliert sie an Wert:
- Tourismus: Die zunehmenden Ansprüche des Tourismus setzen die Alpen unter Druck. Bergbahnen erschliessen neue Gebiete. Mountainbike-Trails, Hängebrücken oder Aussichtsplattformen verstellen die Landschaft.
- Landwirtschaft: Auch eine nicht standortangepasste landwirtschaftliche Bewirtschaftung stört die sensiblen Lebensräume. Diese Entwicklung ist für viele Arten schwierig bis lebensbedrohlich.
Unser Ziel: Alpen schützen
Die alpine Heimat der empfindlichen Tiere und Pflanzen braucht unseren Schutz. Wir setzen uns für einen naturschonenden Tourismus und eine standortangepasste Landwirtschaft ein.
Skigebiete und Kunstschnee
Wir wehren uns gegen den zügellosen Ausbau von Skigebieten und wollen keine künstlichen Beschneiungen. Pistenplanierungen und Skibetrieb sind an sich schon massive Eingriffe in die Landschaft. Die Herstellung und Verteilung von Kunstschnee verschlingen zusätzlich viel Wasser und Strom. Riesige Speicherseen werden in urtypische Landschaften gegraben. Das Verlegen von Wasser- und Stromleitungen erfordert weitere umfangreiche Eingriffe mit schweren Baumaschinen. Die sensible Vegetation erholt sich davon nur sehr langsam.
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Berg- und Alpwirtschaft
Die Herausforderung für eine Berglandwirtschaft im Einklang mit der Natur ist gross. Eine zu intensive Bewirtschaftung mit Hochleistungskühen, Kraftfutter und Kunstdünger stört die sensiblen Lebensräume von Wiesen und Weiden. Kleinstrukturen und Bergblumen verschwinden und damit eine ganze Palette von darauf angewiesenen Insekten, Reptilien und Brutvögeln.
Auf der anderen Seite führt eine zu schwache Nutzung zu Vergandung und Verbuschung. Auch diese Entwicklung ist für die Biodiversität nicht gut. Eine weitere aktuelle Herausforderung ist die Koexistenz von Nutztieren und grossen Beutegreifern wie dem Wolf im Berggebiet. Bei allen Themen arbeitet Pro Natura intensiv an Lösungen. Sei es durch politische Arbeit oder mit konkreten Projekten draussen im Feld.
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Matthias Sorg
- Eine zu intensive Bewirtschaftung stört die sensiblen Lebensräume.
Unsere Arbeit: in der Schweiz
Unsere Sektionen schützen mit vielen praktischen Projekten die einmalige Alpenwelt. Naturschutzgebiete wie «Vanil Noir» im Kanton Freiburg oder das «Hintere Lauterbrunnental» im Kanton Bern zeigen die Schönheit der Natur in allen Facetten.
Projekte:
Initiativen:
Passende Naturschutzgebiete zum Entdecken:
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Matthias Sorg
- Wanderziegen fördern die Artenvielfalt und helfen bei der Entbuschung.
Unsere Arbeit: international
Der Schutz der Alpen hört nicht an den Grenzen auf. Pro Natura ist Mitglied der CIPRA Schweiz und der CIPRA International. Die CIPRA setzt sich für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung im gesamten Alpenraum ein. Auf Initiative der CIPRA entstand die Alpenkonvention. Dieses internationale Abkommen zwischen den Alpenländern ist enorm wichtig für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Projekte in den Alpen
Heckenverbindungen
Die neue Generation Blauflügeliger Ödlandschrecken entdecken
Rund 120 Eier legt das Weibchen der Blauflügeligen Ödlandschrecke Ende Sommer in den Boden. Miterleben, wie ihre Jungtiere das Licht der Welt erblicken, wird sie nicht. Denn während die nächste Generation im Eistadium den Winter überdauert, sterben die Elterntiere mit dem ersten Frost im Herbst. Zwischen April und Mai schlüpfen dann die nur wenige Millimeter grossen Nymphen. Sie sehen zwar schon aus wie Miniaturversionen ihrer Eltern, die namensgebenden blauen Flügel fehlen jedoch noch. Um diese zu entwickeln, häuten sich die Weibchen vier und die Männchen fünfmal und passen dabei ihre Grundfärbung der Umgebung an.
Die bedrohte Welt der Insekten
«Neben der Blauflügeligen Ödlandschrecke erwachen auch viele andere Insekten im Frühling zum Leben. Der ideale Zeitpunkt, diese genauer zu studieren», sagt Elisabeth Karrer, Projektleiterin Umweltbildung bei Pro Natura. Schliesslich machen Insekten 60 Prozent aller Tierarten weltweit aus und 60 Prozent der Schweizer Insekten sind gefährdet. Dabei sind sie zentral für natürliche Kreisläufe wie die Bestäubung oder die Umwandlung von totem Material. Wo Insekten bedroht sind, sind deshalb auch unsere Lebensgrundlagen bedroht.
Beobachten, bestimmen, fördern
Ob mit der Schulklasse, der Familie oder auch allein; Insekten lassen sich in der Natur wunderbar entdecken. Unser Tier des Jahres zum Beispiel findet man auf sonnig, kargem Gelände, wie Kiesbänken oder verwilderten Bahn- und Gewerbearealen, bevorzugt im Wallis, Tessin und entlang des Jurasüdhangs.
Um auch die vielen anderen Insekten besser zu verstehen, hat Pro Natura einen Bestimmungsfächer sowie ein Naturtagebuch entwickelt. «Letzteres liefert auch Tipps, wie Balkon, Garten oder Schulhof insektenfreundlicher gestaltet werden können, damit im nächsten Frühjahr wieder eine neue Insektengeneration zum Leben erwacht», ergänzt Elisabeth Karrer.
Weitere Informationen:
- Insekten entdecken mit Naturtagebuch und Bestimmungsfächer
- Dossier zum Tier des Jahres 2023
- Das Insektensterben bedroht unsere Lebensgrundlage
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Headerfoto: © Christian Roesti
Les œdipodes turquoise vont éclore
À la fin de l’été, la femelle de l’œdipode turquoise dépose environ 120 œufs dans le sol. Elle ne verra pas naître sa progéniture. Alors que la génération à venir passe l’hiver au stade de l’œuf, les parents meurent dès les premières gelées d’automne. Les nymphes éclosent entre avril et mai de l’année suivante. Mesurant à peine quelques millimètres, ce sont des versions miniatures des insectes adultes, moins les ailes azurées qui donnent son nom à l’espèce. Avant leur apparition, les femelles connaîtront quatre mues et les mâles cinq, la couleur de base de leur livrée s’adaptant à celle de leur environnement.
Le monde menacé des insectes
«Comme l’œdipode turquoise, beaucoup d’insectes reprennent vie au printemps. C’est le moment idéal pour les observer», explique Delphine Seydoux, responsable Ecole Suisse romande. Rappelons que 60 % des espèces animales de la planète sont des insectes – et que 60 % des insectes suisses sont menacés. Ils jouent un rôle capital dans les cycles naturels comme la pollinisation ou la transformation des matériaux morts. Quand les insectes sont en danger, les conditions essentielles à notre vie sur Terre le sont aussi.
Observer, déterminer, promouvoir
Dans le cadre d’une sortie scolaire, en famille ou en solo, il est passionnant d’observer les insectes dans leurs habitats naturels. Notre Animal de l’année se rencontre sur des sols arides et ensoleillés comme les bancs de graviers et les terrains en friche, en bordure des voies ferrées et des zones industrielles, de préférence en Valais, au Tessin et le long du versant sud du Jura.
Pour mieux comprendre le monde des insectes qui nous entourent, Pro Natura a édité des guides de poche et des informations permettant d’identifier les espèces, ainsi qu’un journal de terrain. «Ce dernier montre aussi comment aménager balcons, jardins et préaux pour que les insectes s’y sentent mieux, ajoute Delphine Seydoux, afin que la prochaine génération puisse éclore au printemps prochain.»
Informations complémentaires:
- Découvrir les insectes
- Dossier sur l’Animal de l’année 2023
- La disparition des insectes menace nos conditions d’existence
Contacts:
- Delphine Seydoux, responsable Ecole Suisse romande, tél. 079 357 27 99, @email
- Leo Richard, chargé de communication Pro Natura, tél. 079 378 37 11, @email
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Photo: © Christian Roesti
Pro Natura Vaud s’engage pour la biodiversité en milieu agricole
Stand – Kommen Sie vorbei!
Pro Specie Rara Markt Wildegg
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Wir freuen uns, über Ihren Besuch!
Öffnungszeiten:
Sa, 02.05.2026, 09:00 - 17:00
So, 03.05.2026, 09:00 - 16:00
Weitere Informationen zum Setzlingsmarkt: https://www.prospecierara.ch/erleben/veranstaltungen/veranstaltungen-de…
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Schloss Wildegg
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gratis
Mulchregelung bedroht Biodiversität im Alpenraum
Mit einem Grossteil der Anpassungen im neuen Landwirtschaftspaket 2023 zeigt sich Pro Natura einverstanden. Aber: «Die vorgeschlagene Regelung für das Mulchen im Sömmerungsgebiet ist ein Rückschritt für die akut bedrohte Biodiversität und muss zurückgewiesen werden», betont Marcel Liner, Experte für Agrarpolitik bei Pro Natura.
Fehlende wissenschaftliche Grundlagen
Moderne Mulchgeräte sehen aus wie überdimensionierte Rasenmäher oder sind an Traktoren befestigt. In den sensiblen und bisher wenig beeinflussten Naturgebieten der Alpen hinterlassen sie entsprechende Verwüstung. Fotos von gemulchten Flächen im Alpenraum zeigen, welche drastischen Folgen ein grossflächiger und unsachgemässer Einsatz haben kann: aufgerissener Boden und verhäckselte Zwergsträucher auf den sonst naturnahen Alpflächen. «Das ist nicht nur unschön anzusehen und negativ für den Tourismus, sondern schädigt auch Biodiversität und Boden», kritisiert Liner. Wissenschaftliche Untersuchungen zu den Auswirkungen beispielsweise auf die stark bedrohte Insektenwelt im Alpenraum fehlten im Vorschlag des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW).
Mehr administrativer Aufwand
«Mit dem unausgereiften Vorschlag zum Mulchen im Sömmerungsgebiet hat das BLW dem Druck einiger weniger Kantone nachgegeben», bedauert Liner. Dabei ist die Unterscheidung zwischen Weidepflege und Entbuschung, wie sie die Vorlage vorsieht, in der Praxis kaum umsetzbar und wird den administrativen Aufwand für die Kantone weiter erhöhen.
Auch Pro Natura ist der Ansicht, dass Weiden vor Verbuschung und Vergandung geschützt werden müssen. «Das sieht die bestehende Direktzahlungsverordnung schon jetzt so vor. Doch der Trend hin zu immer weniger und immer grösseren Landwirtschaftsbetrieben führt zu laufend weniger Arbeitskräften, weniger Biodiversität und zu einem Rückgang von Ziegen und alptauglichen Rindern», so der Experte.
Es braucht regionale Alpkonzepte
Die übergeordneten Herausforderungen der Alpwirtschaft werden allein mit mehr Maschineneinsatz nicht gelöst. Dafür sind regionale Alpkonzepte notwendig, die aufzeigen welche Alpen in den kommenden Jahrzehnten überhaupt weiterhin bestossen werden können, wo genügend Tiere vorhanden sind und wo eine Bewirtschaftung besser aufgegeben werden muss. Darum weist Pro Natura die neue Mulchregelung des BLW zurück. Agrarexperte Liner bekräftigt: «Zuerst braucht es eine grundsätzliche Diskussion über eine Alpwirtschaft mit Zukunft.»
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Medienmitteilung zur Vernehmlassungsantwort zum Landwirtschaftspaket 2023
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Exkursion
Excursion le brame des cerfs I
Le brame des cerfs résonne à travers la forêt d'Aletsch. À l'aube, nous partons à l'affût à la recherche des rois de la forêt d'Aletsch et avec un peu de chance nous pourrons les observer en train de bramer.
Coûts
- Adultes: CHF 15.-
- Enfants (7 à 16 ans): CHF 7.50
Guide
Nathan Rudin, ingénieur en sciences de l'environnement
Point de rendez-vous
Rassemblez-vous à l'heure indiquée devant la Villa Cassel et restez silencieux.
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Participant·e·s: Minimum 6, maximum 15 personnes; enfants à partir de 7 ans.
Une inscription est obligatoire.
Der Biber — Landschaftsgestalter und Klimahelfer
Ausbau der Erneuerbaren: UREK-N sagt Ja zum Biotopschutz - doch der Kompromiss braucht noch Verbesserungen
Die UREK-N stellt sich hinter die wertvollsten Naturgebiete in der Schweiz, was die Umweltallianz begrüsst. Die Biotope von nationaler Bedeutung umfassen Moore, Auen, Trockenwiesen und Amphibienlaichgebiete und machen nur gerade 2 Prozent unserer Landesfläche aus, beherbergen aber ein Drittel aller bedrohten Tier- und Pflanzenarten. So speichern sie beispielsweise auch CO2 und schützen uns vor Dürren und Überschwemmungen. Dieses Herz der Natur ist im Kampf gegen die Klima- und Biodiversitätskrise besonders wichtig.
Zugleich relativiert die Kommission aber den Schutz für Gletschervorfelder und alpine Schwemmebenen, die mit dem Rückzug der Gletscher nationale Bedeutung erreichen könnten. Dies ist aus wissenschaftlicher Sicht unnötig und bedauerlich, denn viele dieser Pionierstandorte sind sehr selten und somit für den Erhalt der Biodiversität der Alpen zentral. Für eine sichere Winterstromversorgung ist es nicht notwendig, diese Gebiete zu nutzen.
Für die Winterstromversorgung will die UREK-N auf die 15 Projekte des Runden Tisches Wasserkraft setzen. Die Umweltverbände betonen, dass die geltenden Verfahren dazu eingehalten und die am Runden Tisch zugesagten Schutz- und Ausgleichsmassnahmen ebenfalls angewendet werden müssen.
Die erweiterte Pflicht für Solarenergie auf Neubauten und Infrastrukturbauten geht in die richtige Richtung. Der Solarausbau sollte prioritär auf bestehender Infrastruktur stattfinden. Sehr kritisch sehen die Umweltorganisationen die Standortgebundenheit der Windanlagen im Wald, da die Biodiversität im Wald wesentlich höher ist als im Kulturland.
Aktion «Retten wir das Herz der Schweizer Natur»
Diverse Verbände appellieren gemeinsam an die Politik, am Schutz der Biotope von nationaler Bedeutung festzuhalten. Ohne Biotopschutz könnten unersetzbare Lebensräume verbaut und für immer zerstört werden. Dazu gehören z.B. die wilde Natur in der Greina, im Val Roseg, in Zinal oder im Maderanertal.
Weitere Informationen:
- So retten wir die Biotope von nationaler Bedeutung: www.biotopschutz.ch
- So gelingt uns die naturverträgliche Energiewende: www.energiewende2035.umweltallianz.ch
Kontakt:
- Pro Natura: Michael Casanova, Projektleiter Energie-, Gewässerschutz- und Klimapolitik, 061 317 92 29, @email
- WWF Schweiz: Christoph Kinsperger, Kommunikationsberater, 078 749 88 14, @email
- Bird Life Schweiz: Raffael Ayé, Geschäftsführer, 076 308 66 84, @email
- Greenpeace Schweiz: Georg Klingler, Energie- und Klimaexperte, 079 785 07 38, @email
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Gemeinsame Medienmitteilung von WWF Schweiz, BirdLife Schweiz, Greenpeace Schweiz und Pro Natura
BLN Greina – Piz Medel GR © Jan Gürke
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Eine Zeitreise durch die Kulturlandschaft
26 Summits
Auch dieses Jahr gilt es wieder 26 Hügel und Berge in 26 Kantonen zu erwandern. Egal ob St. Chrischona in Basel oder der Grosse Mythen im Kanton Schwyz, jede Wanderung bietet ein tolles Naturerlebnis. Damit dies auch so bleibt, setzen wir uns für die Schweizer Natur ein. Wir sichern über 700 Naturschutzgebiete und setzen uns in der Politik sowie mit Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit für die Artenvielfalt und für naturnahe Landschaften ein. Danke, dass Sie uns dabei unterstützen!
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Schneefallgrenze selbstgemacht
Die Wintersportnation Schweiz hat ein Problem: Der Schnee wird rar – und rarer. Seit 1970 ist die Anzahl Schneetage in Orten unter 800 Meter um satte 50 Prozent gesunken, und selbst auf 2000 Metern waren es immer noch minus 20 Prozent. Das zeigt ein aktueller Bericht des Bundesamts für Umwelt (Bafu) zum Klimawandel in der Schweiz. Und das Schneesterben geht weiter. Die Nullgradgrenze wird «pro 1 °C Erwärmung um rund 150 bis 200 m» ansteigen, schreibt das Bafu. Und ohne Schnee fährt es sich schlecht Ski.
Wer braucht schon Naturschnee?
Die Skigebiete haben die Lösung aber längst gefunden: Sie machen ihren Schnee einfach selbst. Zumindest die grossen, die es sich leisten können – oder die von der öffentlichen Hand finanziell unterstützt werden. Dank künstlich produziertem Schnee (umgangssprachlich Kunstschnee, in Fachkreisen technischer Schnee genannt), kann die Saison sehr früh starten und spät enden, mehr Skifahrerinnen und Skifahrer flitzen die Pisten hinab, das bringt Einnahmen. Für die Skigebiete ist Beschneiung also eine gute Lösung. Kein Wunder, werden immer mehr Anlagen gebaut.
Der Klimawandel verschärft die Situation jetzt zusehends. Alleiniger Auslöser für diese Entwicklung war er allerdings nicht, wie Klimatologe Christoph Marty vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos sagt: «Ursprünglich war das Ziel der Beschneiungsanlagen, dass die Skigebiete an Weihnachten offen haben konnten. Dazu fingen sie schon im November an, Schnee zu produzieren. Aber wenn die Pisten schon präpariert sind, warum sollte man dann noch warten bis Weihnachten? Also öffneten sie schon Mitte, Ende November.» Und die Gäste kommen, denn Skifahrerinnen und Skifahrer sind gegenüber Kunstschnee durchaus positiv eingestellt, wie Befragungen zeigen. Demnach ist Schneesicherheit bei der Wahl einer Feriendestination ein wichtiger Faktor.
Auswirkungen auf die Natur
Was für die Kasse gut ist, ist es für die Natur nicht, ökologisch betrachtet hat Kunstschnee gar keine weisse Weste, wie Geograf Dominik Siegrist, Professor im Studiengang Landschaftsarchitektur an der OST Ostschweizer Fachhochschule in Rapperswil (SG), sagt: «Künstliche Beschneiung beeinträchtigt Fauna, Flora und Landschaft stark. Direkt auf jenen Pistenflächen, auf denen beschneit wird und indirekt durch Wasserentnahme aus Gewässern sowie Lärm- und Lichtimmissionen auch auf die Umgebung. Besonders problematisch ist das etwa in Karstgebieten, in denen es wenig Wasser gibt und natürlich in Mooren, in denen man eigentlich gar nicht beschneien dürfte.»
Das Problem beginnt ausserdem schon, bevor überhaupt künstlicher Schnee vom Himmel rieseln kann. Zuerst müssen die dafür nötigen Anlagen in den Bergen erstellt werden. Mit schweren Baumaschinen werden Wasser- und Stromleitungen in tiefen, frostfreien Gräben verlegt und die Maschinen zur Schneeherstellung montiert. Weil Gebirgsökosysteme ausgesprochen empfindlich sind, kann es Jahrzehnte dauern, bis sich Boden und Vegetation von solchen Eingriffen erholen.
BETTINA EPPER, stellvertretende Chefredaktorin Pro Natura Magazin.
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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
Das Pro Natura Magazin nimmt Sie mit in die Natur. Es berichtet über kleine Wunder, grosse Projekte und spannende Persönlichkeiten. Prächtige Bilder und exklusive Angebote runden das Lesevergnügen ab. Alle Pro Natura Mitglieder erhalten das Magazin exklusiv fünf Mal im Jahr. Es blickt auf 48 Seiten hinter die Kulissen politischer Entscheide, präsentiert Forschungsergebnisse, erklärt die Natur. Und es schildert, wo, wie und warum Pro Natura für die Natur kämpft.