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Biodiversität verpachten Nid- und Obwalden
Biodiversität verpachten
Parlament versenkt wichtigste Massnahme zur Nährstoff- und Pestizidreduktion – Was nun?
- Das Parlament bricht sein Versprechen gegenüber der Bevölkerung, welches es im Vorfeld zur Abstimmung über die Trinkwasser- und Pestizid-Initiative abgegeben hatte. Das ist ein Verstoss gegen Treu und Glauben. Er schwächt das Vertrauen in die Politik.
- Angesichts des dramatischen Zustands der Biodiversität fehlt uns die Zeit für weitere Umwege und Debatten. Wenn das Parlament das Reduktionsziel von Pestizid- und Nährstoffen nicht über die 3.5 Prozent BFF erreichen will, müssen dringend alternative Lösungswege eingeschlagen und griffige Massnahmen getroffen werden.
- Die Biodiversität ist die Produktionsgrundlage der Landwirtschaft und im Ackerland akut gefährdet. Gemäss wissenschaftlichen Studien bräuchte es zu ihrem Erhalt mindestens 5 Prozent Biodiversitätsförderflächen. Aktuell machen sie nur 1 Prozent aus.
- Die Entscheidung steht diametral im Widerspruch zu den vielfachen Bestätigungen der Massnahme in der Vergangenheit im Parlament und zum Bekenntnis der Landwirtschaft, sich für die Biodiversität einsetzen zu wollen. Umso mehr braucht es nun die Biodiversitätsinitiative - nicht nur, aber auch die Landwirtschaft muss zur Rettung der Biodiversität beitragen!
Zitate:
Marcel Liner, Landwirtschaftsverantwortlicher Pro Natura:
«Nicht nur Feldhasen, Wildbienen, Marienkäfer, sondern auch viele weitere Tier- und Pflanzenarten in der Schweiz sind darauf angewiesen, dass sie im Ackerland Lebensraum finden. Auch die Ernährungssicherheit profitiert dank der Bestäubungsleistung der Insekten und einer höheren Bodenfruchtbarkeit.»
Eva Goldmann, Landwirtschaftsexpertin WWF Schweiz:
«Der Entscheid zeigt, dass das Parlament momentan nicht bereit ist, innovativen Schweizer Bauern bei umweltfreundlichen Produktionsmethoden den Rücken zu stärken.»
Jonas Schälle, Projektleiter Landwirtschaft, Birdlife Schweiz:
«Mit der Abschaffung dieser Massnahme ignoriert das Parlament den dringenden Handlungsbedarf im Bereich Biodiversität im Kulturland. Es gilt nun, das weit vorangeschrittene Insektensterben mit allen Mitteln zu stoppen, gemeinsam für die Natur und eine zukunftsfähige Landwirtschaft.»
Barbara Wegmann, Konsumexpertin Greenpeace Schweiz:
«Biodiversität ist kein „nice to have“. Die Bestäubungsleistung von Insekten, die Bekämpfung von Schädlingen durch Nützlinge sowie die Vielfalt von Organismen in Böden, welche die Bodenfruchtbarkeit erhalten, sind entscheidend für die Ertragssicherung und somit für die Versorgungssicherheit.»
Die Schweizer Landwirtschaft muss ihre Nährstoffverluste und das Pestizidrisiko bis 2027 reduzieren – letzteres um 50 Prozent. So will es das Gesetz. Die wichtigste Massnahme, um dieses Ziel zu erreichen, sähe vor, dass Landwirt: innen auf der Ackerfläche künftig 3.5 Prozent (statt wie bisher nur 1 Prozent) Biodiversitätsförderflächen (BFF) anlegen.
Bereits mehrfach wurde diese Massnahme in der letzten Legislatur bestätigt. Nun ist das neu zusammengesetzte Parlament eingeknickt und hat die 3.5 Prozent BFF beerdigt. Damit geht ein breit abgestützter Kompromiss zur Reduktion der Pestizidrisiken- und Nährstoffe ersatzlos verloren. Die Weichen für die Umsetzung waren bereits gestellt.
Das Nachsehen haben die fortschrittlichen Bäuerinnen und Bauern
Noch im Dezember wurde die Massnahme mit der Annahme der Mo. Friedli um ein weiteres Jahr verschoben und die Verwaltung beauftragt, die Massnahme auf eine pragmatischere Ausgestaltung zu prüfen. Auch der Schweizerische Bauernverband sprach im letzten November noch davon, die Massnahme lediglich «optimieren» zu wollen. Seit Anfang Jahr wurde eine breite Auswahl an Vertreter: innen aus landwirtschaftlichen Kreisen (darunter IP Suisse und Bio Suisse), Natur- und Umweltorganisationen, Kantone- und Städte angehört. Alle waren sich einig: die Massnahme ist umsetzbar und notwendig. Die betroffenen Landwirt: innen haben sich auf deren Umsetzung eingestellt und wären schliesslich auch jene, denen die Massnahme für die nachhaltige landwirtschaftliche Produktion gedient hätte. Der Entscheid des Parlaments stösst nun genau jene vor den Kopf, die sich für eine fortschrittliche, zukunftsfähige Landwirtschaft einsetzen.
Genügend Bestäuber und Nützlinge sichern Erträge
Die 3.5 Prozent BFF wären nicht nur ein wichtiger Schritt, um das Pestizidrisiko und die Nährstoffverluste zu verringern – sie helfen auch das Artensterben in unseren Feldern aufzuhalten. Die Biodiversität in der Schweiz ist in einem sehr schlechten Zustand, ganz besonders auf dem Acker. Dabei helfen mehr Tier- und Pflanzenarten den Landwirtschaftsbetrieben ganz direkt bei der Produktion: So werden Bestäuber gefördert und der Pestizideinsatz kann dank den Nützlingen reduziert werden. Das ist betriebswirtschaftlich sinnvoll. So lautet das Fazit der neusten Studie von Agroscope: «Daher ist es sowohl für die Landwirtschaft wie auch für die Erhaltung der Biodiversität von zentraler Bedeutung, Bestäubergemeinschaften mittels optimierter Bewirtschaftung und gezielten Massnahmen wie Biodiversitätsförderflächen zu schonen und zu fördern.»
Weitere Informationen:
Kontakte:
- Pro Natura: Marcel Liner, Leiter Landwirtschaftspolitik, Tel. 061 317 92 40, @email
- WWF Schweiz: Jonas Schmid, Mediensprecher, Tel. 079 241 60 57, @email
- Birdlife Schweiz: Jonas Schälle, Projektleiter Landwirtschaft, Tel. 044 457 70 26, @email
- Greenpeace Schweiz: Medienstelle, Tel. 044 447 41 11, @email
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Der Iltis ist in der Roten Liste der Säugetiere der Schweiz als «verletzlich» eingestuft. Er ist zwar in tieferen Lagen noch weit verbreitet, aber wohl nicht häufig. Zudem lässt sich der Iltis selten sehen. Der Verwandte des Steinmarders mag’s diskret. Lieber macht der Iltis einen Umweg, als dass er sich über eine offene Fläche bewegt. Entdeckt man ihn doch einmal, ist er an der weissen Zeichnung um die Nase und entlang der Ohrränder eindeutig zu erkennen.
Warum wählt Pro Natura den Iltis zum Tier des Jahres?
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Leicht gekleidet, stark parfümiert
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Der Iltis ist im Winter wenig aktiv und verlässt sein Quartier nur selten, um sich zu entleeren oder um leicht erreichbare Beute zu erhaschen. Das kann ein Hühnerei, Katzenfutter oder auch eine unvorsichtige Maus sein. Doch Vorsicht ist auf jedem Streifzug geboten: Der Iltis kommt selber als Beutetier für grössere Fleischfresser in Frage. Immerhin ist er gut gerüstet. Droht ihm Gefahr, greift er zur Stinkbombe und versprüht ein sehr übelriechendes Sekret aus seinen Analdrüsen.
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Iltisse sind als Fleischfresser bei uns spezialisiert auf Frösche und Kröten. Wenn im Frühjahr die Grasfrösche und Erdkröten zu ihren Laichgewässern wandern, lebt der Iltis im Schlemmerparadies. Es gibt so viele Beutetiere, dass der Iltis davon Vorräte anlegt oder nur noch die Froschschenkel verspeist. Diese makabren Spuren verraten seine Anwesenheit. Doch der Überfluss währt nur kurz. Nach dem Laichgeschäft wandern die Frösche und Kröten zurück in ihre Sommerlebensräume. Ab jetzt muss der Iltis seine Nahrung wieder in Wäldern, Feuchtwiesen, Staudenfluren oder anderen Frosch-Lebensräumen aufstöbern.
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Ein schneller Blick auf die Verbreitungskarte des Iltisses in der Schweiz könnte zur Annahme verleiten, der Iltis komme im Flach- und Hügelland der Schweiz praktisch überall vor. Bei näherem Hinsehen zeigen sich Lücken im Wallis und im Tessin. Zudem sagt die Karte nichts über die Anzahl der bei uns lebenden Iltisse aus. Der Rückgang geeigneter Lebensräume und die dramatische Abnahme der Amphibienbestände macht dem Iltis das Leben zweifellos schwer.
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Daten: info fauna | Karte: swisstopo
Landschaft einräumen!
Der Wald bietet dem Iltis in der Schweiz vielerorts einen günstigen Lebensraum, wo oft auch die begehrten Frösche und Kröten ihr Sommerquartier haben. Schlechter sieht es ausserhalb des Waldes aus. Maschinengerechte Landwirtschaftsflächen bieten oft keine Verstecke oder Wanderkorridore für den Iltis. Zudem sind in der Schweiz in den vergangenen 150 Jahren 90 Prozent aller Feuchtgebiete trockengelegt worden.
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Unsere Schutzgebiete entdecken
Die «Aktion Hase & Co.» umfasst verschiedenste Projekte, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: mehr natürliche Vielfalt auf landwirtschaftlich genutzten Flächen.
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Politisch kämpft Pro Natura für eine Schweiz, in der alle heimischen Arten sich wohl fühlen. Besonders aktuell ist unsere Arbeit…
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…für den Schutz der Wasserwelt
T-Shirts, Taschen, Poster und Seifen – Entdecken Sie unsere neue Tier des Jahres Kollektion.
Pro Natura unterstützt die Ernährungsinitiative
«Angesichts von Klima- und Biodiversitätskrise ist ein Wandel unseres Ernährungssystems dringend nötig», betont Pro Natura Präsidentin Ursula Schneider Schüttel. «Die Stärkung der pflanzlichen Ernährung, welche die Ernährungsinitiative anstrebt, ermöglicht uns, wertvolle Ressourcen zu schonen, der Natur mehr Platz einzuräumen und gleichzeitig die Selbstversorgung zu erhöhen», erklärt sie den Entscheid des Pro Natura Delegiertenrates vom 2. Dezember zur Unterstützung der Initiative. Die Forderungen der Initiative an die Schweizer Landwirtschafts- und Ernährungspolitik würden zudem auch denen des Bundesrats für die „Zukünftige Ausrichtung der Agrarpolitik“ entsprechen, so Schneider Schüttel.
Umweltoptimierte Ernährung als Ziel
Heute wächst auf rund 60 Prozent unseres Ackerlandes Viehfutter anstatt Nahrung für Menschen. Das ist eine gewaltige Verschwendung von Land, Wasser und Energie. Würden wir da, wo wir heute Tierfutter anbauen, stattdessen Nahrung für unsere Teller produzieren, könnten wir den Ertrag für die menschliche Ernährung verzehnfachen und damit den Selbstversorgungsgrad stark erhöhen. Dazu braucht es diverse Änderungen an den aktuellen politischen Rahmenbedingungen zur Stärkung der bisherigen marginalen staatlichen Unterstützung einer umweltoptimierten Ernährung.
Überdüngung von Lebensräumen stoppen
Die Schweiz hat innerhalb Europas eine rekordhohe Dichte an Nutztieren, weil zusätzlich zum inländischen Ackerfutter noch 1.2 Millionen Tonnen Futter jährlich importiert werden. Unser Hunger nach Fleisch, Eiern und Milchprodukten beansprucht im Ausland gleich nochmals die Ackerfläche der Schweiz. Was vorne beim Tier hineingeht, kommt hinten wieder als Dünger in Form von Mist und Gülle heraus. Die Überdüngung ist in vielen Regionen der Schweiz gravierend. Darunter leiden wertvolle Naturschutzgebiete wie Moore und Trockenwiesen sowie Seen, die teuer künstlich belüftet werden müssen. Auch für uns Menschen sind die heutigen Verhältnisse ungesund. Der durchschnittliche Konsum tierischer Eiweisse übersteigt das vernünftige Mass deutlich. Der Allgemeinheit entstehen durch das fehlgeleitete Ernährungssystem Kosten in Milliardenhöhe. Noch bis Ende 2024 kann man sich mit einer Unterschrift für die Initiative gegen diese Kosten und für die Natur wehren.
Weitere Informationen:
Initiative für eine sichere Ernährung
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Zukünftige Ausrichtung der Agrarpolitk, Bericht…Potrebbe anche interessarti
Ackerblumen kommen nun doch unter den Pflug
- Die Einführung von 3.5% BFF auf Ackerland sind ein Versprechen von Bundesrat und Parlament an die Bevölkerung, um den Pestizid-Einsatz in der Landwirtschaft zu reduzieren.
- Mehr Nützlinge und Bestäuber sind nicht nur gut für die Natur, sie unterstützen auch die landwirtschaftliche Produktion und vermindern Schäden an den Kulturen.
Die 3.5 Prozent BFF bieten Lebensraum für Pflanzen und Tiere auf dem Acker. Sie fördern nützliche Insekten und helfen so auch der Nahrungsmittelproduktion und der Versorgungssicherheit. Die Massnahme war ursprünglich schon für Januar 2023 geplant und wurde wegen des Kriegs gegen die Ukraine bereits einmal um ein Jahr verschoben. Sie ist Teil des Umsetzungspakets des Bundes, welches vom Parlament als inoffizieller Gegenvorschlag zu den Pestizidinitiativen ins Feld geführt wurde. Das heisst, seit mehr als 2,5 Jahren weiss die Branche, dass diese Acker-BFF kommen werden. Warum soll jetzt nochmals ein Jahr zugewartet werden? Die Verschiebung, ein Monat vor Inkrafttreten, ist ein Schlag ins Gesicht all jener Bauernbetriebe, die sich nach Treu und Glauben auf die Umstellung ihres Ackerlands per Anfang 2024 vorbereitet haben. Auch die Kantone haben ihre Systeme angepasst.
Viermal schon wurde versucht, die Massnahme zu streichen
«Lieber besser als schneller» mit dieser Argumentation warb der Schweizerische Bauernverband für die neuerliche Verzögerung der Massnahme. Die Umweltverbände erwarten, dass der SBV nun Wort hält und die Umsetzung der Massnahme nicht mehr bekämpft. Denn die Agrarlobby hat in der Vergangenheit bereits viermal versucht, die Massnahme zu streichen. Viermal hat sich das Parlament schon dahinter gestellt.
Darum sind die 3.5 Prozent Acker-BFF bitter nötig
Die Biodiversität in der Schweiz ist in einem sehr schlechten Zustand, ganz besonders auf Ackerflächen. Dabei helfen mehr Tier- und Pflanzenarten den Landwirtschaftsbetrieben ganz direkt bei der Produktion: So werden Bestäuber gefördert und der Pestizideinsatz kann dank den Nützlingen reduziert werden. Das ist betriebswirtschaftlich sinnvoll und kommt letztlich auch unserer Gesundheit zugute. Struktur- und artenreiche Lebensräume reduzieren das Erosionsrisiko und speichern mehr Wasser. Sie reagieren zudem weniger empfindlich auf Extremereignisse wie Starkregen oder Trockenheit, die infolge der menschenverursachten Erderhitzung zunehmen. Last but not least: Diverse bedrohte Brutvogelarten oder Feldhasen finden darin einen Lebensraum.
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Gemeinsame Medienmitteilung von WWF Schweiz, BirdLife Schweiz und Pro Natura
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Wenn die Natur in den Rebberg zurückkehrt
Im Rahmen der Aktion Hase & Co. haben die Pro Natura Sektionen Waadt, Wallis und Genf mehrere Projekte lanciert, um die Biodiversität in ihren Weinbergen zu fördern. Eine der ersten Massnahmen wurde in Leuk umgesetzt: Die Rebparzellen von Pro Natura Wallis auf dem südexponierten Plateau Brentjong werden seit 2019 biologisch bewirtschaftet.
Obwohl die Region für ihre Ackerbegleitflora und ihre vielfältige Vogelwelt bekannt ist, zeigte sich vor fünf Jahren ein tristes Bild: In den Gassen zwischen den Reben wuchsen nur noch ein paar Neophyten und Beikräuter. Nun, nach erfolgter Umstellung auf biologische Bewirtschaftung, zeigt sich ein ganz anderes Bild: Viele Wildpflanzen haben die Weinberge wieder spontan besiedelt und auch die Vielfalt der beobachteten Insektenarten nimmt zu.
Rückkehr der Biodiversität
Dank einer extensiveren Bewirtschaftung des Bodens sind lokaltypische Arten wie die Zierliche Hauhechel oder der Ruten-Knorpelsalat in die Flächen zurückgekehrt. Und auch die Ausbreitung der Neophyten geht zurück. Die Grünstreifen in den Reben ziehen bedrohte Insekten wie den Verkannten Grashüpfer oder den Zahnflügelbläuling an und bieten dem Feldhasen Versteckmöglichkeiten. Insgesamt wurden 2023 auf den 2000 Quadratmetern dieses Rebbergs zwölf Schmetterlingsarten, acht Heuschreckenarten und rund 40 Pflanzenarten gezählt.
Neben der Umstellung der Bewirtschaftung beinhaltete das Projekt auch gezielte Massnahmen zur Förderung der Biodiversität. Unter anderem wurden Nistkästen für den Wiedehopf und den Gartenrotschwanz angebracht und einige Rebstöcke entfernt, um Platz für die Umpflanzung der im ersten Projektjahrspontan aufgekommenen Blasensträucher zu schaffen.
Adonis flammea: 100% Pro Natura
Die Arbeit, die Sonja Kanthak und Frédéric Sanchez zusammen mit den Freiwilligen von Pro Natura auf dem Bio-Rebberg geleistet haben, wird auf schöne Art im Wein sichtbar, den die Kellerei Vin d’œuvre in Leuk aus den geernteten Trauben keltert. Er heisst «Adonis flammea» und ist 100 Prozent Pro Natura. Nach vier Cuvées wird er nach wie vor zum Verkauf angeboten und trägt dazu bei, das Projekt zu finanzieren.
MARJORIE BONVIN ist bei Pro Natura Wallis zuständig für die Schutzgebiete im Unterwallis.
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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
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