Kuhweide neben Gemüsefeld im Berner Seeland

Im Einsatz für eine ökologische Landwirtschaft ohne Gentechnik

Die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern prägt unserer Kulturlandschaft. Deshalb setzen wir uns intensiv mit der Schweizer Landwirtschaft auseinander. Unser Ziel ist eine umweltverträgliche Landwirtschaft. Heute verursacht diese teilweise massive Umweltprobleme, trotz Grenzschutz und Bundesgeldern.

Ist unsere Landwirtschaft ökologisch? Nein, denn die Schweizer Landwirtschaft produziert viel zu intensiv. Nährstoffe gelangen in die Luft und versauern Wälder und Moore. Pestizide belasten Gewässer und Trinkwasser. Zu viele Rinder, Schweine und Hühner beinträchtigen das Klima. Die ökologische Leistung der Schweizer Landwirtschaft ist ungenügend! Dies bei hohem Grenzschutz und vielen Bundesmilliarden. 

Unsere Kritik richtet sich nicht gegen Bäuerinnen und Bauern, welche naturverträglich produzieren. Die Kritik richtet sich vor allem an Politiker, Funktionäre und Industrie, welche die letzten 20 Jahre den ökologischen Fortschritt behindert haben. Ein Problem ist auch der Vollzug der Umweltgesetzgebung in vielen Kantonen. So beispielsweise die mangelhafte Einhaltung der vorgeschriebenen Pufferstreifen entlang von Gewässern und Wäldern.

Zu viele Tiere, zu wenig Biodiversität

Sogar der Bundesrat kritisiert die Schweizer Landwirtschaft: Sie müsse mehr tun, um die Umweltbelastung zu reduzieren. Unsere Landesregierung warnt, dass ohne Gegensteuer die Belastung der Natur durch die Landwirtschaft weiter zunehmen werde (Bericht Umweltziele Landwirtschaft 2016). Nach messbaren Verbesserungen in den 1990er-Jahren, herrsche seit 2000 praktisch Stillstand bei Biodiversitätsverlust, Düngerüberschüssen, Gewässer- und Bodenbelastungen. Der Bundesrat befürchtet, dass der Druck auf die Ökosysteme durch die Landwirtschaft weiter zunehmen wird. Wir teilen diese Befürchtungen. Besondere Kritik müssen sich Kantone mit intensiver Tierhaltung in der Zentral- und Ostschweiz gefallen lassen.

Biodiversitätsförderflächen

Die Schweiz beherbergt 50'000 Pflanzen- und Tierarten. Doch seit Jahrzehnten werden viele dieser Arten verdrängt. Heute sind mindestens 40% der in der Schweiz vorkommenden Tierarten gefährdet. Die gefährdetsten Arten leben in mageren Wiesen und Weiden sowie in Auen und Mooren.

Bäuerinnen und Bauern pflegen sogenannte Biodiversitätsförderflächen BFF. Auf und mit diesen Flächen soll die pfanzliche und tierische Vielfalt gefördert werden. Diese Flächen könnten bei richtiger Pflege und Lage zu einem vielfältigen Ökosystem beitragen. Ihre wichtigsten Funktionen sind: 

  • Artenvielfalt erhöhen
  • Trinkwasser reinigen
  • Bodenfruchtbarkeit erhalten

Die bisherigen Bemühungen reichen jedoch nicht aus, um die Biodiversität im Kulturland zu erhalten. Darum setzten wir uns für die konsequente Umsetzung der Umweltziele Landwirtschaft ein.

Gentechnik

Seit Jahrtausenden züchten LandwirtInnen standortgerechte Sorten. Dabei setzt die Natur Grenzen. Mit der Gentechnologie kann der Mensch diese Grenzen überwinden und Eigenschaften einer Art auf andere Arten übertragen. Doch die gentechnologischen Methoden sind sehr problematisch. Die Gentechnologie fördert die ökologischen Probleme und die Monopolisierung im Saatgutmarkt. 

Wir setzen uns für eine Schweizer Landwirtschaft ohne Gentechnik ein. Pro Natura ist Trägerorganisation der Schweizer Allianz Gentechfrei.

Hochstamm-Obstbäume

Hochstammbäume prägen weite Landschaften der Schweiz. Sie sind wichtige Lebensräume. 

  • Hochstammobstbäume und Obstgärten sind ein Kulturgut. Die Bäume prägen die Landschaft mit ihren Blüten, Früchten und Herbstfarben.
  • Die Hochstammobstgärten sind ein wertvoller und vielfältiger Lebensraum. Grosse Obstgärten sind besonders reich an Tierarten. In ihnen finden sich gegen fünfzig Brutvogelarten wie Distelfink oder Wendehals.
  • Abgestorbene Baumteile sind wichtig für Wildbienen, Wespen, Bockkäfer und andere Insekten sowie für höhlenbrütende Vögel wie den Gartenrotschwanz.
  • Bei extensivem Bewirtschaften ist der grosse Blütenreichtum der Wiesen eine Oase für viele Nützlinge wie Marienkäfer, Schlupfwespen, Flor- und Schwebefliegen, Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und Ameisen. Von dort aus können sie weitere Wiesen und Äcker besiedeln.

Wir setzen uns für den Erhalt von Hochstamm-Obstbäumen in der Schweiz ein. Pro Natura ist Mitglied und Mitbegründerin des Labels «Hochstamm Suisse».

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