Photovoltaikanlage Gundeldinger Feld BS © Matthias Sorg

Energie- und Klimapolitik: Die Natur braucht ein gutes Klima

Unsere Gletscher schmelzen. Extreme Wetterereignisse häufen sich. Die Natur leidet unter ausbleibenden Niederschlägen. Die Auswirkungen der Klimazerstörung machen sich bereits heute in der Schweiz bemerkbar und werden weiter zunehmen.

Eine ökologische, nachhaltige Energie- und Klimapolitik ist das Gebot der Stunde. Pro Natura setzt sich gegen die Energieverschwendung ein und für erneuerbare Energien. Wir fordern wirksame Massnahmen im Klimaschutz und den Ausstieg aus der fossilen und atomaren Energieerzeugung. Denn die raschen Veränderungen im Weltklima treffen die Schweiz besonders stark. Seit Beginn der Messungen (1864) ist die Durchschnittstemperatur bei uns um rund 2 Grad angestiegen. Im globalen Mittel ist es ca. 1 Grad. Dies hat nicht nur für den Menschen, sondern auch für die Natur dramatische Folgen. Bachforellen sind in Atemnot, weil der Sauerstoffgehalt im wärmeren Wasser abnimmt. Bäume serbeln, weil ihnen das Wasser fehlt. Alpine Arten wie das Schneehuhn müssen in die Höhe flüchten – bis es auch dort zu warm wird.

Die Schweiz hat sich international auf das 2 Grad Ziel des Pariser Klimaabkommens verpflichtet. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es jetzt mutige Taten statt lauwarme Lippenbekenntnisse. Die Schweiz muss eine Vorreiterrolle einnehmen. Pro Natura arbeitet darauf hin und setzt sich im Rahmen der Klimaallianz und in ihrer internationalen Tätigkeit für eine wirksame, ökologische Klima- und Energiepolitik ein.

Schweizer Energiepolitik: Der Kurs beginnt zu stimmen

Die Annahme der Energiestrategie 2050 in der Volksabstimmung vom 21. Mai 2017 war ein Schritt in die richtige Richtung. Der vorgesehene Ausstieg aus der Atomenergie, ein Ausbau der erneuerbaren Energien und Ziele für die Energieeffizienz sind damit gesetzlich verankert.

Jetzt muss der Energieverbrauch sinken. Atomare und fossile Energieträger wollen wir ersetzen. Das geht nicht ohne Ausbau der erneuerbaren Energien, das ist allen bewusst. Wir setzen uns dabei politisch und auf Projektebene dafür ein, dass Natur und Landschaft nicht unter die Räder kommen. Denn ein Ausbau der erneuerbaren Energien ist naturverträglich möglich, unnötige Schäden an der Biodiversität und Landschaft sind vermeidbar. Insbesondere das Potenzial der Sonnenenergie ist riesig. Pro Natura hat gemeinsam mit anderen Umweltverbänden aufgezeigt, wie das geht.

Broschüre Strommix 2035 100PRO – einheimisch, erneuerbar, effizient

Zielkonflikte erkennen und vermeiden

Erneuerbare Energien sind der Schlüssel zur Nachhaltigkeit. Ihr Ausbau ist allerdings nicht von sich aus naturverträglich. Es braucht umsichtige Planung und ein koordiniertes Vorgehen, insbesondere bei der Windenergie und der Wasserkraft.
 
Die Wasserkraft wird in der Schweiz bereits sehr stark genutzt. Mehr kann die Natur nicht ertragen. Die Priorität muss darum auf Effizienzsteigerungen an bestehenden Standorten liegen. Leider ist zudem die Planung zur Windenergienutzung in vielen Kantonen nicht sorgfältig genug. So entstehen unnötige Konflikte zwischen dem Natur- und Landschaftsschutz und den erneuerbaren Energien. Wir kämpfen gegen Projekte, die geltende Gesetze verletzen und dadurch der Natur übermässig schaden. Das naturverträglich nutzbare Potenzial ist gross genug.

Übersicht Windparkplanungen

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Klimaschutz: Unser internationaler Beitrag

Menschen demonstrieren mit der Pro Natura Friends of the Earth Switzerland Fahne in Paris © Bertrand Sansonnens

Klimaschutz kann nur gemeinsam mit allen Staaten der Welt gelingen. Solidarisch und fair. Die grössten Anstrengungen müssen dabei gerechterweise vor allem von den reichen Industrieländern unternommen werden, die bislang am meisten von der Nachlässigkeit im Klimaschutz profitiert haben. Die Massnahmen dürfen nicht einseitig zu Lasten jener südlichen Länder gehen, die in der Vergangenheit nur wenig zur Klimazerstörung beitragen, vielfach aber am meisten darunter leiden. Der Klimaschutz und die Wahrung bzw. Verbesserung der Biodiversität gehen oft Hand und Hand. Bei technischen Lösungen zum Klimaschutz ist darauf zu achten, dass auf die Biodiversität Rücksicht genommen wird.

Pro Natura engagiert sich an den Konferenzen der Klimarahmenkonvention gemeinsam mit Friends of the Earth International und der Climate, Land, Rights Alliance CLARA für ambitionierte Ziele im Einklang mit der Natur und für eine gerechte Lastenaufteilung.

Klimarahmenkonvention

Der Fair shares approach von FoEI

Forderungen der Climate, Land, Rights Alliance (CLARA)

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