Progetti
Hexapodia – Spielen und die Insekten in der Stadt retten
Zuerst retten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam auf dem Spielbrett ein Insekt. Danach schlagen Sie, als Lehrperson, vor, ein konkretes Förderprojekt zu realisieren, das in der Umgebung der Schule oder zu Hause umgesetzt wird und zum Überleben unserer kleinen sechsbeinigen Nachbarn beiträgt.
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Zweite Phase: Handeln
Nach dem Spiel werden die Spielerinnen und Spieler aktiv – und zwar im wirklichen Leben! Angeregt durch eine der «Schutz»-Karten aus dem Spiel (Asthaufen, Insektenhotel, einheimischer Arten usw.) entwickeln und realisieren die Schülerinnen und Schüler ein konkretes Gestaltungsprojekt in der näheren Umgebung (Schulhof, Quartier, Privatgarten usw.).
Tipps und Tricks für die Umsetzung der Massnahmen: Naturtipps | Pro Natura
Dritte Phase: Erfolg zeigen
Zeigen Sie die Fördermassnahmen, die Sie mit Ihren Schüler/-innen umgesetzt haben. Laden Sie von jeder Aufwertung ein Photo in unsere Bildergalerie.
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Insekten bestimmen leicht gemacht: die Pro Natura «Insektenführer»-App
Der Mensch hat die Insektenvielfalt in der Schweiz in den letzten Jahrzehnten stark reduziert. Die Zahl der Arten nimmt dramatisch ab. Bereits 40 Prozent der bisher untersuchten Insektenarten der Schweiz sind gefährdet. Das Insektensterben ist ein alarmierendes Zeichen für den allgemeinen Verlust an Biodiversität. Das bedroht unsere Lebensgrundlage. Denn Insekten sind nicht nur faszinierende Lebewesen, sondern auch unverzichtbar für das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten. Sie spielen eine entscheidende Rolle in der Bestäubung von Pflanzen, der Zersetzung organischer Stoffe und als Nahrungsquelle für andere Tiere.
Lernen Sie unsere eigenen Lebensgrundlagen noch besser kennen: Entdecken Sie jetzt die Vielfalt der heimischen Insekten mit der Pro Natura App «Insektenführer»!
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Matthias Sorg
Die wichtigsten Funktionen der Insekten-Bestimmungsapp im Überblick
- Bestimmungstafeln: Die kostenlose Basisversion bietet Ihnen Zugang zu 500 Artenporträts mit illustrierten Bestimmungstafeln. Jede Tafel enthält besondere Merkmale sowie Kennzeichen, um Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Arten bestmöglichst auszuschliessen. Die Fotos zeigen Färbungen, Zeichnungen und Körperformen. Zusätzlich zu den Artenporträts finden Sie in der App Informationen zu Aussehen, Verbreitung und Ökologie der Insekten. In der kostenpflichtigen Vollversion haben Sie Zugang zu Artenporträts aller 1800 Insektenarten der App.
- Bestimmungsschlüssel: Die Standard-Bestimmungsfunktion erfolgt über optische Kriterien. Beobachten Sie das Insekt, um zu entscheiden, ob es sich zum Beispiel um ein «heuschreckenartiges» oder ein «käferartiges» Insekt handelt. Anhand weiterer Kriterien wie Körperlänge, Spannweite oder Farbe grenzen Sie mögliche Arten ein. Für Insekten-Profis gibt es die erweiterte Bestimmungsfunktion, bei der über die Auswahl der Ordnung oder der zusammengefassten Taxa und dann über weitere Kriterien das Insekt bestimmt wird.
- Suchfunktion und Arten vergleichen: Durch die Suchfunktion können Sie direkt nach spezifischen Insekten suchen und so Informationen abrufen. Zusätzlich gibt es auch die Möglichkeit, Arten zu vergleichen und sie übersichtlich über- oder nebeneinander anzuzeigen.
- Bilderkennung mit künstlicher Intelligenz: Mit der Vollversion wird die automatische Bilderkennung freigeschaltet. Laden Sie ein Foto hoch oder fotografieren Sie das Insekt direkt mit der Kamera, um es automatisch von der App bestimmen zu lassen. Die Foto-Bestimmung funktioniert auch offline. Die Ergebnisse der Bilderkennung werden als Liste dargestellt und das Insekt mit der höchsten Trefferwahrscheinlichkeit erscheint zuoberst.
- Entdeckungen sichern: Speichern Sie Ihre Beobachtungen und den dazugehörigen Ort auf der Karte. Ort, Datum und Uhrzeit werden zusammen mit den GPS-Daten automatisch erfasst oder können manuell eingetragen werden. Erstellen Sie eigene Beobachtungslisten mit Fotos, zum Beispiel für verschiedene Ausflugsziele oder verschiedene Jahre.
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sunbird images
Pro Natura «Insektenführer» herunterladen: Laden Sie die App herunter und entdecken Sie die Vielfalt der Schweizer Insektenwelt auf Wanderungen, Ausflügen oder direkt vor Ihrer Haustür. Die App steht im Apple Store und auf Google Play auf Deutsch zur Verfügung.
Zum App Store
Zu Google Play
Die «Insektenführer»-App im Test bei zwei Pro Natura Fachpersonen
Sie haben die App getestet: Bettina Dubach (Projektleiterin Umweltbildung) und René Amstutz (Biologe) von Pro Natura haben den neuen Insektenführer auf Herz und Nieren geprüft.
Resultat: Viele Schmetterlinge, Käfer, Bienen und Heuschrecken konnten die beiden Fachleute mit der App ohne Probleme bestimmen. Bei einigen besonderen Arten sind sie jedoch an die Grenzen der App gestossen. «Schön wären noch mehr Arten», wünschen sich die Fachleute. Begeistert waren sie von den ausführlichen Artporträts und den spannenden Informationen zu den einzelnen Insekten.
Die beiden empfehlen die App allen interessierten Personen, die mehr über die Insektenvielfalt der Schweiz wissen wollen und Freude am Fotografieren und Bestimmen haben. Ausserdem ist die App eine praktische Unterstützung für Personen, die Gruppen in der Natur anleiten. Die App kann auch eine Ergänzung zu anderen Hilfsmitteln und Bestimmungsbüchern sein.
Ihr Fazit: Die App ist eine gute Einstiegsmöglichkeit in die Insektenbestimmung mit schönen Illustrationen, Artenporträts und spannenden Informationen. Die Bedienung kann am Anfang ein wenig kompliziert wirken, aber die Anleitung in der App ist gut verständlich. Für Fachpersonen hat die App aufgrund der beschränkten Anzahl Arten ihre Grenzen. Die Insektenvielfalt in der Natur ist weitaus grösser als es die App (bisher) zeigen kann: in der Schweiz gibt es bis zu 30 000 unterschiedliche Insektenarten. Die App zeigt «nur» die 1800 häufigsten Insektenarten der Schweiz. Doch wer sie alle kennt, weiss schon sehr viel!
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Benoît Renevey
Tipps zum Fotografieren von Insekten
Es braucht ein bisschen Ruhe und Geduld, um gute Fotos für die Insekten-Bestimmung zu erhalten. Achten Sie auf gute Lichtverhältnisse und fotografieren Sie das Insekt von verschiedenen Seiten. Insekten finden sich in allen Lebensräumen: an Blütenpflanzen, Totholz, im Wasser, und an vielen anderen Orten.
Challenge: Finden und bestimmen Sie als Gruppe innerhalb einer Stunde möglichst viele Insekten und teilen Sie Ihre Funde miteinander. In der Beobachtungsliste können Sie die gefundenen Insekten speichern. Wiederholen Sie die Challenge zu einem späteren Zeitpunkt nochmals und vergleichen Sie die Resultate.
Bitte melden: Tier- und Pflanzen-Beobachtungen gesucht
Haben Sie ein Insekt oder eine Pflanze gesichtet, die Sie kennen? Ihre Beobachtungen sind wichtig und wertvoll! Über die Verbreitung oder das Auftreten vieler Tier- und Pflanzenarten weiss man auch in unserem Land viel zu wenig. Ihre Beobachtungen und Nachweise sind deshalb gefragt. Melden Sie Ihre Beobachtungen bei den entsprechenden Stellen oder benutzen Sie Apps wie «Webfauna», «FlorApp» oder «NaturaList» dazu.
Mehr Infos zu Meldestellen & Apps
Animatura
Erstaunliche Insekten
Eine 3-stündige Exkursion in Schulhausnähe
In der Schweiz gibt es etwa 30’000 Insektenarten. Mehr als die Hälfte davon ist bedroht. Für das Leben auf der Erde sind die Insekten jedoch unverzichtbar. Sie bestäuben Pflanzen, die uns mit Obst und Gemüse versorgen, oder zersetzen Totholz und tragen zur Bodenbildung bei. Ausserdem dienen sie als Nahrung für viele andere Tiere wie zum Beispiel Vögel, Amphibien oder Kleinsäuger. Insekten sind für die Biodiversität unverzichtbar. Lernen wir sie mit einer Animatura-Exkursion besser kennen, um sie besser zu schützen!
Programminhalte der Animatura-Exkursion
- Wie lassen sich die Insekten von anderen Kleintieren unterscheiden?
- Wo leben die Insekten und was fressen sie?
- Welche Insekten kommen in der Umgebung der Schule vor?
- Wie kann man Insekten vorsichtig fangen und beobachten?
- Wie kann man ein paar Insekten erkennen, klassifizieren und vergleichen?
- Welche Bedeutung haben die Insekten für die Biodiversität und welchen Gefahren sind sie ausgesetzt?
- Was kann ich mit meiner Klasse zur Förderung der Insekten tun?
Wichtige Informationen
Aus organisatorischen Gründen liegt die die maximale Gruppengrösse bei 25 Teilnehmenden. Bei mehr als 25 Schüler:innen müssen entsprechend mehrere Animationen gebucht werden.
Die Exkursionen finden draussen und in der Nähe Ihrer Schule statt, die Lehrperson ist für die Suche und Auswahl eines geeigneten Standortes verantwortlich.
Der ideale Ort ist:
- eine besonnte Naturwiese, Magerwiese oder Trockenwiese, alternativ auch ein artenreicher Schulhof, Waldrand / naturnaher oder botanischer Garten mit blühenden Pflanzen,
- auch möglich am Ufer eines nicht kanalisierten Fliessgewässers mit Sandstreifen oder innerhalb einer stillgelegten und ungefährlichen Kiesgrube,
- vorzugsweise mit einem Schattenplatz für Pausen und
- der gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar ist.
- Am Animationsort braucht es ein flaches ungefährliches Gelände, das sich für Spiele eignet.
Wichtig: Kein Naturschutzgebiet, ausser es ist explizit öffentlich zugänglich.
Empfohlene Jahreszeit: Mai – September
Die gewünschten Termine werden für jede Animation individuell geprüft, deshalb können erst nach Eingang der Anmeldung Aussagen zu verfügbaren Daten gemacht werden.
Im Preis von CHF 150.00 sind folgende Leistungen inbegriffen:
• 3-stündige Animatura Exkursion
• Anreisekosten der Animatorin/des Animators
• Unterrichtsmaterialien für die Vertiefung des Themas
- Online-Anmeldung
- Terminabklärung durch Pro Natura
- Buchungsbestätigung erfolgt innert einigen Tagen per Mail
- Bestellung von kostenlosem Unterrichtsmaterial durch Lehrperson
Animatura "Insekten" im Pro Natura Shop
(Hinweis: Rabattcode zur kostenlosen Bestellung wird bei erfolgreicher Buchung mit der Buchungsbestätigung versendet) - Standortsuche durch Lehrperson
- Detailabsprache vor der Animatura-Exkursion erfolgt zwischen Lehrperson und Animatorin/Animator
- Rechnung folgt per Mail
Sie planen eine Projektwoche in Ihrer Schule mit mehreren Animationen innerhalb einer Woche?
Bitte nehmen Sie vor der Buchungsanfrage telefonisch Kontakt mit uns auf – gemeinsam besprechen wir den Rahmen und die Optionen.
Sie erreichen uns unter 061 317 92 43.
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UnterrichtshilfenWettbewerb «Erstaunliche Insekten»: Die Gewinnerin zu Besuch in Champ-Pittet
«Eigentlich hatte ich ja bereits ein Insekt gezeichnet, dieses sah aber nicht nach viel aus. Meine Mutter hat mir dann gesagt, dass ich mit der Zeichnung nicht viele Stimmen erhalte und wahrscheinlich nicht gewinnen werde», erzählt Ozalée, sechs Jahre alt. «Also habe ich eine zweite Zeichnung gemacht, das war dann Minichou.» Wir sitzen mit ihr und ihren Eltern im Garten des Pro Natura Zentrum Champ Pittet.
Dieses befindet sich in der Grande Cariçaie, einem 40 km langen Schutzgebietsstreifen entlang des Südostufers des Neuenburgersees. Ein Viertel der Tier- und Pflanzenarten der Schweiz, darunter zahlreiche seltene und bedrohte Arten, ist hier zu Hause. Rund um uns herum brummt und surrt es. Denn Insekten gibt es überall. Im Garten, im benachbarten Wald oder am nahen Seeufer. In den letzten Jahren hat der Insektenbestand jedoch stark abgenommen.
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Mit dem Naturtagebuch auf Entdeckungstour
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Delphine Seydoux
- Ozalée mit dem ausgefüllten Naturtagebuch
Bevor Ozalée das Siegerinsekt «Minichou» gestaltete, hat sie sich eingehend mit dem Naturtagebuch beschäftigt. «Ich habe viele Insekten beobachtet, als ich das Naturtagebuch ausgefüllt habe.» erzählt sie und zeigt uns stolz das ausgefüllte Naturtagebuch mit Skizzen und Fotos von den verschiedenen Insekten. Auf der Suche nach den vorgeschlagenen Lebensräumen aus dem Naturtagebuch hätten sie auch neue Orte in ihrer Nachbarschaft entdeckt, ergänzt ihre Mutter.
Auf dem Schulweg beobachte und rette sie gerne die kleinen Tiere, die sich auf der Strasse befinden, plaudert Ozalée weiter. Ihr Vater ergänzt lachend, dass sich seine Tochter schon immer für Tiere interessiert habe. «Sie kümmert sich wirklich gut um sie. Wenn es regnet, rettet sie gerne Regenwürmer und Schnecken, die sich ihr in den Weg stellen. Wir sind froh, dass sie respektvoll mit Tieren und Pflanzen umgeht.»
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Delphine Seydoux
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Minichou – Das Sieger-Insekt
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Delphine Seydoux
- Ozalée mit dem Siegerinsekt Minichou
Mit dem zweiten Zeichnungsversuch ist Ozalée zufrieden. Sie reicht das Insekt Minichou beim Wettbewerb ein. Minichou? «Weil es niedlich [frz.: mignon] und klein ist», erklärt Ozalée.
Um genügend Stimmen zu ergattern, legt sich Ozalée richtig ins Zeug: «Ich habe alle meine Schulgspänlis gefragt, ob sie für mich abstimmen und in der Pause jeweils allen mein Insekt gezeigt. Mein Motto war: "Stimmt für mich, dann gewinne ich den Wettbewerb". Ich habe sogar Bekannte aus Kanada angefragt, ob sie nicht für mich abstimmen könnten!» Umso schöner, dass sich dieser Effort ausbezahlt hat, findet ihre Mutter. Minichou wird von der Jury zum Sieger-Insekt gewählt und als Stofftier zum Leben erweckt.
Bald kann Ozalée ihr «Minichou» fest in den Händen halten. Was sie damit vorhat? «Ich werde es überall hin mitnehmen und kann es kaum erwarten, es zu erhalten.» Als Letztes wollten wir von Ozalée noch wissen, was denn ihr Lieblingsinsekt ist: «Die Biene, weil sie so hübsch ist.» Perfekt! Denn Bienen hat es in der Grande Cariçaie genügend. So kann Ozalée gemeinsam mit ihren Eltern einen weiteren Nachmittag lang Insekten beobachten. Wir danken Ozalée für die tolle Kreation und ihren Besuch im Pro Natura Zentrum Champ-Pittet.
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Insekten bestimmen leicht gemacht
Basierend auf dem Buch «Pareys Buch der Insekten» von Michael Chinery entstand die Idee für die «Insektenapp», welche Pro Natura zusammen mit Sunbird Images entwickelt hat. Der «Pro Natura Insektenführer», wie die App offiziell heisst, umfasst über 1800 unterschiedliche Insektenarten in der Schweiz und ist mit 7000 Fotos und Zeichnungen illustriert.
Einstiegsmöglichkeit in die Welt der Insekten
«Die App ist eine gute Einstiegsmöglichkeit in die Insektenbestimmung mit schönen Illustrationen, Artenporträts und spannenden Informationen», findet René Amstutz, Projektleiter Artenförderung bei Pro Natura. Die Bedienung ist einfach: Zur Bestimmung eines Insekts macht man in der App ein Foto des zu bestimmenden Insekts oder lädt ein bereits gemachtes Foto hoch. Umgehend erhält man daraufhin einen Bestimmungsvorschlag sowie ein ausführliches Artenporträt mit Informationen zu körperlichen Merkmalen, Flugzeit, Nistverhalten und vielem mehr. Die App punktet darüber hinaus auch mit Wissen über Spinnentiere und Tausendfüssler.
Sensibilisierung für bedrohte Sechsbeiner
«Anhand der Informationen in der App können Laien mehr über unsere bedrohten, sechsbeinigen Mitbewohner herausfinden», freut sich Amstutz. «Vielen Menschen ist nicht klar, wie stark wir von den oft als lästig empfundenen Tierchen abhängig sind. Dabei sind sie es, die dafür sorgen, dass Pflanzen bestäubt und Fäkalien abgebaut werden.» Die App soll zur Sensibilisierung für diese wichtigen Tiere und ihre Lebensräume beitragen. Ein Teil der Einnahmen, wird denn auch zur Aufwertung von Pro Natura Schutzgebieten verwendet, der Rest fliesst an die Entwickler. Wer noch tiefer in die faszinierende Welt der Insekten eintauchen will, für den gibt es am Mittwochabend, 10. Juni einen Onlinevortrag mit Insektenspezialist Christian Rösti, sowie zahlreiche Schulmaterialien auf der Pro Natura Website.
Weitere Informationen:
- App im App-Store und auf Google Play
- Online-Vortrag «Wunderwelt Insekten»
- Schulmaterialien «Insekten entdecken»
Kontakt:
Nathalie Rutz, Medienverantwortliche, Tel. 079 826 69 47, @email
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Aufzeichnung Online-Vortrag: Wunderwelt Insekten
Eine fotografische Reise mit Insektenspezialist Christian Roesti
Insekten sind die artenreichste Klasse unter den Tieren. Rund 60 Prozent aller Tierarten auf der Welt sind Insekten. Traurigerweise sind 2 von 3 Insektenarten in der Schweiz bedroht oder potenziell gefährdet: durch verschwindende Lebensräume, intensive Landwirtschaft oder Lichtverschmutzung.
Der Rückgang der Insekten hat einen massiven Einfluss auf andere Arten, auch auf uns Menschen. Die lebenswichtigen Funktionen der Insekten als Bestäuberinnen, Recyclierer oder Futterquelle bleiben häufig unbemerkt. Wir schauen genau hin – und tauchen ein die wundersame Welt der Sechsfüssler.
Begleiten Sie Insektenspezialist Christian Roesti von Orthoptera.ch auf eine Reise zu Flugkünstlerinnen und Krabbelkönigen. Wir verraten Ihnen:
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wie gross die Vielfalt der Insekten tatsächlich ist und warum sie so gefährdet ist
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wo Sie Insekten in Ihrer Nachbarschaft antreffen und wen Sie da vor sich haben könnten
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warum wir die Biodiversitäts- und Klimakrise gemeinsam lösen müssen, wie Pro Natura den Sechsfüsslern hilft und was wir alle beitragen können.
Mehr über Christian Roesti erfahren: Orthoptera.ch
Möchten Sie noch mehr ins Thema eintauchen? Vom Insektenfächer oder Insekten-App übers Naturtagebuch hin zum thematisch passenden Brettspiel Hexapodia – wir haben eine grosse Vielfalt an Angeboten.
Fragen & Antworten zum Vortrag
Die Sägeschrecke heisst auf wissenschaftlich Saga pedo, das heisst Sägefuss. Sie gehört zu der Ordnung der Orthoptera (Geradflügler, Heuschrecken), also nur die Ordnung, zu der sie gehört heisst «ptera». Wie es so ist, gibt es halt immer sekundäre Abwandlungen. Obwohl die meisten Heuschrecken Flügel haben, gibt es doch einige Arten, die sekundär ungeflügelt sind.
Da bin ich überfragt. Ich habe es immer so aufgenommen, dass sie einem anderen Tier ähneln. Also «ähnlich wie ein Schmetterling». «Schmetterlingshaftig» in der Bedeutung von schmetterlingsartig.
Ja! Grillen (Gryllidae) gehören zu den Heuschrecken Orthoptera.
Damit ist gemeint, dass eine für die Natur interessante Landschaftsnutzung aufgegeben wird. Zum Beispiel: Wenn in den Bergen artenreiche Alpweiden nicht mehr mit Vieh bewirtschaftet werden, verwalden sie und der Lebensraum der offenen blütenreichen Weiden wird zu Wald. Somit verschwindet dieser für Tagfalter wichtige Lebensraum. Das ist einfach ein Beispiel.
Auch der Übergang von der früheren Mahd mit Sense oder mit dem Balkenmäher zum heute verbreiteten Einsatz von rotierenden Mähwerken führte zu einer Abnahme der Biodiversität.
Jein, Wikipedia listet 17 Arten, die stark betroffen sind und ca. 30 Arten, die alternativ in Frage kommen, darunter den Kreuzdorn. Weissdornarten wurden vielerorts vernichtet. Aus der Sicht der Biodiversität ist der Feuerbrand unbedenklich, hier geht es wiederum wie so oft um den wirtschaftlichen Erfolg, in diesem Fall der Kernobstkulturen.
Das hängt eben stark von der Pflege ab. Wenn der Garten strukturreich hergerichtet ist mit vielen verschiedenen Mikrohabitaten und einer grossen Pflanzendiversität und bei Schmetterlingen mit der Wirtspflanze, können sich auch Spezialisten ansiedeln. Aber die Bemerkung ist schon gerechtfertigt, dass man in Gärten oft die Generalisten fördert. Aber das hält die Spezialisten nicht ab, sich anzusiedeln, wenn der Lebensraum für sie gut ist.
Generell würde ich sagen, wenn die ersten richtig warmen Tage durch sind, im April/Mai und viele Larven, Raupen und Puppen aktiv sind oder geschlüpft sind. Es gibt aber viele Insektenarten, die mehr als nur ein Jahr brauchen, um die Entwicklung abzuschliessen. Auch hier wäre es eben mehr als nur empfehlenswert, wenn auch dies nicht in einem Zug geschnitten würden. Je grösser das Mosaik, desto besser. Wenn das Mosaik gross und strukturreich ist, spielt der Schnittpunkt eigentlich keine Rolle, denn dann können die Insekten ausweichen. So könnten auch die Wiesen problemlos früher geschnitten werden, wenn nebenan andersartige Flächen vorhanden sind.
Es ist möglich, dass gewisse Insektenarten unter Vögeln wie zum Beispiel Kohlmeisen leiden. Im Detail und je nach Situation könnte es möglicherweise ein Problem geben. Da habe ich bei uns im Garten das Gefühl, dass die Kohlmeisen unsere Zitronenfalterraupen jedes Jahr leer fressen. Aber ein Feind hat seine Beute noch nie ausgerottet.
Als Buchtipp: Praxishandbuch Stadtnatur, Tschäppeler und Haslinger
Wichtig: Viele Gartenbesitzer, die den Garten durch einen Gärtner, eine Gärtnerin machen lassen, sind einfach nur froh, dass die Arbeit abgegeben ist und das das läuft. Aber was mit dem Garten genau passiert, ist ihnen oft egal. Deshalb ist es enorm wichtig, dass die Fachpersonen selbst die biodiversitätsfördernden Massnahmen vorschlagen und umsetzen und informieren, dass das nicht nur schön und modern, sondern auch noch naturfördernd ist. Dann sind die meisten Besitzer;innen mehr als zufrieden. Mit diesem Thema könnte man einen ganzen Abend füllen. Ich würde als Gärtner:in viel mehr vorpreschen und unnötige Arten wie Kirschlorbeer und Forsythie nur noch nach explizitem Wunsche pflanzen. Bei Neubauten bei Gartenprojekten sollten standardmässig wenige nützliche Sträucher wie Schwarzdorn, Faulbaum, Kreuzdorn und Rosen Standard sein und nicht ausländische Sträucher.
Sie funktioniert genau gleich wie diejenige der Gruppen, die ausserhalb des Wassers leben, einfach mit dem Unterschied, dass sie im Wasser leben. Diese Insekten haben verschiedene Strukturen, um unter Wasser zu leben und zu atmen, seien es Kiemen oder durch die Atmung durch den Chitinpanzer. Sie häuten sich im Wasser. Libellen und Steinfliegen haben also genau die gleiche hemimetabole Entwicklung, mit der Spezialität, dass das Individuum im letzten Stadium an Land kriecht und sich dort ein letztes Mal zum Imago häutet.
Diese Frage kann ich so leider nicht beantworten, da nicht klar ist, was es ist. Es könnte eine Ameise gewesen sein, die den Pollen der Wildbienen raubte.
Ja, beim Schneiden schadet man potenziell den Insekten, die in den jeweiligen Zweigen sind. Darum ist es ratsam, dass man nicht alles auf einmal schneidet, sondern in mehreren Anläufen («Zahnlückenprinzip»). Auf das Schneiden sollte bei Hecken nicht verzichtet werden, denn sonst ergibt sich eine immer artenärmere Baumhecke, am Ende ein Wald. Dasselbe gilt für Wiesen: Schnitt ist nötig, es kommt aber auf den Termin und die Häufigkeit an.
Heuschrecken singen, um miteinander zu kommunizieren. Es sind die Männchen, die damit den paarungsbereiten Weibchen sagen, wo sie sich aufhalten, damit sie sich paaren können. Das Zirpen braucht vermutlich nicht so viel Energie, Heuschrecken singen bei den ihnen zusagenden Bedingungen in ihrem arttypischen Rhythmus.
Das würde ich nicht generell so sagen. Der Totholzanteil gewisser Wälder hat in den letzten Jahren etwas zugenommen, was auch am leicht steigenden Bestand der Spechte dargestellt werden kann. Aber viele unserer Wirtschaftswälder sind extrem unter Druck und Arten mit speziellen ökologischen Anforderungen nehmen auch in den Wäldern ab.
Da gibt es sehr viele Möglichkeiten! Sie können in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon die Tipps umsetzen, die Christian Roesti in seinem Vortrag erwähnt. Als Mitglied und/oder Freiwillige können Sie zusammen mit Pro Natura, Ihrem lokalen Naturschutzverein oder einer gleichgesinnten Organisation aktiv werden. Schliesslich ist auch Ihr Wahl- oder Stimmzettel ein gutes Instrument für aktiven Naturschutz. Wir freuen uns, wenn Sie am 22. September JA sagen zur Biodiversitätsintiative und wenn Sie bei Wahlen jenen Personen Ihre Stimme geben, die sich für die Natur einsetzen wollen. Schliesslich können Sie auch beim Einkaufen die Natur schonen, indem Sie Bioprodukte bevorzugen und nur massvoll Fleisch- und Milchprodukte wählen.
Es gibt enorm viele Insekten, die auf dem Boden und im Boden leben. Viele Insekten sind flugunfähig und sind eigentlich dazu gezwungen, am Boden oder in Bodennähe zu leben.
Es gibt Tendenzen, dass gewisse Tierarten in höhere Lebensräume vordringen, auch wegen des Klimawandels. Die Feldgrille lebt an geeigneten Stellen aber bis fast 2000 m. Ich nehme eher an, dass sich die Feldgrillen diesen Lebensraum neu erobert haben durch wandernde Weibchen und sich dort jetzt wohl fühlen.
Gehen Sie mit den Kindern nach draussen, zeigen Sie Ihnen die schöne Vielfalt der Insekten - zum Beispiel mit Hilfe unseres Naturtagebuches - und beziehen Sie gerne unsere reichhaltigen Unterlagen aus der Umweltbildung bei: Insekten entdecken | Pro Natura vom Bild des herzigen Plüschtiers Mini-Chou über den Insekten-Bestimmungsfächer bis hin zum spielerischen Ansatz Hexapodia, wir haben einige Dinge zusammengestellt zum Thema.
In der Schweiz gibt es zwei Maikäferarten, den Feld- und den Waldmaikäfer, sie fliegen um den Monat Mai. Beider Arten sind selten geworden, weil sie jahrzehntelang bekämpft wurden mit pathogenen Pilzen und Insektiziden, da sie in der Land- und Forstwirtschaft aus der menschlichen Optik Schaden angerichtet haben. Sie können auf der Verbreitungskarte des CSCF nachschauen, wo die beiden Arten vorkommen: https://lepus.infofauna.ch/carto/22752 und https://lepus.infofauna.ch/carto/22751
In den tiefen Regionen der Schweiz kommt der Feld-Maikäfer noch vor, aber nur mehr in geringen Individuendichten.
Die Thematik (invasiver) gebietsfremder Arten haben wir im jüngsten Pro Natura Magazin beleuchtet.
Es gibt insofern ein Abwehrdispositiv, als der Bund und viele Kantone eigene Neobiota-Strategien haben. Grundsätzlich geht es darum, die Einwanderung invasiver Arten möglichst zu verhindern (dazu dieser Text: Motivation ist ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit | Pro Natura). Wo das nicht mehr möglich ist, gilt es, die Ausbreitung zu verhindern. Wenn Arten schon sehr weit verbreitet sind, können wir nur noch die besonders wertvollen Lebensräume davor schützen, geschädigt zu werden: Wenn wir nicht eingreifen, nehmen sie rasch Überhand | Pro Natura
Eine covidähnliche Situation zeichnet sich hingegen nicht ab. Es gibt zwar invasive Arten, die für die menschliche Gesundheit problematisch sind, zum Bespiel die Ambrosia-Pflanze, die grosse Mengen von sehr allergenen Pollen produziert. Aber die Dimension ist doch eine viel kleinere.
Das wechselt fast von Exkursion zu Exkursion! Nach diesem Wochenende im Pfynwald (VS) ist es vielleicht der Langfühlerige Schmetterlingshaft. Eine Heuschrecke, die ich besonders gerne habe, ist die Insubrische Strauchschrecke (Pholidoptera littoralis insubrica).
Dies hängt davon ab, wie sich unsere politische Situation entwickelt. Vieles hängt davon ab, wie wir mit den restlichen natürlichen Flächen umgehen. Es wird immer Insekten geben, auch nach dem Menschen. Aber gewisse Arten, die spezielle ökologische Anforderungen haben, werden bei uns mehr und mehr verschwinden. Dies geschieht bereits seit Jahrzehnten und speziell in der zweiten Hälfte des 20ten Jahrhunderts haben wir viele Lebensräume zerstört.
Eine spannende Website mit Überwinterungsstrategien Insekten finden Sie hier Winterstrategien: Insekten - LBV Starnberg
Erleichterung: Garten im Herbst nicht aufräumen. Laub und dürre Stängel stehen lassen, genügend unterschiedliche Kleinstrukturen anbieten (Laubhaufen, Asthaufen, Steinhaufen), Reststreifen Wiese stehen lassen. Saum erst im Frühjahr mähen, Schnittgut noch einige Zeit auf Haufen schichten und liegen lassen und nicht sofort kompostieren oder abführen. Mahd so spät wie möglich aber vor Austrieb der ersten Pflanzen (bei Zwiebelpflanzen wie Schneeglöckchen Ende Winter).
Das bisher nasse Wetter kann ein Grund sein für weniger Sichtungen. Man ist weniger im Garten und bei schlechtem Wetter fliegen weniger Insekten herum. Es kommen aber noch viele andere Gründe in Frage, denn insbesondere viele Wildbienenarten brauchen fast ein Jahr für ihre Entwicklung. In dieser Zeit können sie von Parasiten befallen oder von anderen Tieren gefressen werden, sie können zu wenig Futter finden oder zu viel Energie für die Nahrungssuche brauchen, so dass sie nur wenige Eier mit genügend Proviant versorgen können, sie finden vielleicht keine passenden Nistplätze oder diese werden im Herbst-Winter vor dem Schlüpfen der Jungen zerstört (wenn bspw. dürre Pflanzenstängel im Herbst geschnitten und mit dem Grüngut entsorgt werden).
Die Auswahl an möglichen einheimischen Wildpflanzen ist gross. Die Zusammenstellung der Arten hängt ab von den Standortbedingungen am konkreten Ort (schattig, sonnig, mager, feucht, etc.) und der biogeographischen Region. Eine Auswahl an möglichen Staudenpflanzen für Insekten finden Sie hier:
- Beratung | Die Wildstaudengärtnerei AG (Listen für versch. Insekten ganz unten)
- Für Ihren Standort selber zusammenstellen: Wildpflanzen für den Garten | Floretia
- Praxishandbuch Stadtnatur: Praxishandbuch Stadtnatur | Haupt - Online Buchshop erhältlich im Pro Natura Shop oder im Buchhandel (Liste im Anhang des Buchs).
Die Biodiversitätsintiative will mehr Fläche und mehr Mittel für die Natur sicherstellen. Dank der Annahme der Biodiversitätsinitiative kann es in der Schweiz also zum Beispiel mehr artenreiche Riedwiesen und mehr Blumenwiesen geben und damit mehr Lebensraum für Heuschrecke, Schmetterlinge und andere Insekten.
Pro Natura sensibilisiert zu diesem Thema: Auf der Website, mit der Verleihung des Beugger Preises, im Pro Natura Magazin und in Vorträgen. 2019 haben wir das Glühwürmchen zum Tier des Jahres ernannt, um insbesondere auch auf die Lichtverschmutzung hinzuweisen: Tier des Jahres 2019: Das Glühwürmchen | Pro Natura
Wichtigste Akteure sind die Gemeinden. Auf Initiative von Einwohnerinnen und Einwohnern haben schon verschiedene Gemeinden Massnahmen gegen Lichtverschmutzung ergriffen.
Viele Vogelarten ernähren sich von Insekten, manche zumindest brauchen Insekten für die Jungenaufzucht. Je weniger Insekten es gibt, desto mehr haben diverse Vogelarten Schwierigkeiten genügend Nahrung zu finden.
Für Lehrpersonen - Natur im Unterricht
Unterricht gestalten
Sie möchten lebendigen Unterricht an ausserschulischen Lernorten und in unmittelbarer Schulhausumgebung gestalten. Die didaktischen Materialien und Unterrichtsdossiers unterstützen Sie bei der Planung und Umsetzung ihres handlungsorientierten Unterrichts und verbinden den Draussen- und Drinnenunterricht. Die Schülerinnen und Schüler nehmen ihre Umwelt wahr, erforschen, dokumentieren und erschliessen sie stufengerecht, lernen sich in der Natur zu orientieren und handeln verantwortungsvoll.
Animatura Exkursionen
Wir bieten mit «Animatura» geführte Exkursionen durch kompetente NaturanimatorInnen in der Natur an. Zur Einbettung und Vertiefung unterstützen unsere auf Lernziele und Kompetenzen des LP 21 ausgerichteten Unterrichtsdossiers Sie darin, weitere eigene Unterrichtssequenzen wirkungsvoll zu verankern.
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Broschüre Pro Natura UmweltbildungPotrebbe anche interessarti
Tier des Jahres 2014: Die Feldgrille
Die Feldgrille ist bekannt für ihre musikalische Ader: Ihr unermüdliches Zirpen dominiert von den ersten warmen Frühlingstagen bis in den August hinein so manches Wiesenkonzert. Die Künstlerinnen selbst bleiben dem Publikum jedoch meist verborgen. Oder besser gesagt: die Künstler. Denn es sind die Grillenmännchen, die mit lautem «Zri, zri, zri» versuchen, Weibchen anzulocken und Nebenbuhler abzuschrecken.
Pro Natura macht 2014 die Bühne frei für die scheuen Meistergeiger und wirbt so für mehr artenreiche Blumenwiesen in der Schweiz.
Befrackte Dickköpfe
Die Feldgrille ist eine von über 100 Heuschreckenarten in der Schweiz. Wer nun an einen filigranen grünen Hüpfer denkt, liegt falsch: Die 18 bis 27 mm grosse Feldgrille ist vielmehr schwarz und bullig, mit kugeligem Kopf und bräunlichen, schwarz geäderten Flügeln.
Die Flügelbasis ist besonders bei den Männchen dunkelgelb gefärbt. Die Unterseite der Hinterschenkel leuchtet rot. Die Weibchen sind an ihrer langen, schlanken Legeröhre zu erkennen.
Trotz ihrer Flügel können Feldgrillen nicht fliegen. Die Tiere sind aber flinke Läufer. Auf ihrem Speiseplan stehen Gräser und Kräuter, dazu kleinere Insekten und deren Kadaver. Feldgrillen ihrerseits sind willkommene Happen für grössere Vögel, Reptilien und Säugetiere wie Füchse, Spitzmäuse oder Hauskatzen.
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Albert Krebs/ETH
- Feldgrillenweibchen mit Legeröhre
Erste Geige im Wiesenkonzert
Das Musizieren ist bei den Feldgrillen Männersache. Mit lautem «Zri, zri, zri» markieren Grillenmännchen ihr Revier und weisen gleichzeitig paarungsbereiten Weibchen den Weg. Das Instrument der Violinisten sind ihre Vorderflügel. Auf deren Unterseite sitzen in einer Reihe rund 140 feine Zähnchen. Diese Schrillleiste streicht wie ein Kamm über eine glatte Schrillkante am Hinterrand des anderen Flügels. Eine Membran an der Flügelbasis verstärkt den Klang wie ein Lautsprecher. Die angehobenen Flügel und der Eingang zur eigenen Wohnröhre dienen als Schalltrichter. So ist der Gesang in offenem Gelände fast 100 Meter weit zu hören. Die Grillenweibchen, selbst stumm, nehmen den Lockruf mit ihren winzigen, schlitzförmigen Hörorganen in den Vorderbeinen wahr. Überzeugt die Darbietung, krabbeln sie dem Partner entgegen. Sobald sich ein Weibchen nähert, wechselt das Männchen schlagartig das Thema und umwirbt die Angebetete mit leisem Liebesgeflüster.
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Florin Rutschmann
- Zirpendes Männchen
Bunker mit Terrasse
Eine zirpende Feldgrille zwischen den Grashalmen aufzuspüren, ist nicht ganz einfach. Die schreckhaften Insekten verstummen, sobald man sich ihnen nähert, und verschwinden blitzartig in ihren selbst gegrabenen Wohnröhren. Diese reichen unverzweigt bis 40 Zentimeter tief in die Erde.
Vor der Höhle legen die Tiere einen kleinen Vorplatz an, den sie laufend von Gräsern und Steinen befreien. Dieser dient den Männchen sowohl als Bühne für die musikalischen Darbietungen als auch als Arena für Rivalenkämpfe. Sobald sich ein fremdes Männchen auf den Platz wagt, stimmt der «Hausherr» einen schrillen Rivalengesang an. Reicht die akustische Drohung nicht aus, folgt die Peitsche: Die Kontrahenten schlagen sich ihre langen Antennen um die Köpfe, sie schubsen und beissen, bis einer der beiden das Feld räumt.
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Ingo Stiegemeyer
- Feldgrillenmännchen vor Wohnröhre
Jugend ohne festen Wohnsitz
Feldgrillen paaren sich häufig vor dem Höhleneingang eines Männchens. Die Weibchen legen danach ihre Eier in die Erde ab, wo sie sich selbst überlassen bleiben. Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die kleinen Larven, die ihren Eltern bereits ähnlich sehen, aber noch keine Flügel tragen. Die Feldgrillenlarven vagabundieren den Sommer über umher, fressen und häuten sich bis zu zehnmal. Erst im Herbst werden die Jungen sesshaft: Sie graben sich eine Wohnröhre oder renovieren den verwaisten Gang eines Artgenossen. In diesem Quartier verbringen die Larven den Winter. Im nächsten Frühling wechseln sie noch ein- oder zweimal die Haut und sind etwa Anfang Mai erwachsen.
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Florin Rutschmann
- Feldgrillenlarven haben noch keine Flügel
Leben in der Blumenwiese
Die Feldgrille ist in der Schweiz vor allem in milden Tallagen, an warmen und trockenen Standorten aber auch bis auf gut 1800 Meter ü. M. anzutreffen. Sie ist eine typische Bewohnerin sonniger, extensiv bewirtschafteter Wiesen, Weiden und Böschungen. Diese blütenreichen Lebensräume sind nicht nur ein Eldorado für Heuschrecken wie die Feldgrille, sondern auch für unzählige andere Tier- und Pflanzenarten.
Seit Mitte des letzten Jahrhunderts nehmen die Fläche und die Qualität artenreicher Blumenwiesen in unserer Landschaft jedoch stetig ab. Gründe dafür sind zum einen die Intensivierung der Landwirtschaft, zum andern das Verbuschen nicht mehr bewirtschafteter Steilhänge. So manche sonnige Lage wird zudem überbaut. Vielerorts ist das Zirpen der Feldgrille deshalb verstummt. Die Tiere sind innerhalb einer trocken-warmen Wiese zwar recht mobil, stossen ausserhalb aber schnell an Grenzen. So leben heute viele Populationen quasi auf Inseln, was die an sich häufige Art verletzlich macht.
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Fabian Biasio
- Feldgrillen mögen sonnige, extensiv bewirtschaftete Wiesen und Weiden
Was tut Pro Natura?
- Pro Natura sichert ein Netz von über 650 Naturschutzgebieten in der ganzen Schweiz. Die Wiesen und Weiden in den Pro Natura Schutzgebieten werden extensiv bewirtschaftet – zur Freude der Feldgrille, die in zahlreichen dieser Gebiete vorkommt.
- Mit ihrer Kampagne «Flower Power – für farbenfrohe Blumenwiesen» setzt sich Pro Natura ab 2014 dafür ein, dass die bunten, artenreichen Wiesen und Weiden in der Schweiz wieder zunehmen.
- Pro Natura erhält und fördert Trockenwiesen und -weiden. So untersucht etwa das Projekt «Allegra Geissenpeter», wie ehemals landwirtschaftlich genutzte Hänge wieder nutzbar gemacht und vor dem Verbuschen bewahrt werden können.
- Auch in ihren Sektionen macht sich Pro Natura für artenreiche Wiesen und Böschungen stark, zum Beispiel mit dem Projekt «Blühende Borde fürs Baselbiet».
- In der Agrarpolitik vertritt Pro Natura eine klare Position für artenreiche Wiesen und Weiden im Kulturland.
- Pro Natura macht sich stark für einen haushälterischen Umgang mit dem Boden.
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Benoît Renevey
- Blumenwiesen sind ein wichtiger Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten
Ulteriori informazioni
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Wildbienen sind als Bestäuber ein wichtiges ökologisches Glied in der Natur. Diese Wahl soll auf die Millionen, für Laien oft «unsichtbaren», Insekten aufmerksam machen, die unsere Lebensgrundlage – die Biodiversität – aufrecht erhalten. Die Langhornbiene ist ein kleiner Baustein eines grossen Ganzen.
Mit ihren langen Fühlern und dem pelzigen Rücken fällt die Langhornbiene unter den Wildbienen (Hymenoptera: Apidae) sofort auf. Wie die meisten Wildbienenarten lebt die Langhornbiene einzelgängerisch – im Gegensatz zu ihrer besser bekannten Verwandten, der staatenbildenden Honigbiene. Für den Nestbau sucht sich die Langhornbiene als Bodennisterin Flächen mit offenem, sandigem oder lehmigem Untergrund. Bei der Nahrungssuche hat sich die Langhornbiene auf Schmetterlingsblütler spezialisiert. Daher sucht man sie am besten auf Trockenwiesen, Hochstamm-Obstgärten und in Lehmgruben. Ihre Flugzeit ist ungefähr von Mai bis Ende Juli.
Die Orchidee ist auf die Langhornbiene angewiesen
Mit einer unwiderstehlichen Strategie hat die Hummel-Ragwurz (Ophrys holosericea) die Langhornbiene für die überlebenswichtige Bestäubung gewonnen: Die Blüten der Hummel-Ragwurz ahmen Form und Duft eines Langhornbienen-Weibchens nach und locken so die Langhornbienen-Männchen an. Sobald das Männchen zur vermeintlichen Begattung auf einer Blüte landet, drückt die Orchidee dem Bienenmännchen Pollen auf den Kopf. Auf der nächsten Orchidee, die das Wildbienen-Männchen besucht, streift es die Pollen auf die Narbe der Hummel-Ragwurz und hat damit ungewollt als «Pollentaxi» zur Bestäubung beigetragen. Aufgrund dieses «Tricks», wird die Orchidee zu den Sexualtäuschblumen gezählt. Ohne Langhornbiene wäre das Überleben der Hummel-Ragwurz nicht möglich – jede Art zählt.
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Nicolas J. Vereecken
- Duft und Form der Hummel-Ragwurz locken die Langhornbiene an
Die Vielfalt neben der Honigbiene
Die Honigbiene und ihre Erzeugnisse sind bekannt und beliebt. Als Biene Maja hat sie in einer literarischen (1912) und filmischen (ab 1976) Form den Weg in viele Kinderherzen gefunden. Dass es neben der Honigbiene in der Schweiz ungefähr 580 und weltweit rund 30'000 Wildbienenarten gibt, ist aber nur wenigen bekannt. Im Unterschied zur Honigbiene leben die meisten Wildbienen nicht in einem Staat, sondern unauffällig als Einsiedler. Als Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen übernehmen die Wildbienen eine zentrale, ökologische Rolle. Blütennektar ist ihre vorwiegende Nahrungsquelle. Die Brut versorgen sie mit Pollen und Nektar. Nistplätze suchen sie sich je nach Art an den unterschiedlichsten Orten. Wildbienen nisten in sandigem oder lehmigem Böden, in Schneckenhäusern, bohren Löcher in Totholz, bauen Nester in Pflanzenstängeln oder in Trockenmauern.
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Nicolas J. Vereecken
- Die Grosse Holzbiene ist eine der grössten Wildbienenarten
Ein Leben für die Brut
Das Leben des Wildbienenweibchens dreht sich um das selbst gebaute Nest, in dem es sich die meiste Zeit aufhält, die Eier abgelegt und die Brut heranwächst. Nur zur Suche nach Nahrung oder Baumaterial verlässt es den sicheren Ort. Die Wildbiene lagert Pollen und Nektar zusammen mit jeweils einem Ei in einer Brutzelle, den Grundeinheiten des Nestes, die sie zum Beispiel mit Lehm verschliesst. So reiht sich Zelle an Zelle bis das Nest gefüllt ist. In den Zellen vollzieht sich im Herbst und Winter bis in den Frühling die vollständige Metamorphose vom Ei hin zur Biene. Das fleissige Weibchen verbringt also die wenigen Wochen an Flugzeit – von Frühjahr bis Sommer – mit der Brutfürsorge für die Nachkommen.
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Nicolas J. Vereecken
- Längsschnitt durch eine Brutzelle
Wieso es immer weniger Wildbienen gibt
Zahlreiche Wildbienen (Hymenoptera: Apidae) sind in der Roten Liste der bedrohten Arten der Schweiz aufgeführt. Der Rückgang sowohl der Arten- wie auch der Individuenzahl in den letzten Jahrzehnten ist beträchtlich. Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie liegen jedoch meist beim menschlichen Verhalten. Die Lebensräume vieler Wildbienenarten sind verschwunden oder haben sich verschlechtert. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden, der Bau von Infrastruktur wie Strassen und Gebäuden beeinträchtigen oder zerstören die Lebensräume, die Nistplätze und das Nahrungsangebot der Wildbienen. Es gibt immer weniger Grünflächen und bestehendes Offenland wird oft zu intensiv durch die Landwirtschaft genutzt. Beides zusammen bedroht den Bestand der ca. 580 Wildbienenarten der Schweiz.
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Pro Natura
- Ausgeräumte, eintönige Landschaften
Ohne Wildpflanzen keine Wildbienen – und umgekehrt!
Die Flugzeit der Wildbienen dauert nur wenige Wochen zwischen Frühling und Sommer und ist je nach Art unterschiedlich. Wildblumen, Sträucher und Obstbäume, die den Wildbienen Nahrung bieten, blühen oft nur kurze Zeit lang. Dies bedeutet: Innerhalb der wenigen Wochen, in welchen die Bienen im Sommer unterwegs sind, muss genügend Nahrung für die Bienen und ihre Nachkommen vorhanden sein. Wildbienen sind stark abhängig vom vorhandenen Nahrungsangebot. Die Futterpflanzen wiederum sind auf die Wildbienen als wichtige Bestäuber angewiesen. Dies zeigt eindrücklich die Wechselwirkungen zwischen Tieren und Pflanzen. Tier- und Pflanzenarten können nicht unabhängig voneinander überleben. Sie sind Teil der Biodiversität und aufeinander angewiesen - jede Art zählt. Auch der Mensch ist Teil der Biodiversität und von ihr abhängig. Deshalb müssen wir zur Biodiversität Sorge tragen.
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M. Sorg
- Wildbienen brauchen vielfältige Landschaften
Mut zu Unordnung und Vielfalt in unseren Gärten!
Mit einer naturnahen Gestaltung und Bewirtschaftung unserer Gärten können wir mit kleinem Aufwand Grosses für die Wildbienen bewirken. Als einfacher Grundsatz gilt: Mut zu Unordnung und Vielfältigkeit. Wichtigster Beitrag zum Wildbienenschutz ist die Erhaltung und Aufwertung möglicher Lebensräume.
Helfen können Sie mit:
- reich strukturierten Gärten mit einheimischen Pflanzen verschiedener Wuchsformen und Blühzeiten.
- artenreichen Wiesen, deren Fläche nicht auf einmal gemäht wird. Indem immer nur Teile der Wiese gemäht werden, bleibt der Lebensraum über eine längere Zeit erhalten.
- offenen Bereichen mit sandigen oder lehmigen Böden.
- Totholz- und Kieshaufen, Natursteinmauern, Schneckenhäusern und Pflanzenstängeln.
Mit diesen einfachen Massnahmen können wir den Wildbienen bei der Ernährung und Fortpflanzung helfen. Aber denken Sie daran, die Brut der Bienen entwickelt sich während dem Winter in den Nestern. Also lassen Sie die Pflanzenstängel und Schneckenhäuser bis im Frühjahr liegen oder stehen. Denn sonst geht eine ganze Brut verloren. Wenn Sie noch mehr für die Wildbienen machen möchten, finden Sie am Anfang dieser Seite eine Anleitung zum Bau von Wildbienenhotels. Die vollständige Publikation kann im Pro Natura Shop erworben werden.
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M. Sorg
- Naturnahe Gärten sind bei Wildbienen begehrt