© Matthias Sorg

«Mission B: Jeder Quadratmeter zählt!»

18.03.2019

Am 18. März lancierte die SRG das Schwerpunktthema «Mission B – für mehr Biodiversität». Bettina Walch, Projektleiterin von «Mission B», erklärt die Hintergründe und Ziele.

Während eineinhalb Jahren will die SRG die Bevölkerung über bestehende Sendegefässe und mit vielen verschiedenen Inhalten über alle Kanälen hinweg für das Thema Biodiversität sensibilisiert und dazu ermuntert, Förderflächen für die Natur zu schaffen. Auf der Hauptplattform wird die neu geschaffene Fläche dokumentiert.

Frau Walch, Sie leiten seitens SRF das Schwerpunktthema «Mission B – für mehr Biodiversität». Wie entstand die Idee dazu? 

Bettina Walch: Wir liessen uns vom Projekt «Eine Million Vogelhäuser» inspirieren, welches das finnische Radio und Fernsehen YLE durchgeführt hat. Die informativen Beiträge über Vögel, ihrer Lebensweise und ihrer Nöte haben bewirkt, dass Privatpersonen zusammen mit Schulen, NGOs und Gemeinden innerhalb eines Jahres rund 1,3 Millionen Vogelhäuser installiert haben. Ein riesiger Erfolg. Umso mehr, als sich ein Jahr später in Stichproben zeigte, dass 9 von 10 Häuschen tatsächlich genutzt werden. Bei uns in der Schweiz ist die Situation aber eine andere: Hier mangelt es den Vögeln nicht an Behausungen, sondern an Nahrung. Sie finden in den Wiesen und Äckern kaum noch Insekten und verhungern.

«Mission B» wird von verschiedenen Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Naturschutz unterstützt. Pro Natura ist Aktionspartnerin.



Schwarzweiss-Foto von Bettina Walch © Katharina Nüesch / Bioterra

«Viele Leute wollen etwas tun, sie wissen aber nicht, wo sie beginnen und wie sie es anpacken können.»

Bettina Walch, Projektleiterin «Mission B»

Dann drängt sich hier eher «Eine Million zusätzliche Quadratmeter Naturfläche» auf?

Das war tatsächlich mal eine Option, ja. Wir haben uns dann aber gegen ein Flächenziel entschieden. Vielleicht kommen ja in diesen eineinhalb Projektjahren noch mehr Quadratmeter zusammen … wir wollen uns nicht einschränken. Ausserdem zählt nicht allein die Fläche, mindestens so wichtig, wenn nicht sogar wichtiger, ist ein wachsendes Bewusstsein zum Thema. Deshalb möchten wir im Rahmen von «Mission B» die nötigen Hintergründe und Zusammenhänge aufzeigen, das Thema Biodiversität aus verschiedenen gesellschaftlichen Perspektiven vertiefen, und – wo nötig – auch kritisch beleuchten.

In jüngeren Umfragen zeigte sich, dass sich viele Leute nicht bewusst sind, wie schlecht es um die Biodiversität in unserem Land bestellt ist. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Die Verluste erfolgen schleichend. Das macht es schwierig, sie zu erfassen. Ich glaube aber, dass gerade ein Bewusstseinswandel in Gange ist. Dazu beigetragen haben gewiss auch die Medien, die seit einigen Jahren international vermehrt über das Thema berichten. Ich denke etwa an die kürzlich publizierte Insektenstudie aus Deutschland. Da wird man schon hellhörig. Gleichzeitig lassen solche Berichte das Publikum oft ratlos zurück. Viele Leute wollen etwas tun, sie wissen aber nicht, wo sie beginnen und wie sie es anpacken können. «Mission B» will Privatpersonen nun konkrete Tipps geben, wie sie die Biodiversität auf dem Balkon, im Garten, auf dem Dach oder Firmenareal fördern können.

Aber sind das nicht Tropfen auf den heissen Stein?

Nein, wir sind überzeugt davon, dass die Vielzahl kleiner Einzel-Aktionen in der Summe Grosses bewirkt. Jeder Quadratmeter zählt!