Apfelbaum am Fluss, im Vordergrund eine blühende Wiese

Biodiversität – Vielfalt des Lebens

Kein Lebewesen lebt für sich allein. Alles ist miteinander verbunden und voneinander abhängig. Zur Biodiversität – der Vielfalt von Lebensräumen, Arten und Genen – gehören auch wir Menschen. Doch der Zustand der biologischen Vielfalt ist kritisch.

Damit ein Apfel wächst, sind hunderte von Lebewesen beteiligt: Bienen bestäuben die Apfelblüte. Regenwürmer, andere Bodentiere und Pilze machen Nährstoffe für den Baum verfügbar. Vögel picken Insekten vom Baum. Und auch der Apfelbaum selbst ist ein Lebewesen.

Biodiversität ist unsere Lebensgrundlage

Die Vielfalt des Lebens liefert uns auch Naturfasern für unsere Kleider, Holz zum Bauen und zum Heizen. Sie schützt uns vor Lawinen, Steinschlag oder Hochwasser. In den Lebensräumen der Natur finden wir Entspannung. Eine intakte Biodiversität ist von grösstem Wert für die Volkswirtschaft. Sie ist für unsere Lebensqualität unabdingbar.

Es gibt weder Nützlinge noch Schädlinge

Wussten Sie, dass der Regenwurm bis ins 19. Jahrhundert als Schädling bekämpft wurde? Erst Charles Darwin zeigte, dass Regenwürmer wichtig sind für die Bodenfruchtbarkeit. Bakterien sind als Auslöser von Krankheiten gefürchtet. Doch ohne die Bakterien im Darm könnte der Mensch seine Nahrung nicht in Energie umwandeln. Die Vielfalt der Natur lässt sich nicht in nützlich und schädlich teilen. Die Biodiversität ist unteilbar und als Ganzes wichtig.

Erhalt der Biodiversität ist ein weltweites Ziel

Die Biodiversität geht weltweit zurück. Um dies zu ändern, hat die UNO 1992 die Biodiversitäts-konvention verabschiedet. 2010 haben sich die Mitgliedsstaaten auf eine Strategie mit 20 Zielen geeinigt. So soll der Rückgang bis 2020 gestoppt werden. Bereits seit 1979 gibt es eine gemeinsame Übereinkunft der europäischen Länder zum Schutz der Natur, die Berner Konvention. Bis 2020 soll unter ihrer Leitung ein gesamteuropäisches Netzwerk von Schutzgebieten entstehen, das die Bewahrung der Arten und Lebensräume auf unserem Kontinent gewährleistet – das Smaragd-Netzwerk.

Pro Natura unterstützt diese internationalen Übereinkommen und engagiert sich dort gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen im Verbund Friends of the Earth für die weltweite Erhaltung der Biodiversität.

Mehr zur Biodiversitätskonvention

Mehr zur Berner Konvention

Der Biodiversität in der Schweiz geht es schlecht

Unser Land bietet auf kleinem Raum sehr unterschiedliche Lebensbedingungen. Es ist deshalb eine Schatzkammer der Natur und Heimat für viele unterschiedliche Tiere und Pflanzen. Als Alpenland hat die Schweiz eine besondere Verantwortung für die Erhaltung der Biodiversität im Gebirge.

Doch der Biodiversität geht es schlecht. Weil zu wenig Bienen und Hummeln fliegen, übernehmen industriell gezüchtete Hummeln das Bestäuben der Obstbäume. Das intensive Bewirtschaften der Wiesen lässt die Vielfalt der Blumen und Gräser verschwinden. Die Qualität der verschiedenen Lebensräume nimmt ab, die Eintönigkeit nimmt zu.

Ein Vergleich zwischen der Schweiz und anderen Ländern in Europa zeigt: Bei uns stehen mehr Arten auf der Roten Liste. Ohne vermehrte Anstrengungen kann die Schweiz ihre Biodiversitätsziele bis 2020 nicht erreichen. 

Pro Natura fordert deshalb:

  • Rasche und konsequente Umsetzung des Aktionsplans Biodiversität des Bundes
  • Genügend Geld für den Vollzug der Umwelt- und Naturschutzgesetzgebungen
  • Engagiertes Handeln aller Sektoren (Wirtschaft, Landwirtschaft, Tourismus, weitere) für den Erhalt und die Förderung der Biodiversität