Auried © Adrien Zeender

Naturschutzgebiete - Chance für Mensch und Natur

Sie bewundern knorrige Bäume in einem Naturwald, geniessen ein Konzert von Laubfröschen oder bestaunen fleischfressende Pflanzen in einem Moor. Gut möglich, dass sie dies in einem Pro Natura Naturschutzgebiet tun.

Seit über 100 Jahren sichern wir Naturgebiete. Mittlerweile sind rund 700 Naturschutzgebiete in der Schweiz mit einer Gesamtfläche von rund 250 km2 so geschützt. Über ein Viertel davon sind im Eigentum von Pro Natura. Das Netz unserer Naturschutzgebiete wird laufend ergänzt und aktualisiert.

Ambitionierte Ziele für die Zukunft

Pro Natura blickt in die Zukunft und setzt sich ambitionierte Ziele um ihr Netzwerk an Naturschutzgebieten weiterzuentwickeln. Das alleine reicht nicht. Bund, Kantone und Gemeinden müssen ebenfalls ihren Beitrag zu diesem Netz leisten. Die bestehenden Schutzgebiete müssen zudem angemessen betreut werden können. Dafür setzten wir uns ein.

690 Naturschutzgebiete sichert Pro Natura mit Ende 2017
Bilanz Pro Natura Schutzgebiete Ende 2017

Wie sichern wir so viele Schutzgebiete?

Dank unseren Mitgliedern und Spenden. Nur mit dieser Unterstützung kann Pro Natura langfristig Flächen für den Schutz der Natur sichern. Manche Parzellen bekommen wir geschenkt, andere vererbt oder wir kaufen die Flächen. Heute sind rund 60km2 Eigentum von Pro Natura. In anderen Fällen schliessen wir Verträge zu Verwaltung von Flächen im Sinne der Natur ab.

Pro Natura unterstützen
    
In der Mehrzahl ihrer Naturschutzgebiete übernimmt Pro Natura die Betreuung oder ist daran beteiligt. Unsere Fachleute erarbeiten die optimalen Managementpläne für die Grundstücke. In manchen Gebieten fördern wir Lebensräume mit ihren typischen Tier- und Pflanzenarten. In anderen Gebieten soll sich die Natur, ohne menschliche Eingriffe, zu Wildnis entwickeln. Wiederum andere Gebiete dienen der Erhaltung einer artenreichen Kulturlandschaft. Dort wird die ehemalige Nutzung durch Pflege nachgeahmt.

Schutzgebiet ist nicht gleich Schutzgebiet

Pro Natura Naturschutzgebiete werden auf das angestrebte Schutzziel ausgerichtet. Bei manchen bedeutet dies zu beobachten, was die Natur tut, wenn der Mensch nicht eingreift. Bei anderen braucht es aufwändige Pflege, zum Teil kombiniert mit einer angepassten Nutzung. Wo nötig strebt Pro Natura einen Schutz durch den Kanton oder die Gemeinde an.

In der Schweiz gibt es aber auch noch weitere Kategorien. 2007 sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen für drei neue Parkkategorien geschaffen worden:

  • Regionale Naturpärke
  • Naturerlebnispärke
  • Nationalpärke

Wussten Sie, dass Sie mit Ihrer Mitgliedschaft bei Pro Natura den Schweizerischen Nationalpark im Engadin heute noch unterstützen? Für unsere eigenen Schutzgebiete sowie alle Parkkategorien ist unser Motto: «Wo Natur drauf steht, muss auch Natur drin sein». Hier gibt es schweizweit noch einen grossen Handlungsbedarf.

Das ist aber nicht genug!

Obwohl sich die Schweiz auf internationaler Ebene zu den Biodiversitätszielen 2020 verpflichtet hat, bilden wir das europäische Schlusslicht beim Thema Schutzgebiete und Nationalpärke. Effizientes Management von unseren eigenen Schutzgebieten alleine genügt nicht! Mit politischer Arbeit fordert Pro Natura, dass Bund, Kantone und Gemeinden ihre Verantwortung wahrnehmen. Der Weg zur Gründung von Nationalpärken, die Königsklasse der Schutzgebiete, ist steinig aber auch in der Schweiz notwendig. Mit unserer im Jahr 2000 gestarteten Kampagne «Gründen wir einen neuen Nationalpark» versuchen wir diesen Weg mitzugestalten. Denn im Gegensatz zu unseren Nachbarn, wurde das Netz an Nationalpärken im Schweizer Alpenraum nicht erweitert.