Die Projektkoordinatorin und weitere Teilnehmen vor einem Wasserfall in der Region Samegrelo, Georgien
Internationales

Partizipativer Naturschutz in Georgien

Der Westen Georgiens ist ein «Hotspot» der Artenvielfalt. Zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaukasus dehnt sich die Region Samegrelo aus. Unsere Partner unterstützen die Menschen vor Ort, damit die natürlichen Reichtümer bestehen bleiben.

Auf den ersten Blick hat Samegrelo alles, was zu einem Naturparadies gehört. Zwischen der subtropischen Küstenebene und dem Hochgebirge des Kaukasus lässt es sich gut leben. Aber die wirtschaftlichen Schwierigkeiten lasten schwer auf der Bevölkerung und führen so stellenweise zu einem grossen Druck auf die Natur.

Pro Natura unterstützt das georgische Mitglied von Friends of the Earth, die "Grüne Bewegung Georgien". In einem ambitionierten Projekt  erarbeitet die Organisation Lösungen im Spannungsfeld von Ökologie und Wirtschaft. Sie hat ein Inventar der Biodiversität in der Region erstellt. Darauf bauen Aktionen zum nachhaltigen Umgang mit den heute teils stark übernutzten Weiden und Wäldern auf. Die «Vereinigung der Grünen Georgiens» informiert intensiv über die kaum bekannten Bedürfnisse der Natur, vor allem in den Schulen der Region. Unsere Partner wehren sich, wenn die Holzwirtschaft alte Wälder neu erschliessen will. Sie engagieren sich auch gegen Staudammprojekte, welche die noch natürlichen Flüsse und wilden Täler bedrohen.

Einzigartige Artenvielfalt in Samegrelo

Oberhalb der verstreuten Dörfer von Samegrelo liegen Gebiete mit einer reichen, wenig bekannten Biodiversität. Tief eingegrabene Täler, Wälder und Berge bis über 3000 m ü. M. – die üppige Landschaft ist eine intakte Heimat für viele seltene Tiere und Pflanzen. Samegrelo ist ein Naturparadies, zum Beispiel für das Kaukasus-Birkhuhn (Tetrao mlokosiewiczi) oder das Kaspische Königshuhn (Tetraogallus caspius) sowie den symbolträchtigen Westkaukasischen Steinbock (Capra caucasica). Auch die Wölfe und Bären sind zahlreich.

Die Idee eines Nationalparks stösst in der Gegend auf grosses Interesse. Unsere georgischen Partner möchten dieses Ziel zusammen mit den Menschen in der Region realisieren. Es ist wichtig, die einmalige Natur und Landschaft in Samegrelo langfristig zu erhalten. Gleichzeitig muss ein Nationalpark auch neue Erwerbsmöglichkeiten für die Bevölkerung vor Ort schaffen.