Progetti
Aufzeichnung Online-Vortrag: Wunderwelt Insekten
Eine fotografische Reise mit Insektenspezialist Christian Roesti
Insekten sind die artenreichste Klasse unter den Tieren. Rund 60 Prozent aller Tierarten auf der Welt sind Insekten. Traurigerweise sind 2 von 3 Insektenarten in der Schweiz bedroht oder potenziell gefährdet: durch verschwindende Lebensräume, intensive Landwirtschaft oder Lichtverschmutzung.
Der Rückgang der Insekten hat einen massiven Einfluss auf andere Arten, auch auf uns Menschen. Die lebenswichtigen Funktionen der Insekten als Bestäuberinnen, Recyclierer oder Futterquelle bleiben häufig unbemerkt. Wir schauen genau hin – und tauchen ein die wundersame Welt der Sechsfüssler.
Begleiten Sie Insektenspezialist Christian Roesti von Orthoptera.ch auf eine Reise zu Flugkünstlerinnen und Krabbelkönigen. Wir verraten Ihnen:
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wie gross die Vielfalt der Insekten tatsächlich ist und warum sie so gefährdet ist
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wo Sie Insekten in Ihrer Nachbarschaft antreffen und wen Sie da vor sich haben könnten
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warum wir die Biodiversitäts- und Klimakrise gemeinsam lösen müssen, wie Pro Natura den Sechsfüsslern hilft und was wir alle beitragen können.
Mehr über Christian Roesti erfahren: Orthoptera.ch
Möchten Sie noch mehr ins Thema eintauchen? Vom Insektenfächer oder Insekten-App übers Naturtagebuch hin zum thematisch passenden Brettspiel Hexapodia – wir haben eine grosse Vielfalt an Angeboten.
Fragen & Antworten zum Vortrag
Die Sägeschrecke heisst auf wissenschaftlich Saga pedo, das heisst Sägefuss. Sie gehört zu der Ordnung der Orthoptera (Geradflügler, Heuschrecken), also nur die Ordnung, zu der sie gehört heisst «ptera». Wie es so ist, gibt es halt immer sekundäre Abwandlungen. Obwohl die meisten Heuschrecken Flügel haben, gibt es doch einige Arten, die sekundär ungeflügelt sind.
Da bin ich überfragt. Ich habe es immer so aufgenommen, dass sie einem anderen Tier ähneln. Also «ähnlich wie ein Schmetterling». «Schmetterlingshaftig» in der Bedeutung von schmetterlingsartig.
Ja! Grillen (Gryllidae) gehören zu den Heuschrecken Orthoptera.
Damit ist gemeint, dass eine für die Natur interessante Landschaftsnutzung aufgegeben wird. Zum Beispiel: Wenn in den Bergen artenreiche Alpweiden nicht mehr mit Vieh bewirtschaftet werden, verwalden sie und der Lebensraum der offenen blütenreichen Weiden wird zu Wald. Somit verschwindet dieser für Tagfalter wichtige Lebensraum. Das ist einfach ein Beispiel.
Auch der Übergang von der früheren Mahd mit Sense oder mit dem Balkenmäher zum heute verbreiteten Einsatz von rotierenden Mähwerken führte zu einer Abnahme der Biodiversität.
Jein, Wikipedia listet 17 Arten, die stark betroffen sind und ca. 30 Arten, die alternativ in Frage kommen, darunter den Kreuzdorn. Weissdornarten wurden vielerorts vernichtet. Aus der Sicht der Biodiversität ist der Feuerbrand unbedenklich, hier geht es wiederum wie so oft um den wirtschaftlichen Erfolg, in diesem Fall der Kernobstkulturen.
Das hängt eben stark von der Pflege ab. Wenn der Garten strukturreich hergerichtet ist mit vielen verschiedenen Mikrohabitaten und einer grossen Pflanzendiversität und bei Schmetterlingen mit der Wirtspflanze, können sich auch Spezialisten ansiedeln. Aber die Bemerkung ist schon gerechtfertigt, dass man in Gärten oft die Generalisten fördert. Aber das hält die Spezialisten nicht ab, sich anzusiedeln, wenn der Lebensraum für sie gut ist.
Generell würde ich sagen, wenn die ersten richtig warmen Tage durch sind, im April/Mai und viele Larven, Raupen und Puppen aktiv sind oder geschlüpft sind. Es gibt aber viele Insektenarten, die mehr als nur ein Jahr brauchen, um die Entwicklung abzuschliessen. Auch hier wäre es eben mehr als nur empfehlenswert, wenn auch dies nicht in einem Zug geschnitten würden. Je grösser das Mosaik, desto besser. Wenn das Mosaik gross und strukturreich ist, spielt der Schnittpunkt eigentlich keine Rolle, denn dann können die Insekten ausweichen. So könnten auch die Wiesen problemlos früher geschnitten werden, wenn nebenan andersartige Flächen vorhanden sind.
Es ist möglich, dass gewisse Insektenarten unter Vögeln wie zum Beispiel Kohlmeisen leiden. Im Detail und je nach Situation könnte es möglicherweise ein Problem geben. Da habe ich bei uns im Garten das Gefühl, dass die Kohlmeisen unsere Zitronenfalterraupen jedes Jahr leer fressen. Aber ein Feind hat seine Beute noch nie ausgerottet.
Als Buchtipp: Praxishandbuch Stadtnatur, Tschäppeler und Haslinger
Wichtig: Viele Gartenbesitzer, die den Garten durch einen Gärtner, eine Gärtnerin machen lassen, sind einfach nur froh, dass die Arbeit abgegeben ist und das das läuft. Aber was mit dem Garten genau passiert, ist ihnen oft egal. Deshalb ist es enorm wichtig, dass die Fachpersonen selbst die biodiversitätsfördernden Massnahmen vorschlagen und umsetzen und informieren, dass das nicht nur schön und modern, sondern auch noch naturfördernd ist. Dann sind die meisten Besitzer;innen mehr als zufrieden. Mit diesem Thema könnte man einen ganzen Abend füllen. Ich würde als Gärtner:in viel mehr vorpreschen und unnötige Arten wie Kirschlorbeer und Forsythie nur noch nach explizitem Wunsche pflanzen. Bei Neubauten bei Gartenprojekten sollten standardmässig wenige nützliche Sträucher wie Schwarzdorn, Faulbaum, Kreuzdorn und Rosen Standard sein und nicht ausländische Sträucher.
Sie funktioniert genau gleich wie diejenige der Gruppen, die ausserhalb des Wassers leben, einfach mit dem Unterschied, dass sie im Wasser leben. Diese Insekten haben verschiedene Strukturen, um unter Wasser zu leben und zu atmen, seien es Kiemen oder durch die Atmung durch den Chitinpanzer. Sie häuten sich im Wasser. Libellen und Steinfliegen haben also genau die gleiche hemimetabole Entwicklung, mit der Spezialität, dass das Individuum im letzten Stadium an Land kriecht und sich dort ein letztes Mal zum Imago häutet.
Diese Frage kann ich so leider nicht beantworten, da nicht klar ist, was es ist. Es könnte eine Ameise gewesen sein, die den Pollen der Wildbienen raubte.
Ja, beim Schneiden schadet man potenziell den Insekten, die in den jeweiligen Zweigen sind. Darum ist es ratsam, dass man nicht alles auf einmal schneidet, sondern in mehreren Anläufen («Zahnlückenprinzip»). Auf das Schneiden sollte bei Hecken nicht verzichtet werden, denn sonst ergibt sich eine immer artenärmere Baumhecke, am Ende ein Wald. Dasselbe gilt für Wiesen: Schnitt ist nötig, es kommt aber auf den Termin und die Häufigkeit an.
Heuschrecken singen, um miteinander zu kommunizieren. Es sind die Männchen, die damit den paarungsbereiten Weibchen sagen, wo sie sich aufhalten, damit sie sich paaren können. Das Zirpen braucht vermutlich nicht so viel Energie, Heuschrecken singen bei den ihnen zusagenden Bedingungen in ihrem arttypischen Rhythmus.
Das würde ich nicht generell so sagen. Der Totholzanteil gewisser Wälder hat in den letzten Jahren etwas zugenommen, was auch am leicht steigenden Bestand der Spechte dargestellt werden kann. Aber viele unserer Wirtschaftswälder sind extrem unter Druck und Arten mit speziellen ökologischen Anforderungen nehmen auch in den Wäldern ab.
Da gibt es sehr viele Möglichkeiten! Sie können in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon die Tipps umsetzen, die Christian Roesti in seinem Vortrag erwähnt. Als Mitglied und/oder Freiwillige können Sie zusammen mit Pro Natura, Ihrem lokalen Naturschutzverein oder einer gleichgesinnten Organisation aktiv werden. Schliesslich ist auch Ihr Wahl- oder Stimmzettel ein gutes Instrument für aktiven Naturschutz. Wir freuen uns, wenn Sie am 22. September JA sagen zur Biodiversitätsintiative und wenn Sie bei Wahlen jenen Personen Ihre Stimme geben, die sich für die Natur einsetzen wollen. Schliesslich können Sie auch beim Einkaufen die Natur schonen, indem Sie Bioprodukte bevorzugen und nur massvoll Fleisch- und Milchprodukte wählen.
Es gibt enorm viele Insekten, die auf dem Boden und im Boden leben. Viele Insekten sind flugunfähig und sind eigentlich dazu gezwungen, am Boden oder in Bodennähe zu leben.
Es gibt Tendenzen, dass gewisse Tierarten in höhere Lebensräume vordringen, auch wegen des Klimawandels. Die Feldgrille lebt an geeigneten Stellen aber bis fast 2000 m. Ich nehme eher an, dass sich die Feldgrillen diesen Lebensraum neu erobert haben durch wandernde Weibchen und sich dort jetzt wohl fühlen.
Gehen Sie mit den Kindern nach draussen, zeigen Sie Ihnen die schöne Vielfalt der Insekten - zum Beispiel mit Hilfe unseres Naturtagebuches - und beziehen Sie gerne unsere reichhaltigen Unterlagen aus der Umweltbildung bei: Insekten entdecken | Pro Natura vom Bild des herzigen Plüschtiers Mini-Chou über den Insekten-Bestimmungsfächer bis hin zum spielerischen Ansatz Hexapodia, wir haben einige Dinge zusammengestellt zum Thema.
In der Schweiz gibt es zwei Maikäferarten, den Feld- und den Waldmaikäfer, sie fliegen um den Monat Mai. Beider Arten sind selten geworden, weil sie jahrzehntelang bekämpft wurden mit pathogenen Pilzen und Insektiziden, da sie in der Land- und Forstwirtschaft aus der menschlichen Optik Schaden angerichtet haben. Sie können auf der Verbreitungskarte des CSCF nachschauen, wo die beiden Arten vorkommen: https://lepus.infofauna.ch/carto/22752 und https://lepus.infofauna.ch/carto/22751
In den tiefen Regionen der Schweiz kommt der Feld-Maikäfer noch vor, aber nur mehr in geringen Individuendichten.
Die Thematik (invasiver) gebietsfremder Arten haben wir im jüngsten Pro Natura Magazin beleuchtet.
Es gibt insofern ein Abwehrdispositiv, als der Bund und viele Kantone eigene Neobiota-Strategien haben. Grundsätzlich geht es darum, die Einwanderung invasiver Arten möglichst zu verhindern (dazu dieser Text: Motivation ist ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit | Pro Natura). Wo das nicht mehr möglich ist, gilt es, die Ausbreitung zu verhindern. Wenn Arten schon sehr weit verbreitet sind, können wir nur noch die besonders wertvollen Lebensräume davor schützen, geschädigt zu werden: Wenn wir nicht eingreifen, nehmen sie rasch Überhand | Pro Natura
Eine covidähnliche Situation zeichnet sich hingegen nicht ab. Es gibt zwar invasive Arten, die für die menschliche Gesundheit problematisch sind, zum Bespiel die Ambrosia-Pflanze, die grosse Mengen von sehr allergenen Pollen produziert. Aber die Dimension ist doch eine viel kleinere.
Das wechselt fast von Exkursion zu Exkursion! Nach diesem Wochenende im Pfynwald (VS) ist es vielleicht der Langfühlerige Schmetterlingshaft. Eine Heuschrecke, die ich besonders gerne habe, ist die Insubrische Strauchschrecke (Pholidoptera littoralis insubrica).
Dies hängt davon ab, wie sich unsere politische Situation entwickelt. Vieles hängt davon ab, wie wir mit den restlichen natürlichen Flächen umgehen. Es wird immer Insekten geben, auch nach dem Menschen. Aber gewisse Arten, die spezielle ökologische Anforderungen haben, werden bei uns mehr und mehr verschwinden. Dies geschieht bereits seit Jahrzehnten und speziell in der zweiten Hälfte des 20ten Jahrhunderts haben wir viele Lebensräume zerstört.
Eine spannende Website mit Überwinterungsstrategien Insekten finden Sie hier Winterstrategien: Insekten - LBV Starnberg
Erleichterung: Garten im Herbst nicht aufräumen. Laub und dürre Stängel stehen lassen, genügend unterschiedliche Kleinstrukturen anbieten (Laubhaufen, Asthaufen, Steinhaufen), Reststreifen Wiese stehen lassen. Saum erst im Frühjahr mähen, Schnittgut noch einige Zeit auf Haufen schichten und liegen lassen und nicht sofort kompostieren oder abführen. Mahd so spät wie möglich aber vor Austrieb der ersten Pflanzen (bei Zwiebelpflanzen wie Schneeglöckchen Ende Winter).
Das bisher nasse Wetter kann ein Grund sein für weniger Sichtungen. Man ist weniger im Garten und bei schlechtem Wetter fliegen weniger Insekten herum. Es kommen aber noch viele andere Gründe in Frage, denn insbesondere viele Wildbienenarten brauchen fast ein Jahr für ihre Entwicklung. In dieser Zeit können sie von Parasiten befallen oder von anderen Tieren gefressen werden, sie können zu wenig Futter finden oder zu viel Energie für die Nahrungssuche brauchen, so dass sie nur wenige Eier mit genügend Proviant versorgen können, sie finden vielleicht keine passenden Nistplätze oder diese werden im Herbst-Winter vor dem Schlüpfen der Jungen zerstört (wenn bspw. dürre Pflanzenstängel im Herbst geschnitten und mit dem Grüngut entsorgt werden).
Die Auswahl an möglichen einheimischen Wildpflanzen ist gross. Die Zusammenstellung der Arten hängt ab von den Standortbedingungen am konkreten Ort (schattig, sonnig, mager, feucht, etc.) und der biogeographischen Region. Eine Auswahl an möglichen Staudenpflanzen für Insekten finden Sie hier:
- Beratung | Die Wildstaudengärtnerei AG (Listen für versch. Insekten ganz unten)
- Für Ihren Standort selber zusammenstellen: Wildpflanzen für den Garten | Floretia
- Praxishandbuch Stadtnatur: Praxishandbuch Stadtnatur | Haupt - Online Buchshop erhältlich im Pro Natura Shop oder im Buchhandel (Liste im Anhang des Buchs).
Die Biodiversitätsintiative will mehr Fläche und mehr Mittel für die Natur sicherstellen. Dank der Annahme der Biodiversitätsinitiative kann es in der Schweiz also zum Beispiel mehr artenreiche Riedwiesen und mehr Blumenwiesen geben und damit mehr Lebensraum für Heuschrecke, Schmetterlinge und andere Insekten.
Pro Natura sensibilisiert zu diesem Thema: Auf der Website, mit der Verleihung des Beugger Preises, im Pro Natura Magazin und in Vorträgen. 2019 haben wir das Glühwürmchen zum Tier des Jahres ernannt, um insbesondere auch auf die Lichtverschmutzung hinzuweisen: Tier des Jahres 2019: Das Glühwürmchen | Pro Natura
Wichtigste Akteure sind die Gemeinden. Auf Initiative von Einwohnerinnen und Einwohnern haben schon verschiedene Gemeinden Massnahmen gegen Lichtverschmutzung ergriffen.
Viele Vogelarten ernähren sich von Insekten, manche zumindest brauchen Insekten für die Jungenaufzucht. Je weniger Insekten es gibt, desto mehr haben diverse Vogelarten Schwierigkeiten genügend Nahrung zu finden.
Neues Leben in der Fischermatt
Für Lehrpersonen - Natur im Unterricht
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Sie möchten lebendigen Unterricht an ausserschulischen Lernorten und in unmittelbarer Schulhausumgebung gestalten. Die didaktischen Materialien und Unterrichtsdossiers unterstützen Sie bei der Planung und Umsetzung ihres handlungsorientierten Unterrichts und verbinden den Draussen- und Drinnenunterricht. Die Schülerinnen und Schüler nehmen ihre Umwelt wahr, erforschen, dokumentieren und erschliessen sie stufengerecht, lernen sich in der Natur zu orientieren und handeln verantwortungsvoll.
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Broschüre Pro Natura UmweltbildungPotrebbe anche interessarti
Tier des Jahres 2014: Die Feldgrille
Die Feldgrille ist bekannt für ihre musikalische Ader: Ihr unermüdliches Zirpen dominiert von den ersten warmen Frühlingstagen bis in den August hinein so manches Wiesenkonzert. Die Künstlerinnen selbst bleiben dem Publikum jedoch meist verborgen. Oder besser gesagt: die Künstler. Denn es sind die Grillenmännchen, die mit lautem «Zri, zri, zri» versuchen, Weibchen anzulocken und Nebenbuhler abzuschrecken.
Pro Natura macht 2014 die Bühne frei für die scheuen Meistergeiger und wirbt so für mehr artenreiche Blumenwiesen in der Schweiz.
Befrackte Dickköpfe
Die Feldgrille ist eine von über 100 Heuschreckenarten in der Schweiz. Wer nun an einen filigranen grünen Hüpfer denkt, liegt falsch: Die 18 bis 27 mm grosse Feldgrille ist vielmehr schwarz und bullig, mit kugeligem Kopf und bräunlichen, schwarz geäderten Flügeln.
Die Flügelbasis ist besonders bei den Männchen dunkelgelb gefärbt. Die Unterseite der Hinterschenkel leuchtet rot. Die Weibchen sind an ihrer langen, schlanken Legeröhre zu erkennen.
Trotz ihrer Flügel können Feldgrillen nicht fliegen. Die Tiere sind aber flinke Läufer. Auf ihrem Speiseplan stehen Gräser und Kräuter, dazu kleinere Insekten und deren Kadaver. Feldgrillen ihrerseits sind willkommene Happen für grössere Vögel, Reptilien und Säugetiere wie Füchse, Spitzmäuse oder Hauskatzen.
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Albert Krebs/ETH
- Feldgrillenweibchen mit Legeröhre
Erste Geige im Wiesenkonzert
Das Musizieren ist bei den Feldgrillen Männersache. Mit lautem «Zri, zri, zri» markieren Grillenmännchen ihr Revier und weisen gleichzeitig paarungsbereiten Weibchen den Weg. Das Instrument der Violinisten sind ihre Vorderflügel. Auf deren Unterseite sitzen in einer Reihe rund 140 feine Zähnchen. Diese Schrillleiste streicht wie ein Kamm über eine glatte Schrillkante am Hinterrand des anderen Flügels. Eine Membran an der Flügelbasis verstärkt den Klang wie ein Lautsprecher. Die angehobenen Flügel und der Eingang zur eigenen Wohnröhre dienen als Schalltrichter. So ist der Gesang in offenem Gelände fast 100 Meter weit zu hören. Die Grillenweibchen, selbst stumm, nehmen den Lockruf mit ihren winzigen, schlitzförmigen Hörorganen in den Vorderbeinen wahr. Überzeugt die Darbietung, krabbeln sie dem Partner entgegen. Sobald sich ein Weibchen nähert, wechselt das Männchen schlagartig das Thema und umwirbt die Angebetete mit leisem Liebesgeflüster.
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Florin Rutschmann
- Zirpendes Männchen
Bunker mit Terrasse
Eine zirpende Feldgrille zwischen den Grashalmen aufzuspüren, ist nicht ganz einfach. Die schreckhaften Insekten verstummen, sobald man sich ihnen nähert, und verschwinden blitzartig in ihren selbst gegrabenen Wohnröhren. Diese reichen unverzweigt bis 40 Zentimeter tief in die Erde.
Vor der Höhle legen die Tiere einen kleinen Vorplatz an, den sie laufend von Gräsern und Steinen befreien. Dieser dient den Männchen sowohl als Bühne für die musikalischen Darbietungen als auch als Arena für Rivalenkämpfe. Sobald sich ein fremdes Männchen auf den Platz wagt, stimmt der «Hausherr» einen schrillen Rivalengesang an. Reicht die akustische Drohung nicht aus, folgt die Peitsche: Die Kontrahenten schlagen sich ihre langen Antennen um die Köpfe, sie schubsen und beissen, bis einer der beiden das Feld räumt.
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Ingo Stiegemeyer
- Feldgrillenmännchen vor Wohnröhre
Jugend ohne festen Wohnsitz
Feldgrillen paaren sich häufig vor dem Höhleneingang eines Männchens. Die Weibchen legen danach ihre Eier in die Erde ab, wo sie sich selbst überlassen bleiben. Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die kleinen Larven, die ihren Eltern bereits ähnlich sehen, aber noch keine Flügel tragen. Die Feldgrillenlarven vagabundieren den Sommer über umher, fressen und häuten sich bis zu zehnmal. Erst im Herbst werden die Jungen sesshaft: Sie graben sich eine Wohnröhre oder renovieren den verwaisten Gang eines Artgenossen. In diesem Quartier verbringen die Larven den Winter. Im nächsten Frühling wechseln sie noch ein- oder zweimal die Haut und sind etwa Anfang Mai erwachsen.
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Florin Rutschmann
- Feldgrillenlarven haben noch keine Flügel
Leben in der Blumenwiese
Die Feldgrille ist in der Schweiz vor allem in milden Tallagen, an warmen und trockenen Standorten aber auch bis auf gut 1800 Meter ü. M. anzutreffen. Sie ist eine typische Bewohnerin sonniger, extensiv bewirtschafteter Wiesen, Weiden und Böschungen. Diese blütenreichen Lebensräume sind nicht nur ein Eldorado für Heuschrecken wie die Feldgrille, sondern auch für unzählige andere Tier- und Pflanzenarten.
Seit Mitte des letzten Jahrhunderts nehmen die Fläche und die Qualität artenreicher Blumenwiesen in unserer Landschaft jedoch stetig ab. Gründe dafür sind zum einen die Intensivierung der Landwirtschaft, zum andern das Verbuschen nicht mehr bewirtschafteter Steilhänge. So manche sonnige Lage wird zudem überbaut. Vielerorts ist das Zirpen der Feldgrille deshalb verstummt. Die Tiere sind innerhalb einer trocken-warmen Wiese zwar recht mobil, stossen ausserhalb aber schnell an Grenzen. So leben heute viele Populationen quasi auf Inseln, was die an sich häufige Art verletzlich macht.
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Fabian Biasio
- Feldgrillen mögen sonnige, extensiv bewirtschaftete Wiesen und Weiden
Was tut Pro Natura?
- Pro Natura sichert ein Netz von über 650 Naturschutzgebieten in der ganzen Schweiz. Die Wiesen und Weiden in den Pro Natura Schutzgebieten werden extensiv bewirtschaftet – zur Freude der Feldgrille, die in zahlreichen dieser Gebiete vorkommt.
- Mit ihrer Kampagne «Flower Power – für farbenfrohe Blumenwiesen» setzt sich Pro Natura ab 2014 dafür ein, dass die bunten, artenreichen Wiesen und Weiden in der Schweiz wieder zunehmen.
- Pro Natura erhält und fördert Trockenwiesen und -weiden. So untersucht etwa das Projekt «Allegra Geissenpeter», wie ehemals landwirtschaftlich genutzte Hänge wieder nutzbar gemacht und vor dem Verbuschen bewahrt werden können.
- Auch in ihren Sektionen macht sich Pro Natura für artenreiche Wiesen und Böschungen stark, zum Beispiel mit dem Projekt «Blühende Borde fürs Baselbiet».
- In der Agrarpolitik vertritt Pro Natura eine klare Position für artenreiche Wiesen und Weiden im Kulturland.
- Pro Natura macht sich stark für einen haushälterischen Umgang mit dem Boden.
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Benoît Renevey
- Blumenwiesen sind ein wichtiger Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten
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Wildbienen sind als Bestäuber ein wichtiges ökologisches Glied in der Natur. Diese Wahl soll auf die Millionen, für Laien oft «unsichtbaren», Insekten aufmerksam machen, die unsere Lebensgrundlage – die Biodiversität – aufrecht erhalten. Die Langhornbiene ist ein kleiner Baustein eines grossen Ganzen.
Mit ihren langen Fühlern und dem pelzigen Rücken fällt die Langhornbiene unter den Wildbienen (Hymenoptera: Apidae) sofort auf. Wie die meisten Wildbienenarten lebt die Langhornbiene einzelgängerisch – im Gegensatz zu ihrer besser bekannten Verwandten, der staatenbildenden Honigbiene. Für den Nestbau sucht sich die Langhornbiene als Bodennisterin Flächen mit offenem, sandigem oder lehmigem Untergrund. Bei der Nahrungssuche hat sich die Langhornbiene auf Schmetterlingsblütler spezialisiert. Daher sucht man sie am besten auf Trockenwiesen, Hochstamm-Obstgärten und in Lehmgruben. Ihre Flugzeit ist ungefähr von Mai bis Ende Juli.
Die Orchidee ist auf die Langhornbiene angewiesen
Mit einer unwiderstehlichen Strategie hat die Hummel-Ragwurz (Ophrys holosericea) die Langhornbiene für die überlebenswichtige Bestäubung gewonnen: Die Blüten der Hummel-Ragwurz ahmen Form und Duft eines Langhornbienen-Weibchens nach und locken so die Langhornbienen-Männchen an. Sobald das Männchen zur vermeintlichen Begattung auf einer Blüte landet, drückt die Orchidee dem Bienenmännchen Pollen auf den Kopf. Auf der nächsten Orchidee, die das Wildbienen-Männchen besucht, streift es die Pollen auf die Narbe der Hummel-Ragwurz und hat damit ungewollt als «Pollentaxi» zur Bestäubung beigetragen. Aufgrund dieses «Tricks», wird die Orchidee zu den Sexualtäuschblumen gezählt. Ohne Langhornbiene wäre das Überleben der Hummel-Ragwurz nicht möglich – jede Art zählt.
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Nicolas J. Vereecken
- Duft und Form der Hummel-Ragwurz locken die Langhornbiene an
Die Vielfalt neben der Honigbiene
Die Honigbiene und ihre Erzeugnisse sind bekannt und beliebt. Als Biene Maja hat sie in einer literarischen (1912) und filmischen (ab 1976) Form den Weg in viele Kinderherzen gefunden. Dass es neben der Honigbiene in der Schweiz ungefähr 580 und weltweit rund 30'000 Wildbienenarten gibt, ist aber nur wenigen bekannt. Im Unterschied zur Honigbiene leben die meisten Wildbienen nicht in einem Staat, sondern unauffällig als Einsiedler. Als Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen übernehmen die Wildbienen eine zentrale, ökologische Rolle. Blütennektar ist ihre vorwiegende Nahrungsquelle. Die Brut versorgen sie mit Pollen und Nektar. Nistplätze suchen sie sich je nach Art an den unterschiedlichsten Orten. Wildbienen nisten in sandigem oder lehmigem Böden, in Schneckenhäusern, bohren Löcher in Totholz, bauen Nester in Pflanzenstängeln oder in Trockenmauern.
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Nicolas J. Vereecken
- Die Grosse Holzbiene ist eine der grössten Wildbienenarten
Ein Leben für die Brut
Das Leben des Wildbienenweibchens dreht sich um das selbst gebaute Nest, in dem es sich die meiste Zeit aufhält, die Eier abgelegt und die Brut heranwächst. Nur zur Suche nach Nahrung oder Baumaterial verlässt es den sicheren Ort. Die Wildbiene lagert Pollen und Nektar zusammen mit jeweils einem Ei in einer Brutzelle, den Grundeinheiten des Nestes, die sie zum Beispiel mit Lehm verschliesst. So reiht sich Zelle an Zelle bis das Nest gefüllt ist. In den Zellen vollzieht sich im Herbst und Winter bis in den Frühling die vollständige Metamorphose vom Ei hin zur Biene. Das fleissige Weibchen verbringt also die wenigen Wochen an Flugzeit – von Frühjahr bis Sommer – mit der Brutfürsorge für die Nachkommen.
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Nicolas J. Vereecken
- Längsschnitt durch eine Brutzelle
Wieso es immer weniger Wildbienen gibt
Zahlreiche Wildbienen (Hymenoptera: Apidae) sind in der Roten Liste der bedrohten Arten der Schweiz aufgeführt. Der Rückgang sowohl der Arten- wie auch der Individuenzahl in den letzten Jahrzehnten ist beträchtlich. Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie liegen jedoch meist beim menschlichen Verhalten. Die Lebensräume vieler Wildbienenarten sind verschwunden oder haben sich verschlechtert. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden, der Bau von Infrastruktur wie Strassen und Gebäuden beeinträchtigen oder zerstören die Lebensräume, die Nistplätze und das Nahrungsangebot der Wildbienen. Es gibt immer weniger Grünflächen und bestehendes Offenland wird oft zu intensiv durch die Landwirtschaft genutzt. Beides zusammen bedroht den Bestand der ca. 580 Wildbienenarten der Schweiz.
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Pro Natura
- Ausgeräumte, eintönige Landschaften
Ohne Wildpflanzen keine Wildbienen – und umgekehrt!
Die Flugzeit der Wildbienen dauert nur wenige Wochen zwischen Frühling und Sommer und ist je nach Art unterschiedlich. Wildblumen, Sträucher und Obstbäume, die den Wildbienen Nahrung bieten, blühen oft nur kurze Zeit lang. Dies bedeutet: Innerhalb der wenigen Wochen, in welchen die Bienen im Sommer unterwegs sind, muss genügend Nahrung für die Bienen und ihre Nachkommen vorhanden sein. Wildbienen sind stark abhängig vom vorhandenen Nahrungsangebot. Die Futterpflanzen wiederum sind auf die Wildbienen als wichtige Bestäuber angewiesen. Dies zeigt eindrücklich die Wechselwirkungen zwischen Tieren und Pflanzen. Tier- und Pflanzenarten können nicht unabhängig voneinander überleben. Sie sind Teil der Biodiversität und aufeinander angewiesen - jede Art zählt. Auch der Mensch ist Teil der Biodiversität und von ihr abhängig. Deshalb müssen wir zur Biodiversität Sorge tragen.
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M. Sorg
- Wildbienen brauchen vielfältige Landschaften
Mut zu Unordnung und Vielfalt in unseren Gärten!
Mit einer naturnahen Gestaltung und Bewirtschaftung unserer Gärten können wir mit kleinem Aufwand Grosses für die Wildbienen bewirken. Als einfacher Grundsatz gilt: Mut zu Unordnung und Vielfältigkeit. Wichtigster Beitrag zum Wildbienenschutz ist die Erhaltung und Aufwertung möglicher Lebensräume.
Helfen können Sie mit:
- reich strukturierten Gärten mit einheimischen Pflanzen verschiedener Wuchsformen und Blühzeiten.
- artenreichen Wiesen, deren Fläche nicht auf einmal gemäht wird. Indem immer nur Teile der Wiese gemäht werden, bleibt der Lebensraum über eine längere Zeit erhalten.
- offenen Bereichen mit sandigen oder lehmigen Böden.
- Totholz- und Kieshaufen, Natursteinmauern, Schneckenhäusern und Pflanzenstängeln.
Mit diesen einfachen Massnahmen können wir den Wildbienen bei der Ernährung und Fortpflanzung helfen. Aber denken Sie daran, die Brut der Bienen entwickelt sich während dem Winter in den Nestern. Also lassen Sie die Pflanzenstängel und Schneckenhäuser bis im Frühjahr liegen oder stehen. Denn sonst geht eine ganze Brut verloren. Wenn Sie noch mehr für die Wildbienen machen möchten, finden Sie am Anfang dieser Seite eine Anleitung zum Bau von Wildbienenhotels. Die vollständige Publikation kann im Pro Natura Shop erworben werden.
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M. Sorg
- Naturnahe Gärten sind bei Wildbienen begehrt
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Pro Natura Faltblatt «Mein Garten mit…Bauanleitung «Bauplätze für Wildbienen»Potrebbe anche interessarti
Alpenbock: Schönheitskönig unter den einheimischen Käfern
Licht aus für die Nachttiere
Hier rascheln Mäuse auf der Suche nach Nahrung, dort ruft ein Uhu, lautlos jagen Fledermäuse durch die Luft, und unzählige Insekten und andere Wirbellose wuseln irgendwo im Unterholz und lassen die Finsternis mit bekannten und rätselhaften Geräuschen erklingen. Voller Leben ist sie, die dunkle Nacht. Nur – es gibt sie kaum noch im Mittelland und im Jura, die dunkle Nacht. Und deshalb kommen Tiere, die in der Dunkelheit leben und das Licht scheuen, zunehmend unter Druck.
Tiere haben über Millionen Jahre eine innere Uhr entwickelt, die vom Tag-/Nacht-Rhythmus gesteuert wird. Und viele von ihnen machen die Nacht zum Tag. So sind beispielsweise 95 Prozent der 3668 in der Schweiz bekannten Schmetterlingsarten nachtaktiv. Sie orientieren sich über Gerüche mithilfe ihrer hochempfindlichen Antennen und können beispielsweise ein Weibchen auf mehrere Kilometer Entfernung wahrnehmen. Fledermäuse können dank ihres Echolots ausschliesslich nachts jagen. Zugvögel orientieren sich auf ihrem Migrationsflug an den Sternen. Und am Wasser schlüpfen nachts aus Insektenlarven Eintags- und Köcherfliegen.
Tödliche Lichtfallen
Die Dunkelheit der Nacht bietet vielen Tieren Schutz – obschon diese Sicherheit relativ ist, denn auch die Jäger sind an das Leben ohne Licht angepasst. Kleininsekten und Raupen von Nachtfaltern sind in der kühlen Nacht besser vor dem Austrocknen geschützt als bei direkter Sonneneinstrahlung. Auf der Suche nach Pflanzennektar stehen Nachtfalter nachts nicht in Konkurrenz zu Bienen und anderen Tagbestäubern.
Nachtfalter sehen 1000 Mal besser als Tagfalter und nehmen vor allem gelbe und weisse Blüten wahr. Genau in diesem Farbspektrum strahlt aber auch Kunstlicht, das Nachtfalter über Distanzen von 250 Metern anzieht, vor allem die etwas mobileren Männchen. Das Kunstlicht verändert auch die Farben der Blüten: Nachtfalter können sie nicht mehr erkennen und sie somit auch nicht mehr bestäuben. Und so erschöpfen sich die Insekten mit endlosem Umkreisen der Laternen.
Jeden Sommer verenden pro Nacht rund 150 Insekten an jeder Strassenlaterne. Sie alle können keine Nahrung mehr suchen, keine Pflanzen mehr bestäuben, keine Eier mehr legen. Und sie werden damit leichte Beute für Fledermäuse, Katzen oder dämmerungsaktive Vögel.
Die Weibchen des Glühwürmchens senden ihr visuelles Signal in einem lichtverschmutzten Umfeld umsonst: Die Männchen können sie nicht mehr sehen und sich so auch nicht mehr mit ihnen paaren. Die entlang kleiner Bäche aufgestellten Leuchten ziehen Insekten aus dem Wasser in Scharen an. Doch die Tierchen verenden und fehlen somit als wichtige Nahrungsquelle für Fische, Vögel und Fledermäuse.
Lichtverschmutzung in 30 Jahren verdoppelt
Kunstlicht stört das Gleichgewicht unserer nächtlichen Ökosysteme und beeinträchtigt das Verhalten von Tieren und Pflanzen. Die lichtscheuen Arten verlieren in einem veränderten Lebensraum plötzlich die Orientierung, zum Nachteil der lichttoleranten Arten. Dadurch verändert sich einerseits die Nahrungskette, andererseits werden auch Pflanzen durch nachtaktive Insekten nicht mehr in gleichem Masse bestäubt. Eine Studie der Universität Bern zeigt, dass beispielsweise die Kohldistel 13 Prozent weniger Früchte produziert und 62 Prozent weniger von bestäubenden Nachtinsekten besucht wird, wenn sie nicht in kompletter Dunkelheit gehalten, sondern künstlich beleuchtet wird.
Die nächtliche Lichtverschmutzung ist ein weiteres Beispiel einer langen Liste von menschgemachten Problemen, welche die Biodiversität gefährden. Im Verlauf der letzten 30 Jahre hat sich die Lichtverschmutzung in unserem Siedlungsgebiet nahezu verdoppelt und es muss davon ausgegangen werden, dass die Auswirkungen auf Tier- und Pflanzenwelt weiter zunehmen werden. Dabei gäbe es ein ganz einfaches Mittel, um diesen Trend umzukehren: Macht einfach das Licht aus!
RENE AMSTUTZ ist Insektenspezialist und arbeitet bei Pro Natura als Projektleiter Artenförderung.
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Info
Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
Das Pro Natura Magazin nimmt Sie mit in die Natur. Es berichtet über kleine Wunder, grosse Projekte und spannende Persönlichkeiten. Prächtige Bilder und exklusive Angebote runden das Lesevergnügen ab. Alle Pro Natura Mitglieder erhalten das Magazin exklusiv fünf Mal im Jahr. Es blickt auf 48 Seiten hinter die Kulissen politischer Entscheide, präsentiert Forschungsergebnisse, erklärt die Natur. Und es schildert, wo, wie und warum Pro Natura für die Natur kämpft.
Mindestens 163 Insektenarten gelten in der Schweiz als ausgestorben, darunter der Kreuzdorn-Widderbock, die gefleckte Schnarrschrecke oder die grosse Zangenliebelle. Wie die Ameisenjungfer klammern sich die Insekten zur Zeit an jeden Strohhalm:
- Innerhalb der kurzen Zeit von nur drei Jahrzenten hat der Mensch in verschiedenen Gebieten die Insektenpopulationen um bis zu 75 Prozent dezimiert.
- Auch die Zahl der Arten nimmt dramatisch ab: zwei Drittel aller Schmetterlings- und Wasserkäferarten sind in ihrer Existenz bedroht.
- 40 Prozent der bisher untersuchten Insektenarten der Schweiz gehören zu den «gefährdeten Arten».
Darum sind die Insekten in Gefahr
Der massive Rückgang der Insekten hat, je nach Art und Lebensraum, verschiedene Ursachen. Hauptgründe für das Insektensterben sind die intensive Landwirtschaft, der massive Einsatz von Pestiziden sowie die Zerstörung der Lebensräume. Die Lichtverschmutzung und der Klimawandel sind weitere wichtige Gründe.
Intensive Landwirtschaft
Einen starken negativen Einfluss auf Natur und Umwelt hat die intensive Landwirtschaft. Sie ist hauptsächlich verantwortlich für die hohe Belastung mit Pestiziden.
Diese Gifte entfalten ihre Wirkung auch an den sogenannten «Nichtziel-Organismen» wie Wild- und Honigbienen. Die Auswirkungen können entweder sofort eintreten oder sich erst im Lauf der Zeit bemerkbar machen. In beiden Fällen sterben die Insekten an den Pestiziden.
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Robert Crum
- Pestizide vernichten nicht nur Schädlinge, sondern alle Insekten in der Landwirtschaft.
Verlust der Lebensräume
Durch die massive Bautätigkeit, die intensive Landwirtschaft und die Entwässerung von Feuchtgebieten zerstört oder zerstückelt der Mensch die natürlichen Lebensräume von Insekten. Auch der Rückgang artenreicher Trocken- und Bergwiesen führt zum Verlust wertvoller Lebensräume.
Weil viele Insekten ausserdem nicht sehr mobil sind und selbst unscheinbare Hindernisse wie Randsteine nicht überwinden können, sind sie nicht in der Lage, sich in anderen Lebensräumen anzusiedeln.
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Matthias Sorg
- Mit neuen Baufeldern verschwindet immer auch Lebensraum für die Insekten.
Lichtverschmutzung
Die Hälfte aller Insektenarten ist nachtaktiv. Sie sind auf Dunkelheit und natürliches Licht von Mond und Sternen angewiesen. Rund um die Uhr erleuchtete Strassen, grelle Leuchtreklamen oder Gartenbeleuchtungen stören ihr natürliches Verhalten – mit negativen Auswirkungen auf ihre Überlebenschancen.
Fluginsekten werden von künstlichen Lichtquellen wie von einem Staubsauger an- und gleichzeitig aus anderen Ökosystemen abgezogen. Sie sterben an Erschöpfung oder als leichte Beute von Vögeln und Fledermäusen.
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Sutlafk
- Die Lichtverschmutzung ist für die Insekten ein grosses Problem.
Kleine Tiere – grosse Leistung
Insekten sind die artenreichste Klasse im Tierreich. Weltweit sind 60 Prozent aller Tierarten Insekten. Ihr Verschwinden hat somit einen massiven Einfluss auf das Überleben anderer Arten. Das Insektensterben ist ein alarmierendes Zeichen für den allgemeinen Verlust an Biodiversität – und bedroht unsere Lebensgrundlage. Denn das Ökosystem ist wie ein Sicherungsnetz: sind zu viele Fäden kaputt, hält das Netz nicht mehr.
Blütenbestäuber
Insekten bestäuben Blüten fast aller Wild- und Kulturpflanzen. Erdbeeren, Raps oder Kaffee: rund ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion ist abhängig von Insekten. Ohne sie können sich viele Wild- und Nutzpflanzen nicht weiterverbreiten oder Früchte produzieren. Herrscht Mangel an den bestäubenden Insekten, fallen die Ernten geringer aus.
Dabei spielen Wildbienen eine weitaus grössere Rolle als bislang angenommen: Die Bestäubung durch «domestizierte» Honigbienen reicht bei weitem nicht aus, um die landwirtschaftlichen Erträge zu sichern.
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- Als Blütenbestäuber übernehmen Insekten eine wichtige Aufgabe im Ökosystem.
Futterquelle
Als primäre Futterquellen für viele andere Tiere sind die Insekten ein wichtiger Teil im Nahrungsnetz. Verschwinden Insekten, haben Vögel, Fische, Fledermäuse und andere Insektenfresser keine Nahrung mehr und auch sie sterben aus.
Dies zeigt sich zum Beispiel im massiven Rückgang der Feldlerchen in der Schweiz.
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David Iliff
- Viele Tiere ernähren sich von Insekten - ihr Sterben bringt diese Arten unter Überlebensdruck.
Rezyklierer
Insekten sind unerlässlich für ein funktionierendes Ökosystem. Die Sechsbeiner wandeln organisches Material wie Totholz, Kadaver und Fäkalien in wiederverwertbare Rohstoffe um. Ohne Insekten droht die Natur in ihrem eigenen «Abfall» zu ersticken.
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Luc Viatour
- Insekten sind Recycling-Helden: Zum Beispiel die Gelbe Dungfliege. Sie gehört zu den Arten, die den Kuhdung in wertvollen Humus verarbeitet.
Nützlinge
Auch in der Forst- und Landwirtschaft sind Insekten wichtige Nützlinge. Im Biolandbau, wo auf Pestizide weitestgehend verzichtet wird, ist die Förderung von Nützlingen ein elementarer Bestandteil der Produktion. Sie dämmen die Ausbreitung nicht erwünschter Insekten ein.
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Matthias Sorg
- Auch als Schädlingsbekämpfer im Gemüsebau leisten die Insekten wichtige Dienste.
Alle müssen handeln – gemeinsam gegen das Insektensterben!
Schlagzeilen, die das Aussterben der Insekten innerhalb eines Jahrhunderts prophezeien, sind absurd. Doch der wissenschaftlich bewiesene massive Verlust ist dramatisch und sollte ein Weckruf für uns alle sein. Um den Insektenschwund zu stoppen, braucht es grosse wie kleine Massnahmen. Nur wenn Konsumentinnen, Landwirte, Behörden und Verbände gemeinsam Verantwortung übernehmen, können wir das Insektensterben aufhalten.
Pro Natura
Auf politischer Ebene setzt sich Pro Natura für eine naturverträgliche Landwirtschaft ein und verlangt eine Reduktion des massiven und unnötigen Einsatzes von Pestiziden und künstlichen Düngemitteln. Pro Natura fördert und schützt Insektenarten und deren Lebensräume aktiv mit eigenen innovativen Projekten und Aktionen.
Ihr Beitrag
Konsumentinnen und Konsumenten tragen durch den Kauf von biologisch angebauten Nahrungsmitteln massgeblich zum Schutz der Insekten bei. Haben Sie einen eigenen Garten, ist es sehr wichtig, keine Chemie im Garten einzusetzen, insektenfreundliche Blumen und Sträucher zu pflanzen und heimische Pflanzen mit Blüten oder Pflanzen mit Nutzen für Insekten zu kaufen. Exotische Pflanzen bieten den Insekten keine Nahrung und keinen Lebensraum.
Wie Sie Ihren Garten in ein Paradies für Insekten verwandeln, erfahren Sie in unserem Naturtipp.
Gemeindebehörden
Künstliches Licht in der Nacht ist eine grosse Gefahr für Insekten. Mit einer selektiven und intelligenten Beleuchtung können Gemeinden viel zum Schutz der Insekten beitragen. Innovative Gemeinden wie Fläsch (GR) oder das Val de Ruz (NE) machen es vor: Der Schutz der Insekten geht Hand in Hand mit einer Reduktion der Energiekosten für die Beleuchtung. Gemeinden können zusätzlich auf den Gebrauch von Pestiziden bei der Grünflächenpflege verzichten.
Landwirtschaft
Landwirtinnen und Landwirte, die nach biologischen Grundsätzen arbeiten, wissen, dass Insekten in der Landwirtschaft unersetzlich sind: Wildbienen bestäuben Kirschen und Florfliegenlarven fressen Blattläuse und tragen so zur Sicherung der Produktion bei. In der konventionellen Landwirtschaft braucht es ein Umdenken: mehr Biodiversitätsausgleichsflächen, mehr Buntbrachen und weniger Pestizide. Dies schont nicht nur die Natur, sondern auch das Portemonnaie der Bäuerinnen und Bauern. Auch am Markt bewährt sich nämlich die biologische Landwirtschaft: Der Absatz von biologisch produzierten Lebensmitteln steigt seit Jahren stetig.
Unsere Projekte für Insekten
Heckenverbindungen
Die neue Generation Blauflügeliger Ödlandschrecken entdecken
Rund 120 Eier legt das Weibchen der Blauflügeligen Ödlandschrecke Ende Sommer in den Boden. Miterleben, wie ihre Jungtiere das Licht der Welt erblicken, wird sie nicht. Denn während die nächste Generation im Eistadium den Winter überdauert, sterben die Elterntiere mit dem ersten Frost im Herbst. Zwischen April und Mai schlüpfen dann die nur wenige Millimeter grossen Nymphen. Sie sehen zwar schon aus wie Miniaturversionen ihrer Eltern, die namensgebenden blauen Flügel fehlen jedoch noch. Um diese zu entwickeln, häuten sich die Weibchen vier und die Männchen fünfmal und passen dabei ihre Grundfärbung der Umgebung an.
Die bedrohte Welt der Insekten
«Neben der Blauflügeligen Ödlandschrecke erwachen auch viele andere Insekten im Frühling zum Leben. Der ideale Zeitpunkt, diese genauer zu studieren», sagt Elisabeth Karrer, Projektleiterin Umweltbildung bei Pro Natura. Schliesslich machen Insekten 60 Prozent aller Tierarten weltweit aus und 60 Prozent der Schweizer Insekten sind gefährdet. Dabei sind sie zentral für natürliche Kreisläufe wie die Bestäubung oder die Umwandlung von totem Material. Wo Insekten bedroht sind, sind deshalb auch unsere Lebensgrundlagen bedroht.
Beobachten, bestimmen, fördern
Ob mit der Schulklasse, der Familie oder auch allein; Insekten lassen sich in der Natur wunderbar entdecken. Unser Tier des Jahres zum Beispiel findet man auf sonnig, kargem Gelände, wie Kiesbänken oder verwilderten Bahn- und Gewerbearealen, bevorzugt im Wallis, Tessin und entlang des Jurasüdhangs.
Um auch die vielen anderen Insekten besser zu verstehen, hat Pro Natura einen Bestimmungsfächer sowie ein Naturtagebuch entwickelt. «Letzteres liefert auch Tipps, wie Balkon, Garten oder Schulhof insektenfreundlicher gestaltet werden können, damit im nächsten Frühjahr wieder eine neue Insektengeneration zum Leben erwacht», ergänzt Elisabeth Karrer.
Weitere Informationen:
- Insekten entdecken mit Naturtagebuch und Bestimmungsfächer
- Dossier zum Tier des Jahres 2023
- Das Insektensterben bedroht unsere Lebensgrundlage
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Headerfoto: © Christian Roesti
Les œdipodes turquoise vont éclore
À la fin de l’été, la femelle de l’œdipode turquoise dépose environ 120 œufs dans le sol. Elle ne verra pas naître sa progéniture. Alors que la génération à venir passe l’hiver au stade de l’œuf, les parents meurent dès les premières gelées d’automne. Les nymphes éclosent entre avril et mai de l’année suivante. Mesurant à peine quelques millimètres, ce sont des versions miniatures des insectes adultes, moins les ailes azurées qui donnent son nom à l’espèce. Avant leur apparition, les femelles connaîtront quatre mues et les mâles cinq, la couleur de base de leur livrée s’adaptant à celle de leur environnement.
Le monde menacé des insectes
«Comme l’œdipode turquoise, beaucoup d’insectes reprennent vie au printemps. C’est le moment idéal pour les observer», explique Delphine Seydoux, responsable Ecole Suisse romande. Rappelons que 60 % des espèces animales de la planète sont des insectes – et que 60 % des insectes suisses sont menacés. Ils jouent un rôle capital dans les cycles naturels comme la pollinisation ou la transformation des matériaux morts. Quand les insectes sont en danger, les conditions essentielles à notre vie sur Terre le sont aussi.
Observer, déterminer, promouvoir
Dans le cadre d’une sortie scolaire, en famille ou en solo, il est passionnant d’observer les insectes dans leurs habitats naturels. Notre Animal de l’année se rencontre sur des sols arides et ensoleillés comme les bancs de graviers et les terrains en friche, en bordure des voies ferrées et des zones industrielles, de préférence en Valais, au Tessin et le long du versant sud du Jura.
Pour mieux comprendre le monde des insectes qui nous entourent, Pro Natura a édité des guides de poche et des informations permettant d’identifier les espèces, ainsi qu’un journal de terrain. «Ce dernier montre aussi comment aménager balcons, jardins et préaux pour que les insectes s’y sentent mieux, ajoute Delphine Seydoux, afin que la prochaine génération puisse éclore au printemps prochain.»
Informations complémentaires:
- Découvrir les insectes
- Dossier sur l’Animal de l’année 2023
- La disparition des insectes menace nos conditions d’existence
Contacts:
- Delphine Seydoux, responsable Ecole Suisse romande, tél. 079 357 27 99, @email
- Leo Richard, chargé de communication Pro Natura, tél. 079 378 37 11, @email
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Photo: © Christian Roesti
Pro Natura Vaud s’engage pour la biodiversité en milieu agricole
Stand – Kommen Sie vorbei!
Pro Specie Rara Markt Wildegg
Informieren sie sich an unserem Stand über unsere Arbeit, Naturschutz oder die Förderung der Natur bei Ihnen zu Hause und kaufen Produkte aus unserem Shop.
Wir freuen uns, über Ihren Besuch!
Öffnungszeiten:
Sa, 02.05.2026, 09:00 - 17:00
So, 03.05.2026, 09:00 - 16:00
Weitere Informationen zum Setzlingsmarkt: https://www.prospecierara.ch/erleben/veranstaltungen/veranstaltungen-de…
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Schloss Wildegg
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gratis
Mulchregelung bedroht Biodiversität im Alpenraum
Mit einem Grossteil der Anpassungen im neuen Landwirtschaftspaket 2023 zeigt sich Pro Natura einverstanden. Aber: «Die vorgeschlagene Regelung für das Mulchen im Sömmerungsgebiet ist ein Rückschritt für die akut bedrohte Biodiversität und muss zurückgewiesen werden», betont Marcel Liner, Experte für Agrarpolitik bei Pro Natura.
Fehlende wissenschaftliche Grundlagen
Moderne Mulchgeräte sehen aus wie überdimensionierte Rasenmäher oder sind an Traktoren befestigt. In den sensiblen und bisher wenig beeinflussten Naturgebieten der Alpen hinterlassen sie entsprechende Verwüstung. Fotos von gemulchten Flächen im Alpenraum zeigen, welche drastischen Folgen ein grossflächiger und unsachgemässer Einsatz haben kann: aufgerissener Boden und verhäckselte Zwergsträucher auf den sonst naturnahen Alpflächen. «Das ist nicht nur unschön anzusehen und negativ für den Tourismus, sondern schädigt auch Biodiversität und Boden», kritisiert Liner. Wissenschaftliche Untersuchungen zu den Auswirkungen beispielsweise auf die stark bedrohte Insektenwelt im Alpenraum fehlten im Vorschlag des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW).
Mehr administrativer Aufwand
«Mit dem unausgereiften Vorschlag zum Mulchen im Sömmerungsgebiet hat das BLW dem Druck einiger weniger Kantone nachgegeben», bedauert Liner. Dabei ist die Unterscheidung zwischen Weidepflege und Entbuschung, wie sie die Vorlage vorsieht, in der Praxis kaum umsetzbar und wird den administrativen Aufwand für die Kantone weiter erhöhen.
Auch Pro Natura ist der Ansicht, dass Weiden vor Verbuschung und Vergandung geschützt werden müssen. «Das sieht die bestehende Direktzahlungsverordnung schon jetzt so vor. Doch der Trend hin zu immer weniger und immer grösseren Landwirtschaftsbetrieben führt zu laufend weniger Arbeitskräften, weniger Biodiversität und zu einem Rückgang von Ziegen und alptauglichen Rindern», so der Experte.
Es braucht regionale Alpkonzepte
Die übergeordneten Herausforderungen der Alpwirtschaft werden allein mit mehr Maschineneinsatz nicht gelöst. Dafür sind regionale Alpkonzepte notwendig, die aufzeigen welche Alpen in den kommenden Jahrzehnten überhaupt weiterhin bestossen werden können, wo genügend Tiere vorhanden sind und wo eine Bewirtschaftung besser aufgegeben werden muss. Darum weist Pro Natura die neue Mulchregelung des BLW zurück. Agrarexperte Liner bekräftigt: «Zuerst braucht es eine grundsätzliche Diskussion über eine Alpwirtschaft mit Zukunft.»
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Medienmitteilung zur Vernehmlassungsantwort zum Landwirtschaftspaket 2023
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Exkursion
Excursion le brame des cerfs I
Le brame des cerfs résonne à travers la forêt d'Aletsch. À l'aube, nous partons à l'affût à la recherche des rois de la forêt d'Aletsch et avec un peu de chance nous pourrons les observer en train de bramer.
Coûts
- Adultes: CHF 15.-
- Enfants (7 à 16 ans): CHF 7.50
Guide
Nathan Rudin, ingénieur en sciences de l'environnement
Point de rendez-vous
Rassemblez-vous à l'heure indiquée devant la Villa Cassel et restez silencieux.
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Participant·e·s: Minimum 6, maximum 15 personnes; enfants à partir de 7 ans.
Une inscription est obligatoire.
Der Biber — Landschaftsgestalter und Klimahelfer
Ausbau der Erneuerbaren: UREK-N sagt Ja zum Biotopschutz - doch der Kompromiss braucht noch Verbesserungen
Die UREK-N stellt sich hinter die wertvollsten Naturgebiete in der Schweiz, was die Umweltallianz begrüsst. Die Biotope von nationaler Bedeutung umfassen Moore, Auen, Trockenwiesen und Amphibienlaichgebiete und machen nur gerade 2 Prozent unserer Landesfläche aus, beherbergen aber ein Drittel aller bedrohten Tier- und Pflanzenarten. So speichern sie beispielsweise auch CO2 und schützen uns vor Dürren und Überschwemmungen. Dieses Herz der Natur ist im Kampf gegen die Klima- und Biodiversitätskrise besonders wichtig.
Zugleich relativiert die Kommission aber den Schutz für Gletschervorfelder und alpine Schwemmebenen, die mit dem Rückzug der Gletscher nationale Bedeutung erreichen könnten. Dies ist aus wissenschaftlicher Sicht unnötig und bedauerlich, denn viele dieser Pionierstandorte sind sehr selten und somit für den Erhalt der Biodiversität der Alpen zentral. Für eine sichere Winterstromversorgung ist es nicht notwendig, diese Gebiete zu nutzen.
Für die Winterstromversorgung will die UREK-N auf die 15 Projekte des Runden Tisches Wasserkraft setzen. Die Umweltverbände betonen, dass die geltenden Verfahren dazu eingehalten und die am Runden Tisch zugesagten Schutz- und Ausgleichsmassnahmen ebenfalls angewendet werden müssen.
Die erweiterte Pflicht für Solarenergie auf Neubauten und Infrastrukturbauten geht in die richtige Richtung. Der Solarausbau sollte prioritär auf bestehender Infrastruktur stattfinden. Sehr kritisch sehen die Umweltorganisationen die Standortgebundenheit der Windanlagen im Wald, da die Biodiversität im Wald wesentlich höher ist als im Kulturland.
Aktion «Retten wir das Herz der Schweizer Natur»
Diverse Verbände appellieren gemeinsam an die Politik, am Schutz der Biotope von nationaler Bedeutung festzuhalten. Ohne Biotopschutz könnten unersetzbare Lebensräume verbaut und für immer zerstört werden. Dazu gehören z.B. die wilde Natur in der Greina, im Val Roseg, in Zinal oder im Maderanertal.
Weitere Informationen:
- So retten wir die Biotope von nationaler Bedeutung: www.biotopschutz.ch
- So gelingt uns die naturverträgliche Energiewende: www.energiewende2035.umweltallianz.ch
Kontakt:
- Pro Natura: Michael Casanova, Projektleiter Energie-, Gewässerschutz- und Klimapolitik, 061 317 92 29, @email
- WWF Schweiz: Christoph Kinsperger, Kommunikationsberater, 078 749 88 14, @email
- Bird Life Schweiz: Raffael Ayé, Geschäftsführer, 076 308 66 84, @email
- Greenpeace Schweiz: Georg Klingler, Energie- und Klimaexperte, 079 785 07 38, @email
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Gemeinsame Medienmitteilung von WWF Schweiz, BirdLife Schweiz, Greenpeace Schweiz und Pro Natura
BLN Greina – Piz Medel GR © Jan Gürke
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Biodiversität rund ums Schulhaus: Insekten entdecken und erforschen
Weiterbildung für Lehrpersonen Zyklus 1 und 2
Sie fliegen, springen und schwirren um uns herum: Diese Weiterbildung behandelt die Welt der Insekten anhand ihrer biologischen Besonderheiten, ihrer ökologischen Rollen und ihrer faszinierenden Lebensweise. Orientiert am Lehrplan 21 erlangen Sie als Lehrperson Methodenkompetenzen, um den Unterricht ins Freie zu verlegen und Ihren Schülerinnen und Schülern die faszinierende und bunte Welt der Insekten auf praxisnahe Art und Weise näherzubringen. Gemeinsam mit unserer erfahrenen Kursleitung erleben Sie verschiedene naturpädagogische Aktivitäten, testen Beobachtungsmethoden und erhalten fächerübergreifende Anregungen, die Sie sofort in Ihrem Unterricht umsetzen können.
Diese Bezüge zum Lehrplan 21 schaffen wir: NMG 2.1, NMG 2.2, NMG 2.4, NMG 2.6
Nach der Weiterbildung «Biodiversität rund ums Schulhaus» können Sie:
- Insekten erkennen und die wichtigsten Ordnungen, denen sie angehören, benennen;
- die Kriterien zur Identifizierung der wichtigsten Insektenordnungen verstehen und anwenden;
- die verschiedenen ökologischen Rollen der Insekten benennen und die daraus resultierenden Abhängigkeiten im Ökosystem erkennen;
- die Bedrohungen für Insekten in der Schweiz identifizieren und geeignete Schutzmassnahmen benennen
- Ihre Klasse beim Erforschen der Insekten mit praxistauglichen Methoden und Materialien begleiten und unterstützen
Allgemeine Informationen zur Weiterbildung:
Die Weiterbildung führen wir idealerweise zwischen Anfang April bis Ende September durch. Sie findet in der Nähe Ihrer Schule/auf dem Pausenplatz statt und dauert je nach Wunsch einen halben bis einen ganzen Tag.
Die Weiterbildung kann mit einem Schulteam oder mit einzelnen Lehrpersonen durchgeführt werden. Ab 13 Personen wird eine zweite Kursleitung benötigt.
Wir führen die Weiterbildung bei jedem Wetter durch. Bitte tragen Sie wettertaugliche Kleidung.
Richtpreis CHF 600.00 pro Halbtag. Dieser Preis beinhaltet die Vorbereitung und Durchführung der Weiterbildung sowie das Kursmaterial, das der Lehrperson ausgehändigt wird.
Bitte senden Sie Ihre Buchungsanfrage an Melanie Iqbal, Projektleiterin Pro Natura Umweltbildung. Sie führt die Weiterbildung mit Ihnen durch. Ihre E-Mail Adresse lautet: @email
Nach dem Kurs erhalten Sie von uns eine Teilnahmebestätigung per Mail zugestellt.
Kontakt für Anmeldung und weitere Auskünfte:
Melanie Iqbal
Projektleiterin Schule Deutschschweiz
Büro direkt: +41 61 317 92 56
E-Mail: @email
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Arthur Lehmann