Mediencommuniqué

Neue Analyse: Ausserhalb der Bauzone boomt das Bauen

06.06.2017

Ausserhalb der Bauzonen ist die Siedlungsfläche zwischen 1985 und 2009 um die gesamte Fläche der Städte Zürich, Genf, Basel und Bern gewachsen. Das prozentuale Wachstum der Gebäude- und Verkehrsfläche ausserhalb der Bauzone war in derselben Zeitspanne sogar gleich stark wie innerhalb des Baugebiets. Das zeigt eine Analyse von Pro Natura. Pro Natura fordert den Stopp dieses Baubooms in der freien Landschaft.

 

Die Landwirtschaftszone soll laut geltendem Gesetz «von Überbauungen weitgehend freigehalten werden». Die Bautätigkeit soll in den Bauzonen konzentriert werden. Nichtsdestotrotz grassiert das Bauen ausserhalb der Bauzone, wie eine aktuelle Analyse[1] von Pro Natura auf Basis von Zahlen des Bundesamts für Raumentwicklung zeigt. Das Verdikt ist bedenklich: Ausserhalb der Bauzone findet ein regelrechter Bauboom statt.

 

Kein Unterschied zwischen Bau- und Nichtbaugebiet

Die Siedlungsfläche ausserhalb der Bauzonen ist in den 24 Jahren zwischen 1985 und 2009 insgesamt um über 186 Quadratkilometer gewachsen. Das ist mehr als die Fläche der Städte Zürich, Genf, Basel und Bern zusammen. Die Gebäude- und Verkehrsfläche hat im selben Zeitraum ausserhalb der Bauzone prozentual gleich stark zugenommen wie innerhalb des Baugebiets (Gebäude +32 %, Verkehr +15 %). «Dieser Befund ist skandalös. Er bedeutet, dass die Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet langsam aufgehoben wird», sagt Marcus Ulber, zuständig für Raumplanungspolitik bei Pro Natura.

 

Bäuerliches Gebäudeareal verdoppelt

Bemerkenswert ist, dass die Landwirtschaft selber massgeblich an diesem Wachstum beteiligt ist: Ein Drittel des Siedlungsflächenwachstums auf dem Kulturland geht auf das Konto des landwirtschaftlichen Gebäudeareals. Zwischen 1985 und 2009 hat sich das Gebäudeareal (Gebäudefläche und Gebäudeumschwung) pro Landwirtschaftsbetrieb nahezu verdoppelt, von 0,23 Hektaren auf 0,43 Hektaren.

 

Grund für diese landschaftliche Misere sind die vielen Ausnahmen, die über die Jahre ins Raumplanungsgesetz eingebaut wurden. Noch in diesem Jahr will der Bund das Bauen ausserhalb der Bauzone gesetzlich neu regeln. Pro Natura fordert, dass eine neue Regelung den Bauboom in unseren Landschaften konsequent stoppt. Die Zahl der Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone muss zurückgehen statt weiter wachsen.

 

Weitere Informationen: www.pronatura.ch/raumplanung

 

Weitere Auskünfte:

Marcus Ulber, Projektleiter Raumplanungspolitik, Tel. 061 317 91 35, marcus.ulber@pronatura.ch

 


[1] Die Analyse basiert auf einem Vergleich der offiziellen Arealstatistik des Bundesamts für Raumentwicklung von 1979/85 und 2004/09. Aktuellere Zahlen für die ganze Schweiz liegen noch nicht vor.

 

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