Biberrampe am Mühleplatz in Luzern © Miriam Peretti

Luzern: Weg frei für den Biber!

10.03.2020

Eine Biberrampe beim Wasserkraftwerk Mühleplatz in Luzern öffnet dem Biber im März 2020 den Weg zum Vierwaldstättersee und damit zu bisher unbesiedelten Regionen.

Im Kanton Luzern lebten im Winter 2017/18 rund 75 Biber. Das ergab eine Abschätzung im Rahmen des kantonalen Bibermonitorings, das von Pro Natura zusammen mit der Luzerner Dienststelle Landwirtschaft und Wald durchgeführt wurde. Die Reuss und ihre Seitenbäche beherbergen am meisten Biber. In mehreren dieser Biberreviere gibt es regelmässig Nachwuchs. Die Jungbiber begeben sich in ihrem dritten Lebensjahr auf die Suche nach einem eigenen Revier. Dazu schwimmen die Tiere oft stromaufwärts, bis sie auf einen geeigneten Lebensraum stossen. Kommt ein Geschlechtspartner hinzu, verpaaren sich die Tiere. Stossen zwei Männchen oder zwei Weibchen aufeinander, gibt’s Krach – eines der Tiere muss weiterpaddeln.

Der Biber ist in den Startlöchern

Frische Biberspuren deuteten darauf hin, dass auch der Reussabschnitt direkt vor den Toren der Stadt Luzern bereits Teil eines Biberreviers ist. Für eine Ausbreitung weiter stromaufwärts war bisher das Wehr beim Kraftwerk Mühleplatz für Biber ein kaum überwindbares Hindernis. Wandernde Biber hatten keine Möglichkeit, das Wehr zu überqueren. Einzig ein weiträumiger Landweg blieb übrig. Allzu oft endet die Biberwanderung in solchen Situationen unter Autorädern. Eine sichere Wanderroute für den Biber musste her!

Neue Lebensräume warten

Die «Aktion Biber & Co.» konnte die verschiedenen lokalen Akteure für die Idee einer Biberrampe beim Kraftwerk Mühleplatz gewinnen. Der zentral gelegene, historisch und touristisch bedeutende Standort erforderte einige Abklärungen. Am 2. März 2020 war es schliesslich soweit: Die Rampen waren gebaut. Der ewl ökofonds und die Stadt Luzern unterstützten das Projekt finanziell. Die «Aktion Biber & Co.» dankt ihnen sowie Architekt Eugen Mugglin, der für die Planung der Biberrampe in Luzern auf ein Honorar verzichtete. Der Biber hat nun freie Bahn, um bisher noch unbesiedelte Gewässer zu erobern. Zwei am Ort installierte Wildtierkameras werden aufzeichnen, ob und wann der Biber das Angebot nutzt.

Miriam Peretti
Aktion Biber & Co.
Tel. 041 240 54 55
@email


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