«Ich bin e feine ... an der Leine»
Es ist ein gewohntes Bild: Wo sich Menschen in der Natur bewegen, sind auch Hunde nicht weit. Wer seinen Hund liebt, der geht mit ihm mehrmals täglich nach draussen und lässt ihn laufen. Das fordert nicht nur die Tierschutzverordnung, sondern es tut auch Mensch und Hund gut.
Stress für Wildtiere
Aber welche Folgen hat dies für die Natur? Für viele Wildtiere bedeuten Hunde Stress. Für sie ist der Hund ein potenzieller Feind, selbst wenn er angeleint ist. Es ist eine Tatsache, dass scheue und seltene Tierarten durch freilaufende Hunde gestresst oder vertrieben werden können, dass brütende Vögel ihre Jungtiere verlassen, oder dass Wildtiere zu Tode gehetzt werden. Jedes Jahr werden in der Schweiz 550 Rehe gezählt, die durch Hunde gerissen wurden.
«Meiner macht das nicht»
«Aber meiner macht so etwas nicht», ist ein häufig gehörter Satz. Das mag in vielen Fällen zutreffen. Aber selbst ein kleiner Hund, der am Wegesrand ohne böse Absicht im Gebüsch stöbert, kann dort Kleinsäuger, Vögel oder Amphibien stressen, selbst wenn er sie nicht erwischt. Denn das Wildtier weiss nicht, ob der Hund gut erzogen ist und ihn der Hundehalter unter Kontrolle hat.
Deshalb gibt es in den meisten Naturschutzgebieten, aber auch in Wäldern oder an Seeufern, Regeln für das Ausführen von Hunden. Nur an wenigen Orten sind Hunde vollständig verboten. Häufig besteht jedoch ein Leinengebot, manchmal auch nur zu gewissen Jahreszeiten, also meistens zur Brut- und Setzzeit im Frühling und Sommer.
Positive Reaktionen
Pro Natura versucht mit verschiedenen Mitteln, in seinen Schutzgebieten die Hundehalter für ein naturschutzgerechteres Verhalten zu sensibilisieren. Im Rahmen der Aktion «Ich bin e feine … an der Leine» wird für einmal nicht Fehlverhalten gerügt. Sondern durch die Schutzgebietsaufsicht werden gezielt auch Hundehalter angesprochen und gelobt, die sich vorbildlich verhalten. Als Belohnung gibt es ein «Hundeguetzli» für den Hund und eine Süssigkeit für den Menschen. So werden sie animiert, sich auch andernorts naturgerecht zu verhalten und ihre Haltung auch anderen Hundehaltern weiterzugeben. Die Reaktionen waren bisher fast durchwegs positiv und die Aktion wird weitergeführt.
Regeln – Naturgerecht mit dem Vierbeiner
- Ich beachte Verhaltensregeln, Gebote und die Leinenpflicht.
- Ich halte meinen Hund jederzeit unter Kontrolle.
- Mein Hund bleibt auf den Wegen und an der Leine, vor allem in Naturschutzgebieten und Wildruhezonen, wenn Wildtiere in der Nähe sind, in besonders sensiblen Lebensräumen, wie Moore, Schilfgebiete, Uferzonen und dichte Wälder sowie zu sensiblen Zeiten, wie nachts oder zur -Vogelbrutzeit.
ANDREAS BOLDT betreut bei Pro Natura das Dossier Freizeitaktivitäten und Naturschutz.
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Dieser Artikel wurde im Pro Natura Magazin publiziert.
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