Indirekter Gegenvorschlag zur Biodiversitätsinitiative in der Vernehmlassung

31.03.2021

Der Bundesrat hat heute die Vernehmlassung zum indirekten Gegenvorschlag zur Biodiversitätsinitiative eröffnet. Damit anerkennt der Bundesrat den grossen Handlungsbedarf aufgrund der Biodiversitätskrise in der Schweiz. Der Trägerverein wird den Entwurf des Bundesrats analysieren und sich mit einer umfassenden Stellungnahme am Vernehmlassungsverfahren beteiligen.

Im vergangenen September wurde die von zahlreichen Organisationen mitgetragene Volksinitiative «Für die Zukunft unserer Natur und Landschaft (Biodiversitätsinitiative)» eingereicht. Heute hat der Bundesrat seinen Entwurf für einen indirekten Gegenvorschlag publiziert und das entsprechende Vernehmlassungsverfahren eröffnet.

Der Trägerverein nimmt erfreut zur Kenntnis, dass der Bundesrat den Handlungsbedarf für die Erhaltung und Förderung der Biodiversität, der Landschaft und der Baukultur erkannt hat. Die Massnahmen, die der Bundesrat zum Schutz der Biodiversität in der Schweiz bisher ergriffen hat, genügen nämlich längst nicht. Das stellte auch die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Ständerates in einem Kurzbericht vom 19. Februar 2021 fest.

Schlusslicht Schweiz

Überraschend ist dieser Befund nicht. Bereits 2017 hat der Umweltprüfbericht der OECD die Schweiz kritisiert. So hat die Schweiz unter allen OECD-Staaten am wenigsten Fläche unter Schutz und ist damit europäisches Schlusslicht. Das hat drastische Auswirkungen: Die Roten Listen gefährdeter und bedrohter Arten sind länger als in den Nachbarländern – 36 Prozent der untersuchten Arten in der Schweiz sind gefährdet.

Der Zustand der Biodiversität in der Schweiz verschlechtert sich weiter und ein Grossteil der nationalen und internationalen Biodiversitätsziele konnte bisher nicht erreicht werden. Die Folgen: die schleichende und irreversible Schädigung unserer Lebensgrundlage. Höchste Zeit also, dass sich auch Politik und Behörden konsequent für deren Erhalt einsetzen.

Auskünfte:

Pro Natura:
Urs Leugger-Eggimann, Zentralsekretär, Tel. 079 509 35 49

BirdLife Schweiz:
Raffael Ayé, Mitglied der Geschäftsleitung, Tel. 076 308 66 84

Schweizer Heimatschutz:
Stefan Kunz, Geschäftsführer, Tel. 079 631 34 67

Stiftung Landschaftsschutz Schweiz:
Franziska Grossenbacher, Stv. Geschäftsleiterin, Tel. 076 304 43 58

Stellungnahme des Trägervereins zum indirekten Gegenvorschlag