Pro Natura unterstützt die Unterschriftensammlung zur Ernährungsinitiative
Pro Natura hat die «Ernährungsinitiative» bei der Unterschriftensammlung unterstützt. Wir waren damals der Meinung, die Initiative biete eine gute Plattform, um die biodiversitätsschädigenden Auswirkungen der intensiven Tierhaltung in der Schweiz breit mit der Bevölkerung und der Landwirtschaft zu thematisieren. Inzwischen hat sich jedoch gezeigt, dass keine eingehende fachliche Debatte über all diese Themen zustande kommen konnte. Darum hat der Delegiertenrat von Pro Natura die Nein-Parole beschlossen. Im Rahmen der Agrarpolitik setzt sich Pro Natura weiterhin konstruktiv und tatkräftig für tragbare Tierbestände, weniger Pestizide und ein Ernährungssystem ein, welches mit sinnvollen Anreizen arbeitet. Pro Natura, 21. Juli 2026
«Angesichts von Klima- und Biodiversitätskrise ist ein Wandel unseres Ernährungssystems dringend nötig», betont Pro Natura Präsidentin Ursula Schneider Schüttel. «Die Stärkung der pflanzlichen Ernährung, welche die Ernährungsinitiative anstrebt, ermöglicht uns, wertvolle Ressourcen zu schonen, der Natur mehr Platz einzuräumen und gleichzeitig die Selbstversorgung zu erhöhen», erklärt sie den Entscheid des Pro Natura Delegiertenrates vom 2. Dezember zur Unterstützung der Initiative. Die Forderungen der Initiative an die Schweizer Landwirtschafts- und Ernährungspolitik würden zudem auch denen des Bundesrats für die „Zukünftige Ausrichtung der Agrarpolitik“ entsprechen, so Schneider Schüttel.
Umweltoptimierte Ernährung als Ziel
Heute wächst auf rund 60 Prozent unseres Ackerlandes Viehfutter anstatt Nahrung für Menschen. Das ist eine gewaltige Verschwendung von Land, Wasser und Energie. Würden wir da, wo wir heute Tierfutter anbauen, stattdessen Nahrung für unsere Teller produzieren, könnten wir den Ertrag für die menschliche Ernährung verzehnfachen und damit den Selbstversorgungsgrad stark erhöhen. Dazu braucht es diverse Änderungen an den aktuellen politischen Rahmenbedingungen zur Stärkung der bisherigen marginalen staatlichen Unterstützung einer umweltoptimierten Ernährung.
Überdüngung von Lebensräumen stoppen
Die Schweiz hat innerhalb Europas eine rekordhohe Dichte an Nutztieren, weil zusätzlich zum inländischen Ackerfutter noch 1.2 Millionen Tonnen Futter jährlich importiert werden. Unser Hunger nach Fleisch, Eiern und Milchprodukten beansprucht im Ausland gleich nochmals die Ackerfläche der Schweiz. Was vorne beim Tier hineingeht, kommt hinten wieder als Dünger in Form von Mist und Gülle heraus. Die Überdüngung ist in vielen Regionen der Schweiz gravierend. Darunter leiden wertvolle Naturschutzgebiete wie Moore und Trockenwiesen sowie Seen, die teuer künstlich belüftet werden müssen. Auch für uns Menschen sind die heutigen Verhältnisse ungesund. Der durchschnittliche Konsum tierischer Eiweisse übersteigt das vernünftige Mass deutlich. Der Allgemeinheit entstehen durch das fehlgeleitete Ernährungssystem Kosten in Milliardenhöhe. Noch bis Ende 2024 kann man sich mit einer Unterschrift für die Initiative gegen diese Kosten und für die Natur wehren.
Weitere Informationen:
Initiative für eine sichere Ernährung
Kontakt:
- Ursula Schneider Schüttel, Pro Natura Präsidentin, Tel. 078 603 87 25, @email
- Marcel Liner, Leiter Landwirtschaftspolitik, Tel. 079 730 76 64, @email
* In der ersten Version der Medienmitteilung stand hier noch ein missverständlicher Titel, dieser wurde angepasst.
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