AP 2030+: Schweizer Landwirtschaft ist nicht klimafit
Der heisse und trockene Sommer 2026 hat die Verwundbarkeit der Schweizer Landwirtschaft schonungslos offengelegt. Ausgetrocknete Böden, Wasserknappheit, Futtermangel und massive Ernteausfälle zeigen: Die Landwirtschaft ist von den Folgen der Erderhitzung direkt betroffen. Die Reaktion des Bundesrats konzentriert sich derzeit auf kurzfristige Entlastungen. Zinslose Darlehen, Zollbefreiungen für Futtermittelimporte oder Erleichterungen bei Förderprogrammen mögen den Betrieben in der aktuellen Situation helfen. Eine glaubwürdige Antwort auf die aktuellen Herausforderungen sind sie jedoch nicht: Heuimporte aus Kanada mögen eine Notlösung sein, taugen aber kaum als zukunftsfähiges Modell.
Dabei sind die Herausforderungen seit Jahren bekannt. Die bisherige Agrarpolitik hat es versäumt, die Landwirtschaft konsequent auf ein heisseres und trockeneres Klima auszurichten und ihre natürlichen Produktionsgrundlagen (Boden, Wasser, Bestäubung) zu schützen. Mit jedem weiteren Hitzesommer steigen die Kosten dieser politischen Untätigkeit - für die Gesellschaft ebenso wie für die Bäuerinnen und Bauern. Gefragt sind grundlegende Reformen, die Betriebe widerstandsfähiger machen und gleichzeitig Klima und Biodiversität schützen.
Gesunde Lebensmittel brauchen gesunde Natur
Die neue Agrarpolitik AP30+ bietet die Chance für einen Kurswechsel. Aus Sicht der Umweltorganisationen (BirdLife, Greenpeace, Pro Natura und WWF) müssen die bestehenden Klimaziele verbindlich verankert und wirksame Instrumente geschaffen werden, damit Landwirtschaft und Natur gemeinsam eine Zukunft haben. Der Schutz von Klima, Biodiversität, Böden und Gewässern ist die Voraussetzung für eine wirtschaftlich erfolgreiche Landwirtschaft. Denn nur wenn die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten bleiben, können die Betriebe auch künftig gesunde Lebensmittel produzieren. Die AP30+ muss für die Bäuerinnen und Bauern Möglichkeiten schaffen, wie sie ihre Produktion klima- und naturverträglich ausrichten können, ohne ihre wirtschaftliche Existenz zu gefährden.
Die Umweltorganisationen werden die Vorschläge des Bundesrats deshalb genau prüfen und sich aktiv in die Vernehmlassung einbringen.
Kontakt:
- Pro Natura: Lisa Meienberger, Landwirtschaftsexpertin, 061 317 91 29, [email protected]
- WWF Schweiz: Jonas Schmid, Mediensprecher, 079 241 60 57, [email protected]
- Birdlife Schweiz: Jonas Schälle, Projektleiter Landwirtschaft, 044 457 70 26, [email protected]
- Greenpeace Schweiz: Nico Frommherz, Experte für Food und Konsum, 078 233 35 22, [email protected]
Weiterführende Informationen
Info
Gemeinsame Medienmitteilung von Pro Natura, BirdLife Schweiz, Greenpeace Schweiz und WWF Schweiz