Millionen Tiere auf gefährlicher Mission
Sobald die Nächte milder werden und Regenfälle einsetzen, erwachen Millionen Amphibien aus ihrer Winterstarre im Wald. Einem inneren Kompass folgend wandern die geschlechtsreifen Tiere meistens genau dorthin, wo sie einst selbst geschlüpft sind. Das ist heute oft ein Wettlauf ums Überleben: Zahlreiche dieser Wanderrouten werden von Strassen durchschnitten. Trotz Kleintierunterführungen und dem unermüdlichen Einsatz tausender freiwilliger Helfer:innen bleiben Strassenüberquerungen für Amphibien eine der häufigsten Todesursachen.
Lebensraumverlust bedroht ganze Populationen
Der Verkehr ist jedoch nicht das grösste Problem. Dramatischer wirkt sich der Verlust geeigneter Lebensräume aus: In den letzten 150 Jahren wurden über 90 Prozent der Feuchtgebiete in der Schweiz trockengelegt oder überbaut. Die Folgen sind gravierend: In jedem Amphibienlaichgebiet ist heute im Durchschnitt eine Art lokal verschwunden, 79 Prozent der einheimischen Arten sind auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Aber es gibt auch positive Signale: In den letzten zehn Jahren konnte der Rückgang in gewissen Gebieten gebremst oder gestoppt werden.
Vernetzte Feuchtgebiete als Schlüssel für den Fortbestand
Eine Studie von WSL und Eawag zeigt, dass der Bau von neuen Tümpeln ein wirksames Instrument gegen das Amphibiensterben ist. Um die Verluste aus der Vergangenheit wettzumachen, sind neue, gut vernetzte Feuchtgebiete und funktionierende Wanderkorridore entscheidend. Nur wenn genügend Laichgewässer vorhanden und miteinander verbunden sind, können stabile Amphibienpopulationen überleben. Pro Natura Sektionen unterstützen das Überleben von Amphibien in der Schweiz mit diversen Projekten: vom Bau neuer Weiher für den Glögglifrosch (Geburtshelferkröte) im Oberbaselbiet bis zu Mini-Tümpeln unter Strommasten für die seltene Gelbbauchunke.
Weitere Informationen:
- Amphibienzugstellen in der Schweiz l info fauna / karch
- Biodiversität der Gewässer – Biodiversität in der Schweiz verstehen und gestalten
- Amphibien: Wie können bedrohte Frösche, Kröten und Molche überleben?
Kontakt:
- Nathalie Rutz, Medienverantwortliche Pro Natura, 079 826 69 47,
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