Libellen-Schmetterlingshaft in der Chrummhaalde © Pro Natura Schaffhausen

© Daniel Kessler

Förderprojekt Libellen-Schmetterlingshaft in Hemmental

Pro Natura Schaffhausen startete im Jahr 2020 ein Förderprojekt um das Vorkommen des Libellen-Schmetterlingshaftes in der Oberbärghaalde zu sichern. Die Massnahmen beinhalteten einerseits die Schaffung „künstlicher“ Eiablagestellen und andererseits mehrere jährliche Kontrollen der Wegränder nach Eiablagen während der Flugperiode.

In einigen unserer Schutzgebiete haben wir das Glück, den gefährdeten Libellen-Schmetterlingshaft (Libelloides coccajus) vorfinden zu dürfen. Das Verschwinden trocken-heisser, magerer Wiesen und Weiden führte auch zum Rückgang und zur Isolation vorhandener Populationen und letztendlich der Gefährdung der Art. Während der Libellen-Schmetterlingshaft bei seinem Nahrungsangebot nicht sehr wählerisch ist, sind seine Ansprüche an passende Eiablagestellen umso grösser.

Grosses Potenzial in Hemmental

Eine Untersuchung im Jahr 2016 hat ergeben, dass das Fehlen optimaler Eiablagestellen in der Oberbärghaalde für das dortige Vorkommen ein erhebliches Aussterberisiko darstellt. Für seine Eiablagen benötigt die Art geneigte Pflanzenstängel über offenen Bodenstellen, an welche er meist in einer Höhe von etwa 20 cm seine Eier ablegt. Diese Platzierung in lückiger Vegetation dient dazu, den Eiern eine möglichst trockene und besonnte Umgebung zu bieten in der sich Feuchtigkeit nicht lange hält.

Zum Förderprojekt

Vorgefundene Eiablagen wurden mit Hilfe von Holzspiessen und Nähfaden an geschützte Stellen neu platziert. Drei künstliche Eiablagestellen wurden im November 2020 im Schutzgebiet erstellt. Einer davon zeigte zu unserem Erfreuen im Rahmen der Erfolgskontrolle im nachfolgenden Sommer eine erste Wirkung. So wurden bei der ersten Kontrollbegehung im Juni an einem künstlich geschaffenen Standort gleich zwei Eiablagen vorgefunden. Neu platziert wurden zwei weitere Ablagen welche an einem Wegrand entdeckt wurden. Dass bei den übrigen beiden geschaffenen Standorten keine Ablagen gefunden wurden wird darauf zurückgeführt, dass bei diesen zu kleine Steine verwendet wurden, wodurch keine genügend lückige Vegetationsschicht entstand. Zudem waren diese womöglich zu wenig Sonnenexponiert.

Weiteres Vorgehen

Alles in allem ist es erfreulich, dass diese geringfügigen und kleinräumigen Massnahmen bereits ihr Wirkungspotenzial aufgezeigt haben. In einem nächsten Schritt gilt es nun, die Massnahmen entsprechen dieser Erkenntnisse zu optimieren. So wird im Frühjahr 2022 der bereits wirkungsvolle Standort vergrössert und die Schaffung neuer sonnenexponierter Ablagestellen geprüft. Mittel- und langfristig sollen Auslichtungs- und Entbuschungsarbeiten das Schutzgebiet für den Libellen-Schmetterlingshaft attraktiver machen. Einerseits soll dadurch mehr Sonnenlicht zur Verfügung stehen und andererseits sollen mit den im Zuge der Entbuschung geschaffenen offenen Bodenstellen weitere, temporäre Eiablagestelle geschaffen werden.

Benjamin Waibel, Schutzgebietsverantwortlicher
@email
052 620 41 26 (Di oder Combox)



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