Aeschenseeli © Barbara Fierz

An einem schwarzen Tag geboren

Naturschutzgebiet Aeschensee (GL)

Weit hinten, im Sernftal bei Elm, liegt verträumt ein kleiner See. Die Idylle der baum- und schilfbestandenen Ufer täuscht leicht über die Umstände hinweg, unter denen dieser See einst entstanden ist. Seine Existenz verdankt der Aeschensee nämlich dem Bergsturz vom 11. September 1881. Dieser ereignete sich als Folge des unsachgemässen Schieferabbaus am Tschingelberg.

1868 fingen die Leute an, am Tschingelberg den wertvollen dunklen Schiefer abzubauen. Während dreizehn Jahren schlugen die Bergarbeiter eine Kaverne von 180 m Breite und 20 m Tiefe in den Fels unter der Tschingelalp. Am 8. September 1881 verfügte der Gemeinderat einen sofortigen Abbaustopp, da sich Risse bildeten und der Berg zu kollabieren drohte. Und prompt: Drei Tage später donnerten hintereinander drei Felsstürze ins Tal. Die Felsbrocken begruben insgesamt 114 Menschen unter sich.

Der einzige See weit und breit

In der Folge staute der Felsschutt den Williwangbach zu einem schmucken, kleinen See. Ein ähnliches Gewässer gab und gibt es weit und breit kein zweites Mal. Frösche, Kröten und Libellen haben dies schnell bemerkt: Sie eroberten den Aeschensee für sich. Über die Jahrzehnte verlandete der See jedoch fast vollständig. 1983 hat Pro Natura das Renaturierungsprojekt zur Wiederherstellung des Aeschensees finanziell unterstützt. Bis heute steht der Aeschensee samt Uferzonen unter ihrer Obhut.

Auf den Spuren des Schieferabbaus

Der Aeschensee liegt etwas ausserhalb des Dorfes Elm. Vor Ort laden Ruhebänke zum Verweilen, Geniessen und Beobachten der Tierwelt ein. Wenn Sie mögen, besuchen Sie vorab im Dorfkern von Elm das Schiefertafelmuseum. Oder Sie steigen am Schluss der Wanderung den etwas rutschigen Pfad zum Plattenberg hoch. Dort zeugen rostende Gleise und verrammelte Stollen von der Bergbautätigkeit im Tal.

Renaturierter Bergsturzsee mit typischer Ufervegetation und Laichplätzen für Amphibien.



Wann besuchen
Frühjahr - Herbst.
Wo
Kleiner See bei Elm im Sernftal (GL).
Karte: 1:25'000, Blatt 1174 Elm.
Fläche
Pro Natura hat mit der Gemeinde Elm einen Schutzvertrag über 24 Aren Weiher und Uferzone.
Anreise
Mit den SBB via Ziegelbrücke nach Schwanden, weiter mit dem Bus nach Elm, Haltestelle Elm Dorf. Rückfahrt ab Engi, Landesplattenberg.