Gletschermühlen im Schutzgebiet Maloja Luca Vetterli
Graubünden

Naturschutzgebiet Maloja (GR)

Wer wagt sich in Teufels Küche?

Woher rühren die seltsam geformten Löcher im harten Gneis am Malojapass? Haben da einst Riesen ihr Gulasch gekocht? Oder sind’s gar die Kochtöpfe des Teufels? Wer genau hinschaut, findet in der Landschaft eindeutige Spuren: Nur einer kann es gewesen sein.

Während der letzten Eiszeit wälzte sich - vom 2‘700 Meter hohen Eisdom bei Samedan Bever - ein gewaltiger, bis zu 1‘000 Meter mächtiger Eisstrom nach allen Seiten; sogar hinunter bis ins Bergell. An der felsigen Kante bei Maloja rissen tiefe Spalten im Eis auf. Auf dem Gletschergrund wurden grosse Schmelzwassermengen unter hohen Druck gesetzt. Das Wasser floss mit einer Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h. Gigantische Wirbel aus Wasser, Sand und Geröll frassen unter dem Gletscher, im Anstieg zur Felsenschwelle, schraubige Löcher ins harte Gestein: die „Kochtöpfe der Riesen“ oder die „Gletschertöpfe“.

Schöne Seenlandschaft lockt Zugvögel an

Vor rund 10’000 Jahren füllten sich, bedingt durch die Eisschmelze, hinter Moränen und Felsriegeln tiefe Mulden mit Wasser. Aus den grösseren Mulden wurden die Oberengadiner Seen; kleinere Mulden sind verlandet und haben sich zu wertvollen Mooren entwickelt. In diesen Feuchtgebieten leben heute Abertausende von Insekten. In der kargen Bergwelt bieten diese für ziehende Vögel eine willkommene Nahrungsquelle.
Im Herbst können Sie am Malojapass verschiedene Zugvogelarten auf ihrem Weg in den Süden beobachten. Vergessen Sie nicht, vom Torre Belvedere den atemberaubenden Blick ins Bergell sowie über die Oberengadiner Seenlandschaft zu geniessen. Ein markierter Rundweg führt Sie durchs Naturschutzgebiet mit seinen Hochmooren, speziellen Alpenrosen-Bergföhrenwäldern und eindrücklichen Gletschertöpfen.