Rothenthurm Christoph Oeschger
Schwyz

Naturschutzgebiet Moorebene Rothenthurm (SZ)

Ausgleich für Seele und Natur

Gestresste Städter finden in den einsamen, leicht melancholisch anmutenden Moorlandschaften Ruhe und Erholung. Die stille Weite und die braunroten bis goldenen Herbstfarben des Rieds beleben die müden Seelen. Aber auch im Naturhaushalt wirken Moore regulierend.

Im kühlfeuchten Klima der Hochebene zwischen Biberbrugg und Rothenthurm haben sich über die Jahrtausende ausgedehnte Hoch- und Flachmoore entwickelt. Die in unversehrten Mooren allgegenwärtigen Torfmoose wirken im Wasserzyklus wie ein grosser Schwamm: Regnet es, so saugen sie sich voll. Wird es trocken, geben sie das Wasser langsam wieder an die Umgebung ab. So federn Moorlandschaften Starkniederschläge über weite Landstriche ab und wirken als natürlicher Hochwasserschutz. Ausserdem fallen in Mooren laufend abgestorbene Pflanzenreste an, die sich wegen der nassen Bedingungen nicht zersetzen. Der darin enthaltene Kohlenstoff wird als Torf über Jahrtausende gelagert. Moore werden deshalb zu Recht als Klima schützende CO2-Senken bezeichnet.

Schaurig schön ist’s, übers Moor zu gehn

Ab Altmatt bis Bibersteg säumen Riedwiesen Ihren Weg. Die Landwirte mähen diese nur einmal jährlich im Herbst; bodenbrütende Vögel können so ihre Jungen ungestört aufziehen. Sobald Sie die Biber gequert haben, erstreckt sich vor Ihnen die ganze weite Moorebene: Nur unterbrochen von kleineren Auen- und Moorwäldern und dem natürlich mäandrierenden Flusslauf. Im Hochmoor um Bubrugg stehen noch einige alte Hütten aus der Zeit der Torfstecherei. Hier singen oft und gerne die selten gewordenen Braunkehlchen und die Wiesenpieper.