Revidiertes Jagdgesetz: Das Referendum naht

09.04.2019

Die Umweltkommission des Nationalrates will ein revidiertes Jagdgesetz, das heute schon bedrohte Arten wie Wolf, Luchs oder Bär noch stärker gefährden könnte. WWF Schweiz, BirdLife Schweiz und Pro Natura lancieren das Referendum, sollte der Nationalrat die Gesetzesrevision nicht noch deutlich verbessern.

Während in der Schweiz das Artensterben ungebremst voranschreitet, ist der Schutz unserer einheimischen Tiere umso dringlicher geworden. Nichtsdestotrotz hat es heute nach dem Ständerat auch die Umweltkommission des Nationalrates verpasst, die Gesetzesvorlage des Bundesrates zu korrigieren. Stattdessen verabschiedet sie schamlos und kurzsichtig ein inakzeptables Abschussgesetz.

Abschüsse auf Vorrat und willkürliche Handhabung beim Artenschutz

Die Umweltkommission des Nationalrates will:

  • künftig geschützte Tierarten einfacher abschiessen können – ohne dass die Tiere je Schäden angerichtet haben. Für solche «Abschüsse auf Vorrat» müssen vorgängig nicht einmal mehr Massnahmen zur Schadenprävention ergriffen worden sein.

Océane Dayer vom WWF Schweiz: «Diese ungenügend gerechtfertigten Abschüsse gefährden das Überleben bedrohter Arten!»

  • dass Abschuss-Entscheide künftig von den Kantonen ohne Zustimmung des Bundes getroffen werden können. 

Sara Wehrli von Pro Natura: «Dies führt zu kantonalem Wildwuchs im Umgang mit schweizweit geschützten Arten. Der Bund gewährleistet damit seinen verfassungsrechtlichen und internationalen Schutzauftrag nicht mehr.»

  • dass der Bundesrat jederzeit und ohne Mitsprache des Parlaments die Liste der regulierbaren Arten erweitern kann. 

Werner Müller von BirdLife Schweiz: «Dadurch wird der Umgang mit den geschützten Arten noch stärker zum Spielball von Interessen einzelner Nutzergruppen. Eine ganze Reihe geschützter Tierarten läuft dadurch Gefahr, künftig als regulierbar und daher ‹quasi-jagdbar› behandelt zu werden.»

Die Umweltverbände lehnen diese extreme, völlig aus dem Gleichgewicht geratene Revision des Jagd- und Schutzgesetzes dezidiert ab und erwarten vom Nationalrat, dass er sie korrigiert. 

Kontakt

Medienmitteilung von WWF Schweiz, BirdLife Schweiz und Pro Natura