Stelsersee in Geländemulde @ Pro Natura Graubünden

Stelsersee (GR)

Ein See voller Fallen

Wie ein Edelstein leuchtet der Stelsersee an einem Sonnentag mit dem Himmel um die Wette. Im, über und um den See herum flirrt, hüpft und schwirrt es: zahlreiche Insekten fliegen durch die vielfältigen Lebensräume. Doch der friedliche Eindruck täuscht.

Die Pflanzenvielfalt in dieser Höhe ist beeindruckend. Dieser Blumenreichtum kombiniert mit viel Wasser ist ein kleines Paradies für zahlreiche Insekten. Libellen schwirren durch die Luft,  Heuschrecken hüpfen im Gras und im See tummeln sich Kaulquappen und Egel. Kleinstlebewesen wie der Wasserfloh müssen hier aber besonders auf der Hut sein: der Wasser-schlauch, von dem Sie nur seine hübschen Blüten oberhalb der Wasseroberfläche sehen, bildet an seinen Blättern Saugfallen. Berührt ein Tierchen die randlichen Borsten einer solchen Fangblase, reagiert diese mit einer für das Pflanzenreich unglaublich schnellen Bewegung: Blitzschnell öffnet sie sich und dank einem Unterdruck wird die Beute hineingespült. Die Falle schliesst sich und die Drüsen beginnen mit der Verdauung der Beute. 

Standfestigkeit ist gefragt

Auf einer gut dreistündigen Wanderung von St. Antönien via Alp Valpun zum Stelserberg führt Sie der Weg durch verschiedene Sumpfgebiete. Teilweise ist er  mit Brettern ausgelegt - da einige davon lose sind,  ist gutes Schuhwerk und eine gewisse Standfestigkeit gefragt. Bei einem Abstecher zum Chrüz kommen Sie in den Genuss eines einmaligen Panorama-Rundblicks in die Prättigauer Bergwelt. Vom Sattel sehen Sie den Stelsersee aus der Vogelschauperspektive. Bei genauer Betrachtung erkennen Sie um den See  ringförmige Zonen unterschiedlicher Farben und Strukturen: Jede steht für einen speziellen Lebensraum. Alle haben sie ihre typischen Bewohner.  

Der Stelsersee liegt in einer kleinen Geländemulde, die der Gletscher vor langer Zeit geformt hat. Gerade die Verlandungszone bildet einen wertvollen Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen.

Hunde sind an der Leine zu führen. Bitte den See und die trittempfindliche Verlandungszone nur vom Steg aus beobachten.



Wann besuchen
Von Juni (Orchideen) bis Oktober.
Wo
Auf dem Stelserberg, östlich von Schiers im Prättigau (GR).
Fläche
Pro Natura ist Eigentümerin des Naturschutzgebietes.
Weiteres
Kleiner Moorsee auf Hochplateau mit ausgeprägten Verlandungszonen und grossem Insekten- und Pflanzenreichtum. Bergwanderung durch wunderschöne Moorlandschaft, Wanderschuhe erforderlich.
Anreise
Mit der Bahn ab Landquart bis Küblis, von dort mit dem Bus bis St. Antönien, Platz. Rückreise ab Stels, Mottis mit Bus nach Schiers.